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 Betreff des Beitrags: Faszination Jane Austen
BeitragVerfasst: Mittwoch 5. Dezember 2007, 18:13 
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Austenfan
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Registriert: Sonntag 11. November 2007, 23:56
Beiträge: 37
Bestimmt wurde diese Frage schon mal gestellt und ausführlich beantwortet. Vielleicht können mich die Admins ja dorthin verschieben, wenn meine Thread völlig überflüssig ist?

Ich habe gestern meinen Mann dazu verführt, sich mit mir Emma (mit GP) anzusehen und er hat mich wieder einmal gefragt, was ich denn eigentlich an Jane Austen so toll finde. Ich habe ihm erklärt, dass die Bücher einfach großartig geschrieben sind, dass ich den Witz und die Beobachtungsgabe Jane Austens bewundere. Und die Filme? Ja, da mag ich einfach alles. Die Geschichten natürlich, die Musik, die Bilder, die Kleidung, die Umgangsformen, etc. Aber ich habe es doch nicht geschafft, meinem Mann zu verdeutlichen, warum ich so ein JA-Fan bin.
Er fand den Snobismus Emmas und die Herablassung den einfacheren Leuten gegenüber einfach schrecklich.
Wie geht es euch damit, dass Jane Austens Romane alle in gehobeneren Kreisen spielen (auch wenn sie kein Freund des Adels war)?


Zuletzt geändert von Kerstin am Dienstag 2. Dezember 2008, 20:29, insgesamt 1-mal geändert.
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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Mittwoch 5. Dezember 2007, 18:13 


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BeitragVerfasst: Donnerstag 6. Dezember 2007, 20:06 
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Austenbegeistert
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Registriert: Freitag 9. November 2007, 17:56
Beiträge: 91
richtiger Name: Elisabeth
Sissy hat geschrieben:
Er fand den Snobismus Emmas und die Herablassung den einfacheren Leuten gegenüber einfach schrecklich.

Du kannst deinem Mann sagen, dass es Sinn und Zweck der Geschichte ist, solche Menschen zu kritisieren und sie dazu zu bringen, über sich selbst nachzudenken, wie es Emma getan hat. Es ist ja ihre Veränderung während des Romans, welches das ganze Buch erst recht lesenswert und sie dadurch sympathisch macht. Sehe ich jedenfalls so. ;D

Warum ich Jane Austen mag? Da könnte ich nur das wiederholen, was du schon gesagt hast. :) Besonders liebe ich ihren Schreibstil, ihre Sprache. Oft lese ich mir bestimmte Sätze mehrmals durch und lasse mich davon verzaubern. Manchmal auch, weil sie mich zu einer neuen Erkenntnis bringen. Ich denke dann "stimmt, so hab ich das noch gar nicht gesehen" oder "Gott, hat die Frau recht!!!" :fies_sei: :P :cool:


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BeitragVerfasst: Dienstag 11. Dezember 2007, 09:09 
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Austenfan
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Registriert: Sonntag 11. November 2007, 23:56
Beiträge: 37
Elisabeth hat geschrieben:
Du kannst deinem Mann sagen, dass es Sinn und Zweck der Geschichte ist, solche Menschen zu kritisieren und sie dazu zu bringen, über sich selbst nachzudenken, wie es Emma getan hat. Es ist ja ihre Veränderung während des Romans, welches das ganze Buch erst recht lesenswert und sie dadurch sympathisch macht. Sehe ich jedenfalls so. ;D


Sehe ich ganz genauso, Elisabeth! :) Aber mein Mann hat sich ja nicht nur an Emmas Verhalten und Einstellung gestört, er lehnt überhaupt die Aristokratie und besitzende Klasse ziemlich ab. :rolleyes: Vielleicht sollte ich ihn in Zukunft mit Jane Austen verschonen :D


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BeitragVerfasst: Dienstag 11. Dezember 2007, 09:39 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Registriert: Mittwoch 19. Oktober 2005, 21:13
Beiträge: 4781
Oder ihm andere Filme zu gucken geben. Vielleicht wäre P&P oder S&S diesbezüglich mehr nach seinem Geschmack?


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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Dezember 2008, 12:02 
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Romantikversessene Satiriopsychosophin
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Registriert: Freitag 13. April 2007, 21:37
Beiträge: 1064
Wohnort: Schweiz
Ich möchte diesen Thread gerne wiederbeleben, allerdings ein bisschen unter einem anderen, spezifischeren Motto. :wink: Seit einiger Zeit beschäftigt mich der Gedanke, worin die Faszination von Jane Austen eigentlich besteht. Woran liegt es, dass sie es geschafft hat, Menschen aller Altergruppen über bald zweihundert Jahre nach ihrem Tod für ihre Literatur zu begeistern?

Oder anders formuliert, was fasziniert euch denn so sehr an ihren Büchern, an ihrem Leben und Schaffen, dass ihr nicht nur einfach ihre Bücher gelesen, Verfilmungen ihrer Werke angesehen habt, sondern auch das Bedürfnis empfindet diese Begeisterung mit anderen zu teilen?

Ich habe zum Beispiel jeden Roman von Robert Ludlum gelesen, manche sogar mehrmals, aber es würde mir nie in den Sinn kommen mich in einem Forum über ihn und seine Werke unterhalten zu wollen. Ich bin sehr gespannt darauf was es mit dem "Phänomen Jane Austen" auf sich hat, denn ich möchte meiner eigenen Faszination von ihr und ihren Werken gerne etwas mehr auf die Spur kommen. :wink:

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Grüsschen, MJ


„Wenn Frauen unergründlich erscheinen, dann liegt es am fehlenden Tiefgang der Männer.“

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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Dezember 2008, 12:36 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Registriert: Mittwoch 28. Juni 2006, 12:57
Beiträge: 6713
Wohnort: Bayern
Ich glaube der Schwerpunkt liegt nicht auf Begeisterung teilen. Wie du selbst geschrieben hast unterscheidet sich Qualität und Quantität des Austausches von der Begeisterung gegnüber anderen Autoren.

Ich kann nur von mir sprechen, aber ich kenne keinen anderen Autor, der mir mit seiner Arbeit so viel gegeben hat, obwohl (oder gerade weil?) Jane Austen nicht wirklich alles auf den Punkt bringt. Sicher, sie erzählt uns alles, was sie wichtig findet, aber vieles bleibt ungesagt und eröffnet die Tür für Phantasie und Spekulationen. Gerade durch den Austausch erhält man bisweilen einen neuen Blickwinkel oder eben einen Dreh, warum gesagtes so, oder auch anders gelesen werden kann. Gerade das zwischen den Zeilen lesen ist wichtig.
Und das ist bei einem Autor absolut nicht möglich, der den Leser bei der Hand nimmt, sprich ihm genau vorschreibt, was für ein Bild er zu sehen hat.
Solche Geschichten lese ich auch, mal mit mehr, mal mit weniger Freude, aber sie lassen keinen bleibenden Eindruck; zumindest beschäftigen sie mich, oder vielmehr meinen "Geist", nicht.

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:blume: Grüsse, Caro

Avatar: Amelia Darcy (1754-1784)

Für 1 Jahr säe einen Samen, für 10 Jahre pflanze einen Baum, für 100 Jahre erziehe einen Menschen. chin. Weisheit


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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Dezember 2008, 14:12 
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Amüsantes Boardmitglied und Reisetrulla
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Registriert: Mittwoch 17. Mai 2006, 22:35
Beiträge: 2141
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Für mich macht die Faszination aus, dass einem die Romanfiguren (okay, vielleicht nicht alle, aber viele) ans Herz wachsen. Sie sind so lebendig, dass man meint, sie persönlich zu kennen. Ich kann mit JAs Hilfe in die Welt von damals eintauchen und trotzdem bleibt sie immer noch rätselhaft. Ich weiß gar nicht genau, wie ich das beschreiben soll.

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Welch triste Epoche, in der es leichter ist, ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil!
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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Dezember 2008, 21:16 
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Romantikversessene Satiriopsychosophin
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Registriert: Freitag 13. April 2007, 21:37
Beiträge: 1064
Wohnort: Schweiz
Pixie hat geschrieben:
Für mich macht die Faszination aus, dass einem die Romanfiguren (okay, vielleicht nicht alle, aber viele) ans Herz wachsen. Sie sind so lebendig, dass man meint, sie persönlich zu kennen. Ich kann mit JAs Hilfe in die Welt von damals eintauchen und trotzdem bleibt sie immer noch rätselhaft. Ich weiß gar nicht genau, wie ich das beschreiben soll.

Ach, das ist so wunderschön ausgedrückt, Pixie. :knuffel So wie du das beschreibst löst es jedenfalls in mir ein Echo des Wiedererkennens aus. :)

Caro hat geschrieben:
Gerade das zwischen den Zeilen lesen ist wichtig.
Und das ist bei einem Autor absolut nicht möglich, der den Leser bei der Hand nimmt, sprich ihm genau vorschreibt, was für ein Bild er zu sehen hat.
Solche Geschichten lese ich auch, mal mit mehr, mal mit weniger Freude, aber sie lassen keinen bleibenden Eindruck; zumindest beschäftigen sie mich, oder vielmehr meinen "Geist", nicht.

Damit sprichst du sicher etwas sehr zentrales an. :) Nicht umsonst gibt es ja zu ihren Romanen, allen voran P&P auch soviele FF's. :wink: Das wäre nicht möglich bei einer Geschichte die keinerlei Spekulation mehr offen lässt.
Was nicht alles beantwortet, beschäftigt auch weiterhin, das stimmt. Aber viele Autoren tun dies, dennoch dürfen sie nicht davon ausgehen dass sie auch noch in zweihundert Jahren Menschen für ihre Geschichten begeistern.

Was ich bisher für mich über das "Phänomen" herausfinden konnte stellt sich folgendermassen dar: Für mich persönlich hat es einerseits mit der Schönheit und gleichzeitig aber auch Einfachheit ihrer Sprache zu tun deren sie sich bedient und der Thematik die natürlich an und für sich zeitlos ist. Dann muss ich gestehen, bin ich der Insel vollkommen verfallen, schon seit vielen Jahren. Ich liebe die Sprache, die Geschichte, das Land und seine Besonderheiten im Allgemeinen sowie im Speziellen zum Beispiel Umgangsformen und Etikette die die Menschen bis heute prägen und insofern natürlich auch die Literatur die diese Aspekte besonders hervorhebt und in fesselnde Geschichten einzuweben versteht.

Dennoch habe ich mich zum Beispiel nie in demselben Ausmass mit Elizabeth Gaskell oder Charlotte Brontë auseinander gesetzt, obwohl die demselben Anspruch gerecht werden und ich ihre Bücher absolut und heiss liebe.

Ein bisschen kommen mir JA's Geschichten (im Bezug auf deren Faszination die sie auf alle Alterstufen und über den Wechsel der Zeit ausübt), wie die zeitlosen Märchen der Gebrüder Grimm oder Anderson vor.
Schneewittchen, Aschenputtel, die Schneekönigin u.v.m. verfügen ebenfalls über dieselbe zeitlose Schönheit, sie begeisterten damals als sie entstanden und sie werden garantiert noch in hundert Jahren Menschen aller Alterstufen in ihren Bann ziehen.

Und dennoch würde ich so gerne noch viel tiefer verstehen wollen. Bin so gespannt auf eure Erfahrungen und Eindrücke zum Thema. :ja:

P.S.: Vielleicht liegt es aber auch "nur" daran, dass Menschen die sich für JA begeistern, irgendwie auch unglaublich sympathisch rüber kommen und man, wenn man sie mal kennen gelernt hat nicht mehr missen wollte. :n2: ;D

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Grüsschen, MJ


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 Betreff des Beitrags: Re: Faszination Jane Austen
BeitragVerfasst: Samstag 13. Dezember 2008, 12:21 
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Emsige Missionarin für Jane Austen
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Registriert: Sonntag 15. Oktober 2006, 17:01
Beiträge: 1157
Melody Joy hat geschrieben:
Ich habe zum Beispiel jeden Roman von Robert Ludlum gelesen, manche sogar mehrmals, aber es würde mir nie in den Sinn kommen mich in einem Forum über ihn und seine Werke unterhalten zu wollen.

Stimmt, Melody Joy, das ist genau der Punkt. Aber ich habe keine echte Antwort darauf, weshalb ich mich zu Jane Austen und ihren Büchern austauschen möchte und bei anderen Autoren und Büchern überhaupt keine Lust dazu habe.
Wie Pixie schon anführte, kann ich lediglich sagen, dass die Figuren sehr lebensecht gezeichnet sind. Die Gedanken, die Jane Austen ihre Figuren denken lässt, kommen mir oft so vertraut vor. Jane Austen sieht die Fehler von Menschen, aber sie zeigt nicht mit dem Finger auf sie. Im Gegenteil. Voller Warmherzigkeit und mit einem Augenzwinkern zeigt sie Verständnis und Sympathie für die Fehltritte ihrer Protagonisten. (Nur bei ein paar Nebenfiguren ist sie gnadenlos in ihrem Urteil.)
Ich bin hingerissen vom Erkennen kleinster Nuancen menschlichen Verhaltens und Denkens. Vielleicht finde ich das das Genialste an Jane Austen.

_________________
"To read ist to translate, for no two person's experiences are the same."
(W. H. Auden)

"Lesen heißt übersetzen, denn keine zwei Menschen teilen die gleichen Erfahrungen."


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