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BeitragVerfasst: Montag 20. April 2009, 19:54 
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Begeistertes Missionierungsopfer
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Was ist denn eigentlich der Unterschied zwischen Militia und den regulars?

Endlich gesteht sich Elizabeth ein, dass Mr Darcy Mr Right :wink: gewesen wäre! :ja:
Und sie sein Deckelchen! :lach:

His understanding and temper, though unlike her own, would have answered all her wishes. It was an union that must have been to the advantage of both; by her ease and liveliness, his mind might have been softened, his manners improved, and from his judgment, information, and knowledge of the world, she must have received benefit of greater importance

Irgendwie spricht da doch Jane Austen - und nicht Lizzie, oder? :)

Dass viele Töchter der Ruin einer Familie sein können, das ist in z.B. Indien heute noch so! Sogar die brave Tochter muss eine hohe Mitgift bekommen, um sie an den Mann zu bringen. :rolleyes:

Zu Mrs Bennet
Ich dachte bisher immer, die Bennets hätten nach Lydia aufgegeben, bzw. getrennte Schalfzimmer gehabt. :fies_sei:

Aber nein: ...the son was to come; and Mrs. Bennet, for many years after Lydia's birth, had been certain that he would.


Ich entdecke doch immer wieder Neues beim Lesen! :flower:

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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Montag 20. April 2009, 19:54 


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BeitragVerfasst: Montag 20. April 2009, 20:54 
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Austenfan
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Udo hat geschrieben:
Julia hat geschrieben:
Wie wird bei Euch eigentlich dieser Satz aus Kapitel 50 übersetzt:

To be sure, it would have been more for the advantage of conversation, had Miss Lydia Bennet come upon the town; or, as the happiest alternative, been secluded from the world in some distant farm house.

Grawe schreibt "in der Gosse enden" - aber laut dem letztens erwähnten Buch war "to come upon town" zu JAs Zeiten eine diskrete Formulierung für "zur Prostituierten werden". (Lydia erwähnt später den Stadtteil, in dem sie und Wickham wohnten - dieselbe Quelle sagt, dass das zur 18./19. Jahrhundertwende die Straße in London mit den meisten Bordellen war.)


Andrea Ott schreibt:
"Freilich wäre es ein ergiebigerer Gesprächsstoff gewesen, wenn Miss Lydia Bennet in London auf der Straße gelandet oder günstigerenfalls in einem entlegenen Bauernhaus von der Welt abgesondert worden wäre."


Werner Beyer schreibt:
"Sicherlich hätte es besseren Gesprächsstoff abgegeben, wenn Fräulein Lydia Bennet in London untergetaucht wäre oder wenn sie - als erfreulichste andere Möglichkeit - in einem entlegenen Bauernhaus vor der Welt verborgen gehalten würde."

Also auch hier keine Prostituierte. Ist für den Übersetzter sicherlich auch einfacher einen Text direkt zu übersetzten, als gegenüber den Lektorat eine damals übliche Formulierung zu argumentieren.
Zudem wäre "Prostituierte" ja auch verkehrt da Jane Austen nur "durch die Blume" schreibt - falls es den eine Anspielung auf Prostitution ist.


Beim korrekturlesen fällt mir noch auf:
- Grawe schreibt "in der Gosse enden"
- Andrea Ott schreibt "auf der Straße gelandet"
- Werner Beyer schreibt "in London untergetaucht"

Bein den beiden ersten Übersetzungen hat Lydia keine Wohnung. Ich würde vermuten dann könnte Sie nur durch Betteln oder Prostitution überleben.
Aber untertauchen kann man auch im schönsten Haus.

Welche Übersetzung die beste/richtige kann ich nicht beurteilen.

Gruß
George


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BeitragVerfasst: Montag 20. April 2009, 21:06 
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Armin hat geschrieben:
Jeder weitere Karriereschritt wird Geld kosten, da damals Offiziersstellen nicht nach im Dienst erworbenen Verdiensten und Können vergeben wurden, sondern käuflich zu erwerben waren. Da Mr. und Mrs. Wickham wohl kaum zu den Sparsamsten im Lande gehören, werden sie wohl spätestens wenn es um eine Leutnantsstelle geht, wieder wegen Geld auf der Matte stehen.


Da triffst Du den Nagel auf den Kopf. Wobei Darcy, wie wir noch erfahren werden, den Wickhams auch aus Liebe zu Lizzy hilft.

Miranda hat geschrieben:
Was ist denn eigentlich der Unterschied zwischen Militia und den regulars?


Ich glaube, die Militia war eher für die Heimatverteidigung zuständig, die regulären Truppen zogen in den Krieg.

Mirande hat geschrieben:
Ich dachte bisher immer, die Bennets hätten nach Lydia aufgegeben, bzw. getrennte Schalfzimmer gehabt. :fies_sei:
Aber nein: ...the son was to come; and Mrs. Bennet, for many years after Lydia's birth, had been certain that he would.

Das hat mich auch überrascht! Irgendwie haben wir so viel über die miese Ehe der Bennets gesprochen, dass man nach unseren Maßstäben annehmen könnte, dass da praktisch nie viel Nähe war.

Was Mr. Right betrifft: Lizzy hat nicht unrecht, dass ihr möglicherweise weniger Lydias Fehltritt schadet als die Tatsache, dass der Kerl ausgerechnet Wickham ist, der damit in die Familie Darcy gerät. Das muss für Darcy kaum zu ertragen sein...


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BeitragVerfasst: Montag 20. April 2009, 21:11 
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Austenfan
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Udo hat geschrieben:
Mr. Gardiner schreibt im ersten Brief in Kap 49 ja auch, er habe nicht den Eindruck, "dass sie beabsichtigen zu heiraten". Ist jetzt vielleicht Haarspalterei, aber bisher war ich davon ausgegangen, dass Wickham Lydia nicht heiraten will, sie ihn aber gerne sofort. So, wie das hier steht, hab ich mich gefragt, ob Lydia vielleicht nicht soo viel dagegen hätte, auch noch länger in wilder Ehe mit ihm zu leben? Ist sie sooo liederlich? (Niedlich, wie Jane sagt: "Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass er Lydia bestimmt nicht heiraten würde, wenn er sie nicht wirklich liebhätte." Und: "Ihre gegenseitige Liebe wird sie festigen, und ich stelle mir vor, sie werden sich friedlich niederlassen und so vernünftig leben, dass ihre Torheiten mit der Zeit in Vergessenheit geraten." :rolleyes: Man sollte Jane mal ein Buch von JA zu lesen geben...)


Du hast recht. Wir sollen in den nächsten Kapiteln daran denken. Ich meine dazu kommen noch eindeutige Zeilen. Bisher drückt sich Mr. Gardiner ja noch wage aus.

Gruß
George


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BeitragVerfasst: Montag 20. April 2009, 22:37 
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George hat geschrieben:
Du hast recht. Wir sollen in den nächsten Kapiteln daran denken. Ich meine dazu kommen noch eindeutige Zeilen. Bisher drückt sich Mr. Gardiner ja noch wage aus.


:offtopic: Schön, dass Du Dich hier gleich mit einbringst, George! Freut mich sehr. :ja:
Da es sooo viele Männer hier nicht gibt, bin ich zugegeben auch ein klein wenig neugierig... Vielleicht hast Du Lust, ein paar Zeilen über Dich im Willkommensbereich zu schreiben?


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BeitragVerfasst: Dienstag 21. April 2009, 09:52 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Udo hat geschrieben:
Miranda hat geschrieben:
Was ist denn eigentlich der Unterschied zwischen Militia und den regulars?


Ich glaube, die Militia war eher für die Heimatverteidigung zuständig, die regulären Truppen zogen in den Krieg.


Ja, so habe ich es auch in Erinnerung. Vielleicht ist es etwas weit hergeholt, aber ich finde die Parallele zwischen der Miliz in P&P und den Frauen des Romans (oder der damaligen Zeit ansich?) ist schon sehr auffällig: Beide haben nicht wirklich was "zu tun", also vergnügen sie sich mit Oberflächlichkeiten (Kartenspiele, Verkleidungspartys, etc.) die sie - im Vergleich zu den anderen Personen im Roman - nicht wirklich weiterbringen. Das wird im Laufe der Handlung zwar immer nur sehr beiläufig erwähnt - aber die Parallelen zwischen Wickhams Persönlichkeit und Mrs Bennets/Lydias/ ... sind eigentlich kaum zu übersehen, finde ich.


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BeitragVerfasst: Dienstag 21. April 2009, 11:44 
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Du vergleichst mutige Männer, die das Königreich mit ihrem Leben gegen finstere Franzmänner verteidigen, mit albernen Frauen, die nur Tant und Tratsch im Kopf haben? Colonel Forster wäre not amused... :wink: War nicht auch Henry Austen zeitweise bei der Miliz?
Ich finde die Parallele interessant, sie gilt im Grunde doch auch für viele reiche Lebemänner (wie viel arbeitet eigentlich Bingley?) und erst recht für Schmarotzer wie Mr. Hurst.

Ein Satz zu Lizzys Darcy-Schwärmerei: Etwas merkwürdig finde ich ihre Idee, sein Benehmen könne durch ihre Hilfe lockerer werden, während sie "von seinem Urteilsvermögen, seinem Wissen und seiner Weltkenntnis noch viel entscheidender" profitieren könnte. Nicht unbedingt ein Höhepunkt des Feminismus... Was mich mehr stört, ist, dass ich bisher davon ausgegangen bin, dass Lizzy Mr. Darcy was Urteilsvermögen und Intelligenz (nicht Bildung, ok) angeht, mindestens ebenbürtig ist. JA verschiebt hier die Gewichte unnötig zu Lizzys Nachteil.

Und wo ich gerade dabei bin.... Gleich darauf heißt es: "Aber welch wenig dauerhaftes Glück einem Paar beschieden sein würde, das nur zusammen war, weil die Leidenschaft über die Tugend gesiegt hatte, das war leicht zu erahnen." Kommt irgendwie gouvernantig rüber, finde ich, oder als ob Mary Bennet dozieren würde. Aber Lydia und Wickham vor Augen, ist schon klar, was sie meint.


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BeitragVerfasst: Dienstag 21. April 2009, 17:06 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Udo hat geschrieben:
Du vergleichst mutige Männer, die das Königreich mit ihrem Leben gegen finstere Franzmänner verteidigen, mit albernen Frauen, die nur Tant und Tratsch im Kopf haben? (...) War nicht auch Henry Austen zeitweise bei der Miliz?


Ja, und er hat sich da auch nicht gerade ruhmhaft hervorgetan. :wink: Ich meinte speziell die Miliz (nicht Soldaten generell natürlich!), die wirklich nichts zu tun hatte während der napoleonischen Kriege und nur von hier nach da versetzt wurde. Und nicht unbedingt einen ehrenhaften Ruf hatte, was die Frauengeschichten anging. JA hat ja die Rotrock-Hysterie von Lydia & Kitty nicht erfunden. Da waren knackige junge Männer mit viel Zeit und Muse - was könnte einer ebenso situierten Frau besser gefallen? Insofern sehe ich schon viele Parallelen. Parallelen, die ja auch indirekt in P&P gezogen werden. Wenn im Kopf und im Herz nichts substantielles vorhanden ist und man nichts mit seinen zeitlichen Kapazitäten anzufangen weiß kommt man halt auf dumme Gedanken - egal ob Frau oder Mann. :wink:


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BeitragVerfasst: Dienstag 21. April 2009, 19:26 
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Zitat:
Und wo ich gerade dabei bin.... Gleich darauf heißt es: "Aber welch wenig dauerhaftes Glück einem Paar beschieden sein würde, das nur zusammen war, weil die Leidenschaft über die Tugend gesiegt hatte, das war leicht zu erahnen." Kommt irgendwie gouvernantig rüber, finde ich, oder als ob Mary Bennet dozieren würde. Aber Lydia und Wickham vor Augen, ist schon klar, was sie meint.

Nun ja.. sie fanden halt über "das Eine" zusammen, aber irgendwann ist der Rausch verflogen und dann bleibt das, was die Bennets haben. Eine dumme Ehefrau und einen zynischen Ehemann, auf Gedeih und Verderb aneinander gebunden.
Hätte der Satz am Anfang des Buches gestanden, dann würde ich auch denken "uh.. moralisch!". Aber nachdem man ja die nicht grade geglückte Ehe der Bennets mitbekommen hat und die Vernunftsehe von Charlotte, kann man sich besser vorstellen, was Jane Austen sich als Komponenten für eine dauerhaft glückliche Ehe vorstellt. Und das ist eigentlich gar nicht so gouvernantenhaft, sondern sehr vernünftig! ;)

Grüße
Kerstin

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BeitragVerfasst: Dienstag 21. April 2009, 22:16 
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Kerstin hat geschrieben:
Aber nachdem man ja die nicht grade geglückte Ehe der Bennets mitbekommen hat und die Vernunftsehe von Charlotte, kann man sich besser vorstellen, was Jane Austen sich als Komponenten für eine dauerhaft glückliche Ehe vorstellt. Und das ist eigentlich gar nicht so gouvernantenhaft, sondern sehr vernünftig! ;)


Meinst Du,es gibt verschiedene Ehe-Modelle bei JA?
Ganz schön haarig, dass Mrs. Bennet es soo schade findet, dass Lydia wegziehen soll, wo sie doch soo viele Verehrer hat in Meryton, oder? Das ist schon ziemlich heavy. Sie scheint sich gar nichts bei dem zu denken, was sie sagt oder denkt (wenn das geht)...


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BeitragVerfasst: Dienstag 21. April 2009, 23:12 
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Ich kann mir gut vorstellen, dass JA genug Beispiele von diversen Ehen in ihrer ganz persönlichen Umgebung kannte. Bei der zahlreichen Verwandschaft! :ja:
Nicht umsonst hat sie ein vernünftiges :wink: Angebot ausgeschlagen. :fies_sei:

Bei Mrs B. wundert mich nun überhaupt gar nix mehr. :wink: :nein: :/ :niwi:

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BeitragVerfasst: Mittwoch 22. April 2009, 08:05 
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Udo hat geschrieben:
Ein Satz zu Lizzys Darcy-Schwärmerei: Etwas merkwürdig finde ich ihre Idee, sein Benehmen könne durch ihre Hilfe lockerer werden, während sie "von seinem Urteilsvermögen, seinem Wissen und seiner Weltkenntnis noch viel entscheidender" profitieren könnte. Nicht unbedingt ein Höhepunkt des Feminismus... Was mich mehr stört, ist, dass ich bisher davon ausgegangen bin, dass Lizzy Mr. Darcy was Urteilsvermögen und Intelligenz (nicht Bildung, ok) angeht, mindestens ebenbürtig ist. JA verschiebt hier die Gewichte unnötig zu Lizzys Nachteil.

Nun ja, Darcy hat wohl studiert, zumindest männliche Erziehung und Bildung erfahren, die Lizyy abgeht. Man darf davon ausgehen, dass er seine "Grand Tour" hinter sich hat, Europa bereist hat. Lizzy kommt ja über London bzw. die Gardiners nicht heraus. Wie gut, dass ihre Freundin jetzt in Hunsford wohnt ... :wink:

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BeitragVerfasst: Mittwoch 22. April 2009, 10:12 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Kapitel 51

Lydia und Wickham kommen direkt nach der Hochzeit nach Longbourn und Jane und Elizabeth schämen sich fremd: Beide zeigen keine Spur von Schuldgefühl oder Einsicht.
Als Lydia von ihrer Hochzeit berichtet, erwähnt sie versehentlich, dass Darcy dort anwesend war. Elizabeth schreibt an Mrs Gardiner und bittet um eine Erklärung.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 22. April 2009, 13:28 
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Einsicht ist gut.. Lydia gibt ja auch noch damit an, jetzt eine verheiratete Frau zu sein und VOR ihren älteren Schwestern zu stehen. Und was für einen tollen Mann sie abbekommen hat, wie gut er reiten kann ( ich hoffe mal, das ist jetzt nicht doppeldeutig gemeint. :eek: )
Man merkt, wie gering ihr Horizont ist. :rolleyes:
Grüße
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BeitragVerfasst: Mittwoch 22. April 2009, 17:55 
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Austenfan
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Erst einmal ein Dankeschön an die Suchfunktion auf dem Board. :)
Ich habe bestimmt eine Stunde den Vornamen von Wickham, im Buch, gesucht bevor mir die Suchfunktion eingefallen ist, damit hatten ich den Namen in zwei Mitnuten. :wall:


Lydia und George Wickham sind also verheiratet und als sie die Familie besuchen, ist ihnen der erzeugte Kummer absolut egal. Auch wenn die beiden in den Norden „verbannt“ werden, zu fremden Leuten, wo sie einen Ruf zu verlieren haben, scheint es nicht so als würden sie ihr verhalten noch ändern.

Und Lydia ist von ihrem Wickham begeistert. Aber bei ihrer Ignorants hat sie sicherlich gar nicht mitbekommen das Wickham erst gekauft werden musste, oder ist es ihr egal?

Das Elisabeth unbedingt herausfinden möchte warum Hr. Darsy bei der Hochzeit war ist Verständlich. Immer hin hält sie ja ihre Verwandtschaft mit Wickham für einen Grund weswegen Hr. Darsy Sie nie heiraten würde.

Kerstin hat geschrieben:
Und was für einen tollen Mann sie abbekommen hat, wie gut er reiten kann ( ich hoffe mal, das ist jetzt nicht doppeldeutig gemeint. :eek: )

:confused: Habt die stelle nicht gefunden. Ist es in einem andern Kapitel?

Habe den Verdacht das du diesen Abschnitt meinst: „Lydia war ihm außerordentlich zugetan. Es war ihr lieber Wickham vorn und ihr lieber Wickham hinten; niemand ließ sich mit ihm vergleichen. Er war der allertüchtigste Mensch Mensch in der Welt, und sie war fest davon überzeugt, daß er am ersten September mehr Vögel erlegen würde als jeder andere im Land.“

In meinem Buch steht „Ungekürzte Ausgabe“. Vielleicht eine Übersetzungsvariante? Wenn es eine Übersetzungsvariante ist: Kann jemand bitte den Englischen Text posten.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 22. April 2009, 18:17 
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Administrator und Captain a.D. of HMS Groupread
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George hat geschrieben:
Und Lydia ist von ihrem Wickham begeistert. Aber bei ihrer Ignorants hat sie sicherlich gar nicht mitbekommen das Wickham erst gekauft werden musste, oder ist es ihr egal?


Gute Frage. Hab ich noch gar nicht drüber nachgedacht. Ich könnte mir aber vorstellen, dass sie schon so halb mitbekommen hat, dass Mr. Darcy tatkräftig nachgeholfen hat - sich aber wie immer nichts dabei denkt.

Interessant finde ich, dass hier im Kapitel steht, dass Lydia die treibende Kraft bei der Flucht war. Ich hatte angenommen, der böse Wickham verführt sie, aber offenbar hat sie die Initiative ergriffen - und sie findet die ganze Flucht auch noch besonders lustig. Ihr ist wohl genauso wenig noch zu helfen wie ihrer Mutter.


Zitat:
:confused: Habt die stelle nicht gefunden. Ist es in einem andern Kapitel?


Das ist aus dem 95er Film. Ob es später im Buch auch noch kommt, weiß ich gerade nicht.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 22. April 2009, 19:26 
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George hat geschrieben:
Habe den Verdacht das du diesen Abschnitt meinst: „Lydia war ihm außerordentlich zugetan. Es war ihr lieber Wickham vorn und ihr lieber Wickham hinten; niemand ließ sich mit ihm vergleichen. Er war der allertüchtigste Mensch Mensch in der Welt, und sie war fest davon überzeugt, daß er am ersten September mehr Vögel erlegen würde als jeder andere im Land.“

In meinem Buch steht „Ungekürzte Ausgabe“. Vielleicht eine Übersetzungsvariante? Wenn es eine Übersetzungsvariante ist: Kann jemand bitte den Englischen Text posten.


Hallo George,
hier mal das englische Original von http://www.gutenberg.org. Die Übersetzung, die du zitierst, finde ich nicht so gelungen.
Zitat:
Lydia was exceedingly fond of him. He was her dear Wickham on every occasion; no one was to be put in competition with him. He did every thing best in the world; and she was sure he would kill more birds on the first of September, than any body else in the country.


Die liebe Lydia war halt noch nie für halbe Sachen zu haben, aber ob sie in ein paar Monaten immer noch so denkt... :?:

Und schwatzhaft ist sie auch und plappert Sachen aus, die sie für sich behalten sollte. Was dann Lizzy natürlich keine Ruhe lässt. Aber Lizzy fragt lieber Tante Gardiner, die eh besser weiss, was da bezüglich Darcy im Hintergrund gelaufen ist. Aber ich denke, eine Vermutung hat sie schon...

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BeitragVerfasst: Mittwoch 22. April 2009, 20:34 
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Lydia ist wirklich eine dumme Pute. :fies_sei: Unglaublich, dass sie noch meint, über ihre Schwestern triumphieren zu können, weil sie nun verheiratet ist.
Aber gefallen hat mir Lizzies Antwort:... I do not particularly like your way of getting husbands.'' als Lydia alle sisters einlädt, sie zu besuchen.
Aber so ist sie eben : Lydia was Lydia still; untamed, unabashed, wild, noisy, and fearless. Klingt ja fast positiv. :wink:
Aber eine Erklärung, warum sie die "Schande" wegsteckt , was ihre Schwestern erröten lässt, gibt JA auch: she never heard nor saw any thing of which she chose to be insensible

Und Lizzie? Sie wagt gar nicht zu glauben, was Darcys Beweggründe sein könnten, die Hochzeit arrangiert zu haben! :ja:

Eine Frage zum Text, gleich zu Beginn:

The carriage was sent to meet them at ---- warum diese ---?Warum sagt JA nicht, dass der Ort unbekannt ist? :?:

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BeitragVerfasst: Mittwoch 22. April 2009, 21:32 
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Udo hat geschrieben:

Zitat:
:confused: Habt die stelle nicht gefunden. Ist es in einem andern Kapitel?


Das ist aus dem 95er Film. Ob es später im Buch auch noch kommt, weiß ich gerade nicht.

Ups, das kommt davon, wenn man das Buch nicht zur Hand hat. :oops:
Natürlich ist es im Film, wo sie von seinen Reitkünsten schwärmt.

Ich hatte angenommen, Wickham hätte eh verschwinden müssen ( wegen seiner Schulden) und Lydia hat sich ihm quasi an den Hals geworfen, damit er sie mitnimmt.
"[...]his flight was rendered necessary by distress of the circumstances; and if that were the case, he was noth the young man to resist the opportunity of having a companion."

Lydia ist einfach unmöglich. Als sie sich darüber beklagt, dass ihre Tante ihr ein paar warme Worte gesagt hat und sie die halbe Zeit gar nicht zuhörte, möchte man sie schütteln.

Das Elizabeth verwundert über Darcys Eingreifen ist, überrascht mich eigentlich nicht. Seine Reaktion auf Lydias Entführung war in ihren Augen ja eher negativ ( auch wenn sie wohl nicht so gemeint war) und von daher ist sein Aktivität in dieser Sache doch ungewöhnlich.
Sie will sich nicht vorstellen, dass er es wegen ihr getan hat. ;)
Grüße
Kerstin

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BeitragVerfasst: Mittwoch 22. April 2009, 21:33 
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Austenbegeistert
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Registriert: Dienstag 17. März 2009, 00:13
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Miranda hat geschrieben:
Eine Frage zum Text, gleich zu Beginn:

The carriage was sent to meet them at ---- warum diese ---?Warum sagt JA nicht, dass der Ort unbekannt ist? :?:


Der Ort ist nicht unbekannt, sie überlässt ihn nur der Phantasie des Lesers, so wie auch schon im Kapitel vorher:
Zitat:
He has the promise of an ensigncy in General ——'s regiment,
wenn JA und andere Autoren (aufgrund mangelnder Recherchemöglichkeiten in der damaligen Zeit) sich nicht auf einen Ort oder eine Person festlegen wollen. Es könnte sich ja jemand auf die Füsse getreten fühlen und wegen solcher Geschichten gab es auch schon damals sinnlose Verfahren vor Gericht.

Ja, die Art und Weise, wie Lydia ihren Schwestern Ehemänner verschaffen will, ist wirklich nichts für Jane und Elizabeth. Manchmal frage ich mich, ob es für Lydia ein konkretes Vorbild gab...

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BeitragVerfasst: Donnerstag 23. April 2009, 08:04 
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Registriert: Mittwoch 28. Juni 2006, 12:57
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Armin hat geschrieben:
Der Ort ist nicht unbekannt, sie überlässt ihn nur der Phantasie des Lesers, so wie auch schon im Kapitel vorher:
Zitat:
He has the promise of an ensigncy in General ——'s regiment,
wenn JA und andere Autoren (aufgrund mangelnder Recherchemöglichkeiten in der damaligen Zeit) sich nicht auf einen Ort oder eine Person festlegen wollen. Es könnte sich ja jemand auf die Füsse getreten fühlen und wegen solcher Geschichten gab es auch schon damals sinnlose Verfahren vor Gericht.

Ich denke eher, sie will aus bestimmten Gründen Orte oder Namen von tatsächlichen Regimentern nicht preisgeben, sich aber auch keine ausdenken.

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BeitragVerfasst: Freitag 24. April 2009, 13:24 
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Kapitel 52
Lizzie liest den Brief ihrer Tante. In allen Einzelheiten berichtet Mrs Gardiner von Darcys heldenhaften Bemühungen, eine Heirat zwischen Wickham und Lydia zustande zu bringen.

Elizabeth und Wickham haben ein längeres Gespräch.


Zunächst etwas zur Unterhaltung : Wie schafft Lizzie es nur, soo freundlich zu Wickham zu sein? :gruebel: Zumal er doch recht unverschämt Unwahrheiten sagt! :/

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BeitragVerfasst: Freitag 24. April 2009, 20:49 
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Ja Udo,
diese Tatsache war mir bisher auch nicht wirklich bewusst, dass Mr Darcy Lydia nur weglotsen wollte! Oder?
Ich lese offensichtlich über manches hinweg. :fies_sei:
Wie gut, dass es den Groupread gibt! :)

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BeitragVerfasst: Freitag 24. April 2009, 21:09 
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Austenbegeistert
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Miranda hat geschrieben:
Zunächst etwas zur Unterhaltung : Wie schafft Lizzie es nur, soo freundlich zu Wickham zu sein? :gruebel: Zumal er doch recht unverschämt Unwahrheiten sagt! :/


Wickham ist jetzt Familie. Wie sagt sie so schön: Wir sind doch jetzt verschwägert, lass uns nicht streiten!
Und ich denke, daß sie den lieben Schwager George auch testen will. Schließlich weiß er nicht, welche Fakten Elizabeth bekannt sind und sie kann ihn schön in die Falle laufen lassen. Und das alles im schönsten Plauderton. :fies_sei:

Der Brief von Tante Gardiner zeigt mal wieder deutlich, wes Geistes Kind Lydia doch ist und wie schlecht sie ihren lieben Wickham kennt. Interessanter in Bezug auf das, was noch kommen wird, finde ich aber den vorletzten Absatz des Briefes. Tante Gardiner scheint sich über den Ausgang der Geschichte zwischen Elizabeth und Darcy ziemlich sicher zu sein...

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BeitragVerfasst: Freitag 24. April 2009, 21:24 
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Miranda hat geschrieben:
Zunächst etwas zur Unterhaltung : Wie schafft Lizzie es nur, soo freundlich zu Wickham zu sein? :gruebel: Zumal er doch recht unverschämt Unwahrheiten sagt! :/


Das finde ich auch erstaunlich. Sie hätte ruhig distanzierter sein können. Andererseits: Sie hat natürlich völlig recht - es ist ein riesiger Grund zur Freude, dass die Heirat passiert ist, und ab jetzt sind sie halt verwandt und außerdem würde Ärger mit Wickham nur auf Lydia zurückfallen, das hat ja keinen Sinn. Die beiden werden es ohnehin schwer genug haben.

Der Brief ist sehr interessant. Wir erfahren, dass Darcy die beiden keineswegs verheiraten, sondern nur Lydia heimholen wollte. Das wundert mich ein wenig, denn die Bennets hatten doch schon festgestellt, dass es für Lydia nach ihrer Flucht nur einen einzigen Weg aus der Schande gäbe, nämlich zu heiraten. War Darcy das nicht klar? Ich dachte bisher, er würde Wickham und Lydia auch deshalb zur Heirat nötigen wollen, um Elizabeth heiraten zu können (wenigstens die Option offen zu halten). Hätte er sie noch heiraten können, wenn Lydia als rufruiniertes Mädchen heimgekehrt wäre?


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BeitragVerfasst: Freitag 24. April 2009, 23:59 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Ich denke mal, ob er die Schwägerin seines Erzfeindes heiratet oder eine Frau, deren Schwester gesellschaftlich unten durch ist, macht nicht wirklich einen Unterschied für ihn. :wink: Somit glaube ich herauszulesen (später jedenfalls), dass er sich auch bewusst ist, dass die Ehe von Lydia und Wickham nur eine Anstandssache ist - und warum sollte er, der vorhat nur und vorbehaltlos aus Liebe zu heiraten, so etwas favorisieren? Er hatte wahrscheinlich nur Lydias "Bestes" im Sinn ... was das ist, darüber kann man ja verschiedener Ansicht sein: Irrsinnige Heiratschancen haben die Bennet-Mädchen so oder so nicht. Lydias Ruf wäre vielleicht für eine Weile hinüber, aber sie ist auch erst 16. 4,6 oder 8 Jahre später hätte das alles vielleicht auch schon wieder ganz anders ausgesehen?


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BeitragVerfasst: Samstag 25. April 2009, 12:25 
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Administrator und Captain a.D. of HMS Groupread
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Registriert: Mittwoch 9. April 2008, 16:07
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Julia hat geschrieben:
Ich denke mal, ob er die Schwägerin seines Erzfeindes heiratet oder eine Frau, deren Schwester gesellschaftlich unten durch ist, macht nicht wirklich einen Unterschied für ihn. :wink: Somit glaube ich herauszulesen (später jedenfalls), dass er sich auch bewusst ist, dass die Ehe von Lydia und Wickham nur eine Anstandssache ist - und warum sollte er, der vorhat nur und vorbehaltlos aus Liebe zu heiraten, so etwas favorisieren? Er hatte wahrscheinlich nur Lydias "Bestes" im Sinn ...


Bei Wickham muss er eigentlich "nur" seine persönliche innere Abneigung überwinden, von den Verfehlungen Wickhams wissen ja nicht viele Leute. Sollte der Ruf der Familie Bennet dagegen ruiniert sein, wäre dies doch ein höchst öffentlicher Vorgang? Sagt nicht Elizabeth selbst, dass Lydia sämtliche Aussichten ihrer Schwester zunichte zu machen drohe? Darcy müsste sich also über erheblich mehr, weil öffentliche, Widerstände hinwegsetzen, um Elizabeth trotz Lydias "Schande" zu heiraten. Oder? Lady Catherine würde wahrscheinlich total ausflippen.
Irgendwie komisch, wenn man aus heutiger Sicht über sowas nachdenkt - die spinnen, die Briten... :D

Mr. Darcy scheint sich ja auch zu wundern, dass Wickham Lydia nicht gleich von selbst heiratet. Aus Wickhams Antwort wird klar, warum er sich auf die auch für seinen Ruf gefährliche Affäre mit Lydia eingelassen hat: Er wollte offenbar auswandern. Damit wird auch mir klarer, warum er so "unvernünftig" war.


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BeitragVerfasst: Sonntag 26. April 2009, 09:05 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Was ich in diesem Kapitel interessant fand (vielleicht, weil mir das noch nie so deutlich bewusst geworden ist), dass die Gardiners Mr Darcy nur eingreifen lassen, weil sie davon ausgehen, dass zwischen ihm und Lizzy mehr besteht als es den Anschein hat. Wüssten sie, wie die Dinge stehen, wäre das Arrangement mit Lydia und Wickham um einiges langwieriger geworden, bzw. hätte so vielleicht gar nicht stattgefunden?
Somit zahlt sich die beidseitige "Diskretion" der Gardiners und Lizzy in Derbyshire doch noch aus. :wink: Gut zusammengestrickt!


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BeitragVerfasst: Sonntag 26. April 2009, 13:07 
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Mrs. Gardiner habe ich immer für eine sehr aufmerksame Frau gehalten. ;) Ich denke, sie war sich schon in Pemberley sicher, dass das mehr läuft. Erst Lizzys Abneigung in Longbourn, dann hat sie vermutlich so gut wie gar nichts mehr über ihn gesagt, ihre Aufregung, ihn grade NICHT treffen zu wollen und dann die Reaktion auf das unerwartete Wiedersehen. Da wird sich die Gute ihren Teil gedacht haben. Als dann noch Darcy sich fast überschlagen hat vor Freundlichkeit und sie fast nicht mehr gehen lassen wollte... :rolleyes:
Sie wird angenommen haben, er hat feste Absichten. Vermutlich war es da leicht, ihren Mann ebenfalls von zu überzeugen.

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BeitragVerfasst: Sonntag 26. April 2009, 19:59 
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Austenbegeistert
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Kerstin hat geschrieben:
Sie wird angenommen haben, er hat feste Absichten. Vermutlich war es da leicht, ihren Mann ebenfalls von zu überzeugen.
Feste Absichten? Mrs. Gardiner bittet ihre Nichte, sie nicht von Pemberley auszuschliessen! Ok, sie hat das etwas scherzhaft ausgedrückt und schränkt ein, sie könne zu voreilig sein, aber eigentlich ist sie davon überzeugt, daß eine Heirat von Elizabeth und Mr. Darcy nicht mehr lange auf sich warten lässt. Anscheinend haben Wort und Tat Mrs. Gardiner (wofür steht eigentlich das M? Habe ich irgendwo ihren Vornamen überlesen?) davon überzeugt, daß Mr. Darcy sich fest an Elizabeth gebunden fühlt. Bei Elizabeth fühlt sie sich nicht ganz so sicher, aber doch sicher genug, sie nur halb scherzhaft als zukünftige Herrin von Pemberley anzusprechen.

_________________
Grüsse, Armin

"He has got no good red blood in his body," said Sir James.
"No. Somebody put a drop under a magnifying-glass and it was all semicolons and parentheses," said Mrs. Cadwallader.

George Eliot, Middlemarch

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