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BeitragVerfasst: Dienstag 1. April 2008, 14:39 
Lustig, wie Mrs Jennings erzählt, dass Ellinor und Marianne sich in London "zusammen wohler fühlen, denn wenn sie von mir genug haben, können sie sich miteinander unterhalten und hinter meinem Rücken über meine Marotten lachen." :lach:
Mrs Jennings sieht sich also selbstkritisch. Jetzt bin ich wieder etwas mit ihr versöhnt.


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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Dienstag 1. April 2008, 14:39 


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BeitragVerfasst: Dienstag 1. April 2008, 14:52 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Gerade diese Art mag ich an ihr ganz besonders gerne leiden!
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Und sie hat ein großes Herz und ist sehr hiflsbereit und hat die Dashwoods wirklich von Herzen gern!

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Schritte wagen im Vertraun auf einen guten Weg, Schritte wagen im Vertraun das letztlich ER mich trägt, Schritte wagen weil im Aufbruch ich nur sehen kann, für mein Leben gibt es einen Plan.
Clemens Bittlinger


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BeitragVerfasst: Dienstag 1. April 2008, 20:52 
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Amüsantes Boardmitglied und Reisetrulla
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Caro hat geschrieben:
Na ja, in dieser Hinsicht ist Marianne für mich schon sehr speziell.
Zu ihr finde ich bis jetzt nicht wirklich Zugang, kann mich in sie und ihre Gefühlswelt nicht wirklich einfühlen, weil sie in meinen Augen ihr Gehirn völlig ausschaltet und das ist etwas, womit ich auch im Alltag schwer umgehen kann. Einem Mann nachzulaufen schon gar nicht...
Sich aber wie Marianne in ihrem Glück und Unglück so sehr von einem Mann abhängig zu machen, erinnert mich eben zu sehr an manch heutige Frau, die ihre Kinder wegen einem Mann verlässt und im Stich lässt...?


Ich finde, das kann man nicht vergleichen! Und dass sie einem Mann nachläuft ... Naja, sie ist sehr verliebt, sehr romantisch und sehr jung. In dem Alter macht man sicher Dinge, die man später vielleicht nicht mehr machen würde - wenn ich mal so aus meiner Erfahrung spreche.

Caro hat geschrieben:
Was hätte Marianne wohl gemacht, wenn ihr W., statt überstürzt nach London abzureisen, angeboten hätte mit ihr nach Gretna Green zu gehen, um Mrs. Smith vor vollendete Tatsachen zu stellen? :gruebel: Wäre sie zu diesem Zeitpunkt tatsächlich auch nur einen Pfifferling besser gewesen als Lydia? Was hätte sie gemacht, wenn ihr W. sie so hingehalten hätte, wie Wickham Lydia? Was schätzt ihr? Wäre sie nicht auch bei ihm geblieben, in der Hoffung, er würde schon irgendwann das Richtige tun?


Ich weiß nicht... Ich glaube schon, dass Mariannes Ansichten von Moral andere sind als die von Lydia. Lydia pfeift auf die Moralansichten der anderen (was Marianne auch tut) und selbst hat sie keine. Das ist bei Marianne anders.

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BeitragVerfasst: Dienstag 1. April 2008, 22:07 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Ich finde es auch schwierig Marianne/Willoughby mit Lydia/Wickham zu vergleichen. Die äußeren Parallelen mögen vorhanden sein, aber wenn man näher hinschaut, sind es meiner Meinung nach zwei verschiedene Stiefel.

Auch wenn ich mich nicht mit Marianne identifiziere - ihre Liebe kaufe ich ihr in aller Ernsthaftigkeit ab. In meinen Augen ist sie nicht einfach nur "dumm verknallt", ihre ganzen Ideale sind hier mit im Spiel. Sie mag unreif sein und unvernünftig, aber ihre Gefühle sind ehrlich und tief. Lydia ist einfach nur ein Flittchen, dass sich an jeden ranhängt, bei dem was "gehen" könnte. Es hätte auch jemand anderes sein können als Wickham (und war es ja im Verlauf dieser Geschichte auch).


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BeitragVerfasst: Mittwoch 2. April 2008, 08:48 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Kapitel 26

Elinor und Marianne fahren mit Mrs Jennings nach London. Schon in der Kutsche stellt sich heraus, wie Marianne sich das Arrangement vorstellt: Sie spricht nur mit Elinor und dieser fallen all die nötigen Höflichkeiten und Aufmerksamkeiten für Mrs Jennings zu.
In London angekommen, schreibt Marianne sofort an Willoughby, was Elinor mit Erleichterung zur Kenntnis nimmt, da sie daraus schließt, dass die beiden sicher - wie mysteriös auch immer - verlobt sein müssen. Am ersten Abend kommt jedoch nur Colonel Brandon vorbei und auch am nächsten Tag lässt Willoughby sich nicht blicken. Marianne wartet voller Hoffnung und Elinor wird unruhig.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 2. April 2008, 09:12 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Ich finde schön zu sehen, wie sehr Brandon mit den Dashwoods verbunden ist. Und wie deutlich er und Elinor sich ihrer Gefühle sind!

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BeitragVerfasst: Mittwoch 2. April 2008, 09:46 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Julia hat geschrieben:
In meinen Augen ist sie nicht einfach nur "dumm verknallt", ihre ganzen Ideale sind hier mit im Spiel. Sie mag unreif sein und unvernünftig, aber ihre Gefühle sind ehrlich und tief.

Und auch wenn Marianne W. wirklich liebt, es bleibt bestehen, dass sie sich mehrfach sehr unvernünftig benimmt und über die Stränge schlägt und sich verhält, wie eine, wenn auch junge, guterzogene DAME es einfach nicht getan hätte. Gerade aus dem Grund vermutet Elinor, die beiden wären doch verlobt, weil sie selbst sich nicht im mindesten vorstellen kann, wie Marianne sonst auf die mehr als unschickliche und unmögliche Idee käme, W. ungefragt anzuschreiben.
Spoiler: anzeigen
Es fehlt nur noch, dass Marianne eines Tages einfach ebenso ungefragt vor seiner Tür steht, in dem Glauben ihn so doch noch für sich zu gewinnen. Aber so weit geht sie dann Gott sei Dank doch nicht, bzw. das hat man damals wohl wirklich nicht getan.

Erlaubt und verteidigt Liebe in euren Augen alles? Wenn Marianne W. rein theoretisch aus Liebe nach Gretna Green gefolgt wäre, hätte es also einen Unterschied gemacht zu Lydia? Warum? Das Ergebnis, nämlich der Skandal, wäre in den Augen der Gesellschaft der gleiche gewesen.

Mit diesem Beispiel wollte ich nur deutlich machen, dass auch Marianne mehrfach bereit ist, die Grenzen des guten Geschmacks zu übertreten und am Ende tun/täten es beide aus dem gleichen Grund, nämlich weil sie mit dem "Geliebten" zusammensein wollen, weil sie ihrer Liebe, aber auch ihrer Lust nachgeben. (Erzählt mir jetzt bitte nicht, W. hätte sich keine, nicht einmal die kleinsten Freiheiten herausgenommen, als die beiden allein in Allenham waren oder Ausflüge mit der Kutsche bzw. zu Pferd machten.)

Offtopic
@Julia
Lydia hat ihren W. auch geliebt, als sie sich für ihn entschieden hatte. Zumindest hat sie seine Vorzüge genauso überschwänglich gepriesen, wie Marianne Willoughbys. Und für beide kann der Erwählte keine Fehler machen. Natürlich sind sich die beiden nicht völlig gleich, wäre ja langweilig, aber der Grundtyp ist der, der ohne Rücksicht auf Verluste über die Stränge schlägt, auch in MP haben wir ihn bzw. SIE. Maria Bertram/Rushworth ist allerdings die Einzige, die für ihre Verfehlung tatsächlich bezahlen muss. Sie hat nun allerdings auch das Pech, dass ihr Vater sozusagen öffentlich in Kenntnis gesetzt wird. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es Sir Bertrams Moral war, die hier den Ausschlag gab, oder Untreue zu JAs Zeit oder zumindest in Janes Augen noch stärker gewichtet bzw. verachtet wurde, als jugendlicher Übermut. Denn wenn Lady Lucas wusste, was im Hause Bennet vor sich ging, wussten es alle, zumal das Personal unter sich, wie man weiß, sehr gern über die Herrschaft plauderte und Neuigkeiten austauschte.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 2. April 2008, 10:47 
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Amüsantes Boardmitglied und Reisetrulla
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Caro hat geschrieben:
Erlaubt und verteidigt Liebe in euren Augen alles? Wenn Marianne W. rein theoretisch aus Liebe nach Gretna Green gefolgt wäre, hätte es also einen Unterschied gemacht zu Lydia? Warum? Das Ergebnis, nämlich der Skandal, wäre in den Augen der Gesellschaft der gleiche gewesen.


Es ist schwierig, diese beiden Geschichten zu vergleichen. Sicher rechtfertigt Liebe nicht alles. Aber dass Marianne W. nach Gretna Green folgen würde, ist ja auch nur eine Hypothese. Lydia IST Wickham gefolgt. Und sie ist sich der Folgen erstens nicht bewusst und zweitens - wenn sie ihr bewusst gewesen wären - wären ihr die Folgen auch egal. Ich denke schon, dass Marianne da anders ist, weil sie selbst auch Moralvorstellungen hat. Und meiner Meinung nach unterscheidet sich die Definition von "Liebe" bei Lydia und Marianne. Wie Julia schon sagte, ist Lydia ein Flittchen, die schon vor Wickham jedem Rotrock nachrennt. Für Marianne ist es die erste richtige Liebe, und meiner Meinung nach ist es eine "reine Liebe", wenn man das mal so sagen kann, egal, wieviel sich Willoughby auch bei einsamen Treffen herausgenommen hat (wieviel oder überhaupt ist ja auch wieder nur eine Vermutung).

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BeitragVerfasst: Mittwoch 2. April 2008, 11:07 
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Pixie hat geschrieben:
... egal, wieviel sich Willoughby auch bei einsamen Treffen herausgenommen hat (wieviel oder überhaupt ist ja auch wieder nur eine Vermutung).
Oh ja, Mr. Willoughby ist sicher ein Gentleman wie Brandon, der nicht seine Hand nach der reifen Frucht ausstreckt, um sie zu pflücken. Warum sonst sollten die beiden wohl allein nach Allenham gefahren sein, als Mom nicht im Haus war? Das hätte vermutlich selbst Mrs. Dashwood verboten.

Pixie hat geschrieben:
Ich denke schon, dass Marianne da anders ist, weil sie selbst auch Moralvorstellungen hat.

Ich sehe und höre hier nichts von ihren ehernen Grundsätzen, von dem Verhalten einer "Grande Dame" wie man heutzutage sagen würde. Sie stellt die Liebe, stellt vielmehr ihre eigene Liebe über alles, und denkt ebenso wenig über ihr Verhalten nach wie Lydia, handelt auch unüberlegt, unvernünftig, in gewisser Weise sorglos.

Willoughby hatte ihr zuvor schon nicht geschrieben, was also erwartet sie sich von diesem Brief, was erwartet sie überhaupt von einem Treffen, so es jemals so weit käme?

Und Marianne ist es auch völlig egal, was ihre Familie, was das Umfeld von ihrem Treiben denkt, solange sie sich nur einbildet, W. würde umgehend in ihre Arme laufen.

Ist es ein Zeichen von Moral oder ist es ein Zeichen von Liebe, sich einem Mann aufzudrängen, der offensichtlich kein Interesse mehr zeigt? Für mich ist das schon eher krankhaft und was schlimmer ist, sie vergisst ihren Stolz. Ganz anders als z.B. Jane, die bei einem Treffen mit Tom Lefroys Tante nicht einmal nach ihm fragte, wie wir wissen, und sie begründete es damit, allein nachzufragen hätte ihren Stolz verletzt. Und ich kann sie sooo gut verstehen. :)

Rückblickend fällt mir zu der "Abschiedsszene" noch etwas ein, was Jane zwar andeuten, aber nicht klar schreiben konnte, um den Fortlauf der Geschichte nicht zu torpedieren, aber als Mrs. Dashwood sich über Mariannes Verzweiflung und Tränen wundert und bemerkt, es könne sich bei Ws Fortbleib doch nur um Tage handeln, erwidert Marianne "eher Wochen oder Monate". Das heisst, Willoughby hat angekündigt, dass sie sich so schnell nicht mehr sehen würden, vielleicht sogar, dass es in der Zeit auch keinen Kontakt geben würde oder dürfe. Im anderen Fall hätten sie sich ja eben mit himmlischen Liebesbriefen über die Zeit retten können.

W. hat ihr also nicht wirklich Hoffnungen gemacht, hat eben auch nicht versucht, sie sich "warm" zu halten wie es manch Schoffel getan hätte, sondern den Kontakt konsequent und umgehend abgebrochen, als er wusste, dass es keinen gemeinsamen Weg geben würde, vermutlich weil ihm klar war, dass Marianne sich nur unnütz Hoffnungen machen würde. Er fand es vielleicht wirklich als einzige und beste Möglichkeit es für beide "kurz und schmerzlos" zu machen. :gruebel:

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Zuletzt geändert von Caro am Mittwoch 2. April 2008, 11:35, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 2. April 2008, 11:32 
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Ich denke auch, dass Marianne nicht so weit wie Lydia gegangen ist. Auch bei der Hausführung ist es mit Sicherheit nicht soweit gekommen, dass die beiden miteinander intim geworden sind. Das wäre im Nu in aller Munde gewesen, so wie sich über alles ausgetauscht worden ist!
Spoiler: anzeigen
Und mit Sicherheit hätten Marianne und Elinor bei einer ihrer Aussprachen über diesen Punkt gesprochen. Spätestens mit Besprechung von Bess Schicksal!

Und Lydia hat sicher auch erst während des Durchbrennens (evtl., auch wenn ich es doch für sehr wahrscheinlich halte) Sex mit Wickham gehabt.
Es waren halt doch keine "leichten" Mädchen, die gleich mit jedem zu dem sie in Liebe entbrennen, ins Bett gehen! Es waren halt doch andere Zeiten, Kondome noch nicht verbreitet und die Angst vor ungewollten Schwangerschaften groß!

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BeitragVerfasst: Mittwoch 2. April 2008, 11:42 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Ja, und es gibt sicher einen guten Grund, dass W. seiner M. das Haus allein zeigen muss, also ohne störende Begleiter, dass also weder Elinor noch Margaret dabei sind. :D Es hätte augenscheinlich sogar gestört, wenn die Schwestern diskret ein paar Meter hinter ihnen gegangen wären ... :wink:

Nachdem sich Marianne selbst grundsätzlich weder über Verlobung, noch nicht Verlobung, oder über das Abschiedsgespräch genauer auslässt, glaube ich kaum, dass sie Elinor brühwarm erzählt hätte, was die beiden in Allenham oder sonst in ihren Schäferstündchen getrieben oder unterlassen haben. :)

Marianne ist übrigens diejenige, die man wegen ihrem Verhalten Mrs. Jennings gegenüber schelten sollte. Sie nimmt die Einladunge großzügig und erfreut an, und besitzt dann nicht einmal den geringsten Anstand sich respektvoll und höflich, geschweige denn dankbar zu zeigen. Lieben will sie schon, dazu fühlt sie sich erwachsen genug, aber sonst hat sie die Allüren eines kleinen Mädchens.

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Zuletzt geändert von Caro am Mittwoch 2. April 2008, 12:06, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 2. April 2008, 11:49 
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Die Dienerschaft war aber doch in Allenham, Willoughby kann Marianne kein leerstehendes Haus präsentieren? Und wenn es so offenkundig gewesen wäre, bin ich mir noch mehr sicher, dass sich das Verhalten von Marianne ihm gegenüber noch weitaus vertraulicher gezeigt hätte, unter Garantie!
Nein, ich denke schon, dass die Mädchen der besseren Gesellschaft damals schon anders waren in ihrem Handeln. Sitte, Moral und Anstand waren für sie keine leeren Phrasen. Nein, ich bin mir schon sicher, dass Marianne, die in ihrem ganzen Wesen anders war als Lydia, sich nicht so bereitwillig von Willoughby hätte verführen lassen.
Und Caro, mein Spoiler bezieht sich auf einen noch kommenden Zeitpunkt der Geschichte, wo so ein Gespräch unter Schwestern durchaus angebracht und passend ist.
Aber es ist alles Spekulation und zeigt mal wieder, wie unterschiedlich man über die Personen und die Handlung denken kann.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 2. April 2008, 12:19 
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Tina, was erwartest du denn? Dass W. Marianne kochen lässt, oder selber kocht, oder Tee zubereitet? Und wohin und mit welcher Begündung, bitte, hätte er das ganze Personal wegschicken sollen?

Es kam so und so zu Getratsche, allein aus dem Grund, weil die beiden allein waren, also ohne Anstandswauwau. Natürlich hat ihnen keiner die Kerze gehalten, aber es ist sicher auch kein Butler hinter ihnen hergestiefelt, um zu sehen, ob was läuft oder nicht. Man hat sie sicher in dem Haus auch in Zweisamkeit belassen, wenn du so willst.

Warst du nicht diejenige, die gelesen und uns geschrieben hat, eine entführte Frau wäre automatisch unten durchgewesen, ohne einzigen Beweis, dass was gelaufen ist bzw. auch wenn tatsächlich nichts war? Das ist eine ähnliche Situation und umso schlimmer, als Marianne ja freiweillig bei ihm ist! Natürlich geht die Gesellschaft, geht jeder (ausser Mrs. Dashwood vielleicht) davon aus, dass was gelaufen ist. Nur dass sich hier keiner sonderlich aufregt, weil man überzeugt ist, sie wären längst verlobt. Keiner, aber wirklich keiner mag sich vorstellen, dass Marianne diese Zutraulichkeiten zu lässt, ohne verlobt zu sein. Was aber Mariannes Fehlverhalten nicht schmälert, denn sie als einzige kennt ihre wahre Beziehung.
Spoiler: anzeigen
Ich will hier nicht spoilern, aber Mrs. Jennings und anderer Personen Reaktionen werden das noch erkennen lassen.


Und wie hätte sich Marianne noch vertraulicher zeigen sollen? Indem sie sich offen bei einem Picknick auf seinen Schoss setzt? Ihr Verhalten schlägt doch bereits alle Grenzen! Sollten sie sich offen auf der Strasse küssen? W. war vielleicht ein Schürzenjäger, aber nicht lebensmüde. :wink:

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Zuletzt geändert von Caro am Mittwoch 2. April 2008, 12:34, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 2. April 2008, 12:33 
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Wie bereits geschrieben, sind das Spekulationen und hängen damit zusammen, wie wir über die Personen denken. Und das ist nun mal individuell unterschiedlich.
Und ich bin mir hier sehr sicher, dass Mutter Dashwood und Elinor Marianne mit Sicherheit gründlich den Kopf gewaschen hätten, wenn sie den Funken eines Verdachts hätten, es sei etwas zwischen Willoughby und Marianne gelaufen. Denn es kam ja raus, dass die beiden alleine in Allenham gewesen sind. Und wenn schon nicht Mrs. Dashwood es getan hätte, Elinor hätte sich mit Sicherheit ihre Gedanken und Sorgen gemacht. Aber da kam ja überhaupt nichts. Und für so blind und gedankenlos halte ich Elinor nicht. Gerade weil der Ruf so leicht ruiniert war, hätten sie kein gutes Haar an Marianne gelassen und
Spoiler: anzeigen
Elinor hätte mit Sicherheit bei der Unterredung mit Willughby diesem entsprechend die Meinung gegeigt und nicht so viel Verständnis für ihn aufgebracht.

Auf jeden Fall könnte man hier endlos hin und her posten, ohne dass es uns wirklich weiterbringt.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 2. April 2008, 12:44 
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Ja, deshalb behauptet, glaubt, hofft ja gerade Elinor ständig, dass die beiden verlobt sind. Ist es nicht merkwürdig, dass ständig darüber spekuliert wird? Dass die Beziehung zwischen W. und M. ein dauerndes und vor allem ungeklärtes Thema ist?

Gerade die Tatsache, dass Marianne ihm nun schreibt und die Notiz überbringen lässt, bestärkt Elinor in ihrer Vermutung. Marianne tut es nicht versteckt, oder heimlich, sondern ganz offen. Hier ist Elinor diejenige, die sich falschen Hoffnungen hingibt, weil sie die liebende Schwester ist, die von Marianne nichts Schlechtes denken mag.
Alle gehen davon aus, dass die beiden längst verlobt sind, aber merkwürdigerweise fragt keiner direkt. Nicht einmal Mrs. Jennings und das will was heißen! Wundert ihr euch nicht darüber, wo sie doch so neugierig ist? :wink:

Elinor bittet die Mutter mehr als einmal, sich zu vergewissern, aber die lehnt ab. Ich bin mir immer noch nicht wirklich sicher, ob es hier tatsächlich Mrs. Dashwoods Vertrauen ist, oder mehr die Angst vor der Wahrheit, die sie davon abhält sich Gewissheit zu verschaffen, nach dem Motto "Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß". Also ich würde meine Tochter fragen, zumals damals hätte ich es getan.

Man verzeiht hier die fehlende Moral unter dem Deckmantel der reinen Liebe, denn auch Verlobte durten nicht allein verreisen, bzw. sich in einem Haus längere Zeit allein befinden (was nichts mit dem anwesenden Personal zu tun hatte). Es ging nicht darum, was man tat, es fragte keiner, wie moralisch und ehrenhaft man sich verhielt, sondern was man in der Zeit tun konnte. Allein die Möglichkeit jedweder Körperlichkeit war verwerflich.

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Zuletzt geändert von Caro am Mittwoch 2. April 2008, 12:54, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 2. April 2008, 12:49 
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Wie gesagt ist das Auffassungssache.

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Caro hat geschrieben:
Rückblickend fällt mir zu der "Abschiedsszene" noch etwas ein, was Jane zwar andeuten, aber nicht klar schreiben konnte, um den Fortlauf der Geschichte nicht zu torpedieren, aber als Mrs. Dashwood sich über Mariannes Verzweiflung und Tränen wundert und bemerkt, es könne sich bei Ws Fortbleib doch nur um Tage handeln, erwidert Marianne "eher Wochen oder Monate". Das heisst, Willoughby hat angekündigt, dass sie sich so schnell nicht mehr sehen würden, vielleicht sogar, dass es in der Zeit auch keinen Kontakt geben würde oder dürfe. Im anderen Fall hätten sie sich ja eben mit himmlischen Liebesbriefen über die Zeit retten können.


Manchmal hilft es, wenn man nochmal im Buch nachliest, bevor man schreibt :wink: . Mrs. Dashwood sagt: "Aber vielleicht dauert es Monate, bis das (die Rückkehr) geschieht." "Monate", rief Marianne in höchstem Erstaunen. "Nein, nicht einmal Wochen." Willoughby hat ihr also sehr wohl weisgemacht, dass sie sich bald wiedersehen werden.

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Tina hat geschrieben:
Wie gesagt ist das Auffassungssache.

Was meinst du damit? Die Frage der Moral, die Einstellung der Gesellschaft zu ungestörter Zweisamkeit ist Auffassungsache?

Oder dass Elinor fast schon verzweifelt hoffte, Marianne sei verlobt? Warum sonst sollte ihr diese Frage so wichtig sein, dass sie ständig wiederholt wird, wenn es nicht gerade aus moralischen Gründen so wichtig gewesen wäre?

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Zuletzt geändert von Caro am Mittwoch 2. April 2008, 13:32, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 2. April 2008, 15:10 
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Pixie hat geschrieben:
Mrs. Dashwood sagt: "Aber vielleicht dauert es Monate, bis das (die Rückkehr) geschieht." "Monate", rief Marianne in höchstem Erstaunen. "Nein, nicht einmal Wochen." Willoughby hat ihr also sehr wohl weisgemacht, dass sie sich bald wiedersehen werden.
Im Gegenteil.
Zitat:
He coloured as he replied, "You are very kind, but I have no idea of returning into Devonshire immediately. My visits to Mrs. Smith are never repeated within the twelvemonth."

Er sagt Mrs. Dashwood ganz deutlich, dass er die nächsten zwölf Monate nicht nach Allenham kommt, dass seine Besuche in Allenham nur einmal im Jahr stattfinden, er scheinbar also von dieser Regelung nicht abweichen will.

Genau das hat er wohl auch Marianne gesagt, die auch keinen Brief von ihm zu erwarten scheint, wie zu Hause erstaunt zur Kenntnis genommen wird. Es hat wohl kein Versprechen von ihm gegeben.

Marianne macht sich ganz einfach etwas vor. Und was hat Marianne ihm wohl geschrieben? Wir wissen es leider nicht, auch wenn es Aufschluss darüber geben könnte, wie die beiden tatsächlich verblieben sind. Jane Austen lässt uns hier absichtlich im Dunkeln, weil sie den Knoten noch nicht lösen will.

Spoiler: anzeigen
Ich weiss ja, dass Willoughby ein "Schwein" ist und man ihm bei den nächsten Kapiteln am liebsten den Hals umdrehen würde, und er hätte es in mehr als einer Hinsicht verdient, aber er ist nicht allein Schuld und auch nicht an allem.


Wie Julia an anderer Stelle geschrieben hat, Jane Austens Charaktere sind selten nur "schwarz" oder "weiß".

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BeitragVerfasst: Mittwoch 2. April 2008, 15:32 
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Ich frage mich mal wieder, worauf Ihr eigentlich hinauswollt ... :wink: Und warum man jetzt wieder Dinge aufwärmt, die wir vor Kapiteln schon diskutiert haben?

Wie Tina sagte: Es ist Auffassungssache, und vorallem eine Frage, wie man den Charakter selber sieht. Da unsere Sichtweisen auf Marianne schon weit auseinander gehen, ist es natürlich auch klar, dass wir ihr Verhalten unterschiedlich beurteilen. ("Meine" Marianne wäre nie im Leben mit Willoughby nach Gretna Green durchgebrannt!)
Generell finde ich es aber fruchtlos, mit anderen Romanfiguren zu vergleichen, zumindest in diesem Maß. Die Voraussetzungen, die Umstände, die Charaktere sind anders, ein "theoretisch/wenn/dann/mal angenommen" bringt die Diskussion hier nicht weiter, meine ich.
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Im 26. Kapitel fällt zum ersten Mal richtig konzentriert auf, wie Elinor die Fäden in der Hand hält. Sie sorgt sich um Marianne, denkt an ihre Mutter, ist aufmerksam zu Mrs Jennings und hält die Konversation mit dem Colonel am Laufen. Und ganz nebenbei trägt sie ein gebrochenes Herz mit sich herum. :/

Interessant finde ich auch, dass Mrs Jennings offensichtlich in eher ungute Kreise geheiratet hat, ihre Töchter aber blendend verheiratet sind - die eine gar als Lady (wobei Sir Johns jovialer Charakter da ja auch gut dazupasst - er gibt nicht viel auf Herkunft und Stand, seine Frau nun dafür umso mehr). Das spricht doch sehr für ihre Kuppelfähigkeiten. :wink:
Und ist auch eine Anleihe aus den zeitgenössischen "Romanzen" und "Schauerrromanen". Zumindest in ersteren (Fanny Burney, Maria Edgeworth) gehört die protegierende ältere Dame, die die Heldin in die Gesellschaft und gleichzeitig allerlei Schwierigkeiten, Verlegenheiten führt quasi zur Grundausstattung. Man erinnere sich an Mrs Allen in NA bzw. die ironische Einführung derer:
It is now expedient to give some description of Mrs. Allen, that the reader may be able to judge in what manner her actions will hereafter tend to promote the general distress of the work, and how she will, probably, contribute to reduce poor Catherine to all the desperate wretchedness of which a last volume is capable -- whether by her imprudence, vulgarity, or jealousy -- whether by intercepting her letters, ruining her character, or turning her out of doors. (Kapitel 2)
Mrs Jennings ist inhaltlich zwar weit von diesen Damen entfernt, aber als Person/Rolle im Roman ist sie noch vorhanden. Das ist in meinen Augen auch wieder ein Indiz für die frühe Entstehungszeit des Romans - er orientiert sich nicht nur inhaltlich, sondern auch formal an der damaligen Mode. In den späteren Romanen entfernt sich JA immer weiter davon.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 2. April 2008, 16:36 
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Julia hat geschrieben:
Im 26. Kapitel fällt zum ersten Mal richtig konzentriert auf, wie Elinor die Fäden in der Hand hält. Sie sorgt sich um Marianne, denkt an ihre Mutter, ist aufmerksam zu Mrs Jennings und hält die Konversation mit dem Colonel am Laufen. Und ganz nebenbei trägt sie ein gebrochenes Herz mit sich herum. :/


Hier ziehe ich wirklich meinen Hut vor Elinor! Dabei hätte sie allen Grund, sich auch einmal an einer verständnisvollen Schulter auszuweinen.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 2. April 2008, 20:38 
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Caro hat geschrieben:
Marianne macht sich ganz einfach etwas vor.


Sicher macht sich Marianne etwas vor. Das finde ich aber nicht verwunderlich. Schließlich hat Willoughby - wenn auch nicht vielleicht durch Worte, aber durch Taten - ihr die ganze Zeit seine Bewunderung oder vielleicht sogar Liebe gezeigt. Als plötzlich die Stimmung umschlägt, kommt Marianne damit nicht klar. Völlig verständlich, wie ich finde. Und dass sie das nicht auf sich beruhen lässt, sondern ihm schreibt und versucht, ihn in London zu sehen, kann ich auch nachvollziehen.

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BeitragVerfasst: Donnerstag 3. April 2008, 09:22 
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Pixie hat geschrieben:
Und dass sie das nicht auf sich beruhen lässt, sondern ihm schreibt und versucht, ihn in London zu sehen, kann ich auch nachvollziehen.

Ja, auf die heutige Zeit bezogen, magst du Recht haben, wenn man den eigenen Stolz und das Selbstwertgefühl ausser Acht lässt, aber zur damaligen Zeit war es schlichtweg ein No-go sich so zu verhalten. Das tat man als Dame einfach nicht, wenn man eben nicht verlobt war bzw. es keine Vereinbarung zu weiterem Kontakt gab.

Aber egal, ich will nicht wieder eins auf den Deckel kriegen, von wegen " auf einem Thema herumreiten" oder so ... :D

Zu dem eigenen Stolz hatte Jane Austen eine ähnliche Einstellung wie ich. Nein, sie ging sogar einen Schritt weiter, war noch extremer, wenn man so will, denn sie schrieb in einem Brief an Cassandra, sie habe Tom Lefroys Tante getroffen und sich verbissen, nach ihm zu fragen. Allein diese Frage hätte schon ihren Stolz verletzt.

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BeitragVerfasst: Donnerstag 3. April 2008, 14:55 
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Was mich in diesem Kapitel an Marianne besonders gestört hat, war ihre Reaktion auf das Eintreffen von Brandon! Sie erwartet, dass Willoughby eintritt, und empfindet es als Schock, dass es nur Colonel Brandon ist - und verlässt sofort wortlos das Zimmer! Das ist doch eine wirkliche Brüskierung. Und er ist so höflich und fragt nur, ob M. krank sei! Dank Elinor wird die Situation etwas weniger peinlich.

Die Ausdrucksweise von Mrs Jennings hat mich teilweise schmunzeln lassen:
I am monstrous glad to see you als sie den Colonel begrüßt , aber sie ist dieses Mal wirklich recht taktlos, als sie von Brandon genau wissen will, was er die ganze Zeit über gemacht hat:
Colonel, where have you been to since we parted. And how does your business go on? Come, come, let's have no secrets among friends."


Mrs Palmer gibt wieder geistreiche Bemerkungen von sich:
"Mr. Palmer will be so happy to see you," said she:- "What do you think he said when he heard of your coming with mamma? I forget what it was now, but it was something so droll!" :lach:

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BeitragVerfasst: Donnerstag 3. April 2008, 15:09 
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:top: Marianne ergriff freudestrahlend die Möglichkeit nach London zu fahren und überliess es Elinor höflich zu ihrer Gastgeberin zu sein. Ihr Verhalten Brandon gegenüber setzt dem gewissermaßen die Krone auf. Wie ein kleines Mädchen, das sein Spielzeug nicht kriegt. Ihr könnt sagen, was ihr wollt, aber es fehlt ihr halt doch der nötige Anstand.

Und ja, Mrs. Jennings ist mal wieder sehr familär. Wobei, es gibt ja kein Geheimnis. Kennt sie seine Familiengeschichte bzw. seine Vergangenheit nicht in- und auswendig? Man sieht daran einmal mehr, wie vertraut sie bzw. die Middletons mit Brandon sind. Sie wundert sich nicht über Brandons schnellen Besuch in London, nein, sie fragt eher, wo er so lange geblieben ist.

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BeitragVerfasst: Donnerstag 3. April 2008, 15:23 
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Miranda hat geschrieben:
Mrs Palmer gibt wieder geistreiche Bemerkungen von sich:
"Mr. Palmer will be so happy to see you," said she:- "What do you think he said when he heard of your coming with mamma? I forget what it was now, but it was something so droll!" :lach:


Über das was sie sagt könnte ich ständig lachen! :lach:

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BeitragVerfasst: Donnerstag 3. April 2008, 15:29 
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Tina hat geschrieben:
Miranda hat geschrieben:
Mrs Palmer gibt wieder geistreiche Bemerkungen von sich:"Mr. Palmer will be so happy to see you," said she:- "What do you think he said when he heard of your coming with mamma? I forget what it was now, but it was something so droll!" :lach:

Über das was sie sagt könnte ich ständig lachen! :lach:


Sie beweist damit nur, dass sie tatsächlich kein Hirn hat. Sinngemäß sagt sie "Was glauben Sie wohl, was mein Mann gesagt hat ... Egal, ich hab's vergessen, aber es war zu drollig..." :sm_16

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BeitragVerfasst: Donnerstag 3. April 2008, 16:35 
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@Julia
Ich hab's auf die Schnelle nicht gefundet, aber ich hatte in Erinnerung, das Sir Middleton der Titel Baronet für seine Verdienste in Indien bzw. im Krieg verliehen wurden? Da mag es nicht verwundern, dass er eine Jennings heiratet, zumal ich den Eindruck habe, er verstünde sich mit seiner Schwiegermutter fast besser als mit seiner Gattin. :wink: Er war und ist in seiner Seele immer ein einfacher Landlord, bzw. Sportsmann: herzlich, gutmütig und großzügig. :D

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BeitragVerfasst: Donnerstag 3. April 2008, 18:58 
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Emsige Missionarin für Jane Austen
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Elinor: "Oh, meine liebe Mutter, es war ein Fehler, eine Verlobung zwischen einer so jungen Tochter und einem so unbekannten Mann unter so zweifelhaften, geheimnisvollen Umständen zu erlauben."
Von erlauben kann doch keine Rede sein, wenn Mrs. Dashwood noch nicht mal weiß, ob sie nun verlobt sind oder nicht. Ja, sie geht davon aus, aber erlaubt hat sie es nicht. Aber wahrscheinlich ist in diesem Fall "nichts dagegen unternehmen" das Gleiche wie erlauben.

Wie muss ich mir denn diese Textstelle hier vorstellen?
"Mrs. Jennings ... war lediglich beunruhigt, dass sie sie weder dazu bewegen konnte, im Gasthaus ihr Menü selbst zu bestellen, noch ihnen das Bekenntnis abzulocken vermochte, ob sie lieber Lachs als Dorsch aßen oder gebratenes Wild lieber als Kalbskoteletts."
Sagen Elinor und Marianne hier aus Höflichkeit nicht, was sie gerne essen? Heißt das, sie nehmen aus Anstand in Kauf, etwas essen zu müssen, was sie gar nicht mögen? Und vermute ich richtig, dass Mrs. Jennings sie zum Essen im Gasthaus eingeladen hat?

Also Mrs. Palmer, :nein: wie kann man es mit der nur aushalten? D. h. "aushalten" wird man sie können, weil sie ja permanent gut gelaunt ist. Aber welche Ödnis! Da ist mir Mrs. Jennings lieber.

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BeitragVerfasst: Donnerstag 3. April 2008, 19:02 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Miranda hat geschrieben:
(...) ihre Reaktion auf das Eintreffen von Brandon! Sie erwartet, dass Willoughby eintritt, und empfindet es als Schock, dass es nur Colonel Brandon ist (...)


Diese "falschen Erwartungen" von Marianne ziehen sich ja durchs ganze Buch. Erst hält sie Edward für Willoughby, dann Brandon für Willoughby. Auch auf die Gefahr hin, da zuviel hineinzuinterpretieren: Willoughby scheint nicht gerade "unverwechselbar"/"einzigartig" (für Marianne) zu sein. :wink:
(Und am Ende des Buches wird dann noch Edward für Brandon gehalten.)

Und: Ich will Mariannes Unhöflichkeit ja gar nicht klein- oder schönreden. Aber um auch mal Bezug auf P&P nehmen zu können - "Is not a general incivility the very essence of love?" :aetsch:

Amadea hat geschrieben:
Wie muss ich mir denn diese Textstelle hier vorstellen?
"Mrs. Jennings ... war lediglich beunruhigt, dass sie sie weder dazu bewegen konnte, im Gasthaus ihr Menü selbst zu bestellen, noch ihnen das Bekenntnis abzulocken vermochte, ob sie lieber Lachs als Dorsch aßen oder gebratenes Wild lieber als Kalbskoteletts."
Sagen Elinor und Marianne hier aus Höflichkeit nicht, was sie gerne essen? Heißt das, sie nehmen aus Anstand in Kauf, etwas essen zu müssen, was sie gar nicht mögen? Und vermute ich richtig, dass Mrs. Jennings sie zum Essen im Gasthaus eingeladen hat?


Ich verstehe das auch so wie Du.


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