Austen-inspirierte Bücher
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Stephanie Barron: Der dunkle Engel

Sonntag 19. März 2006, 00:07

vor kurzem gelesen.
Der Text darf sehr gerne für die JAF-Seite verwendet werden.

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Jane Austen hat gerade Harris Bigg-Withers Antrag abgelehnt und ist nun sehr dankbar für eine Einladung ihrer Freundin Isobel. Sie hat vor kurzer Zeit Lord Scargrave geheiratet, ist nun von ihrer Hochzeitsreise zurück und wünscht Jane an ihrer Seite für einen Ball, der Isobel zu ehren stattfinden soll.
Es scheint ein schöner Abend zu werden, doch ein mysteriöser Herr tyrannisiert Isobel und dann stirbt auch noch ihr Ehemann plötzlich in der Nacht nach dem Ball. Am nächsten Tag ist Isobels Zofe verschwunden und ein verleumderischer Brief von ihr taucht auf: Isobel soll ihren Mann betrogen und umgebracht haben.
Jane Austen setzt nun alles daran, ihrer Freundin zu helfen und deren Unschuld zu beweisen.

„Wenn eine junge Dame mit mehr Lebensart als Vermögen so klug ist, die Zuneigung eines älteren Gentleman zu erringen, nämlich eines Witwers von hohem Stand und in gesicherten Verhältnissen, gilt eine solche Verbindung allgemein als vorteilhaft für beide Seiten.“
„Als lediger Mann und mit einem ansehnlichen Vermögen gesegnet, müsste er eigentlich auf der Suche nach einer Ehefrau sein.“
„... denn Ihnen mangelt es an Einfühlungsvermögen, an Skrupel und Ehrbarkeit – offen gesagt, an allem, was einen Gentlemen ausmacht. Sie wären wirklich der letzte Mensch, den zu heiraten ich in Erwägung ziehen könnte.“
Sätze, die uns bekannt vorkommen. Doch das sind nicht die einzigen Anspielungen auf „Stolz und Vorurteil“. Stephanie Barron gestaltet auch die ein oder andere Figur nach der Romanvorlage.
In einer Fußnote schreibt Barron: „Es ist möglich, dass Jane Austen Fitzroy, Viscount Payne zu ihrer berühmtesten männlichen Romanfigur, Fitzwilliam Darcy, verarbeitete, obgleich ein schlüssiger Beweis fehlt. First Impressions, worin Darcy die männnliche Hauptrolle spielt, wurde 1796 geschrieben und 1797 für eine Veröffentlichung abgelehnt. Später mit dem neuen Titel Pride and Prejudice versehen, wurde der Roman 1802 oder Anfang 1803 – kurz nach Jane Austens Aufenthalt in Scargrave Manor – sowie ein zweites Mal vor der Veröffentlichung im Jahr 1812 gründlich überarbeitet.“
Ich frage mich, wie sehr der Darcy der ersten Fassung sich unterschieden hat vom Darcy der Endfassung. Als ob Payne und all die anderen soviel Einfluss auf den Roman genommen hätten.
Und ganz abgesehen davon: wer meine Kritik zu einem anderen der JA Mysteries („Das Medaillon des Todes“) gelesen hat weiß, dass ich von Barrons „Ich hab die Tagebücher von Jane Austen gefunden“-Idee alles andere als begeistert bin. Ihre Fußnoten dazu sind deshalb für mich nichts anderes als lächerlich. Barron versucht, ihre Romane um das Leben von Jane Austen zu basteln und nimmt das alles auch noch ernst. Ich finde es eher peinlich.

Doch ich will das Buch bewerten, ohne mich davon beeinflussen zu lassen:
Es hat mir nicht so gut gefallen, wie das „Medaillon des Todes“. Die Story fand ich nicht besonders gelungen. Spannend war es dennoch bis zum Schluss.
Die einzige Figur, die mir, wie auch schon im „Medaillon des Todes“, gut gefallen hat, war Eliza, Henrys Frau. Schon durch die Biographien, die ich gelesen habe, bin ich ein kleiner Fan von ihr geworden.

Falls ihr an diesen Romanen interessiert seid, schauft öfter mal bei Ebay rein, hin und wieder werden sie dort angeboten.

Sonntag 19. März 2006, 00:07

Donnerstag 30. März 2006, 13:28

Hallo,

also da muss ich doch etwas dazu schreiben.
Ich habe eigentlich nur "Jane Austen und die Dame in Rot" auf deutsch gelesen, alle anderen Mysteries auf englisch. Und was soll ich sagen? Ich finde sie toll! Ich habe auch schon Elizabeth damit angesteckt, diese Krimis zu lesen.

Gut, Deine Kritik ist berechtigt. Es ist schon etwas anmaßend so zu tun, als hätte man die Tagebücher der Jane Austen auf dem Dachboden gefunden.
Aber ich denke, als Janeite sollte man wissen, dass das nicht stimmt bzw. stimmen kann.
Ich finde es ganz witzig, sich Jane Austen als Detektivin, die Mordfälle löst, vorzustellen. Stephanie Barron gelingt es, finde ich, ganz gut, eine "andere" Jane Austen zu zeigen, die aber dennoch (für mich jedenfalls) glaubwürdig ist. Dass sich dabei im Laufe der Zeit (Bücher) auch eine "kleine Liebesgeschichte" für sie aufbaut, die nicht sein kann und darf, ist zwar gefährlich, aber es ist nun mal Fiktion (auch wenn die Sache dennoch sehr anrührend ist und auch erklären könnte, warum sie so wurde, wie sie war).
Ich denke auch, dass es Stephanie Barron recht gut gelingt, die Umstände und Lebensgewohnheiten der damaligen Zeit zu schildern. Somit sind die Krimis für mich zusätzlich interessant.
Indgesamt muss ich wohl sagen, dass ich diese Krimis weitaus besser als manche Sequels zu Jane Austens Werken finde.
Vielleicht ist es ja aber auch mit den Krimis wieder das "alte" Problem: die deutschen Übersetzungen. Eventuell geht vieles bei der Übersetzung verloren.

Viele Grüße
Lizzy
Zuletzt geändert von Lizzy am Montag 3. April 2006, 15:11, insgesamt 1-mal geändert.

Donnerstag 30. März 2006, 14:16

Hallo Elena,

vielen Dankd für deine Rezension. Ich habe sie übernommen für die Seite.

Gruß

Sonja

Montag 3. April 2006, 12:38

Lizzy,
danke für deine Meinung. Finde ich toll, dass mal jemand reagiert und auch diskutieren will.
Ich habe jetzt leider wenig Zeit, aber ich möchte darauf später noch eingehen. Vielleicht schon diese Woche.

Sonja,
danke.

"Die Dame in Rot" habe ich nun auch gelesen. Dazu werde ich natürlich auch noch meinen Senf abgeben. *g*

Re: Stephanie Barron: Der dunkle Engel

Montag 22. April 2013, 16:11

Habe heute "Jane Austen und der dunkle Engel" bekommen, ich finde es schade das nur vier der zehn Bände dieser Krimi Reihe auf Deutsch erschienen sind denn ich finde die Bücher sind eine tolle Ergänzung für jede Austen Sammlung aber von der Konzeptidee her muss ich doch sagen erinnert mich das ganze doch sehr stark an "Mord ist ihr Hobby". :wink:
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