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BeitragVerfasst: Montag 1. Oktober 2007, 23:05 
Maria hat geschrieben:
Noch mal kurz zu Kapitel 10:
Hazel hat geschrieben:
Maria hat geschrieben:

Ein andere Punkt: Was denkt wohl Wentworth als er hört, daß Anne einen weiteren Heiratskandidaten abgewiesen hat? Bin mir bei diesem Punkt nicht ganz schlüssig.

Ich denke, es lässt ihn neugierig werden.

Ich habe hierüber über das Wochenende noch einmal nachdacht und nehme jetzt auch an, daß diese Information eher positiv für Anne auswirkt. Es ist sicher auch gut, daß Wentworth hört und sieht, daß Anne auch für andere Männer attraktiv war bzw. noch ist (s. Mr. Elliot). Das erhöht den Marktwert! :wink:

Dann muss ich auch noch einmal etwas dazu schreiben :D: Könnte es nicht sein, dass er sich fragt, warum sie Charles auch abgewiesen hat. Schließlich war Wentworth mal verliebt in Anne. Und alte Liebe rostet nicht.
Just my two cents :wink:, und reine Spekulation, denn es gibt keinen Hinweis darauf.

Edit: Ich sehe gerade, du hast ähnlich geantwortet, Alethea. :wink:

Und... ich glaube das mit dem Marktwert eher nicht, denn ein Captain Wentworth macht seine Meinung nicht von anderen abhängig. (warum hab ich nur eine so hohe Meinung von ihm :gruebel:)


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Verfasst: Montag 1. Oktober 2007, 23:05 


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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Oktober 2007, 08:17 
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Austenbegeistert
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Ok....also.....:
Kapitel 12:-Teil 1-
Anne und Henrietta machen vor dem Frühstück einen gemeinsamen morgendlichen Spaziergang am Strand. Henrietta lobt die gesunde Seeluft und ergeht sich in der Feststellung, dass es für den kränkelnden Dr. Shirley und seine Frau aus Uppercross doch viel besser wäre, in die Nähe von Verwandten nach Lyme zu ziehen - zumal durchaus auch jemand anderes die Pflichten des Pfarrers übernehmen könnte. Als Anne ihr beipflichtet und sogar betont, wie hilfreich es für den Pfarrer wäre, einen tatkräftigen und vielleicht sogar verheirateten Vikar an seiner zu haben, ist Henrietta sehr zufrieden mit ihr und bedauert nur, dass niemand wie eine Lady Russel, die sie für sehr intelligent und einflussreich hält, in Uppercross lebt um entsprechenden Einfluss auf Dr. Shirley zu nehmen.

Sie treffen auf Louisa und Wentworth, die ebenfalls auf einem Spaziergang sind und schließen sich ihnen für den Rückweg in den Ort an. Sie treffen auf einen Gentleman, der im Vorübergehen offen Annes (wiederer-)blühendes Aussehen bewundert, was von Wentworth nicht unbemerkt bleibt.

Zurück im Gasthaus trifft Anne auf dem Weg ins Speisezimmer diesen Mann wieder und erfährt gemeinsam mit ihrer Gesellschaft am Ende des Frühstücks, das dieser gerade abreisende Gentleman ihr wohlhabender Cousin -und Erbe von Kellynch- Mr. Elliott ist.
Anne bedauert aufgrund der früheren Vorkommnisse nicht, dass sie einander nicht vorgestellt wurden, ist aber sehr angetan von dem Gedanken, dass der Erbe von Kellynch ein vernünftig aussehender Gentleman ist. Sie lässt diese Begegnung ihrem Vater und Elizabeth gegenüber unerwähnt.


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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Oktober 2007, 08:58 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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@ Julia: sorry, gestern ging es nicht (unser Bildschirm hatte den Geist aufgegeben und wir haben einen neuen gekauft). Ich meine in Kapitel 2 oder 3, wo die "Vorgeschichte" zu Anne und Wentworth aufgegriffen wird und man Annes Gedanken dazu sieht, wo sie auch die eigene Entscheidung mehr als anzweifelt, Annes Gedanken zu Lady Russel. Anne ist nicht einer Meinung mit der Lady, behält es aber für sich. Sie schluckt und schluckt, aber keiner bekommt mit, wie es wirklich in ihr aussieht. Dennoch bleibt Lady Russel auf dem hohen Sockel, auf den Anne sie gestellt hat. IHR Stillschweigen ist akzeptabel und verständlich, das der Familie nicht. Und trotzdem ist Anne alles andere als zufrieden und, so verstehe ich es zumindest, bereut ihre Entscheidung ein Stück weit. Aber sie behält alles für sich.

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Clemens Bittlinger


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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Oktober 2007, 09:16 
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Austenbegeistert
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Kapitel 12:-Teil2-
Nach dem Frühstück bricht die Gesellschaft gemeinsam mit den Harvilles und Benwick zu einem letzten Spaziergang auf.
Anne erfährt von Kapitän Harville, wie sehr sich Wentworth bemüht hat, Benwick persönlich die Nachricht vom Tod seiner Verlobten zu überbringen und ihm beizustehen.

Nach einer Weile trennen sich die Harvilles von der Gesellschaft, um nach Hause zurück zu kehren, während der Rest sich noch vom Cobb verabschieden möchte. Louisa besteht darauf, mit Wentworths Hilfe die Treppe hinunter zu springen, stürzt beim zweiten Mal und verliert das Bewusstsein. Anne behält als einzige der entsetzten Gesellschaft etwas Ruhe und schickt Benwick nach einem Arzt, während die anderen Louisa zu den Harvilles nach Hause bringen.

Der Arzt stellt eine schwere Gehirnerschütterung fest, alle sind jedoch voller Dankbarkeit, dass Hoffnung auf Genesung besteht.
Die Harvilles bestehen darauf, dass Louisa bei ihnen bleibt und nach einiger Diskussion, wird beschlossen, dass Wentworth nach Uppercross fahren wird, um den Eltern Musgrove die Nachricht zu überbringen. Im Herunterkommen hört Anne mit innerer Erregung, dass Wentworth sie für die geeignetste Person hält, um bei Louisa zu bleiben.

Mary wiederspricht diesem Plan wenig später jedoch eifersüchtig und derartig vehement, dass doch Anne gemeinsam mit Henrietta und Wentworth nach Uppercross aufbricht.
Bei Ankunft in Uppercross beratschlagt Wentworth mit Anne, wie die Nachricht an Mr. und Mrs. Musgrove zu überbringen sei. Dies erfüllt sie mit großer Freude, und nachdem die Nachricht überbracht ist, bricht Wentworth wieder nach Lyme auf.


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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Oktober 2007, 09:28 
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Meinst du wirklich, dass Mary eifersüchtig auf Anne ist, dass sie bei Louisa bleiben soll? Kann es nicht auch sein, dass sie denkt, dass Louisa zu ihrer Familie gehört und Anne mit Louisa eigentlich gar nicht verwandt ist, also sie (Mary) in dem Fall Louisa näher steht?

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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Oktober 2007, 09:34 
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Austenbegeistert
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Tina hat geschrieben:
Meinst du wirklich, dass Mary eifersüchtig auf Anne ist, dass sie bei Louisa bleiben soll? Kann es nicht auch sein, dass sie denkt, dass Louisa zu ihrer Familie gehört und Anne mit Louisa eigentlich gar nicht verwandt ist, also sie (Mary) in dem Fall Louisa näher steht?


In meiner Reclam-Ausgabe steht:"Nie hatte Anne den eifersüchtigen und unvernünftigen Ansprüchen Marys so ungern nachgegeben."

Kurz davor steht dort auch noch: ...."beklagte sich über die Ungerechtigkeit, daß sie statt Anne fahren sollte-Anne, die Louisa nichts bedeutete,...."
Das klingt für mich doch schon sehr nach eifersüchtigen Gedanken, findest du nicht?


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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Oktober 2007, 09:38 
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Ich sehe das als Annes Gedanken zu Marys Reaktion, nicht als die des Erzählers JA. Kann Haarspalterei sein.
Anne ist stolz und es freut sie, für "würdig" befunden worden zu sein, Louisa zu pflegen (und das sogar noch von Wentworth!) und dann wird ihr das genommen. Möglicherweise ist Anne enttäuscht, weil ihr diese Aufgabe genommen worden ist? Weil sie endlich einmal gebraucht wird? Offenkundig wird, wie sehr sie doch zur Familie Musgrove zählt? Und dann ihrerseits Marys Reaktion als Eifersucht deutet?
Weil unvernünftiger ist dieser Entschluss doch wohl nicht? Es sei denn, Mary ist ungeeignet als Pflegeperson? :juggle:
Aber es ist alles möglicherweise Haarspalterei von mir.

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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Oktober 2007, 09:39 
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@Inke
Inke hat geschrieben:
Tina hat geschrieben:
Meinst du wirklich, dass Mary eifersüchtig auf Anne ist, dass sie bei Louisa bleiben soll? Kann es nicht auch sein, dass sie denkt, dass Louisa zu ihrer Familie gehört und Anne mit Louisa eigentlich gar nicht verwandt ist, also sie (Mary) in dem Fall Louisa näher steht?


In meiner Reclam-Ausgabe steht:"Nie hatte Anne den eifersüchtigen und unvernünftigen Ansprüchen Marys so ungern nachgegeben."

Kurz davor steht dort auch noch: ...."beklagte sich über die Ungerechtigkeit, daß sie statt Anne fahren sollte-Anne, die Louisa nichts bedeutete,...."
Das klingt für mich doch schon sehr nach eifersüchtigen Gedanken, findest du nicht?


Ein interessanter Gedanke! Deshalb favorisiert sie ja auch Louisa, die sie als Freundin ansieht, für Wentworth, und käme gar nicht auf die Idee, ihrer Schwester zu empfehlen sich Wentworth zu angeln. Man sollte ja eigentlich meinen, dass sie so eine gute Partie für ihr eigen Fleisch und Blut hätte sichern wollen. Aber weit und breit nichts davon ... :wink:

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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Oktober 2007, 09:42 
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Genau, Caro! :ja: Mary sieht sich eher mit den Musgroves verbunden als mit ihrem Vater und den Schwestern. So empfinde ich das auch.

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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Oktober 2007, 09:52 
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Tina hat geschrieben:
Weil unvernünftiger ist dieser Entschluss doch wohl nicht? Es sei denn, Mary ist ungeeignet als Pflegeperson? :juggle:


Ich glaube sehr wohl, dass genau das der Punkt bei Anne ist:
Mary ist ja der Pflege ihrer Kinder auch nicht gewachsen. Deswegen hält sich Anne sicherlich für geeigneter -auch wenn die Pflege eines Erwachsenen bestimmt anders ist- hier hat sie deutliche Vorzüge gegenüber Mary.


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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Oktober 2007, 09:52 
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@Tina
Tina hat geschrieben:
Genau, Caro! :ja: Mary sieht sich eher mit den Musgroves verbunden als mit ihrem Vater und den Schwestern. So empfinde ich das auch.

Es ist verständlich, dass sie sich ihrer neuen Familie verbunden fühlt, nachdem der Umgang ja herzlicher zu sein scheint, als zuhause. Ich meinte jetzt aber eher die rein freundschaftlichen Gefühle. Mary scheint gekränkt zu sein, weil sie ihrer "Busenfreundin" beistehen will. Da ist doch eine gehörige Portion Eifersucht dabei, wie Inke sagt, kindisches Verhalten nach dem Motto "Aber ich bin doch ihre Freundin, nicht Anne. Anne liebt sie doch gar nicht, so wie ich".

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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Oktober 2007, 09:53 
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Tina hat geschrieben:
Weil unvernünftiger ist dieser Entschluss doch wohl nicht? Es sei denn, Mary ist ungeeignet als Pflegeperson? :juggle:


Tina, meinst Du das ernst?? ;D
Man kann sich natürlich alles hindrehen wenn man will, aber ich frage mich ernsthaft, wie Du darauf kommst, nach allem was wir (Du doch auch??) bisher gelesen haben.

Versteh mich bitte nicht falsch: Ich finde gegenteilige Meinungen sehr sehr interessant und bereichernd (siehe "Emma"-Groupread/das Jane-Fairfax-Thema), aber ich würde gerne das Gefühl haben, diese wären auch durchdacht. :wink:
Momentan kommts mir aber eher so vor, als würde man hier aus Prinzip eine andere Meinung vertreten, nur um mal was Neues zu sagen. :wink:


Zuletzt geändert von Julia am Dienstag 2. Oktober 2007, 10:02, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Oktober 2007, 10:00 
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Nochmal kurz zu Lady Russell: Vielleicht habe ich sie bisher zu positiv gesehen, aber ich finde, man sollte bei der Beurteilung von Anne und ihrer Beziehung nicht vergessen, dass die beiden jahrelange Freundinnen sind und sich sehr nah und vertraut sind. Zumindest wird es eingangs so beschrieben, auch wenn es am Ende des Buches anders klingt.
Anne ist in manchen Dingen zwar anderer Meinung als sie, aber daraus muss man nicht folgern, dass die Lady immer daneben liegt.
Und nur weil es Anne unangenehm ist, manche Themen (Wentworth!) mit ihr zu besprechen, oder sie sich Gedanken über ihre Meinung macht, heißt das noch lange nicht, dass sie unter ihrer Fuchtel steht.

Jane Austen hat die sicher nicht einfache (und sich wandelnde!) Beziehung zwischen den beiden so differenziert beschrieben, dass ich es schade finde, wenn man sie unter so einem schwarz-weißen Licht beurteilt.


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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Oktober 2007, 10:01 
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Julia, nur weil du nicht dieser Ansicht bist, heißt das nicht, ich hätte es nicht durchdacht oder den Text nicht gelesen. :nein:
Und ich hatte beim Lesen halt wirklich diesen Eindruck. Seit ich durch den Emma groupread darauf aufmerksam gemacht worden bin, dass man als Leser die Gedanken des Autoren mit den Gedanken der Figuren verwechseln kann (wenn der Text aus Sicht der Figuren geschrieben worden ist), warum nicht auch hier in dieser Situation? Was ist daran nicht durchdacht oder bewusst aufgestellt um etwas gegenteiliges zu schreiben?Gerade wo Persuasion mein Lieblingsroman von JA ist und ich ihn sehr oft bereits gelesen habe und momentan auch lese? :nein:

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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Oktober 2007, 10:08 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Sorry Tina, ich wollte Dir nicht unterstellen, dass Du das Buch nicht kennst!
Aber um bei dem obigen Beispiel zu bleiben:
Wenn man sieht, wie hysterisch und hindernd sich Mary bei dem Unfall verhält, wie sehr sie immer nur mit ihren eigenen Leiden beschäftigt ist, wie eigensinnig sie sich selbst verhält, wenn ihr eigenes Kind verletzt ist - wie kann man es da in Frage stellen, ob sie eine bessere Pflegeperson als Anne sein könnte??

Vielleicht hast Du ja eine einleuchtende Antwort, ... dann will ich nichts gesagt haben. :wink: Mein "Problem" ist ganz und gar nicht, dass jemand anderer Meinung ist (wieso auch?) - ich finde nur, man sollte seine Theorien irgendwie am Text belegen können.

Was die verschiedenen Erzählstimmen betrifft, hast Du natürlich Recht - das ist ein wichtiger Punkt. Aber dafür braucht man doch nicht alle anderen Punkte außer Acht lassen. Mary's und Anne's Charakter sind doch mittlerweile sehr deutlich ausgearbeitet: Deshalb ja auch meine Frage, wie Du Deine Sichtweise begründest? Meiner Meinung nach widerspricht sie allem, was wir bisher gelesen haben. Deshalb bin ich irritiert.


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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Oktober 2007, 10:28 
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Wie soll ich ein Verhalten am Text begründen? Ich dachte halt an die Möglichkeit, dass JA hier dieses Element in ihrem Text angewendet haben könnte. Anne hier einmal auch Eifersucht zeigt, nicht nur "perfekt" ist, wie es manche meinen. Und wiederum, dass Mary auf der anderen Seite eben nicht nur jammernd und egozentrisch ist. JA hat ihre Charaktere immer so vielschichtig erdacht und beschrieben. Und hier meinte ich, auf so einen "Hinweis" gekommen zu sein.
Es kam mir halt alles wie Gedankengut von Anne vor, ihre Freude, Erregung und wie eifersüchtig sie denkt, dass Mary ist. :juggle: Es war auch nur eine Überlegung, mehr nicht. Aber wie kann ich diese Überlegung belegen als mit eben diesen Gedanken von Anne/Sätzen von JA über die Überlegungen von Wentworth und deren Folgen?

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Austenbegeistert
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Tina hat geschrieben:
Es kam mir halt alles wie Gedankengut von Anne vor, ihre Freude, Erregung und wie eifersüchtig sie denkt, dass Mary ist.


Ich habe eigentlich das Gefühl, das JA das "Gedankengut" verschiedener Charaktere einfließen lässt und ich verstehe es gerade an dieser Stelle sogar so, dass es erst Marys sind: "......Warum durfte sie sich nicht ebenso nützlich machen wie Anne? Und auch noch ohne Charles nach Hause fahren-ohne ihren Mann! Nein, es war zu rücksichtslos!"
Und dann eben anschließend Annes:"Nie hatte Anne den eifersüchtigen und unvernünftigen Ansprüchen Marys so ungern nachgegeben."


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Für mich kommt Annes Verhalten überhaupt nicht eifersüchtig rüber. Sie wäre gern bei Louisa geblieben und ist sicher die am besten geeignete Person dafür. Ich würde eher Marys Verhalten als eifersüchtig beschreiben. Sie sieht, dass Anne als "Pflegerin" bevorzugt wird und das passt ihr nicht. Dass sie selbst überhaupt nicht dafür geeignet ist, ignoriert sie völlig. Mir fällt dabei die Szene ein, in der es darum ging, wer bei dem kranken Kind bleibt. Hier macht Mary folgende Argumente geltend: Sie sei sowieso zu nichts nütze und quäle sich nur herum. Jemand, der weniger Mitleid empfinde, sei besser geeignet, Charles zu pflegen. Sie habe nicht die Nerven für so etwas usw. usf. In Louisas Fall meint sie auf einmal, besser für die Pflege geeignet zu sein, weil Louisa ihr näher stünde als Anne. Bei ihrem Kind dagegen steht die enge Beziehung ihren "pflegerischen Qualitäten" im Weg. Sie dreht es also einfach so, wie sie es braucht.

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Ihr habt mich überzeugt.

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So eng sind Marys Beziehungen zu ihrer angeheirateten Familie auch nicht. Schließlich lässt sie keine Gelegenheit aus, sich bei Anne über sie zu beschweren. Ich denke, Mary ist gekränkt in ihrer Eitelkeit. Aus familiären Gründen hätte man ihr die Pflege antragen müssen, aber man traut es ihr nicht zu. Und das ist das Problem. Hätte man sie zuerst gefragt, wäre sicher dasselbe dabei rausgekommen, wie bei der Pflege ihres Sohnes: Anne soll es machen.

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Gruß Sonja
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Nach der EM ist vor der WM :aetsch:

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Ja, da hast Du sicher Recht, Sonja!

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Sonja hat geschrieben:
So eng sind Marys Beziehungen zu ihrer angeheirateten Familie auch nicht. Schließlich lässt sie keine Gelegenheit aus, sich bei Anne über sie zu beschweren. Ich denke, Mary ist gekränkt in ihrer Eitelkeit. Aus familiären Gründen hätte man ihr die Pflege antragen müssen, aber man traut es ihr nicht zu. Und das ist das Problem. Hätte man sie zuerst gefragt, wäre sicher dasselbe dabei rausgekommen, wie bei der Pflege ihres Sohnes: Anne soll es machen.


Ich denke, bei Mary ist es von allem ein bischen: Eifersucht, Neid und gekränkte Eitelkeit.

Und stimmt, wenn man sie gefragt oder gebeten hätte, wär' es ihr doch zu viel geworden. Aber dass man sie ürsprünglich nicht einmal in Erwägung zog!

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Zuletzt geändert von Caro am Dienstag 2. Oktober 2007, 12:47, insgesamt 1-mal geändert.

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Ich denke jetzt auch, dass man es für Mary nie Recht machen kann. Sie wird immer irgendwo ein "Haar in der Suppe" finden.

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Eine Auffälligkeit die obiges bestätigt liegt auch in der Art wie Mary sich ausdrückt. Sie spricht von dem "Anspruch", dem "Recht" bei Louisa bleiben zu dürfen. Um Hilfe geht es ihr scheinbar höchstens an zweiter Stelle.

Sehr schön und passend fand ich in diesem Kapitel auch diesen Gedanken von Anne:

Anne wondered whether it ever occurred to him now, to question the justness of his own previous opinion as to the universal felicity and advantage of firmness of character; and whether it might not strike him that, like all other qualities of the mind, it should have its proportions and limits. She thought it could scarcely escape him to feel that a persuadable temper might sometimes be as much in favour of happiness as a very resolute character.

Lousia's Sturz bekommt so Symbolcharakter und dient ja (wie man später von ihm hört) auch dazu, Wentworth aufzurütteln und Anne's vergangenes Verhalten zu verstehen.


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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Oktober 2007, 14:07 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Vielleicht noch eine Erklärung zu "Henry" und "Emma", ein Vergleich den Anne zieht und über den vielleicht jemand von Euch gestolpert ist.

Es handelt sich um ein langes Gedicht von Matthew Prior (1644-1721) - "Henry and Emma", das auf einer noch älteren Ballade namens "The Nut-Brown Maid" basiert.
Darin spricht ein Paar über die Treue oder Untreue von Mann und Frau, er malt ihr das gefährliche und armselige Leben aus, das sie teilen müsste, wenn sie mit ihm lebt; treibt es immer weiter um zu sehen, wie weit sie in ihrer Treue und Liebe gehen würde - sie erklärt sich bereit, alles zu ertragen. Am Ende offenbart er ihr, dass er ein wohlhabender Earl ist. (siehe zweiter Link)

In dem an dieser Stelle erwähnten Gedicht wird es etwas expliziter: Emma benutzt für ihre Überzeugungsarbeit Metaphern, die auch zu Anne's und Wentworth's Situation passen. Es geht um "Wind und Wetter", "Küste" und "Meer", "Seestürme", "Neptun" ... und auch um die "ruhigen Gewässer" ("smooth waters"), von den Mrs Croft schon gesagt hat, dass keine vernünftige Frau erwartet, sich permanent nur darin zu befinden.

Anne denkt an das Gedicht, als sie enttäuscht feststellt, dass Wentworth ihre Fähigkeiten anscheindend nur schätzt, weil sie Louisa nützlich sind (Without emulating the feelings of an Emma towards her Henry, she would have attended on Louisa with a zeal above the common claims of regard, for his sake; and she hoped he would not long be so unjust as to suppose she would shrink unnecessarily from the office of a friend.)
Genau dahin treibt Henry im Laufe des Dialoges auch Emma - ob sie denn auch noch zu ihm stehen würde, wenn er eine andere heiraten, oder sich in eine andere verlieben würde. Emma antwortet:

(...)
This happy Object of our diff'rent Care,
Her let me follow; Her let me attend,
A Servant: (She may scorn the Name of Friend.)
What She demands, incessant I'll prepare:
I'll weave Her Garlands; and I'll pleat Her Hair:
My busie Diligence shall deck her Board;
(For there, at least, I may approach my Lord.)
And when Her Henry's softer Hours advise
His Servant's Absence; with dejected Eyes
Far I'll recede, and Sighs forbid to rise.


Ja, sie würde sich auch um sie kümmern, ihr die Haare kämmen und das (Ehe)Bett ohne einen Seufzer vorbereiten.
(Ganz soweit will Anne es aber eben dann wohl doch nicht treiben. :wink:)

Das Gedicht hat Prior übrigens für seine Verlobte geschrieben, als er England für mehrere Jahre verlassen musste. Der Dialog zwischen Henry und Emma ist in die lange und wortreiche Bitte, ihn nicht zu vergessen und seine Erfolge im Krieg mit ihrer Treue zu belohnen eingebettet.
Auch sehr passend. ... (dass Anne das Gedicht so gut kennt)


Zuletzt geändert von Julia am Dienstag 2. Oktober 2007, 14:26, insgesamt 2-mal geändert.

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Hazel hat geschrieben:
Maria hat geschrieben:
Ich habe hierüber über das Wochenende noch einmal nachdacht und nehme jetzt auch an, daß diese Information eher positiv für Anne auswirkt. Es ist sicher auch gut, daß Wentworth hört und sieht, daß Anne auch für andere Männer attraktiv war bzw. noch ist (s. Mr. Elliot). Das erhöht den Marktwert! :wink:

Dann muss ich auch noch einmal etwas dazu schreiben :D: Könnte es nicht sein, dass er sich fragt, warum sie Charles auch abgewiesen hat. Schließlich war Wentworth mal verliebt in Anne. Und alte Liebe rostet nicht.

Und... ich glaube das mit dem Marktwert eher nicht, denn ein Captain Wentworth macht seine Meinung nicht von anderen abhängig. (warum hab ich nur eine so hohe Meinung von ihm :gruebel:)


Ich habe mir Deine und Aletheas Gedanken auch gemacht und habe hin und her überlegt, bin mir auch immer noch nicht schlüssig. Mir war lediglich Gedanke gekommen, daß allein die Tatsache, daß ihr noch jemand einen Antrag gemacht hat, auch etwas bedeuten kann. Das mit dem Markwert braucht ihr nicht so wörtlich zu nehmen, allerdings bin ich der Meinung, daß Männer doch zum Konkurrieren neigen, bewußt oder unbewußt.

Ansonsten hänge ich im Moment ein Stück zurück, ich werde versuchen den Anschluß zu schaffen!


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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Oktober 2007, 15:17 
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@Maria
Ja, aber das würde doch heissen, dass er sich Anne bereits wieder stärker zuwenden müsste, also mehr als bisher, um den "Preis" oder "Schatz" zu gewinnen. Noch gilt sein Hauptaugenmerk aber Louisa. :gruebel:

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:blume: Grüsse, Caro

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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Oktober 2007, 17:04 
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Ich werde erst ab Freitag wieder mehr Zeit haben, aber einiges am Kapitel 12 ist mir doch noch erwähnenswert.

Die Situation Anne/ Wentworth entwickelt sich positiver :wink:

Captain Wentworth looked round at her instantly in a way which
shewed his noticing of it. He gave her a momentary glance,
a glance of brightness, which seemed to say, "That man is struck with you,
and even I, at this moment, see something like Anne Elliot again."


Oder auch - als er noch hofft ,dass Anne sich um Louisa kümmert:

but if Anne will stay, no one so proper,
so capable as Anne."


Nach dem "Sturz" reagieren ja sowohl Mary als auch Henrietta panisch, Charles ist nicht viel besser. Darüber habt Ihr ja schon gesprochen.

Bemerkenswert ist wieder der Sarkasmus von JA, als sie schildert, wie sich die Nachricht im Ort verbreitet:

By this time the report of the accident had spread among the workmen
and boatmen about the Cobb, and many were collected near them,
to be useful if wanted, at any rate, to enjoy the sight of
a dead young lady, nay, two dead young ladies, for it proved twice as fine
as the first report
.
:flower:

_________________
~ Der Weg ist das Ziel ~


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 Betreff des Beitrags: noch zu Kapitel 8
BeitragVerfasst: Dienstag 2. Oktober 2007, 17:42 
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Yippieh! Ich habe endlich aufgeholt!!! :freu:

Mir sind beim Lesen zu den einzelnen Kapiteln noch etwa tausend Gedanken gekommen, doch weil einiges schon so lange zurückliegt und auch schon diskutiert wurde, werde ich mich auf Kapitel 8 und Kapitel 12 beschränken.

-------------------------------------------------------------

Kapitel 8

Ich fand hier besonders schön die Stelle, als Wentworth insgeheim über Mrs Musgroves Ergüsse wegen ihres nichtsnutzigen Sohnes schmunzeln muss, diese kurze innere Belustigung aber nach außen hin nicht sichtbar ist --- bis auf Anne!

There was a momentary expression in Captain Wentworth's face at this speech, a certain glance of his bright eye, and curl of his handsome mouth, which convinced Anne, that instead of sharing in Mrs. Musgrove's kind wishes, as to her son, he had probably been at some pains to get rid of him; but it was too transient an indulgence of self-amusement to be detected by any who understood him less than herself... (Kapitel 8 )

Ich finde es hier wunderschön herausgearbeitet, wie eng die beiden miteinander verbunden waren, wie gut sie sich kannten/kennen, dass sie solche Details bemerken, die sonst niemand bemerkt. Umso "tragischer"/trauriger fand ich es an dieser Stelle, wie weit entfernt, wie fremd sie einander nun sind.

-----------------------------------------------------

Auch fand ich es bemerkenswert, dass sich dieses Kapitel fast nur um so "heikle" Themen wie Heirat, Trennung etc. drehte, die die frühere Bekanntschaft Annes und Wentworths betreffen, und die Erinnerungen wieder aufleben lassen. Als Wentworth und Croft über Heirat sprechen, steht Wentworth sogar auf --- ob er an dieser Stelle wohl daran denken muss, dass er, wenn die Dinge anders gelaufen wären, schon längst mit einer wundervollen Frau verheiratet wäre, die er sehnsüchtig erwartet hätte?

"Ah! my dear," said the Admiral, "when he has got a wife, he will sing a different tune. When he is married, if we have the good luck to live to another war, we shall see him do as you and I, and a great many others have done. We shall have him very thankful to any body that will bring him his wife."
"Ay, that we shall."
"Now I have done," cried Captain Wentworth. "When once married people begin to attack me with -- 'Oh! you will think very differently when you are married' I can only say, 'No, I shall not;' and then they say again, 'Yes, you will,' and there is an end of it."
He got up and moved away.
(Kapitel 8 )

---------------------------------------------------

Und sehr beeindruckend fand ich auch die Beschreibung von Annes Eindrücken am Schluss des Kapitels --- wie ihr jeder Blick, jedes Wort von Wentworth unendlich kostbar ist, da es so selten geschieht, dass er ihr überhaupt Aufmerksamkeit schenkt.

Once she felt that he was looking at herself, observing her altered features, perhaps, trying to trace in them the ruins of the face which had once charmed him; and once she knew that he must have spoken of her: she was hardly aware of it till she heard the answer; but then she was sure of his having asked his partner whether Miss Elliot never danced? The answer was, "Oh! no, never; she has quite given up dancing. She had rather play. She is never tired of playing." Once, too, he spoke to her... (Kapitel 8 )

Aus eigener Erfahrung ( :oops: ) kann ich sagen, dass Jane Austen Annes Empfinden hier gut einfängt, wie sich den ganzen Abend lang die Gedanken fast nur um eine Person drehen, wie jeder Blick, jedes Wort eingefangen wird, um sich irgendwie davon zu überzeugen, dass man dieser Person (noch) wichtig ist.

Besonders enttäuschend dann der Wurf ins kalte Wasser:

Anne did not wish for more of such looks and speeches. His cold politeness, his ceremonious grace, were worse than any thing. (Kap. 8 )

_________________
Es ist besser den Mund zu halten und dumm zu erscheinen, als ihn zu öffnen und jeden Zweifel zu zerstreuen.
(Verfasser (mir) unbekannt --- Angelika meint, es sei Mark Twain... :biggrin: )


Zuletzt geändert von Alethea am Dienstag 2. Oktober 2007, 18:27, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Oktober 2007, 17:57 
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Administratorin im Ruhestand und Tom-Lefroy-Expertin
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Registriert: Mittwoch 14. Juni 2006, 21:11
Beiträge: 3007
zu Kapitel 12

Zunächst mal danke an Julia, für die Erläuterung des Gedichts! Da sich Jane Austen 100%ig etwas dabei dachte, als sie diese Anspielung brachte, ist es immer gut, wenn man weiß, um was es sich bei dem Gedicht dreht! :danke:

------------------------------------------------

Ich halte das 12. Kapitel in gewisser Weise für den Wendepunkt in der Geschichte, obwohl es auf den ersten Blick gar nicht so aussehen mag.

Anne ist wieder aufgeblüht, wie zu Beginn des Kapitel beschrieben wird, und auch Wentworth scheint wieder mehr Interesse für Anne zu empfinden, oder seine alte Liebe zu ihr zu spüren.
Das wird zunächst dadurch deutlich, dass er wohl ein wenig eifersüchtig ist, als der Gentleman auf dem Cobb ihr bewundernd nachschaut.

She was looking remarkably well; her very regular, very pretty features, having the bloom and freshness of youth restored by the fine wind which had been blowing on her complexion, and by the animations of eye which it had also produced. It was evident that the gentleman (completely a gentleman in manner) admired her exceedingly. Captain Wentworth looked round at her instantly in a way which shewed his noticing of it. He gave her a momentary glance, a glance of brightness, which seemed to say, "That man is struck with you, and even I, at this moment, see something like Anne Elliot again." (Kapitel 12 )

Und auch später im Kapitel kommen wiederholt Stellen, an denen Wärme und Respekt für sie zum Ausdruck kommen, z.B. als er sie ganz liebevoll bei ihrem Vornamen nennt (das war ja eigentlich bei Mann und Frau nur üblich, wenn man sich recht nahe stand --- und nach außen hin sind Anne und Frederick ja nur "flüchtige Bekannte, die nie wirklich miteinander sprechen), als er sie als die Geeignetste zur Krankenpflege bezeichnet, oder als er sie in Uppercross um ihren Rat fragt, wie er beim Übermitteln der Nachricht vorgehen soll.

-----------------------------------------------------

Mir gefällt an diesem Kapitel auch, wie Anne während des Unfalls die einzige ist, die ruhig und gelassen bleibt, und sich alle, selbst Wentworth, an sie, gewissermaßen einem Ruhepunkt, um Rat wenden. Während alle hektisch und hysterisch umherrennen, ist sie "ein Mann der Tat" (sinnbildlich gesprochen natürlich :lol: ), ohne die alle recht verloren wären, scheint mir. :wink:

------------------------------------------------------

Noch zu der Mary-Diskussion, obwohl die sich ja inzwischen geklärt hat. Ich denke nicht, dass man hier Erzähler- und Figurensicht verwechseln kann. Mary hat sich den ganzen Roman über in jeder kritischen Situation stets als völlig unfähig erwiesen, sich sogar selbst so bezeichnet, wie Pixie bereits schrieb. Ich denke, dass hier tatsächlich Mary einfach nur eifersüchtig ist und sich unvernünftig verhält. In Lyme ist sie niemanden zunutze, während Anne das wäre (wie sie mit Klein Charles oder ihrer ruhigen Art beim Unfall bewiesen hat), nur durch ihr Gezetere (das sie ja stets anstimmt, wenn ihr irgendetwas nicht passt oder sie sich vernachlässigt fühlt) muss Anne schließlich weichen. Mary dreht es sich so, wie sie's haben will, hauptsache ihr Recht als "nähere Verwandte" (auf das sie ja immerzu beharrt, obwohl es gerade an dieser Stelle geradezu lächerlich wirkt) wird ihr nicht streitig gemacht.

................So, das wär's von mir hierzu!

_________________
Es ist besser den Mund zu halten und dumm zu erscheinen, als ihn zu öffnen und jeden Zweifel zu zerstreuen.
(Verfasser (mir) unbekannt --- Angelika meint, es sei Mark Twain... :biggrin: )


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