Sonntag 4. Mai 2008, 16:53
Ich habe gerade das Buch "
19 Minuten" von Jodi Picoult gelesen.
Klapptext: In neunzehn Minuten kann man das Gras in seinem Vorgarten mähen, die Haare färben oder einen Kuchen backen. Man kann die Wäsche für eine fünfköpfige Familie falten. Neunzehn Minuten kostet es, von der Grenze zu Vermont nach Sterling, New Hampshire, zu fahren. In neunzehn Minuten kann man die Welt zum Stillstand bringen oder einfach aus ihr herausfallen. Neunzehn Minuten kostet es, Rache zu nehmen. Das hat der 17-Jährige Peter Houghton getan. Noch weiß niemand in Sterling wofür, doch mit diesem unaussprechlichen Akt der Gewalt ist die Welt des kleinen Orts für immer aus den Angeln gehoben. Josie Cormier, die Tochter der Richterin, hat das Massaker an der Schule überlebt. Sie wäre die beste Zeugin. Aber sie kann sich nicht erinnern, was geschehen ist.
Meine Meinung:Ich fand das Buch sehr realistisch. Die Autorin schafft es, die einzelnen Leuten mit großem Feingefühl zu beschreiben.
In mehreren Zeitsprüngen erzählt sie, was während des Attentats passierte, wie es zu dem Amoklauf kam und was nach dem Töten der 10 Menschen passiert. Dadurch, dass sie verschiedene Leute sozusagen zu Wort kommen lässt (obwohl es immer aus der dritten Person erzählt wird), versteht man mehr, als wenn man nur die Sicht der Leute kennt, die den Amoklauf betrachten. Die Autorin hat das so gut hinbekommen, das man nach dem Buch ohne feste Meinung dasteht. Man kapiert warum der Junge so handelte. Man leidet mit ihm und fasst Sympathie zu ihm. Aber man versteht auch die anderen Leute. Wenn man das Buch am Schluss zuklappt, kommt man sich vor, wie zwischen zwei Fronten.
Deswegen würde ich dieses Buch jedem empfehlen, der den Medien und den Computerspielen usw die Schuld an solchen Amokläufen gibt.
Zuletzt geändert von Angelika am Montag 5. Mai 2008, 10:12, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Ich habe es mal in den "Was lest ihr gerade"-Thread verschoben. Denn zu jedem Buch hier einen neuen Thread aufmachen - das wird unübersichtlich // Angelika