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BeitragVerfasst: Freitag 24. August 2007, 14:37 
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Austenfan
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So, ich hab mal wieder in einer Schlaflosen Nacht wieder Gedanken über Jane Austens Männercharas gemacht
Und hab Vergleiche angstellt.
Ich finde wirklich das Gegorge K. Aus Emma der schönste Männliche Charakter ist, obwohl alle Welt Mr. Darcy hochhält mag ich ihn über haupt nur bedingt. Er ist mir zu... ich weiß auch nicht: ich gam Darcy nicht so sonderlich.
Und Edmund und Edward (Namensverwandtschaft, das es deutlicher kaum ging) sind mir zu... langweilig, feste Strarre Moralisiernde, die auch beide Pfarrer werden.
Wenn ich auch seh ins Herz geschlossen habe ist Captain Frederick Wentworth, aufgrund seiner temperamentvollen Natur.
Und Colonel Brandon... na ja den bemitleide ich zu erst aber nachher, ist er mir der angenehmere von beiden Gatten der Dashwood-Schwestern.

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The corner of my mouth turned up in a wishful half-smile. "I used to think about you that way, you know. Like the sun. My personal sun. You balanced out the clouds nicely for me."
He sighed. "The clouds I can handle.But I can't fight with an eclipse."

"Sleep, my Bella.
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Sleep, my only love."


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BeitragVerfasst: Freitag 24. August 2007, 15:16 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Also welcher Charakter der schönste ist, darüber hab ich nicht nachgedacht, aber welcher der beste ist schon. :wink: :)

Dann stellt sich noch die Frage, welcher am besten dargestellt ist, also am ausgefeiltesten.

Eine Top-Ten fällt mir aus verschiedenen Gründen nicht leicht.
Was braucht ein "guter", männlicher Charakter an Eigenschaften, welche sind unabdingbar, und welche nur nice to have?

Wenn es darum geht, welchem ich blind vertrauen würde, wem ich zutrauen würde, mich und die meinen zu beschützen (Regency!), dann wären Colonel Brandon, George Knightley, Wentworth, Colonel Fitzwilliam und Darcy (keine Reihenfolge!) ganz oben auf der Liste, Edmund Bertram eher unter ferner liefen.

Wenn es darum ginge, welcher das größte Herz hat und am freundlichsten ist wäre Brandon ein Favorit, wie auch Edward Ferrars und Edmund Bertram. George Knightley hat da Punktabzug, weil er Harriet so schlecht darstellt, Emma von oben herab herunterputzt und ähnliches. Bei Darcy bin ich mir nicht so sicher, in welche Richtung der Zeiger schlägt. Hilft er den Wickhams aus innerer Größe (Herz!) oder doch mehr aus Liebe zu Lizzy? Ich fürchte es ist zweites. *edit* Da wird Darcy ausnahmsweise von Bingley übertroffen.

Dann die Frage der Intelligenz: ganz klar Darcy, Brandon, George Knightley, Edmund Bertram und vielleicht Wentworth?

Charme und Umgänglichkeit? Colonel Fitzwilliam und Charles Bingley sind wohl für mich die einzigen "guten", denen diese Eigenschaften zugeordnet sind, sonst sind das ja wohl eher Crawford, Willoughby, Wickham und Frank.

Charakterstärke und Durchsetzungsfähigkeit? Darcy, Brandon, Knightley, merkwürdigerweise setzte ich auch Colonel Fitzwilliam auf die Liste, obwohl es bei ihm nur eine Vermutung ist. *edit* Habe Wentworth vergessen. :rolleyes:

Dann darf man an dieser Stelle die Aussichten für die Zukunft (Finanzen, Karriere) nicht vergessen, die In Jane's Zeit so immens wichtig für die Wahl des geeigneten Gatten waren, auch wenn sie selbst der Liebe den Vorzug gab. Nichtsdestotrotz hat sie ihre "Helden" vernünftig ausgestattet.
Hier also Darcy, Bingley, Brandon, Knightley, Wentworth.

Welcher Charakter ist am ausgefeiltesten beschrieben? Schwere Entscheidung, denn Jane Austen hat immer Teilbereiche der Phantasie des Lesers überlassen, die Charaktere wunderbar beschrieben, aber sich nicht in Details verfangen. Bei einige Charakteren wissen wir, wie sie sich in Notzeiten verhalten, bei anderen, wie tolerant oder liebenswert sie sind, oder welche Interessen sie haben. Aber nie wissen wir alles über einen Charakter, bei manchen Eigenschaften oder Vorlieben können wir nur raten oder vermuten. Trotzdem (oder vielleicht deswegen?) hat man sofort ein bestimmtes Bild im Kopf! Bezüglich dieser Frage sehe ich alle Protagonisten an gleicher Stellung und liebe sie so, wie sie sind (gleiches gilt für die Antagonisten) :wink:

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:blume: Grüsse, Caro

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Zuletzt geändert von Caro am Freitag 24. August 2007, 17:11, insgesamt 3-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Freitag 24. August 2007, 16:13 
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Master of Science in Physics, headbanging Austen Fan und etwas ganz Besonderes!
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Ich kann Caro nur zustimmen! Ich würde die Charaktere auch in etwa so beschreiben. Obwohl für mich natürlich Darcy überall, wo er aufgeführt wird, an erster Stelle steht. Knightley ist mir einfach zuuu gut, zu sehr Gentleman, zu perfekt. Aber vielleicht liegt diese Ansicht auch nur daran, dass ich bei Emma, nachdem ich es einmal ganz gelesen habe, bisher immer nur bis zur Hälfte gekommen bin (wenn überhaupt), bevor ich es wieder weggelegt habe. Oder hab ichs nochmal geschafft? Ich glaube nicht... hm, jedenfalls würde ich mich nicht als "Emma-fest" bezeichnen.

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Diesen Beitrag widme ich Geralt


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BeitragVerfasst: Freitag 24. August 2007, 17:50 
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Ich habe mit Bedauern festgestellt, dass wie fast immer bei all euren Ausführungen der arme Henry Tilney, der wohl geistreichste männliche Austen-Charakter, vollkommen vergessen wird... :wink:

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Zuletzt geändert von Alethea am Samstag 25. August 2007, 18:39, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Freitag 24. August 2007, 19:00 
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Begeistertes Missionierungsopfer
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Alethea hat geschrieben:
Da muss ich mir erst noch einmal Gedanken machen...

Aber ich habe mit Bedauern festgestellt, dass wie fast immer bei all euren Ausführungen der arme Henry Tilney, der wohl geistreichste männliche Austen-Charakter, vollkommen vergessen wird... :wink:

[schild=3 fontcolor=000000 shadowcolor=C0C0C0 shieldshadow=1 nxu=87959978nx19033]Ich protestiere!!!![/schild]


Alethea,

auch wenn ich Deinen Beitrag eben nicht als letzten gelesen hätte:

Henry Tilney ist für mich der witzigste, schlagfertigste, humorvollste aller Austen-Charaktere.

So allround gesehen allerdings ist und bleibt Darcy mein Held ! :)
Natürlich erst nachdem er durch Lizzy gewandelt wurde!!!
Was er alles auf sich genommen hat, ist wirklich bewundernswert, das zeugt von Liebe, von Großmut, von Energie, von Erfolg, von brüderlicher Zuneigung, von Romantik, vom Willen , sich zu ändern!! etc.

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BeitragVerfasst: Freitag 24. August 2007, 19:43 
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Austenbegeistert

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Ich kann gar nicht genau sagen, wen ich am liebsten mag. Aber am "wenigsten" (hört sich geringschätzig, ist aber nicht so gemeint, ich mag sie auch!) gefallen mir Edmund und Edward.
Deswegen hat es mich ja auch so verwundert, dass Edmund JAs Liebling war. :wink:

Wenn ich eine ungefähre Reihenfolge machen müsste, dann würden Darcy, Henry Tilney (ich find ihn auch toll, er ist einfach sooooo sympathisch :luxlove ) und Colonel Brandon vor Mr.Knightley und Wentworth kommen.
Aber es ist sehr schwer da eine Reihenfolge zu erstellen, denn ich finde alle sind für sich wunderbare Charaktere mit ihren guten und auch schlechten Seiten! :ja:

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(Jane Austen, Letter to Cassandra, 31st May 1811)


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BeitragVerfasst: Freitag 24. August 2007, 20:09 
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Austenbegeistert
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Also bei mir liegt Mr. Knightley :hearts: ganz vorne, gefolgt von Darcy, Wentworth, Edward Ferrars und Edmund Bertram. Henry Tilney hat bei mir keinen wirklichen Eindruck hinterlassen... :gruebel:


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BeitragVerfasst: Freitag 24. August 2007, 23:20 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Caro hat es schon sehr gut getroffen: Den "Super-Helden" zu küren erscheint mir auch der falsche Ansatz, schließlich ist es ja das besondere an JA's Charakteren (und somit auch "Helden"), dass sie menschlich sind und ebensolche menschlichen Schwächen haben.
Es kommt darauf an, worauf man Wert legt.

Henry Tilney finde ich am originellsten und unterhaltsamsten - an ihm habe ich beim Lesen am meisten Freude.

Edward Ferrars ist mir zu zwiespältig, um ihn vorbehaltlos in die "Heldengalerie" aufzunehmen. Colonel Brandon ist leider vergleichsweise zu farblos für mich, um mich ihm gegenüber zu erwärmen. Die Männer in S&S sind echt ein Kapitel für sich. Liegt vielleicht auch daran, dass JA meiner Meinung nach erst in den letzten drei Romanen wirklich auf der Höhe ihrer Charakterisierungskunst war.

Mr Darcy... den Hype werde ich nie verstehen. (Wobei ich da Parallelen sehe zu meinem Unverständnis bzgl. Colin Firth. :wink:)
Beim ersten Lesen fand ich ihn sympathisch, interessant. Mehr nicht. Mittlerweile habe ich so einen Widerwillen gegen die (m. M. nach ungerechtfertigte) Art wie er aus allen anderen herausgehoben wird entwickelt, dass ich ihm leider nicht mehr vorurteils(*harhar*)frei begegnen kann. :wink:

Edmund Bertram ist ebenfalls sehr zwiespältig und meiner Meinung nach auch nicht vorbehaltlos als "Held" (im Sinne von "Leitbild") gedacht. Aber sehr sehr menschlich und v.a. interessant zu beobachten in seinen Verstrickungen.

Mr Knightley ist für mich ein Mann, der ein starkes Gegenstück braucht, und ja auch kriegt. Eine Frau, die zwar zu ihm aufschaut und von ihm lernt, ihn aber auch wieder auf den Teppich holt, wenn seine moralischen Höhenflüge zu dröge werden. :wink: In seiner Unsicherheit und Bedächtigkeit Emma gegenüber (später im Buch dann) mir aber auch sehr liebenswert.

Wentworth ist mir fast schon zu perfekt, genauso wie Anne. In seiner bockigen Art (bzgl. Louisa/Anne) dann aber auch wieder sehr menschlich, hat einen ähnlichen Charme des "geläuterten Fehlgeleiteten" wie auch Edmund für mich, allerdings mit mehr Tatkräftigkeit und Entschlusskraft.

Fazit? Keine Ahnung. Eine Mischung aus Henry Tilneys geistreicher Art, Mr Knightleys warmherziger Zurückhaltung und Wentworth' Aktivität... das wärs. :wink:
Glücklicherweise habe ich jemanden, der dem sehr nahekommt (nur noch besser! :love:) ... auch wenn er manchmal Bertram'sche Anwandlungen hat. :wink:


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BeitragVerfasst: Freitag 24. August 2007, 23:54 
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Prüde Zimperliese

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Julia hat geschrieben:
Mr Darcy... den Hype werde ich nie verstehen. (Wobei ich da Parallelen sehe zu meinem Unverständnis bzgl. Colin Firth. :wink:)
Beim ersten Lesen fand ich ihn sympathisch, interessant. Mehr nicht.


Ich muss gestehen, er ist der einzige männliche Austen-Charakter, der mich interessiert und die erste und einzige Romanfigur, die es jemals geschafft hat, mich nach einem einzigen Mal lesen derart zu fesseln - und das seit drei Jahren jeden Tag aufs neue (bin leider erst im hohen Alter zu Austen gekommen, Asche auf mein Haupt). :D

Ich glaube, ich mag ihn so gerne, weil ich mich mit ihm so gut identifizieren kann und weil er meiner Meinung nach die interessanteste Figur Austens ist, schon allein durch den Wandel, den er durchmacht (gibt es was vergleichbares in einem anderen Austen-Buch? Glaube nicht, aber das wissen die Koniferen besser als ich...).

Und das hat mit CF übrigens überhaupt gar nix zu tun, ich habe zuerst das Buch gelesen und zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal gewusst, dass es einen CF, geschweige denn eine Verfilmung gibt. Ich verehre die Romanfigur, CF als sozusagen nachgereichtes Leckerli nehme ich aber gerne in Kauf. :D

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Viele Grüße
Bezzy


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BeitragVerfasst: Samstag 25. August 2007, 01:05 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Wentworth wandelt sich auch im Verlauf der Handlung. Wenn auch nicht so eindeutig wie das unser gemeinsamer Lieblingscharakter Darcy tut. Er ist auch mein Lieblings Charakter von JA, was die Männer anbelangt!

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Schritte wagen im Vertraun auf einen guten Weg, Schritte wagen im Vertraun das letztlich ER mich trägt, Schritte wagen weil im Aufbruch ich nur sehen kann, für mein Leben gibt es einen Plan.
Clemens Bittlinger


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BeitragVerfasst: Samstag 25. August 2007, 08:35 
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Austenbegeistert
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Julia hat geschrieben:
Mr Darcy... den Hype werde ich nie verstehen. (Wobei ich da Parallelen sehe zu meinem Unverständnis bzgl. Colin Firth. :wink:)
Beim ersten Lesen fand ich ihn sympathisch, interessant. Mehr nicht. Mittlerweile habe ich so einen Widerwillen gegen die (m. M. nach ungerechtfertigte) Art wie er aus allen anderen herausgehoben wird entwickelt, dass ich ihm leider nicht mehr vorurteils(*harhar*)frei begegnen kann. :wink:


Darcy ist ein tiefes Gewässer und was ihn so anziehend/ faszinierend macht, ist das Geheimnis, das ihn umgibt. Er versteht sich zwar nicht auf geistreiche Konversation und alles was er sagt, wird von Lizzy auf die Waagschale gelegt aber selbst am Ende, als er quasi die Bennetsche Familienehre gerettet hat, bleibt sein Charakter noch genügend im Halbdunkel um ordentlich die (weibliche) Fantasie anzuregen.... :cool: :onceldoc:


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BeitragVerfasst: Samstag 25. August 2007, 08:48 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Welches "Geheimnis" umgibt ihn denn? :wink:

Ich will wirklich nichts gegen seinen Charakter sagen, und er hat mir beim Lesen ja auch gefallen. Und Bezzy hat schon recht: So eine starke Wandlung macht eigentlich keiner der anderen "Helden" durch.
Vielleicht ist es ja das, was die Frauenwelt so fasziniert: Ein Mann, der sich einer Frau zuliebe umkrempelt und dauerhaft (??) über seinen Schatten springt. (Wie realistisch ist das? :wink:)


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BeitragVerfasst: Samstag 25. August 2007, 09:14 
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Austenbegeistert
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Julia hat geschrieben:
Welches "Geheimnis" umgibt ihn denn? :wink:


Die Frage könnte wohl nur Elizabeth beantworten ;D . Ob die vielen Schreiberinnen von P&P-Fortsetzungen und Fanfiction es geschafft haben, Darcys Geheimnis zu lüften kann ich leider nicht beurteilen, aber die Anzahl der Darcy Romane spricht für sich...

Julia hat geschrieben:
Ich will wirklich nichts gegen seinen Charakter sagen, und er hat mir beim Lesen ja auch gefallen.


Schade, wäre interessant zu wissen, was Dir nicht an ihm gefällt. Oder ist es nur der Hype? :)


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BeitragVerfasst: Samstag 25. August 2007, 09:26 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Ich habe ja nicht gesagt, dass er mir nicht gefällt. Ich verstehe nur nicht, warum er so aus allen anderen herausgehoben wird.

Was die schriftstellerische Charakterisierung betrifft finde ich ihn auch nicht so herausragend, dass es diese Begeisterung rechtfertigen würde: Da ist z.B. ein Captain Wentworth in meinen Augen viel besser ausgearbeitet.

Aber ich will hier keinem den Spaß nehmen. :wink:


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BeitragVerfasst: Samstag 25. August 2007, 09:45 
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Austenbegeistert
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Julia hat geschrieben:
Ich habe ja nicht gesagt, dass er mir nicht gefällt. Ich verstehe nur nicht, warum er so aus allen anderen herausgehoben wird.

Was die schriftstellerische Charakterisierung betrifft finde ich ihn auch nicht so herausragend, dass es diese Begeisterung rechtfertigen würde: Da ist z.B. ein Captain Wentworth in meinen Augen viel besser ausgearbeitet.

Aber ich will hier keinem den Spaß nehmen. :wink:


Du nimmst bestimmt niemandem den Spass :) :wink: .
Genau das Unausgearbeitete an Darcy ist das, was ich mit "Geheimnis" meine. Es läßt eben ganz viel Raum für Spekulationen und Fantasien ... :wink: .


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BeitragVerfasst: Samstag 25. August 2007, 14:03 
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Julia hat geschrieben:
Vielleicht ist es ja das, was die Frauenwelt so fasziniert: Ein Mann, der sich einer Frau zuliebe umkrempelt und dauerhaft (??) über seinen Schatten springt. (Wie realistisch ist das? :wink:)

Danke Julia. Ja, das ist es. Es mag nicht realistisch sein, aber das macht sicher einen großen Teil der Faszination aus. Darf nur faszinieren, was realistisch ist? Aber geheimnisvoll ist er schon, da man ihn ja zuerst nur durch Lizzies Vorurteile sieht und nach und nach erkennen muss, dass da doch mehr ist. Und an sonsten halte ich es mit Bezzy: schon der Buch-Darcy hat mich begeistert und CF ist nur das Sahnehäubchen obendrauf.

Und Knightley...hm. Da bin ich nicht aussagefähig. Denn ich sah zuerst Jeremy Northam als Knightley und habe dann das Buch gelesen. Und immer wenn ich es lesen, habe ich diesen Knightley vor Augen. Und dann kann ich nicht anders als bewundern. Nein, da bin ich zu keiner vorurteilsfreien Einschätzung fähig.

Edmund langweilt mich und Edward kann mich auch gar nicht für sich gewinnen. So ein kraftloser Geselle. Und ich muss gestehen, auch Henry Tilney hat keine bleibenden Spuren hinterlassen.

Wentworth ist sicher interessant, aber wie gesagt, die beiden anderen kann er nicht in den Schatten stellen.

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Gruß Sonja
"Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." Albert Einstein

Nach der EM ist vor der WM :aetsch:

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BeitragVerfasst: Samstag 25. August 2007, 17:40 
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Austenfan
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Ui, ist hier schon viel gesagt worden.....
Also das einzige, was ich immer wieder mit Edmund Bertram verbinde ist Johnny Lee Miller, der ihn in dieser Verfilmung 1999 verkörperte und der Herr Lee Miller hat das sehr gut hingekiegt. ABer das auch nur weil Fanny in dieser Version Forsch und aufmüpfig war. Aber da ist der krasse KOntrast mir ein Makel gewesen.
Fazit: Edmund Bertram ist LANGWEILIG!
Ebenso ist mir Edward zu gesetzt, zu.... blass. Und genauso Henry Tilney. Alle drei greifen nie wirklich in die Handlung ein.
Weitumfassend trifft das auch auf Captain Wentworth zu, aber das ändert sich.
Alle Anderen der späteren Potenzielle Ehemänner sind in großem Geschehen an der Handlung beteiligt: Darcy sogar mehr als reichlich.
Mr. Knigthley beschränkt sich nur auf das Kommentieren, aber auch auf das Zurechtweisen und das Aufmerksam machen, er retten Harriet vor den Verleumdungen oder mehr dem Schlechtreden der Eltons (eine reife Persönlichkeit agiert eben aus dem Hintergrund)
Colonel Brandon ist auch an der Handlung später beteiligt und das auch in der vornehmen Art der grauen Eminenz( was mir immer besser gefällt als sich ins Rampenlicht zu stellen)

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BeitragVerfasst: Samstag 25. August 2007, 19:09 
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Meine drei Spitzenkandidaten unter den Jane Austen Helden sind Henry Tilney, Fitzwilliam Darcy und Frederick Wentworth, obwohl ich nur äußerst ungern eine Rangliste erstelle. :wink:

Henry Tilney ist für mich der originellste, geistreichste Austen-Held, da hinter ihm, wie ich ja bereits an anderer Stelle schrieb, am deutlichsten Jane Austens Wortwitz, Geist und Spitzzüngigkeit (die v.a. in den Briefen zu Tage treten!) zu spüren ist.


“The person, be it gentleman or lady, who has not pleasure in a good novel, must be intolerably stupid."
:aetsch:

“Miss Morland, no one can think more highly of the understanding of women than I do. In my opinion, nature has given them so much that they never find it necessary to use more than half.”
:rofl:

Und man mag von letzterem Ausspruch halten, was man will, geistreich ist er. :lach: (Und letztendlich entstammt er der Feder einer Frau! :lol: )

Christabel hat geschrieben:
Edmund Bertram ist LANGWEILIG!
Ebenso ist mir Edward zu gesetzt, zu.... blass. Und genauso Henry Tilney. Alle drei greifen nie wirklich in die Handlung ein.


Bei Henry kann man das, finde ich, nicht so stehen lassen. Zwar ist seine Beteiligung an der Handlung nicht so entscheidend wie z.B. bei Darcy, aber er hat dennoch eine wichtige Rolle innerhalb des Romans, nämlich die der "Läuterung" Catherines von ihren romantischen Tagträumen --- der Sinnzweck der Parodie überhaupt.

Mr Darcy mag ich aufgrund seiner facettenreichen Charakterisierung. Er ist nicht so "statisch" wie Henry, sondern macht eine Wandlung durch. Er hat einfach seine ganz eigene Faszination, die ich schlecht erklären kann... Er ist sehr menschlich dargestellt, hat Fehler (aber wer ist schon perfekt?), ist zurückhaltend, aber hinter seiner abweisenden Fassade durchaus liebenswert zu "guten Taten" fähig. Seine Wandlungsbereitschaft aus Liebe zu Elizabeth mag zwar, wie angemerkt wurde, nicht sehr realistisch sein, trifft aber das Wunschbild vieler Menschen, und vielleicht wird gerade deshalb Darcy so herausgehoben?
Ich persönlich mag ihn übrigens vor seiner Wandlung fast lieber als nachher --- ich finde es interessant, mitzuerleben, wie er langsam immer mehr auftaut und sich in Lizzie verliebt... :biggrin:

Frederick Wentworth schätze ich für seine Standhaftigkeit, seine Treue und Liebe zu Anne. Auch er ist, wie Darcy, einem Wandlungsprozess unterlaufen, auch er hat seine Fehler, seinen Stolz, aber aus Liebe zu Anne überwindet er diesen. Wer wünscht sich einen solchen Menschen nicht? :wink:
Im Vergleich zu Darcy und v.a. Henry Tilney ist er ein wenig 'blass' --- aber vielleicht ändert sich mein Eindruck auch, wenn ich demnächst das Buch nochmal lese.
Mein Herz hat er natürlich spätestens mit dem schönsten Liebesbrief der Literaturgeschichte gewonnen... :lol:

I can listen no longer in silence. I must speak to you by such means as are within my reach. You pierce my soul. I am half agony, half hope. Tell me not that I am too late, that such precious feelings are gone for ever. I offer myself to you again with a heart even more your own than when you almost broke it, eight years and a half ago. Dare not say that man forgets sooner than woman, that his love has an earlier death. I have loved none but you. Unjust I may have been, weak and resentful I have been, but never inconstant. You alone have brought me to Bath. For you alone I think and plan. Have you not seen this? [...]

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BeitragVerfasst: Samstag 25. August 2007, 23:41 
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Austenfan
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Henry ist Frech und Geistreich, das geb ich zu. Leider mag ich ihn nicht wirklich. Na ja, vielleicht ändert es sich mit dem erneuten Lesen des Romans.
Vielleicht liegt es daran, das ich wert auf Charakterstärker, Ruhe und einen vernünftigen Blick für das Wesentliche Lege.
Deswegen mag ich Knigthley am liebsten. Und Frederick Wentworth. Vielleicht liegt das aber nur, das ich die Namen mag
Frederick kommt von Friedrich und heißt "Der Friedenreiche"
George kommt ja von Georg und heißt Bauer oder Landmann
Henry stammt von Heinrich ab also aus dem althochdeutschen: hagan=Einfriedung, Schutz; rihi=reich, mächtig.

Ob die Namen einfach nur Modischen Ursprungs waren oder ob da eine tiefere Bedeutung mitspielte?

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BeitragVerfasst: Sonntag 26. August 2007, 08:19 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Zu diesem Thema haben wir schon mal ausführlich diskutiert. Hier.


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Austenfan
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Thanks für die Info. Ich hab das nur aus rein eigenützigen gründen mit reingepackt

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BeitragVerfasst: Montag 17. März 2008, 13:04 
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Ich habe mich letztens gefragt, ob wir einen Darcy, Brandon, Knightley überhaupt erkennen würden, wenn er uns heute draußen begegnet. Oder anders gesagt, stellen wir sie nicht einfach als Charaktere auf einen Podest, weil es Traummänner sind, fernab jeder Realität?

Oder hat sich JA in den männlichen Charakteren den eigenen Traum des perfekten Mannes erfüllt, den auch sie in der Wirklichkeit nicht fand? Kann es sie also gar nicht geben?

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BeitragVerfasst: Montag 17. März 2008, 13:33 
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Findest Du sie denn soooo perfekt und so fernab jeder Realität? Es mag zwar nicht viele dieser Männertypen geben, aber so völlig herbeiphantasiert wirken sie auf mich auch nicht. Zumindest auch nicht mehr als die Austen-Heldinnen.

Aber JA äußert sich in ihrem Briefwechsel bes. Fanny gegenüber schon ähnlich ... dass sie sich bewusst ist, dass es wenige dieser Männer gibt und es unfair wäre, jemanden "lebendigen" an ihnen zu messen.

Und im Film "Miss Austen regret" gibts den ironischen Kommentar "The only way to get a Mr Darcy is to make him up." :wink:


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BeitragVerfasst: Montag 17. März 2008, 15:05 
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Nein, nicht perfekt in der Definition von fehlerlos. Sie sind wunderbar menschlich, aber dennoch scheint es ihre Charaktere nicht wirklich zu geben, oder wir erkennen sie nur nicht, wenn sie in Fleisch und Blut vor uns stehen. Die Kombination ihrer Eigenschaften ist es, die sie so erstrebenswert macht. Intelligent, belesen, loyal, grosszügig, vertrauenswürdig, ehrenhaft, erfolgreich. Nicht zuvergessen, dass einige von ihnen (Darcy, Brandon und Wentworth) die erste Schlappe, also Ablehnung wie wahre Gentlemen wegstecken, anfangs die Wunden lecken, aber doch auf die Liebe des Herzens warten, nicht locker lassen in dem Bemühen ihr Herz zu erringen.

Nein, aber würde man einen Darcy nicht vielleicht als langweiligen Bücherwurm einstufen, einen Knightley als Oberlehrer und so weiter?
Oder anders gesagt, finden wir einige ihrer Eigenheiten und Ausprägungen nicht vielleicht in der Story charmant, im Alltag aber weniger reizvoll?

Denn wie du sagst, sie haben ja auch ihre Mängel und Reibepunkte, aber von aussen betrachtet, als Dritter, können wir leicht darüber hinwegsehen und ihren Charakter so hinnehmen wie er ist, ja sogar gutheissen und irgendwo vielleicht sogar anhimmeln ( ;D ), aber wären wir auch im Alltag so großzügig?
Würden wir heute in etwa sagen "Okay, du wirkst auf den ersten Blick arrogant, aber ich gebe dir eine zweite Chance" oder "Klar, ein Mann, der so angehimmelt wird, muss sich ja langweilen und jeder Konversation überdrüssig sein". Oder "Ja, Knightley, du hast recht. Ich habe mich unmöglich benommen. Mea culpa."?

Ich weiss nicht, ich habe so meine Zweifel, die aber nichts mit den Charakteren an sich, sondern eher mit der eigenen menschlichen Natur zu tun haben.
Eine Freundin von mir hatte einen Lebenspartner, der alles in allem ein Darcy war, und auch ein Brandon. Glück gehabt, sollte man meinen. Aber sie gab ihm den Laufpass, als er sich endlich ein Herz fasste und um ihre Hand anhielt. Er sei zu brav und zu anständig, sie habe ständig ein schlechtes gewissen ihm gegenüber und wolle noch etwas von ihrem Leben haben, sagte sie. :rolleyes:
Übrigens hätte ich auch nicht auf den ersten Blick einen Traummann in ihm vermutet. :/ Sein Charme wirkt eher nachhaltig.

Und ja, natürlich hat Jane Austen recht. Ich sage auch immer, den Mann aller Männer müsste ich mir selbst backen...

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BeitragVerfasst: Montag 17. März 2008, 16:46 
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Ich finde, solche Männer gibt es auf jeden Fall. (Vielleicht sind sie in meinem Umfeld nicht so dünn gesät ;) )
Dass die jetzt wirklich einem Charakter aus dem Buch entsprechen glaube ich nicht so sehr. Aber eben welche, die im Gesamtbild ein Charakter aus einem Austenbuch sein könnten.
Natürlich muss man da eine gewisse Bereitschaft aufbringen, sich nicht von Oberflächlichkeiten ablenken oder abstoßen zu lassen. (Ich habe einige Freunde, die auf den ersten Blick vielleicht völlig unakzeptabel wirken, der arrogante Snob, der überdrehte Althippie etc., grade in denen erkenne ich aber austensche Qualitäten. Aber ich fand ja Arroganz - so sie denn begründet ist - immer schon anziehen. :P )

Was den verstoßenen Mr. Darcy Deiner Freundin angeht, kann ich das gut nachvollziehen - wenn sie sich so gefühlt hat. Aber dann war das eben nicht Mr. Darcy, den der ist eben nicht zu brav und anständig. Das würde ich auch nicht ertragen können. (Wir hatten da früher eine sehr schöne Goldfisch-Theorie, Goldfische waren diese braven, hochanständigen Typen, um die man immer besorgt war - und die wir nie wollten. Jetzt habe ich das Gegenstück und bin sehr glücklich. :) )


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BeitragVerfasst: Montag 17. März 2008, 17:10 
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Ich finde Darcy schon "brav" und anständig. Wo ihm doch Loyalität, Anstand und Ehre so wichtig sind! Er würde jedenfalls nicht in aller Öffentlichkeit seine Mätresse vorziehen oder mit einer Geliebten sein Lieblingsrestaurant besuchen. Ich habe ihn auch nie als einen Charakter gesehen, mit dem man Pferde stehlen, raften, Fallschirmspringen und ähnliches tun kann (schliesslich ist er nicht lebensmüde), und der ruhig und gelassen zusieht, wie seine Freundin, Gattin, Partnerin sich draussen den Appetit holt, um daheim in Ruhe zu essen ... :wink:

Damit wir uns richtig verstehen, für mich wäre Darcy, so wie ihn Jane beschrieben hat, genau richtig. :D Aber ich hab mir meine Hörner auch schon lääängst abgestossen. :lach:

Für Elena dagegen wäre im Moment ein Willoughby oder Wickham geeigneter, aller Nachteile zum Trotz. :rolleyes:

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BeitragVerfasst: Montag 17. März 2008, 17:54 
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Austenkenner
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Dann haben wir wohl unterschiedliche brav-Definitionen. :)
Nach meiner Auffassung ist Darcy eben nicht "brav", weil er sich zum Beispiel den Erwartungen, die an ihn gestellt werden, widersetzt, nachdem er für sich selbst zu der Einsicht gekommen ist, dass es richtig ist. (Wenn er sich für Lizzy entscheidet etc.)

Dass er so einen inneren Grundanstand hat, glaube ich auch, aber wie er sich anfangs gibt, das ist eben für mich nicht "anständig", sondern arrogant bis unfreundlich. ;)


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BeitragVerfasst: Montag 17. März 2008, 18:09 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Ja, aber seine Durchsetzungsfähigkeit (Ich würde ihm keinen Wunsch verweigern, O-Ton Mr. Bennet), Präsenz und Zielorientierung sind Eigenschaften, die ich neutral sehe, also weder "brav" noch "böse", allenfallls als vorteilhaft empfinde. Nix schlimmeres, als ein Mann, der nicht weiss, was er will und den man als Frau auch noch an die Hand nehmen muss (Bingley?).

Auch Arroganz hat in meinen Augen verschiedene Ausprägungen und Wurzeln. Wenn man selbst erfolgreich ist, etwas Eigenes geschaffen und/oder den Besitz der Väter und Großväter vergrössert hat, hat man wohl Grund stolz zu sein und sich ein bisserl darauf einzubilden. Blöd find ich's nur, wenn man auf die herabsieht, die nicht mit dem goldenen Löffel geboren sind und nicht mit sechs Jahren schon Gucci getragen haben. :tot:

Wie an anderer Stelle bereits gesagt, sehe ich Darcys Arroganz auf dem ersten Ball mehr als Zeichen von Überdruß und Langeweile, denn als echte Arroganz. Bingley schleppt ihn auf so einen öden Ball, wo er doch lieber mit einem guten Buch in der Bibliothek setzen würde. Sonst lebt er ja sehr gern auf dem Land. Nun, und dass in seinen Augen (und nicht nur in seinen!) Pemberley das beste, schönste und tollste Landgut ist, finde ich zwar ein wenig vermessen, aber doch eher sympathisch. Vor allem scheint dieser Stolz ja auch verdient zu sein, wenn man sich die allgemeine Begeisterung so anschaut, und vor allem den Lob der Pächter und Angestellten. :ja:

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Zuletzt geändert von Caro am Donnerstag 20. März 2008, 10:31, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Donnerstag 20. März 2008, 00:52 
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Austenfan

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Zuletzt geändert von VannNique am Donnerstag 22. Dezember 2016, 02:45, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Dienstag 25. März 2008, 12:14 
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Also ich finde schon, dass es nicht Realitätsfern ist, dass ein Mann so lange auf DIE Liebe seines Lebens wartet. Sicher sind nicht alle Männer so, aber ich denke (oder hoffe?), dass es die Mr. Darcys und Captain Wentworths doch gibt. Auch Männer können sehr tief empfinden. Sehr passend hierzu finde ich das "Schlüsselgespräch", dass Captain Wentworth mitanhört und das ihn dazu bringt, sich Anne zu offenbaren.
ich denke, oftmals unterschätzen wir Frauen hier echt die Männer und schmeißen alle in einen Topf.

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Schritte wagen im Vertraun auf einen guten Weg, Schritte wagen im Vertraun das letztlich ER mich trägt, Schritte wagen weil im Aufbruch ich nur sehen kann, für mein Leben gibt es einen Plan.
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