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BeitragVerfasst: Samstag 31. März 2007, 11:05 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Klasse Beschreibung der Figuren, Julia! :ja:
Und ja, Mr. Westons Wertschätzung gilt wohl wirklich sehr vielen Menschen. Da fällt es wirklich schwer zu sehen, wie wichtig man ihm wirklich ist. Aber ich vertraue da doch etwas dem Urteil seiner Ehefrau, die ich sehr sympathisch und liebenswert finde. Sie könnte nie mit einem wirklichen Ekel wie Mr. Elton zu Weilen sein kann, verheiratet sein.

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Schritte wagen im Vertraun auf einen guten Weg, Schritte wagen im Vertraun das letztlich ER mich trägt, Schritte wagen weil im Aufbruch ich nur sehen kann, für mein Leben gibt es einen Plan.
Clemens Bittlinger


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Verfasst: Samstag 31. März 2007, 11:05 


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BeitragVerfasst: Samstag 31. März 2007, 11:29 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Registriert: Mittwoch 19. Oktober 2005, 21:13
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Nein, kein "Ekel" natürlich ... aber vielleicht ein sehr oberflächlicher und nicht sehr intelligenter Mensch, der hauptsächlich deshalb so gern in Gesellschaft ist, weil er mit sich selbst nicht viel anzufangen weiß?


Zuletzt geändert von Julia am Samstag 31. März 2007, 12:15, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Samstag 31. März 2007, 11:31 
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Begeistertes Missionierungsopfer
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Beiträge: 1755
Auch für mich ist es eines dieser Kapitel!



Emma beginnt zu flirten - endlich mit dem Richtigen! :gut:

...her eyes invited him irresistibly to come to her and be thanked.
..

Einfach schön... :freude:

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BeitragVerfasst: Samstag 31. März 2007, 13:12 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Julia hat geschrieben:
Nein, kein "Ekel" natürlich ... aber vielleicht ein sehr oberflächlicher und nicht sehr intelligenter Mensch, der hauptsächlich deshalb so gern in Gesellschaft ist, weil er mit sich selbst nicht viel anzufangen weiß?


Julia, ich denke mit dieser Einschätzung könntest du Recht haben. Ekel ist wohl zu hart gewesen.

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Clemens Bittlinger


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BeitragVerfasst: Samstag 31. März 2007, 19:50 
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Emsige Missionarin für Jane Austen
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Julia hat geschrieben:
... Mr Weston ...
Mir fällt auf, dass er mir bei diesem Lesedurchgang ziemlich unsympathisch ist. Ich weiß, er wird von Emma als sehr liebenswürdig empfunden, oder zumindest bezeichnet, aber langsam zweifle ich daran, ob man ihn als Leser wirklich so einnehmend finden sollte. Beim nächsten Lesen achte ich mal verstärkt darauf, momentan ist es nur so ein Gefühl.
...


Finde ich Mr. Weston unsympathisch? Hm. Jedenfalls empfinde ich schon beim ersten Lesen des Buches kaum was Positives für ihn. Er ist mir eher gleichgültig. Denn ich empfinde ihn als oberflächlich, ein wenig langweilig und irgendwie nichtssagend.
Da ist ein Mr. John Knightley doch um einiges interessanter!

Ich glaube in diesem Kapitel ist mir erstmalig aufgefallen, dass Frank etwas Bestimmtes wichtig ist – wenn ich auch an dieser Stelle vermutlich noch nicht gewusst hätte, um was es ihm geht. Doch durch Euch weiß ich's ja schon. :wink: :D
"...er verriet eine Rastlosigkeit, die auf innere Gespanntheit deutete. Er sah sich unruhig um, ging zur Tür, horchte auf die Geräusche weiterer Kutschen..." Gerade dieses Horchen deutet darauf hin, dass er auf das Eintreten eines Ereignisses oder die Ankunft einer Person wartet. D. h. es kann ihm ja nur um letzteres gehen, weil er auf die Geräusche von ankommenden Kutschen achtet.

Schön ist auch, wie Emma mit beiden Erklärungsversuchen seines Verhaltens daneben liegt. :) "...- entweder aus Ungeduld anzufangen oder aus Angst, immer in ihrer Nähe zu bleiben." :lach:

Und Mr. Elton entpuppt sich in diesem Kapitel zum richtigen Ekelpaket. Eine regelrechte Gemeinheit, wie er Harriet vor allen brüskiert. Und dieses Verhalten legt er ja bitteschön als Pfarrer :!: an den Tag. Daher ist es umso verwerflicher. Wo bleibt hier die Nächstenliebe?

Amadea

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 Betreff des Beitrags: Kapitel 38
BeitragVerfasst: Samstag 31. März 2007, 22:53 
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Administratorin im Ruhestand und Tom-Lefroy-Expertin
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zu Kapitel 38

:danke: Herzlichen Dank für die übersichtliche und interessante "Interpretation" dieses Kapitels, Julia! Das war wirklich toll! :gut: Ich kam bisher noch nicht dazu, es zu lesen, und werde, wenn ich's nachhole, verstärkt darauf achten! :ja:

Was Mr Weston betrifft, so muss ich sowohl dir, Julia, als auch Amadea zustimmen. Er kommt als ein gutmütiger Geselle rüber, aber irgendwie ist er eine ziemlich oberflächliche Persönlichkeit und ist mir, ähnlich wie Amadea, mehr oder wenig gleichgültig!

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(Verfasser (mir) unbekannt --- Angelika meint, es sei Mark Twain... :biggrin: )


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BeitragVerfasst: Samstag 31. März 2007, 22:56 
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Austenexperte
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Was ich immer sehr erstaunlich finde, dass Emma, die ja selbst tanzt, diese ganze Sache mit Hariet so genau mitbekommt. Ich könnte mir vorstellen, dass ich selbst bei der lauten Musik und der Konzentration auf die Schritte und meinen Tanzpartner, gar nichts von den Geschehnissen am Rande mitbekommen würde. Bei Emma scheint es jedoch so als verstünde sie jedes gesprochene Wort. :/

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... uns hilft kein Gott, uns're Welt zu erhalten...( Karat in "Der blaue Planet")


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BeitragVerfasst: Samstag 31. März 2007, 23:06 
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Administratorin im Ruhestand und Tom-Lefroy-Expertin
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Katja hat geschrieben:
Was ich immer sehr erstaunlich finde, dass Emma, die ja selbst tanzt, diese ganze Sache mit Hariet so genau mitbekommt. Ich könnte mir vorstellen, dass ich selbst bei der lauten Musik und der Konzentration auf die Schritte und meinen Tanzpartner, gar nichts von den Geschehnissen am Rande mitbekommen würde. Bei Emma scheint es jedoch so als verstünde sie jedes gesprochene Wort. :/


Ich vermute, dass Emma vielleicht ganz zufällig aufschnappte, wie Mr Elton sich gegenüber Harriet verhielt (die beiden zusammen...das erregt bei Emma wohl Aufmerksamkeit! :biggrin: ) und von da an besonders darauf achtete, was weiter um Harriet herum vorfiel! (Ich finde das, so nebenbei, in den beiden Verfilmungen immer ganz gelungen umgesetzt! :ja: )

Ich denke außerdem, dass diese Tatsache Emmas Tanzsicherheit beweist . Sie konnte SO gut tanzen, dass sie sich NICHT fieberhaft auf die Schritte konzentrieren musste. :wink:

Zudem wird die Musik nicht so laut gewesen sein, wie wir das von heute gewöhnt sind. In so einen Tanzraum passten ja nur ein paar Musiker, vielleicht ein paar Geiger, ein paar Flötenspieler...wesentlich mehr wurde da nicht "geboten", und das ging recht bald im Stimmengewirr unter. :lach:

(Da ich das Kapitel noch nicht gelesen habe: Wird im Buch irgendetwas über die Musiker geschrieben?)

Trotzdem muss ich dir Recht geben, Katja. Es lässt einen ein wenig stutzig werden! :biggrin:

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BeitragVerfasst: Sonntag 1. April 2007, 08:02 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Kapitel 39

Emma ist sehr froh über ihre kurze gestrige Aussprache mit Mr. Knightley, die für sie zu den schönsten Erinnerungen des Balls gehört. Es freut Emma, dass Mr. Knightley lobend über Harriet sprach und genau wie sie über die Eltons denkt.
Harriet ist offensichtlich über Mr. Elton hinweg, wie Emma an Harriets ganzer Art bemerkt, worüber Emma sehr froh ist. Frank ist offensichtlich ihr gegenüber deutlich "abgekühlt" und sie hat sich mit Mr. Knightley ausgesprochen. Es verspricht ein schöner Sommer zu werden.
Mit diesen angenehmen Gedanken beendet Emma ihren Spaziergang und wird beim Eingang von Frank Churchill und Harriet überrascht. Die Freundin ist sichtlich aufgelöst und stützt sich bei Frank ab.
In der Eingangshalle sinkt Harriet in einem Sessel augenblicklich in Ohnmacht. Als sie sich erholt hat, erfährt Emma, dass Harriet mit einer Schülerin von Mrs. Goddard einen Spaziergang unternommen hatte. Auf der Straße werden sie von Zigeunern aufgehalten. Die Freundin flüchtet und Harriet vermag ihr nicht so schnell zu folgen und ist dem Gesindel schutz- und hilflos ausgeliefert, die immer frecher und unverschämter ihr gegenüber werden, sich von einigen Geldmünzen nicht vertreiben lassen. In dieser Lage trifft sie Mr. Churchill an, der Harriet sofort aus dieser brenzligen Lage erlöst und nach Hartfield bringt. Emma nimmt sich der Freundin an, verständigt Mr. Knightley wegen des Gesindels und lässt Mrs. Goddard eine Nachricht zukommen, dass es Harriet gut geht und Frank verlässt Harriet in der Obhut der Freundin, da er sofort nach Randalls zurück kehren muss.
Emma beginnt sich ein neues Luftschloss auszumalen, in dem Frank und Harriet sich ineinander verlieben werden. Diese Lage mit dem Gesindel, aus dem Frank sie gerettet hat, ihre beide Lage mit einer unglücklichen Liebe (Emma und Mr. Elton!) würde sie wie füreinander geschaffen machen. Emma nimmt sich vor, den Dingen ihren Lauf zu lassen, aber alles aufmerksam zu beobachten.
Mr. Woodhouse ist außer sich vor Sorge wegen der Zigeuner. Die Geschichte mit Harriet und dem Gesindel hat den Ball verdrängt und ist DAS Thema in Highbury. Harriet erholt sich schnell von dem Schrecken und das Gesindel verschwindet wieder, so dass die jungen Damen der Gegend eigentlich unbesorgt ihre Spaziergänge machen könnten. Aber das wussten sie ja nicht, dass das Gesindel schon weg war. Mit Ausnahme von Emma und ihren Neffen verlieren alle anderen sehr schnell das Interesse an dem schrecklichen Ereignis. Die Tante muss ihnen Tag für Tag von Harriet und den Zigeunern erzählen und durfte dabei keine Einzelheit auslassen. In der Phantasie der Jungen behauptet Emma das Feld gegen das Gesindelt und wehe, die Tante lässt in ihrer Erzählung ein Detail aus, dann korrigieren sie die beiden Jungen sofort.

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Clemens Bittlinger


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BeitragVerfasst: Sonntag 1. April 2007, 08:23 
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In diesem Kapitel wird die Verwechslungsgeschichte auf ihren Höhepunkt getrieben. Ich wette, kaum ein Erstleser hat die gute Jane in dieser erneuten Finte durchschaut. :lupe: :top:

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BeitragVerfasst: Sonntag 1. April 2007, 10:49 
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Emsige Missionarin für Jane Austen
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Du sagst es, Katja. Wie könnte man diesem netten Angebot auch widerstehen? :D Das hat Jane Austen wirklich bravourös gemacht und auch noch genau an der richtigen Stelle: einen Tag nach dem Ball mit der anderen "Rettungsaktion".

Also dass Mr. Woodhouse es gerne hat, wenn man ihn ein wenig hofiert und sich nach seiner Gesundheit erkundigt, war mir ja schon klar. Aber dieser Satz hier vertieft meine Abneigung gegen ihn noch weiter: "... und er hatte das Vergnügen zu antworten, es gehe ihnen gar nicht gut..."
Also nicht nur, dass er scheinbar Spaß an seinen Wehwehchen findet; nein, er denkt sich noch nicht mal was dabei, andere liebe Menschen mit solchen Aussagen zu beunruhigen! :eek: Das finde ich tadelnswert!

Amadea

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BeitragVerfasst: Sonntag 1. April 2007, 11:28 
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Austenbegeistert

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Da ihr mich dazu eingeladen habt, steig ich dann auch mal mit ein!

In diesem Kapitel beginnt Emma sich ein (wie Tina sagte) Luftschloss aufzubauen, in dem sich Harriet und Frank in einander verlieben. Emma denkt sich
"....Wieviel mehr musste ein phantasiebegabter Mensch wie sie selbst von Spekulationen und Zukunftsvisionen berauscht werden? -Besonders, da sie in Gedanken eine solide Basis dafür schon errichtet hatte."
Mich würde irgendwie interressieren, wann sie diese "solide Basis" dafür errichtet hat;), schließlich hat sie ja selbst erst geglaubt sie sei in ihn verliebt gewesen...

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'I will not say that your mulberry-trees are dead, but I am afraid they are not alive.'

(Jane Austen, Letter to Cassandra, 31st May 1811)


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 Betreff des Beitrags: Kapitel 39
BeitragVerfasst: Sonntag 1. April 2007, 16:22 
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Schön, dass du die Einladung angenommen hast, Evi! :freude:

Evi hat geschrieben:
In diesem Kapitel beginnt Emma sich ein (wie Tina sagte) Luftschloss aufzubauen, in dem sich Harriet und Frank in einander verlieben.


Ja, ja! :lol: In diesem Kapitel geschieht das, was normalerweise „nur im Märchen“ bzw. in einem Roman geschieht: Die sensible, hilflose Heldin (Harriet) wird vom furchtlosen, schillernden Helden (Frank) vor Vagabunden gerettet, wohl behütet bei der Freundin untergebracht, wo sie in Ohnmacht fällt. :lol: Herrlich, wie Jane Austen hier diese Parallele zieht! :rofl:

Also ich finde, dass es Emma wirklich nicht zu verübeln ist, dass sie nach diesem außergewöhnlichen Ereignis ihren „romantischen“ Träumereien verfällt, diese beiden Menschen seien (wie im Roman auch) für einander bestimmt und vom Schicksal zusammengeführt worden! :wink: Bisher hat sie stets verzweifelt danach gesucht (im Falle Harriet --- Mr Elton), nun geschieht es tatsächlich!

Bemerkenswert finde ich auch, wie Emma an ihrer Erfahrung mit Mr Elton gewachsen ist:
Everything was to take its natural course, however, neither impelled or assisted. She would not stir a step, nor drop ahint. No, she had had enough of interference.

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BeitragVerfasst: Sonntag 1. April 2007, 16:31 
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Evi hat geschrieben:
Mich würde irgendwie interressieren, wann sie diese "solide Basis" dafür errichtet hat;), schließlich hat sie ja selbst erst geglaubt sie sei in ihn verliebt gewesen...


Meiner Auffassung nach ist mit der soliden Basis Emmas Wissen (angebliches Wissen :lol: zumindest in Bezug auf Frank) um den Gefühlszustand der beiden gemeint:

And knowing, as she did, the favourable state of mind of each at this period, it struck her the more. He was wishing to get the better of his attachment to herself, she just recovering from her mania for Mr. Elton. It seemed as if every thing united to promise the most interesting consequences. It was not possible that the occurrence should not be strongly recommending each to the other.

Außerdem auf die Beobachtungen, die Emma machte, als die beiden ins Zimmer kamen, Frank sich so herzlich über Harriet ausließ, so besorgt um sie war, sie ihm so dankbar war... einfach ihr gemeinsamen Auftreten!

Nach dem Motto: "Die beiden sind einfach wie geschaffen füreinander!" :wink:

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BeitragVerfasst: Sonntag 1. April 2007, 16:34 
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Administratorin im Ruhestand und Tom-Lefroy-Expertin
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Nachtrag zu Kapitel 37

Da ich nun endlich die letzten fünf Kapitel nachgeholt habe, ist mir noch ein Satz ins Auge gefallen, den ich besonders reizvoll fand (vielleicht hat ja auch jemand schon darauf hingewiesen?)

She felt as if the spring would not pass without bringing a crisis, an event, a something to alter her present composed and tranquil state.

Ist das nicht ein netter Ausblick in die Zukunft? :biggrin: Emma täuscht sich hier ganz und gar nicht, nur hat dieses „event“ nicht vordergründig etwas mit Frank Churchill zu tun! :wink:


Nachtrag zu Kapitel 38

Interessant fand ich folgende Bemerkung Mr Knightleys: I found Harriet more conversable than I expected.

Natürlich werden die beiden sich ein wenig während des Tanzes unterhalten haben, doch dieser Satz verlangt vielleicht eine kleine Erklärung, die ich letzten Sommer in "The Jane Austen Cookbook" (wenn ich mich recht erinnere) gefunden habe:

Es war damals üblich, dass man sich mit dem Tanzpartner der letzten beiden Tänze vor dem „supper“ auch zu Tisch setzte, was, so denke ich, sowohl die Unverschämtheit Mr Eltons als auch die Liebenswürdigkeit Mr Knightleys noch deutlicher herausstreicht!

Es ging nicht allein darum, dass Harriet als einzige ohne Tanzpartner war (ich denke, niemals kam es vor, dass eine junge Dame den ganzen Abend über mit Tanzen beschäftigt war --- man musste ja auch mal eine kleine Pause einlegen), sondern auch darum, dass Mr Elton es mit allen Mitteln verhindern wollte, das gesamte Abendessen mit ihr in Konversation verbringen zu müssen! „What a disgrace!“ :angry:

Mr Knightley, obwohl er erwartete, sich nicht sonderlich gut mit Harriet unterhalten zu können, bat sie zum Tanz --- und wurde positiv überrascht! :happy:

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BeitragVerfasst: Sonntag 1. April 2007, 20:31 
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Evi hat geschrieben:
Da ihr mich dazu eingeladen habt, steig ich dann auch mal mit ein!

In diesem Kapitel beginnt Emma sich ein (wie Tina sagte) Luftschloss aufzubauen, in dem sich Harriet und Frank in einander verlieben. Emma denkt sich
"....Wieviel mehr musste ein phantasiebegabter Mensch wie sie selbst von Spekulationen und Zukunftsvisionen berauscht werden? -Besonders, da sie in Gedanken eine solide Basis dafür schon errichtet hatte."
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Genau diese Stelle hat mich auch zum Schmunzeln gebracht:

Could a linguist, could a grammarian, could even a mathematician have seen what she did, have witnessed their appearance together, and heard their history of it, without feeling that circumstances had been at work to make them peculiarly interesting to each other?--How much more must an imaginist, like herself, be on fire with speculation and foresight!--especially with such a groundwork of anticipation as her mind had already made.

Interessant auch der Vergleich Fassung E oder D! :juggle:

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BeitragVerfasst: Montag 2. April 2007, 07:09 
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Kapitel 40

Wenige Tage nach dem Erlebnis mit den Zigeunern besucht Harriet Emma mit einem Päcken "Kostbarste Schäzte". Darin hat sie Erinnerungen an Mr. Elton aufbewahrt, die sie nun dem Feuer übergibt. Sie hat wirklich mit Mr. Elton abgeschlossen. Emma denkt sich, dass für Harriet nun wohl die Sache mit Mr. Churchill beginnen wird.
Bei einem Gespräch mit Harriet offenbart diese ernst der Freundin, dass sie niemals heiraten wird. Aus der Art und Weise wie Harriet dies sagt, wird Emma aufmerksam und schafft es, dass sich Harriet der Freundin anvertraut. Sie hegt tatsächlich Gefühle für einen Mann.
Emma ist sicher, dass es sich dabei nur um Mr. Churchill handeln kann. Scheinbar reden Emma und Harriet offen darüber, nur dass Harriet den Namen des Mannes nicht ausspricht. Emma wollte es so haben. Sie will sich nicht mehr in Beziehungsangelegenheiten einmischen, abwarten was passiert und den Dingen ihren Lauf lassen. Diese Lehre hat sie aus der Angelegenheit mit Mr. Elton gelernt.
Dennoch rät sie der Freundin, genau das Verhalten des Mannes zu studieren und nimmt ihr nicht die Hoffnung auf eine Ehe mit ihm. Ehen seien schon zwischen ungleicheren Partnern zustande gekommen. Aber ihre Wahl für ihren guten Geschmack sprechen. Emma ist sicher, dass Harriets Geist durch diese Wahl (Frank, wie Emma denkt) veredelt und erhoben werden würde und sie in Sicherheit bliebe vor der Gefahr, ihre Perlen vor die Säue zu werfen.

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Clemens Bittlinger


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BeitragVerfasst: Montag 2. April 2007, 08:31 
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Austenbegeistert

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Dies ist so ein Kapitel, in dem ein Erstleser sich nichts dabei denkt, und einen Zweitleser die ganze Zeit über schmunzeln lässt finde ich.

Beide denken, sie reden offen miteinander aber Emma redet hierbei über Frank Churchill und Harriet über Mr.Knightley. Ich find besonders den letzten Teil des Kapitels herrlich :)

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BeitragVerfasst: Montag 2. April 2007, 09:06 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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:ja: Evi! Ich habe auch bis zuletzt gedacht, Harriet würde sicher Frank meinen. Klasse geschrieben und aufgebaut! Und ja, dieses Mal musste ich wirklich grinsen :wink: , wie die beiden an einander vorbei reden. Einfach genial!

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Sorry, Leute. Die Inhaltsbeschreibung ist irrtümlich bei Stolz und Vorurteil gelandet. Ich hab unsere liebe Alethea bereits gebeten, den post wieder hier an Ort und Stelle hin zu verschieben. Sorry nochmals. Tina

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BeitragVerfasst: Dienstag 3. April 2007, 11:13 
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Austenbegeistert
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Ich hab auch zuerst gedacht, Harriet würde von Mr. Churchill reden. Ich hab zuerst echt gar nicht kapiert, dass die beiden von zwei verschiedenen Männern reden.
Erst im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass die beiden praktisch aneinander vorbei reden.
Ich liebe das, wenn in einem Buch zwei Leute aneinander vorbeireden. Diese Art von Missverständnissen lassen mich letztenendes meistens ziemlich lachen. :lach: :D

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Zweitens durch Nachahmen:
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Das ist der bitterste.

Konfuzius


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Tina hat geschrieben:
Sorry, Leute. Die Inhaltsbeschreibung ist irrtümlich bei Stolz und Vorurteil gelandet. Ich hab unsere liebe Alethea bereits gebeten, den post wieder hier an Ort und Stelle hin zu verschieben. Sorry nochmals. Tina


Auch von mir eine Entschuldigung an dich, Tina! Ich habe beim Verschieben ein bisschen Stuss gebaut, doch den Beitrag von dir konnte ich retten!
Sorry! Demnächst kommt das nicht mehr vor! Jetzt habe ich den Dreh raus!

Ich habe ihn einfach kopiert und poste ihn nun hier:

Kapitel 41

Es ist Juni geworden. Erneut haben die Campbells ihren Aufenthalt in Irland verlängert und Jane ist immer noch in Highbury und Mrs. Elton versucht alles, um Jane in einer "entzückenden" Stellung unterzubringen und Jane alles, dem zu entgehen.
Mr. Knightley "spielt" Sherlock Holmes betr. Jane und Frank. Ihm, der Frank ja gar nicht mag (aus Gründen die nur er selber kennt wink ) und ist enttäuscht von Jane, dass zwischen ihr und Frank eine Art Einverständnis zu herrschen scheint. Wo Frank doch offen Emma den Hof zu machen scheint, wie es allgemeinhein inzwischen angenommen wird.
Bei einem zufälligen Zusammentreffen seitens Miss Bates, Jane und die Westons mit Frank treffen mit Mr. Knightley und Emma und Harriet zusammen. Vor Hartfield bestürmt Emma die Gruppe, ihrem Vater einen Besuch abzustatten, was ihm sicher sehr gut gefallen würde. In Hartfield wird an dem neuen runden (!) Tisch der Tee eingenommen und man sitzt noch gemütlich beisammen. Mr. Knightley kann über seine Beobachtungen des Nachmittags nachdenken, als Frank erzählte, Mrs. Weston hätte ihm eine Neuigkeit betr. eines Mr. Perry und einer Kutsche gemacht. Davon hat Mrs. Weston noch nie etwas gehört. Frank kommt auf merkwürdige Träume zu sprechen und Miss Bates erzählt arglos, wie Großmama ihr und Jane diese Überlegungen seitens Mr. Perry erzählt hätte...
Auf Bitten Franks wird eine Art Scrabbele gespielt und je einer der Gruppe legt Worte für einen anderen, die er zu raten hat. Schnitzer lässt Jane lächeln und Dixon unwillig werden. Mr. Knightley ist sich sehr sicher, dass da etwas zwischen Frank und Jane vorgeht und will Emma, als sie alleine mit Mr. Woodhouse zurück bleiben, darauf ansprechen. Emma kann darüber nur lachen. Frank und Jane? Niemals! Sie findet es lustig, dass Mr. Knightley auch auf sein Bauchgefühl hören will, aber da würde er gründlich daneben liegen.
Mr. Knightley entflieht dem für Emmas verweichtlich lebenden Vater überhitzten Kamin in die Kühle und die Einsamkeit von Donwell Abbey.

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Und dank der Eklärung von Alethea mit dem Tischherrn beim Essen macht das ganze noch mehr Sinn. Ich habe mich nämlich beim ersten Lesen verwundert gefragt, worin denn die "große Tat" von Mr. Knightley bestand. Aber klar! Und das war noch vor Franks Heldentat. Dennoch bin ich etwas verwundert, dass Harriet ihr Herz nicht Frank schenkte. Es sei denn, die Zuneigung zu Emma sei auch für Harriet so sichtbar geworden, dass sie der Freundin nicht in die Quere kommen wollte. Da hatte Mr. Knightley natürlich "freie Bahn" bei Harriet! :ja:

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Schritte wagen im Vertraun auf einen guten Weg, Schritte wagen im Vertraun das letztlich ER mich trägt, Schritte wagen weil im Aufbruch ich nur sehen kann, für mein Leben gibt es einen Plan.
Clemens Bittlinger


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BeitragVerfasst: Dienstag 3. April 2007, 12:31 
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Ich finde interessant, dass das 41. Kapitel eigentlich komplett aus Mr Knightleys Sicht geschrieben ist --- ein seltenes Phänomen, da der Leser ja sonst alles nur durch Emmas Augen beobachtet.

Zum ersten Mal wird der Blick bewusst darauf gelenkt, dass zwischen Frank und Jane eine Verbindung besteht, auch wenn es sich dabei lediglich um einen Verdacht Mr Knightleys handelt und dieser ein wenig verwirrt ist, was er von der ganzen Sache halten soll.

Sehr reizvoll ist das Spiel mit den Buchstaben --- mir ist aufgefallen, dass in "Emma" Wortspielereien eine wichtige Rolle spielen: Mr Eltons Rätsel am Anfang, Franks Wortspielereien gegenüber Emma (die nur ein Zweitleser verstehen kann), nun dieses Spiel.

Welches Wort legt Frank denn Jane im Deutschen vor?

Im Englischen heißt es "blunder", was "schwerer Fehler" bedeutet! :biggrin: Dass es sich dabei um eine geheime Botschaft Franks an Jane handelt (nämlich, dass er nicht absichtlich von Mr Perrys Kutsche sprach, um den Verdacht auf sie beide zu lenken, sondern einen Fehler machte!) muss wohl nicht extra erwähnt werden... :wink:

Warum, meint ihr, schiebt Frank Jane das Wort "Dixon" zu? Um sie zu ärgern, oder (was ich denke) um den Verdacht, der eventuell dadurch entstanden sein könnte, dass Harriet das Wort "blunder" laut aussprach, wieder von ihnen abzulenken?

Tatsache ist, dass Jane verärgert ist, und Frank erschrocken darüber (was für mich ein Zeichen ist, dass er es nicht böse gemeint haben kann!), denn er schiebt ihr hastig ein weiteres Wort zu, das Jane jedoch ignoriert! (Zu schade, dass Mr Knightley das nicht auch noch lesen konnte! :lol: )

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(Verfasser (mir) unbekannt --- Angelika meint, es sei Mark Twain... :biggrin: )


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BeitragVerfasst: Dienstag 3. April 2007, 12:44 
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Herrlich auch, wie sich langsam Mr Knightleys Eifersucht abzeichnet:

He found he could not be useful, and his feelings were too much irritated for talking.


Wie er sich davon überzeugt, irgendetwas unternehmen zu müssen --- obwohl er in Wahrheit wohl eher wissen will, wie es um Emmas Gefühle für Frank steht!

he must -- yes, he certainly must, as a friend -- an anxious friend -- give Emma some hint, ask her some question. He could not see her in a situation of such danger, without trying to preserve her. It was his duty.

Wie lieb von ihm, dass er vermeiden will, Emma mit seinem Verdacht Schmerzen zuzufügen, während er wohl insgeheim zu hoffen beginnt, Frank interessiere sich tatsächlich nicht für Emma... :wink:

Und dann wieder ein so wundervolles Missverständnis ( :lol: ) --- Emma spricht mit Bestimmtheit von Franks Gleichgültigkeit gegenüber Jane, weil diese ja fest glaubt, er hege inzwischen Gefühle für Harriet, während der arme Knightley glaubt, sie spreche so überzeugt von Franks Gefühlszustand, weil sie Franks Herz kennt und die beiden insgeheim vielleicht sogar schon übereingekommen sind...

Emma's confusion, and the acknowledged intimacy, seemed to declare her affection engaged. Yet he would speak.

Der letzte Satz dieses Kapitels ließ mich direkt traurig werden:

and walked home to the coolness and solitude of Donwell Abbey.[/color] (Kapitel 41)

Emma spricht hin und wieder davon, dass Mr Knightley gerne unverheiratet wäre und sein Leben allein ihn ausfülle, doch ob Mr Knightley diese "solitude" wirklich so gut gefällt? :sad:

Schön auch der "Kalt-Warm"-Kontrast zwischen Donwell und Hartfield. :ja:
Als sei Emma gewissermaßen die "warme Sonne", die mit ihrer Fröhlichkeit für Wärme und Heiterkeit sorgt --- und Mr Knightley völlig fehlt! :wink:

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BeitragVerfasst: Dienstag 3. April 2007, 12:52 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Alethea hat geschrieben:
Der letzte Satz dieses Kapitels ließ mich direkt traurig werden:

and walked home to the coolness and solitude of Donwell Abbey.[/color] (Kapitel 41)

Emma spricht hin und wieder davon, dass Mr Knightley gerne unverheiratet wäre und sein Leben allein ihn ausfülle, doch ob Mr Knightley diese "solitude" wirklich so gut gefällt? :sad:

Schön auch der "Kalt-Warm"-Kontrast zwischen Donwell und Hartfield. :ja:
Als sei Emma gewissermaßen die "warme Sonne", die mit ihrer Fröhlichkeit für Wärme und Heiterkeit sorgt --- und Mr Knightley völlig fehlt! :wink:


Mir tat hier Mr. Knightley auch richtig leid, musste er doch davon ausgehen, dass Emma ernsthaft an eine Verbindung mit Frank denkt.

Und die Gleichgültigkeit Emmas, mit der sie Mr. Knightley dazu "verdonnert", sein Leben allein zu verbringen. Da sehe ich eigentlich keine Gefühle von Emma für Mr. Knithtley. Sie nimmt ihn anscheinend doch nur wie einen Schwager wahr und nicht mehr.

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BeitragVerfasst: Dienstag 3. April 2007, 13:02 
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Tina hat geschrieben:
Und die Gleichgültigkeit Emmas, mit der sie Mr. Knightley dazu "verdonnert", sein Leben allein zu verbringen. Da sehe ich eigentlich keine Gefühle von Emma für Mr. Knithtley. Sie nimmt ihn anscheinend doch nur wie einen Schwager wahr und nicht mehr.


So sehe ich das nicht ganz. :nein:

Emma erkennt ja erst im Laufe des Buches, dass sie andere Gefühle für Mr Knightley hat als die der Freundschaft. Doch zu dem Zeitpunkt, als sie über Mr Knightleys Zufriedenheit mit dem Alleinsein spricht, hat sie das noch nicht wirklich erkannt (das tut sie ja erst auf dem Ball in "The Crown") und spricht zudem aus leichter Eifersucht auf Jane Fairfax heraus, was ihr selbst gar nicht bewusst ist --- meines Wissens kommt diese Bemerkung Emmas in dem Gespräch mit Mrs Weston vor, als diese ihren Verdacht bezüglich Mr Knightley und Jane Fairfax äußert!

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BeitragVerfasst: Dienstag 3. April 2007, 13:11 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Du meinst, Eifersucht treibt Emma zu dieser Aussage? So habe ich das noch gar nicht gesehen. Aber ja, es macht Sinn!

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BeitragVerfasst: Dienstag 3. April 2007, 13:18 
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Ich denke, daß für Emma Mr. Knightley stets zu ihrem Leben dazugehörte und die Vorstellung, daß sich da jemand dazwischen schiebt, würde für sie bedeuten, daß die Freundschaft zwischen beiden zwangsläufig in den Hintergrund treten müßte. Daß sie mehr für Mr. Knightley empfindet, wird ihr erst später klar, aber daß sie ihn nicht mit jemand anderem teilen möchte, ist ihr vielleicht schon bewußt.


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BeitragVerfasst: Dienstag 3. April 2007, 13:33 
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@Ulli
@Tina

Ich denke, eine Mischung aus beidem. "Eifersucht" ist in dem Stadium noch ein zu starker Ausdruck --- eine leise, unbewusste Eifersucht, denn Emma fühlt instinktiv, dass sie Mr Knightley mit niemandem teilen will --- doch sie hat kein Problem damit, seine Freundschaft mit Miss Bates zu teilen... :lol: Ich denke, ihr versteht, was ich meine! :biggrin:

Mr Knightley hat einen festen Platz in Emmas Leben und die Tatsache, dass er ihn hat, macht sie glücklich. Sie kann sich nicht vorstellen, dass Mr Knightley eine Veränderung wünscht, da sie sich selbst keine wünscht. Ihre eigenen Wünsche reflektiert sie im Gespräch mit Mrs Weston auf Mr Knightley.

Das gleiche spielt sich doch bei Mr Knightley ab: Frank würde sich zwischen ihn und Emma stellen und ihre Freundschaft wäre womöglich nicht mehr das, was sie einmal war. Ob er schon jetzt erkennt, dass er für Emma mehr als Freundschaft empfindet, darüber kann man sich streiten. Tatsache ist, dass Emma durch eine Heirat mit Frank entweder wegziehen würde, oder Hartfield nicht mehr so einladend wäre, wie zuvor, da er Frank nicht leiden kann, und zwar nicht nur aus "Eifersucht"...

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