Ich bin verzweifelt auf der Suche nach Informationen über den ersten Verleger ( ??? Cadell), dem Reverend Austen "First Impressions" zusandte, und der es ungelesen ablehnte! Seid ihr beim Lesen diverser Biografien vielleicht schon einmal auf etwas nähere Auskünfte über diesen Herrn (wie z.B. den Vornamen ) gestoßen??
Vielleicht finde ich ja auch noch etwas in den etwa vier Biografien, die ich momentan gleichzeitig lese (und in keiner aus Zeitmangel recht vorankomme), doch vielleicht weiß hier ja jemand eine gute Quelle zu nennen?
Ich interessiere mich z.B. für seine Lebensgeschichte (muss nicht übermäßig detailliert sein), seinen Charakter, seinen Verlag, vielleicht auch über die Bücher, die er sonst so verlegt hat...
Es wäre toll, wenn jemand schon einmal etwas näheres über ihn gelesen hat und mir helfen könnte!!
Also den Vornamen kann ich Dir sagen: Thomas. Viel mehr steht bei Deirdre leFaye's "Family Record" aber auch nicht. Und das ist die detaillierteste Biographie, die ich (bis jetzt) kenne/habe.
In einem Essay (von Jan Fergus, "The Professional Woman Writer"), der sich ausschließlich mit JA's "publishing career" beschäftigt, also die Details der einzelnen Veröffentlichungen behandelt, steht auch nichts, als das Datum, an dem das Manuskript geschickt wurde (1. November 1797) und das Thomas Cadells Verlag ihm und seinem Partner, einem Mr. Davies gehörte.
*edit*: Oh, bei Claire Tomalin habe ich noch was gefunden:
"This Cadell had only recently inherited his buisness from an eminent father, the publisher of Gibbon and friend of Dr. Johnson."
Dann wird der Verleger wohl Thomas Cadell heißen, oder?
Hab grad ein bisschen gegoogelt, es gab einen Thomas Cadell, der 1742 bis 1802 gelebt hat, der hätte es sein können, oder? Außerdem war da ein Verlag, Thomas Cadell und William Davies, das passt auch, oder? In Wikipedia hab ich nur einen Leutnant gefunden, der in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts gelebt hat.
Vielen Dank euch beiden für die schnelle Hilfe!
Wenn ich jetzt zumindest schon einmal den Vornamen habe, dann finde ich vielleicht auch etwas im Internet dazu...
Na, sehr sympathisch schaut der ja echt nicht aus!! So richtig wie ein Frauenfeind ...ist aber irgendwie interessant, herauszufinden, wer das war. der das Buch einer Frau ohne es anzusehen abgelehnt hat. Ich werd jedenfalls, wenn ich Zeit hab, weiter recherchieren.
Meines Wissens wusste Cadell gar nicht, dass das Buch von einer Frau war! Reverend Austen schrieb den Brief und noch nicht einmal eine Inhaltsangabe...
Aber warum hat er das Buch dann abgelehnt? Nur weil es 'First Impressions' hieß? Oder weil er den Reverend nicht mochte? Vielleicht hatte er ja was gegen die Kirche? Fragen über Fragen...und wir versuchen sie zu lösen, ha!
Stefanie hat geschrieben:Aber warum hat er das Buch dann abgelehnt? Nur weil es 'First Impressions' hieß? Oder weil er den Reverend nicht mochte? Vielleicht hatte er ja was gegen die Kirche? Fragen über Fragen...und wir versuchen sie zu lösen, ha!
... na ja das ist Business, heute wie damals... Was glaubst Du, wie viele Manuskripte unbekannter Genies heute ungelesen in den Papierkörben der Verlagslektoren landen?
Ja, natürlich, aber ohne das Buch gelesen zu haben?? Das ist doch unlogisch! Man muss doch wissen, ob das Buch wirklich so schlecht ist, um im Papierkorb zu landen! Oder verstehe ich da was falsch?
Reverend Austen hat das Manuskript nicht einmal mitgeschickt, sondern den Verleger gebeten, es sich anzufordern, wenn er Interesse hat!
Ich habe den Brief glaube ich irgendwo in Gänze und kann ihn gerne mal hier posten...Muss nur erst suchen...
Ansonsten stimme ich dem zu, was Bruki geschrieben hat! Ohne Inhaltsangabe, ich glaube, nicht mal mit Titel, von einem unbekannten Autor...naja, dass Cadell da nicht angebissen hat, ist eigentlich nicht verwunderlich...Bei ihm landeten vermutlich dutzende von ähnlichen Angeboten auf dem Tisch...und wenn's nicht gerade von einer Radcliffe oder Fanny Burney war... Der Fehler lag im Grunde bei Mr Austen! Er hat sich nicht gerade geschickt angestellt...
Ebenso wie Charlotte Bronte, die ihr Manuskript in immer den gleichen Umschlägen verschickte, und angeblich jedesmal die zahlreichen Verlagsadressen durchstrich, die ihr Manuskript bereits zurückgeschickt hatten, und dann die neue Adresse oben drüber kritzelte... Ganz schön dumm! Das macht natürlich nicht gerade bei einem Verlag den Eindruck: "Hey, verlegt mich! Ich bin ein Bestseller und alle Verlage reißen sich um mich!!!"
Na ja, ihr seid hier die Spezialisten, aber ich finde das trotzdem seltsam! *Cadell nicht mag und hartnäckig dabei bleib*. Der Typ ist mir vom Namen wie auch vom Erscheinen her unsympathisch..er hätte das Buch wenigstens mal lesen können, da wäre ja nichts schlimmes passiert!.
Edit: Na, dann war Charlotte Bronte aber selbst schuld...tss, immer denselben Umschlag...Umschläge waren damals wohl teuer...
Alethea hat geschrieben:Ebenso wie Charlotte Bronte, die ihr Manuskript in immer den gleichen Umschlägen verschickte, und angeblich jedesmal die zahlreichen Verlagsadressen durchstrich, die ihr Manuskript bereits zurückgeschickt hatten, und dann die neue Adresse oben drüber kritzelte... Ganz schön dumm! Das macht natürlich nicht gerade bei einem Verlag den Eindruck: "Hey, verlegt mich! Ich bin ein Bestseller und alle Verlage reißen sich um mich!!!"
Das spricht nun wieder für Charlottes Dummheit (woran ich nie gezweifelt habe) und für die Verleger
Wenn es stimmt, was man so hört, quellen die Schreibtische der Lektoren geradezu über und Tag für Tag wir der Stapel noch größer. Da wird da wohl nur noch stichprobenartig geöffnet und gelesen. Und wenn dann nicht der Knaller darunter ist, hat das Werk und somit der Autor gelitten.
Und das hat sich anscheinend zu damals nicht groß geändert.
Tina
Tina hat geschrieben:Wenn es stimmt, was man so hört, quellen die Schreibtische der Lektoren geradezu über und Tag für Tag wir der Stapel noch größer. Da wird da wohl nur noch stichprobenartig geöffnet und gelesen.
Wenn meine beruflichen Pläne in ein paar Jahren hinhauen, dann werden sich auch auf meinem Schreibtisch die Manuskripte stapeln! Ich strebe zumindest eine Arbeit in einem Verlag an... naja, mal sehen was daraus wird...
Ich habe übrigens den Brief gefunden, den Reverend Austen an Cadell geschrieben hat:
Sirs I have in my possession a Manuscript Novel, comprised in three Vols. about the length of Miss Burney’s Evelina. As I am well aware of what consequence it is that a work of this sort should make its’ first appearance under a respectable name I apply to you. Shall be much obliged therefore if you will inform me wether you chuse to be concerned in it; what will be the expense of publishing at the Author’s risk; & what you will advance for the Property of it, if on perusal it is approved of? Should your answer give me encouragement I will send you the work. I am, Sirs, Yr. obt. hble Servt: Geo Austen
Ich vermute mal, es war ein Familienbetrieb ...?
Hier mehr Info:
Den Verleger hatte Wieland dem jungen Autor vermittelt. Mit allen Titelkupfern und Kupfertiteln ... London: T. Cadell and W. Davies, 1802. Three volumes. ... http://www.vialibri.net/552display/year_1802_1.html - 143k - Im Cache - Ähnliche Seiten
@Alethea
das ist wie mit der Namenssuche. Ich gebe fast nie, nur den Namen ein.
Ich galube ich habe da mit "Verleger Cadell" gesucht und als ich den Hinweis auf Davies gesehen hatte mit "Verlag Cadell & Davies".
Da ich ja selbst Datenbanken benutze, hab ich vielleicht ein Gespür, wie die matchcodes hinterlegt sein könnten ...
Schön, daß es dir geholfen hat !!!!
Caro hat geschrieben:Ich gebe fast nie, nur den Namen ein. Ich galube ich habe da mit "Verleger Cadell" gesucht und als ich den Hinweis auf Davies gesehen hatte mit "Verlag Cadell & Davies".
Naja, ich habe auch mehrere Versionen durchprobiert... Ist ja auch egal, jedenfalls vielen Dank für die Hilfe!
Ich finde auch total viel, wenn ich "Cadell & Davies" eingebe... (Das "Verleger" kann man sich aber wahrscheinlich sparen, da die Masse der Seiten über ihn wohl auf Englisch ist.)
Das Bild oben stellt übrigens seinen Vater dar, der hieß ja auch Thomas. hatte aber nichts mit P&P zu tun.
Julia hat geschrieben:Das Bild oben stellt übrigens seinen Vater dar, der hieß ja auch Thomas. hatte aber nichts mit P&P zu tun.
Habe ich mir schon gedacht! Sein Sohn Thomas übernahm, wie ich inzwischen weiß! , erst 1793 den Verlag und beging gleich in den ersten paar Jahren seines Verlegerdaseins den größten Fehler seines Lebens...
Obwohl ich Herrn Crosby da noch eher bemitleide, der 15 Jahre lang das Manuskript von NA in seinem Büro liegen hatte, nur um es dann wieder zurückzugeben.
Ist genau wie bei "Harry Potter" (ohne jetzt vom Thema abschweifen zu wollen )! Der Verlag, der Rowling zuerst abgelehnt hat, wird sich im Nachhinein vermutlich vor Wut in den Hintern gebissen haben!
Deshalb sagt die Eigentümerin vom R. G. Fischer Verlag, dass sie allen Autoren die gleiche Chance einräumen will. Wer kann schon sagen, ob das jeweilige Konzept nicht ein Riesenwurf wie Harry Potter wird?
Tina
@Tina
ja, wobei sich der Fscher Verlag das Risiko durch eine nicht geringe Selbstbeteiligung versüssen läßt. Auch nicht die feine Art. Dann kann mans gleich selbst in Druck geben ...
@Alethea
sorry für das off-topic. ist mit Büchern ähnlich wie mit Drehbüchern. Ignoranten wird es immer gben. Nehme an, er hat sich danach kräftig in den Hintern gebissen, auf jeden Fall seine Enkel und Urenkel!!!
Naja, Caro, sie geben dir aber vorher eine detaillierte Aufstellung, was sie alles an Zahlungen zu erbringen haben, OHNE daran einen Gewinn zu haben. Und sie sagen auch, dass es wonaders günstiger sein kann. Aber ob das im Endeffekt wirklich so günstig ist, weiß man erst nachher. Jedenfalls, ein "versüßen" kann ich da nicht feststellen. Aber ok, ich weiß nicht, wie hoch dieser Selbstbeteiligungsbetrag ist.
Tina