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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Donnerstag 24. September 2009, 13:13 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Merkwürdig, dass diese politische Korrespondenz jedoch öfter erwähnt wird. Dass in der Briefesammlung nichts ist, weiß ich :( , ich habe jedoch gehofft etwas über die Briefempfänger herauszufinden. Es gibt häufiger Sammler, die erhaltene Breife nicht wegwerfen ... :) :ja:

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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Donnerstag 24. September 2009, 13:25 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Ja, aber dieses Feld ist so gut erforscht, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass irgendwo plötzlich so ein Packen Briefe auftaucht, von dem (und dem Empfänger!) man noch nie gehört hat. Oder das jemand (außer einer deutsche Studentin?) Zugang zu diesen Briefen hätte, ohne das man etwas davon erführe ... Klingt ziemlich unglaubwürdig.
Hast Du denn den ganzen Text gelesen? Wenn da keine Quellen angegeben sind, würde ich es eher unter "unseriös" bzw. "private Spekulation" abhaken. :wink:

Edit: Ich seh grad, die Gute hat gar das Erscheinungsdatum (1715) von "Emma" falsch in ihrer Gliederung ... und gleich das zweite Kapitel heißt "Jane Austens Liebesleben". Na denn. ;D


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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Donnerstag 24. September 2009, 13:34 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Du hast schon recht, but nobody is perfect. ;D Muss ja nicht alles falsch sein, was neu ist ... :/

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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Donnerstag 24. September 2009, 13:35 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Sagt ja auch keiner ... aber wenn man schon spekuliert, dann doch nicht auf der Basis von Spekulationen anderer. :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Donnerstag 24. September 2009, 13:36 
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Piratensüchtige Administratorin, ebenfalls Seriensuchti mit Mittelalterpräferenz und spätes Girlie
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Caro hat geschrieben:
Du hast schon recht, but nobody is perfect. ;D Muss ja nicht alles falsch sein, was neu ist ... :/

Was sind schon 100 Jahre unter Historikern! :niwi:

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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Donnerstag 24. September 2009, 13:37 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Kerstin hat geschrieben:
Caro hat geschrieben:
Du hast schon recht, but nobody is perfect. ;D Muss ja nicht alles falsch sein, was neu ist ... :/

Was sind schon 100 Jahre unter Historikern! :niwi:
Oooch, was man da heute noch alles ausgräbt ... man möchte s nicht glauben ... :lach:

Aber Spass beiseite, kommt gar nicht soo selten vor, dass in historischen Häusern Archive auftauchen, wenn alte Wände eingerissen werden und ähnliches. Völlig abwegig wäre es nicht. Die junge dame wird sich das ja auch nicht völlig aus den Fingern gesogen haben, denke ich ... :|

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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Donnerstag 24. September 2009, 13:47 
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Piratensüchtige Administratorin, ebenfalls Seriensuchti mit Mittelalterpräferenz und spätes Girlie
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Ligh-Perrots...
Und mit der Kommasetzung hat sie es auch nicht so ( wenn der Text original übernommen wurde). Ich denke, da hat sich jemand wenig Mühe gegeben... :rolleyes:

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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Donnerstag 24. September 2009, 13:49 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Caro hat geschrieben:
Die junge Dame wird sich das ja auch nicht völlig aus den Fingern gesogen haben, denke ich ... :|


Ähm ... theoretisch kann man sich so Einiges aus den Fingern saugen ...

Wie gesagt: Ich wüsste gerne, wo sie das herhat, bzw. hätte gerne eine speziellere Info und nicht einfach nur eine bloße Behauptung, bevor ich mir ernsthaft darüber Gedanken mache. Das ist alles. :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Donnerstag 24. September 2009, 13:53 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Na ja. Von einer Literaturstudentin der Uni Wuppertal sollte man doch ein bisserl was erwarten können, oder ...? :gruebel:
Vor allem glaube ich eben auch nicht, dass Jane unpolitisch dachte. Aber, vielleicht ist hier auch mehr der Wunsch Vater des Gedanken ... :D

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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Donnerstag 24. September 2009, 14:28 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Caro hat geschrieben:
Vor allem glaube ich eben auch nicht, dass Jane unpolitisch dachte.


Das bezweifelt ja hier auch niemand. Aber zwischen "politisch denken" und "politische Korrespondenzen unterhalten" besteht ein wesentlicher Unterschied - und den sollte auch oder gerade eine Literaturstudentin aus Wuppertal kennen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Donnerstag 24. September 2009, 21:04 
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Piratensüchtige Administratorin, ebenfalls Seriensuchti mit Mittelalterpräferenz und spätes Girlie
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Caro hat geschrieben:
Na ja. Von einer Literaturstudentin der Uni Wuppertal sollte man doch ein bisserl was erwarten können, oder ...? :gruebel:
Vor allem glaube ich eben auch nicht, dass Jane unpolitisch dachte. Aber, vielleicht ist hier auch mehr der Wunsch Vater des Gedanken ... :D

Lies die Textauszüge... die sind jetzt nicht sonderlich umwerfend aufgebaut und formuliert. Und das Ganze umfasst grade mal 20 Seiten?
Das ist eine Hausarbeit, ohne jetzt abwertend sein zu wollen, es geht nicht um tiefgründige Wissenschaft und ich befürchte, es ist reine Spekulation, dass Jane Austen politische Korrespondenz unterhalten hat. Woher sie diese Vermutung hat, steht nämlich nicht im Text.

Und warum sollten sämtliche Biografen diesen Punkt bislang übersehen haben?
Grüße
Kerstin

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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Freitag 25. September 2009, 00:07 
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Mr. Honan erwähnt in seiner Biografie, dass JA sich brieflich (glaube ich) an einer Familiendiskussion über die Amerika-Frage beteiligt hat. Aber da ich nicht mehr genau weiß, wo das stand, müsste ich noch mal das ganze Buch durchsehen, um herauszufinden, ob er es belegt. Ein andermal....


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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Mittwoch 30. Dezember 2009, 20:09 
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Administrator und Captain a.D. of HMS Groupread
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Von Kim Wilson ist mir "Die Gärten der Jane Austen" in die Hände gefallen. Das ist im Grunde ein ganz nettes Buch, mit vielen Bildern von Gärten und Pflanzen. Es geht um alle Gärten, die Jane Austen gekannt hat, also entweder selbst gehegt und gepflegt (so wie in Chawton) oder besucht hat. Da finden sich dann also auch Kensington Gardens in London oder Sydney Gardens in Bath. Es sind meist eher kurze Beschreibungen der Gärten. Immer wieder geht es darum, wie damals Gärten angelegt wurden, was gepflanzt wurde usw. Am Ende gibt es sogar ein Kapitel, wie man sich selbst einen JA-Garten anlegen kann, was ich aber relativ sinnfrei fand, weil dort eigentlich nur noch mal steht, dass man die Pflanzen, über die man gerade gelesen hat, halt pflanzen sollte - und wenn man keinen Garten hat, tut es auch ein Balkon. Eingestreut werden auch immer mal wieder kurze historische Texte. Und natürlich relativ viele Zitate aus Jane Austens Büchern und Briefen.
Also ich denke, wenn man den grünen Daumen hat, ist das ein nettes Büchlein (es ist für einen Bildband eher klein, dafür teuer). Mir waren das zu viele Pflanzennamen, mit denen ich wenig anfangen kann. Und der Erkenntnisgewinn hält sich in Wahrheit auch in Grenzen, zumal ich den Eindruck nicht losgeworden bin, dass die Autorin aber auch wirklich jedes JA-Zitat zusammen gesucht hat, wo sie irgendwas über Gärten ("Waren gestern am Kanal spazieren.") oder allgemein die Natur geschrieben hat. Dabei kommt heraus, dass sie sich nicht sehr detailliert dazu geäußert hat...
Ich schätze, es ist ein nettes Buch, um es sich schenken zu lassen. Aber vielleicht schreibt hier mal jemand was über das Buch, der oder die mit Freude einen eigenen Garten pflegt - mich würde interessieren, was die Experten dazu sagen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Sonntag 28. März 2010, 11:50 
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Emsige Missionarin für Jane Austen
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Ob sich das hier wohl lohnen könnte? Hat vielleicht schon jemand von Euch dieses Buch in den Fingern gehabt?

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"To read ist to translate, for no two person's experiences are the same."
(W. H. Auden)

"Lesen heißt übersetzen, denn keine zwei Menschen teilen die gleichen Erfahrungen."


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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Sonntag 28. März 2010, 21:25 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Nein, noch nicht. Hier ist eine Rezension, die zumindest mich gleich davon abgehalten hat, es in Erwägung zu ziehen.

Zitat:
Overall, Pauline Kelly’s Jane Austen Dictionary will make a pleasant gift to a young reader new to Austen’s world, but serious Janeites will be disappointed.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Samstag 20. November 2010, 20:22 
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Administrator und Captain a.D. of HMS Groupread
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Jane Austen von Reimer Jehmlich ist ein eher schmales Buch, das versucht, die Rezeptionsgeschichte der JA-Werke von den Anfängen bis 1992 nachzuvollziehen. Das fängt also mit Walter Scott und Charlotte Bronte an und endet etwa mit der feministischen und strukturalistischen Literaturkritik. Natürlich kann Jehmlich nicht alle Beiträge zu Jane Austen auswerten oder auch nur die wichtigsten ausführlich darstellen. Aber das fand ich eher gut, denn so bekommt man einen Überblick über die (hoffentlich) bedeutendsten Untersuchungen. Dabei ist es ziemlich interessant, zu sehen, wie sich die Kritiker an Jane Austen die Zähne ausgebissen haben. Ab 1870 dominerte laut Jehmlich jahrzehntelang die sehr unkritisch-lobhudelnde Rezension. Kritische Stimmen gab es auch, aber sie wurden im Grunde totgeschwiegen. Das hatte zur Folge, dass Jane Austen eigentlich nur als große alte Tante der englischen Literatur verehrt wurde, die hübsche Liebesgeschichten vom Lande schrieb. Erstaunlich langsam setzte sich die Erkenntnis durch, dass Austen tatsächlich eine große Schriftstellerin ist, nicht nur die Amateurin, die eigentlich ohne jedes Profitinteresse nur für die Familie schrieb und ihre Bücher eher zufällig verkaufen konnte.
Jehmlich zeichnet die Entwicklung der Austen-Kritik Schritt für Schritt nach – und stellt dabei immer wieder fest, dass es kaum eine Diskussion zwischen den Kritikern gab. Bis in die 90er gab es offenbar immer zwei große Positionen, die nebeneinander her vertreten wurden. Dabei ging es um Fragen wie: Sind ihre Bücher zeitlos schön und heiter – oder sehr wohl in ihrer Zeit verwurzelt? Hat sie ihr historisch-politisch-gesellschaftliches Umfeld verarbeitet – oder eher weniger? Hat sie die die gesellschaftlichen Bedingungen kritisiert – oder gut gefunden? Hatte sie eine pädagogische Absicht – oder eher nicht? War sie Traditionalistin – oder progressiv? War sie christlich-konservativ – oder liberal-kritisch? War sie eine Feministin – oder eine Verräterin der feministischen Idee? Bemerkenswert ist, dass es bei Austen offenbar für alle Positionen mehr oder weniger eindeutige Belege gibt….

Also ich fand das alles sehr interessant. Klar ist das eher trocken geschrieben, mir haben vor allem die vielen englischen Zitate zu schaffen gemacht. Aber man gewinnt halt einen guten Überblick und bekommt einen Eindruck davon, was man in JAs Romane so alles hineininterpretiert hat. Und wie schwer es die Kritik hatte, gegen die Übermacht der verklärten und verklärenden JA-Jünger einen nüchternen Blick auf ihr Werk zu werfen. Heutzutage, stellt Jehmlich 1995 fest, gebe es immerhin endlich einen Grundkonsens unter den Kritikern, dass Austens Werk viel subtiler, raffinierter und anspruchsvoller ist, als ihre gewaltige Popularität vermuten lässt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Samstag 20. November 2010, 22:21 
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Austenexperte
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Udo hat geschrieben:
Heutzutage, stellt Jehmlich 1995 fest, gebe es immerhin endlich einen Grundkonsens unter den Kritikern, dass Austens Werk viel subtiler, raffinierter und anspruchsvoller ist, als ihre gewaltige Popularität vermuten lässt.

Aber das ist ja auch ein bzw. der wichtige Punkt. JA ist auf der einen Seite populär, Viele lesen sie, einfach weil es Spaß macht und auf der anderen Seite gibt es auch für die Kritik oder für wissenschaftliche Betrachtungsansätze genug zu finden. Was nützt ein von den Kritikern hochgelobtes Stück, das nach ein paar Jahren niemand mehr ansieht, geschweige denn liest.

Und auch wir hier merken das ja immer wieder, z.B. in den Groupreads. Wie viele Deutungsansätze haben wir selbst bei ihrem letzten, unvollendeten Werk entdeckt.
Elanor

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sadly enough, this is more than true in our times


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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Montag 22. November 2010, 10:17 
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Administrator und Captain a.D. of HMS Groupread
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Interessanterweise ist es im Alltag aber doch immer noch so, dass die meisten Leute Austen für leichte, romantische Kost halten. Ich jedenfalls muss mich meistens dafür rechtfertigen, dass ich sie lese. Das heißt, die vorherrschende Meinung hat sich in 140 Jahren nicht geändert... Grund dafür dürften auch die Verfilmungen sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Montag 22. November 2010, 13:01 
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Austenexperte
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Udo hat geschrieben:
Das heißt, die vorherrschende Meinung hat sich in 140 Jahren nicht geändert... Grund dafür dürften auch die Verfilmungen sein.

Das ist anzunehmen, da bis jetzt eigentlich in keinem Drehbuch der Witz und die feinen Einzelheiten des ironischen Untertons richtig rauskommen. Es gibt immer gute Ansätze, aberdurchgängig hat es noch keiner geschafft :nein: JA gut in Szene zu setzen. (Was nicht heißt, das ich nicht diverse Verfilmungen liebe :wink: )

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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Dienstag 17. Januar 2012, 17:13 
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Austenfrischling
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Glaubt ihr, dass es sich lohnt, "Jane Austen und ihre Zeit" von Deirdre Le Faye importieren zu lassen (auf dt.)?
(Habs auf irgendeiner Seite für 27,39€ entdeckt, hier hab ich sie nur für 50+ gesehen :( )


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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Januar 2012, 08:54 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Als Einstieg in die zeitgenössischen Hintergründe ist es sicher gut geeignet, auch optisch ist es sehr schön gestaltet, viele Bilder und Fotos. Ob es Dir allerdings den Preis wert ist, musst Du wahrscheinlich selbst herausfinden. :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Januar 2012, 11:29 
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Austenexperte

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Hallo miacaro,

das Buch ist sehr zu empfehlen, besonders dann wenn man sich erst einmal auf deutsch mit JA beschäftigen möchte. Und Deidre la Faye ist besonders zu empfehlen. Habe sie vor kurzem in einer Doku gesehen (es ging um das angeblich neue Portraitvon JA) und da ist sie mir sehr postitiv aufgefallen. :)
Und zum Preis: Ich vermute mal, dass man es zur Zeit nicht günstiger bekommen kann.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Mittwoch 1. Februar 2012, 18:03 
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Austenfrischling
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Nochmal ich ;) :
Wie ist denn der englische Originaltitel von Deirdre Le Fayes "Jane Austen und ihre Zeit"?


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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Samstag 4. Februar 2012, 20:46 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Die englische Ausgabe heißt "Jane Austen: The world of her novels".


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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Sonntag 5. Februar 2012, 11:09 
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Austenfrischling
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Registriert: Mittwoch 19. Oktober 2011, 13:59
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Danke :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Freitag 6. April 2012, 10:42 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Registriert: Mittwoch 19. Oktober 2005, 21:13
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Ich lese gerade ein sehr spannendes Buch, das zwar nur am Rande mit Jane Austen zu tun hat, sondern eher die britische Literatur des späteren 18. Jahrhunderts generell behandelt, bzw. ein Genre, das meist völlig unter den Tisch fällt, aber trotzdem auch für die Perspektive auf Jane Austen interessant ist:

Cruelty and Laughter - Forgotten Comic Literature and the Unsentimental Eighteenth Century

Es geht um den Humor und die schriftlich festgehaltenen Witze und Satiren dieser Zeit, die in starkem Widerspruch zu dem eleganten, empfindsamen, schöngeistigen und höflichen Bild steht, dass wir heute meist von dieser Zeit haben.
Der Autor argumentiert, dass dieses Bild vorrangig deshalb entstanden ist, weil man sich fast ausschließlich mit Texten beschäftigt hat, die diese Wahrnehmung unterstützen, bzw. diese Texte entsprechend gelesen hat. Seit einigen Jahren beschäftigen sich Historiker verstärkt auch mit den vermeintlich "niederen" Literaturgenres und fördern unglaublich viel bisher unbekanntes Material zu Tage.
In diesem Buch geht es konket um die Vielzahl an Büchern mit teilweise derben, oft "geschmacklosen", sexistischen und politisch unkorrekten Witzen und Scherzen (über Behinderte, Arme, Kranke, Opfer von Gewalt, etc.) und wie und wo diese verbreitet waren, wer sie also gelesen hat und kannte.

Ich finde es ziemlich überraschend, wie umfangreich diese Art Humor vor allem auch in der Oberschicht und vom gehobeneren Bürgertum geschätzt und weitergegeben wurde. Unter vielen anderen wird auch Jane Austen erwähnt, deren versprengte "Bösartigkeiten" (z.B. in den Briefen, am bekanntesten da wohl der Kommentar über die Fehlgeburt) in diesem Kontext als gar nicht mehr so untypisch erscheinen. Auch die vielen Doppeldeutigkeiten und Anspielungen in den Romanen, mit denen sich ja schon andere beschäftigt haben bekommen in diesem größeren Zusammenhang neuen Rückenwind, finde ich.

So oder so: Eine interessante, weil neue Perspektive auf Austens Zeit und die Literatur ihrer Zeit (die unbestritten ja auch sie - auf welche Art auch immer - beeinflusst haben wird).


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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Mittwoch 11. April 2012, 08:51 
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Austenexperte

Registriert: Samstag 22. Oktober 2005, 22:38
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Zitat:
Ich finde es ziemlich überraschend, wie umfangreich diese Art Humor vor allem auch in der Oberschicht und vom gehobeneren Bürgertum geschätzt und weitergegeben wurde. Unter vielen anderen wird auch Jane Austen erwähnt, deren versprengte "Bösartigkeiten" (z.B. in den Briefen, am bekanntesten da wohl der Kommentar über die Fehlgeburt) in diesem Kontext als gar nicht mehr so untypisch erscheinen. Auch die vielen Doppeldeutigkeiten und Anspielungen in den Romanen, mit denen sich ja schon andere beschäftigt haben bekommen in diesem größeren Zusammenhang neuen Rückenwind, finde ich.


Bei solchen Aussagen erscheint es ja dann nur logisch, dass sich ein wilhelminischer Kritiker etwas distanziert zu Jane Austen äußert.
Aber die Erkenntnisse aus dem oben erwähnten Buch finde ich jetzt gar nicht sehr neu. Wenn man die bekannten Werke aus dieser Zeit liest, ist doch auch schon zu merken, dass die Menschen damals etwas anders drauf waren (oder Biographien (oder auch Filme/Dokus) aus dieser Zeit liest (sieht)).


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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Freitag 13. April 2012, 07:44 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Registriert: Mittwoch 19. Oktober 2005, 21:13
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Ich glaube, die Aussage des Buches geht schon über ein "anders drauf sein" der Menschen hinaus. Dass das so war, gilt wohl für jede Epoche.
Auf welche "bekannten Werke" beziehst Du Dich denn? Ich habe auch ein bißchen was von Richardson, Fielding und Burney gelesen und der Autor des Buches bezieht sich schon auch auf die Spuren, die die zeitgenössische "Witzkultur" (ich nenn es mal so, auch wenn es das Thema nicht ganz trifft) dort hinterlassen hat. Neu für mich ist trotzdem das Ausmaß der Verbreitung und die breite Akzeptanz in allen Schichten dieser groben Späße. Die eben in vollem Kontrast zu den empfindsamen, bürgerlichen Werten stehen, die z.B. zeitgenössische Romane zu etablieren bemühten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Freitag 13. April 2012, 10:11 
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Austenexperte

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Also Fielding ist doch schon mal sehr komisch. Und dann habe ich noch einige Reiseberichte über Ausländer in England gelesen und da kommt auch sehr gut die "Witzkultur" der Engländer zu Tage, ob sie sich nun in der oberen oder unteren Schicht bewegten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sekundärliteratur allgemein
BeitragVerfasst: Mittwoch 2. Mai 2012, 11:50 
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A Jane Austen Encyclopedia von Paul Poplawski ist so ziemlich das, was der Titel versprich: Ein Lexikon mit zahlreichen Stichwörtern und Namen, die für Jane Austen und ihre Romane relevant sind (oder auch nicht). Das Buch fängt gleich mit drei Chronologien an: Jane Austens Leben, die historischen Hintergründe und eine Chronik der literarischen Veröffentlichungen von 1749 bis 1820. Das finde ich schon mal sehr ordentlich. Dann gehts los mit dem Lexikon, das von "Abbotts, the two" (na, wer kennt sie?) bis "Younge, Mrs." (na?) reicht. Tatsächlich habe ich den Eindruck, dass mindestens 70 bis 80 Prozent der Einträge sich mit Namen beschäftigen. Und da in Austens Romanen viele Leute auftauchen, werden sie auch von Mr. Poplawski aufgeführt. Manchmal bekommen sie nur 2-3 Zeilen, manchmal aber auch halbe oder ganze Seiten, wenn sie wichtiger sind. Das ist oft durchaus interessant, weil die Figuren auch charakterisiert werden, manchmal aber auch im Grunde sinnfrei - siehe "Abbotts, the two", das kann nur interessieren, wer unser Jane-Austen-Frage-und-Antwort-Spiel reanimieren und mit unlösbaren Fragen gleich wieder eliminieren will. Aber ein Lexikon sollte natürlich vollständig sein, erst recht eine Enzyklopädie, von daher...
Es gibt natürlich auch Einträge zu allen Werken, die z.T. auf mehreren Seiten zusammengefasst werden, was bei den Jugendwerken auch durchaus hilfreich ist. Hinzu kommen Anmerkungen zu allen möglichen Themen, von Austens Gedichten bis zu den langen Einträgen über "Themes and Concerns" und den Umgang der Literaturkritik mit Austen. Am Ende gibt es noch eine 70 Seiten lange Bibliographie und natürlich ein Index (an dem ich herausragend finde, dass er das Stichwort Themen noch seitenlang untergliedert von "female accomplishments" bis "wit and wittiness" - da könnte man mit viel Stöbern sicher interessante Dinge finden). Im Index finden sich dann auch viele Stichworte, die glücklicherweise im Hauptteil nicht vorkommen, wie etwa Ortsnamen (dann hätte das Buch wahrscheinlich nicht ca. 400, sondern viele, viele Seiten mehr gehabt). Bilder gibt es übrigens auch nur ganz wenig.

Mein Fazit: Das Buch ist gründlich und interessant. Ich würde sagen, ein "nice-to-have", aber sicher kein "must-have". Schon gar nicht für den Preis, für den es derzeit bei Amazon zu haben ist. Man muss immer daran denken, dass es ein Lexikon ist: Wer sich also mit verschiedenen Austen-Aspekten vertieft beschäftigen will, wird hier sicher nicht fündig. Manche Dinge fehlten mir auch - so hätte ich gerne etwas über Austens Einkommen gelesen, habs aber jedenfalls auf die Schnelle nicht gefunden. Aber natürlich hab ich das Buch auch nicht gelesen, sondern bisher nur hier und da reingeblättert. Nehmt diese Anmerkungen also besser lieber als allgemeinen Eindruck - vielleicht sollte mal jemand was dazu schreiben, der oder die das Buch z.B. fürs Studium oder so benutzt hat?


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