Hallo!
Was mich ja mal interessieren würde: Ist englisches Essen eigentlich wirklich so scheußlich wie viele behaupten? Was wurde zu Jane Austens Zeit gegessen?
Und vor allem: Wo gibt es leckere Rezepte? Ich koche selbst ab und zu für meine Familie und experimentiere gern. Außerdem backe ich andauernd jaja, total häuslich eben.
Rita hat geschrieben:Hallo! Was mich ja mal interessieren würde: Ist englisches Essen eigentlich wirklich so scheußlich wie viele behaupten? Was wurde zu Jane Austens Zeit gegessen?
Und vor allem: Wo gibt es leckere Rezepte? Ich koche selbst ab und zu für meine Familie und experimentiere gern. Außerdem backe ich andauernd jaja, total häuslich eben.
Würde mich über viele Antworten freuen!!!
Ich bin beim Übersetzen Jane Austens 11. Briefes mal auf "Qx Cheek" gestoßen... aber ob sowas schmeckt, kann ich mir nicht vorstellen...
Rita, kennst Du dieses Buch? Das dürfte alle Deine Fragen beantworten.
Die Briten sind ja nicht gerade für ihre gute Küche bekannt, man kann eigentlich nur in richtig teure Restaurants gehen. Privat habe ich dort allerdings immer sehr lecker gegessen. Viel Fisch (o.k., hab ja auch am Meer gewohnt) und Gemüse (Pastinake! Ist hier seltsamerweise fast unbekannt... sehr lecker.) vorallem.
Ich glaube, die damaligen Gerichte sind für unseren heutigen Geschmack eher ungeeignet, nicht nur die englischen. Die Rezepte in dem oben erwähnten Buch habe ich auch nie wirklich nachgekocht - sie klingen nicht sehr einladend.
Die (vergleichweise) wenigen Gewürze die man kannte waren sehr teuer, Mehl, Fleisch und Zucker auch.
Ich glaube, die Kreativität war ziemlich beschränkt.
Ich habe letztes Jahr in Cornwall erstaunlich gutes Essen bekommen z. B. den besten Lachs meines Lebens (mit Zitronensauce). Es gibt also auch abseits der sehr teuren Restaurants gutes britisches Essen (in GB auf den Zusatz "Inn" achten). Aber im Pub kann man manche Scheußlichkeit geboten bekommen.
Ich habe mir vor Jahren mal ein britisches Kochbuch in Deutschland gekauft und koche daraus immer wieder. Genau genommen, koche ich überhaupt erst, seitdem ich dieses Kochbuch habe. Die britische Küche hat viele Einflüsse aus ihren Kolonien übernommen und - auch wenn es möglicherweise die normale Hausfrau nicht kocht - man kann ausgezeichnet britisch essen, heißt selber kochen. Meine Lieblingssuppe (Cook-a-leekie) z. B. besteht aus Lauch, Huhn und Backpflaumen. Geht schnell und schmeckt sehr lecker, ich mache allerdings noch Chili ran. Ein anderes leckeres engl. Gericht ist Lamm, das mind. 1 Tag in Orangensaft, Ingwer, Honig u. a. eingelegt wurde. Hat einen wunderbar fruchtig-aromatischen Geschmack. Es gibt auch sehr leckere Süßspeisen wie Trifle oder Summer Pudding. Ich finde die britische Küche ehrlich gesagt spannender, vielschichtiger als z. B. die viel geliebte italienische Küche.
Das heutige englische Essen schmeckt also besser!?
Damals gab es bestimmt einen anderen Geschmackssinn. Wir sind heute z.B. viel zu sehr an Salz gewöhnt (oder Natriumglutamat ). Die Qualität der Lebensmittel war bestimmt anders (z.B. durch Züchtung wird ja auch der Geschmack beeinflußt) und die Lebensmittel werden anders verarbeitet.
Ich vermute mal, dass auch damals das Essen geschmeckt haben wird (und manche Rezepte klingen nicht nur fade und eintönig).
also ich kenn ne nachspeise, die ist genial. obs die damals schon gab weiß ich nicht. Hier mal das Rezept:
Sherry Trifle
Den Boden einer großen Schüssel mit Biskuitboden auslegen. Den ganz schön kräftig mit Sherry tränken (nicht zu wenig. ziel ist, danach nicht mehr autofahren zu können *g*). ne nacht durchziehen lassen. am nächsten tag nochmal kräftig sherry drauf schütten. dann frische oder eingefrorene Himbeeren auf den Boden geben. Etwa die doppelte breite wie der Boden ist. Danach kommt ne Schicht Pudding. Eine grooooße Schicht Pudding. Bis die Schüssel fast vollständig gefüllt ist. Und dann ne Schicht Sahne.
Fertig
Also ich finde teilweise kann man in England gut essen. Aber teilweise war ich schon froh bei Mövenpick essen zu können *g* oder McDonnalds
Oioioioi...Viiiiiiiiel Sherry. Ich liebe Nachspeisen (bin eine Naschkatze). Das passt gut in die Weihnachtszeit! Da gibt es sowieso so viele Kalorienbomben, dass ich mir wieder einen mächtigen Winterspeck anfresse und ihn im nächsten Jahr nicht mehr los werde...also bemerkt keiner ne kleine Portion Sherry Trifle.
Ich kenne nur einen englischen Kuchen einen sogenannten Apple Crumble. Schmeckt auch lecker. Aber ich weis nicht, wo ich das Rezept gelassen habe.
Rita hat geschrieben:Oioioioi...Viiiiiiiiel Sherry. Ich liebe Nachspeisen (bin eine Naschkatze). Das passt gut in die Weihnachtszeit! Da gibt es sowieso so viele Kalorienbomben, dass ich mir wieder einen mächtigen Winterspeck anfresse und ihn im nächsten Jahr nicht mehr los werde...also bemerkt keiner ne kleine Portion Sherry Trifle.
Ich kenne nur einen englischen Kuchen einen sogenannten Apple Crumble. Schmeckt auch lecker. Aber ich weis nicht, wo ich das Rezept gelassen habe.
wenn du das rezept gefunden hast *g* bitte schicks mir mal. würds gern mal ausprobieren
(ich liebe süßigkeiten... mein laster, mein verhängnis *g*)
Ich weiß nicht, ob zu JAs Zeiten viel oder überhaupt Pudding gegessen wurde. Es gibt auf jeden Fall in GB einen Puddingclub, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, den traditionellen britischen Pudding zu "retten". Auf der Website des Clubs gibts jeden Monat ein besonderes Rezept, und ich finde, das aktuelle sieht seeeeeehr lecker aus! http://www.puddingclub.com/puddingclub.html
Keine Frage, der sieht absolut lecker aus Wenn ich den mache, muss ich aber jeden Tag ins Fitness-Studio damit ich die Kalorien wieder abarbeiten kann.
Letztens habe ich mal nachgerechnet, wieviel Kalorien mein Sohn
(18 Jahre alt /196 cm groß /87 Kg schwer) zu sich nehmen darf
ca 3200 !!!!! Da kann frau nur neidisch werden. Der verputzt von diesem Pudding ganz locker mindestens eine Portion und braucht sich keine Gedanken darüber machen Aber ich hab das Rezept schon gespeichert und werde es nächsten Sonntag mal ausprobieren.
Danke für den Tip!
Es gibt hier sehr viele schöne englische und walisische Rezepte. Und sehr schöne Hintergrundinformationen (Geschichte, Feiertage u.v.m.).
Leider sind Fotos eher Mangelware.
Ulli hat geschrieben:Oh, das Buch kenne ich noch nicht! Hast Du schon mal danach gekocht? (Bei uns gab es vorletztes Wochenende gerade wieder Sommerpudding...)
Ich habe schon danach gekocht und es hat sehr gut geklappt und das Essen hat gut geschmeckt.
Tina hat geschrieben:Meriella, das Problem kenne ich nur zu gut!
In GB kann man als Vegetarier doch sehr gut leben. Da ist die Auswahl vegetarischer Produkte viel größer als bei uns.
(Und das von mir vorgestellte Kochbuch hat auch vegetarische Rezepte. )
Ich koche recht oft Dinge aus der traditionellen englischen Küche, so gibt es bei uns meist an Weihnachten (oder zu Christmas-Parties von z.B. Vereinen usw.) Bread-and-Butter-Pudding nach meiner eigenen kleinen Rezept-Variation. Außerdem fehlt da nie der Truthahn auf dem Tisch, ein absolutes Muss! Mit Rosenkohl natürlich und Kartoffeln, sehr traditionell. Außerdem gibt es bei uns im Alltag häufig Cottage-Pie, Fish and Chips, und einmal im Jahr, am 17. Oktober (ha, ratet mal, was da ist!) ein absolut wundervolles Irish Stew. Außerdem beliebt sind bei uns Lachsgerichte, Braten (Sunday Roast) mit Yorkshire Pudding, wenn es Lamm ist, dann auch gerne mit Minzsauce. Welsh Rarebits mache ich nicht mehr so oft, aber nur, weil ich Kalorien einsparen möchte (muss!). Weiteres Favourite von mir: Schottische Eier! Ich bin wahrlich ein Fan der englischen Küche und ich habe dort wirklich noch nichts Schlechtes gegessen. Vieles ist auch von asiatischen Einflüssen durchzogen, so gut wie jede britische Hausfrau ist in der Lage ein gutes Currygericht zu kochen. Trifle macht immer eine Bekannte von mir, auch lecker. Wer einmal in einem großen Supermarkt in GB war, der weiß wie groß die Auswahl dort ist. Allein die Kühltheke für die frischen Sandwiches ist mehrere Meter lang! Dagegen haben wir hier nur Schrott, echt; und zwar in jeder Hinsicht!
Ich mag die englische Küche auch und habe ein kleines englisches Kochbuch aus dem ich ab und zu etwas koche oder backe. Insbesondere die Süßspeisen finde ich interessant. Auf meiner Englandreise im Mai habe ich auch nur gut gegessen. Unser Hotel in Cornwall bezeichnete die Küche als "New English Cuisine", da es genau wie bei uns inzwischen viele internationale Einflüsse gibt. Die englische Küche entwickelt sich eben auch weiter und die deutsche Kochkunst hat im Ausland auch keinen guten Ruf .
Ich kann mir vorstellen, dass man in London eher schlechtes Essen angeboten bekommt als in einem Restaurant auf dem Land. Das ist jedenfalls meine Erfahrung. In Italien ist es mir genauso gegangen. Ich habe köstlich in kleinen Restaurants in kleinen Ortschaften gespeist und in Rom wurde mir Frass vorgesetzt.
In Cornwall habe ich köstliche Fishcakes gegessen, die auf Thai-Art mit Koriander gewürzt waren. Da trifft klassische englische Küche auf internationale Einflüsse. Das Restaurant in in einem Hotel in Hamphshire in dem wir gewohnt haben bezeichnet das Essen als "Simple and perfectly cooked modern British food". Und lecker war's.....