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BeitragVerfasst: Sonntag 11. Juni 2006, 21:42 
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Archivarius

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Johanna hat geschrieben:
Ich lese gerade "Schlimme Liebschaften". Jawohl. Schlimme Liebschaften. Bin grad durch die Einkaufsstrassen gegondelt und dachte mir, ich wollte doch schon ewig mal "Les liaisons dangereuses" lesen, als mir ein Liotard-Mädchen vom Cover entgegenlächelte. Konnte bei einer derartig... ähmm... putzigen Titelübersetzung einfach nicht nein sagen. :ja: Und dabei ist die von Heinrich Mann... :lach:

Hallo Johanna,

ich hab eben Deinen Bericht über die abenteuerliche Jagd auf die “Liaisons dangereuses” gelesen... Und im Nachwort meiner Übersetzung gestöbert... Und dieser Philippika des Schweizer Romanisten Walter Widmers aus dem Jahre 1959 kam dabei zum Vorschein:

„Heinrich Manns Verdeutschung der ,Liaisons dangereuses‘ ist ein Musterbeispiel für eine Übersetzung, die mit offenkundig unzulänglichen Mitteln angefertigt worden ist: Heinrich Mann gab sich zufrieden mit Annäherungswerten, mit dem erstbesten Wortsinn, den er - so sieht es aus - einem Taschenwörterbuch entnommen hatte, er kümmerte sich nicht im geringsten um den horrenden Unsinn, der dabei herauskam... Seine Mißdeutungen könnte man Seite um Seite aufzählen... Wir müssen es uns versagen, jedesmal das Original samt der richtigen Übersetzungen anzuführen; auch können wir nur ein paar der nettesten Muster verzeichnen, die Heinrich Manns Übersetzung ... zu einem Quell der Heiterkeit und zugleich zu einem Ärgernis machen... Bei aller großen Verehrung für den Dichter der ,Kleinen Stadt‘, des ,Professor Unrat‘, der ,Vollendung des Königs Henri Quatre‘ und so vieler anderer beispielhafter Romane - das ist unverzeihlich! Der Schriftsteller Alexander M. Frey, der mit Heinrich Mann befreundet war, hat wohl den Nagel auf den Kopf getroffen, als er zur Erklärung dieser argen Fehlleistungen äußerte: ,Au weh! Muß der aber Geld gebraucht haben!‘“

Die Autoren des Nachwortes merken dazu an: „Widmers Beanstandungen im einzelnen bestehen zu Recht, doch ist er weit über das Ziel hinausgeschossen, wenn die Gesamtleistung als Fehlinterpretation eingeschätzt wird. Seine Polemik widerspiegelt den immerwährenden Streit zwischen Philologen und Schriftsteller-Übersetzern ...“

Was Dir so in etwa einen Eindruck darüber vermitteln sollte, in was für literarischen Kunstkreise Du Dich zu begeben gedenkst... Ich hoffe, Du legst Dir beizeiten ein dickes Fell zu... Deine lieben Kollegen werden es Dir auf jedem Fall zu gerben versuchen... Na ja, wer sich in die Mühlen des Kulturbertriebes begibt, wird darin umkommen... :lach:

Bruki :cool:

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Verfasst: Sonntag 11. Juni 2006, 21:42 


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BeitragVerfasst: Sonntag 11. Juni 2006, 22:13 
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Archivarius

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Jadzia hat geschrieben:
... kennst du von Dahl schon "Someone like you"? Das ist toll. Lauter Kurzgeschichten. Einfach wunderbar. ...

Nein, ich kenne eigentlich nur die Kurzgeschichten aus "Kuschelmuschel", "Küßchen, Küßchen" und ein paar seiner Kindergeschichten...

Jadzia hat geschrieben:
... Um was geht es in dem Buch, das du von ihm gelesen hast?

Das sind Erzählungen über den Krieg, Fliegergeschichten aus Afrika, Kairo, Griechenland, England usw. (er war Jagdflieger in 2. WK)... die 10 Erzählungen waren Roald Dahls ersten literarischen Werke... "Mit einer an Hemingway erinnernden Knappheit läßt er vor uns die harte männliche Welt der Kriegsflieger erstehen - Schicksale zwischen exzessiver Lebensgier und Todesnähe." (aus dem Klappentext)

Bruki

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BeitragVerfasst: Sonntag 11. Juni 2006, 23:06 
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Ich lese "Someone like you" auf englisch, weiß weder ob es übersetzt wurde noch, wenn ja, wie diese Übersetzung heißt...

Och... nee... ich glaube das Fliegerbuch interessiert mich jetzt nicht so.

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BeitragVerfasst: Sonntag 11. Juni 2006, 23:29 
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Lese gerade: Neue Schuhe zu Dessert von Marian Keyes.
Ist so eine Zufallsbekanntschaft, weil es ein weiblicher Hotelgast bei der Abreise dagelassen hat ( ... für die Hotelbibo...hüstel ).
Liest sich gut. Wer Bridget Jones mochte - wird dieses Buch lieben!!!


Gemma Hogan ist wieder Single. Ausgerechnet mit ihrer besten Freundin Lily hat sich ihr Ex zusammengetan, und dann lacht sich auch noch ihr Vater eine Jüngere an. Statt von ihrer Familie getröstet zu werden, muss sich Gemma nun also um die todtraurige Mutter kümmern. Was liegt da näher, als der Brieffreundin in Seattle per Email ihr Leid zu klagen. Die aber erkennt vor allem Gemmas literarische Talent leitet die Mails an eine Literaturagentin weiter. Und so fügt sich das gescheiterte Leben zu einem neuen Bestseller -- wie bei Sex and the City eben. Oder wie bei Neue Schuhe zum Dessert. Denn ein Bestseller wird sicher auch dieses überaus komische Buch wieder werden.


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BeitragVerfasst: Montag 12. Juni 2006, 08:52 
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Jadzia hat geschrieben:
Ich lese "Someone like you" auf englisch, weiß weder ob es übersetzt wurde noch, wenn ja, wie diese Übersetzung heißt...

... wenn da "Task" drin ist, könnte es "Geschmack" aus "...und noch ein Küsschen" sein, oder "Lamb to the Slaughter" wäre evtl. "Lammkeule"?
... geht es um eine Ehefrau, die ihre Mann mit einer gefrorenen Lammkeule ins Jenseits befördert, um abgeschnittene Finger oder einen selbstmörderischen Einsatz anläßlich einer Wette auf einem Kreuzfahrtschiff? :eek:

Jadzia hat geschrieben:
Och... nee... ich glaube das Fliegerbuch interessiert mich jetzt nicht so.

Na ja, vielleicht später mal... :wink:

Bruki :cool:

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BeitragVerfasst: Dienstag 13. Juni 2006, 09:43 
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Bruki hat geschrieben:
Hab die letzten Tage Roald Dahls "... steigen aus ... Maschine brennt..." gelesen.


:cool: danke für diesen Buch-Tipp!! das Roald Dahl ein "Fliegerbuch" geschrieben hat, wußte ich bislang nicht. Mein Freund ist (Hobby-) Pilot und hat bereits alle Bücher von Richard Bach, Antoine de Saint-Exupéry und anderen Piloten verschlungen, habe ihm Roald Dahls Buch gerade bestellt :) :happy_blau

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The person, be it gentleman or lady, who has not pleasure in a good novel, must be intolerably stupid. -HenryTilney
„Das Rationale am Menschen sind seine Einsichten, das Irrationale, daß er nicht danach handelt.“
Friedrich Dürrenmatt

What is written without effort
is in general read without pleasure-
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BeitragVerfasst: Dienstag 13. Juni 2006, 10:29 
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simone1512 hat geschrieben:
... :cool: danke für diesen Buch-Tipp!! das Roald Dahl ein "Fliegerbuch" geschrieben hat, wußte ich bislang nicht. Mein Freund ist (Hobby-) Pilot und hat bereits alle Bücher von Richard Bach, Antoine de Saint-Exupéry und anderen Piloten verschlungen, habe ihm Roald Dahls Buch gerade bestellt :) :happy_blau

... na hoffentlich kommt das gut an! In den Geschichten geht es nämlich um verbrannte Gesichter, sterbende Piloten, zurückgebliebene trauernde Frauen und bombardierte Dörfer... Wie gesagt, es ist eher Hemingway als Saint-Exupery... Die Erzählungen sind ganz anders als Dahls späteren Geschichten...

Bruki

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BeitragVerfasst: Dienstag 13. Juni 2006, 11:57 
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Bruki hat geschrieben:
... na hoffentlich kommt das gut an! In den Geschichten geht es nämlich um verbrannte Gesichter, sterbende Piloten, zurückgebliebene trauernde Frauen und bombardierte Dörfer... Wie gesagt, es ist eher Hemingway als Saint-Exupery... Die Erzählungen sind ganz anders als Dahls späteren Geschichten...


Doch, ich denke schon :) er steht eher nicht so auf die "romantischen Fliegergeschichten", ein bißchen Realität (oder/ und Skurrilität) tut schön gut.... und dann fliegt er hoffentlich immer schon vorsichtig wenn er an die zurückgebliebene trauernde Frauen denkt :wink:

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BeitragVerfasst: Dienstag 13. Juni 2006, 13:19 
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Bruki hat geschrieben:
... wenn da "Task" drin ist, könnte es "Geschmack" aus "...und noch ein Küsschen" sein, oder "Lamb to the Slaughter" wäre evtl. "Lammkeule"?
... geht es um eine Ehefrau, die ihre Mann mit einer gefrorenen Lammkeule ins Jenseits befördert, um abgeschnittene Finger oder einen selbstmörderischen Einsatz anläßlich einer Wette auf einem Kreuzfahrtschiff? :eek:
Ja, das ist es. Bei dem selbstmörderischen Einsatz bin ich allerdings noch nicht.

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BeitragVerfasst: Dienstag 13. Juni 2006, 16:47 
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Jadzia hat geschrieben:
...Ja, das ist es. Bei dem selbstmörderischen Einsatz bin ich allerdings noch nicht.

... ja ja, machmal liegt unser Leben in der Hand eines Schwachsinnigen... :wink:

Das Buch müsste dann auf deutsch "... und noch ein Küßchen" heißen... - ist der Nachfolger von "Küßchen, Küßchen" (Kiss, Kiss)...

Bruki

@simone: Dann ist es ja genau richtig... Romantisch ist es kein bisschen... Aber man gewinnt schon einen Eindruck, wo sein seltsamer Humor geboren wurde: Wenn man sich vorstellt, wie der alte Mann in Afrika seinen lästigen Mitbewohner an die kuhmelkende Schlange verfüttert... Da blitzt sie schon hervor, die Dahl'sche Respektlosigkeit...

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BeitragVerfasst: Mittwoch 14. Juni 2006, 22:11 
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Ich lese gerade "Die Mädchen mit den dunklen Augen" von Judith Lennox. Das ist eine Geschichte über drei sehr unterschiedliche Freundinnen und die verschiedenen Lebenswege, die sie in den Sechziger und Siebziger Jahren einschlagen. Ich finde es sehr flockig geschrieben. Genau das Richtige für den Sommerurlaub.


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BeitragVerfasst: Donnerstag 15. Juni 2006, 13:15 
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Als letztes habe ich "Our Mutual Friend" von C. Dickens gelesen, nachdem ich eine wahnsinnig tolle Verfilmung mit Steven Mackintosh und Anna Friel gesehen habe!
Im Moment lese ich "Anne of Green Gables" noch einmal. Ich habe die Bände alle irgendwann in der 5. Klasse gelesen. Als ich mir dann zu Weihnachten die DVD mit der Verfilmung gekauft habe, war ich hin und weg vor Begeisterung, und habe mir alle Bände bei Amazon gekauft! Die Verfílmung ist wirklich haargenau!
"Jane Austen und ihre Zeit" von Deirdre Le Faye ist auch toll. Bei mir liegt auch "Jane Austen's Letters" von ihr... ich hab' noch so viel vor, und keine Zeit, alles zu lesen!
:(

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(Verfasser (mir) unbekannt --- Angelika meint, es sei Mark Twain... :biggrin: )


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BeitragVerfasst: Samstag 17. Juni 2006, 20:22 
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Austenbegeistert
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Ich les gerade Zolas "Germinal"- ich bin begeistert! Er schreibt einfach faszinierend plastisch!

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BeitragVerfasst: Samstag 17. Juni 2006, 20:25 
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Austenbegeistert
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Katja hat geschrieben:
Lese gerade: Neue Schuhe zu Dessert von Marian Keyes.
Ist so eine Zufallsbekanntschaft, weil es ein weiblicher Hotelgast bei der Abreise dagelassen hat ( ... für die Hotelbibo...hüstel ).
Liest sich gut. Wer Bridget Jones mochte - wird dieses Buch lieben!!!


Gemma Hogan ist wieder Single. Ausgerechnet mit ihrer besten Freundin Lily hat sich ihr Ex zusammengetan, und dann lacht sich auch noch ihr Vater eine Jüngere an. Statt von ihrer Familie getröstet zu werden, muss sich Gemma nun also um die todtraurige Mutter kümmern. Was liegt da näher, als der Brieffreundin in Seattle per Email ihr Leid zu klagen. Die aber erkennt vor allem Gemmas literarische Talent leitet die Mails an eine Literaturagentin weiter. Und so fügt sich das gescheiterte Leben zu einem neuen Bestseller -- wie bei Sex and the City eben. Oder wie bei Neue Schuhe zum Dessert. Denn ein Bestseller wird sicher auch dieses überaus komische Buch wieder werden.


Boa der Titel klingt auf Deutsch SOOOOOO dämlich!! Auf Englisch ist der Roman zum zerschießen komisch und heißt "The Other Side of the Story"

Ich bin überhaupt ein Fan von Keyes! Toller Humor und sogar mein Freund kann sich gut mit den Büchern anfreunden. Sie sind einfach durch die Bank sehr sympathisch ohne super weibisch zu sein!

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BeitragVerfasst: Samstag 17. Juni 2006, 22:54 
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Ja, da muss ich Dir recht geben! Der Titel ist wirklich selten blöde! :tot:

Bin seit gestern mit dem Buch fertig und begeistert. Der Humor bleibt auch im Deutschen erhalten und ich habe an vielen Stellen laut auflachen müssen. Sehr schön verwundene Geschichte und tolle Charaktere. Habe mir auch gleich alle Rollen für eine eventuelle Verfilmung besetzt ( Das mache ich immer beim Lesen )!
Rate mal wen ich mir für Mark Avery vorstellen könnte ;D - na ???

Übrigens glaube ich, dass sie den Titel in Deutsch als Äquivalent zu
" Schokolade zum Frühstück" ausgesucht haben. :rolleyes:
Ich werde mir jetzt nach und nach auch die anderen Bücher von Keyes besorgen, war für mich eine schöne Zufallsbekanntschaft! :)


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BeitragVerfasst: Sonntag 18. Juni 2006, 10:01 
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Ich lese zur Zeit "Briefe aus New York" von Helene Hanff. ("Herzogin aus der Bloomsbury Street", "84 Charing Cross Road"). Nach der "Herzogin" war ich so begeistert, dass ich neulich in der Buchhandlung nicht widerstehen konnte. Kann diese Bücher nur empfehlen!!!


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BeitragVerfasst: Samstag 24. Juni 2006, 14:10 
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Bruki hat geschrieben:
- "Schlimme Liebschaften" -

Was Dir so in etwa einen Eindruck darüber vermitteln sollte, in was für literarischen Kunstkreise Du Dich zu begeben gedenkst...


Allein, wenn man sich den klappentext durchliest wird klar: das Buch ist Gold wert! - Naja, oder zumindest den einen €uro, den ich dafür auf den Tisch gepackt habe. Achtung:

"Choderlos de Laclos war ein Soldat der Revolution (!!!). Er war als General bei der Rheinarmee und der in Italien, und er war es in seinem Buch. Es erschien 1782, noch drei Jahre vor "Figaros Hochzeit", und es ist als Parteischrift gemeint (...). Valmont und die Merteuil bedeuten die Verkommenheit des Adels (hüstel hüstel hüstel); als dritte Hauptfigur vertritt die von den beiden Verbrechern zu Tode gequälte (räusper räusper räusper) Präsidentin Tugend und Frömmigkeit des Bürgertums.
Als junger Offizier hat Laclos die ersten Blicke auf die glänzendste Gesellschaft Europas geworfen, und ein Mensch mit Künstlerinstinkten konnte schwerlich ansehen, ohne sie insgeheim an sich zu reißen, sie in seinen Träumen zu verschlingen (???). Er wird alles begehrt haben, alle Eleganz, allen Ruhm der Roués, alle Frauen. Die Merteuil war die Krone von allem: er wollte sie haben. Sicher ist, dass niemand ein Frau so in Worte einfängt, es sei er hätte sie denn geliebt (gut, das kann man gelten lassen). Es wird ihm in der Phantasie ergangen sein, wie Valmont in der Wirklichkeit; er wird, sich hindurchträumend durch Verfeinerungen, von der Merteuil zu der Tourvel gelangt sein (das irgendwie nicht). Er war Valmont! (verblüffende These...) Wie hätte er sich später seiner so gut entsonnen, wenn er ihn damals nicht in sich gehabt hätte?
Laclos trägt sein einziges Buch lange aus, es kommt vollreif zutage; die Briefe, in denen er es komponiert, werden ohne ein Schwanken hingeschrieben, ohne ein Durchstreichen (Ob der Mann schonmal was von Kladde und Reinschrift gehört hat?). Es ist das Werk eines Vierzigjährigen, ein Werk von der lebenshöhe, und ein Meisterwerk." - Heinrich Mann

Hab mich abschließend gefragt, ob die Manns Hitlerdeutschland nicht als Intelektuelle usw verlassen wollten, sondern gehen mußten, weil Heinrich seine weißen Socken nur dann anzog, wenn sie vorher in Rote-Beete-Saft gewaschen wurden... An der durchschimmernden Frauenfeindlichkeit (nagut, vielleicht nicht ganz feindlich, aber komisch) kanns DA ja nicht gelegen haben...

Aber sehr interessant in Bezug auf die letzte Zeile sind immer wieder nette Einschübe, wie:

"Um die Geduld des Lesers nicht zu missbrauchen, werden viele Briefe aus dieser täglichen Korrespondenz weggelassen; [...]"

oder:

"Wir lassen auch ferner Cécile Volanges' und des Ritters Danceny Briefe weg, die wenig interessant sind und von keiem Vorkommnis berichten."

oder:

"Der Leser hat wohl aus Frau Merteuils Sitten schon längst erraten, wie wenig Achtung sie vor der religion hegt. Wir hätten den ganzen Absatz weggelassen; doch haben wir gelaubt, wenn man die Wirkung vorführe, dürfe man nicht versäumen, auch die Ursachen bekannt zu machen."

Wirklich sehr fürsorglich von den Editoren, und dann auch noch so rücksichtsvoll in Bezug auf die Kirche. Bemerkenswert. Nur gut, dass ich weiß, wo ich ganz bestimmt eine anständige Ausgabe finden kann, so kann ich diese in vollen Zügen geniessen. Nur das ihr zu DDR-Zeiten mit sonem Schmott leben mußtet (das alte Hanff'sche Pepys-Problem...), das bringt einen sicher an den Rand der Verzweiflung...

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BeitragVerfasst: Samstag 24. Juni 2006, 14:54 
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Kennt irgendjemand von euch das Buch "Lady Audley's Secret"???
Falls ja, würde er mir empfehlen, es zu lesen?

Alethea

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BeitragVerfasst: Samstag 24. Juni 2006, 19:39 
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Ja, ich habe es gelesen, allerdings auf Deutsch. Es ist ein Roman im Stile von Wilkie Collins, relativ spannend und ziemlich viktorianisch. Nicht schlecht, wenn man Romane in diese Richtung mag.
Grüße,
Kerstin

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BeitragVerfasst: Sonntag 25. Juni 2006, 16:43 
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Registriert: Mittwoch 14. Juni 2006, 21:11
Beiträge: 3007
Das hört sich nicht übel an! Ich habe schon mehrere Bücher von Wilkie Collins gelesen ("Die Frau in Weiß", "Der Monddiamant", "No Name", "Das Geheimnis des Myrtenzimmers", "Jezebels Tochter", "Der rote Schal") und fand sie eigentlich alle sehr gut und spannend!
Dann wird mir dieses sicherlich auch gefallen. :)

Alethea

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BeitragVerfasst: Sonntag 25. Juni 2006, 19:19 
Direkt lesen tu ich es zwar nicht, aber durchgeblättert habe ich kürzlich dieses Buch:

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Es zeigt auf jeder Doppelseite Liebespaare der Leinwand, nicht chronologisch geordnet, sondern gut durchgemischt. Mal ein Film aus den 40ern, dann aus den 90ern, dann aus den 70ern. Ich finde das ganz spannend. Schwarzweiße Abbildungen wechseln sich ab mit farbigen Drucken. Sogar "Susi und Strolch" wird aufgeführt. Für Leute, die gerne mal schwelgen.

Gruß, Hazel


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BeitragVerfasst: Sonntag 25. Juni 2006, 21:20 
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Alethea hat geschrieben:
Das hört sich nicht übel an! Ich habe schon mehrere Bücher von Wilkie Collins gelesen ("Die Frau in Weiß", "Der Monddiamant", "No Name", "Das Geheimnis des Myrtenzimmers", "Jezebels Tochter", "Der rote Schal") ...

... ich klapp lang hin! Lebst Du in einer Bibliothek oder in einem Buchladen, Alethea? :eek:

Bruki

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BeitragVerfasst: Sonntag 25. Juni 2006, 23:59 
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Alethea hat geschrieben:
Das hört sich nicht übel an! Ich habe schon mehrere Bücher von Wilkie Collins gelesen ("Die Frau in Weiß", "Der Monddiamant", "No Name", "Das Geheimnis des Myrtenzimmers", "Jezebels Tochter", "Der rote Schal") und fand sie eigentlich alle sehr gut und spannend!
Dann wird mir dieses sicherlich auch gefallen. :)

Alethea


Ja cool. Ich habe die auch alle gelesen - bloß "no name" kenne ich nicht.. aber dafür noch "Lucilla". Kann sie auch alle nur weiterempfehlen - ganz wundervoll!!

amy.

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BeitragVerfasst: Montag 26. Juni 2006, 00:12 
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Ich habe jetzt den "Wanderchirurgen" von Wolf Serno beendet und bin irgendwie ein wenig enttäuscht.
Normalerweise ist es ja nicht ungewöhnlich, dass den Helden des Buches VIEL passiert, aber das war doch ein bißchen zu viel des Guten. Egal was er macht, er landet immer in Schwierigkeiten. Und manches ist dann sehr langatmig beschrieben ( so wichtig fand ich jetzt die einzelnen Funktionen der Foltergeräte der Inquisition nun auch nicht :| )
Ich werde wohl wieder zu Rebecca Gablé zurückkehren, die schreibt zwar unglaublich dicke Wälzer, aber vom Inhalt her fand ich die überzeugender....


Von Wilkie Collins habe ich bisher nur "Die Frau in Weiß" und "Der Monddiamant" gelesen. Sehr viktorianisch! ;)
Grüße,
Kerstin

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BeitragVerfasst: Montag 26. Juni 2006, 19:55 
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Kerstin hat geschrieben:
Ich habe jetzt den "Wanderchirurgen" von Wolf Serno beendet und bin irgendwie ein wenig enttäuscht.
Normalerweise ist es ja nicht ungewöhnlich, dass den Helden des Buches VIEL passiert, aber das war doch ein bißchen zu viel des Guten.


Da muss ich dir zustimmen! Ich fand ihn auch nicht sonderlich gut und die Fortsetzung zu lesen reizt mich nicht im geringsten... :nein:

@amy: Dann werde ich schnellstens mal nach "Lucilla" Ausschau halten...!

Bruki hat geschrieben:
... ich klapp lang hin! Lebst Du in einer Bibliothek oder in einem Buchladen, Alethea?


:D Das nicht gerade, aber es kommt sehr nahe dran... :wink:
In meinem Zimmer stehen schon einmal knapp 200 Bücher und das ganze kannst du dann noch ungefähr mal 4 nehmen (wenn man die Bücher auf unserem Speicher, die Arbeitszimmer meiner Eltern und das Zimmer meiner Schwester berücksichtigt...) und du weißt in etwa, wie viele Bücher sich in unserem Haus befinden...Wenn ich im Herbst nach Mainz ziehe, muss ich allerdings wieder klein anfangen... :wink:

Liebe Grüße,
Alethea

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also ich habe gerade mit Edith Whartons "House of Mirth" (Haus der Freude, Haus Bellomont) begonnen und bin schon sehr angetan davon :) zugegeben das Thema "Stellung der Frau" und "Kritik an der Gesellschaft" und "unerfüllte Liebe" kennt man schon von W. Thackeray, den Brontes oder G. Eliot, aber ich mag Whartons Schreibstil sehr und sie verarbeitet in ihren Büchern was sie selbt erlebt hat. (standesgemäße Heirat, Scheidung)
"Zeit der Unschuld" kenne ich bislang nur als Film, allerdings hat mich der, als ich ihn gesehen habe, nicht wirklich umgehauen. "House of mirth" gefällt mir da auf jeden Fall besser!

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The person, be it gentleman or lady, who has not pleasure in a good novel, must be intolerably stupid. -HenryTilney
„Das Rationale am Menschen sind seine Einsichten, das Irrationale, daß er nicht danach handelt.“
Friedrich Dürrenmatt

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is in general read without pleasure-
Samuel Johnson.


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BeitragVerfasst: Donnerstag 29. Juni 2006, 18:32 
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:) Ich habe gestern "Persuasion" von Jane Austen, den einzigen der 'großen' Romane von ihr, den ich nur in der Verfilmung kenne, angefangen zu lesen. Bisher gefällt es mir äußerst gut. Mr Elliott, dieser eitle Pfau, der alle Menschen nur nach ihrem äußeren Aussehen bewertet, und Mary, Anne Elliotts Schwester, die verzweifelt versucht, die Aufmerksamkeit aller zu erregen, indem sie sich tödlich krank gibt und innerhalb von einer halben Stunde wieder gesund ist! :wink:

Alethea

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Es ist besser den Mund zu halten und dumm zu erscheinen, als ihn zu öffnen und jeden Zweifel zu zerstreuen.
(Verfasser (mir) unbekannt --- Angelika meint, es sei Mark Twain... :biggrin: )


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BeitragVerfasst: Freitag 30. Juni 2006, 09:29 
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Archivarius

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Ich hab jetzt Greenaways "Prosperos Bücher" beendet (hat wegen Unterbrechungen des Lesens wegen diverser Sharpe-Filme etwas länger gedauert) und vorgestern begonnen, Jan Potockis "Die Abernteuer der Siera Morena" neu zu lesen... natürlich in der vollständigen Fassung des Aufbauverlages von Werner Creutziger und nicht in der des Inselverlages :wink: ... Also, bleib ich jetzt erstmal im Spanien von 1809 und lese die haarstäubende Geschichte Alphonse van Worden in der Sierra Morena...

Ich würde zugerne mal wissen, ob es diesen Jan Potocki wirklich gegeben hat oder ob der ganze Roman nur ein Fake ist... Das kann man ja kaum glauben, was einem da über das Leben dieses polnischen Grafen mitgeteilt wird: Er war ein Zeitgenosse Jane Austens (er lebte 1761 bis 1815), war Literat, Weltreisender und Wissenschaftler. Als Jane Austen in Bath versauerte, nahm er an einer vom russischen Zaren Alexander initiierten Chinaexpedition teil und kam immerhin von St. Petersburg bis in die Mongolei... er kannte Frankreich, Deutschland, Russland, die Türkei, bereiste den Orient, war in Ägypten und Marokko, kämpfte in Polen gegen die russische Annexion seiner Heimat... War ein frankophiler Spanienkenner, ein aufgeklärter Weltbürger und Freigeist... ein Büchernarr, Patriot und Historiker (Potocki arbeitete Zeit seines Lebens an einer Geschichte der Slawen)...

Sein Buch "Die Abenteuer der Sierra Morena - oder Die Handschriften von Saragossa" war lange verschollen, und wurde angeblich erst nach den 2. WK in einem Krakauer Archiv wiederentdeckt...

Das Buch ist eine tolle Mischung aus "1000 und eine Nacht", Schauergeschichten a la Radcliffe, Bildungsroman, eine romantische Abenteuergeschichte und aufklärerische Kampfschrift... "Don Quixote", "Der Name der Rose" und "Decamerone" - kaum zu glauben, dass das ganze schon 1800 geschrieben worden sein soll... Außerdem haut einen die schwüle Erotik in diesem Buch glatt um - nachdem man nur Jane Austens Stoff gewöhnt war (warum hat uns Jane Austen nicht darüber ins Bild gesetzt, dass es damals schon Lesben gab? :rolleyes: - na ja, wahrscheinlich nur in Spanien und unter den Mohamedanern :wink: ).

1964 wurde das Buch mit dem damals in Polen sehr bekannten Zbigniew Cybulski verfilmt... und in der DDR synchronisiert gezeigt... Leider gibt es keine synchronisierte DVD davon und Neuverfilmungen sind auch nicht zu sehen...

Bruki :cool:

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(Rudyard Kipling, The Janeites)


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BeitragVerfasst: Samstag 22. Juli 2006, 12:33 
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ich arbeite mich während diverser zugfahrten gerade ducrh winston grooms "forrest gump", was sich auch dann noch sehr köstlich gestaltet, wenn man den film in- und auswendig kennt.

und ich denke es ist einer der wenigen fälle, wo der film zwar oft von der vorlage abweicht, aber beides für sich überaus gelungen ist.

forrest for president! ahh stop, moment, wenn man es so betrachtet hätten wirs ja schon längst... :rolleyes: :D

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BeitragVerfasst: Sonntag 23. Juli 2006, 14:13 
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Ich habe gerade "Sturmhöhe" abgeschlossen. Ich weiß nicht recht, was ich davon halten soll. Einerseits ist die Geschichte interessant und die Charaktere sind wunderbar skurril, aber andererseits ist es irgentwie beängstigend und niederschmetternd. Von den Charakteren fand ich Linton Heathcliff am abstoßensten. So selbstsüchtig und jammerlappig und ignorant und so feige. Dagegen fand ich seinen Vater eher interessant.

Vor diesem Buch habe ich "Shirley" gelesen. Das hat mir besser gefallen. Zwar ist es anfangs etwas langatmig und es braucht eine gewisse Zeit bis sich die Handlung zeigt, doch dann ist es sehr ergreifend. Ich habe sehr mit der armen Caroline mitgelitten. :rolleyes:

Magdalena
:zwinker:

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Thursday, du darfst nie vergessen, dass unser Denken, sei es nun religiös, philosophisch oder wissenschaftlich, ebensolchen Moden unterliegt wie unser Musikgeschmack und unsere Kleidung. Es ist wie mit den Rockbands. Die Veränderungen dauern nur etwas länger.

Jasper Fforde - In einem anderen Buch


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