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BeitragVerfasst: Dienstag 22. Januar 2008, 16:47 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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So sehe ich das auch, Caro. Es gehört einfach zu Marianne dazu. Anders hätte ich mich auch eher gewundert. :ja:

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Schritte wagen im Vertraun auf einen guten Weg, Schritte wagen im Vertraun das letztlich ER mich trägt, Schritte wagen weil im Aufbruch ich nur sehen kann, für mein Leben gibt es einen Plan.
Clemens Bittlinger


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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Dienstag 22. Januar 2008, 16:47 


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BeitragVerfasst: Dienstag 22. Januar 2008, 23:43 
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Emsige Missionarin für Jane Austen
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Tina hat geschrieben:
Amadea hat geschrieben:
In diesem Kapitel sieht man noch deutlicher, wie wenig John Dashwood an seinem Versprechen, das er seinem Vater gab, gelegen ist. Angeblich tue es ihm zwar sehr leid, aber das sehe ich anders. Hätte er wirklich gewollt, hätte er auch einen Weg gefunden, seiner Mutter ( :!: ) beim Transport ihrer Möbel über solch eine weite Distanz behilflich zu sein. Beispielsweise hätte er doch den Transport bezahlen können?!

Moment mal: Mrs. Dashwood ist doch nicht die MUTTER von John??? Sein Vater hat doch ein zweites Mal geheiratet und Elinor, Marianne und Margaret sind Johns Halbschwestern?

Ups. Da hab' ich nicht aufgepasst. Danke für die Korrektur, Tina. :danke: "Eigentlich" weiß ich, dass Mrs. Dashwood lediglich die Stiefmutter von John ist. Die Nachlässigkeit passierte wohl, weil ich mich beim Zitieren auf den Satz bezog, in dem Jane Austen selbst nur von "Mutter" spricht. ("Mr. John Dashwood told his mother again and again how exceedingly sorry he was...")

Dennoch hätte ich mal gerne gesehen, wie John sich verhalten hätte, wenn es tatsächlich um seine richtige Mutter gegangen wäre. Mich bringt keiner von der Annahme ab, dass er auch in diesem Fall sein Versprechen hübsch minimiert hätte. :<

Außerdem finde ich, es ist eine Sache, ein gegebenes Versprechen für sich im Geiste zu reduzieren, aber eben eine andere, das dann im direkten Gegenübertreten mit der betroffenen Person auch auszuführen. Hat er denn gar kein Mitgefühl? Nein, John kann noch nicht mal ein schlechtes Gewissen haben, sonst wäre er nicht so gefühllos bei seinem Entschluss geblieben. Der Abschnitt gegen Ende des Kapitels setzt dem Ganzen nämlich noch die Krone auf: "Er sprach so häufig von den steigenden Haushaltskosten und den ständigen Ansprüchen an seinen Geldbeutel, denen ein Mann in seiner Stellung unvorhersehbar ausgesetzt war, dass er eher den Eindruck erweckte, Geld zu brauchen, als dass er die Absicht hegte, Geld zu verschenken."

Ich bleibe bei meiner bisherigen Meinung. Meines Erachtens hätte Mr. John Dashwood zumindest ( :!: ) den Möbeltransport bezahlen können!

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BeitragVerfasst: Mittwoch 23. Januar 2008, 10:00 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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@Amadea
Du vergisst Fanny! Die treibt Johns Lebenshaltungskosten sicher unangenehm in die Höhe; es muss ja die beste, die größte Kutsche sein, ihre Kleider müssen echte Gold- und Silberfäden zieren etc.pp. :D

Und natürlich gibt John hier nur wieder, was er alle naselang von Fanny vorgebetet kriegt. Wobei die Bemerkung durchaus ernst gemeint sein kann, auch wenn es sich für uns wie blanker Hohn anhört. Wenn Fanny will, dass John nun ebenfalls in die Politik einsteigt und Parlamentarier wird, wird er sicher die richtigen Leute einladen und sich unablässig mit ihnen treffen müssen, was bedeutet, dass sie ein großes Haus führen müssen, mehr Personal brauchen etc, was natürlich die Lebenshaltungskosten in die Höhe treibt. Und ich denke schon, dass Fannys Träume in diese Richtung gehen. :wink:

Stellt sich mir nur die Frage, warum Fanny ihn geheiratet hat, und ob Muttern einverstanden war. Ich schätze doch, es hätte eine bessere Partie gegeben, zumindest in den Augen der Ferrars ... :fies_sei:

Spoiler: anzeigen
Und möglicherweise war Mrs. Ferrars bei den Söhnen auch deshalb so unerbittlich, weil Fanny sie mit ihrer Wahl bereits enttäuscht hatte? Oder weil Fanny nicht genügend Anträge erhalten hatte, um eine bessere Wahl zu treffen? Ob Fanny ihrer Mutter nun deswegen nach dem Mund redet, also um gute Stimmung zu machen?

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Für 1 Jahr säe einen Samen, für 10 Jahre pflanze einen Baum, für 100 Jahre erziehe einen Menschen. chin. Weisheit


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BeitragVerfasst: Mittwoch 23. Januar 2008, 14:32 
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Amüsantes Boardmitglied und Reisetrulla
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Kapitel 6

Die Dashwood-Frauen machen sich auf den Weg nach Barton. Die anfangs trübe Stimmung verfliegt, als sie das hübsche Fleckchen Erde erblicken, das ihre neue Heimat sein wird. Das Cottage ist im Vergleich zu Norland klein, aber zweckmäßig. Mrs. Dashwood plant im Geiste schon Veränderungen, die sie am Hause vornehmen will, sobald sie zu Geld gekommen ist. Bald erhalten sie Besuch von Sir John Middleton, einem gut aussehenden, freundlichen und gutmütigen Mann, der bemüht ist, ihnen so viele Annehmlichkeiten wie möglich zu bereiten. Am folgenden Tag lernen sie darüber hinaus Lady Middleton kennen, eine hübsche, elegante Dame, der aber die Offenheit und Wärme ihres Mannes fehlen. Am Ende des Besuches erhalten die Dashwood-Damen eine Einladung nach Barton Park.


Sehr schön finde ich, wie JA die Planungen Mrs. Dashwoods beschreibt, das Haus zu verändern: „Vielleicht können wir im Frühjahr, wenn ich viel Geld habe – und ich hoffe, das ist der Fall – an einen Ausbau denken.“ Und im nächsten Absatz die Überlegungen ad absurdum führt: „Bis alle diese Veränderungen von einer Frau, die noch nie in ihrem Leben gespart hatte, aus den Ersparnissen eines Einkommens von fünfhundert Pfund pro Jahr vorgenommen werden konnten, waren sie klug genug, mit dem Haus, wie es war, zufrieden zu sein …“
Ist Mrs. Dashwood wirklich so realitätsfremd? Oder kann sie ihre derzeitige Lage nur dann ertragen, indem sie Luftschlösser baut?
Bei Lady Middleton reichen ein paar Sätze, um zu wissen, dass sie wohl nie eine wirkliche Freundin der Familie werden wird. Es sagt ja eine Menge aus, dass sie extra ihren Sohn mitbringt, damit ihr und den Dashwoods der Gesprächsstoff nicht ausgeht. :wink:

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BeitragVerfasst: Mittwoch 23. Januar 2008, 14:46 
Pixie hat geschrieben:
Kapitel 6
Sehr schön finde ich, wie JA die Planungen Mrs. Dashwoods beschreibt, das Haus zu verändern: „Vielleicht können wir im Frühjahr, wenn ich viel Geld habe – und ich hoffe, das ist der Fall – an einen Ausbau denken.“ Und im nächsten Absatz die Überlegungen ad absurdum führt: „Bis alle diese Veränderungen von einer Frau, die noch nie in ihrem Leben gespart hatte, aus den Ersparnissen eines Einkommens von fünfhundert Pfund pro Jahr vorgenommen werden konnten, waren sie klug genug, mit dem Haus, wie es war, zufrieden zu sein …“
Ist Mrs. Dashwood wirklich so realitätsfremd? Oder kann sie ihre derzeitige Lage nur dann ertragen, indem sie Luftschlösser baut?


Ich denke nicht, dass in dieser Situation daran zu denken ist, dass Mrs. Dashwood realitätsfremd ist. Wie du es nennst, "Luftschloss", trifft da ehr zu, denke ich. Aber vielleicht trifft es das auch nicht genau. Vielleicht ist es eher ein sich wehren gegen die "verkleinerten" neuen Wohnverhältnisse oder Lebensumstände. Ein letztes Aufbäumen. Oder sie möchte mit dieser Aussage ihre wirklichen Gedanken verdecken, tarnen. Ihren Unmut verstecken. Ich kann nicht genau beschreiben, wie ich das meine. :/


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BeitragVerfasst: Mittwoch 23. Januar 2008, 15:01 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Das passt doch aber zu Mrs. Dashwoods Aussage im 5. Kapitel, man könne das Cottage leicht mit 2 Gästezimmern erweitern. Da stellte ich mir die gleiche Frage. Das muss schliesslich auch bezahlt werden und ist nicht billig.

Und um ehrlich zu sein, finde ich die Tatsache viel absurder, dass Mrs. Dashwood mit ihren Plänen im ersten Moment Fannys hirnrissige Einstellung bestätigt, es bliebe den Frauen so viel übrig, dass sie John noch was abgeben könnten. Irgendwie scheinen beide Kosten und Geldwert nicht besonders gut einschätzen zu können, bzw. nicht immer eine gesunde Realität vor Augen zu haben.

Ein "Luftschloß" ist doch aber in der Sache meist realitätsfremd, weil unerfüllbar , sonst hiesse es ja "Wunschtraum", denn die sind erfüllbar. :wink:

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BeitragVerfasst: Mittwoch 23. Januar 2008, 15:09 
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Austenbegeistert
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Ich denke, daß Mrs. Dashwood sich einerseits das Cottage schön redet, um mit Zuversicht in die Zukunft blicken zu können. Andererseits hat sie vermutlich auch keine Ahnung, was ein Umbau in diesem Umfang kosten würde.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 23. Januar 2008, 15:10 
Caro hat geschrieben:

Ein "Luftschloß" ist doch aber in der Sache meist realitätsfremd, weil unerfüllbar , sonst hiesse es ja "Wunschtraum", denn die sind erfüllbar. :wink:


Ja, ich fügte ja hinzu, dass es nicht ganz passend ist. An Wunschtraum dachte ich auch. Aber es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass aus Luftschlössern Schlösser aus Stein werden können. Umstände können sich ändern. So kann etwas, dass heute unrealistisch erscheint morgen schon realistisch sein. Vorallem dieser Wunschtraum Mrs. Dashwoods. Aber das sind Haarspalterein. :wink:


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BeitragVerfasst: Mittwoch 23. Januar 2008, 15:11 
Maria hat geschrieben:
Ich denke, daß Mrs. Dashwood sich einerseits das Cottage schön redet, um mit Zuversicht in die Zukunft blicken zu können. Andererseits hat sie vermutlich auch keine Ahnung, was ein Umbau in diesem Umfang kosten würde.


Ja, sie redet es sich für die Zukunft schön und groß.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 23. Januar 2008, 15:20 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Maria hat geschrieben:
Andererseits hat sie vermutlich auch keine Ahnung, was ein Umbau in diesem Umfang kosten würde.
Weil bisher ihr Gatte alles Finanzielle erledigt hat und nun Elinor das Ruder schwingt? Mag sein ... vielleicht will sie es aber auch gar nicht so genau wissen. :)

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BeitragVerfasst: Mittwoch 23. Januar 2008, 15:59 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Warum sollte Lady Middleton nicht ihren kleinen Sohn mitbringen? Ist das nicht normal? Und klar ist auch, dass dann der Gesprächsstoff nicht gefährdet ist. Aber ehrlich gesagt fand ich diesen Umstand eigentlich ganz nett (vielleicht trägt da auch viel die nette Zeichnung dieser Szene bei, die in meiner Insel Ausgabe zu sehen ist...)

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BeitragVerfasst: Mittwoch 23. Januar 2008, 17:46 
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Amüsantes Boardmitglied und Reisetrulla
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flinders hat geschrieben:
Aber das sind Haarspalterein. :wink:


So sehe ich das auch.
Trotzdem will ich noch schreiben, wie ich das mit dem "Luftschloss" gemeint habe: Sie flüchtet sich in Träumereien, um die Realität besser ertragen zu können. Ob sich diese Träumereien letztlich irgendwann in die Realität umsetzen lassen, ist dabei erstmal egal.

Und zum Besuch Lady Middletons samt Sohnemann: Diese Szene wäre nicht weiter ins Gewicht gefallen, wenn JA nicht so extrem betont hätte, wie wichtig die Anwesenheit des Sohnes für Lady Middleton war. Sie beschreibt das ja sehr ironisch. Und für mich ist es ein Ausdruck dafür, dass sich Lady Middleton nicht besonders für die Dashwood-Damen interessiert. Denn eigentlich ist es doch ein Leichtes, Gesprächsthemen zu finden, wenn man Menschen kennenlernt, die als Verwandte und neue Nachbarn in der Zukunft eine Rolle im eigenen Leben spielen werden.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 23. Januar 2008, 17:56 
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Emsige Missionarin für Jane Austen
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Ich finde in diesem Kapitel die folgenden Zeilen zu Mr. John Middleton erwähnenswert:

"Seine Liebenswürdigkeit beschränkte sich nicht auf Worte, denn wenige Stunden nachdem er sie verlassen hatte, traf ein großer Korb voller Gemüse und Obst vom Herrenhaus ein, dem noch vor Ablauf des Tages Wild als Geschenk folgte."

Das passt ja ganz wunderbar zu der Stelle in Kapitel 2:

"Zum Beispiel, sich nach einem kleinen Haus für sie umzusehen, ihnen beim Umzug zu helfen und Fisch und Wild und so weiter als Geschenk zu schicken..."
..."Wenn meine Mutter umzieht, will ich ihr, soweit ich kann, bereitwillig zur Seite stehen ... das ein oder andere Möbelstück als Geschenk..."


Herr Middleton, der Mrs. Dashwood kaum kennt, ist liebenswürdiger als der eigene Stiefsohn. Nein, seine Liebenswürdigkeit beschränkt sich wahrhaftig nicht auf Worte, sondern auf unverzügliche Taten.
Die ähnlichen Formulierungen wurden bestimmt absichtlich gewählt, um uns den charakterlichen Unterschied zwischen Mr. John Dashwood und Mr. John Middleton vor Augen zu führen.

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Zuletzt geändert von Amadea am Mittwoch 23. Januar 2008, 22:00, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 23. Januar 2008, 20:33 
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Ja, Sir Middleton hat schon am ersten Tag mehr getan als das, wovon John nur gesprochen hat. Diesen Kontrast finde ich auch sehr schön dargestellt.

Was Lady Middleton betrifft: Die Bemerkung über das mitgebrachte Kind/Gesprächsstoff ist doch zumindest spöttisch wenn nicht höchst ironisch gemeint. Besonders im Hinblick auf die köstlichen Szenen, die diesbezüglich noch folgen.

Und zum Schönreden/Luftschlösser bauen: Das ist doch sehr menschlich, oder? Natürlich ist es unrealistisch, aber solange Mrs Dashwood nur davon redet und sich dadurch besser fühlt (und sich nicht in ruinöse Ausgaben stürzt), finde ich es sehr nachvollziehbar. :wink: (Bin selber so eine "Architektin" und weiß im Herzen, dass es Unsinn ist, aber es tut trotzdem gut.)


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BeitragVerfasst: Mittwoch 23. Januar 2008, 20:42 
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Julia hat geschrieben:
Und zum Schönreden/Luftschlösser bauen: Das ist doch sehr menschlich, oder? Natürlich ist es unrealistisch, aber solange Mrs Dashwood nur davon redet und sich dadurch besser fühlt (und sich nicht in ruinöse Ausgaben stürzt), finde ich es sehr nachvollziehbar. :wink: (Bin selber so eine "Architektin" und weiß im Herzen, dass es Unsinn ist, aber es tut trotzdem gut.)


Das ist absolut menschlich! Und es ist ja schön, dass Mrs. Dashwood eine Lösung für sich findet, mit der aktuellen Lage umzugehen.
Mir stellte sich nur die Frage, ob Mrs. Dashwood möglicherweise realitätsfremd ist, weil ich mir nicht sicher war, ob sie ihre aktuelle finanzielle Lage tatsächlich schon überschaut. Da sie bisher nie gespart hat und sich Elinor hauptsächlich mit den finanziellen Dingen befasst, bin ich mir nicht sicher, ob sie weiß, was es heißt, von 500 Pfund zu leben. Sie zog ja bei der Suche nach einem neuen Zuhause auch Häuser in Erwägung, die ihr Elinor wieder ausreden musste, weil die Miete zu teuer war. Sie ist in finanziellen Dingen hoffnungslos überfordert.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 23. Januar 2008, 20:46 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Ja, das stimmt. Marianne zeigt ja später auch ähnliche Tendenzen. Geld ist wahrscheinlich ein zu profanes Thema für empfindsame Seelen. :wink:


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BeitragVerfasst: Mittwoch 23. Januar 2008, 20:59 
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Amadea hat geschrieben:
Herr Middleton, der Mrs. Dashwood kaum kennt, ist liebenswürdiger als der eigene Stiefsohn. [u].


Das ist mir auch aufgefallen als ich die Stelle jetzt wieder gelesen habe.

Aber was ich mich immer wieder frage: Wie kam es daß Sir John Middleton Ihnen überhaupt das Angebot machte das Cottage zu mieten? woher wußte er dass sie nach einer Unterkunft Ausschau halten? War es vielleicht damals üblich Todesanzeigen an alle Verwandten und Bekannten zu verschicken? oder hat Mrs. Dashwood alle Verwandten angeschrieben bei ihrer Herbergsuche?

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BeitragVerfasst: Mittwoch 23. Januar 2008, 21:09 
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Julia hat geschrieben:
Ja, das stimmt. Marianne zeigt ja später auch ähnliche Tendenzen. Geld ist wahrscheinlich ein zu profanes Thema für empfindsame Seelen. :wink:


Da ist was dran! :wink:
Ich denke, eine große Rolle bei den Bauplänen von Mrs. Dashwood spielt auch der drohende soziale Absturz. In Gegenwart von Edward, Fanny und John betont sie, sie hoffe, dort viele Freunde zu empfangen (was natürlich auch auf Edward gemünzt ist). Bei ihrem Einzug sagt sie "Die Wohnzimmer sind beide zu klein für Gesellschaften von Freunden, die ich hier oft zu versammeln hoffe..." Fanny wiederum betont, die drei Dashwood-Frauen würden prima mit ihren 500 Pfund auskommen, weil sie ja in Zukunft keinerlei gesellschaftlichen Verpflichtungen mehr hätten. Ich denke, Mrs. Dashwood wehrt sich dagegen, aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen zu werden und klammert sich an die Hoffnung, auch in Zukunft Gesellschaften geben zu können.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 23. Januar 2008, 21:13 
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somima hat geschrieben:
woher wußte er dass sie nach einer Unterkunft Ausschau halten? War es vielleicht damals üblich Todesanzeigen an alle Verwandten und Bekannten zu verschicken? oder hat Mrs. Dashwood alle Verwandten angeschrieben bei ihrer Herbergsuche?


Ich denke Letzteres. In einem der ersten Kapitel wird erwähnt, wie sie sich nach Häusern erkundigt und die naheliegenste Möglichkeit ist ja, erstmal bei Verwandten und Bekannten herumzufragen. Diese "Welt" war ja damals sehr klein.


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 Betreff des Beitrags: Kapitel 6
BeitragVerfasst: Mittwoch 23. Januar 2008, 22:24 
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Schön finde ich auch noch diesen Satz:
"... und da sie den Vorteil hatten, den Ort zuerst bei gutem Wetter zu sehen, empfingen sie einen günstigen Eindruck, der zu ihrem dauerhaften Wohlbefinden entscheidend beitrug."

Ich liebe diese präzisen Beobachtungen bei Jane Austen. :) Auch ich bin davon überzeugt, dass der erste Eindruck immens wichtig ist für die Akzeptanz der neuen Wohnsituation. Und im tristen Fisselregen wäre der nun mal anders ausgefallen.


Hier in Kapitel 6 ist mir das erste Mal bewusst aufgefallen, wie detailliert die Umgebung des Cottages und die Lage des Dorfes Barton beschrieben wird. Komisch, dass ich das in "S&V", "Emma" und "Überredung" bisher nicht bemerkt habe. Zumindest ist es mir nicht im Gedächtnis haften geblieben. :gruebel:

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BeitragVerfasst: Mittwoch 23. Januar 2008, 22:46 
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Ich denke, dass es damit zusammenhängt, dass die Protagonisten der anderen Romane die Umgebung in der sie leben ja schon kennen, bzw. eine detaillierte Beschreibung für den Handlungsverlauf einfach nicht so wichtig ist.

Wenn die Hauptpersonen an neue, auch für sie selbst unbekannte (und für sie interessante) Orte kommen, werden diese - quasi durch "ihre" Augen - schon beschrieben. Z.B. Pemberley, Northanger und auch Donwell (denn Emma war seit Jahren nicht mehr dort).


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 Betreff des Beitrags: Re: Kapitel 6
BeitragVerfasst: Mittwoch 23. Januar 2008, 22:52 
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Amadea hat geschrieben:
Hier in Kapitel 6 ist mir das erste Mal bewusst aufgefallen, wie detailliert die Umgebung des Cottages und die Lage des Dorfes Barton beschrieben wird. Komisch, dass ich das in "S&V", "Emma" und "Überredung" bisher nicht bemerkt habe. Zumindest ist es mir nicht im Gedächtnis haften geblieben. :gruebel:


Diese ausführliche Beschreibung der Umgebung ist mir auch aufgefallen. Allerdings muss ich sagen, dass in meinem Kopf keine Bilder entstanden sind, so sehr ich auch versucht habe, mir die Umgebung des Cottages vorzustellen. Aber das mag daran liegen, dass ich es grundsätzlich nicht so mit Landschaftsbeschreibungen habe. :/

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BeitragVerfasst: Donnerstag 24. Januar 2008, 11:05 
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Noch eine Bemerkung zum Cottage:

Vielleicht ist jemand über die Beschreibung am Anfang des Kapitel gestolpert?

As a house, Barton Cottage, though small, was comfortable and compact; but as a cottage it was defective, for the building was regular, the roof was tiled, the window shutters were not painted green, nor were the walls covered with honeysuckles.

(Barton Cottage sei zwar ein gemütlichen/bequemes Haus, aber ein schlechtes Cottage.)

Das Motiv von "Vernunft"/Realität und "Empfindsamkeit"/Romantik erstreckt sich hier auch auf das neue Lebensumfeld der Dashwoods.
Ursprünglich war ein Cottage ein einfaches Haus für die arbeitende Bevölkerung, der Verwalter eines größeren Anwesens lebte z.B. hier. Oder auch wohlhabendere Pächter/Bauern. So ein Cottage beziehen die Dashwoods.

Zum Ende des 18. Jahrhunderts (also genau zu der Zeit, als S&S zuerst entstanden ist) wurde es hochmodern und der "letzte Schrei" für elegante und romantisch-gesinnte Gentlemen. Das "einfache Landleben" wurde idealisiert (siehe auch Marie-Antoinette und ihr Petit Trianon) und romantisiert und es wurden Cottages genau für diese Bedürfnisse gebaut. ("cottages ornés") Diese durften natürlich nicht "praktisch" sein, sondern in erster Linie malerisch-verfallen, unregelmäßig gebaut, mit Pflanzen bewuchert, etc. Es wurde sehr schick, so ein Cottage zu besitzen/bauen zu lassen und Landpartien dorthin zu unternehmen.

Spoiler: anzeigen
Willoughby und vorallem Robert Ferrars äußern sich später im Buch dementsprechend. Beide sind ganz verrückt nach einem Cottage, haben aber eindeutig ein anderes im Sinn als das, was die Dashwoods ab jetzt bewohnen.


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BeitragVerfasst: Donnerstag 24. Januar 2008, 15:23 
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Amüsantes Boardmitglied und Reisetrulla
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Julia hat geschrieben:
Spoiler: anzeigen
Willoughby und vorallem Robert Ferrars äußern sich später im Buch dementsprechend. Beide sind ganz verrückt nach einem Cottage, haben aber eindeutig ein anderes im Sinn als das, was die Dashwoods ab jetzt bewohnen.


Spoiler: anzeigen
Er sagt aber später, dass Barton-Cottage sein Idealbild eines Cottages sei, das er so, und genau so, in Combe Magna bauen würde, hätte er genug Geld.

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BeitragVerfasst: Donnerstag 24. Januar 2008, 16:56 
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Austenbegeistert
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Registriert: Donnerstag 12. Juli 2007, 13:00
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Pixie hat geschrieben:
Und zum Besuch Lady Middletons samt Sohnemann: Diese Szene wäre nicht weiter ins Gewicht gefallen, wenn JA nicht so extrem betont hätte, wie wichtig die Anwesenheit des Sohnes für Lady Middleton war. Sie beschreibt das ja sehr ironisch. Und für mich ist es ein Ausdruck dafür, dass sich Lady Middleton nicht besonders für die Dashwood-Damen interessiert. Denn eigentlich ist es doch ein Leichtes, Gesprächsthemen zu finden, wenn man Menschen kennenlernt, die als Verwandte und neue Nachbarn in der Zukunft eine Rolle im eigenen Leben spielen werden.

Ich hatte beim Lesen auch den Eindruck, daß ohne die Anwesenheit des Jungen die Gespräche recht bald zum Erliegen gekommen wären. In solchen Fällen entstehen so leicht unangenehme Pausen und überlegt krampfhaft, was man jetzt sagen könnte. Diese Situation tritt auf, wenn sich Menschen treffen, die einander nicht viel zu sagen haben, da sie nicht auf einer Wellenlänge liegen.

In dem Zusammenhang ist mir die fast gegensätzliche Beschreibung von Lady Middeleton und ihrem Mann aufgefallen: Während er herzlich und freundlich, aber auch unkonventionell ist, ist sie elegant und von untadeligen Benehmen, aber wenig herzlich. Eine interessante Kombination!


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BeitragVerfasst: Donnerstag 24. Januar 2008, 17:39 
Maria hat geschrieben:
In dem Zusammenhang ist mir die fast gegensätzliche Beschreibung von Lady Middeleton und ihrem Mann aufgefallen: Während er herzlich und freundlich, aber auch unkonventionell ist, ist sie elegant und von untadeligen Benehmen, aber wenig herzlich. Eine interessante Kombination!


Wie meinst du "interessante Kombination"? Ich finde dieses "Backen" von Paaren hat Jane Austen sehr gut gemacht. Solche Kombinationen von Charakteren sind mir nicht fremd. Mir ist es deswegen gar nicht so aufgefallen.


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 Betreff des Beitrags: Kapitel 6
BeitragVerfasst: Donnerstag 24. Januar 2008, 19:20 
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Emsige Missionarin für Jane Austen
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Registriert: Sonntag 15. Oktober 2006, 17:01
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Von welchem Stanhill ist hier in Bezug auf Mr. Middleton eigentlich die Rede? (Hab' ich am Romananfang mal wieder was überlesen?) Auf der Suche nach dem Ort fand ich bei Google Earth diese hübsche Ausarbeitung: JA-Landkarte
(auf "View in Google Earth" klicken)

(Ich fürchte schon vorab, mein geposteter Link funktioniert nicht, so wie er sollte. Vielleicht kann sich einer der netten Admins ihm annehmen? :danke: Dankeschön! Passt vielleicht auch eher in die Linktipps?)
Edit:
Gegen jede Erwartung scheint mein geposteter Link doch zu funzen. :freude: :pleased

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BeitragVerfasst: Donnerstag 24. Januar 2008, 21:07 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Registriert: Mittwoch 19. Oktober 2005, 21:13
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^In Stanhill haben Mr & Mrs Dashwood (und die Mädchen) gewohnt, bevor sie nach Norland zogen. Siehe Ende des 2. Kapitels, wenn es um das Geschirr und den Hausrat geht, den Mrs Dashwood nach Barton mitnimmt:

When your father and mother moved to Norland, though the furniture of Stanhill was sold, all the china, plate, and linen was saved, (...)

Pixie hat geschrieben:
Spoiler: anzeigen
Er sagt aber später, dass Barton-Cottage sein Idealbild eines Cottages sei, das er so, und genau so, in Combe Magna bauen würde, hätte er genug Geld.


Hm, ich verstehe das anders. (Bzw.: Das unterstützt ja nur meine Ansicht.) Aber das können wir ja dann an entsprechender Stelle diskutieren. :wink:


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BeitragVerfasst: Donnerstag 24. Januar 2008, 21:57 
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Amüsantes Boardmitglied und Reisetrulla
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Registriert: Mittwoch 17. Mai 2006, 22:35
Beiträge: 2141
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Julia hat geschrieben:
Bzw.: Das unterstützt ja nur meine Ansicht.)


Finde ich gar nicht :gruebel:
Aber ja, verschieben wir es auf später.

_________________
Welch triste Epoche, in der es leichter ist, ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil!
Albert Einstein


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BeitragVerfasst: Freitag 25. Januar 2008, 12:58 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Registriert: Donnerstag 29. Juni 2006, 19:47
Beiträge: 6322
Amadea hat geschrieben:
Ich finde in diesem Kapitel die folgenden Zeilen zu Mr. John Middleton erwähnenswert:

"Seine Liebenswürdigkeit beschränkte sich nicht auf Worte, denn wenige Stunden nachdem er sie verlassen hatte, traf ein großer Korb voller Gemüse und Obst vom Herrenhaus ein, dem noch vor Ablauf des Tages Wild als Geschenk folgte."

Das passt ja ganz wunderbar zu der Stelle in Kapitel 2:

"Zum Beispiel, sich nach einem kleinen Haus für sie umzusehen, ihnen beim Umzug zu helfen und Fisch und Wild und so weiter als Geschenk zu schicken..."
..."Wenn meine Mutter umzieht, will ich ihr, soweit ich kann, bereitwillig zur Seite stehen ... das ein oder andere Möbelstück als Geschenk..."


Herr Middleton, der Mrs. Dashwood kaum kennt, ist liebenswürdiger als der eigene Stiefsohn. Nein, seine Liebenswürdigkeit beschränkt sich wahrhaftig nicht auf Worte, sondern auf unverzügliche Taten.
Die ähnlichen Formulierungen wurden bestimmt absichtlich gewählt, um uns den charakterlichen Unterschied zwischen Mr. John Dashwood und Mr. John Middleton vor Augen zu führen.


Sir John Middleton behandelt die Dashwood's mit einer Herzlichkeit und Wärme, die von Herzen kommt. Als würden sie zu seiner engsten Familie gehören. Das zu lesen tat mir nach der Kaltherzigkeit des Stiefsohns und -bruders und dessen Frau (also John und Fanny) sehr gut. Schade nur, dass die Frau von Sir John nicht genauso ist wie er. Dann wären die beiden für mich wie die Crofts aus Persuasion, für mich eines der liebenswertesten Ehepaare bei JA!

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Schritte wagen im Vertraun auf einen guten Weg, Schritte wagen im Vertraun das letztlich ER mich trägt, Schritte wagen weil im Aufbruch ich nur sehen kann, für mein Leben gibt es einen Plan.
Clemens Bittlinger


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