Wie vielleicht einigen/vielen/allen bekannt ist, hatte Jane Austen ursprünglich ein anderes Ende für "Persuasion" geschrieben, das sie jedoch dann strich und gegen die heutige Buchversion austauschte, die wir heute alle kennen.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es diese erste Version des Endes von Persuasion NICHT in deutscher Übersetzung gibt (wenn doch, dann hat sich das hier eh erledigt), dass aber möglicherweise einige, die in Englisch nicht so bewandert sind, dieses Ende auch gerne einmal lesen möchten.
Daher wollte ich fragen, ob ein paar von euch Interesse hätten, gemeinsam dieses Ende zu übersetzen --- jeder, der Lust hat, übernimmt einen Satz oder einen Abschnitt, und wir entscheiden uns dann, welches die beste Übersetzungslösung ist. (Bei Emma Thompsons Rede hat das ja wunderbar geklappt!)
Am Ende werde ich dann den gesamten deutschen Text in einem Rutsch noch einmal zusammenziehen, dass sich ein Neuleser nicht mühselig durch den ganzen Thread die Puzzleteile zusammensuchen muss, und hier zu Beginn des Threads einen Link setzen, damit man direkt hingelangt.
Wenn ein paar Lust hätten, mitzumachen, wäre das wirklich toll!
Den englischen Text gibt es glücklicherweise hier auf Pemberley.com, ansonsten hätte ich ihn nämlich abtippen müssen!
Mit lieben Grüßen,
Alethea
Zuletzt geändert von Alethea am Samstag 29. September 2007, 14:36, insgesamt 2-mal geändert.
du meinst doch bestimmt das ende wo wentworth ihr den antrag beim admiral zu hause macht nach dem der admiral ihr kellynch hall anbieten wollte als haus für sie und MR:Elliot oder?
das gibt es auf deutsch (hab das buch aber leider nicht zu hause weil ich es aus der bibliothek ausgeliehen hatte ich weiß aber das es die übersetzung von christian grawe war )
vielleicht hilft euch das ja irgendwie weiter
Milli hat geschrieben:du meinst doch bestimmt das ende wo wentworth ihr den antrag beim admiral zu hause macht nach dem der admiral ihr kellynch hall anbieten wollte als haus für sie und MR:Elliot oder? das gibt es auf deutsch (hab das buch aber leider nicht zu hause weil ich es aus der bibliothek ausgeliehen hatte ich weiß aber das es die übersetzung von christian grawe war )
Genau, das meine ich... Ich dachte mir doch schon so insgeheim, dass Herr Grawe auch das schon übersetzt hat...
Naja.... entweder könnte jemand, der das Buch hat, den Text vielleicht hier zitieren, damit alle etwas davon haben ---- oder, falls niemand das Buch hat, und wenn einige Lust am Übersetzen haben, können wir uns ja trotzdem dran versuchen...
Ja, das alternative Ende gibt es in deutsch und soviel ich weiß, ist es in den Reclam-Ausgaben auch miteingefügt? (Zumindest in einer älteren, die ich mal in der Hand hatte.)
Übrigens handelt es sich nicht nur um ein "gestrichenes" Kapitel (wie es manchmal bezeichnet wird), sondern auch um einige Änderungen in den vorhergehenden und dem letzten, die dem Ganzen eine andere Note geben. Inwieweit das auch im Deutschen berücksichtigt wurde, weiß ich leider nicht. Da müsste man mal die beiden Versionen ("alternatives Ende"/"gedrucktes Ende") vergleichen.
Den Plan des Abtippens halte ich rechtlich für etwas gewagt, denn JA ist ja nicht zufällig nirgends in Deutsch online zu finden - die Verlage/Übersetzer haben da ja das Copyright drauf.
Ausgedruckt und gelesen hatte ich die ursprüngliche Fassung auch - und war froh , dass Jane Austen die Zeit und Energie hatte, den Schluss umzuschreiben!!
In der aktuellen Reclamausgabe (die lese ich nämlich gerade) ist es mitabgedruckt. Es wird als ausgeschiedenes Kapitel anstelle von Kapitel 22 und 23 beschrieben.
Julia hat geschrieben:Den Plan des Abtippens halte ich rechtlich für etwas gewagt, denn JA ist ja nicht zufällig nirgends in Deutsch online zu finden - die Verlage/Übersetzer haben da ja das Copyright drauf.
Also, ich weiß nicht. Das ist ja irgendwie merkwürdig, dass man hier Links postet, unter denen man Kinofilme sehen darf, die noch nicht im Kino liefen und die definitiv auch geschützt sind, aber Kapitel auf Deutsch nicht abtippen darf!
Julia hat recht. Merkwürdig hin oder her. Und dass Youtube mindestens dunkelgrau ist, hatte ich schon mehrfach erwähnt, glaube ich. Dann ist überstzen besser, weil es dann unser geistiges Eigentum ist
Es ist auch immer die Frage von "Wo kein Kläger da kein Richter." Ich denke, wenn man den Text im Mitgliederbereich veröffentlicht, dann wird das schon ungefährlicher sein (oder?).
Die Frage ist ja überhaupt, wer sich bereiterklärt, das alles abzutippen?! Aber vielleicht tuts ja auch ein Scan.
Ich habe gerade in "Jane Austen's Literary Manuscripts" nachlesen, das alle überlebenden Handschriften beschreibt und die Änderungen darin detailliert aufzählt. In dem Kapitel über "Persuasion" steht:
Brian Southam hat geschrieben:"It is a 32-page draft of what, at one stage, was to have been the ending of the work, chapters 10 and 11 in the second volume. (...) more than a quarter of the original chapter 10 was incorporated almost verbatim in the new chapter 11. (...) the manuscript consists of a further chapter (the original chapter 11) which was taken over in the completed work (as chapter 12) with considerable changes to the wording."
Hier kann man die beiden ursprünglichen Kapitel zumindest in Englisch lesen.
Ich finde, beim Lesen/Vergleichen kann man sich gut vorstellen, dass und wie Jane Austen auch an allen andere Romanen gearbeitet, umgeschrieben und gestrichen hat. Schade, dass sonst nichts diesbezüglich erhalten ist.
Und: Ja, ich bin auch froh, dass auch JA mit der ursprünglichen Version unzufrieden war. Der jetzige Schluss ist so viel besser und vorallem passender. In der alten Szene fällt sie in das komödiantische Genre der anderen Werke zurück, bei dem die Protagonisten Opfer der Gegebenheiten und Mißverständnisse sind - das passt nur halb so gut zur emotionalen Aussage von "Persuasion": Selbstbestimmtheit und Charakterreife.
Nee, wir wollen hier ja nicht gegen Copyright verstoßen... Ich dachte allerdings, wenn man das Kapitel auf deutsch zitiert und mit einer Quelle kenntlich mach, den Namen des Übersetzers und des Verlages angibt, dürfte man kein Copyright verletzen... Ich habe hier ja auch schon gelegentlich Texte von Deirdre Le Faye und anderen Büchern gepostet und sie mit Quelle kenntlich gemacht... Sollte ich das dann auch wieder rückgängig machen?
(Von der Uni her weiß ich ja, wie heikel das mit dem Textraub ist... )
Aber ich habe auch nichts dagegen, wenn ein paar mithelfen, den Text einfach zu übersetzen, wie ich es ja ursprünglich vorgeschlagen hatte! Es dürfte interessant sein, zu welch unterschiedlichen Ergebnissen man teilweise kommt (wie man beim Persuasion Groupread immer wieder feststellt) ---- und schwer ist es auch nicht. Ich hatte mich schon mal an den Anfang gewagt (weiß aber leider nicht mehr, wo ich das verschlampert habe ) und kam recht gut voran.
Da Jane Austens Original schon so alt ist, dass man es ohne Copyright-Probleme im Original veröffentlichen kann, dürfte es mit einem Selbstversuch an einer Übersetzung doch keine Probleme geben...
Aber wir können's auch ganz lassen, wenn es euch zu viel ist...
Alethea hat geschrieben: Aber ich habe auch nichts dagegen, wenn ein paar mithelfen, den Text einfach zu übersetzen, wie ich es ja ursprünglich vorgeschlagen hatte!
Ich halte das für eine tolle Idee, wenn ich auch keine Zeit haben werde, mitzuübersetzen. Und wenn es schon eine deutsche Übersetzung gibt, kann man in Zweifelsfällen spicken .
Wieviele Seiten zum Übersetzen wären das denn insgesamt, um mal einen Überblick zu haben?
Ich bin mir sehr sicher, dass es in der reclam Übersetzung auf deutsch hinten mit drin ist, ich habe diese Ausgabe (auch von Grawe) und da ist es auch mit drin. Ich werde aber mal nachsehen, bin aber erst wieder morgen abend zuhause.
In meiner Ausgabe von reclam ist es drin, das ausgeschiedene Kapitel. Da ich krankgeschrieben war, habe ich das Buch mitsamt dieses Kapitels schon durch.
Also, bei einem Übersetzungsprojekt wäre ich auch mit dabei, ich finde das auch immer so spannend wie unterschiedlich die Übersetzungen ausfallen.
11 Seiten sind ja auch nicht sooo viel, finde ich.
(Ich übersetze zwar grade was anderes, das mir wieder eingefallen ist, aber das soll ja kein Hinderniss sein, auch hier ein paar Absätze mitzumachen. )
Sehe ich inzwischen auch ein, Sonja. Verlage müssen ja auch teilweise was dafür zahlen, wenn sie Texte von anderen Verlagen in ihren Büchern teilabdrucken --- also müssten wir das im Grunde auch.
Gut, meine Idee war ja auch ursprünglich, den Text zu übersetzen.
Ich haben den verschlamperten Anfang meiner Übersetzung trotz langer Suche nicht wieder gefunden und habe mich heute Morgen einfach noch einmal dran gesetzt. Wie ihr seht, bin ich recht schnell und gut vorangekommen (obwohl es vielleicht hier und da auch bessere Möglichkeiten der Übersetzung gibt...)
Viel Spaß beim Lesen:
Kapitel 10
8. Juli
Mit all diesem Wissen über Mr E & dieser Befugnis es kundzutun, verließ Anne Westgate Buildings, während sie, tief in Gedanken versunken, sich erneut ins Gedächtnis rief, was sie gehört hatte, alles fühlte, dachte, sich erinnerte und vorhersah; sie war von Mr Elliot entsetzt, seufzte über das Schicksal von Kellynch und fühlte für Lady Russell, deren Vertrauen in ihn so groß gewesen war. Die Befangenheit, die sie von nun an unweigerlich in seiner Gesellschaft fühlen musste! Wie sollte sie sich ihm gegenüber verhalten? Wie konnte sie ihn loswerden? Wieviel sollte sie den anderen zuhause mitteilen? Sollte sie sich blind stellen? Oder etwas unternehmen? Sie war vollkommen verwirrt von allen Eindrücken und Zweifeln --- sie konnte kein Ende ihrer Aufregung und Verwirrtheit absehen --- ja, sie war nun in der Gay Street & immer noch so in Gedanken versunken, dass sie zusammenschrak, als sie von Admiral Croft angesprochen wurde, als ob er eine Person sei, die dort normalerweise nicht anzutreffen war. Sie waren nur wenige Schritte von seiner Eingangstür entfernt. „Sie wollen meine Frau besuchen“, sagte er, „sie wird sich sehr freuen, Sie zu sehen.“ Anne verneinte. Nein --- sie habe keine Zeit, sie sei auf dem Weg nach Hause. Doch während sie sprach, war der Admiral schon zurückgelaufen und hatte an die Tür geklopft, und rief, „doch, doch, gehen Sie hinein; sie ist ganz allein. Gehen Sie hinein und ruhen Sie sich aus.“ Anne hatte augenblicklich keinerlei Bedürfnis nach Gesellschaft, sodass es sie ärgerte, derart genötigt zu werden, doch aus Höflichkeit musste sie seiner Bitte folgen. „Da Sie so freundlich sind“, sagte sie, „werde ich mich lediglich bei Mrs Croft nach ihrem Befinden erkundigen, doch ich kann wirklich nicht länger als 5 Minuten bleiben. Sind Sie ganz sicher, dass sie alleine ist?“ Ihr war die Möglichkeit eingefallen Captain W. zu begegnen --- und war ängstlich darauf bedacht, zu erfahren, ob er entweder im Hause war oder nicht; die Antwort würde die ihrige bestimmen. „Oh ja, ganz allein --- nur ihre Schneiderin ist bei ihr & die beiden haben sich bereits für eine halbe Stunde eingeschlossen, daher wird es bald zu Ende sein.“ „Ihre Schneiderin! Dann bin ich sicher, würde mein Besuch nur als störend empfunden werden! Sie müssen mir gestatten, meine Karte hierzulassen. Wären Sie so gütig, Mrs Croft alles zu erklären?“ „Nein, nein, keineswegs, keineswegs. Sie wird sich sehr freuen, Sie zu sehen. Ich will nicht darauf schwören, doch ich glaube, sie hatte Ihnen etwas ganz Besonderes zu sagen. Aber das werden Sie ja gleich erfahren. Ich werde keine Andeutungen machen. Nun --- Miss Elliot, wir haben seltsame Dinge über sie gehört“ --- (er lächelte ihr ins Gesicht) --- „doch Sie sehen gar nicht danach aus --- so ernst sehen Sie aus.“ Anne errötete. „Ja, ja, das genügt. Nun ist es gut. Wir dachten uns, dass unsere Vermutungen stimmen.“ Es war ihr überlassen, zu raten, in welche Richtung sein Verdacht ging --- im ersten Moment war ihr die Idee gekommen, sein Schwager habe etwas eröffnet --- doch im nächsten schämte sie sich und hielt es vielmehr für wahrscheinlich, dass er von Mr E. sprach.
Wenn jemand möchte, kann er sich ja mit dem anschließenden Satz oder Abschnitt beschäftigen...(man muss ja nicht gleich soviel machen wie ich... )
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The door was opened -- & the Man evidently beginning to deny his Mistress, when the sight of his Master stopped him. The Adml enjoyed the joke exceedingly.
Alethea hat geschrieben: Mit all diesem Wissen über Mr E & dieser Befugnis es kundzutun, verließ Anne Westgate Buildings, während sie, tief in Gedanken versunken, sich erneut ins Gedächtnis rief, was sie gehört hatte, alles fühlte, dachte, sich erinnerte und vorhersah; sie war von Mr Elliot entsetzt, seufzte über das Schicksal von Kellynch und fühlte für Lady Russell, deren Vertrauen in ihn so groß gewesen war. Die Befangenheit, die sie von nun an unweigerlich in seiner Gesellschaft fühlen musste...
Ähm, Alethea, bist du dir mit Lady Russel ganz sicher? Ist hier nicht Annes alte Freundin, Mrs. Smith, gemeint? Über die ihr Vater die Nase rümpft und die durch Mr. Elliot so geschädigt worden ist und von Wentworth geholfen bekommt? Und die Befangenheit betrifft doch wohl Anne selber, oder? Aber was hat das mit Lady Russel zu tun???
Tina hat geschrieben:Ähm, Alethea, bist du dir mit Lady Russel ganz sicher? Ist hier nicht Annes alte Freundin, Mrs. Smith, gemeint? Über die ihr Vater die Nase rümpft und die durch Mr. Elliot so geschädigt worden ist? Und die Befangenheit betrifft doch wohl Anne selber, oder? Aber was hat das mit Lady Russel zu tun???
Ich übersetzte nur, was Jane Austen geschrieben hat:
With all this knowledge of Mr E--& this authority to impart it, Anne left Westgate Buildgs--her mind deeply busy in revolving what she had heard, feeling, thinking, recalling & forseeing everything; shocked at Mr Elliot--sighing over future Kellynch, and pained for Lady Russell, whose confidence in him had been entire.--The Embarrassment which must be felt from this hour in his presence!
Hier ist nicht Mrs Smith, sondern Lady Russell gemeint, die offenbar im Auge hatte, Anne mit Mr Elliot zu verkuppeln und eine so hohe Meinung von ihm hatte --- und nun, wie Anne, feststellen musste wie sehr sie sich in ihm täuschte... Ist doch völlig logisch, oder?
Die Befangenheit ist im Original im Passiv (which must be felt) beschrieben, ich denke aber, dass sie sich vor allem auf Anne bezieht, die sich nun normal weiterverhalten muss, obwohl sie weiß, was für ein Mann Mr Elliot ist. Man könnte aber natürlich zur Vorsicht auch eine Konstruktion mit "man" wählen, obwohl das stilistisch irgendwie nicht gut klingt.
Ich kann das irgendwie nicht so ganz nachvollziehen. Anne erfährt doch von ihrer Freundin die Wahrheit über Mr. Elliot. Und sie wurde von ihm in die schlechte finanzielle Lage gebracht, nicht Lady Russel. Die wollte und will lediglich ihre Anne wieder als Herrin von Kellynch sehen. Und mit dem Wissen um ihre Freundin und Mr. Elliot wird Anne doch nicht hausieren gehen und es Lady Russel auf die Nase binden? Oder sehe ich das jetzt falsch? Irgendwie gehört für mich hier Lady Russel nicht herein. Aber wahrscheinlich denke ich hier falsch. So wenig ich Lady Russel leiden kann wird sie wohl nicht ihre Anne mit so einem Individuum verheiratet sehen wollen! Oder doch? Um weiterhin den Besitz in der Familie zu behalten?
Tina hat geschrieben:Ich kann das irgendwie nicht so ganz nachvollziehen. Anne erfährt doch von ihrer Freundin die Wahrheit über Mr. Elliot. Und sie wurde von ihm in die schlechte finanzielle Lage gebracht, nicht Lady Russel. Die wollte und will lediglich ihre Anne wieder als Herrin von Kellynch sehen. Und mit dem Wissen um ihre Freundin und Mr. Elliot wird Anne doch nicht hausieren gehen und es Lady Russel auf die Nase binden? Oder sehe ich das jetzt falsch? Irgendwie gehört für mich hier Lady Russel nicht herein. Aber wahrscheinlich denke ich hier falsch. So wenig ich Lady Russel leiden kann wird sie wohl nicht ihre Anne mit so einem Individuum verheiratet sehen wollen! Oder doch? Um weiterhin den Besitz in der Familie zu behalten?
Aber bisher weiß Lady Russell ja noch nicht, das Elliot "so ein Individuum" ist. Sie schätzt ihn doch und hat eine hohe Meinung von ihm.
Anne kommt an dieser Stelle gerade von Mrs Smith (soweit ich das sehe) und hat von ihr die Wahrheit über Mr Elliot erfahren. Es steht ja nicht mal etwas darüber, ob Anne es Lady Russell erzählen wird (wenn man genau liest ), sondern lediglich, dass Anne über Elliot schockiert ist und dass es sie für Lady Russell Leid tut oder schmerzt, dass deren Vertrauen so bitter enttäuscht worden ist: shocked at Mr Elliot--sighing over future Kellynch, and pained for Lady Russell, whose confidence in him had been entire.
Für mich passt Lady Russell da durchaus rein. Und selbst wenn nicht: Jane Austen hat es nun mal geschrieben.
@Tina
Ja, erstens erbt Elliot den Besitz, und den Titel(!), zweitens sollte vielleicht der Namen über die eigene Linie erhalten bleiben, und nicht zuletzt galt Mr. Elliot zur damaligen Zeit als recht passabler Gentleman ungeachtet seines tatsächlichen Charakters. *edit* Wir wissen ja nicht genau, wieviel Lady Russell bereits wußte*
Diese "Unlogik" kann bei in JA's Büchern übrigens immer wieder beobachten (sei es bei S&S oder P&P), was aber nicht deren ureigene Meinung, sondern vielmehr gesellschaftlicher Usus ist. Ein Gentleman konnte damals sogar dann noch geachtet sein, wenn er kurzzeitig im Gefängnis war, oder vor Gericht gestanden hatte. Da kam es sehr auf die Hintergründe an ... zudem neigte die bessere Gesellschaft sehr zum Vergessen. Nach dem Motto: Was interessieren mich heute die Skandale von gestern!
Zuletzt geändert von Caro am Mittwoch 10. Oktober 2007, 11:52, insgesamt 2-mal geändert.
Alethea, danke, jetzt verstehe ich es besser. Anne leidet mit der mütterlichen Freundin mit, die von ihrer hohen Meinung betr. Mr. Elliot lassen muss. Danke, so hatte ich das noch nicht gelesen.
Dieser Aspekt ist aber auch in der endgültigen Fassung drin... also so neu doch eigentlich nicht?
Naja, wenn wir im Group-Read dann soweit sind, fällts bestimmt auf.
Dieser Aspekt kommt in der endgültigen Fassung für mich verständlicher rüber, Julia. Ich weiß, dass ich an dieser Stelle mit diesem Satz auch beim ersten Lesen meine Probleme hatte. Da konnte ich mit Lady Russel nichts anfangen, weil das Gespräch mit Mrs. Smith noch zu frisch in meinem Gedächtnis war.
Alethea hat geschrieben:Wenn jemand möchte, kann er sich ja mit dem anschließenden Satz oder Abschnitt beschäftigen...(man muss ja nicht gleich soviel machen wie ich... )
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The door was opened -- & the Man evidently beginning to deny his Mistress, when the sight of his Master stopped him. The Adml enjoyed the joke exceedingly.
Die Tür ging auf --& (...) als der Anblick seines Herrn ihn verstummen ließ. Der Adml (?) genoss den Witz außerordentlich.
Ist mit "the Man" der Butler gemeint, der die Anwesenheit der Hausherrin verleugnet?
Die Tür wurde geöffnet und der Diener begann offenbar, seine Herrin zu verleugnen als der Anblick seines Herrn ihn bremste.
Der Admiral genoss den Witz außerordentlich.
Anne thought his triumph over Stephen rather too long. At least however, he was able to invite her upstairs, & stepping before her said -- "I will just go up with you myself & shew you in. -- I cannot stay, because I must go to the P. Office, but if you will only sit down for 5 minutes I am sure Sophy will come -- and you will find nobody to disturb you -- there is nobody but Frederick here --" opening the door as he spoke. -- Such a person to be passed over as a Nobody to her!
Anne fand, dass er [Admiral Croft] allzu lang (vielleicht auch "auffällig lange"?) über Stephen triumphierte. Schließlich aber bat er sie nach oben zu gehen, und sagte, ihr vorausgehend, --- "Ich werde nur ganz kurz mit Ihnen kommen & Ihnen die Tür öffnen. --- Ich kann nicht bleiben, da ich zum Postamt (??) muss. Wenn Sie nur für 5 Minuten warten wollten, so wird Sophy sicherlich gleich kommen --- Sie werden keinen vorfinden, der Sie stören wird --- es ist niemand außer Frederick hier ---" und während er noch sprach, öffnete er die Tür. --- Diese Person bezeichnete er ihr gegenüber als ein Niemand!