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BeitragVerfasst: Sonntag 7. Oktober 2007, 11:17 
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Master of Science in Physics, headbanging Austen Fan und etwas ganz Besonderes!
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Ich bin wohl wieder bissl spät mit meinem Post, aber ich will es dennoch loswerden:
Es geht mir darum, sich "gut" anzuziehen, wenn man in die Oper/auf eine Hochzeit/an ein Bewerbungsgespräch etc geht. Erst mal vorne weg: Ich finde man sollte sich schon Mühe geben bei der Kleiderwahl, egal ob man sich für den Anlass interessiert oder nicht. Bei einer Hochzeit zum Beispiel drückt man dadurch doch auch aus, dass man die Heirat als etwas sieht, dass sich zu feiern lohnt. Und irgendwie ging diese Haltung wohl bei vielen mit der Zeit verloren. Zur Zeit von JA würdigte man doch irgendwie die Anlässe mehr, indem man sich bei seinem Erscheinungsbild Mühe gab. Blosse Anwesenheit ist imho nicht Würdigung genug! (Und ja, ich finde auch in Jeans kann man angemessen daherkommen, aber nicht unbedingt immer...)

Jedenfalls hatte ich irgendwie das Gefühl, ihr unterscheidet nur zwischen "Abendgarderobe" und "zerrissenen Jeans". Das sind ja nur die Extreme. Auf den letzten beiden Hochzeiten, auf denen ich war, hatte ich jeweils das gleiche an, weil ich mir nicht jedes mal was neues kaufen kann, um es dann nur einmal zu tragen. Jedenfalls hab ich alles bei H&M gekauft, Rock, Oberteil, Blazer, Haarklammern, also gar nicht teuer, und ich habe ganz sicher zur besser angezogenen Hälfte der Gäste gehört :D Was aber auch nicht immer schwer war: auf der einen musste ich tatsächlich Gummistiefel erblicken :nein:

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BeitragVerfasst: Sonntag 7. Oktober 2007, 13:29 
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Piratensüchtige Administratorin, ebenfalls Seriensuchti mit Mittelalterpräferenz und spätes Girlie
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Zitat:
Ich finde man sollte sich schon Mühe geben bei der Kleiderwahl, egal ob man sich für den Anlass interessiert oder nicht.

Da schließe ich mich an. Man sollte sich schon "dem Anlass entsprechend" anziehen. Damit meine ich nicht "verkleiden", man muß ja nicht unbedingt dem sog. "Dresscode" folgen.
Aber ich habe es bei Hochzeiten auch schon erlebt, dass jemand im Jogginganzug in der Kirche auftauchte. :eek:
Selbst wenn ich "nur mal eben" vorbeikomme, kann ich doch wenigstens ein Hemd und eine anständige Hose anziehen. Allein schon aus Respekt vor dem Gotteshaus ( jepp, da bin ich konservativ katholisch. Ich renne auch im Urlaub nicht in Short und Bikini durch die Kirchen.) und vor dem Brautpaar.
Genau wie bei Bewerbungsgesprächen oder ersten Treffen. Ich denke, da sollte man sich vielleicht vorher doch ein paar Gedanken machen, ob man in seinen "so geh ich immer" Sachen ankommt.
Mein Lieblingssatz lautet in diesem Fall immer:
Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck. ;)
Grüße
Kerstin

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"I think that we like those kind of entertainment just to have the opportunity to become a child again during 42 minutes."


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BeitragVerfasst: Sonntag 7. Oktober 2007, 13:44 
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Austenbegeistert
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Kerstin hat geschrieben:
Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck. ;)


Der ist gut Kerstin!!! Muss ich in meine Sammlung aufnehmen. :ja:
Gruß, Inke


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BeitragVerfasst: Sonntag 7. Oktober 2007, 14:07 
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Master of Science in Physics, headbanging Austen Fan und etwas ganz Besonderes!
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Registriert: Freitag 21. Juli 2006, 18:16
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richtiger Name: Nina
Kerstin hat geschrieben:
Aber ich habe es bei Hochzeiten auch schon erlebt, dass jemand im Jogginganzug in der Kirche auftauchte. :eek:


:thud: Dafür habe ich also wirklich kein Verständnis und zwar aus genau den von dir bereits genannten Gründen.

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BeitragVerfasst: Montag 8. Oktober 2007, 11:46 
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Austenfrischling
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Beiträge: 22
Wohnort: *°*in Gedanken*°*
Oh mein gott im Jogginganzug?? :eek:
Dass nenne ich mal so richtig respektlos!!
Wie kann man nur auf den Gedanken kommen so zu einer Hochzeit zugehen? Auch wenn es nur kurz ist.
Alleine bei dem Gedanken das zu tun.... *brrr* Da würde ich mich doch selber auf der Hochzeit nicht wohlfühlen!

Jaja die Werte sind leider wirklich einwenig verloren gegangen.
Oder ich bin einfach zu altmodisch....
Hab da mal mit Freunden darüber geredet und die finden es total "cool" dass heutzutage alles so locker abläuft und sehen es gar nicht als "respektlos" wenn man z.B. mit converse, ringelstreifenstrumpfhose, kurzer Hose und Trägerleiberl zur Matura kommt!!!! :eek: (ist in meiner schule passiert)


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BeitragVerfasst: Freitag 12. Oktober 2007, 13:28 
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Austenkenner
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Registriert: Mittwoch 4. April 2007, 16:36
Beiträge: 333
Elizabeth Bennet hat geschrieben:
willst du damit sagen, dass die tugenden und das benehmen von damals mit dem heutigen zu vergleichen ist? ich stimme da nicht überein. egal wie viele "makel" wir an den charakteren von jane austen finden sind sie dennoch nicht zu vergleichen mit dem was wir heutzutage erleben.menschen behandeln einander immer weniger mit repekt und anstand und das wird auchs so weiter gehen wenn wir alle nicht mal die kurve kriegen. es ist keine schwere sache, aber scheint dennoch unmöglich zu sein oder gar überhoben. damals war es wenigstens ein fester bestandteil des gesellschaftlichen lebens sein bestes benehmen zu zeigen, damit man überhaupt ernst genommen wird! denkt doch mal an die szene wo mr. collins ohne mr. darcy vorgestellt zu werden ihn anspricht. was war das für ein fauxpas. heutzutage macht sich NIEMAND darüber gedanken jemanden anzusprechen denn man nicht kennt. vielleicht ist dieses beispiel überhoben aber es soll nur zeigen was ich meine. make love not war soll heißen respekt und gutes benehmen zu zeigen kann niemals schlecht sein. so wie liebe nie schlecht sein kann. also an alle: lasst uns einen anfang machen, vorbild für unsere kleinen rotznasen sein, vielleicht kommen wir da wieder an wo wir angefangen haben :D


Also ich weiß nicht, ob man das überhaupt so vergleichen kann. Einerseits kommt es mir heute nun wirklich nicht so tragisch vor (natürlich treibe ich mich am liebsten aber auch in Kreisen rum, die mir zusagen. ;) ), und zweitens gilt das, was Du sagst wohl fast ausschließlich für die damalige Oberschicht.
Und natürlich ist viel von dem "zeremoniellen" aus unserem Alltag verschwunden, aber das kann ich echt nicht bedauern.

Mary B. hat geschrieben:
Hab da mal mit Freunden darüber geredet und die finden es total "cool" dass heutzutage alles so locker abläuft und sehen es gar nicht als "respektlos" wenn man z.B. mit converse, ringelstreifenstrumpfhose, kurzer Hose und Trägerleiberl zur Matura kommt!!!! :eek: (ist in meiner schule passiert)

Zur Prüfung? Das fände ich ganz normal, da hat sich bei uns auch keiner rausgeputz, wieso auch, ist ja Schule und damit total egal. :P
Oder zur Zeugnissvergabe (oder wie auch immer das bei Euch heißt :) )? Da waren wir dann schon auch wieder schick in Hemdchen und Röckchen verpackt.

Ich finde auch, dass die Art und Weise, wie man sich zu bestimmten Ergeinnissen kleidet, zum Anstand gehört. Auf jeden Fall. Bei Hochzeiten und ähnlichem geht man ja normalerweise mit Freuden hin und weil man zusammen mit Freunden feiern will - und da ist es nur nett, wenn man sich auch entsprechend, nicht zuviel, nicht zuwenig, kleidet. Auch bei geschäftlichen Sachen, hatte ich immer das Bedürfnis, mich anzupassen, also nicht, mich verbiegen zu lassen, aber schon dem Anlass entsprechend.
Aber wie ich auf der Straße rumlaufe, ist meine Sache, finde ich. :P
(Da finde ich es viiiel interssanter, ob die Leute, denen man da so begegnet wissen, wie eine Dusche von innen aussieht. ;) )


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BeitragVerfasst: Samstag 13. Oktober 2007, 13:18 
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Austenfrischling
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Ja bei der schriftlichen Prüfung bin ich auch irgendwie dahergekommen...total egal.
Nein ich hab gemeint bei der mündlichen Prüfung vor der Kommission! Da gibt es schon einen gewissen Dresscode. Ich meine was macht das für einen Eindruck vor dem unabhängigen Prüfer der extra an die Schule kommt?
Diese Person durfte dann auch nicht antreten. :ja: [/quote]


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BeitragVerfasst: Samstag 13. Oktober 2007, 15:45 
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Mary B. hat geschrieben:
bei der mündlichen Prüfung vor der Kommission!

Und trotzdem: Na und?
Das versteh ich jetzt auch nicht sooo ganz. An meiner mündlichen Matur hatte ich auch einen unabhängigen Prüfer bzw mehrere und ich hab mich nicht extra herausputzen müssen. Das mach ich noch nicht mal bei meinen mündlichen Uniprfungen. Das hat nichts mit Respektlosigkeit zu tun, wenn man sich anzieht, wie es im Alltag normal ist (also Prüflingen in Minirock, Stilettos und Bauchfreishirt würd ich nämlich schon gewisse Motive unterstellen...). Dass man je nach Aufzug nicht zugelassen wird, find ich auch bissl krass, solange dieser "normal" ist. Was ist denn das für eine Schule? Okay, es kommt jetzt natürlich noch drauf an, wie kurz die Hose war und ob die Temperaturen die Kleidung rechtfertigten.
Doch genug des OTs...

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BeitragVerfasst: Samstag 13. Oktober 2007, 16:57 
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Piratensüchtige Administratorin, ebenfalls Seriensuchti mit Mittelalterpräferenz und spätes Girlie
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Miss Hamilton hat geschrieben:
(also Prüflingen in Minirock, Stilettos und Bauchfreishirt würd ich nämlich schon gewisse Motive unterstellen...)

Naja, im Prinzip sind
Zitat:
converse, ringelstreifenstrumpfhose, kurzer Hose und Trägerleiberl
jetzt auch nicht so viel anders.
Also... das ist schon ein wenig... äh.. nun ja. ;) Man könnte zumindest etwas auswählen, was nicht unbedingt so freizügig ist wie ein Trägerhemdchen mit kurzen Hosen! :lol:
Muß ja nicht zwingend der brave Rock mit Bluse sein. ;D

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BeitragVerfasst: Samstag 13. Oktober 2007, 18:39 
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Austenkenner
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Beiträge: 288
Wohnort: Aus Berlin nach Bayern verschlagen
Mir hat eine Gymnasiallehrerin gesagt, dass ein angemessenes Äußeres bei der mündlichen Abiprüfung die Note durchaus verbessern kann. Der Prüfling sollte aber auch nicht unangemessen gekleidet sein. Ein Anzug wäre übertrieben, aber wenn jemand einen Kapuzenpulli mit Bandaufdruck, dazu abgerissene Schlabberhosen trägt, würde sie es als Unhöflichkeit den Prüfern gegenüber empfinden. Er würde den Eindruck vermitteln sich des Ernstes der Situation nicht bewußt zu sein und somit eine gewisse Unreife zeigen.
Etwas überrascht hat mich die Einstellung unseres Sohnes, der im nächsten Jahr Abi macht. Er meinte, dass er von den Prüfern ernst genommen werden möchte und es nicht nötig hat, durch besonders lässige Kleidung seine Individualität beweisen zu müssen.
(Dazu muss ich sagen, dass er zur Metaller-Fraktion gehört, lange Haare hat, nur schwarze Sachen anzieht und ungefähr 8 Festivalarmbänder am Handgelenk trägt. :ylsuper )
Auf meine Frage, was er denn zur (mündlichen) Prüfung tragen will, meinte er - eine "gute" schwarze Jeans und ein schwarzes Hemd, was sonst, ich geh doch nicht mit alten Klamotten da hin.

Die Einstellung hat mich irgendwie gefreut :ja: die Erziehung war wohl nicht umsonst.

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BeitragVerfasst: Samstag 13. Oktober 2007, 18:45 
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Master of Science in Physics, headbanging Austen Fan und etwas ganz Besonderes!
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Registriert: Freitag 21. Juli 2006, 18:16
Beiträge: 1430
Wohnort: Schweiz
richtiger Name: Nina
Ja. Das sehe ich schon. Doch für mich hat dieser Aufzug nichts... anzügliches an sich, wenn jetzt zB das Trägershirt aus wettertechnischen Gründen getragen wurde und nicht gerade so sondern eher so aussah. Ich selbst bin in diesem Frühling ähnlich rumgelaufen (Converse, Ringelstrümpfe, "kurze" Hosen = 7/8 lang und ärmelloses Shirt), deswegen kann ich daran nicht so viel Analogie zum Minirock, den ich nie tragen würde, sehen. Denn so lauf ich ab und an mal rum und würde so auch zu Prüfungen erscheinen, nicht aber zu einem Bewerbungsgespräch oä. Klar gefällt das nicht jedem, aber respektlos ist es doch nun wirklich nicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: leben wie JA?
BeitragVerfasst: Sonntag 18. Juni 2017, 21:13 
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Austenfan

Registriert: Dienstag 13. Juni 2017, 10:50
Beiträge: 29
Nili hat geschrieben:
Wenn ihr die Möglichkeit hättet, in ein Dorf/Ort zu ziehen, in dem alles so ist wie zu JA's Zeit, würdet ihr da hinziehen wollen?

Wenn es so wie zu Jane Austens Zeit wäre, wage ich es zu bezweifeln, dass es sonderlich viele, die sich der Umstände bewusst sind, dorthin ziehen würde. Zumindest in Europa und weiten Teilen unserer heutigen Welt sind die Lebensstandarts und der Wert des Individuums höher als im 18 Jh. In einen romantisch idealisierten England könnte ich aber auch sehr glücklich werden.

Miss Hamilton hat geschrieben:
Ich bin wohl wieder bissl spät mit meinem Post, aber ich will es dennoch loswerden:
Es geht mir darum, sich "gut" anzuziehen, wenn man in die Oper/auf eine Hochzeit/an ein Bewerbungsgespräch etc geht. Erst mal vorne weg: Ich finde man sollte sich schon Mühe geben bei der Kleiderwahl, egal ob man sich für den Anlass interessiert oder nicht. Bei einer Hochzeit zum Beispiel drückt man dadurch doch auch aus, dass man die Heirat als etwas sieht, dass sich zu feiern lohnt. Und irgendwie ging diese Haltung wohl bei vielen mit der Zeit verloren. Zur Zeit von JA würdigte man doch irgendwie die Anlässe mehr, indem man sich bei seinem Erscheinungsbild Mühe gab. Blosse Anwesenheit ist imho nicht Würdigung genug! (Und ja, ich finde auch in Jeans kann man angemessen daherkommen, aber nicht unbedingt immer...)

Wenn dein Post schon etwas spät dran war, was kann man dann zu meinen sagen? Es mag auch etwas unfair von mir sein, auf deinen Beitrag zu reagieren, es ist nicht böse gemeint.
Sich zu gewissen Anlässen schick zu machen, mag vllt. angemessen sein, sollte aber nicht erzwungen werden. Die Intention hinter der aufgebrachten Mühe bei der Kleiderwahl spielt für mich eine größere Rolle, als die Kleidung selbst. Damals hielt man sich vermutlich an die oberflächlichen Richtlinien der Gesellschaft, nicht weil man Anlässe mehr zu würdigen wusste, sondern weil sie vorgegeben wurden und an Haltung hätten die Menschen dementsprechend nicht verloren. mMn sind Gesten bei der Kleiderwahl, obwohl sie noch genauso oberflächlich sind, heutzutage ehrlicher/ natürlicher, gearde weil die Gesellschaftlichen Normen nicht mehr alles bzw. fast alles diktieren. Wie man etwas würdigt und wie man das bewertert, hängt von jedem individuell ab, obwohl man evtl. äußerlich nicht alles erkennen kann. Dem Anschein nach mögen besondere Anlässe damals mehr gewürdigt worden sein, aber ob es tatsächlich so wahr, wage ich zu bezweifeln. Was nun "gut" ist, bleibt, wie die Schönheit, subjektiv und vergänglich.

Kerstin hat geschrieben:
Selbst wenn ich "nur mal eben" vorbeikomme, kann ich doch wenigstens ein Hemd und eine anständige Hose anziehen. Allein schon aus Respekt vor dem Gotteshaus ( jepp, da bin ich konservativ katholisch. Ich renne auch im Urlaub nicht in Short und Bikini durch die Kirchen.) und vor dem Brautpaar.

Als liberaler Evan­ge­le würde ich sagen, dass man dem Gotteshaus/ Gott nicht durch die Kleidung seinen Respekt zollen muss/ sollte. Gott, falls es ihn gibt, steht über solchen Nichtigkeiten. Dem Brautpaar könnte man aber durchaus respektvoller begegnen, obwohl das vermutlich wieder jedes Paar unterschiedlich bewertert und es keine allgemeingültige Regel gibt.

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 Betreff des Beitrags: Re: leben wie JA?
BeitragVerfasst: Donnerstag 29. Juni 2017, 21:10 
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DaviDmitD hat geschrieben:
Nili hat geschrieben:
Wenn ihr die Möglichkeit hättet, in ein Dorf/Ort zu ziehen, in dem alles so ist wie zu JA's Zeit, würdet ihr da hinziehen wollen?

Wenn es so wie zu Jane Austens Zeit wäre, wage ich es zu bezweifeln, dass es sonderlich viele, die sich der Umstände bewusst sind, dorthin ziehen würde. Zumindest in Europa und weiten Teilen unserer heutigen Welt sind die Lebensstandarts und der Wert des Individuums höher als im 18 Jh. In einen romantisch idealisierten England könnte ich aber auch sehr glücklich werden.


Allerdings dann auch nur, wenn man einer bestimmten Kaste angehört. Für die arbeitende Bevölkerung, ob jetzt Bauern, Minenarbeiter oder Dienerschaft, ist vermutlich selbst ein romantisierendes England sehr anstrengend. ;) Von der beginnenden Industrialisierung mal ganz zu schweigen. Auch der einfache Soldat hatte ein sehr unromantisches Leben. Selbst bei Jane Austen werden ja durchaus Leute erwähnt, die nicht so auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Man denke an die arme alte Jungfer aus Emma oder die Mutter von Fanny Price aus Mansfield Park. Für die beiden gab es auch kein Happy End!
Grüße
Kerstin

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 Betreff des Beitrags: Re: leben wie JA?
BeitragVerfasst: Freitag 30. Juni 2017, 10:37 
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Austenfan

Registriert: Dienstag 13. Juni 2017, 10:50
Beiträge: 29
Kerstin hat geschrieben:
Allerdings dann auch nur, wenn man einer bestimmten Kaste angehört. Für die arbeitende Bevölkerung, ob jetzt Bauern, Minenarbeiter oder Dienerschaft, ist vermutlich selbst ein romantisierendes England sehr anstrengend. ;) Von der beginnenden Industrialisierung mal ganz zu schweigen. Auch der einfache Soldat hatte ein sehr unromantisches Leben. Selbst bei Jane Austen werden ja durchaus Leute erwähnt, die nicht so auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Man denke an die arme alte Jungfer aus Emma oder die Mutter von Fanny Price aus Mansfield Park. Für die beiden gab es auch kein Happy End!
Grüße
Kerstin

Das stimmt, Jane Austen beschreibt zu mindest in Teilen realistisch. Die meisten ihrer Charaktere gehören zwar nicht der Unterschicht an, haben aber mehr oder weniger offensichtliche Macken und das Erbrecht wird nicht auf magischeweise gerechter. Selbst in Ken Follets Triologie zum 20. Jh. waren die Arbeitsbedingungen noch katastrophal und gewisse Privilegien genießt das House of Lords nachwievor.
Fannys Familie zeigt mMn durchaus, wie schwer das Leben damals sein konnte, aber wenigstens blieb der Familie die Bekanntschaft mit Mrs. Norris erspart. Ein schwacher Trost, ich weiß, aber kein Happy End.

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 Betreff des Beitrags: Re: leben wie JA?
BeitragVerfasst: Freitag 30. Juni 2017, 21:21 
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Piratensüchtige Administratorin, ebenfalls Seriensuchti mit Mittelalterpräferenz und spätes Girlie
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Registriert: Dienstag 18. Oktober 2005, 22:38
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Ich fürchte, wir kämen auch mit den sehr starren Rollenbildern nicht zurecht. Ein so extrem ausgeprägtes Kastendenken haben wir ja inzwischen nicht mehr. Ein Gentleman darf keine Geschäfte betreiben, auch wenn er fast im Schuldenturm hockt. Man darf nicht über oder oder seinem Stand heiraten, sonst wird man schief angesehen oder nach unten durchgereicht. Auf dem Ball falsch benommen und schon bringt man die ganze Familie in Verruf. Die Tretminen der Gesellschaft waren schon ganz schön anstrengend. ;)
Grüße
Kerstin

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