So, ich konnte es nicht aushalten, diese Fortsetzung nicht zu kennen, nachdem ich den Roman in seiner Fragmentfassung gelesen und recht gelungen gefunden habe. Habe mir also die dtv-Ausgabe besorgt.
Bis auf Mr Howard und Emma Watson selbst sind allerdings kaum Sympathieträger vorhanden, im Gegenteil, vor allem Emmas Schwestern scheinen Unruhe, Mißgunst und schlechte Stimmung zu verbreiten. Aber ich bin sehr gespannt, wie es nun weiter geht.
Vielleicht können wir hier über diese anonym vollendete Fassung reden. Weiß man eigentlich mittlerweile, von wem sie stammt?
Es gibt eine Fortsetzung von Jane Austens Nichte Catherine Austen (bzw. Hubback) und noch einige andere. Hier ist eine Übersicht über die englischen Versionen, deutsche Übersetzungen gibt es glaube ich nicht soviele - ist die, die Du meinst diese?
Ich habe auch diese Version gelesen, glaube ich. Aber es ist schon sehr lange her und ich kann mich kaum noch erinnern, wie es weitergeht. Aber einige andere hier im Forum haben die Fortsetzung gelesen, ich glaube im "The Watsons"-Thread steht auch was dazu.
So, ich habs ausgelesen. Was schon einige geschrieben haben, dass die Leichtigkeit und die Freude oder man kann sagen der Genuss sich beim Lesen anders als bei Originaltexten von JA nicht einstellen will, ist richtig. Warum ist das so?
Nun, mir ist aufgefallen, dass in der anonymen Fortsetzung sehr viel Handlung steckt. Das Augenmerk des Autors hat offenbar darauf gelegen, die Handlung fortzuentwickeln. Deswegen passiert sehr viel, jegliche Beschreibung von Gedanken, inneren Vorbehalten oder Einstellungen der Personen, die sich folgerichtig in bestimmten Reaktionen äußern, tritt demgegenüber zurück. Und das mindert den Genuß beim Lesen für mich. Denn es fehlt einem gerade die geniale Folgerichtigkeit der Verhaltensweise der Charaktere, wie sie bei JA als Folge ihrer überragenden Beobachtungsgabe hervorstechen.
Auf den letzten Seiten überstürzen sich die Ereignisse, plötzlich wird von Hochzeiten und Entscheidungen von Akteuren berichtet (Penelope heiratet; Emma Watsons Tante trennt sich von ihrem jüngeren Mann; Lord Osborne heiratet eine dem Leser völlig Unbekannte), die in dem Buch vorher gar keine oder kaum eine Rolle gespielt haben.
Auch das Einführen völlig neuer Personen, die im Austenschen Fragment noch gar nicht erwähnt wurden, halte ich nicht für gelungen, vor allem nicht, wenn diese (Sir William Gordon) dann auch noch eine wichtige Rolle für den Fortgang der story haben.
Also, ich hab es mit sehr gemischten Gefühlen gelesen und lege es nun auch gern wieder zur Seite.