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| Stolz und Vorurteil https://austenforum.iphpbb3.com/forum/./52099169nx1411/pride-and-prejudice-f21/stolz-und-vorurteil-t166.html |
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| Autor: | Alethea [ Mittwoch 22. November 2006, 11:35 ] |
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Amadea hat geschrieben: "Es hat ihnen so unendlich leid getan, abzureisen. Aber es ist jedes Mal dasselbe. Der gute Oberst hielt sich bis zuletzt recht wacker, aber Darcy, glaube ich, empfand es diesmal wohl besonders schmerzlich, mehr noch als im vorigen Jahr. Er fühlt sich von Jahr zu Jahr auf Rosings mehr zu Hause."
Ich kann mir nicht vorstellen, dass mir als Einziger aufgefallen ist, wie Lady Catherine da in den Matschtopf tritt! "Darcy empfand es diesmal wohl besonders schmerzlich"... Na klar, er hat ein, zwei Tage vorher Lizzie einen Heiratsantrag gemacht, den diese abgelehnt hat --- kein Wunder, dass er bei der Abreise ein Gesicht wie 100 Tage Regenwetter macht! Lady Catherine geht also völlig falsch in der Annahme, das hinge mit seiner Liebe zu Rosings zusammen, wie das doch, wenn ich mich nicht sehr täusche, weiter oben irgendjemand als Möglichkeit zugelassen hat... NO NO!
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| Autor: | Anzeige [ Mittwoch 22. November 2006, 11:35 ] |
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| Autor: | simone1512 [ Mittwoch 22. November 2006, 11:36 ] |
| Betreff des Beitrags: | |
Caro hat geschrieben: Ich denke schon, daß JA uns gesagt hätte, was für eine Krankheit Anne hat, wenn es Herzprobleme, eine Lungenkrankheit etc. gewesen wären ...
aber es muss doch keine Krankheit gewesen sein!? Aus unserer heutigen Sicht wollen wir gleich ein Krankheitsbild erkennen, ich denke früher gab es einfach häufiger schwächliche, kranke Kinder (bzw. eben eine junge Frau). Und wie soll man zu einem kräftigen Menschen werden, ohne Vitaminkur & Bewegung im Freien etc. Ich vermute, dass das Thema "Magersucht" JA noch völlig unbekannt war, wir denken eben bei Appetitilosigkeit gleich an sowas, damals galt jemand wie Anne einfach als anfällig/kränklich. |
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| Autor: | Caro [ Mittwoch 22. November 2006, 11:45 ] |
| Betreff des Beitrags: | |
Alethea hat geschrieben: Amadea hat geschrieben: "Es hat ihnen so unendlich leid getan, abzureisen. Aber es ist jedes Mal dasselbe. Der gute Oberst hielt sich bis zuletzt recht wacker, aber Darcy, glaube ich, empfand es diesmal wohl besonders schmerzlich, mehr noch als im vorigen Jahr. Er fühlt sich von Jahr zu Jahr auf Rosings mehr zu Hause." Ich kann mir nicht vorstellen, dass mir als Einziger aufgefallen ist, wie Lady Catherine da in den Matschtopf tritt! "Darcy empfand es diesmal wohl besonders schmerzlich"... Na klar, er hat ein, zwei Tage vorher Lizzie einen Heiratsantrag gemacht, den diese abgelehnt hat --- kein Wunder, dass er bei der Abreise ein Gesicht wie 100 Tage Regenwetter macht! Lady Catherine geht also völlig falsch in der Annahme, das hinge mit seiner Liebe zu Rosings zusammen, wie das doch, wenn ich mich nicht sehr täusche, weiter oben irgendjemand als Möglichkeit zugelassen hat... NO NO! ![]() Nein, wir habens als Wunschdenken der Ladyschaft interpretiert. Nicht, daß er ein Gesicht zog, sondern daß er sich scheint's ungern trennte ...Zumindest hatte ich es so interpretiert, wobei ich eher auf der Fährte war, dass sie Lizzie eben auch einen Dämpfer verpassen wollte ... Caro
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| Autor: | Caro [ Mittwoch 22. November 2006, 11:54 ] |
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@simone1512 Den "Struwwelpeter", aus dem der "Suppenkaspar" ist, hat ein Dr. Hoffmann 1844 für seinen Sohn geschrieben, um zu demonstrieren, was Kindern passiert, die nicht folgsam sind und auf ihre Eltern hören ...dabei ist der Suppenkasper gestorben, weil er die Nahrung verweigerte ... Okay, es ist mehr als 40 Jahre später, aber diese Fälle wird es eben auch ein paar Jahre zuvor schon gegeben haben ... Magersucht, Anorexie war damals sicher kein Thema, wie wir es heute kennen. Es galt nicht als Krankheit, sondern eben eher als Sturheit, Trotz, Unfolgsamkeit. Aber so wie Marianne vor Aufregung ohmächtig wird, bzw. in Hysterie und Nervenfieber verfällt, gab es halt auch die Nahrungsverweigerung. Bei jedem Menschen äußern sich Probleme anderes. Eine leidet still und will nicht essen(Trotz), wie Anne, und die andere dramatisiert und trägt ihr Leid nach außen, wie Marianne ... Caro
PS: Vielleicht war das Nicht-essen-wollen der einzige Punkt, wo sich Anne gegen ihr Umwelt durchsetzen konnte. Immer alles stumm ertragen, da findet sich der Körper schon irgendein Ventil. Und wenn du ständig bedrängt wirst zu essen, dann isst du notgedrungen ein bischen, um deine Ruhe zu haben, aber mehr auch nicht ... |
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| Autor: | Caro [ Mittwoch 22. November 2006, 12:56 ] |
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Nachtrag: Hier zwei Links zur Erklärung "Anorexie": http://de.wikipedia.org/wiki/Anorexie http://de.wikipedia.org/wiki/Magersucht und zur Esstörung allgemein: http://de.wikipedia.org/wiki/Essst%C3%B6rung Folgende Auszüge sind interessant: 1. Die Anorexie (von griechisch ανορεξία, anorexía, „Appetitlosigkeit“), auch die Inappetenz (abgeleitet von lateinisch appetītus, „das Verlangen“ und in- als verneinender Vorsilbe), ist der medizinische Fachbegriff für Appetitlosigkeit. Anorexie kann als Symptom zum Beispiel bei fast allen schweren Infektionskrankheiten auftreten, aber auch als eigenständige psychische Störung (Anorexia nervosa, Magersucht) oder bei dauerhaftem Drogenmissbrauch. 2. Der Hauptgrund für Magersucht ist heute laut der Mehrzahl der Therapeuten in der Familie zu suchen[3]. In den meisten Fällen handelt es sich um eine gutsituierte Bürgerfamilie. Sie stellt sich selbst gern als absolut „intakt“ dar, die Meinung von Außenstehenden hat höchste Priorität – insbesondere im Bezug auf den Patienten. Sind Jugendliche betroffen, kann oft ein erhöhter Leistungsdruck von Seiten der Eltern festgestellt werden. Sollte dieses Bemühen enttäuscht werden, wird dies in vielen Fällen nicht mit offensichtlichen Strafen geahndet, sondern mit dem Vorwurf des enttäuschten Vertrauens in das Kind. Das Bild der „eiserne[n] Faust im seidenen Handschuh“ [4]vermittelt dies eindrucksvoll. 3. Die Folgen der Magersucht sind Unterernährung, Muskelschwund und Mangelernährung. Die Langzeitfolgen sind beispielsweise Osteoporose(Knochenschwund) und Unfruchtbarkeit. 5 bis 15 % der Betroffenen sterben, jedoch meist nicht durch eigentliches Verhungern, sondern durch Infektionen des geschwächten Körpers oder durch Suizid. Caro
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| Autor: | Kerstin [ Mittwoch 22. November 2006, 14:13 ] |
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Zitat: Stellt euch doch vor, wie Anne als Kind unserer Ladyschaft, mit deren charakterlichen Ausprägungen, ständig gegängelt und geschimpft wurde, ruhig sein mußte, keinen Pieps sagen durfte, brav und sauber sein mußte, allein war, weil Kinder im Kreise der Erwachsenen nicht erwünscht waren, etc.pp!!!
Stellt euch doch bloß einmal ihre Kindheit richtig vor, da muß man doch nen Knacks kriegen!!! Dir ist aber schon klar, dass die Kindererziehung Anno 1800 eine völlig andere war als heute? Das erst Rosseau die ersten Ansätze moderner Kindererziehung in dieser Zeit entwickelte ( und Lady Catherine wohl sicher noch nie was davon gehört hatte). Das man Kinder stets wie kleine Erwachsene behandelte ( und bis zur französischen Revolution auch so anzog). Ich wette, Anne de Bourgh hat eine für die Zeit vollkommen typische Erziehung einer englischen Lady bekommen. Daraus zu schließen, sie hätte eine Essstörung, halte ich für SEHR weit hergeholt. Es gibt auch heute Kinder, die schlechte Esser sind. Auch ohne Magersucht. Grüße, Kerstin |
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| Autor: | Caro [ Mittwoch 22. November 2006, 14:25 ] |
| Betreff des Beitrags: | |
Natürlich ist mir klar, daß die Kindererziehung eine andere war, als heute. Das hast du vielleicht an der Beschreibung vorhin gesehen. Deshalb weiß ich ja, wieviel mehr ein empfindsames Kind, daß Anne vielleicht war, gerade unter einer extrem dominanten Mutter wie Lady Catherine und einer ungnädigen Gouvernante, die widerspruchslos die Wünsche der Lady umsetzte, gelitten haben muß. Vielleicht kam es halt doch zu einer Trotzreaktion, die übrigens manchmal sogar erst im Erwachsenenalter ausbricht! Zitat: Es gibt auch heute Kinder, die schlechte Esser sind. Auch ohne Magersucht. Grüße,Kerstin
Ja, aber diese Kinder sind nicht ständig kränklich, zu krank/oder schwach um sich bei Hofe zu bewegen, was sich Lady Catherine sicher nicht hätte nehmen lassen, zu schwach um irgendetwas vernünftiges (wie Handarbeiten, malen oder Musik machen) zu tun ... Meine Sarah ist auch "Dünn, wie eine Leopoldine", wie meine Kinderärztin sagen würde, weil sie groß und schlank ist und mäkelig mit dem Essen, aber sie hat Kraft und Energie für zehn ....und das kann mir manch andere Mutter eines schlechten Essers sicher bestätigen. Dann bleibt für mich immer noch die Frage, warum JA eben so detailliert schreibt, daß Anne so "zart" war, nichts tun konnte (physikalisch gesehen) und eben ständig zum Essen gedrängt werden musste. Sie hat sich also Gedanken darüber gemacht, und es war ungewöhnlich genug, sich darüber auszulassen, sonst hätte JA für Annes Aussehen, Art & Charakter sicher eine andere Beschreibung gefunden .... Gebt mir eine hinreichende Begründung für Annes Symptome, und ich werde mich überzeugen lassen und schweigen ...
Caro
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| Autor: | Katja [ Mittwoch 22. November 2006, 15:18 ] |
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Vielleicht hatte Anne ja sowas wie " die englische Krankheit " ! Rachitis (griechisch rhachis, Wirbelsäule) ist eine Stoffwechselstörung bei Kindern, die unter anderem durch Vitaminmangel hervorgerufen wird. Rachitis führt zu persistenter Knochenverkrümmung, besonders zur Rückgratverkrümmung. Die Krankheit wurde im 19. Jahrhundert auch als "Englische Krankheit" bezeichnet und trat in Europa nach den Weltkriegen bedingt durch die Mangelernährung wieder verstärkt auf. Sie ist auch heute noch in den armen Ländern der Welt stark verbreitet. Die Grundlagen für die Heilung dieser Krankheit wurden erst Anfang des 20. Jahrhunderts in England geschaffen. Der durch die Umweltverschmutzung durch die Industrie verursachte Smog legte sich damals über die Wohngebiete der Arbeiter, so dass die Sonne nicht mehr durchdringen konnte. Die Folge war, dass viele Kinder die typischen Symptome zeigten. Regelmäßige Lebertrangaben halfen dann, die Krankheit zu verhüten. Interessanterweise traf die Krankheit auch die englische Oberschicht. Durch deren verglaste Wintergärten konnte ebenfalls kein UV-Licht gelangen, wodurch Rachitis auch bei hoher Lebensart auftreten kann. |
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| Autor: | Alethea [ Mittwoch 22. November 2006, 15:21 ] |
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Ich glaube ehrlich gesagt, dass Jane Austen mit ihrer Beschreibung von Anne leise Kritik üben wollte, weniger an Lady Catherine, sondern auch an Anne! Da sitzt eine der reichsten Töchter Englands (ich will mich nicht festlegen), isst nichts, ist kränklich, ist schnäkig... Mit anderen Worten: verwöhnt! Könnte man das auch so sehen? |
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| Autor: | Kerstin [ Mittwoch 22. November 2006, 15:25 ] |
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Ich kenne Mütter, die trauen ihren Kindern nichts zu. Da heißt es dann "nein, mach das nicht, dafür bist du zu schwach". Und so, wie ich JA verstehe, ist Anne so ein Kind. Die war immer "zu schwach" für sowas, ob das nun stimmt oder nicht. Ihre Mutter hat sie sicher verhätschelt, genau wie die Gouvernante. Im Roman steht, die Gesellschafterin war uninteressant und damit beschäftigt, den Schirm so zu stellen, wie es für Anne angenehm war. ( Ich vermute mal, damit ist der Schirm für den Ofen gemeint, der die Hitze und den Schein abhält.) Beim Spielen steht dort: [...]except when Mrs Jenkins expressed her fears of Miss de Bourgh's being too hot or too cold, having too much or too little light. [...] Das würde ich für extremes Überbehüten halten. Grüße, Kerstin |
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| Autor: | Caro [ Mittwoch 22. November 2006, 15:28 ] |
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@Katja Du hast recht! Das könnte es auch sein! Fehlendes Licht, durch das im Haus sitzen, Vitaminmangel durch das nicht essen ...Wobei Rachitis eben mit einer Knochenkrümmung vor allem der Beinknochen einher geht. Aber okay, unter den langen Kleidern war das vermutlich nicht sichtbar. Ich hab in einem alten Buch über Kinderpflege Bilder davon gesehen, echt schlimm!!! Caro
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| Autor: | Alethea [ Mittwoch 22. November 2006, 15:28 ] |
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Genau mein Reden! Anne wurde so erzogen! Das belastet psychisch!
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| Autor: | Tina [ Mittwoch 22. November 2006, 15:31 ] |
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Das sehe ich ganz genau so wie ihr. Anne wurde verhätschelt und nichts zugetraut. Da kam dann so nach und nach eins zum andern. Tina |
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| Autor: | Caro [ Mittwoch 22. November 2006, 15:35 ] |
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@Alethea Alethea hat geschrieben: Genau mein Reden!
Anne wurde so erzogen! Das belastet psychisch!Welchen Beitrag meinst du jetzt? Wenn jemand verwöhnt wird, wie Kerstin das schreibt, belastet das doch nicht so, daß man dann gleich nicht mehr Essen will, oder? Im Gegenteil, es würden doch nur Annes Leib- und Magenspeisen gekocht !!! Und viele Kinder Englands sind sehr behütet aufgewachsen und haben sich dennoch bewegt. Schaut mal, JA schreibt doch, daß sogar das Malen für Anne zu schwer war, aber sie sicher eine Meisterin geworden wäre, falls sie es versucht hätte ....Ihr könnt mir nicht verkaufen, daß ihre Mutter sagte"Kind laß das, das ist zu schwer für dich". Gerade malen schien ihr sehr wichtig zu sein, denn sie echauffierte sich ja ein wenig, daß keines der Bennet-Mädchen darin geübt war ...Oder verwechsel ich das jetzt mit dem Film? Caro
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| Autor: | Tina [ Mittwoch 22. November 2006, 15:38 ] |
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Die Lady hat es immer so dargestellt. Aber eher im Vergleich zu sich, was für eine tolle Künstlerin doch aus ihr geworden wäre, wenn nicht... Das übliche prahlerische Bla Bla von der Ladyschaft, würde ich mal sagen. Tina |
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| Autor: | Kerstin [ Mittwoch 22. November 2006, 15:41 ] |
| Betreff des Beitrags: | |
Und wenn Anne den Umstand, dass sie schwach und kränklich war, schlicht genutzt hat, um erst mal gar nichts lernen zu müssen? Lady Catherine hat nur eine Tochter.. vielleicht klappte es schlicht nicht mit dem Kinderkriegen. Sie bekam ein Kind, das vielleicht schon bei der Geburt ziemlich mickrig war. Total glücklich, dass es doch noch geklappt hat, wurde das Kind gehätschelt und ihm alles abgenommen, weil es doch so zart und klein war. Und somit wäre es möglich, das ihr eine gewisse "Untätigkeit" anerzogen wurde. Ein "Mama, ich kann da nicht, mir schwindelt" wird sicher schon gereicht haben, um das Haus in Aufruhr zu versetzen. Der Erbin von Rosings darf doch nichts passieren!
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| Autor: | Hazel [ Mittwoch 22. November 2006, 15:47 ] |
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Kerstin hat geschrieben: Ich kenne Mütter, die trauen ihren Kindern nichts zu. Da heißt es dann "nein, mach das nicht, dafür bist du zu schwach".
Und so, wie ich JA verstehe, ist Anne so ein Kind. Die war immer "zu schwach" für sowas, ob das nun stimmt oder nicht. Ihre Mutter hat sie sicher verhätschelt, genau wie die Gouvernante. Im Roman steht, die Gesellschafterin war uninteressant und damit beschäftigt, den Schirm so zu stellen, wie es für Anne angenehm war. ( Ich vermute mal, damit ist der Schirm für den Ofen gemeint, der die Hitze und den Schein abhält.) Beim Spielen steht dort: [...]except when Mrs Jenkins expressed her fears of Miss de Bourgh's being too hot or too cold, having too much or too little light. [...] Das würde ich für extremes Überbehüten halten. Grüße, Kerstin Ich sehe das auch so wie Kerstin. Alles andere, was dazu geschrieben wurde, lenkt nur vom Eigentlichen ab. |
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| Autor: | Caro [ Mittwoch 22. November 2006, 15:51 ] |
| Betreff des Beitrags: | |
@ Kerstin Okay, das ist die eine Seite der Medailie. Bliebe noch das nicht-essen und die mickrige Figur. Und wenn sie die schon bei der Geburt hatte, spricht das ja wieder für eine Krankheit, nachdem sie sich ja nie richtig "gepropert" hat ...Du kannst es drehen und wenden, wie du willst ...
Caro
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| Autor: | Kerstin [ Mittwoch 22. November 2006, 15:52 ] |
| Betreff des Beitrags: | |
Ich habe ja nicht behauptet, sie hätte KEINE Krankheit. Nur bei der sehr dürftigen Beschreibung auf eine konkrete Krankheit zu schließen, halte ich für sehr voreilig. |
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| Autor: | Caro [ Mittwoch 22. November 2006, 15:54 ] |
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Hazel hat geschrieben: Alles andere, was dazu geschrieben wurde, lenkt nur vom Eigentlichen ab.
Wie meinst du das? Was ist das Eigentliche im Fall einer Anne de Bourgh? Caro
PS: Sorry, aber ich geh manchmal den Dingen gern auf den Grund
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| Autor: | Hazel [ Mittwoch 22. November 2006, 15:57 ] |
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Caro hat geschrieben: Hazel hat geschrieben: Alles andere, was dazu geschrieben wurde, lenkt nur vom Eigentlichen ab. Wie meinst du das? Was ist das Eigentliche im Fall einer Anne de Bourgh? CaroPS: Sorry, aber ich geh manchmal den Dingen gern auf den Grund ![]() Die Wichtigtuerei von Lady Catherine de Bourgh. Und die damit verbundene Passivität ihrer Tochter. |
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| Autor: | Tina [ Mittwoch 22. November 2006, 16:06 ] |
| Betreff des Beitrags: | |
Man könnte auch sagen, wenn man nach etwas sucht, wird man auch Beweise dafür finden im Text von JA... Tina
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| Autor: | Caro [ Mittwoch 22. November 2006, 16:09 ] |
| Betreff des Beitrags: | |
@Tina Tina hat geschrieben: Man könnte auch sagen, wenn man nach etwas sucht, wird man auch Beweise dafür finden im Text von JA...
TinaNicht, wenn JA es nicht geschrieben hat ...!
Und meine Phantasien findest du in meinen Geschichten, nicht in JAs Werken, falls du das gemeint hast, wobei auch die ziemlich "Werktreu" sind ...
Caro
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| Autor: | Caro [ Mittwoch 22. November 2006, 16:19 ] |
| Betreff des Beitrags: | |
Es ist doch immer wieder schön zu sehen, daß es nur eine Meinung gibt: Nämlich die Richtige!
Caro
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| Autor: | Alethea [ Mittwoch 22. November 2006, 17:17 ] |
| Betreff des Beitrags: | |
Caro hat geschrieben: @Alethea
Alethea hat geschrieben: Genau mein Reden! Anne wurde so erzogen! Das belastet psychisch!Welchen Beitrag meinst du jetzt? Ich bezog mich auf den Text von Kerstin! Ich meinte mit Verwöhnen und Verhätscheln auch eigentlich nichts im positiven Sinne, sondern im negativen! Das kommt dann einem "Vorenthalten" gleich --- Stellt euch folgende Szenerie vor: Klein-Anne und Lady Catherine sitzen bei Tisch. Anne mault, weil ihr irgendetwas nicht schmeckt, Lady Catherine sagt sofort: "Du musst das nicht essen, wenn du nicht willst!" Klein-Anne ist untalentiert und kann ihre Klavierübungen nicht (ich habe es selbst gelernt und weiß, dass man sich am Anfang echt durchbeißen muss!). Was sagt Lady Catherine sofort: "Das Kind ist zu zart dafür. Sie muss es nicht spielen, wenn sie nicht will..." Und so geht das weiter, bis Anne das als Erwachsene völlig eingeimpft wurde! Natürlich würde Lady Catherine niemals zugeben, dass ihre Tochter, die Erbin von Rosings, einfach ein wenig mickrig geworden ist, untalentiert und blass ist, weil es sich für eine elegante Dame nicht schickte, wie Lizzie draußen im Freien herumzulaufen...ihr frische Luft und Vitamine fehlten! Und um ihre achso große Wichtigkeit zu demonstrieren rennt ihr die Gouvernante wie Annes eigener Schatten hinterher, hält ihr den Schirm, macht dies, macht das etc. Hier merkt man doch ganz deutlich den hohntriefenden Spott von Jane Austen --- wie häufig Spott über die Adeligen!! Anne de Bourgh wird behandelt wie ein Porzellanpüppchen, das zerbrechen könnte, wenn man es wie eine normale junge Frau behandelt! |
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| Autor: | Caro [ Mittwoch 22. November 2006, 17:43 ] |
| Betreff des Beitrags: | |
@Alethea Ich würde dir sofort voll und ganz zustimmen, wenn Lady Catherine nicht eben so eine dominante, ich würde sogar sagen harte Frau wäre, die gewohnt ist ihren Willen durchzusetzen. Genau so seht ihr sie charakterlich ja auch. Da sehe ich den gleichen Charakter wie bei Elisabeth I. Ich denke nicht, daß sie selbst das Kind verwöhnt hätte, sondern eben verlangt hätte, daß es funktioniert (wie damals üblich) und das Mädchen eben seelisch gebrochen hätte, weshalb ich aufgrund der Symptome ja auf Anorexie kam. Vor allem hätte die Ladyschaft, bei ihrem Hochmut und Standesdünkel darauf bestanden, Anne bei Hofe vorzustellen und einzuführen, was ja nicht passiert ist, wie wir wissen, weil das Kind sooo krank ist ... Hätte eine Anne de Bourgh selbst sich Bälle bei Hofe entsagt ...? Dem steht ja nicht entgegen, daß Anne von der Gouvernante betüdelt wird, und ihre Mutter sich in Träume flüchtet, wie toll die Tochter wäre, wenn sie leider nicht soo krank wäre ... Sie mußte ja eine akzeptable Entschuldigung für das vermeintliche Versagen ihrer Tochter finden ... Caro
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| Autor: | Alethea [ Mittwoch 22. November 2006, 18:02 ] |
| Betreff des Beitrags: | |
Ich denke, es ist ein Zusammenspiel aus beidem! Sicherlich hat es Lady Catherine nicht gepasst, dass Anne so gar nicht das wurde, was sie sich erhofft hatte! Andererseits prahlt sie ständig mit ihr herum --- da fragt man sich nun: Will sie es nicht wahrhaben? Oder ist sie gar nicht so unzufrieden mit ihrer Tochter? Wie gesagt, es steht in den Sternen... Sie selbst wäre ja schließlich auch eine "große Künstlerin" geworden, hätte sie jemals gelernt Klavier zu spielen... Warum sollte sie das dann von ihrer Tochter erwarten? Bei ihr wendet sie einfach dieselbe Taktik an...
Wenn schon Anorexie, dann hat Jane Austen es sicherlich eher unbewusst ähnliche Symptome eingebaut! Ich sehe die kränkliche, lächerliche Anne vielmehr im bewussten Gegensatz zur vor Lebendigkeit und Gesundheit nur so strotzenden Lizzie und ich denke als solche hat Jane Austen sie auch entwickelt! Ich glaube nicht, dass sie dabei irgendwelche Hintergedanken hatte! Doch wir verfallen wieder ins Spekulieren... |
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| Autor: | Alethea [ Mittwoch 22. November 2006, 18:04 ] |
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Und natürlich als bewussten Gegensatz zu ihrer vor Energie und Herrschsüchtigkeit strotzenden Mutter, die an allem aktiv teilnimmt, sich um alles kümmern, sich überall einmischen muss etc. Das ist doch ein Unterschied wie Tag und Nacht!
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| Autor: | Caro [ Mittwoch 22. November 2006, 18:09 ] |
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Alethea hat geschrieben: Und natürlich als bewussten Gegensatz zu ihrer vor Energie und Herrschsüchtigkeit strotzenden Mutter, die an allem aktiv teilnimmt, sich um alles kümmern, sich überall einmischen muss etc.
Das ist doch ein Unterschied wie Tag und Nacht! ![]() Nach dem Motto: Manchmal fallen Äpfel doch weit vom Stamm ... ?:D
Caro
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| Autor: | Alethea [ Mittwoch 22. November 2006, 18:12 ] |
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Sagt man nicht auch, dass v.a. schüchterne Menschen in der Nähe von dominanten Menschen immer kleiner werden, bis sie schließlich völlig verschwinden? Wer kann es schon lange mit einer Frau wie Lady Catherine aushalten? Die sich in alles einmischt, überall entscheiden muss...
Es gibt solche Menschen und ich kann sie nicht ausstehen! |
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