Mir fallen jetzt nur zwei JA-Verfilmungen ein, in denen zum einen "gekegelt" und zum anderen Kricket gespielt wird. Ich weiß aber nicht inwieweit das historisch korrekt ist.
Bogenschießen.. es gab "damenhafte" Sportarten! Kricket auf jeden Fall. Ich glaube, Blinde Kuh war auch ein vergnügliches Spiel ( da durfte man ja anfassen.. ungestraft! )
Grüße
Kerstin
Doch Croquet sollte es schon gegeben haben, ist auch das Einzige was uns eingefallen ist, noch ziemlich schwer so ein Spiel zu bekommen, wenn man nicht Unmegen ausgeben will
Blinde Kuh wäre natürlich auch eine wunderbare Idee
Ich fürchte, fechten war aber nichts für die Damen. Ebenso wie Pferderennen.
Ich vermute mal, es soll etwas sein, was beide Geschlechter tun können?
Grüße
Kerstin
@Glam
Wie wäre es mit einer Schnitzeljagd? So etwas ähnliches wird es bestimmt auch damals schon gegeben haben...
Hier hab ich einen interessanten Ausschnitt zum Thema Turnierreiten im Mittelalter:
Zur ersten Trouvère-Generation gehört Huon d'Oisi, Chatelain von Cambrai. Von ihm ist ein Gedicht mit dem Titel Tournoiement des dames erhalten, in dem es weniger darum geht, den Damen die Ehre des Turnierreitens zuzugestehen, als die Männer zu verspotten, die für diese ritterliche Übung zu faul oder zu feige sind, so daß die Damen einspringen müssen.
Von wann soll denn das sein??? Damen als Teilnehmer eines Turniers war zumindest im MA absolut nicht drin. Da stand Todesstrafe drauf! Frauen in Männerhosen und kurzen Haaren war ein Unding, ein absolutes No-go. Sicher hat es auch die berühmten Ausnahmen der Regel gegeben. Aber das waren Randfiguren der Gesellschaft und mit Sicherheit NICHT auf einem Ritterturnier anwesend. Zumindest im Mittelalter. Jeanne d'Arc wiederum war eine ganz andere Person, die mit ihrem Gottesruf und ihren Verbündeten eine ganz andere Position eingenommen hat. Und endete dennoch auf dem Scheiterhaufen.
Aber ansonsten waren Frauen in Hosen schlechterdings unmöglich. Zumindest im Mittelalter.
Tina hat geschrieben:Kerstin, ich habe wegen des posts von Caro gefragt, der sich auf das Mittelalter bezieht.
Liebe Tina, besagtes Gedicht wurde gegen 1180 geschrieben, der Dichter ist 1190 verstorben. Da geht es defintiv um Damen, die an Reiturnieren teilnehmen!
Hier ein Link, der leider französisch ist:
http://www.nouzautes.net/celebrites/Conon_Bethune.htm Da steht ganz unten noch einmal etwas über Oisy und das Gedicht.
Zuletzt geändert von Caro am Dienstag 17. April 2007, 09:37, insgesamt 2-mal geändert.
Frauen im Mittelalter gingen leider nicht in Hosen und durften auch keine Waffen tragen. Deshalb war meine Frage nach der Zeit. Denn auch an den Ritterturnieren haben die Edeldamen nicht teilgenommen. Von daher, denn das ist leider traurige Realität gewesen, hat es mich interessiert wann es geschrieben worden ist. Und dann müsste man noch feststellen können, wo und wann dieses besungene Turnier stattgefunden hat. Ob es eine Fabel des Gedichtschreibers war, eine Spaßveranstaltung oder was auch immer. Denn DAS wäre mal eiine Fundstelle nach der sich Freundinnen von mir die Finger lecken würden. Sie stellen Frauen dar und dürfen in ihren Gruppen keine Waffentragenden Frauen darstellen, da dies nicht authentisch sei. Aber das gehört hier nicht rein. Nur zur Info für meine Nachfrage.
Na, dann hast du was. Das Gedicht gibt es und wie gesagt (wie auch der Titel "Turnier der Damen" besagt), lässt sich der Dichter da ironisch darüber aus, dass die jungen Ritter seines Standes zu bequem und feige sind, um an den Turnieren teilzunehmen und deshalb einige Damen einspringen und also reiten würden ... Allerdings war das in Frankreich und der Dichter war von Adel.
Ein richtiger Waffengang? Ehrlich gesagt, ich halte das für ein Scherzgedicht.
Ich halte es für seeeeeeeehr zweifelhaft, dass Damen einen richtigen Tjost ritten, allein schon, weil das Ganze eine ziemlich gefährliche Angelegenheit war.
Bei vielen anderen Waffen geht es um Kraft ( die Damen, die heute LARP machen und sowas auch tun, mögen mir verzeihen), aber einen Beidhänder, ein Schwert inklusive Schild, einen Morgenstern oder eine Streitaxt zu schwingen, das wird wohl für die meisten Damen dieser Zeit ein Ding der Unmöglichkeit gewesen sein.
Mein Französisch ist ja mehr als mangelhaft, aber wo auf der Seite ist denn das Gedicht? Die zwei längeren Gedichte handeln doch von den Kreuzzügen und das er sein Land verlassen muß?
Glam fragte aber nicht nach Sportarten, die man im Mittelalter ausführte, sondern nach Sport und Spiel aus der Zeit von Jane Austen.
Grüße
Kerstin
Ja, ich weiß. Aber ich dachte mir, daß wenn damals schon einige Damen so sportlich-verwegen waren, das 600 Jahre später noch weniger ein Problem war.
Schließlich weiß man, das einige "Edeldamen", bzw. deren Töchter einen Einspänner auch mal alleine lenkten, was sollten sie es je in St. James Park wagen, einen offenen Skandal gegeben hätte. Aber daheim auf dem Landsitz war vielleicht doch manches möglich?
Und es ist allgemein bekannt, daß auch Damen auf Pferde wetteten, bzw. der Spielleidenschaft frönten. Das Pferderennen von Ascot z.B. soll 1711 auf Wunsch von Königin Anne ins Leben gerufen worden sein. Der dritte Renntag wird übrigens "Ladies Day" genannt.
Caro hat geschrieben:Ja, ich weiß. Aber ich dachte mir, daß wenn damals schon einige Damen so sportlich-verwegen waren, das 600 Jahre später noch weniger ein Problem war.
Das, was einmal möglich war, später auch noch möglich oder sogar noch viel eher möglich war, kann man aber nicht verallgemeinernd sagen. Im Empire war manches liberaler als es in der viktorianischen Zeit dann war. Auch Fortschritte konnten wieder "rückgeschritten" werden.
Aber ich befürchte, wir kommen schon wieder vom Thema ab...
Tina hat geschrieben:Aber wetten heißt noch nicht aktive Teilnahme am Rennen
Ich lese gerade Gaskells "Leben der Bronte" - wo sie sich in den ersten Kapiteln darüber beklagt, dass in der Umgebung der Dörfer, wo die Bronte-Geschwister geboren wurden, ganz schreckliche Pferderennen stattfanden (Sonntagsruhe entheiligen, Saufen, Prügeln, Wetten) --- also Pferderennen waren definitiv nix für eine Dame der Gentry...
Außerdem werden von Gaskell "Wettläufe" erwähnt, wobei sie bemängelt, dass die Männer, die daran teilnahmen, "halbnackt" waren... Ob sie das selbst besichtigt hat oder von Hörensagen berichtet , weiß ich nicht genau - vermutlich das letztere - also auch keine Veranstaltung für eine gesittete Pfarrerstochter...
Ansonsten ist mir so, als hätten wir das Thema "Sport" schon mal in einem anderen Thread diskutiert?
Bruki
PS: Elizabeth Bennet joggt, Catherine Morland trieb ???? was war es gleich, Julia? ... außer "Hügel runterrollen"? --- Im P&P-Film spielen Kitty und Lydia ein Ringwerfspiel und die Kinder der Gardiners treiben auch irgendwas... Kitty hat dann noch so ein Fangspiel mit Tüte und Ball an der Schnur...
Zuletzt geändert von Bruki am Dienstag 17. April 2007, 15:11, insgesamt 1-mal geändert.
Tina hat geschrieben:Aber wetten heißt noch nicht aktive Teilnahme am Rennen
Ich lese gerade Gaskells "Leben der Bronte" - wo sie sich in den ersten Kapiteln darüber beklagt, dass in der Umgebung der Dörfer, wo die Bronte-Geschwister geboren wurden, ganz schreckliche Pferderennen stattfanden (Sonntagsruhe entheiligen, Saufen, Prügeln, Wetten) --- also Pferderennen waren definitiv nix für eine Dame der Gentry... Bruki
Fragt sich nur, woher sie dann so genau wußte, was da getrieben wurde, bzw. woher die Brontes es wußten? Ich schätze mal, daß zartbesaitete Damen zu diesen sportlichen Veranstaltungen nicht gingen, solche die aber auf ein bestimmtes Pferd oder den Jockey setzen wollten, schon?
Wie gesagt, in Ascot waren die Damen wenigstens am dritten Tag mit von der Partie ... aber vermutlich hielten sich da die Gentlemen zurück?
Das heißt zwar, sie durften dorthin und konnten auch wetten, aber das heißt noch lange nicht, dass sie aktiv daran teilnahmen.
Elizabeth Bennet wandert gerne, was allerdings von den Bingleyschwestern schon mit gerümpfter Nase betrachtet wird. Anscheinend war es schon leicht "unfein". ( Obwohl das Wandern durch die Natur in England schon früh sehr populär war... )
Ich denke, es waren weitgehend Spiele, die man "elegant" spielen konnte. Also ohne fürchterlich ins Schwitzen zu geraten, einen roten Kopf zu bekommen oder sich seine Kleidung zu ruinieren. Grüße
Kerstin
Ist Golf akzeptabel?
Das erste dokumentierte Damengolfspiel war 1810 in Musselburgh, nahe Edinburgh, der erste Damengolfclub wurde 1867 in St. Andrews gegründet.
Also wir haben uns jetzt für blinde Kuh und Croquet entschieden, dann bleibt noch genügens Zeit um über das Nähen und wie das Kleid für den Ball aussehen soll zu sprechen und etwas leckeres zu Essen
Ausserdem müssen wir ja auch noch das Gebäude besichtigen und den französischen Garten.
Denke das ist eine elegante Mischung in der die Damen nicht ins Schwitzen geraten sollten
Fanny Price, Maria und Julia Bertram sowie Miss Crawford reiten... und Jane Bennet kann das auch - von Elizabeth dagegen wird gesagt, sie keine Horsewoman gewesen...
Bruki hat geschrieben:Fanny Price, Maria und Julia Bertram sowie Miss Crawford reiten... und Jane Bennet kann das auch - von Elizabeth dagegen wird gesagt, sie keine Horsewoman gewesen... Bruki
Schätze Lizzie ist als Kind einmal zu oft vom Pferd gefallen ... , ansonsten wär sie gerade der Typ für einen wilden Galopp.