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 Betreff des Beitrags: Konventionen in JAs Büchern
BeitragVerfasst: Dienstag 21. Oktober 2008, 13:14 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Registriert: Mittwoch 28. Juni 2006, 12:57
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Eines ist mir im Laufe der Zeit bei der Betrachtung der JA-Bücher aufgefallen: Sie hält zwar eine moralische Leitlinie, ist aber nicht in jedem Fall eine Verfechterin von Moral, Konventionen und Ordnung. Ich nehme an, sie gestattet ihren Charakteren Freiheiten, die sie sich entweder selbst herausnahm, oder gerne gehabt hätte. Manchmal jedoch manifestiert sie gerade mit der Übertretung dieser Konventionen den negativen Charakter.

Vielleicht mögt ihr mit mir darüber diskutieren und Beispiele suchen?

Sense and Sensibility:
Über Emmas Verhalten und die stillschweigende Akzeptanz ihres Verhaltens, sowohl innerhalb der Familie, als auch im Rahmen der Gesellschaft braucht man nicht mehr viel zu sagen. Sie erinnert mich dabei ein wenig an JA selbst, die ihr Verhalten mit Tom Lefroy selbst als skandalös bezeichnete.

Pride an Prejudice:
Hier gibt es viele Kleinigkeiten, an denen man sich stossen kann (was vor allem Miss Bingley nur zu gern tut), besonders auffällig ist aber die Regel, dass die älteste Tochter zuerst heiraten sollte und die Jüngeren nachkommen. Eine wichtige Regel, die Anlass für einige dramatische Romane gab, weil die Jüngere nicht heiraten durfte, solange die Älteren nicht unter der Haube waren.

Mir ist jetzt erst gekommen, dass speziell Charlotte Lucas sich als "Last" empfunden haben kann, weil sie noch nicht unter der haube war, also ihre jüngeren Schwestern warten mussten, bis sie geheiratet hatte.

Aber auch bei den Bennets ist das ein Thema. Ich hatte mich im Stillen gewundert, dass die kleinen Bennets so gar keine Anstalten machen Bingley oder Darcy einzufangen. Natürlich ist Charles von janes schönheit überwältigt, aber kein Ton, ob er den anderen Mädchen gefällt und sie traurig darüber sind, dass jane ihn kriegt. Aber natürlich, ER war von vornherein für die Älteste ausersehen. Insofern auch Collins Wunsch jane zu ehelichen. Ich habe ihn natürlich gleich der selbstüberschätzung verurteilt, doch eigentlich war es ja nur recht und billig, die Erste zu nehmen, da er ansonsten hätte warten müssen, bis die Zeit der Jüngeren gekommen war. Deshalb schlägt Mrs. Bennet Collins natürlich die Nächste als Partnerin vor, auch wenn diese denkbar ungeeignet ist. Jane ist in ihren Augen längst vergeben. Und solange die beiden nicht versorgt sind, kann auch Mary nicht heiraten.

Bei Lydias Charakter mag es nicht verwundern, dass gerade sie sich über diese "heilige" Regel hinwegsetzt, sich ein Spass daraus macht, als verheiratete Frrau nun über der noch unverheirateten Ältesten Schwester zu stehen.

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:blume: Grüsse, Caro

Avatar: Amelia Darcy (1754-1784)

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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Dienstag 21. Oktober 2008, 13:14 


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 Betreff des Beitrags: Re: Konventionen in JAs Büchern
BeitragVerfasst: Dienstag 21. Oktober 2008, 16:11 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Registriert: Mittwoch 28. Juni 2006, 12:57
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Nachtrag:
Ich weiss, wir haben gerade den P&P Groupread, aber bezüglich der Konventionen und deren Missachtung gibt es noch einen groben Punkt.
Es ist erstaunlich und geradezu unglaublich, dass Mrs. Bennet den guten Ruf ihrer Ältesten opfert, als es um die erste Einladung zu den Bingleys geht.
Genaugenommen hätte es sich für ein gehobenes Haus tatsächlich gehört, dass Jane nicht nur von einer Gouvernante, also Anstandsdame, begleitet worden wäre, sondern zum Schutz der Frauen hätte ein männliches Wesen die beiden begleiten sollen, wenn ich recht informiert bin. Insofern wäre die/eine Kutsche, auch die einzig richtige wahl gewesen, wie die mädchen richtig bemerken. Zumal das ihren Status in einem gehobenen Haus gezeigt hätte. Dass Mrs. Bennet dies ablehnt, um Jane zu zwingen im Unwettter zu Pferd zu reiten, zeigt genau, welche Präferenzen sie hat. Jane zu verheiraten ist also wichtiger, als deren Ruf und Ansehen in der Gesellschaft zu schützen oder zu heben. :rolleyes:

So ungern ich das sage, aber Lady Catherines Entrüstung über das Fehlen auch nur einer Gouvernante und ihr Anerbieten der Mitreisemöglichkeit erhält unter diesem Aspekt einen völlig anderen Stellenwert. Die Bennets haben bestimmte Dinge tatsächlich auer Acht gelassen, die rein äusserlich vielleicht notwendig gewesen wären. In unseren Augen sicher ein Affentanz, und umso mehr amüsieren wir uns über der Ladyschaft Entrüstung, aber nichts destotrotz mit ein Hinweis auf Mrs. Bennets einfaches Wesen und Herkunft. Nahm man es Gardiners (sie ist doch eine geborene Gardiner?) in dieser Hinsicht vielleicht auch nicht so genau? :gruebel:

Merkwürdig nur, dass es bei der Verlobungsszene Darcy-Lizzy im Vorfeld zu der Frage kittys kommt, ob es okay wäre, dass sie schnell zu den Lucasschen rüberspringt. Da waren die Konventionen und die Aufsicht der Älteren also intakt? Obwohl es genaugenommen wohl auch nicht einwandfrei war die Paare und Mädchen ohne Aufsicht flanieren zu lassen ... :/
Natürlich lebt es sich auf dem Land freier, und in Bayern heisst es zum Beispiel "auf der Alm gibt es keine Sünde", wenn gerade von einer gewissen Freizügigkeit die Rede ist, aber in der Gentry, also als Gutsbesitzer pflegte man nun auch bestimmte Umgangsformen, dachte ich zumindest.

Was viel interessanter ist, Jane Austen scheint sich hier auch ein stückweit über diese Konventionen lustig zu machen, sie fast ad absurdum zu führen. Nun ja, es war sicher nicht lustig und gewiss nicht billig immer genügend Personal zu haben, um auch nur kleine Strecken ordnungsgemäss zurückzulegen ... :D :wink:

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:blume: Grüsse, Caro

Avatar: Amelia Darcy (1754-1784)

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