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BeitragVerfasst: Donnerstag 3. April 2008, 21:34 
Mir gefällt diese Stelle im Buch, als Marianne Willoughby erwartet, aber Oberst Brandon eintritt.
"Der Schock war zu groß, um mit Fassung ertragen zu werden, ..." :lach:. Dieser leichte Spott gefällt mir.


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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Donnerstag 3. April 2008, 21:34 


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BeitragVerfasst: Freitag 4. April 2008, 08:34 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Marianne meint es nicht böse, es hätte auch Edward oder sonst wer ihrer Bekannten sein können, die Reaktion wäre die gleiche gewesesen. Sie ist völlig von ihrer Enttäuschung überrollt. Sie war sich anscheinend sicher
Spoiler: anzeigen
und später bestätigt sich dieser Eindruck, als wir mit Elinor die wenigen Briefe von Marianne an Willoughby lesen, wie sicher sie war, dass Willoughby sie sofort aufsuchen würde. Ihr Vertrauen in ihn war ungebrochen.

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Clemens Bittlinger


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BeitragVerfasst: Freitag 4. April 2008, 08:51 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Caro hat geschrieben:
@Julia
Ich hab's auf die Schnelle nicht gefundet, aber ich hatte in Erinnerung, das Sir Middleton der Titel Baronet für seine Verdienste in Indien bzw. im Krieg verliehen wurden?


Also ich glaube, bisher wurde noch nichts dazu gesagt im Buch, und ich kann mich auch an keine andere Stelle erinnern ... ?? Bringst Du da evtl. den 95er Film versehentlich mit rein? Ich kann mich nämlich nichtmal an eine Stelle erinnern, in der Sir John als Kriegsmann (bzw. Kollege von Brandon) beschrieben wird.


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BeitragVerfasst: Freitag 4. April 2008, 09:25 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Ich auch nicht, Julia. Überhaupt wird die Vertrautheit der beiden Männer im Roman kaum beschrieben. Man liest nur, dass sie miteinander bekannt sind. Aber lädt Sir John gerne viele Leute ein und liebt es, Lärm und Trubel um sich zu haben. Und in diesem Kreis ist auch Colonel Brandon mit drin.

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BeitragVerfasst: Freitag 4. April 2008, 09:56 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Julia hat geschrieben:
Amadea hat geschrieben:
Wie muss ich mir denn diese Textstelle hier vorstellen?
"Mrs. Jennings ... war lediglich beunruhigt, dass sie sie weder dazu bewegen konnte, im Gasthaus ihr Menü selbst zu bestellen, noch ihnen das Bekenntnis abzulocken vermochte, ob sie lieber Lachs als Dorsch aßen oder gebratenes Wild lieber als Kalbskoteletts."
Sagen Elinor und Marianne hier aus Höflichkeit nicht, was sie gerne essen? Heißt das, sie nehmen aus Anstand in Kauf, etwas essen zu müssen, was sie gar nicht mögen? Und vermute ich richtig, dass Mrs. Jennings sie zum Essen im Gasthaus eingeladen hat?
Ich verstehe das auch so wie Du.

Ja. Mrs. Jennings hatte sie eingeladen, also bezahlte sie auch alle Unkosten, ausser vermutlich Tanzkleider für Bälle. Marianne ist hier vermutlich bereits so aufgeregt, dass ihr ohnehin wurscht ist, was auf dem Teller liegt und Elinor hält sich aus Rücksicht und Höflichkeit zurück. Sie wird essen, was Mrs. Jennings auswählt.

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Zuletzt geändert von Caro am Freitag 4. April 2008, 10:03, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Freitag 4. April 2008, 10:02 
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Julia hat geschrieben:
Also ich glaube, bisher wurde noch nichts dazu gesagt im Buch, und ich kann mich auch an keine andere Stelle erinnern ... ?? Bringst Du da evtl. den 95er Film versehentlich mit rein? Ich kann mich nämlich nichtmal an eine Stelle erinnern, in der Sir John als Kriegsmann (bzw. Kollege von Brandon) beschrieben wird.


Doch. Mrs. Jennings erzählt Elinor (?) von Brandons unglücklicher Liebesgeschichte und Sir Middleton habe Brandon in Indien das Leben gerettet, und für mich hatte es sich so angehört, als wäre Brandon nach Indien gegangen, also in den Krieg gezogen, um seine erste Liebe zu vergessen, die er nicht haben konnte und habe dabei unvorsichtig und mutwillig seinen Tod in Kauf genommen :gruebel:

Aber mag sein, dass da der Film in meinem Kopf rumschwebt.

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BeitragVerfasst: Freitag 4. April 2008, 10:09 
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Ja, das kommt nur im Film vor. :wink: Im Buch erwähnt Mrs Jennings nach dem geplatzten Whitwell-Ausflug nur kurz die vermeintlich uneheliche Tochter des Colonels.
(Und er selbst spricht später in seinem Bericht auch nicht von Sir John ... hab grad mal vorgeblättert.)


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BeitragVerfasst: Freitag 4. April 2008, 10:47 
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Nein, es gibt eine Stelle, da spricht Sir Middleton von Brandon, aber wir erfahren nichts genaueres und die wohlerzogene Elinor bohrt nicht weiter nach.
Zitat:
Sir John had dropped hints of past injuries and disappointments, which justified her belief of his being an unfortunate man, and she regarded him with respect and compassion.

Ich habe die Verletzungen zu diesem Zeitpunkt tatsächlich immer auf Wunden bezogen, was bei einem Offizier und Soldat ja nichts ungewöhnliches ist. Vor allem konnte ich mir nicht vorstellen, dass sich ein Mann über Gemütszustände äussert :/

Brandon selbst hat von seinem unangenehmen Aufenthalt in Indien erzählt, denn in Kapitel 9 erwähnt Marianne ein solches Gespräch (Hitze und Moskitos) und Willoughby macht sich wieder über ihn lustig, indem er retourniert, er solle besser über Nabobs(Fürsten?), Mohre und Paläste erzählen.

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Zuletzt geändert von Caro am Freitag 4. April 2008, 11:11, insgesamt 3-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Freitag 4. April 2008, 10:49 
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Jep, das ist definitiv nicht im Roman geschrieben worden.

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BeitragVerfasst: Freitag 4. April 2008, 11:23 
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@Caro: Ich sage ja nicht, dasss keiner der beiden über den anderen spricht, oder dass niemand was vom anderen weiß. :roll: Schließlich sind sie Freunde ...
Ich bezog mich lediglich auf Deinen Beitrag auf der letzten Seite, in dem Du Bezug auf die miltärische Karriere (und anschließende Ehrung) Sir Johns' nahmst. Denn beides kann man in die Textvorlage bestenfalls "hineinphantasieren". :wink:

Und letztendlich gings mir ja eigentlich auch nur um die recht unkomplizierte Einstellung dieses Sirs zu seinem Titel/Stand. Und die Ironie, dass eine eingeheiratete Ehefrau (aus eher unspektakulären Verhältnissen) darauf stolzer ist als der Inhaber selbst.


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BeitragVerfasst: Freitag 4. April 2008, 11:27 
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BeitragVerfasst: Freitag 4. April 2008, 11:50 
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@Julia
Ja, ich war mir eben auch tatsächlich sicher ich hätte es irgendwo gelesen, also dass Middleton ein Bart ist und den Titel wegen Indien verliehen bekommen hat. Vor allem war es für mich auch schlüssig, denn gerade im militärischen Bereich entwickelten sich in allen Jahrhunderten tiefe Freundschaften durch die Grauen des Krieges, die man gemeinsam durchstand.

Ganz ehrlich, ich konnte mir sonst nicht vorstellen, wie es zu dieser tiefen und intensiven Freundschaft hätte kommen sollen, dass ein ernster und an sich haltender Mann wie Brandon ausgerechnet zwei so äusserst eindringliche und joviale Menschen, um nicht zu sagen Ratschkatteln, in sein Leben eingeweiht hätte. Woher sonst hätte Mrs. J. namentlich von einer "unehelichen Tochter" erfahren, respektive davon, dass er sich verantwortlich fühlt, sich kümmert? DAS bindet man ja nicht jedem auf die Nase, vor allem glaubt Mrs. Jennings , es wäre SEINE Tochter, was ja naheliegend wäre (rein theoretisch, will nicht spoilern).

Na ja egal, du weißt ja, ich mache mir manchmal zu viel Gedanken zu den Hintergründen ... :wink:

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BeitragVerfasst: Freitag 4. April 2008, 11:59 
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Sir John könnte das auch weitergetrascht haben (an seine Mutter), und sie hat nur die Hälfte mitgekriegt. :wink: Er kann ja kein Geheimnis für sich behalten, wie wir vor ein paar Kapiteln bei Miss Steele gemerkt haben.

Ich versteh Deinen Gedankengang schon, und die 95er Verfilmung wirkt diesbezüglich ja auch sehr plausibel. Nur finde ich es schwierig, aufgrund von Vermutungen (es ist ja nicht mehr als das) bindende Rückschlüsse zu ziehen, bzw. diese als gegeben anzusehen.
Aber vielleicht bin ich da auch besonders pingelig. :wink:


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BeitragVerfasst: Freitag 4. April 2008, 12:41 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Sorry, aber ich muß noch einmal zu der Einladung und den Unkosten zurückzukommen, und damit zu Mrs. Jennings Charakter.

Überlegt mal, was es Mrs. Jennings, die selbst ja nicht wirklich gut ausgestattet ist (wie auch Julia schrieb), kostet die Mädel einzuladen und damit während der Reise und in London alles zu bezahlen, also jede Übernachtung, Tee- und/oder Kaffeestube, Theater, Museum usw. Natürlich wird ihr Sir Middleton freudig unter die Arme greifen, aber es ist einfach eine großzügige, noble Geste zumal auch Middleton nicht mehr als ein entfernter Vetter ist und sich nicht wirklich verantwortlich und generös zeigen müsste. In allen Lebenslagen übernehmen er und Mrs. Jennings eigentlich den Part, der den John Dashwoods zugestanden hätte.
Okay, sie geben ihnen kein Geld, aber sie bieten ihnen die Kutsche an, schicken "Freßkörbe" usw, laden sie ständig ein, bitten zum Essen usw. und so fort.

Und egal, wie nervig, aufdringlich, einfach oder stupid die beiden sich gelegentlich (oder häufig?) zeigen mögen, für ihre Herzensgröße liebe ich sie beide.

Da gibt es noch einen Part, der mir erst nachträglich bewusst wurde, und der ein besonderes Licht auf Sir Middleton wirft. Er scheint tatsächlich überaus verständnisvoll, sensibel bzw. sensitiv zu sein, denn die Tatsache, dass er den Dashwoods das Cottage zur Miete angeboten hat, aber zu einem fast unverschämt niedrigen Betrag, also mehr pro forma, spricht dafür, dass er ihren Stolz wahren wollte, indem sie sich nicht als "Bettler" fühlen mussten. Das hätte ich ihm eigentlich gar nicht zugetraut.

@Julia
Was mir während dem Suchen bewußter Stelle aufgefallen ist: kann es sein, daß Brandon keine eigene Kutsche hat? Er erwähnt an einer Stelle, als man fragt, er würde doch nicht die ganze Strecke per Pferd zurücklegen, nein er würde nur bis ...reiten und dort die Post(-Kutsche) nehmen. Es wundert mich nur etwas, das ist alles.

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BeitragVerfasst: Freitag 4. April 2008, 16:04 
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passionierte MM-Agentin
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Sorry, wollte nur kurz eine Definition loswerden (da ich ja nicht mitlese, möchte ich zu den Inhalten ansonsten keine Stellung nehmen):

Nabob [indisch, aus arabisch »Statthalter«] der, seit dem 18. Jahrhundert in Europa gebräuchliche Bezeichnung für den Angehörigen des in Indien reich gewordenen Geldadels.

Aus Meyer's Lexikon online!

Zu der Sache "Kutsche für Col. Brandon"... eigentlich hatten auch höherrangige Soldaten damals keine eigene Equipage. Viel zu kostspielig in Anschaffung und Unterhaltung auf Dauer. Lieber ein, zwei zuverlässige und robuste Pferde im Stall. Okay, okay - bin schon weg! :gnade:

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Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean Verstand - (Blaise Pascal)


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BeitragVerfasst: Freitag 4. April 2008, 16:14 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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doris-anglophil hat geschrieben:
Zu der Sache "Kutsche für Col. Brandon"... eigentlich hatten auch höherrangige Soldaten damals keine eigene Equipage. Viel zu kostspielig in Anschaffung und Unterhaltung auf Dauer. Lieber ein, zwei zuverlässige und robuste Pferde im Stall. Okay, okay - bin schon weg! :gnade:

Ja, aber Colonel Brandon ist nicht nur Soldat/Offizier, der auf seinen Sold angewiesen ist, sondern auch Gutsbesitzer und sein Besitz läuft ( im Gegesatz zu Come Magna) sicher schuldenfrei und tadellos. Warum sollte er sich also keine Kutsche leisten können, zumal er nicht 5 heranwachsende Töchter mit Ballkleidern ausstaffieren muss? :)

"Nawab" oder "Nabob", war ursprünglich ein Herrschertitel und bezeichnete im indischen Mogulreich einen Abgesandten des Kaisers bzw. einen Vizekönig. Nach dem Niedergang des Mogulreiches, Anfang des 18. Jahrhunderts, konnten die Provinzgouverneure Indiens eigene Dynastien gründen und sich den Titel "Nawab/Nabob" geben.

Die Gattin eine Nawabs trägt in Indien den Titel "Begum", andere Entsprechungen war "Beg", "Bai" oder "Bei" .

Zitat:
Von dieser Bedeutung ausgehend, hat sich auch eine metaphorische Zweitbedeutung ergeben: nach der ist ein "Nabob" jemand, der aus dem Fernen Osten nach Europa zurückkehrt, nachdem er es dort, zum Teil mit fragwürdigen Methoden, zu einem großem Vermögen gebracht hat, oder einfach nur ein Mensch mit großem Reichtum und Einfluss.


@doris-anglophil
Willst Du damit andeuten, Willoughby hat Brandon in der umgangssprachlichen Weise und hintenrum als "neureichen Mabob" beschimpft? Unverschämtheit von W. :wall: Dann hätte Brandon aber tatsächlich genug Kohle für eine Kutsche. :D

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BeitragVerfasst: Freitag 4. April 2008, 17:11 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Ich denke, auch wenn das mal wieder rein spekulativ ist und mit dem Roman an sich nichts zu tun hat, dass Brandon an sich die Mittel für eine Kutsche hatte, aber als sparsamer Mensch als den ich ihn im Gegensatz zu Willoughby einschätze, aber sie sich gespart hat. Als Single hat er wohl nicht die Notwendigkeit für eine Kutsche gesehen.
Nur wo soll Willoughby Brandon derart beschimpft haben??? Das verstehe ich jetzt gar nicht, da nirgends im Roman das Wort Nabob oder ähnliche fallen und auch nicht darauf eingegangen wird, was Brandon alles in Indien erlebt hat, außer, dass er stationiert war und sicher die ein oder andere gefährliche Situation erlebt haben dürfte. Alles andere ist Spekulation, finde ich, sorry.

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BeitragVerfasst: Freitag 4. April 2008, 21:36 
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Amüsantes Boardmitglied und Reisetrulla
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Caro hat geschrieben:
@doris-anglophil
Willst Du damit andeuten, Willoughby hat Brandon in der umgangssprachlichen Weise und hintenrum als "neureichen Mabob" beschimpft? Unverschämtheit von W. :wall:


Wie kommst Du denn darauf??? Willoughby sagt lediglich: "Womöglich ... haben sich seine Ausführungen gar auf die Existenz von Nabobs, Goldmohren und Palanquins erstreckt." Damit nennt er nur drei Ausdrücke, die man zu der Zeit mit dem reichen Indien in Verbindung brachte und meint vermutlich, dass Brandons "Erzählkunst" über Indien nicht über die üblichen Klischees hinausreicht.

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BeitragVerfasst: Samstag 5. April 2008, 17:59 
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Emsige Missionarin für Jane Austen
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Kapitel 27

Marianne tröstet sich nach einer Bemerkung von Mrs. Jennings mit dem Gedanken, dass Willoughby noch auf dem Land sei, um zu jagen und bei bald einsetzendem Frost nach London kommen würde. Als die Miss Dashwood und Mrs. Jennings nach einem vormittäglichen Ausgang in die Berkeley Street zurückkehren, liegt Willoughbys Karte auf dem Tisch. Deshalb bleibt Marianne am nächsten Vormittag zu Hause. Doch Willoughby kommt nicht.

Lady Middleton lädt zu einem Tanzabend ein, den Marianne nur mit Widerwillen über sich ergehen lässt. Auf dem Nachhauseweg erwähnt Mrs. Jennings, dass es nicht nett von Willoughby war, nicht zu kommen, obwohl er doch eingeladen war. Daraufhin schreibt Marianne erneut an ihn.

Als Colonel Brandon zu Besuch kommt, erkennt Elinor, dass dessen Zuneigung zu ihrer Schwester noch zugenommen hat. Er lässt Elinor wissen, dass die Verlobung ihrer Schwester mit Willoughby allgemein bekannt sei, denn es würde überall davon gesprochen und außerdem fände ja ein Briefwechsel zwischen Marianne und Willoughby statt. Elinor gibt zu, dass sie nicht an der gegenseitigen Liebe der beiden zweifele. Daraufhin verabschiedet sich Oberst Brandon in bewegtem Gemütszustand. Elinor hat Mitleid mit ihm.

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BeitragVerfasst: Samstag 5. April 2008, 22:40 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Hier frage ich mich immer, inwieweit Brandon nicht für seine Tochter auf den Busch klopft. Schließlich ist Willoughby Vater geworden und steht somit in der Verantwortung. Und ich frage mich, ob er sich bereits Duelliert hat oder noch nicht.

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BeitragVerfasst: Sonntag 6. April 2008, 13:37 
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Amüsantes Boardmitglied und Reisetrulla
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Mir ist in diesem Kapitel Colonel Brandons Verhalten etwas schleierhaft. Sein Besuch bei Elinor zeigt, dass er ja offensichtlich noch Hoffnungen auf Marianne hegt. Sonst würde er seine Gefühle nicht so offen zeigen. Warum aber macht er sich Hoffnungen? Mariannes Verhalten kann ihn dazu kaum ermutigen, ebenso der Umstand, dass Marianne und Willoughby in den Augen einiger Bekannter bereits verlobt sind. Warum also sein Nachfragen bei Elinor?

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BeitragVerfasst: Sonntag 6. April 2008, 16:14 
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Vermutlich ist Brandon ein Typ, der nicht so schnell aufgibt? :wink: Der immer hofft? Der noch dazu liebt? :smilingplanet:
Ihm ist die Sache auch irgendwie unangenehm, denn er verbringt beim erneuten Besuch quälend lange Minuten in Schweigen:...After a pause of several minutes, their silence was broken ..
- um dann die Sprache auf die angebliche Verlobung Mariannes & Willoughbys zu bringen.

Wie Marianne sich daran "hochzieht", dass das Wetter ja für gewisse Gentlemen noch viel zu schön sei, um nach London zu kommen, wie sie den Himmel beobachtet und auf die Temperatur achtet, ob es endlich kälter wird , das ist anschaulich beschrieben :D - sie klammert sich an jeden Strohhalm, sucht eine Ausrede, warum sich W. noch nicht gemeldet hat. :ja:

Marianne und Elinor werfen sich gegenseitig vor, nicht "offen" zueinander zu sein :

"You have no confidence in me, Marianne."
"Nay, Elinor this reproach from you- you who have confidence in no one!"
"Me!" returned Elinor, in some confusion; "indeed, Marianne, I have nothing to tell."
"Nor I," answered Marianne with energy; "our situations then are alike. We have neither of us any thing to tell; you, because you communicate, and I, because I conceal nothing."


Eigentlich stimmt das - beide reden um den heißen Brei herum, wenn man so will.
Warum fagt Elinor Marianne nicht einfach, was nun mit W. ist?
Warum fragt M. nicht direkt, was nun mit Edward ist?
Sollten nicht wenigstens so nahestehende Schwestern sich anvertrauen können? :gruebel:

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Zuletzt geändert von Miranda am Montag 7. April 2008, 00:00, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Sonntag 6. April 2008, 22:01 
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Pixie hat geschrieben:
Mir ist in diesem Kapitel Colonel Brandons Verhalten etwas schleierhaft. Sein Besuch bei Elinor zeigt, dass er ja offensichtlich noch Hoffnungen auf Marianne hegt. ... Warum also sein Nachfragen bei Elinor?

Im Grunde genommen gibt uns Colonel Brandon doch selbst die Antwort darauf: "Aber vielleicht hätte ich es immer noch nicht geglaubt – denn wo der Verstand sich nicht überzeugen lassen will, findet er immer etwas, was seine Zweifel nährt -, wenn ich heute, als der Diener mich einließ, nicht zufällig einen Brief an Mr. Willoughby in der Handschrift Ihrer Schwester in seiner Hand gesehen hätte."

Anscheinend fällt es Colonel Brandon leichter, sich mit der Tatsache abzufinden, dass Marianne sich mit Willoughby liiert und für ihn verloren ist, wenn er es aus dem Munde einer anderen Person explizit gesagt bekommt. "Sagen Sie mir, dass alles endgültig entschieden ist, dass jeder Versuch..."
Echte Hoffnungen auf Marianne macht er sich sicher nicht mehr. "... und ich hätte auch keine Aussicht auf Erfolg." Hätte er sonst nicht Marianne seine Liebe offenbart?


Spoiler: anzeigen
Ich wundere mich eher darüber, dass er nicht versucht, Willoughbys wahren Charakter darzulegen, um Marianne vor einer Verbindung mit ihm zu warnen. Will er sie in ihr Unglück rennen lassen?

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BeitragVerfasst: Montag 7. April 2008, 09:49 
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Ich denke eher, er fürchtet, dass seinen Anschuldigungen als im Grunde abgewiesener Freier kaum Gehör finden werden. Und evtl. hofft er ja auch, dass wirklich Liebe zwischen Marianne und Willoughby entstanden ist?
Und ich dachte auch immer, er klopft auf den Busch um zu erfahren, ob es noch Hoffnung für Bess gibt, eine ehrbare Ehefrau von Willoughby zu werden??? Und natürlich auch um zu wissen, wie es seiner Marianne geht, die er wirklich liebt. Er hofft wohl gegen besseres Wissen, dass es doch gut ausgeht.
Und falls nicht, schätze ich Brandon so ein, dass er dann mit Rat und Tat für die Dashwoods da sein wird, mit denen ihn inzwischen eine Freundschaft verbindet.
Spoiler: anzeigen
Und wie wir später von our lady erfahren werden, macht Brandon der Altersunterschied zwischen ihm und Marianne zu schaffen und mit der Krankheit von Marianne herum fängt er an, sich darüber Gedanken zu machen. Seine Marianne soll ein besseres Schicksal haben als Eliza es hatte.

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BeitragVerfasst: Montag 7. April 2008, 10:42 
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Pixie hat geschrieben:
Caro hat geschrieben:
@doris-anglophil
Willst Du damit andeuten, Willoughby hat Brandon in der umgangssprachlichen Weise und hintenrum als "neureichen Mabob" beschimpft? Unverschämtheit von W. :wall:

Wie kommst Du denn darauf??? .

Ich möchte jetzt ungern die ganze Unterhaltung wiedergeben, es ist jedenfalls offensichtlich, das W. sich hier wichtig macht und natürlich über B. herzieht und ihn schlecht macht. Wenn es dich interessiert, kann ich dir eine pn dazu schreiben. :)

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BeitragVerfasst: Montag 7. April 2008, 11:24 
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Pixie hat geschrieben:
Mir ist in diesem Kapitel Colonel Brandons Verhalten etwas schleierhaft. Sein Besuch bei Elinor zeigt, dass er ja offensichtlich noch Hoffnungen auf Marianne hegt. Sonst würde er seine Gefühle nicht so offen zeigen. Warum aber macht er sich Hoffnungen? Mariannes Verhalten kann ihn dazu kaum ermutigen, ebenso der Umstand, dass Marianne und Willoughby in den Augen einiger Bekannter bereits verlobt sind. Warum also sein Nachfragen bei Elinor?


Da sind zwei Herzen in seiner Brust, nämlich der eine Brandon, der hofft, dass Marianne sich nicht wirklich von Willoughby so sehr gefangen liess, sich mit ihm zu vermählen,auch wenn es noch so unrealistisch ist, und der zweite, andere Brandon, der sich rückvergewissern will, dass die beiden verlobt sind. Jedenfalls hofft er, das Marianne Elizas Schicksal erspart bleibt.

Er liebt eine Frau, die nun leider Gottes einem anderen mit Herz, Haut und Haaren verfallen ist und er hofft und bangt, dass sie glücklich wird, auch wenn er selbst nicht der Glückliche ist. Zeigt sich wahre Liebe nicht auch im Verzicht, wenn es für den Anderen besser scheint? Vielleicht hofft er auch, gegen besseres Wissen, dass sich W. wenigstens einmal richtig entscheidet.

Wie gesagt, die gesamte Gesellschaft ging doch davon aus, bald die Hochzeitsglocken zu hören, angefangen von dem Tag, als Mrs. Jennings mitkriegte, dass die beiden allein nach Allenham fuhren.


Mich wundert viel mehr, woher Brandon Mariannes Schrift so gut kennt, dass er sie zweifelsfrei identifizieren kann. IHM wird sie ja wohl nicht geschrieben haben. :gruebel: :wink:

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:blume: Grüsse, Caro

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Zuletzt geändert von Caro am Montag 7. April 2008, 16:49, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Montag 7. April 2008, 12:02 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Caro, darüber habe ich mich auch schon gewundert. Vielleicht kennen sich Brandon und die Dashwoods inzwischen so gut, dass er die Schriften der Familienmitglieder kennt??? :/

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Schritte wagen im Vertraun auf einen guten Weg, Schritte wagen im Vertraun das letztlich ER mich trägt, Schritte wagen weil im Aufbruch ich nur sehen kann, für mein Leben gibt es einen Plan.
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BeitragVerfasst: Montag 7. April 2008, 16:47 
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Ich verstehe Brandon's Nachfrage nicht dahingehend, dass er wissen will, ob er noch Chancen auf Marianne hat. Ich denke, er rechnet sich selbst momentan gar keine Chance aus. Er kennt Willoughbys wahren Charakter und ringt mit sich, wieviel er (Elinor gegenüber) davon aufdecken darf. Einerseits will er Marianne schützen, gleichzeitig aber nicht als eifersüchtiger, missgünstiger "Verlierer" dastehen, der seinen Rivalen schlecht macht. In dieser Richtung äußert er sich später (bzw. bald!).

@Tina: Meiner Meinung nach hat er sich gleich nach seiner (und W.'s) Ankunft in London duelliert. U.a. deswegen ist er/sind beide doch auch so kurz nacheinander abgereist, meine ich. Diese Geschichte ist längst "gelaufen".

Und wegen der Kutsche: Ich erinnere an Mr Knightley, der reicher ist als Brandon und auch keine hat. Vielleicht soll es auch in Brandons Fall seine Bescheidenheit unterstreichen. Oder ganz profan (und weniger aufschlussreich :wink: ): Die Post war einfach das schnellste Beförderungsmittel damals, und es ging ihm in der Situation ja v.a. um Schnelligkeit.


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BeitragVerfasst: Montag 7. April 2008, 22:04 
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Emsige Missionarin für Jane Austen
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Beiträge: 1158
Caro hat geschrieben:
...und er hofft und bangt, dass sie glücklich wird, auch wenn er selbst nicht der Glückliche ist. Zeigt sich wahre Liebe nicht auch im Verzicht, wenn es für den Anderen besser scheint?

Oberst Brandon traue ich diese Selbstlosigkeit sofort zu! Und er deutet es ja auch an: "Ihrer Schwester wünsche ich alles erdenkliche Glück..." Das ist bei ihm keine Floskel.


Caro hat geschrieben:
Mich wundert viel mehr, woher Brandon Mariannes Schrift so gut kennt, dass er sie zweifelsfrei identifizieren kann. IHM wird sie ja wohl nicht geschrieben haben. :gruebel:

Hm. Gute Frage. Schließlich wird Brandon Marianne eher am Klavier :lah: als am Schreibtisch :lach062 gesehen haben. Wir sollten allerdings bedenken, wie gut ein verliebter Mensch beobachtet. :!:

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"To read ist to translate, for no two person's experiences are the same."
(W. H. Auden)

"Lesen heißt übersetzen, denn keine zwei Menschen teilen die gleichen Erfahrungen."


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BeitragVerfasst: Montag 7. April 2008, 22:37 
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Begeistertes Missionierungsopfer
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Dieses Fragen : "Wieviel darf ich sagen, verraten, aufdecken, preisgeben" , ohne das Gesicht zu verlieren - wir können uns das gar nicht (mehr) vorstellen !
Oder hatte es andere Gründe, so zurückhaltend zu sein?
Dieses "Nichts- Sagen" hat man zu der Zeit wohl als schicklich empfunden - ähnlich wie schon immer und auch heute noch z. B. bei den Chinesen?


Um mal wieder zum Thema zu kommen :D :

Ich schätze Brandon so ein, dass er sich sehr um Marianne sorgt , er hält sozusagen seine schützende Hand über sie. :ja:

Und - da er W. kennt - eventuell hofft er sogar darauf, dass die "Beziehung" platzt?
So insgeheim? Ist Brandon doch kein Heiliger? :wink:

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