Julia hat geschrieben:
Ja, ich finde auch, man merkt, dass die Autorin sehr sensibel für so sprachliche Planierraupen wie Mrs Palmer ist, für Jargon und Gefloskel ganz allgemein vielleicht. Mrs Palmer ist diesbezüglich wirklich ein Paradebeispiel. Auch die Geschichte, wie sie Colonel Brandon in London begegnet ist und er ihr "sofort von Mariannes Verlobung erzählte".
Hier vielleicht ganz lustig, aber ich kenne genau so eine Frau auch im wirklichen Leben. So enstehen ständig Gerüchte und Verwirrungen, einfach weil sich die betreffende Person nichtmal halbwegs präzise ausdrücken kann. Schlimm.Ja, ich hab’s mir auch gedacht. Da sieht man mal, wie Gerüchte entstehen…
Julia hat geschrieben:
Wie wird eigentlich in der deutschen Übersetzung die Sprache der Steele-Mädchen wiedergegeben? Im Orginal ist die Grammatik da mehr als holprig ...
Sie sprechen normal. Nur an einer Stelle ist eine kleine Unregelmäßigkeit.
Edit: Nö, ich hab mich getäuscht. Ich dachte doch tatsächlich, es wären Übersetzungsfehler, und habe mich schon über Herrn Grawe gewundert

. Hier ein paar Beispiele:
"Wenn er nur mein Bild besäße, sagt er, wär er beruhigt." [...]
„Ich habe ihm eine Haarlocke von mir in einen Ring fassen lassen, wie er das letzte Mal in Longstaple war. […] Vielleicht haben Sie den Ring gesehen, wie er bei Ihnen war.“Zitat:
Was mir dieses Mal aufgefallen ist: Es wirkt irgendwie "unbeholfen" (falls das Wort in Bezug auf JA überhaupt gestattet ist!

), wie die Palmers auftauchen und wieder abschwirren ... das hat doch überhaupt keine Funktion für die Geschichte, oder? Abgesehen davon, dass sie später noch eine Rolle spielen, und vielleicht irgendwie schon vorher eingeführt werden sollten. Aber sonst?
Es "stört" nicht, es fällt nur auf, weil JA ihre Plots doch sonst immer sehr zweckorientiert aufbaut, Personen und Szenen zum bloßen Amüsement gibt es nicht, jeder hat eine Funktion und einen Platz. Da fallen die Palmers an dieser Stelle im Buch irgendwie raus ... oder bin ich da zu "streng"?
Es geht allgemein recht flott zu. Man wird von einer Einladung in die nächste geschickt.

Da ist mir das mit den Palmers nicht besonders aufgefallen.
Tina hat geschrieben:
Nur weil sie Lucy nicht mag, muss auch Edward sie nicht mehr lieben??? Nein, das kann ich nicht nachvollziehen.
Du redest von der Stelle in Kap. 22, wo Lucy Elinor von ihrer Verlobung mit Edward erzählt? Da verdrängt Elinor die Tatsachen aus Selbstschutz, denke ich.
Caro hat geschrieben:
Das heisst also Lucy und Elinor haben sehr ähnliche Haare und lässt vermuten, dass Edward rein äusserlich auf den gleichen Typ steht.
Das ist aber Spekulation.
Caro hat geschrieben:
Es Elinor zu erzählen, auch wenn Lucy auf ältere Rechte pochen wollte, war zudem mehr als gefährlich, gerade wenn Eifersucht die Triebfeder war. Wir wissen ja, was für ein Mensch Elinor ist, aber wie konnte Lucy die Gefahr eingehen verraten zu werden?
Wenn Lucy geübt im intrigieren war, dann war die Gefahr nicht so groß. Und sie hat sich immer wieder mit gezielten Blicken versichert, ob von Elinor auch die entsprechende Reaktion kam.
Pixie hat geschrieben:
Ich zerbreche mir momentan den Kopf über Edwards Niedergeschlagenheit, die zwischen Lucy und Elinor ja auch thematisiert wird. Warum ist Edward so niedergeschlagen, als er nach Barton kommt? Doch wohl kaum, weil er finanziell abhängig ist und deshalb Lucy nicht heiraten kann. Ob er Lucy um eine Auflösung der Verlobung geben hat, der sie nicht zugestimmt hat?
Ich denke mir, da war er sehr zerrissen, weil er sich nicht zwischen Lucy und Elinor entscheiden konnte. Und die Erwartungshaltung der Mutter musste er auch noch erfüllen.
Julia hat geschrieben:
Dass Lucy Elinor um Rat fragt, klingt für mich ein bißchen danach als würde sie Elinor zu einem indirekten "Geständnis" provozieren wollen, dass ihr etwas an Edward liegt. Nämlich wenn sie ihr "rät", die Verlobung aufzugeben.
Diese Ratsuche von Lucy ist eine Ungeheuerlichkeit!