Bruki hat geschrieben:
Caro hat geschrieben:
... Ich glaube die Verträge, die Frauen und deren Kindern dann zumindest bestimmte Geldquellen als Witwe zudachten, kamen erst später ...
Interessant... denn dann muss Jane Austen eine Science-Ficktschän-Schreiberin und keine Realistin gewesen sein

...
In den FAQs auf Pemberley.com wird darauf hingewiesen, dass das von Dir genannte Werk nicht immer die kanonische Wahrheit enthielte und oft Regency und Viktorianische Era durcheinanderschmisse...
Es ist doch immer wieder schön, wie ein Buch gelobt werden kann, wenn einem der Inhalt zusagt, und bezweifelt wird, wenn einem etwas nicht in den Kram passt ...
Es steht aber genauso auch in "Huren, Henker, Hugenotten", das du doch selbst empfohlen hast ...? Okay, wir bewegen uns da in einem vorherigen Jahrhundert bzw. um 1700, aber viel hat sich an der Stellung und den Rechten der Frau bis zu Janes Zeit wohl nicht geändert. Zumindest war es doch so, daß Frauen freie Meinungsäußerung, vor allem in politischen Dingen selbst nach der französischen Revolution noch nicht erlaubt war.
Ist es nicht unlogisch, Frauen einerseits unmündig und klein zu halten, und ihnen andererseits volle Rechte auf ihr Eigentum zuzugestehen ...? Dann hätte doch der arme Adel nichts davon gehabt, eine reiche Erbin zu heiraten, wie es gängig war? Und hat nicht der Vater von Lord Byron mehr als eine Frau ruiniert, indem er das in die Ehe gebrachte Geld verschleuderte und durchbrachte ...? Übrigens auch das Geld von Amelia Darcy, Baroness Darcy de Knayth und Baroness of Conyers, die ihren ersten Gatten, Francis Osborne, wegen John Byron, "Mad Jack" verlassen hatte ...
Ich behaupte jedenfalls nicht, daß Jane etwas Falsches geschrieben hat, sondern daß die üblichen Besitz- und Finanz-Regelungen anders aussahen.
Sonst hätte man in Anne de Bourghs Fall vermutlich auch nicht von einer Vereinigung der beiden Estates gesprochen. Und ich kann mir nicht vorstellen, daß damit gemeint war, daß Anne nun Verfügungsrechte auf Pemberley gehabt hätte ...? Natürlich hätte die Ladyschaft versucht Verträge abzuschliessen, die ihrer Tochter ein bestimmtes Auskommen zusicherten, egal was die Zukunft bringen mochte, aber der Besitz an sich wäre vermutlich Darcy zugerechnet worden ...
Und war es nicht so, daß eine Tochter, die einen Titel und Besitz aus eigenem Recht hatte, also eine Peeress und Heiress war, so wie Amelia Darcy im Fall der Baronien ihres Vaters, nach dessen Tod, dennoch keinen Sitz im House of Lords hatte, wie es ihr als Mann zugestanden wäre ...
Übrigens gingen ihre Titel an den ältesten Sohn aus erster Ehe, George William Frederick Osborne, der nun Besitztum (Erbe) und Titel beider Elternteile inne hatte ...
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Grüsse, Caro
Avatar: Amelia Darcy (1754-1784)
Für 1 Jahr säe einen Samen, für 10 Jahre pflanze einen Baum, für 100 Jahre erziehe einen Menschen. chin. Weisheit