Tina hat geschrieben:
Nachtrag: ... Mary ... Aber ich habe das Gefühl, sie meint es ehrlich. Anfangs (wo sie sich die erste Woche das Pferde teilten) dachte ich noch, sie ist gegenüber Fanny verlogen. Bis zu ihrer spontanten Reaktion, das Reiten lieber bleiben zu lassen. Und nach und nach wurde mir Mary immer lieber. Ich finde sie überhaupt nicht verdreht, albern oder sonstiges. Sie ist sogar sehr liebenswürdig, charmant, musikalisch und scheint auch noch gut auszusehen. ...
genau, sie scheint gut auszusehen, angenehm zu plaudern usw. und sie ist so ein liebes und ehrliches Mädchen... Bist Du schon bei der Halskettenaffäre angelangt?
NB: Mach Dir nix draus Tina, auf die Mary Crawfords sind in der Welt schon ganz andere reingefallen (und fallen immer wieder

), die mehr Menschenkenntnis besaßen als Du...
Tina hat geschrieben:
... Im Gegenteil, hätte ich gedacht, würde Ablenkung positiv sein, mal von den ganzen Ränkeleien um das Theaterspiel abgesehen.
...
Na ja, wenn man die ganzen heimtückischen Verschwörungen, den Ehebruch und die Eifersüchtelei weglässt, ist Jane Austen da eine ganz romantische Geschichte gelungen...

Jetzt müsste nur noch Fanny irgendwie aus dem Plot entfernt werden und Edmund etwas mehr wie Crawford sein... und man hätte eine Story, die allen gefällt - außer den Janeiten :aetsch: ... (Schreibst Du MP gerade um?

)
Tina hat geschrieben:
... Ehrlich gesagt fand ich da Edmund einfach nur wetterwendisch und seine Bedenken stark übertrieben. ...
Ja, das ist mit den heutigen lockeren Moralvorstellungen sicher schwer nachzuvollziehen... Wenn Willoughby eine Minderjährige verführt, schwängert und sitzenlässt, können wir das noch irgendwie verurteilen... aber was hat der gute, liebe Crawford denn so böses getan? Er flirtet im gegenseitigen Einvernehmen mit einer jungen Frau (nein, mit zweien, äh, dreien gleichzeitig

), dass eine davon verlobt ist, wen schert das? ... dass der hilflose Verlobte dem zusieht? Was macht's aus?

Ich hab mal in einem Essay dazu gelesen, um die Bombe richtig zu verstehen, die Jane Austen in MP gelegt hat, solle man sich Vorstellen, es wäre kein Ehebruch gewesen, was Crawford treibt, sondern er hätte ein Kleinkind sexuell missbraucht und sich dessen öffentlich gerühmt, um in etwa das Unmoralische am Verhalten Crawfords und die Empörung der Zeitgenossen Jane Austens darüber nachvollziehen zu können...
Tina hat geschrieben:
...Ne, ne, die Familie, auch wenn Fanny sich nicht dazu zu zählen scheint, ist mir nicht sehr sympathisch, Fanny eingeschlossen. ...
Nein, das kann man sagen: Sympathisch sind die meisten der Bertrams einem nicht gerade... Wer möchte schon gerne mit so einer egoistischen Intrigantin wie Tante Norris unter einem Dach leben...

Oder ienem so verblendeten Haushaltsvorstand wie Sir Thomas... Wenn die kleine Fanny nicht wäre, und Edmund natürlich (wenn er mal klar im Kopfe wäre

), könnte man fast verzweifeln an diese Sippschaft... Aber das bessert sich im Verlaufe des Romanes, alle Bertrams lernen dazu... mehr oder weniger ...
Bruki
