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BeitragVerfasst: Dienstag 14. November 2006, 12:02 
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Archivarius

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Fiora hat geschrieben:
Ich lese Effi Briest
Bin grad auf Seite 20 und langweile mich etwas..was aber auch daran liegen mah, dass es ne Schullektüre ist und ich die immer aus Prinzip irgendwie anfangs als nicht sonderlich spannend empfinde...

:dito: Und das hat bei mir bis heute angehalten... Ich kann nach dem elende Erlebnis im Literaturfolterricht bis heute keinen Fontane anfassen ohne dass mein Magen rebelliert... Ist aber wahrscheinlich Fontane nicht angemessen (man sagt er wäre der erste Schriftsteller, der so meisterhafte Dialoge wie Jane Austen hinbekommen hätte)...

Bruki :cool:

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Verfasst: Dienstag 14. November 2006, 12:02 


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BeitragVerfasst: Dienstag 14. November 2006, 12:03 
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Bruki hat geschrieben:
Aber die Tendenz in der deutschen Übersetzung lange geschachtelte Nebensätze zu schreiben, kann daher kommen, dass entweder der / die Übersetzer(in) etwas überfordert mit den englischen Konstruktionen war... oder damals so verschachtelte Sätze in der "gehobenen" Literatur üblich waren... Was ja seit Hemingways(?) Verdikt "Hauptsätze, Hauptsätze Hauptsätze!" verpönt ist... Bruki :cool:


:wink: Und ich hab neulich erst von einem älteren Herren in den Siebzigern gehört, daß Schachtelsätze Kennzeichen von "Geist" sind, so man sie einerseits ohne Knoten zu schreiben vermag und anderseits fremdartige problemlos entziffert ... :D :wink: :lach:

:blume: Caro

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BeitragVerfasst: Dienstag 14. November 2006, 16:56 
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Bruki hat geschrieben:
Na ja, wer sagt denn sowas? Und "unwichtig" ist sowas auch nicht! :wink: - Ich hab das Buch eben durchgelesen und mir beim letzten Kapitel gleich noch den dazugehörigen Film angesehen... und muss jetzt wohl nicht auch noch ausdrücklich meine Begeisterung ausdrücken? Oder? - Na, sagen wir mal so: Ich hab mit die "Reise nach England" als Lektüre für eine geplante Reise zurückgelegt... :D


Wenn es dir letztendlich doch gefallen hat, ist das ja prima! :freu:
Also scheiden sich bei uns die Geister doch nicht! :clown:

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BeitragVerfasst: Dienstag 14. November 2006, 19:05 
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Archivarius

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Alethea hat geschrieben:
... Wenn es dir letztendlich doch gefallen hat, ist das ja prima! :freu:
Also scheiden sich bei uns die Geister doch nicht! :clown:

Kann ich jemandem mit diesem Avatar widersprechen? :lach:

Bruki :cool:

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BeitragVerfasst: Mittwoch 15. November 2006, 10:53 
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Bruki hat geschrieben:
Alethea hat geschrieben:
... Wenn es dir letztendlich doch gefallen hat, ist das ja prima! :freu:
Also scheiden sich bei uns die Geister doch nicht! :clown:

Kann ich jemandem mit diesem Avatar widersprechen? :lach:

Bruki :cool:


Sach ich doch :knuddel: :knuffel

:blume: Caro

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BeitragVerfasst: Mittwoch 15. November 2006, 11:21 
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Bruki hat geschrieben:
Alethea hat geschrieben:
... Wenn es dir letztendlich doch gefallen hat, ist das ja prima! :freu:
Also scheiden sich bei uns die Geister doch nicht! :clown:

Kann ich jemandem mit diesem Avatar widersprechen? :lach:


Du machst mich ja ganz verlegen! :oops:

Caro hat geschrieben:
Sach ich doch


Ich ja auch! :wink: Aber Bruki ist ja offenbar leider schon vergeben... :rofl: :clown: Schade! :sad:

PS: Fontane kommt NIE IM LEBEN an Jane Austen heran! :abgelehnt:

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BeitragVerfasst: Mittwoch 15. November 2006, 11:36 
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Alethea hat geschrieben:
PS: Fontane kommt NIE IM LEBEN an Jane Austen heran! :abgelehnt:


Ich muß dir insoweit recht geben, als sie eine unterschiedliche Erzählweise haben, und Fontane mit Sicherheit Janes Wortwitz nicht erreicht. Vor allem eben ihre geniale Art zwischen den Zeilen zu sprechen ... :wink:
Dennoch muß ich eine kleine Bresche für Fontane schlagen. Ich liebe speziell Effi Briest sehr, und ich habe ihr Dilemma sehr gut nachvollziehen und ihre Eltern umsomehr dafür hassen können, daß sie ihr so keine Wärme und Hilfestellung boten.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 15. November 2006, 11:50 
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Caro hat geschrieben:
Ich muß dir insoweit recht geben, als sie eine unterschiedliche Erzählweise haben, und Fontane mit Sicherheit Janes Wortwitz nicht erreicht. Vor allem eben ihre geniale Art zwischen den Zeilen zu sprechen ... :wink:
Dennoch muß ich eine kleine Bresche für Fontane schlagen. Ich liebe speziell Effi Briest sehr, und ich habe ihr Dilemma sehr gut nachvollziehen und ihre Eltern umsomehr dafür hassen können, daß sie ihr so keine Wärme und Hilfestellung boten.


Ich fand das Buch in der Schule auch nicht so schlecht! Doch ich habe es nicht mit wirklichem Vergnügen gelesen, so wie ich Jane-Austen-Romane lese (aufgrund ihres Wortwitzes natürlich! :ja: ), sondern immer nur Kapitel für Kapitel, für die nächste Stunde eben.. *seufz*

Nee wirklich, Vergnügen hatte ich nicht dabei! :nein:

Ich frage mich, wer auf die Idee kommt, Fontane mit Jane Austen zu vergleichen? :gruebel: Das eine hat doch gar nichts mit dem anderen zu tun... :nixweiss:

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BeitragVerfasst: Mittwoch 15. November 2006, 11:59 
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Wer mal den Stechlin oder - weil näherliegend - seine Berichte aus England und Schottland - gelesen hat, kann sehr wohl - und oft auch zwischen den Zeilen - den wunderbarsten Witz erkennen. Der zu Lasten Fontanes ausgehende Vergleich zwischen diesem und Austen hinkt meines Erachtens tüchtig. Romantik fehlt bei Fontane gänzlich, dafür fehlt fehlt Austen die Tragik. Aber saukomisch sind sie beide.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 15. November 2006, 12:35 
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Ulli hat geschrieben:
Wer mal den Stechlin oder - weil näherliegend - seine Berichte aus England und Schottland - gelesen hat, kann sehr wohl - und oft auch zwischen den Zeilen - den wunderbarsten Witz erkennen. Der zu Lasten Fontanes ausgehende Vergleich zwischen diesem und Austen hinkt meines Erachtens tüchtig. Romantik fehlt bei Fontane gänzlich, dafür fehlt fehlt Austen die Tragik. Aber saukomisch sind sie beide.


Na ja. Ich erinnere mich, daß wir (Mädels) bei Effi am Schluß fast geheult haben ...Nix komisch ... ;(
Aber das mag bei seinen anderen Werken anders sein, sollte ich vielleicht noch mal reinlesen ... :wink:

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BeitragVerfasst: Mittwoch 15. November 2006, 12:44 
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Ulli hat geschrieben:
Wer mal den Stechlin oder - weil näherliegend - seine Berichte aus England und Schottland - gelesen hat, kann sehr wohl - und oft auch zwischen den Zeilen - den wunderbarsten Witz erkennen. Der zu Lasten Fontanes ausgehende Vergleich zwischen diesem und Austen hinkt meines Erachtens tüchtig. Romantik fehlt bei Fontane gänzlich, dafür fehlt fehlt Austen die Tragik. Aber saukomisch sind sie beide.


Ich finde einfach, dass man die beiden insofern nicht vergleichen kann, weil die beiden über ganz unterschiedliche Frauenbilder/-typen/-schicksale schrieben!

Fontane beschreibt, zumindest in EB, die Tragik der jungen Frauen damals, die sich in Schicksal (Vernunftehe) fügen mussten, und daran zugrunde gingen.

Jane Austen beschreibt moderne Frauen, zumindest sind die Heldinnen ihrer Frauen solche, die sich nicht in eine Ehe zwingen lassen (siehe Fanny Price bei Henry Crawford), sondern die Wahl ihres Herzens treffen! Es gibt auch die anderen Schicksale, die jedoch nicht die Haupthandlung ausmachen (wie z.B. Collins-Charlotte / Maria Betram-Rushworth ...)

Insofern ist der Vergleich wirklich hinkend!

Von "saukomisch" konnte ich bei EB aber auch nichts erkennen...

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BeitragVerfasst: Mittwoch 15. November 2006, 14:15 
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Es geht die Legende, daß er außer EB noch anderes geschrieben hat :rolleyes: .


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BeitragVerfasst: Mittwoch 15. November 2006, 17:52 
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Archivarius

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Ulli hat geschrieben:
Es geht die Legende, daß er außer EB noch anderes geschrieben hat :rolleyes: .

:rofl: ... ich denke, die beiden sind auch in der Wahl ihre Stoffe ähnlich... wie jemand eben schrieb: Frauen, Männer und unglückliche Ehen :wink: ... doch auch die englische Gentry und die preußischen Landjunker sind schon vergleichbare Milieus in ihrer "Beschränkung"... :wink:

Doch es ging mir hier mal um die hohe Kunst der Charakterisierung einer Person durch deren Aussagen, die beide hervorragend beherrschten...

Bruki :cool:

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BeitragVerfasst: Mittwoch 15. November 2006, 18:00 
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Bruki hat geschrieben:
Ulli hat geschrieben:
Es geht die Legende, daß er außer EB noch anderes geschrieben hat :rolleyes: .

:rofl: ... ich denke, die beiden sind auch in der Wahl ihre Stoffe ähnlich... wie jemand eben schrieb: Frauen, Männer und unglückliche Ehen :wink: ... doch auch die englische Gentry und die preußischen Landjunker sind schon vergleichbare Milieus in ihrer "Beschränkung"... :wink:

Doch es ging mir hier mal um die hohe Kunst der Charakterisierung einer Person durch deren Aussagen, die beide hervorragend beherrschten...

Bruki :cool:


Kennst Du eigentlich den Fernsehfilm "Späte Ankunft" aus den späten 80-zigern mit Kurt Böwe als Berliner Modearzt, der in ein märkisches Nest geht, um dort nochmal neuanzufangen? Der wirkte stellenweise ja auch fast wie eine Fontaneverfilmung in seiner Beschreibung der Menschen dort.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 15. November 2006, 22:20 
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Naja, Effi Briest ist nun sicher nicht so komisch, aber wenn man zum Beispiel Frau Jenny Treibel liest, kommt das dieser Ironie von Jane Austen schon nahe und der Schreibstil ist teils auch ähnlich. Beide gebrauchen oft lange, verschachtelte Sätze, obwohl da Fontane wohl schlimmer ist. Allerdings fand ich Fontane weitaus langweiliger als Austen, aber der Stil ist in gewisser Weise ähnlich und auch die Ironie.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 15. November 2006, 23:55 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Bruki hat geschrieben:
Doch es ging mir hier mal um die hohe Kunst der Charakterisierung einer Person durch deren Aussagen, die beide hervorragend beherrschten...


Ja, das hatte ich auch im Hinterkopf, als ich diesen Vergleich in die Runde warf. Die Thematik ist unterschiedlich, klar, aber die Sprache, die Art die Dialoge als Charakterisierung einzusetzen ist sehr ähnlich. Und die Konzentrierung auf einen kleinen Personenkreis. Beziehungen, Familie.
Jane Austen wird nicht selten als die erste Realistin in der enlischen Literatur gesehen und Fontane war das definitiv in der deutschen.

Bei Fontane gibt es viele Sätze, die so oder so ähnlich auch bei Jane Austen stehen könnten. Ich hab leider bisher vergeblich versucht, biografische Anhaltspunkte zu finden, dass er ihr Werk kannte. Dieser Satz aus "Irrungen, Wirrungen" klingt sehr danach, z.B.:

"Mager, mittelgroß und mit fünf grauen Haarsträhnen über Kopf und Stirn, wäre er eine vollkommen mittelmäßige Erscheinung gewesen, wenn ihm nicht eine zwischen Augenwinkel und linker Schläfe sitzende braune Pocke etwas Apartes gegeben hätte."

Ich muss da immer an Mrs Ferrars und ihre Stirnfalte denken, "die ihr Gesicht vor der Schmach der Bedeutungslosigkeit rettete".

Es gibt noch mehr Stellen dieser Art.


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BeitragVerfasst: Donnerstag 16. November 2006, 09:27 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Naja, ich dachte damals wäre die gute JA in Deutschland noch nicht so bekannt gewesen wie heute? Tina

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BeitragVerfasst: Donnerstag 16. November 2006, 10:03 
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Bruki hat geschrieben:
Ich hab das Buch eben durchgelesen und mir beim letzten Kapitel gleich noch den dazugehörigen Film angesehen... und muss jetzt wohl nicht auch noch ausdrücklich meine Begeisterung ausdrücken?......
...Kann ich jemandem mit diesem Avatar widersprechen? :lach:


Du hast mich mit deinem dir eigenen Charme dermaßen aus dem Konzept gebracht :rofl:, dass ich ganz vergaß, dich zu fragen, wie dir die Mellersh-Boiler-Badewannen-Szene in "Verzauberter April" gefallen hat...? :clown:

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BeitragVerfasst: Donnerstag 16. November 2006, 11:07 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Tina hat geschrieben:
Naja, ich dachte damals wäre die gute JA in Deutschland noch nicht so bekannt gewesen wie heute? Tina


Es gab aber schon deutsche Übersetzungen, zu dieser Zeit. Aber ich dachte eher daran, weil Fontane ja auch mehere Jahre in England gelebt hat.
Naja, wie gesagt - nur so ein Gedanke.


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BeitragVerfasst: Donnerstag 16. November 2006, 11:13 
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Aber kein schlechter Gedanke. Ich würde was drauf wetten, dass Fontane die Bücher von Jane Austen kannte und auch schätzte! :ja:


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BeitragVerfasst: Donnerstag 16. November 2006, 11:26 
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Katja hat geschrieben:
Aber kein schlechter Gedanke. Ich würde was drauf wetten, dass Fontane die Bücher von Jane Austen kannte und auch schätzte! :ja:


Ich denke auch. Schon allein aus der Neugierde heraus, zu lesen was andere Autoren so fabrizieren ...Da wird es Fontane nicht anderes gegangen sein, als anderen Schriftsstellern auch . Man kennt sich einfach und orientiert sich vielleicht auch an den Werken anderer... :)
Oje, hoffentlich wird das jetzt nicht missverstanden ... :/

Modern umgesetzt könnte man es "Marktforschung" nennen :wink: :D :lach:

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Zuletzt geändert von Caro am Donnerstag 16. November 2006, 11:45, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Donnerstag 16. November 2006, 11:33 
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Danke für die Info, Julia. Dann macht diese Vermutung für mich doch ziemlich viel Sinn. Tina

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BeitragVerfasst: Donnerstag 16. November 2006, 17:39 
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Alethea hat geschrieben:
Bruki hat geschrieben:
Ich hab das Buch eben durchgelesen und mir beim letzten Kapitel gleich noch den dazugehörigen Film angesehen... und muss jetzt wohl nicht auch noch ausdrücklich meine Begeisterung ausdrücken?... Kann ich jemandem mit diesem Avatar widersprechen? :lach:

Du hast mich mit deinem dir eigenen Charme dermaßen aus dem Konzept gebracht :rofl:, dass ich ganz vergaß, dich zu fragen, wie dir die Mellersh-Boiler-Badewannen-Szene in "Verzauberter April" gefallen hat...? :clown:

Diese und der "grünende Spazierstock" waren das einzige, an dass ich mich nach den vielen Jahren immer noch erinnern konnte... Der Rest war so ziemlich weg... bis auf ein paar Stimmungen...

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BeitragVerfasst: Donnerstag 16. November 2006, 17:46 
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Archivarius

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Tina hat geschrieben:
Naja, ich dachte damals wäre die gute JA in Deutschland noch nicht so bekannt gewesen wie heute? Tina

Jane Austens Romane sollen wohl auch rel. schnell ins Deutsche übersetzt worden sein (ich glaube, bereits 3 Jahre nach dem Erscheinen in England?) - Wenn ich nicht irre, steht dazu was in der Grawe-Bio...

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BeitragVerfasst: Freitag 17. November 2006, 10:48 
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Bei mir hieß es aber auch, dass sie (mir absolut unverständich) zuerst so gut wie gar nicht bekannt gewesen sein soll? So ähnlich stand es in einer Bio im Anhang von nem Roman???? Tina

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BeitragVerfasst: Freitag 17. November 2006, 10:55 
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Kann es sein, daß es in diesem Anhang um das Thema ging, daß Jane Austen, wie es damals durchaus üblich war, unter anderem Namen oder "Anonym" veröffentlichte ...? Als Jane Austen kannte man sie in der ersten Zeit vermutlich wirklich nicht.

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BeitragVerfasst: Freitag 17. November 2006, 11:03 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Das kann schon sein, Caro. Aber es stand da ziemlich eindeutig, dass der eigentliche "Boom" wohl erst in unserer Zeit losgegangen sei... und das fand ich doch schon ziemlich merkwürdig...? Tina

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BeitragVerfasst: Freitag 17. November 2006, 11:12 
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Zumindest wollte der "Kronprinz" :D eine Widmung. Dann war sie ja wohl nicht unbekannt ... :D :wink:, aber in Europa kann das schon der Fall gewesen sein.

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Das denke ich auch, dass JA bei uns erst nach und nach bekannt geworden ist. Aber wenn einer im Land gewesen ist, kann er durchaus von ihr gelesen haben und sich inspirieren lassen von ihrem Stil.
Tina

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BeitragVerfasst: Samstag 18. November 2006, 00:55 
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Alethea hat geschrieben:
PS: Fontane kommt NIE IM LEBEN an Jane Austen heran! :abgelehnt:


Ich muß dir insoweit recht geben, als sie eine unterschiedliche Erzählweise haben, und Fontane mit Sicherheit Janes Wortwitz nicht erreicht. Vor allem eben ihre geniale Art zwischen den Zeilen zu sprechen ... :wink:
Dennoch muß ich eine kleine Bresche für Fontane schlagen. Ich liebe speziell Effi Briest sehr, und ich habe ihr Dilemma sehr gut nachvollziehen und ihre Eltern umsomehr dafür hassen können, daß sie ihr so keine Wärme und Hilfestellung boten.

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uhh. da muss ich jetzt doch mal fix eins in die bresche springen! wenn man im deutschsprachigen raum irgend einen autor mit jane austen vergleichen kann (und nur darum, nicht mehr - vergleichen, nicht gleichsetzen - geht es!), dann fontane.

ich bin zwar nicht unterrichtsvorbelastet (bei uns gabs zum hassen goethe, und da kann ich euch verstehen, dass hält gründlich!) aber es gibt nur zwei menschen, die mich auf meinen bahnfahrten (und das ist für gewöhnlich die situation, in der mein sonst so ausgeglichens temperament/nordisches phlegma ( ;D ) ausfällt und ich jedem beliebigen mitmenschen - besonders aber denen mit db-aufnähern auf blauem uniformrock - bei geringfügig schiefer tonlage sofort und ziemlich schmerzhaft den gar ausmachen möchte) zum lauten auflachen überreden konnten.

zum einen our "dear" lady in gestalt von henry tilney (ich bin gewillt, die bezeichnung der ladys aus dem austenblog zu übernehemen - "da maaaan") und zum anderen eben fontane in gestalt der schmolke (ich empfehle sowieso jedem, der sich nicht schnell genug verstecken konnte wenigstens mal in das elfte kapitel "frau jenny treibel" reinzulesen :ja: ) und zum nächsten: wenn ihr meint, der fontane schreibt nicht zwischen den zeilen, dann kennt ihr "cecile" nicht. was sich da an möglichen abgründen vor einem auftut... junge junge. mal sehen, in welche abgründe die dame nun wirklich gestürzt ist. bin ja noch beim lesen.

und laut meiner austen monographie war zumindest emma als "anna - ein familiengemälde von johanna austen" 1822 von w. a. lindau übersetzt (wer weiß wie...) und ist in leipzig erschienen. kein grund also, miss austen nicht zu kennen. zumal eben fontane ja in england war und jane austen dort nie wirklich aus der mode, oder?

ich würde fontane, was die progressive, absolut verständnisvolle haltung gegenüber selbst unmöglichsten mitmenschen aber auch sehr genre mit mrs. gaskell vergleichen. an die erinnert er mich ziemlich häufig. unter anderem auch hier:

»Nun, Kind«, sagte die Ritterschaftsrätin, »wie geht es Ihnen denn eigentlich?«
»Gut, gnädigste Frau; ich habe einen sehr ausgezeichneten Mann.«
»Weiß ich. Aber das hilft nicht immer. Ich hatte auch einen ausgezeichneten Mann. Wie steht es hier? Keine Anfechtungen?«
[...]
»Ach, gnädigste Frau ...«
»Da kommt es schon. Ich kenne das. Immer dasselbe. Darin ändern die Zeiten nichts. Und vielleicht ist es auch recht gut so. Denn worauf es ankommt, meine liebe junge Frau, das ist das Kämpfen. Man muß immer ringen mit dem natürlichen Menschen. Und wenn man sich dann so unter hat und beinah schreien möchte, weil’s weh tut, dann jubeln die lieben Engel!«

wenn das ein schwacher dialog - übrigens effi briest (aus der penguin classics version, da wurde fontane nämlich aufgenommen, genau da, zwischen den ganzen austens, wildes, brontes), kapitel 20 - ist, möchte ich von euchmal einen starken hören (der nicht im austen ouvre zu finden ist!), man ist ja offen für alles. :wink:

und zum schluß:

"für mich steht fest, natur ist sittlichkeit, und überhaupt die hauptsache. geld ist unsinn. wissenschaft ist unssinn. professor auch. wer es bestreitet, ist ein pecus. nicht wahr, kuh?":lol:


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