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BeitragVerfasst: Donnerstag 19. April 2007, 09:42 
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Austenexperte
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Ich versteh nicht ganz wie Ihr das unterscheiden wollt. Im englischen gibt es doch gar kein Du und Sie, oder habe ich was verpasst?

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... uns hilft kein Gott, uns're Welt zu erhalten...( Karat in "Der blaue Planet")


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Verfasst: Donnerstag 19. April 2007, 09:42 


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BeitragVerfasst: Donnerstag 19. April 2007, 09:46 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Du erkennst es darin, ob das "you" mit dem Vornamen oder dem Nachnamen, also einer privaten oder offiziellen Anrede gekoppelt ist.
Mrs. Bennet z.B. (so gewöhnlich sie sonst ist) nennt ihren Gatten einmal "Mr. Bennet" oder "Bennet".
Lady Catherine wird, vermute ich mal, nicht einmal von ihren Neffen geduzt. Ob Anne ihre Mutter duzt, wissen wir glaub ich gar nicht. Zumindest kann ich mich an kein direktes Gespräch zwischen den beiden erinnern ... :wink:

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BeitragVerfasst: Donnerstag 19. April 2007, 10:37 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Das hatten wir doch auch bei Emma. Emma spricht ihre Freundin mit "Mrs. Weston" an. Und im Deutschen wird es weiter so übersetzt, dass Emma Harriet mit dem Vornamen und "Du" anspricht und Emma Harriet umgekehrt mit "Miss Woodhouse" "Sie". Das sprach für uns dafür, dass Emma Harriet eben doch nicht als gleichrangig behandelt.
Dann wäre aber das Verhalten von Margaret richtig gewesen??? Das verstehe ich halt nicht, wie da die Wertigkeiten waren.

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Schritte wagen im Vertraun auf einen guten Weg, Schritte wagen im Vertraun das letztlich ER mich trägt, Schritte wagen weil im Aufbruch ich nur sehen kann, für mein Leben gibt es einen Plan.
Clemens Bittlinger


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BeitragVerfasst: Donnerstag 19. April 2007, 10:47 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Tina hat geschrieben:
Das hatten wir doch auch bei Emma. Emma spricht ihre Freundin mit "Mrs. Weston" an. Und im Deutschen wird es weiter so übersetzt, dass Emma Harriet mit dem Vornamen und "Du" anspricht und Emma Harriet umgekehrt mit "Miss Woodhouse" "Sie". Das sprach für uns dafür, dass Emma Harriet eben doch nicht als gleichrangig behandelt.
Dann wäre aber das Verhalten von Margaret richtig gewesen??? Das verstehe ich halt nicht, wie da die Wertigkeiten waren.

Nein, eben nicht. Du konntest in der Öffentlichkeit nicht einen älteren Herren, der nicht deiner Familie angehörte (und wenn er Hundert Mal Vater deiner Freundin war) duzen, also beim Vornamen nennen, wenn du die anderen nicht beschämen wolltest. Sogar die Bennets sprechen ihre Dienerin mit dem Nachnamen an und nennen sie "Hill" und nicht mit dem Vornamen. Mit dem Vornamen sprach man (glaube ich) tatsächlich nur ganz junge Dienstmädchen oder Burschen an, die quasi als Kinder schon arbeiten mussten.

Und Emmas Verhältnis zu ihrer alten Gouvernante ist halt doch nicht sooo eng, daß sie sich freundschaftlich duzen würden. Woran das liegt, kann ich nicht sagen. Kann natürlich eine Art von Standesdünkel sein, weil man sich mit Angestellten halt nicht anfreundet. Kann aber genausogut Emmas Respekt sein, der sich darin zeigt, auch wenn sie Miss Taylors Ratschläge nie wirklich befolgt hat. Ist schwierig zu beantworten.

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BeitragVerfasst: Donnerstag 19. April 2007, 11:23 
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Nachtrag:
Ich glaube es ist eher der Respekt, der Emma Mrs. Weston weiterhin siezen lässt. Sagt sie nicht auch zu Knightley nach der Verlobung, sie würde ihn nicht duzen, oder so, sondern ihn "Mein Mr. Knightley" nennen? Das hat im Fall von Knightley weniger mit fehlenden Gefühlen und mangelnder Freundschaft zu tun, sondern ist eben ein ganz weibliches Zeichen dafür, daß sie ihn als "Oberhaupt" anerkennt.

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BeitragVerfasst: Donnerstag 19. April 2007, 12:47 
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Caro hat geschrieben:
Tina hat geschrieben:
Das hatten wir doch auch bei Emma. Emma spricht ihre Freundin mit "Mrs. Weston" an. Und im Deutschen wird es weiter so übersetzt, dass Emma Harriet mit dem Vornamen und "Du" anspricht und Emma Harriet umgekehrt mit "Miss Woodhouse" "Sie". Das sprach für uns dafür, dass Emma Harriet eben doch nicht als gleichrangig behandelt.
Dann wäre aber das Verhalten von Margaret richtig gewesen??? Das verstehe ich halt nicht, wie da die Wertigkeiten waren.

Nein, eben nicht. Du konntest in der Öffentlichkeit nicht einen älteren Herren, der nicht deiner Familie angehörte (und wenn er Hundert Mal Vater deiner Freundin war) duzen, also beim Vornamen nennen, wenn du die anderen nicht beschämen wolltest. Sogar die Bennets sprechen ihre Dienerin mit dem Nachnamen an und nennen sie "Hill" und nicht mit dem Vornamen. Mit dem Vornamen sprach man (glaube ich) tatsächlich nur ganz junge Dienstmädchen oder Burschen an, die quasi als Kinder schon arbeiten mussten.


Aber Personal wird doch auch beim Namen genannt? "James, bringen Sie bitte den Tee..."??? :gruebel: Ich hatte gedacht, man könnte niedriger stehende mit dem Vornamen ansprechen und das sei ok? (Abgeleitet von Emma und Harriet) Dann ist es besser, den Nachnamen zu sagen ohne Mr. davor??? Warum dann aber "James, den Tee"???

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BeitragVerfasst: Donnerstag 19. April 2007, 12:56 
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Es ist ein Zeichen für Respekt. Die Kinder redeten den Vater auch mit "Sir" an --- vielleicht mal gemischt mit "Mamma" oder "Papa" --- das ist kein Zeichen für mangelnde Vertraulichkeit, obwohl die früher vielleicht auch nicht so eng waren wie heute. Kinder wurden ja als kleine Erwachsene behandelt...

Nach Beobachtung in Jane Austens Romanen, würde ich sagen, folgende Regel galt: Man redete ältere Menschen als man selbst mit "Sie"/"Mr"/"Mrs"/"Sir"/"Madam" an (siehe Emma zu Mr Knightley/Mrs Weston...) und jüngere Menschen häufig mit Vornamen (siehe Emma zu Harriet, Mr Knightley zu Emma Mrs Weston zu Emma...)

Eigentlich doch ganz logisch! :eek:

Dienstboten standen immer unter den Herrschaften, daher wurden diese entweder mit Vornamen (wohl dann, wenn sie schon lange in der Familie dienten) oder eben mit Nachnamen an, jedoch gewöhnlich ohne "Mr", angeredet, um ihren niederen Stand anzudeuten und die Distanz zu wahren.

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(Verfasser (mir) unbekannt --- Angelika meint, es sei Mark Twain... :biggrin: )


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BeitragVerfasst: Donnerstag 19. April 2007, 13:26 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Hab meinen späteren Beitrag gelöscht.
Alethea, du hast es super erklärt! :danke:

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BeitragVerfasst: Donnerstag 19. April 2007, 13:43 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Und weil Nickolas eben KEIN Verwandter und Dienstote bei Hales war, war die Aufregung so groß. Danke, jetzt habe ich es verstanden.

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BeitragVerfasst: Donnerstag 19. April 2007, 13:43 
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Alethea hat geschrieben:
... Dienstboten standen immer unter den Herrschaften, daher wurden diese entweder mit Vornamen (wohl dann, wenn sie schon lange in der Familie dienten) oder eben mit Nachnamen an, jedoch gewöhnlich ohne "Mr", angeredet, um ihren niederen Stand anzudeuten und die Distanz zu wahren.

Das geht noch feiner :wink:: Elizabeth Bennet und die Gardiners reden die Haushälterin Mr. Darcys anlässlich der Besichtigung Pemberleys höflich mit "Mrs. Reynolds" an, während Mr. Darcy sie natürlich nur "Reynolds" nennt... :D

Ich spreche z.B. Mr. Darcy immer mit "Mr. Darcy" an und Elizabeth Bennet immer mit "Elizabeth Bennet" (dem vertraulichen "Eliza" oder gar "Lizzy" - das einige hier verwenden - enthalte ich mich aus höflichem Respekt vor der jungen Dame :wink:)... Wogegen Willoughby, Wickham und Crawford von mir immer nur "Willoughby", "Wickham" und "Crawford" genannt werden - wie sie es verdienen :aetsch: ...

Bruki :cool:

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(Rudyard Kipling, The Janeites)


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BeitragVerfasst: Donnerstag 19. April 2007, 13:46 
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Wir nennen Elizabeth "Lizzy", weil wir uns ihr schwesterlich verbunden fühlen! ;)

Ich habe auch mal gelesen, dass man älterem weiblichen Personal den Zusatz "Mrs" gab, sofern sie eine respektvolle Aufgabe im Haus hatten, wie z.B. Mrs Reynolds als Haushälterin. Das galt auch für unverheiratete Damen. ;)
Grüße
Kerstin

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BeitragVerfasst: Donnerstag 19. April 2007, 14:55 
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Archivarius

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Alethea hat geschrieben:
Nach Beobachtung in Jane Austens Romanen, würde ich sagen, folgende Regel galt: Man redete ältere Menschen als man selbst mit "Sie"/"Mr"/"Mrs"/"Sir"/"Madam" an (siehe Emma zu Mr Knightley/Mrs Weston...) und jüngere Menschen häufig mit Vornamen (siehe Emma zu Harriet, Mr Knightley zu Emma Mrs Weston zu Emma...)

Wo Du gerade "Emma" erwähnst, fällt mir noch was ein: Da gibt es doch die Stelle, wo Emma beinahe Feuer spuckt, weil Mrs. Elton "ihren Mr. Knightley" vertraulich mit "Knightley" tituliert - und Emma, ob dieser - aus ihrer Sicht - Respektlosigkeit sich innerlich zur Faust ballt...

Die Frage, wie man sich anredet, wurde also nicht nur durch Höflichkeitsregeln, sondern auch durch den Grad der Vertrautheit der betreffenden Personen bestimmt...

Bruki :cool:

PS: Und gibt es am Ende des Romans nicht noch eine heiße Diskussion der beiden Turteltäubchen, wie Emma ihren Mr. Knightley nun - nachdem man endlich einer Meinung war - nennen soll?

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BeitragVerfasst: Donnerstag 19. April 2007, 15:11 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Bruki hat geschrieben:
PS: Und gibt es am Ende des Romans nicht noch eine heiße Diskussion der beiden Turteltäubchen, wie Emma ihren Mr. Knightley nun - nachdem man endlich einer Meinung war - nennen soll?

:aetsch: Das hab ich Tina weiter oben schon geschrieben :D :wink:

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BeitragVerfasst: Donnerstag 19. April 2007, 15:25 
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Bruki hat geschrieben:
Das geht noch feiner :wink:: Elizabeth Bennet und die Gardiners reden die Haushälterin Mr. Darcys anlässlich der Besichtigung Pemberleys höflich mit "Mrs. Reynolds" an, während Mr. Darcy sie natürlich nur "Reynolds" nennt... :D


In "Bleak House" wird die Haushälterin der Dedlocks auch ausschließlich "Mrs Rouncewell" genannt... :wink:
Aber du hast wohl Recht --- nur die Herrschaften der jeweiligen Bediensteten sprachen dieselbigen nur mit Nachnamen an, während Gäste wohl höflich Mr/Mrs sagten...

Bruki hat geschrieben:
Ich spreche z.B. Mr. Darcy immer mit "Mr. Darcy" an ... wogegen Willoughby, Wickham und Crawford von mir immer nur "Willoughby", "Wickham" und "Crawford" genannt werden - wie sie es verdienen :aetsch: ...


:lol: Mir geht's genauso, Bruki! :rofl: Zumindest bei Wickham und Willoughby lasse ich auch ganz automatisch das Mr weg! :wink:

Bruki hat geschrieben:
Wo Du gerade "Emma" erwähnst, fällt mir noch was ein: Da gibt es doch die Stelle, wo Emma beinahe Feuer spuckt, weil Mrs. Elton "ihren Mr. Knightley" vertraulich mit "Knightley" tituliert - und Emma, ob dieser - aus ihrer Sicht - Respektlosigkeit sich innerlich zur Faust ballt...

Die Frage, wie man sich anredet, wurde also nicht nur durch Höflichkeitsregeln, sondern auch durch den Grad der Vertrautheit der betreffenden Personen bestimmt...


Ja, auch Vertrautheit! :ja: Vielleicht sprachen sich die befreundeten Herren untereinander auch ganz locker mit "Knightley" oder "Elton" an, ohne, dass es gleich von Respektlosigkeit sprach...

An der Stelle begeht Mrs Elton wirklich ein Faux-pas! :lol: Kennt ihn wenige Stunden und nennt ihn "Knightley". Das grenzt in Emmas Augen schon an Unverschämtheit --- und war es wohl auch, so vertraulich mit einem fremden Herrn zu tun, wenn man selbst gerade frisch verheiratet war! :lach:

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BeitragVerfasst: Donnerstag 19. April 2007, 15:28 
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Alethea hat geschrieben:
An der Stelle begeht Mrs Elton wirklich ein Faux-pas! :lol: Kennt ihn wenige Stunden und nennt ihn "Knightley". Das grenzt in Emmas Augen schon an Unverschämtheit --- und war es wohl auch, so vertraulich mit einem fremden Herrn zu tun, wenn man selbst gerade frisch verheiratet war! :lach:

Sag ich doch :D Mrs. Eltons feine Kinderstube wahl wohl auch keine ... :wink: denn sooo vertraut war Er mit Ihr sicher nicht :rolleyes:

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BeitragVerfasst: Donnerstag 19. April 2007, 15:29 
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Caro hat geschrieben:
Sag ich doch :D Mrs. Eltons feine Kinderstube wahl wohl auch keine ... :wink:


Na, das ist ja wohl jedem klar, der sie eine halbe Seite lang reden hört...Spätestens dann ist's klar! :lol:

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BeitragVerfasst: Donnerstag 19. April 2007, 15:37 
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Und allerspätestens bei dem Zusammentreffen mit Emma bei den Bates wo sie das Geheimnis rumposaunt das es auch wirklich jeder mitbekommen kann. :ja:

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BeitragVerfasst: Donnerstag 19. April 2007, 15:38 
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Alethea hat geschrieben:
Caro hat geschrieben:
Sag ich doch :D Mrs. Eltons feine Kinderstube wahl wohl auch keine ... :wink:

Na, das ist ja wohl jedem klar, der sie eine halbe Seite lang reden hört...Spätestens dann ist's klar! :lol:

Das wäre so, als würdest du heutzutage zu einem Mann, den du kaum kennst, sagen "Na, Schatz, wie wär's mit uns beiden?" :eek: :lach:

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BeitragVerfasst: Donnerstag 19. April 2007, 15:41 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Nun, so weit würde ich das noch nicht sehen. Aber seeeeeehr privat auf eine ziemlich plumpe Art und Weise.

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BeitragVerfasst: Donnerstag 19. April 2007, 17:17 
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Administratorin im Ruhestand und Tom-Lefroy-Expertin
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Okay... :lol: Jetzt aber: Back to the topic!!! :eek:

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 Betreff des Beitrags: a handy dandy
BeitragVerfasst: Freitag 20. April 2007, 16:49 
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Austenfan

Registriert: Dienstag 17. April 2007, 14:33
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Ach kommt der Dandy aber schlecht weg. Dabei war und ist er doch das "Schmieroel" der Gesellschaft. Nicht nur weil "money must be spend" schlicht Arbeitsplätze erhält sondern weil die Anzahl seiner Kontakte durchaus Wert in Pfunds und Sterlings hat.Adelshäuser waren und sind immer auch Wirtschaftsunternehmen. N Dandy kann Kontakte vermitteln und wichtige Informationen liefern. Keine Lust ständig in der HighLife-mühle rumzuhängen? Na dann alle halbe Jahre n Dandy einladen und du bist auf dem Laufendem. lol.
Wenn ich nen today Dandy nennen sollte würd ich Perez Hilton nennen.
Aber nur wenn ich sollte.

Will

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 Betreff des Beitrags: Re: a handy dandy
BeitragVerfasst: Freitag 20. April 2007, 17:27 
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Archivarius

Registriert: Mittwoch 19. Oktober 2005, 09:04
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Willoughby hat geschrieben:
Ach kommt der Dandy aber schlecht weg. Dabei war und ist er doch das "Schmieroel" der Gesellschaft. Nicht nur weil "money must be spend" schlicht Arbeitsplätze erhält sondern weil die Anzahl seiner Kontakte durchaus Wert in Pfunds und Sterlings hat. Adelshäuser waren und sind immer auch Wirtschaftsunternehmen. N Dandy kann Kontakte vermitteln und wichtige Informationen liefern. Keine Lust ständig in der HighLife-mühle rumzuhängen? Na dann alle halbe Jahre n Dandy einladen und du bist auf dem Laufendem. lol.
Wenn ich nen today Dandy nennen sollte würd ich Perez Hilton nennen.
Aber nur wenn ich sollte.

Will

Oha, da macht jemand seinem Namen alle Ehre :rofl: --- Kommt da die Schule des ollen Bernard Mandeville zum Vorschein? ... und hat nicht Thackeray im Snob-Buch ähnliche Ansichten vertreten? --- Jetzt musst Du nur noch erklären, Crawford sei ein famoser Charakter gewesen, und Du bist ein gemachter Mann ;D

Willkommen ... und wie Benjamin immer sagte: [schild=2 fontcolor=000000 shadowcolor=C0C0C0 shieldshadow=1 nxu=87959978nx19033]Männer im Forum[/schild] ...

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BeitragVerfasst: Freitag 20. April 2007, 21:16 
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Austenfan

Registriert: Dienstag 17. April 2007, 14:33
Beiträge: 35
Na da musste ich doch tatsächlich die Wikipedia quälen. Alle Achtung und ganz ehrlich Hut ab. Aber ich bleib dabei: Das Dandy Image ist zu negativ gezeichnet.

Will

Ach ja für die Brandenburger gibts sogar n eigenen Dandy Link
http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_vo ... ler-Muskau

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BeitragVerfasst: Freitag 20. April 2007, 22:27 
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Austenexperte

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Wohnort: Essen
richtiger Name: Julia
Ok, jetzt mal ein ähm... sehr wichtiger - Einwurf von einer Frau *g*

das Dandy Image ist vielleicht wirklich zu negativ, aber der Dandy Look... ist verdammt heiß *g*

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Simply me


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BeitragVerfasst: Freitag 20. April 2007, 22:55 
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Ich glaube, zu der Zeit, als der Dandy entstand, war sein Ruf gar nicht so schlecht.
Nur haftet ihm heute das "Nichtstun" und versnobt sein an....

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Freitag 20. April 2007, 23:16 
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Austenexperte

Registriert: Donnerstag 21. Dezember 2006, 13:46
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Wohnort: Essen
richtiger Name: Julia
Kerstin hat geschrieben:
Ich glaube, zu der Zeit, als der Dandy entstand, war sein Ruf gar nicht so schlecht.
Nur haftet ihm heute das "Nichtstun" und versnobt sein an....


ein wenig schwingt auch das Image des Frauenverführers mit, find ich... jedenfalls denk ich gleich daran

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BeitragVerfasst: Samstag 21. April 2007, 10:31 
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Archivarius

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Wohnort: Brandenburg
Willoughby hat geschrieben:
Na da musste ich doch tatsächlich die Wikipedia quälen. Alle Achtung und ganz ehrlich Hut ab. Aber ich bleib dabei: Das Dandy Image ist zu negativ gezeichnet. ...

Na was, Preußen war schon immer voll von Snobs ... Pückler-Muskau war da nur einer von... wobei ich letztens darauf hingewiesen wurde, dass das, was ich unter Snob verstehe, mit dem Begriff "Exzentriker" besser umschrieben wäre :wink: ... also, werde ich zukünftig diesen Begriff anstelle verwenden...

Der bekannteste britische Dandy kam ja euch erst 100 Jahre später auf die Bühne... Zu Jane Austens Zeiten war es wohl Beau Brummell, dem diese Ehre gebührte... Kommt es nur mir so vor als hätten alle Dandys von Belang ein schlimmes Ende genommen?

Bruki :cool:

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BeitragVerfasst: Montag 23. April 2007, 16:31 
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Nun ja, es war schon immer gefährlich, sich an fremder Männer Frauen ranzumachen, was wie ich gehört habe eines der Hobbies der Dandys war ... ;D

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BeitragVerfasst: Montag 23. April 2007, 16:58 
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Der Begriff des Dandy hat sich aber über die Jahre ziemlich geändert. Anfangs war das ein Gentleman, der sich mehr durch hervorragenden Schnitt und entsprechendes Material seiner Kleidung sowie beste Manieren hervortat, also durch "Klasse" und Zurückhaltung. Ich stelle mir einen Dandy vom Ende des 18. Jht. als einen Mann vor, der schlicht gekleidet ist, bei dem man aber sofort sieht, daß er einen ausgezeichneten Schneider aus der Saville Road hat. Das Gegenteil vom Dandy damals und verückterweise eher unserer heutige Vorstellung von einem Dandy entsprechend wäre jemand, der eine gelbe Weste zum fuchsiafarbenen Jackett trägt, das ganze u. a. verfeinert mit mintgrünen Socken.


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BeitragVerfasst: Montag 23. April 2007, 17:09 
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Archivarius

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Ulli hat geschrieben:
Der Begriff des Dandy hat sich aber über die Jahre ziemlich geändert. ...

In "Amelia" widmet Fielding der Würdigung der Dandys ein ganzes Kapitel... Wobei man wohl sagen muss, dass Fielding diese Bande wahrscheinlich für ziemlich affektiert und überflüssig hielt... Der junge Mann jedenfalls, der auf seinem Weg von einem vermögenden Erben in die Gosse, sein Geld u.a. auch als Dandy verschleudert, ist da schon beinahe am dem Tiefpunkt seiner Karriere angelangt, als er sich dem anstrengenden und teuren Beruf eines Dandys zuwendet...

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