Sachbücher, Bücher und Literatur allgemein
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Der schönste erste Satz

Dienstag 5. Juni 2007, 19:40

Guckt mal hier. Jetzt gibt es auch von der Initiative Deutsche Sprache und der Stiftung Lesen einen Wettbewerb, wo man den schönsten ersten Satz eines deutschsprachigen Autors benennen soll. Auf Englisch wäre es ja langweilig, ich denke, ne Menge würden den berühmten ersten Satz aus P&P nehmen. ;D Aber es geht nicht darum, wer die meisten Stimmen hat, sondern um die Begründung, das wollen die Veranstalter nämlich auch, warum dieser erste Satz der schönste ist. Ich habe noch keinen gefunden, mal schauen, ob ich bis zum 21. September noch was finde, aber ich finde die Idee schön, schließlich ist der erste Satz immer etwas besonderes.
Zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas. ;) :cool: Macht ihr mit??

Dienstag 5. Juni 2007, 19:40

Mittwoch 6. Juni 2007, 06:45

Da muss ich erst mal in meinen Büchern nach so einem Satz kramen. :wink:

Mittwoch 6. Juni 2007, 09:40

wäre die Rubrik "Bücher" nicht besser für diesen Thread?? :wink:
Die Idee finde ich auch ganz gut, aber schade, dass es sich nur auf deutschsprachige Titel bezieht, das ist schwierig....(zumindest für mich).

Mittwoch 6. Juni 2007, 10:10

Das wäre mal eine Gelegenheit, zu kramen, ob man überhaupt einen deutschen Autor im Regal stehen hat. Auch für mich :wink:.

Mittwoch 6. Juni 2007, 10:33

Das ist bei mir nicht das Problem. Und sei es Else Ury (Nesthäkchen) oder Emmy v. Rhoden (Trotzkopf , da habe ich sogar eine ganz alte Fassung von bekommen!) :wink:

Mittwoch 6. Juni 2007, 12:09

Ja schon, aber denkst du, dass diese Bücher das Potential für den schönsten ersten deutschsprachigen Satz haben?

Ich habe damit auch ein Problem. Ich habe auch kaum "deutsche" Bücher

Mittwoch 6. Juni 2007, 12:13

Papa, Diana hat ... Junge!
Nee, nicht so wirklich. :wink: Und bei Nesthäkchen fällt mir der erste Satz gar nicht mehr ein...

Wie ist es da noch mal mit der Unendlichen Geschichte oder so von Michael Ende?

Mittwoch 6. Juni 2007, 12:36

Ich finde es auch schwierig, da einen guten Anfang zu finden. :biggrin:
Ich finde nämlich, dass genau das die Schwäche der meisten deutschen Autoren ist, die ich so kenne. Sie haben keine so herrlichen Satzanfänge oder Spitzfindigkeiten (auch mitten im Roman) zu bieten wie die englischen.

Ich werde aber mal zuhause schauen. :wink:

Mittwoch 6. Juni 2007, 14:25

Ich habe leider sehr wenig deutsche Literatur, aber im Internet bin ich auf die ersten Sätze aus Büchern von Kafka gestossen. Den Prozess habe ich sogar mal in der Schule lesen müssen, an den Satz erinnerte ich mich aber nicht mehr.... :D

“Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.”
Franz Kafka, Der Prozess

“Als der sechzehnjährige Karl Roßmann, der von seinen armen Eltern nach Amerika geschickt worden war, weil ihn ein Dienstmädchen verführt und ein Kind von ihm bekommen hatte, in dem schon langsam gewordenen Schiff in den Hafen von New York einfuhr, erblickte er die schon längst beobachtete Statue der Freiheitsgöttin wie in einem plötzlich stärker gewordenen Sonnenlicht.”
Franz Kafka, Der Verschollene.

Der Anfang von Orwells 1984 finde ich auch toll, aber der fällt ja dann leider auch raus (It was a bright cold day in April, and the clocks were striking thirteen).

Mittwoch 6. Juni 2007, 14:45

Wie wäre es mit Axel Brauns erstem Satz seines Buches: "Buntschatten und Fledermäuse"?

Der Dienstag meiner Geburt war ein besonderer Tag, nicht nur für mich, nicht nur für meine Eltern und meinen Bruder, nicht nur für Eimsbüttel oder Hamburg - es war ein besonderer Tag für alle Menschen.


Ich weiss nicht, aber ich liebe diesen Buchanfang. :ja:

Gruss
MJ :D

Mittwoch 6. Juni 2007, 18:55

Huch, ja, eigentlich sollte es in den Bücher-Thread, da hab ich mich echt vertan. :oops: Wenn einer der Admins so nett wäre........................... :rolleyes:

Mittwoch 6. Juni 2007, 19:18

Holland! In dieser nach verklappter Schweinescheiße stinkenden, platten Ödnis möchte ich nicht tot überm Zaun hängen.

Aus: Jörg Juretzka, Der Willy ist weg.

:D

Äh...und nein, ich persönlich hab nix gegen Holland - ich war auch noch nie da und würde mir natürlich niemals ein Urteil erlauben. Aber Juretzka ist einfach genial.

Donnerstag 7. Juni 2007, 12:03

Bezzy hat geschrieben:Holland! In dieser nach verklappter Schweinescheiße stinkenden, platten Ödnis möchte ich nicht tot überm Zaun hängen.
:sm_16

Sonntag 24. Juni 2007, 11:57

Bezzy hat geschrieben:Holland! In dieser nach verklappter Schweinescheiße stinkenden, platten Ödnis möchte ich nicht tot überm Zaun hängen.


Dieser nette Satz erinnert mich an meine Kindheit, ich bin an der Niederländischen Grenze aufgewachsen, da haben wir öfters vom Gülleland gesprochen. Der Satz macht mich neugierig, der Titel "Der Willy ist weg" kommt mir bekannt vor, mal sehen ob ich es in der Bücherei finde oder antiquarisch bei booklooker.

Den schönsten ersten Satz habe ich auch noch nicht gefunden, obwohl ich einige Bücher immer wieder gerne lese, die ersten Sätze reißen einfach nicht vom Hocker.
Fangen wir mit Thomas Mann, "Die Buddenbrooks" an: "Was ist das." Ja was ist das denn? Tony muss ein Gedicht aufsagen und fängt schon nach dem ersten Satz an zu stocken, kommt also eindeutig nicht in Frage.
Das nächste Buch in das ich gesehen habe, war Dürrenmatt, "Grieche sucht Griechin": Es regnete stundenlang, nächtelang, tagelang, wochenlang." Nee, der hört sich nur nach im Regenstehen an.
Etwas moderneres; Eva Heller, "Beim nächsten Mann wird alles anders": "Ich wache auf und bin Prinzessin Diana." Als das Buch geschrieben wurde, vielleicht noch eine begehrenswerte Vision, aber heute... besser nicht; kommt also auch nicht in Frage.
Wie wäre es mit Brecht? "Der kaukasische Kreidekreis": "Zwischen den Trümmern eines zerschossenen kaukasischen Dorfes sitzen im Kreis, ..." Ach nee, Trümmer, ein zerschossenes Dorf, den Satz brauche ich gar nicht erst zuende lesen.
Wie wäre es mit Kinderliteratur? Mein erstes Buch, das ich heiß und innig geliebt habe, "Tims große Reise": "Na, Tim, wo willst du denn hin?" fragt Frau Schmidt und bleibt verwundert stehen." Das tolle an diesem Satz ist ja, ich sehe sofort eine Kuh auf mich zu laufen und habe den Geschmack von den schön bunten Campinobonbons im Mund (gibt es die noch?). Ja, für mich persönlich hat dieser Satz einen gewissen Wert. Der ist zwar nicht hochgeistig, löst aber immerhin einige Gefühle bei mir aus, vielleicht zählt das ja schon.
Ein anderer Satz ist mir gerade noch eingefallen, ha der ist Prima und verrät gleich alles über das ganze Buch: "Es war am 35. Mai." Der Satz sagt doch gleich aus, das man sich in einer unwirklichen phantasievollen Geschichte befindet. Zum einen wird deutlich gemacht, dass der Erzähler nicht an der Existenz des 35. Mais zweifelt, aber gleichzeitig wird der Leserin klar, dass an diesem Tag ungewöhnliche Dinge passieren.
Doch ich denke einer dieser beiden Sätze kommt für mich in Frage. Warum muss der erste Satz denn gehaltvoll oder romantisch sein, wie ich zuerst gedacht habe, es kann doch sicher auch ein einfacher puristischer Satz sein.

Samstag 14. Juli 2007, 15:08

Das ist auch so ein Satz, der mich sofort unwiderstehlich in seinen Bann gezogen hat:

"Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt".

Kafka: "Die Verwandlung"

Dieser eine Satz verrät sehr viel über die Gedankenwelt Kafkas.

Sonntag 15. Juli 2007, 21:56

Ich würde furchtbar gern mitmachen. Allerdings habe ich festgestellt, dass ich nur Bücher von deutschen Autoren besitze, die mit völlig nichtssagenden Sätzen beginnen :/ . Eigentlich hatte ich gedacht, zum Beispiel bei Remarque völlig mühelos fündig zu werden. Aber das war wohl nix ...

Montag 16. Juli 2007, 11:02

solange ich nciht zuhause vor meinem Bücherregal sitze und alle bücher von deutschen autoren durchgeplättert habe, kann ich absolut nichts dazu sagen. mir fällt spontan kein einziges deutsches buch ein, was mich vom ersten satz aus gefesselt hat....
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