zeitgenössische Romane
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Michel Faber "Das karmesinrote Blütenblatt"

Montag 23. Oktober 2006, 14:21

Hat das eine(r) von euch schon mal gelesen? Das Buch steht schon ziemlich lang bei mir im Regal, jetzt hab ich es endlich mal angefangen zu lesen. Soll ja ein internationaler Bestseller gewesen sein. Nun, mal sehen.

Montag 23. Oktober 2006, 14:21

Montag 23. Oktober 2006, 22:33

Hier! Meld!
Das heißt, ich habe es etwa halb fertiggelesen. Eines der wenigen Bücher, die ich nicht beendet habe. Sämtliche Charaktere waren mir überaus unsympathisch und haben mich noch nicht mal annähernd interessiert - das konnte ich mir nicht bis zum Schluß antun.

Ich bin gespannt, was Du sagst, das Buch hat durchaus auch gute Kritiken erhalten.

Dienstag 24. Oktober 2006, 13:50

Bis jetzt kann ich noch nicht viel dazu sagen, bin ja erst auf Seite 123 von 1053.

Gereizt hat mich an dem Buch 1. schon mal der Titel, ich mag so "sinnliche" Titel, die wecken fast immer mein Interesse, 2. die Zeit und Ort der Handlung (ca. 1874 in London), 3. der Umfang des Buches (ist bei mir generell so: je dicker das Buch, desto größer die Lust es zu lesen :lach: ) und 4. die Handlung an sich klingt auch interessant :wink:

"London 1874: William Rackham, glückloser und zu Müßiggang neigender Erbe eines Perfümimperiums, trifft auf Sugar, die das Schicksal der anderen Huren der Stadt teilt. Und doch strahlt sie etwas aus, das sie über die anderen erhebt und ihr den Luxus erlaubt, mit nur einem Liebhaber am Tag ihr Auskommen zu finden. Auch William Rackham verfällt ihren Künsten..."

"Ein opulenter, sinnenfreudiger, stellenweise berauschender, exzellent konstruierter Roman" (Berliner Morgenpost)


Was mir bisher gut gefällt und auch neu für mich ist, dass das Buch an sich den Leser anspricht und als Erzähler fungiert. Hier mal der Anfang des Buches, damit ihr euch ein Bild machen könnt:


"Pass auf, wo du hintritts! Du musst einen klaren Kopf behalten, wirst ihn noch brauchen. Die Stadt, in die ich dich bringe, ist rießengroß und labyrinthisch, und du bist hier noch nie gewesen. Du hast vielleicht andere Geschichten gelesen und bildest dir jetzt ein, sie gut zu kennen, aber diese Geschichten wollten dir schmeicheln, indem sie dich als alten Freund begrüßten und so taten, als wärst du hier heimisch. In Wirklichkeit bist du ein Fremder aus einer völlig anderen Zeit und Welt.
Anfangs, als du auf mich aufmerksam wurdest und den Entschluss fasstest, mit mir zu kommen, dachtest du wahrscheinlich, es würde nicht lange dauern, und du würdest dich zu Hause fühlen. Jetzt, wo du tatsächlich hier bist, ist die Luft bitterkalt, und du stolperst an meiner Hand in völliger Finsternis über ein holperiges Pflaster und erkennst nichts. Du schaust nach links und nach rechts, die Augen vor einem eisigen Wind zusammengekniffen, und dir wird klar, dass du in einer unbekannten Straße mit unbeleuchteten Häusern voll unbekannter Leute gelandet bist..." usw.

Das zieht sich so dann durch den gesamten Roman, dass das Buch als Erzähler in Verbindung mit dem Leser tritt und somit eine ganz besondere Stimmung erzeugt.
Also ich finde es sehr gut geschrieben.

Was mich allerdings einigermaßen stört, ist die teilweise sehr derbe, ja vulgäre Sprache und die detailgetreuen Schilderungen der Aktivitäten vor allem im Freudenhaus :eek: :thud:
Das ist schon sehr gewöhnungsbedürftig ! :rolleyes:
Aber ansonsten finde ich den Stil des Buches immer noch sehr interessant und fesselnd. Mal sehen, wie sich das noch entwickelt.

Dienstag 24. Oktober 2006, 14:32

Sozusagen das pure Leben. Ich denke, gerade wenn es um das Leben des "gemeinen Volkes" geht, ist die Sprache oft derb und vulgär, und um die Gefühle eines Freudenmädchens wirklich nachvollziehen zu können, braucht man vermutlich auch "böse" Details. Wir machen uns im Normalfall ja keinen Begriff, was da so abging ...Aber man kann natürlich an dieser Stelle auch des guten zu viel tun, wie man sagt.

:blume: Caro

Mittwoch 25. Oktober 2006, 00:13

Das zieht sich so dann durch den gesamten Roman, dass das Buch als Erzähler in Verbindung mit dem Leser tritt und somit eine ganz besondere Stimmung erzeugt.


Abwarten und Tee trinken. :wink:

Mittwoch 25. Oktober 2006, 09:12

Naja, wenn ich da an die Wanderhure denke... irgendwann ging es mir nur noch auf die Nerven. Die Fortsetzung habe ich mir dann gleich gespart. Aber der Schreibstil dieses Autors hier gefällt mir richtig gut. Ich fühlte mich wirklich gleich direkt angesprochen. Ich glaube, das könnte ein Buch für mich sein.
Tina

Samstag 28. Oktober 2006, 15:53

bellybutton hat geschrieben:Das zieht sich so dann durch den gesamten Roman, dass das Buch als Erzähler in Verbindung mit dem Leser tritt und somit eine ganz besondere Stimmung erzeugt.


Ich glaube, meli hat da recht, das hört schon bald wieder auf...

Mit der derben Sprache hatte ich keine Probleme, bei mir war es echt so, daß ich sämtliche Figuren total unsympathisch fand. Und ich brauche, egal ob Buch oder Film, immer mindestens eine "Bezugsperson". Aber es stimmt, die Atmosphäre ist ganz gut wiedergegeben.

Wie weit bist Du denn mit dem Buch? Ist's noch gut? :)
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