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BeitragVerfasst: Freitag 26. September 2008, 08:23 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Registriert: Mittwoch 19. Oktober 2005, 21:13
Beiträge: 4781
Am 18. Oktober 2008 starten wir hier unseren neuen Groupread "Pride and Prejudice"/"Stolz und Vorurteil" (dann öffnet sich auch dieser Thread).

Jeder der Interesse hat kann sich beteiligen, sich einklinken und auch wieder ausklinken, wenn die Zeit knapp wird - wie Ihr möchtet, jeder Beitrag ist willkommen!

Vorab schonmal ein paar Regeln, die sich im Laufe der letzten Leserunden ergeben haben:

1. Wir lesen zwei Kapitel pro Woche. Mittwoch und Samstag sind die jeweiligen Stichtage, an denen es weitergeht. Wie "streng" wir uns im Laufe des Lesens daran halten, wird sich zeigen - wenn es sich anbietet können wir diese Intervalle auch verkürzen (z.B. 3 Kapitel pro Woche).
2. Ihr könnt auf Englisch oder Deutsch (bzw. sonstige Übersetzungen ) lesen, das bleibt jedem selbst überlassen. Wenn Ihr aus dem Text zitiert, dann bitte nur die Stelle auf die Ihr Euch bezieht. Schön wäre eine deutsche Übersetzung, es ist aber auch schon hilfreich ein englisches Zitat kurz zusammenzufassen, so dass auch die weniger Sprachkundigen wissen worum es geht und in ihrer Ausgabe nachschlagen können.

3. Zu jedem Kapitel sollte zu Anfang eine kurze Zusammenfassung gepostet werden, damit für Quereinsteiger erkenntlich ist, wo wir uns gerade befinden. Diese Zusammenfassung kann von jedem Teilnehmer gepostet werden, am besten natürlich von dem, der als erster auf das aktuelle Kapitel eingeht. Auch Überschriften über Euren Beiträgen (zum Beispiel wenn ihr auf einen ganz bestimmten Aspekt, einen Charakter oder eine Frage eingeht) verbessern die allgemeine Übersichtlichkeit.

4. Auch im Groupread gelten die Forenregeln. :wink: Bitte denkt daran, dass es sehr schnell unübersichtlich werden kann, gerade wenn sich viele Mitglieder beteiligen. Versucht, Eure Beiträge nicht ausufern zu lassen. Wenn Ihr Euch auf Beiträge anderer Mitglieder bezieht, hilft es dem Verständnis der Mitlesenden, den entsprechenden Beitragsteil zu zitieren, oder das Mitglied mit "@userxy" anzusprechen.

Viel Spaß beim Lesen und Diskutieren!


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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Freitag 26. September 2008, 08:23 


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BeitragVerfasst: Samstag 18. Oktober 2008, 01:21 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Registriert: Mittwoch 19. Oktober 2005, 21:13
Beiträge: 4781
Auf gehts! :)


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BeitragVerfasst: Samstag 18. Oktober 2008, 09:26 
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Administrator und Captain a.D. of HMS Groupread
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Registriert: Mittwoch 9. April 2008, 16:07
Beiträge: 3077
1. Kapitel

Mrs. Bennet berichtet ihrem Mann die große Neuigkeit, dass Mr. Bingley Netherfield Park gepachtet hat. Sie drängt ihn, Bingley einen Antrittsbesuch zu machen, damit man in einen gesellschaftlichen Verkehr treten könne - mit dem Ziel, eine ihrer Töchter mit ihm zu verheiraten. Mr. Bennet zeigt keine große Lust dazu.


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BeitragVerfasst: Samstag 18. Oktober 2008, 13:14 
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Emsige Missionarin für Jane Austen
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Registriert: Sonntag 15. Oktober 2006, 17:01
Beiträge: 1156
Julia hat geschrieben:
Auf gehts! :)
Wie süß von Dir, Julia, dass Du im fernen Neuseeland an unseren Groupread denkst, obwohl Du doch gar nicht teilnimmst. :)

Mr. Bennet scheint es sich zur Gewohnheit gemacht zu haben, seine Frau schnattern zu lassen, ohne jedes Mal eine Reaktion auf ihr Gesagtes zu geben. (Mr. Bennet gab keine Antwort.) Und es ist offensichtlich, dass er seine Frau zuweilen gerne ärgert. Denn auf ihr "Ist das nicht schön für unsere Mädchen!" bezüglich der Erwähnung eines hinzugezogenen Junggesellen im Ort mit 4.000/5.000 pro Jahr entgegnet er "Wieso? Was hat das mit ihnen zu tun?" Mr. Bennet weiß ganz genau, worauf seine Frau abzielt und woran auch ihm gelegen sein sollte: dass eine ihrer Töchter vorteilhaft heiratet.

Dieser Satz Mr. Bennets "In solchen Fällen ist ihre Schönheit oft auch nicht mehr der Rede wert." auf die vorangegangene Bemerkung seiner Frau ("Wenn eine Frau fünf erwachsene Töchter hat, sollte sie nicht mehr von ihrer eigenen Schönheit reden.") könnte darauf hindeuten, dass er seine Frau aufgrund ihres damaligen Aussehens erwählt hat und mittlerweile zur Einsicht gelangt ist, dass er bei seiner Auswahl besser auf andere Dinge Wert gelegt hätte. Man könnte aus dem Satz eine gewisse Desillusionierung hinsichtlich seiner Ehe ableiten. Diese Interpretation wäre natürlich im weiteren Verlauf des Buches zu überprüfen.

Mr. Bennet stellt Elizabeth zwar gleich aus seiner Töchterschar heraus. Dennoch verwundert mich seine Wertung: "Keine von ihnen ist besonders empfehlenswert. Sie sind alle genauso albern und dumm wie andere Mädchen. Nur begreift Lizzy etwas schneller als ihre Schwestern." Das hört sich auch für die Hauptdarstellerin des Romans erst mal wenig schmeichelhaft an, finde ich.

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"To read ist to translate, for no two person's experiences are the same."
(W. H. Auden)

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BeitragVerfasst: Samstag 18. Oktober 2008, 14:43 
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Begeistertes Missionierungsopfer
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Das erste Kapitel hat es in sich. :lach:
Die leicht überhebliche, ironische Art, in der Mr Bennet auf seine heraussprudelnde Frau reagiert, zeigt deutlich, was er von ihr hält. Ob sie aber den wahren Sinn seiner Äußerungen wirklich versteht? :wink:
I have a high respect for your nerves. They are my old friends. I have heard you mention them with consideration these twenty years at least.'' sagt er , als sie sich beklagt, dass er keine Rücksicht auf ihren Nervenzustand nähme.

Ich nehme Mr Bennets Satz über Lizzie ebenso wenig ernst wie seine weiteren Äußerungen, die er Mrs Bennet gegenüber von sich gibt.. :wink:

Genial wie Jane Austen uns schon im berühmten ersten Satz auf den Inhalt des Romans hinweist:

It is a truth universally acknowledged, that a single man in possession of a good fortune must be in want of a wife.


~Reiche Junggesellen auf der Suche nach einer Frau ~ :D . ( oder umgekehrt :fies_sei: )


Wie JA diesen Satz formuliert, ihre humorvolle Art, dieses Thema anzusprechen, haben mich von Beginn an für den Roman begeistert. Man fängt schon lächelnd an, und diese Tendenz hat sich bei mir das gesamte erste Kapitel hindurch noch gesteigert. :ja:

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BeitragVerfasst: Samstag 18. Oktober 2008, 18:23 
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Ich bin ja kein Erstleser und obwohl wir heir wohl eigentlich mehr unsere Eindrücke diskutieren, die wir jetzt beim Lesen haben, muss ich einfach etwas erwähnen, das ich bein ersten mal P&P gedacht hatte. Damals hatt ich (Schande, Schande) noch nichts über P&P gewusst und somit auch keine Ahnung wer der Hauptcharakter sein würde. Nach dem ersten Kapitel war ich überzeugt, es wäre Lydia, die eine Hauptrolle in der Handlung spielen würde. Ich glaube weil Mrs Bennet sie als "lustig" bezeichnete, das fiel bei mir viel mehr ins Gewicht, als Mr Bennets Kommentar über Lizzy. Auch der Name sprang mir irgendwie ins Auge. Während alle Bennet Mädchen eher gewöhnliche Namen haben, ist Lydia doch wohl eher seltener als Mary, Elisabeth etc. Fand ich zumindest.

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BeitragVerfasst: Samstag 18. Oktober 2008, 19:03 
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Administratorin, die über den großen Teich gegangen ist.
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Miranda hat geschrieben:
~Reiche Junggesellen auf der Suche nach einer Frau ~ :D . ( oder umgekehrt :fies_sei: )

Letzteres wohl eher :lol: Die Männer haben ja quasi keine Chance.

Mir ging es ähnlich wie Miss Hamilton, bloß dass mir Lydia auch nicht aufgefallen ist, mir war nach dem ersten Kapitel noch nicht wirklich klar, welche Bennet-Tochter denn die Hauptfigur sein würde, wie gesagt, Mr. Bennet stellt sie ja alle als wenig schmeichelhaft dar.

Ich finde es immer wieder toll, dass sich Mr. und Mrs. Bennet in einer gewissen Weise doch ähneln.

Mr. Bennet was so odd a mixture of quick parts, sarcastic humour, reserve, and caprice, that the experience of three-and-twenty years had been insufficient to make his wife understand his character. Her mind was less difficult to develope. She was a woman of mean understanding, little information, and uncertain temper.

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BeitragVerfasst: Sonntag 19. Oktober 2008, 09:04 
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Emsige Missionarin für Jane Austen
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Miss Hamilton hat geschrieben:
Damals hatt ich (Schande, Schande) noch nichts über P&P gewusst und somit auch keine Ahnung wer der Hauptcharakter sein würde.
Tja, das ist der Nachteil, wenn man schon weiß worum's geht: man kann es nie so ganz ausblenden.


Im ersten ganz schön kurzen Kapitel erfahren wir auch gleich, welchen Eigenschaften Mrs. Bennet Bedeutung zumisst: Schönheit und gute Laune. Das sieht ihr Mann ein wenig anders.

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BeitragVerfasst: Sonntag 19. Oktober 2008, 14:36 
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Auch ich bin kein Erstleser, aber es fällt jedes Mal etwas Neues auf. Es kommt auch immer auf die jeweilige Übersetzung an (ich habe vier verschiedene). Diesmal lese ich die Übersetzung von Andrea Ott/Manesse Verlag 2003
Die Textstelle :
"In such cases, a woman has not often much beauty to think of"
übersetzt sie :
"In diesem Fall hat eine Frau meist nicht mehr viel Schönheit, an die sie denken könnte."

Ich glaube, Mr. Bennet macht seiner Frau, in dieser ganzen Textpassage, ein Kompliment und spielt nicht darauf an, dass er sich bei der Hochzeit nur durch ihre Schönheit blenden ließ. Das mag ja sein, aber für mich lese ich heraus, dass sie auch nach fünf Töchtern noch eine schöne Frau ist. (Man darf sich nicht durch die Filme beeinflussen lassen, in denen ist Mrs. Bennet keine Schönheit)

P.s. Es wäre hilfreich, bei deutschen Zitaten, den Verlag/Übersetzer anzugeben.

P.s.s.
Momentan geht es in unserer Familie auch um das Thema Heiraten. Mein Ältester heiratet nächsten Freitag :top: (als Kandidat für Mrs. Bennets Töchter käme er allerdings nicht in Frage, er ist kein "Gentleman of large fortune", er hat leider nur eine halbe Assistentenstelle an der Uni)

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BeitragVerfasst: Sonntag 19. Oktober 2008, 15:22 
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Ich les es ja auf englisch und was mir auch irgendwie auffiel war, dass es anfangs heißt
"My dear Mr Bennet." said his lady to him one day.

his lady?? ich mag mich jetzt täuschen aber lady klingt für mich sehr förmlich. Nicht wife sondern lady...
vlt. ein Hinweis darauf, dass die Beziehung zwischen den Beiden etwas distanzierter ist?

Miranda hat geschrieben:
~Reiche Junggesellen auf der Suche nach einer Frau ~ :D . ( oder umgekehrt :fies_sei: )

eher umgekehrt*lach*
aber eigentlich sind sie ja das Objekt der Begierde der Mütter für irhe Töchter...meistens jedenfalls zu dieser Zeit

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BeitragVerfasst: Sonntag 19. Oktober 2008, 15:42 
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Sie reden sich mit Mr. und Mrs. Bennet an, was damals eine durchaus gebräuchliche Anrede, auch bei verheirateten Paaren war. Natürlich nur in bestimmten Kreisen. Der Knecht, wenn er denn eine Frau hatte, hat sie bestimmt nicht gesiezt. Bei uns gab es diese Umgangsformen, glaube ich, auch. Zumindest wurden die Eltern mit "Herr Vater" und "Frau Mutter" und "Sie" angeredet. Jedenfalls in "gehobenen" Kreisen.
Bezeichnung "mein Gemahl" oder "meine Gemahlin" waren früher ebenfalls gebräuchlich. Ich glaube JA verwendet "his Lady" in diesem Sinne.

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BeitragVerfasst: Sonntag 19. Oktober 2008, 20:57 
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Miranda hat geschrieben:
Wie JA diesen Satz formuliert, ihre humorvolle Art, dieses Thema anzusprechen, haben mich von Beginn an für den Roman begeistert. Man fängt schon lächelnd an, und diese Tendenz hat sich bei mir das gesamte erste Kapitel hindurch noch gesteigert. :ja:


Mich hat von Anfang an auch gleich die Stimmung, der Ton, den JA anschlägt, gepackt. Das war aber auch nötig, denn der Inhalt hätte mich eher abschrecken können. Also reiche Männer brauchen Frauen. Okay, die Ironie wird gleich klar. Dann geht es also darum, dass Familien mit ledigen Töchtern Mr. Bingley erlegen wollen. Hm. Auch das ist eigentlich kein Thema, das mich spontan zum Kauf eines Buches animieren würde, wenn ich es auf dem Klappentext lesen würde.... Aber das ist alles so beschwingt und heiter geschrieben, dass man einfach weiterlesen muss.
Ich finde aber, dass JA am Ende des Kapitels die Bennets fast ein wenig zu brutal charakterisiert. Mr. Bennet ist verschlossen und launenhaft, trotzdem offenbar ein netter Kerl. Mrs. Bennet dagegen ist von mäßigem Verstand etc., ihr einziger Lebensinhalt ist es, ihre Töchter zu verkuppeln. Nett ist das doch nicht, oder? Sie wird ziemlich dumm und leicht hysterisch dargestellt. Na gut, vielleicht soll sie auch genau das sein. Das hätte sich dem Leser aber auch erschlossen, ohne dass es noch mal so platt hingeschrieben wird, oder?

@Angelika: Was meinst Du denn damit, dass die beiden sich doch irgendwie ähneln?


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BeitragVerfasst: Sonntag 19. Oktober 2008, 21:32 
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Udo hat geschrieben:
@Angelika: Was meinst Du denn damit, dass die beiden sich doch irgendwie ähneln?

Zum einen das und zum anderen haben sich die beiden auch verdient.

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BeitragVerfasst: Sonntag 19. Oktober 2008, 23:02 
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Jane Austen hat die Bennets sicher ganz bewusst so und nicht anders gezeichnet. :D
Ich würde zu gern wissen, wen sie da als Vorbilder oder besser gesagt, als abschreckende Beispiele im wahren Leben hatte? :wink:

Dass Mr Bennet mit caprice in Zusammenhang gebracht wird, finde ich auch erstaunlich, diese Eigenschaft wird doch eher den Frauen zugesprochen? :lach:
Ansonsten sehe ich bei Mrs Bennet weder sarkastischen Humor noch Reserviertheit. Das Urteil über sie ist schon recht hart. :fies_sei:
Ob beide launisch sind....mal abwarten. :ja:

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BeitragVerfasst: Montag 20. Oktober 2008, 10:33 
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Miranda hat geschrieben:
Dass Mr Bennet mit caprice in Zusammenhang gebracht wird, finde ich auch erstaunlich, diese Eigenschaft wird doch eher den Frauen zugesprochen? :lach:
Ansonsten sehe ich bei Mrs Bennet weder sarkastischen Humor noch Reserviertheit. Das Urteil über sie ist schon recht hart. :fies_sei:
Ob beide launisch sind....mal abwarten. :ja:

Caprice heisst aber nicht nur "kapriziös" im Sinne von launenhaft und sprunghaft, sondern Caprice heisst auch "Marotte", und davon hatte er sicher mehrere. :D

Miranda hat geschrieben:
Genial wie Jane Austen uns schon im berühmten ersten Satz auf den Inhalt des Romans hinweist:
It is a truth universally acknowledged, that a single man in possession of a good fortune must be in want of a wife.

~Reiche Junggesellen auf der Suche nach einer Frau ~ :D . ( oder umgekehrt :fies_sei: )

Oh, wir wissen, dass die Damenwelt, nicht nur damals sondern auch heute, hinter begüterten und erst recht titulierten Junggesellen her ist, wie der Teufel nach der armen Seele :D, doch ich fürchte, der damalige Leser fand diesen Satz gar nicht so ungewöhnlich bzw. ironisch.

Auch heute noch gilt die Regel, dass man(n) in bestimmten Positionen verheiratet sein sollte, und manchem Junggesellen, der ein bestimmtes (politisches) Amt anstrebte wurde sogar von Regierungsstellen oder Vorgesetzten die Ehe ans Herz gelegt. Es gehörte sich damals halt für beide Geschlechter "gut aufgehoben" zu sein, nicht umsonst resultiert aus dieser Zeit der Ausdruck "in den Hafen der Ehe steuern". In Zeiten des Krieges, der Schiffsunglücke, Piraterie usw. bedeutete der Hafen Sicherheit, und so wurde die Ehe allgemein positiv gesehen, und zwar für beide Seiten.

Zudem ist es eine Tatsache, dass nicht nur Mädchen, sondern ebensohäufig auch junge Männer, vor allem Erstgeborene, von der Familie zu einer adäquaten, sprich für die Familie vorteilhaften Ehe gezwungen wurden. :tot:
Da ist es besser, ER sucht sich die Gattin selber aus, soweit man (Vater!) das zulässt. :wink:

Offtopic
Dabei fällt mir auf, dass die meisten Gentlemen bei JA elternlos sind, und also die Freiheit der Wahl haben. :wink: Bei den Bertrams ist es nicht nötig, die Eltern sterben zu lassen, weil sie Fanny ja schätzen, und bei Edward Ferrars bekommen wir ja zu hören, was passiert, wenn man gegen den Willen der Eltern entscheidet.

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:blume: Grüsse, Caro

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Für 1 Jahr säe einen Samen, für 10 Jahre pflanze einen Baum, für 100 Jahre erziehe einen Menschen. chin. Weisheit


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BeitragVerfasst: Montag 20. Oktober 2008, 12:39 
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An "Marotte" hab ich nun nicht gedacht - das allerdings mag auf Mr Bennet zutreffen! :ja:

Wie wird der erste Satz denn übersetzt?
Auch wenn es zu der Zeit üblich und wichtig war, eine Ehe einzugehen, allein dieses "must be in want of" klingt für mich doch sehr ironisch. :wink:

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BeitragVerfasst: Montag 20. Oktober 2008, 13:52 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Miranda hat geschrieben:
Wie wird der erste Satz denn übersetzt?
Auch wenn es zu der Zeit üblich und wichtig war, eine Ehe einzugehen, allein dieses "must be in want of" klingt für mich doch sehr ironisch. :wink:

Es ist in jedem Fall eine Verstärkung, also eine doppelte Bejahung, denn die Wendung "to be in want" heisst "einen Mangel erleiden", wird also verwendet, wenn es sich um dringend benötigte, eigentlich lebensnotwendige Dinge handelt.
Zitat:
It is a truth universally acknowledged, that a single man in possession of a good fortune must be in want of a wife.

Ich würde das so übersetzen:
Es ist eine allseits bekannte Weisheit, dass ein Junggeselle im Besitz eines beträchtlichen Vermögens, unbedingt eine (Ehe-)Frau benötigt.

Man könnte sich darüber streiten, ob hier auch die Moral angesprochen werden soll. Man sagte damals, ein Junggeselle, der keine Gattin hat, die ihn mässigt, würde unweigerlich im Sog der Sünde und Laster versinken, sprich Wein, Weib und Gesang zum alleinigen Lebensinhalt machen. Wobei Jane, wie wir wissen, mehrere dieser Charaktere in ihren Büchern auftreten lässt, und tatsächlich sind es (fast?) ausschliesslich Junggesellen. Das gilt für jeden Junggesellen, auch für die geldlosen, wieweit mehr noch für einen vermögenden, bei dem der Untergang die ganze Familie (also auch Brüder und Schwestern) ins Unglück mitzöge.
Es ist, wie Edward Ferrars über sich sagte. Was geschieht mit einem Junggesellen, einem (jungen) Mann, ohne Aufgabe? Er hat nichts als Dummheiten im Kopf und handelt ohne Sinn und Verstand ... :D Wobei es uns Frauen wohl ähnlich geht, wie wir gerade in P&P hören werden ... :wink:

Natürlich findet man diesen Satz auch im Zuge der Beschreibung der Bennets zutiefst ironisch, aber die Frage ist, hätte Mr. Bennet im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte anders entschieden? Er scheint ja nun kein Hagestolz und Frauenhasser zu sein, der die Frauen und die Ehe fürchtet wie der Teufel das Weihwasser. Er liess sich von Mrs. Bennets Schönheit blenden, nun gut, aber er heiratete freiwillig. Wäre es nicht Mrs. Bennet gewesen, geheiratet hätte er sowoeso und in jedem Fall.

Und die Bemerkungen über seine Töchter? Nun, er sagte nichts anderes, als man(n) über Frauen und Mädchen dachte. Sagte nicht noch Nietzsche (1844-1900), "wenn du zum Weibe gehst, nimm die Peitsche mit"? :wall:
Jane Austen legte ihm nur die weitverbreitete Ansichten in den Mund, nicht mehr und nicht weniger. "Mädchen sind dumm und albern". Klar, stimmte das, zumindest für seine Zeit , obwohl das ein Allgemeinplatz war. Nur, dass es an der Erzeihung lag. Mädchen wurden nicht dazu erzogen klar zu denken, sondern dem Mann und den Eltern zu gehoren. Sie sollten einen hübschen Anblick bieten und Gäste und Familie mit ihrem Piano-Spiel erfreuen, allenfalls noch die Wände mit feinsten Stickereien und Teppichen verzieren. Mehr wurde nicht erwartet und war auch nicht gewollt. Und nun mokiert er sich über seine dummen Töchter? Genaugenommen ist die Bemerkung über Lizzy für einen Mann seines Geistes ein Kompliment. Sie hat zumindest eine schnellere Auffassungsgabe. Hat er etwa seine Mädchen alle althumanistisch unterrichten lassen und spielt täglich mit ihnen Schach um ihre Intelligenz zu trainieren, wie er es mit einem Jungen täte, und ist nun enttäuscht, das nichts dabei herauskam? :gruebel:
Oder sucht er in seinen Töchtern Eigenschaften, die jeder Grundlage entbehren, weil die Voraussetzungen dazu nie geschaffen wurden? Wir werden sehen … :rolleyes: :fies_sei:
Spoiler: anzeigen
Interessant was Lizzy später zu ihrer Erziehung bzw zu ihren Möglichkeiten sagen wird. :D :wink:

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BeitragVerfasst: Montag 20. Oktober 2008, 23:05 
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Administrator und Captain a.D. of HMS Groupread
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Also ich kann noch keine Ähnlichkeit zwischen den Bennets entdecken. In meiner Übersetzung ist von "launenhaft" und "wankelmütiges Wesen" die Rede. Caros Hinweis auf die Marotten scheint mir aber am passendsten, denn davon hat Mr. Bennet sicher eine Menge.
Mr. Bennet erscheint hier ja zunächst als eher desinteressierter Vater, sprich eigentlich als schlechter Vater. Um das zu beurteilen, ist es sicher noch zu früh, aber ein Hinweis ist es schon, denke ich. Man fragt sich, was das für eine Familie ist: Er veräppelt seine Frau offenbar mit fast jedem Satz, sie kreischt nur relativ hirnlos (??) herum - und er zumindest hat von seinen Kindern offenbar keine sehr hohe Meinung. Wobei jetzt auch noch unklar ist, warum er Lizzy, und sie Lydia zu bevorzugen scheint.
Was die Ehe betrifft, so neige ich auch zu Amadeas Einschätzung, dass er sie einst geheiratet hat, weil sie möglicherweise sehr schön war - um später zu entdecken, dass er sich vielleicht doch eher an inneren Werten hätte orientieren sollen. Ich frage mich jedenfalls schon, ob das eine glückliche Ehe ist, aber auch das kann man natürlich jetzt noch nicht beurteilen. Mein erster Eindruck ist allerdings eher negativ, weil der Umgang nicht so ganz meiner Vorstellung von einer glücklichen Beziehung entspricht.


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BeitragVerfasst: Dienstag 21. Oktober 2008, 09:32 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Udo hat geschrieben:
Was die Ehe betrifft, so neige ich auch zu Amadeas Einschätzung, dass er sie einst geheiratet hat, weil sie möglicherweise sehr schön war - um später zu entdecken, dass er sich vielleicht doch eher an inneren Werten hätte orientieren sollen. Ich frage mich jedenfalls schon, ob das eine glückliche Ehe ist, aber auch das kann man natürlich jetzt noch nicht beurteilen. Mein erster Eindruck ist allerdings eher negativ, weil der Umgang nicht so ganz meiner Vorstellung von einer glücklichen Beziehung entspricht.

Oh, er hat sie ganz sicher geheiratet, weil sie schön war. :ja: Ich frage mich allerdings, ob Mrs. Bennet schon immer so "dumm" war, oder er nicht ein gut Quentchen dazu beiträgt. Wir werden auf den nächsten Kapiteln immer mal wieder einen Hinweis zu hören kriegen, der mich darin bestärkt, dass z.B. ihr "nervöses Herzleiden" das einzige Mittel scheint, ihren Willen zu erreichen.
Irgendwie erinnert sie mich an die Mutter, die immer wenn ihre Tochter heiraten will ein Herzleiden hat, was die Hochzeit verhindert. Natürlich sind die nervösen Zustände nicht echt und nur Mittel zum Zweck, entweder um ihren Willen zu erfüllen, oder um Aufmerksamkeit und Mitleid zu heischen.

Aber, wie sagt man so schön, da beisst sich die Katze in den Schwanz, denn je mehr sie "schauspielert" und ihn unter Druck setzt, umso mehr wird er sich entziehen und irgendwann gar nicht mehr zuhören. :wink: Und doch scheint er sie zutiefst zu lieben. :)

"You mistake me, my dear. I have a high respect for your nerves. They are my old friends. I have heard you mention them with consideration these last twenty years at least."
"Du missverstehst mich, meine Liebe. Ich habe einen großen Respekt vor deinen Nerven. Sie sind alte Freunde für mich. Du hast sie mir mit Bedacht in Erinnerung gebracht, und das die letzten zwanzig Jahre."

Man kann "consideration" mit "Bedacht" übersetzen, was ein Hinweis auf das "moralische unter Druck setzen" wäre. ER weiss also ganz genau, dass IHR nichts fehlt. :wink:

Bei aller Ironie hört sich das sehr liebevoll an. Ihre Nerven sind alte Freunde für ihn. Jeder andere hätte einen anderen Ton angeschlagen, z.B. "Du und deine Nerven. Damit quälst du mich seit zwanzig Jahren!". :wink:

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Zuletzt geändert von Caro am Dienstag 21. Oktober 2008, 10:10, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Dienstag 21. Oktober 2008, 10:00 
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Caro hat geschrieben:
Bei aller Ironie hört sich das sehr liebevoll an. Ihre Nerven sind alle Freunde für ihn. Jeder andere hätte einen anderen Ton angeschlagen, z.B. "Du und deine Nerven. Damit quälst du mich seit zwanzig Jahren!". :wink:

Naja, ich denke eher, dass dieses alte Freunde doch recht ironisch gemeint ist und er einfach meint, dass er ihr "Nervenleiden" schon so lange kennt, dass es einfach nichts Neues mehr ist, wenn seine Frau davon befallen wird. Mr Bennet ist eh nicht der Typ, der sagen würde "Du und deine Nerven. Damit quälst du mich seit zwanzig Jahren!". Ich glaub, er würde es ohnehin ironisch oder "durch die Blume" ausdrücken.
Aber ich stimme dem zu, dass er sie immer noch gern hat. Wenn er sie nicht leiden könnte, würde er seine Spitzen gegen sie direkt abfeueren, so dass sie es auch merkt und nicht so subtil. Seine Frau scheint ja nicht nicht alles zu verstehen, was er sagt. Aber die dafür typische Textstelle wird erst in ein paar Seiten kommen....

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BeitragVerfasst: Dienstag 21. Oktober 2008, 10:24 
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Nun ja, Er kennt ihre Nerven in- und auswendig, aber sie geradezu "alte Freunde" zu nennen, klingt eben nicht boshaft oder geringschätzig. Er amüsiert sich eher über ihr "Theater", als dass es ihn tierisch nervt. Darin sind wir uns einig, oder? :wink:
Aber ich könnte jetzt boshaft werden, und sagen, dass ER einem Leid tun kann, wenn er keine anderen Freunde kennt. :D

Ich frage mich wirklich, wieviel an Mrs. Bennets Dummheit angeboren und wieviel anerzogen bzw. im Laufe der Ehe erworben ist. Hat ER tatsächlich nicht gemerkt, dass SIE dumm wie Bohnenstroh ist? Liebe macht blind, aber sooo blind? :gruebel: Hat er anfangs versucht sich vernünftig mit ihr zu unterhalten und ist gescheitert, meint deshalb, eine dumme Mutter/Gans könne nur dumme und alberne Gänse hervorbringen? Oder ist SIE vielmehr abgestumpft, weil niemand wirklich an ihrem Verstand interessiert war und ihr Entwicklungsmöglichkeiten fehlten? :gruebel:

Im Übrigen ist völlig klar, warum der Vater Lizzy bevorzugt und die Mutter Lydia. IHM geht es um den Verstand und SIE sieht in Lydia sich selbst. So wie Lydia war sie selbst vermutlich in dem Alter. :D :wink: Genau darin liegt auch der Grund der mehr oder weniger offenen Rivaltät zwischen Kitty und Lydia. Beide balzen um die Liebe der Mutter, denn dass sie Mr. Bennet nicht wirklich für sich einnehmen können, ist ihnen klar. (Sooo dumm sind sie nun auch wieder nicht. :rolleyes: ) Genau aus diesem Grund eifert auch die Ältere der Kleineren nach, statt umgekehrt, wie es normal wäre. :wink:

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Diese Rivalität wird im Verlauf noch häufiger zur Sprache kommen ...

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BeitragVerfasst: Dienstag 21. Oktober 2008, 21:10 
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Caro hat geschrieben:
Im Übrigen ist völlig klar, warum der Vater Lizzy bevorzugt und die Mutter Lydia. IHM geht es um den Verstand und SIE sieht in Lydia sich selbst. So wie Lydia war sie selbst vermutlich in dem Alter. :D :wink: Genau darin liegt auch der Grund der mehr oder weniger offenen Rivaltät zwischen Kitty und Lydia. Beide balzen um die Liebe der Mutter, denn dass sie Mr. Bennet nicht wirklich für sich einnehmen können, ist ihnen klar. (Sooo dumm sind sie nun auch wieder nicht. :rolleyes: ) Genau aus diesem Grund eifert auch die Ältere der Kleineren nach, statt umgekehrt, wie es normal wäre. :wink:


Das ist jetzt aber total vorgegriffen... Kitty taucht im 1. Kapitel ja noch nicht mal auf, geschweige denn ihre Rivalität zu Lydia :D .
Aber ich schätze, das wird bei diesem Buch ein Kernproblem werden: Wie tut man so, als ob man nicht wisse, wie es weitergeht - obwohl man das Buch mehrfach (ich erst 1x) gelesen und die Filme x-mal gesehen hat?
Auf der Basis des ersten Kapitels würde ich sagen, dass Mr. Bennet seiner Frau bestenfalls wohlgesonnen ist. Die Stelle mit den Nerven finde ich auch total ironisch.
Komischerweise habe ich beim Gedanken an die beiden ständig das Bild aus der 05er-Verfilmung vor Augen, wo die Bennets im Bett schäkern - das fand ich irgendwie unpassend.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 22. Oktober 2008, 08:19 
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Udo hat geschrieben:
Auf der Basis des ersten Kapitels würde ich sagen, dass Mr. Bennet seiner Frau bestenfalls wohlgesonnen ist. Die Stelle mit den Nerven finde ich auch total ironisch.
Komischerweise habe ich beim Gedanken an die beiden ständig das Bild aus der 05er-Verfilmung vor Augen, wo die Bennets im Bett schäkern - das fand ich irgendwie unpassend.

Na ja. Aber bei 5 Töchtern und wer weiss wieviel toten Kindern (die verschweigt JA ja gern) darf man wohl davon ausgehen, dass sie Spass hatten ... :D Aber das ist wohl fast wie bei den eigenen Eltern, sooo genau will man das meist gar nicht wissen. :lach:

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BeitragVerfasst: Mittwoch 22. Oktober 2008, 09:45 
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2. Kapitel

Mr Bennet hat längst seinen Antrittsbesuch bei Mr Bingley gemacht, hat es aber seiner Frau zunächst verschwiegen.
Ihre Freude ist groß! :ja:
Sie redet mit ihren Töchtern darüber, während Mr Bennet sich lieber zurückzieht. :wink:

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BeitragVerfasst: Mittwoch 22. Oktober 2008, 10:03 
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Zum zweiten Kapitel:

Mr. Bennet stattet Mr. Bingley heimlich, und als einer der Ersten, seinen Antrittsbesuch ab, obwohl er diesen Besuch gegenüber Mrs. Bennet rigoros abgelehnt hatte. Er macht sich einen diebischen Spass daraus seine Familie und vor allem seine Gattin einerseits im Ungewissen zu lassen, andererseits aber zu necken und Andeutungen zu machen.
Zentrales Thema ist dabei eine Gesellschaft/Ball in vierzehn Tagen und die Frage, Wer Wem ( die Longs den Bennets, oder umgekehrt ) Mr. Bingley wohl vorstellt und dem Anderen dann zu ewiger Dankbarkeit verpflichtet ist.

Das ganze Kapitel ist ein meisterhaftes Theater und äusserst amüsant zu lesen. Vor allem Bennets Art sein Geheimnis sozusagen wohldosiert preiszugeben hat etwas sehr schalkhaftes, fast schon gemeines, wenn man Mrs. Bennets labiles Nervenkostüm bedenkt. Es scheint Bennet fast königliches Vergnügen zu bereiten sie zu necken und zu reizen.

Man stelle sich dieses Bild vor (Auszug aus dem Text):
Lizzy war damit beschäftigt einen Hut herzurichten (zu dämpfen?). Mr. Bennet, der sie dabei beobachtete fragte (unvermittelt): "Ob der Hut Mr. Bingley wohl gefallen wird, Lizzy?"
Die Mutter antwortete nachtragend:"Wir sind ebensowenig in der Lage zu wissen, WAS Mr. Bingley gefällt, als ihm einen Besuch abzustatten."
"Aber Mama", sagte Lizzy" Du vergisst, dass wir ihn bei der (Abend-)Gesellschaft treffen werden, und dass Mrs. Long versprach ihn uns vorzustellen".
"Ich glaube nicht, dass Mrs. Long dergleichen tun wird. Sie hat selbst zwei Nichten. Sie ist selbstsüchtig, scheinheilig, und ich halte nichts von ihr."
"Ich ebensowenig"erwiderte Mr. Bennet "und es freut mich zu hören, dass du nicht von ihrem Wohlwollen abhängig bist."
Mrs. Bennet würdigte ihn selbst keiner Antwort, begann jedoch, unfähig sich zu beherrschen, mit einer Tochter zu zanken.

Was hier wirklich auffällt ist einerseits diese fast zwanghaft erscheinende Parallele zwischen Kennenlernen und heiraten (so nach dem Motto Mrs. Long muss ja ihre eigenen Nichten versorgen und unter die Haube bringen), und andererseits Mrs. Bennets Bevorzugung von Lydia, und im Gegenzug Lydias Selbstverständnis.
Mrs. Bennet ist ausser sich vor Freude und sagt zu Lydia" Auch wenn du die Jüngste bist, ich verspreche Dir (sage dir voraus), du wirst mit Bingley tanzen". Wie kann sie so etwas sagen? Hat sie so viel Einfluss IHN dazu zu zwingen, oder glaubt sie, er könne Lydias Charme nicht widerstehen? :rolleyes:
Lydias Antwort spricht Bände:" Mir ist nicht bange. Ich bin zwar die Jüngste, aber auch die Größte."
Das kann man jetzt so, und so lesen. :D :wink: Lydia die Große, wie Katharina die Große? :eek:

Im Übrigen verstärkt Mr. Bennet die Freude seiner Frau, indem er erst ihre Frustration verstärkt, indem er sie tüchtig ärgert, und ihr dann doch den Herzenswunsch erfüllt. Alles Theater! Natürlich hatte er von vornherein vor Bingley zu besuchen, musste seine Frau aber erst gründlich piesacken.
Und Mrs. Bennet ist auch nicht viel besser. Erzählt ihren Töchtern wie unangenehm es wäre ständig Besuche und Bekanntschaften zu machen, aber was täte man nicht alles für das Glück der eigenen Kinder! Als wenn nicht jedes neue Gesicht auf dem Land mit Freude begrüsst würde, weil man sonst vor Langeweile eingehen würde ... :rolleyes:

Dabei verstösst Mrs. Bennet hier gegen eine sozusagen eherne Regel. Es geht um die Debütantenbälle und die Einführung in die Gesellschaft. Geradezu nebenbei erfährt man, dass Lizzy wohl debütiert, denn Kitty fragt Lizzy, wann sie den nächsten Ball besucht. Zu diesem Zeitpunkt ist also noch nicht die Rede davon, dass alle gleichzeitig debütieren und es ist auch nicht usus. Im Regelfall debütierten die Mädchen der Reihe nach, also immer wenn die Ältere bereits debütiert hatte und am besten schon verlobt war, um der Älteren die Chancen nicht zu verderben (vor allem wenn die Jüngere hübscher war). Man sprach dabei von "ihre Saison haben", womit man das Debütjahr meinte. Ein Mädchen, das sich danach noch nicht verlobt hatte, hatte angeblich nicht mehr gar so viele Chancen auf dem Heiratsmarkt.

Zu bedenken ist dabei, welche Kosten das Debüt einer einzelnen Tochter einer Familie auferlegte, denn es musste eine ganz bestimmte Ausstattung angeschafft werden und mehrere Kleider um für verschiedene Einladungen und Gelegenheiten gerüstet zu sein. Jetzt spricht Mrs. Bennet davon, dass alle ihre Mädchen zum Ball gehen, also im Grunde ihre Saison haben werden. Eigentlich müsste Mr. Bennet jetzt nahe dem Herzkollaps sein. :fies_sei: :wink:

@Udo
und selbstverständlich wird Mrs. Bennet nach so viel Freude des nachts mit ihrem Gatten schäkern ... :lach: ;D :D :wink:

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BeitragVerfasst: Mittwoch 22. Oktober 2008, 14:25 
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Mrs Bennet ist ja eine reizende Mutter, schimpft ihre Tochter aus, weil sie hustet! :fies_sei:
Don't keep coughing so, Kitty, for heaven's sake! Have a little compassion on my nerves. You tear them to pieces.''
Und Mr Bennet toppt das noch, indem er Kitty später erlaubt, weiter zu husten.... weil Mrs Bennet nun happy ist - und sich wegen solcher Kleinigkeiten nun nicht mehr aufregen muss, um sich dann zu empfehlen, weil er dem Wortschwall seiner Gattin nicht mehr gewachsen ist. :loldev:

Dass Lydia zwar die Jüngste, aber auch "the tallest" ist, war mir bisher nicht aufgefallen, da war der Film wohl zu sehr im Gedächtnis. :wink: Wobei "tallest" eindeutig nur auf die körperliche Größe bezogen ist, da ist die deutsche Sprache nicht so klar.

Das Kapitel vermittelt mir den Eindruck, als sei Mrs Bennet in den Augen von Mr Bennet nur noch eine Nervensäge.
Dass er trotzdem Mr Bingley seine Aufwartung gemacht hat, gehört sicher zum guten Ton - und ganz sicher hätte er auch gern mindestens eine Tochter unter der Haube!

Und dass Lydia nun an mangelnden Selbstbewusstsein leiden könnte, ist hier widerlegt! :lach:

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BeitragVerfasst: Mittwoch 22. Oktober 2008, 15:31 
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Miranda hat geschrieben:
Dass Lydia zwar die Jüngste, aber auch "the tallest" ist, war mir bisher nicht aufgefallen, da war der Film wohl zu sehr im Gedächtnis. :wink: Wobei "tallest" eindeutig nur auf die körperliche Größe bezogen ist, da ist die deutsche Sprache nicht so klar.
...
Und dass Lydia nun an mangelnden Selbstbewusstsein leiden könnte, ist hier widerlegt! :lach:

Nur zeigt sich hier bereits ihre Neigung, die anderen übertrumpfen zu wollen, also eigentlich schöner, besser, charmanter etc. sein zu wollen und hier eben grösser. "Ich bin die Jüngste, aber die Größte".
Mir erschliesst sich nur noch nicht, was für eine Empfehlung ihre Größe bezüglich der Männerwelt bedeutet ... :fies_sei:
Der Hinweis auf ihre Größe kann aber zusätzlich als Erklärung fungieren, weshalb sich Lydia auch vor fremden Männern nicht "fürchtet", weil sie als "große Frau" eher den Männern Angst einflösst.

Ich weiss nicht, was war denn damals das Gardemaß für eine Frau? :gruebel:
Das englische Idiom für "Gardemaß haben" ist jedenfalls "to be as tall as a tree" ... :)

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BeitragVerfasst: Mittwoch 22. Oktober 2008, 21:44 
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Miss Hamilton hat geschrieben:
Seine Frau scheint ja nicht nicht alles zu verstehen, was er sagt. Aber die dafür typische Textstelle wird erst in ein paar Seiten kommen....


Ah, da haben wir sie ja:
Zitat:
(Mr Bennet:) "Mrs. Long and her nieces must stand their chance; and therefore, as she will think it an act of kindness, if you decline the office, I will take it on myself." (das Vorstellen von Bingley)
The girls stared at their father. Mrs. Bennet said only, "Nonsense, nonsense!"


Den Mädchen dämmerts langsam aber seine Frau versteht die Andeutung einfach nicht.

Wieauchimmer. Die Sache mit dem debütieren, die Caro angesprochen hat, würd mich mal näher interessieren! Ist das mit "Wann ist dein nächster Ball, Lizzy?" wirklich so zu verstehen, dass keiner daran denkt, die jüngeren Schwestern ebenfalls mit zu nhemen? Ja, würde schon Sinn machen. Und dann wird entschieden, dass, da Bingley sich ja jede aussuchen könnte, auch alle auf den Ball müssen. Klar. Dann wäre der Merytoner Ball in zwei Wochen somit das Debut von Mary, Kitty und Lydia gleichzeitig? Würde auch erklären, warum sie sich auf den folgenden Bällen/Gesellschaften alle samt zum Narren machen, weil sie ja nicht recht aufs debütieren vorbereitet worden sind. Aber ob das überhaupt passiert wäre, wenn sie nicht not-debütiert hätten, weil Bingley auftauchte, ist fraglich :gruebel:

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BeitragVerfasst: Donnerstag 23. Oktober 2008, 09:54 
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Nun ja, dass die Mädchen ihn anstarren ( ... als ob er den Verstand verloren hätte?), ist nicht wirklich ein Zeichen dafür, dass sie ihn durchschauen. Noch weiss ja keiner, dass sie Mrs. Long bezüglich des Antrittsbesuches voraus sind... :D

Miss Hamilton hat geschrieben:
Ist das mit "Wann ist dein nächster Ball, Lizzy?" wirklich so zu verstehen, dass keiner daran denkt, die jüngeren Schwestern ebenfalls mit zu nhemen? Ja, würde schon Sinn machen. Und dann wird entschieden, dass, da Bingley sich ja jede aussuchen könnte, auch alle auf den Ball müssen. Klar. Dann wäre der Merytoner Ball in zwei Wochen somit das Debut von Mary, Kitty und Lydia gleichzeitig? Würde auch erklären, warum sie sich auf den folgenden Bällen/Gesellschaften alle samt zum Narren machen, weil sie ja nicht recht aufs debütieren vorbereitet worden sind. Aber ob das überhaupt passiert wäre, wenn sie nicht not-debütiert hätten, weil Bingley auftauchte, ist fraglich :gruebel:

Ja, vor allem zeigt sich hier die besondere Liebe der Mutter gerade auch zur Jüngsten. Vor allem ihr will sie vermutlich die Chance geben Bingley einzufangen, wobei es letztlich egal ist, welche es ist, Hauptsache eine ihrer Töchter. Es wurde ja eingangs gesagt, dass ihr einziges Interesse und ihr Lebensinhalt darin bestünde, die Töchter gut zu verheiraten.

Auffallend ist hier wirklich das Augenmerk auf den Zeitpunkt des Kennenlernens, nach dem Motto, Wer zuerst kommt mahlt zuerst, will heissen, Wer ihn zuerst einfängt, kriegt ihn am Ende auch. :gruebel:
Das hört sich doch tatsächlich so an, als habe man sich damals sehr schnell entschieden und nicht, wie heute, ewig und jahrelang nach einem Partner gesucht. Nun ja, im Zuge der Vernunftehen ist das nicht wirklich erstaunlich. Entweder die Äusserlichkeiten (Ausssehen, Aussteuer, Status, etc.pp) passten, oder nicht, da gab es wohl tatsächlich keinen Grund für lange Überlegungen. :)

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Zuletzt geändert von Caro am Donnerstag 23. Oktober 2008, 11:51, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Donnerstag 23. Oktober 2008, 11:48 
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Peinlicherweise habe ich trotz meines fortgeschrittenen Alters immer noch nicht debütiert (oder wie nennt man das bei Männern?!), deshalb kenne ich mich da nicht so genau aus - aber wenn es so gewesen wäre, dass tatsächlich alle oder auch nur eine der drei Mädchen vor ihrem ersten Ball standen, wäre die Aufregung nicht groß gewesen? Hätte nicht zumindest eine von ihnen mal gesagt, wie aufgeregt sie ist?
Dass mit dem ersten Kennenlernen erschließt sich mir auch nicht so ganz. Entweder setzte man auf Liebe auf den ersten Blick (was damals aber doch nicht das entscheidende Kriterium war, wenn ich das richtig verstanden habe), oder es ging um die Besitzverhältnisse - dann wurden die Partner doch wahrscheinlich so ausgeguckt, egal, wann man sich sieht.
Mir scheint, dass die Frage des ersten Sehens eher ein Mrs-Bennet-Ding ist: Sie ist halt etwas hysterisch und will partout nicht, dass jemand ihr zuvorkommt, weil sie das schwer ertragen kann - und ja, weil sie sich Sorgen macht, dass ihr jemand Bingley wegschnappen könnte. Deshalb muss das aber nicht realistisch sein.
Mr Bennet verulkt seine Frau ganz schön. Es scheint, als ob diese Art des Verulkens die einzige Art ist, in der er mit seiner Frau kommunizieren mag: Entweder er grummelt, oder er verarscht sie. Übrigens, Caro: Wie kommst Du darauf, von der Zahl der Töchter auf den Spaß am Sex zu schließen? Ich bin mir nicht mal sicher, ob man da heutzutage einen kausalen Zusammenhang herstellen kann, geschweige denn Anfang des 19. Jahrhunderts.


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