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BeitragVerfasst: Montag 12. März 2007, 09:48 
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Austenexperte
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Emma würde ich auch eher als Gesellschafts-Satire sehen, weil man hier ganz klar Kritik am Standesdenken und den vorherrschenden Strukturen rauslesen kann. Die Liebeleien sind hier nur schmückendes Beiwerk. Aber P&P und S&S sind in meinen Augen Liebesromane mit Einblicken in die Regeln der Gesellschaft. Ohne die beißende Kritik, eher ironisch und mit Augenzwinkern. :wink:

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Verfasst: Montag 12. März 2007, 09:48 


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BeitragVerfasst: Montag 12. März 2007, 10:01 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Julia hat geschrieben:
Alethea hat geschrieben:
Julia hat geschrieben:
Aber das zwischen den Filmen und den Büchern ein himmelweiter Unterschied besteht, damit beiße ich ja nicht zum ersten Mal auf Granit, hier. :wink:


Bei mir beißt du da nicht auf Granit, Julia. Da bin ich vollkommen deiner Meinung. Doch gerade diesen Aspekt der "romantischen Liebesgeschichte", den die Filme am stärksten herausstreichen, haben sich die Regisseure nicht aus den Fingern gesaugt. Die steht genau so auch bei Jane Austen im Buch! :ja:


Ja, aber dadurch dass alles andere wegfällt und nur die Liebesgeschichte übrigbleibt, hat es schnell den Anschein, die Bücher bestehen auch hauptsächlich daraus. Die Liebesgeschichte ist auch im Buch wichtig, das bestreite ich gar nicht (und negativ würde ich das auch nicht bewerten), aber sie steht nicht im Vordergrund. Vielleicht fällt vielen hier der Unterschied nicht so stark auf, weil sie öfter die Verfilmungen gesehen als die Bücher gelesen haben?? :wink:

Bei "Persuasion" schon und bei "Stolz und Vorurteil" steht dieses Thema mehr im Vordergrund, ... aber wir lesen ja gerade "Emma" - wo ist dieses Buch bitte "romatisch"?? Am Schluss, im Antrags-Kapitel, wenn dann. Davor passiert aber (auch in "Northanger Abbey" und "Mansfield Park" z.B.) soviel anderes, dass ich das einfach nicht als Hauptanliegen Jane Austens sehen kann, eine "romantische Liebesgeschichte" zu schreiben. Nein, nein. :nein:

Nein. Es ist sicher nicht ihr Anliegen eine "romantische Liebesgeschichte" zu schreiben, dann würde sie sich mehr auf das finale Liebespaar konzentrieren. Doch ist es nicht von der Hand zu weisen, daß sich am Ende immer die kriegen, die sich lieben (selbst wenn es länger dauert, oder mal über Umwege geht ... :D ). Gerade auch bei Emma, die ja selbst gar nicht heiraten will und bei Knightley, der auf einmal erkennt, daß aus dem kleinen Mädchen, das auf seinen Knien saß eine bezaubernde Frau geworden ist ... :). Gerade diese Liebesehen waren JA scheints eben doch wichtig, als würde sie sagen wollen: Wenn ihr schon heiraten müsst, dann bitte aus Liebe!

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BeitragVerfasst: Montag 12. März 2007, 10:13 
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Austenexperte
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Vielleicht war die Liebelei aber auch nur der sprichwörtliche Zucker für den Affen. Um die Leserschaft bei Stange zu halten, und ihre eigentliche Botschaft zu vermitteln. :/

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BeitragVerfasst: Montag 12. März 2007, 10:41 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Katja hat geschrieben:
Vielleicht war die Liebelei aber auch nur der sprichwörtliche Zucker für den Affen. Um die Leserschaft bei Stange zu halten, und ihre eigentliche Botschaft zu vermitteln. :/

Du meinst, JA saß am Schreibtisch und dachte:"Grrr. Dann bau ich halt auch ein bischen "sie kriegen sich doch" ein?" :rofl: :wink:

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BeitragVerfasst: Montag 12. März 2007, 10:43 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Ja, das schon eher. Sie hat den konventionellen äußeren Rahmen eines Romanes der damaligen Zeit benutzt, aber "drinnen" passierten ganz andere Sachen.

Katja hat geschrieben:
Aber P&P und S&S sind in meinen Augen Liebesromane mit Einblicken in die Regeln der Gesellschaft. Ohne die beißende Kritik, eher ironisch und mit Augenzwinkern. :wink:


Ich finde, gerade S&S hat einige richtige Hämmer aus der Kategorie "beißende Kritik". Die Art wie Fanny und John Dashwood geschildert werden und was sie sagen und tun - und Robert Ferrars. Dagegen ist Lady Catherine ne Kindergartentante. :wink:


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BeitragVerfasst: Montag 12. März 2007, 10:51 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Stimmt. Lady Catherine ist aber auch ein anderer Charakter. Sie ist eher eine Art "Befehls-Dragoner". Als Mann wär sie jedenfalls für einen höheren Offiziersposten wie geschaffen ... :D Nein, sie ist nicht boshaft, hinterhältig und verschlagen, vermutlich auch nicht ganz herzlos. Sie ist eigentlich die typische Aristokratin der Zeit, das Vorzeigeobjekt. Nur immer die Contenance behalten, in Gesellschaft keine Schwäche zeigen ... sich standesgemäß verhalten und nur ja keine Fehler machen ...

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BeitragVerfasst: Montag 12. März 2007, 10:51 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Ich denke mal, es ist schwer, alles "andere" in eine Verfilmung reinzubringen. Zumal wenn man von der Zeit beschränkt ist. Und die meisten Begebenheiten die filmisch umgesetzt werden und wichtig für die Handlung sind, sind nun mal leider die betr. der Liebesgeschichte.
Und ich finde schon, dass auch NA eine Liebesgeschichte ist und eigentlich auch (obwohl ich es ganz anders auffasse!) MP.
Gerade für Catherine geht es hauptsächlich darum, wie sie den Mann fürs Leben findet und dabei dann auch noch reift und erwachsen wird. Auf diesem Grundgerüst baut sich doch die Handlung auf! Finde ich zumindest. Und wie soll man verständlich (!) die romantischen Schauerromanphantasien und Catherines Vorstellungen filmisch umsetzen oder das JA ein Genre auf die Schippe nimmt? Das stelle ich mir ziemlich schwer vor.

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BeitragVerfasst: Montag 12. März 2007, 11:10 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Tja, noch hats keiner versucht, also würde ich nicht sagen, dass es nicht geht. :wink:

Mir gehts auch weniger um Details der Handlung die ausgelassen werden, sondern um die Intelligenz von JA, die scharfe Satire, die differenzierte Charakterbeschreibung die platt gemacht werden.
Die Geschichten kommen im Film total flach rüber, wie schon gesagt: als wäre die Liebesgeschichte alles, was das Buch ausmacht.

Und weil Du das Beispiel brachtest: Gerade NA lebt doch davon, dass die Erzählstimme in so witzigem Kontrast zu dem steht, was tatsächlich gesagt und gedacht wird. Das bringt Tiefe rein, nicht Catherines Abenteuer allein oder ihre Gespräche mit Isabella. Ich hab aber letztens irgendwo aufgeschnappt, dass es in der neuen NA-Version eine Erzählstimme geben soll, bin gespannt wie das klappt.


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BeitragVerfasst: Montag 12. März 2007, 11:11 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Das klingt vielversprechend! :ja:

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BeitragVerfasst: Montag 12. März 2007, 21:57 
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Austenexperte

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Noch mehr Infos zu den Verfilmungen:

JaneAustenSeason

:D


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BeitragVerfasst: Montag 12. März 2007, 22:10 
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huch, da war grad jemand schneller...


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BeitragVerfasst: Montag 12. März 2007, 23:03 
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Julia hat geschrieben:
Ich finde, gerade S&S hat einige richtige Hämmer aus der Kategorie "beißende Kritik". Die Art wie Fanny und John Dashwood geschildert werden und was sie sagen und tun - und Robert Ferrars. Dagegen ist Lady Catherine ne Kindergartentante. :wink:


Aber leider fehlt bei S&S am Ende dann "die Moral von der Geschicht".
Robert Ferrars sowie auch Fanny und John brauchen keinerlei Konsequenzen aus ihrem Handeln und Denken zu tragen. Alle bekommen was sie wollten und leben "glücklich" bis an ihr Ende....
Deshalb ist alle Kritik in meinen Augen nur unterschwellig und nicht beißend.

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BeitragVerfasst: Montag 12. März 2007, 23:17 
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Die Kritik besteht doch aus der Kritik ansich und nicht darin, dass alle die falsch handeln "ihre Strafe" kriegen. Das kann ich gar nicht nachvollziehen, hab ich Dich vielleicht falsch verstanden?


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BeitragVerfasst: Montag 12. März 2007, 23:30 
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Na im Gegensatz zu obigen Personen muss z.B. Emma ganz schön einstecken. Okay - sie bekommt am Ende Mr. Knightley und wird auch " glücklich" aber vorher muss sie ganz schön an sich arbeiten. :ja:

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BeitragVerfasst: Montag 12. März 2007, 23:43 
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Ja, sie ist ja auch die Hauptperson. Aber jemand wie Mr Elton (um mal bei dem Beispiel zu bleiben) lernt ja auch nicht dazu und ist genauso eine Randfigur wie Fanny und John Dashwood.

Wie gesagt: Ich sehe den Zusammenhang nicht, dass Kritik erst scharfe Kritik ist, wenn das Fehlverhalten "bestraft" wird. Das wäre dann vielleicht moralisch wertvoll, aber Kritik kann doch ganz unabhängig von Moral passieren. ??


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BeitragVerfasst: Montag 12. März 2007, 23:57 
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Doch da gebe ich Dir Recht. Nur ging es hier, glaube ich, darum ob P&P und S&S in erster Linie romantische Liebesromane sind. Ich glaube eben tatsächlich, dass Emma für Jane Austen so eine Möglichkeit war, mal den ganzen Frust über die Zustände in der Gesellschaft rauszulassen. Natürlich - zeitgemäß versteckt unter dem Deckmantel einer Romanze. :wink: Diesen Eindruck hatte ich bei obig erwähnten Werken nicht so stark. :nein:

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BeitragVerfasst: Dienstag 13. März 2007, 00:01 
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Ein Nachtrag vielleicht noch: Emma Thompson lässt natürlich IHRE Elinor die Sufragettenfahne schwingen. Allerdings ist DIESE Elinor ihrer Zeit weit vorraus und man muss schon gut im Roman suchen, um diesen Ansatz bei Elinor zu finden. Nicht das er nicht vorhanden ist- aber nicht so offensichtlich wie im Film. :nein:

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BeitragVerfasst: Dienstag 13. März 2007, 00:10 
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^An die habe ich auch gar nicht gedacht. :wink:
Sondern eher an Fanny und John. Und eigentlich alle drumherum. Da sind teilweise so Formulierungen drin, wos mir kalt den Rücken runterläuft, so bitter sind die. Z.B.:
He was not an ill-disposed young man, unless to be rather cold hearted and rather selfish is to be ill-disposed: but he was, in general, well respected; for he conducted himself with propriety in the discharge of his ordinary duties. (John ist gemeint)
Ein kaltherziger und selbstsüchtiger Mann, dessen Anlagen nicht wirklich als schlecht gelten können, denn er ist ja allgemein respektiert und angesehen.
Die Welt in der sich die Dashwood-Mädchen bewegen ist meinem Eindruck nach die kälteste und hässlichste von allen JA-Romanen.
Insofern sehe ich da schon wesentlich mehr scharfe und deutliche Kritik als eben in "Emma".


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BeitragVerfasst: Dienstag 13. März 2007, 09:02 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Naja, ich denke eher, dass die Welt von JA selber (die gesellschaftliche meine ich jetzt!) eine kalte war. Es ging anscheinend nur um Besitz und Ansehen und Stellung in der Gesellschft. Hatte man das nicht, war man ein Außenseiter. Und das kommt in Emma auch sehr deutlich rüber und auch Emma ist nicht frei von diesem Denken. Sonst müsste ihr klar sein, dass sie Harriet und Jane nicht mit gleicher Münze misst. Harriet findet zuhauf Männer, Gentleman (!) in Hartfield und für Jane gibt es keine passenden Männer.
Du bist, was du besitzt, nicht was du bist. Und diese Kritik kann man deutlich bei JA aus den Romane lesen, finde ich.

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BeitragVerfasst: Dienstag 13. März 2007, 10:40 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Ja, klar, das Thema findet sich in allen Romanen von JA.
Ich meinte eher die emotionalen und persönlichen Umstände in "S&S". Die sind (für die Hauptpersonen) schon wesentlich trauriger und härter als für andere Hauptfiguren bei JA.

Zurück zu Thread:
Hat sich schon jemand durch die oben verlinkte Website geklickt?? "Flirtmail" (Wer ist Euer perfektes "match"? :wink: ... mal wieder sehr bezeichnend, dass das automatisch nur für Frauen gemacht ist) und vorallem die ganzen Clips.

"Mansfield Park" ... Fannys Charakter wurde laut der Produzentin mal wieder aufgepeppt. Sie sei im Buch sooo langweilig und unsympathisch, da musst man sie mit Leben füllen. :roll: Naja, vielleicht funktionierts ja trotzdem halbwegs.
Aber heute morgen habe ich mich gefragt, warum man in den letzten beiden Filmen scheinbar so bemüht ist, Fanny dem Massenpublikum auf diese Art sympathisch zu machen, indem man ihren Charakter so verändert. Vielleicht müsste sie ja gar nicht so offensichtlich sympathisch sein, um den Film funktionsfähig zu machen? Im Gegenteil: Eine auch im Film sehr ambivalente Heldin stelle ich mir total interessant vor.


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BeitragVerfasst: Dienstag 13. März 2007, 11:02 
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@Julia
ja, eine ambivalente Heldin ist sehr interessant. Allerdings auch schwierig umzusetzen, bzw. dem breiten Publikum schmackhaft zu machen. Ist sicher filmisch noch schwerer als literarisch ... es geht halt meist über die "Sympathie-Schiene" ... :wink:

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BeitragVerfasst: Dienstag 13. März 2007, 11:07 
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Julia hat geschrieben:
Aber heute morgen habe ich mich gefragt, warum man in den letzten beiden Filmen scheinbar so bemüht ist, Fanny dem Massenpublikum auf diese Art sympathisch zu machen, indem man ihren Charakter so verändert.


Und dann nimmt man ausgerechnet Billie Piper als Fanny? Entweder man mag sie (BP) oder man mag sie nicht - etwa so ähnlich wie die Figur Fanny selber.
(Naja, aus dem Grunde hoffe ich ja, dass die Verfilmung doch einigermaßen ordentlich wird :wink: )


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BeitragVerfasst: Dienstag 13. März 2007, 11:08 
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Wenn ich an meine super negativen Gedanken Fanny betreffend beim Lesen denke, kann ich den Gedanken des Regisseurs durchaus nachvollziehen, auch wenn das absolut die Aussage des Romans verfälscht.

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BeitragVerfasst: Dienstag 13. März 2007, 11:18 
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Ja verstehen kann ich schon auch, wenn man das als schwierig empfindet. Aber gleich den Weg des geringsten Widerstandes gehen... ich weiß nicht. :nein:

Naja, so schwarz braucht man es ja auch nicht zu malen, wenn Fanny ein bißchen weniger schüchtern und defensiv ist, heißt es ja nicht, dass die Aussage des Buches gleich komplett verfälscht wird. Die gezeigten Szenen sehen zumindest nicht sooo verändert aus, gegenüber dem Buch.

@Caro: Man könnte zum Beispiel mit den beiden Crawford-Charakteren spielen. So durchweg schlecht sind die ja nur in Fannys Augen. Fanny muss ja nicht zwangsläufig die Heldin sein, der alle Herzen zufliegen, ist sie ja im Buch schließlich auch nicht.

*edit: Felicity Jones als Catherine gefällt mir immer besser! Und auch Maria Bertram.*


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BeitragVerfasst: Dienstag 13. März 2007, 11:26 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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[quote="Julia... Fanny muss ja nicht zwangsläufig die Heldin sein, der alle Herzen zufliegen, ist sie ja im Buch schließlich auch nicht. [/quote]
Von einigen Ausnahmen abgesehen ... :wink: :D

Na ja, sehr viele Regisseure und Produzenten denken halt an die Einspielquoten. Da geht man nicht gern ein Risiko ein... :)

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BeitragVerfasst: Dienstag 13. März 2007, 11:42 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Was ich mich frage ist, warum dann nicht mehr Wert auf "Nebenfiguren" gelegt wird und deren Rolle ausgebaut wird (natürlich wie es im Roman ist) und diese somit die Sympathieträger werden???

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BeitragVerfasst: Dienstag 13. März 2007, 11:48 
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Zum Beispiel. Die Crawfords müssen ja nicht zu Engeln werden, aber wie gesagt: Man könnte das Ganze etwas differenzierter gestalten. "Mansfield Park" ist eben nicht so, dass Fanny eindeutig die Sympathieträgerin ist und die Crawfords die Bösen. (Auch wenn ich Bruki jetzt schon schimpfen höre... :wink:)

Und das

Zitat:
Na ja, sehr viele Regisseure und Produzenten denken halt an die Einspielquoten. Da geht man nicht gern ein Risiko ein..


ist ja nun wirklich keine Entschuldigung! Wenn man Hunderttausende ausgibt für einen Drehbuchschreiber, der die Geschichte passend ummodelt, dann kann man doch auch genausogut Geld ausgeben für einen, der etwas tiefer in die Materie einsteigt.
Und selbst dem Durchnitts-Fersehzuschauer kann man ja wohl ein bißchen Urteilsvermögen und Hirn zutrauen. Für wen verfilmt man denn sonst Jane Austen??


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BeitragVerfasst: Dienstag 13. März 2007, 11:58 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Julia hat geschrieben:
Zitat:
Na ja, sehr viele Regisseure und Produzenten denken halt an die Einspielquoten. Da geht man nicht gern ein Risiko ein..


ist ja nun wirklich keine Entschuldigung! Wenn man Hunderttausende ausgibt für einen Drehbuchschreiber, der die Geschichte passend ummodelt, dann kann man doch auch genausogut Geld ausgeben für einen, der etwas tiefer in die Materie einsteigt.
Und selbst dem Durchnitts-Fersehzuschauer kann man ja wohl ein bißchen Urteilsvermögen und Hirn zutrauen. Für wen verfilmt man denn sonst Jane Austen??

Echt, so viel? Sollt ich mich vielleicht bewerben ...? :D
Nein, Spaß beiseite. Viele Verfilmungen sind halt "Hollywood-Produktionen", ob nun echt, oder nur in der Art. Ach, ich weiß doch auch nicht ... :gruebel: :nixweiss:

Und nein, sie können die Crawford-Schwestern eben nicht zu den Sympathieträgern machen, denn damit mutieren sie früher oder später, beim Zuschauer, zu Heldinnen. Nein, Fanny muss die moralische Siegerin bleiben ... :wink:

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BeitragVerfasst: Dienstag 13. März 2007, 12:08 
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Julia hat geschrieben:
Zum Beispiel. Die Crawfords müssen ja nicht zu Engeln werden, aber wie gesagt: Man könnte das Ganze etwas differenzierter gestalten. "Mansfield Park" ist eben nicht so, dass Fanny eindeutig die Sympathieträgerin ist und die Crawfords die Bösen.


:abgelehnt:

siehe Caros Begründung :)


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BeitragVerfasst: Dienstag 13. März 2007, 12:27 
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meli hat geschrieben:
Julia hat geschrieben:
Zum Beispiel. Die Crawfords müssen ja nicht zu Engeln werden, aber wie gesagt: Man könnte das Ganze etwas differenzierter gestalten. "Mansfield Park" ist eben nicht so, dass Fanny eindeutig die Sympathieträgerin ist und die Crawfords die Bösen.


:abgelehnt:

siehe Caros Begründung :)


Ich denke aber auch, daß Austens Text durchaus eine Differenzierung zuläßt. Man muß ja nicht gleich die Crawfords zu den Helden und Fanny zum Bösewicht machen, aber Fanny als pure Güte und die Crawfords als Bösewichter zu bezeichnen, trifft es auch nur sehr bedingt.


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