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 Betreff des Beitrags: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Sonntag 6. August 2017, 13:43 
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Administrator und Captain a.D. of HMS Groupread
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Wir können uns ja vornehmen, 2-4 Briefe pro Woche zu lesen, dann wären wir Mitte Oktober durch.

Dann mal los, wer immer anfangen mag...


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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Sonntag 6. August 2017, 14:59 
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Austenexperte
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Dann will ich mal anfangen ;D
Zuerst, das ist ein lange nicht gehabtes Lesevergnügen, da ich "Lady Susan" noch nie gelesen habe. Zugegeben, ganz ausblenden kann ich all das, was ich über den Roman, mehr über die Person als über die Handlung, schon weiß nicht wirklich (auch der Trailer des Films tut ja seinen Teil, einen Eindruck von der Person zu bekommen)
Wenn ich versuche, dies aus dem Hinterkopf zu verbannen, scheint der erste Brief ja erstmal eine liebenswerte nette Schwester zu charakterisieren, die sich danach sehnt, endlich mal zu sehen, wie gut sich ihr Bruder niedergelassen hat. Obwohl man schon durch die Kürze des Briefes so seine Zweifel bekommt als erfahrene Austenleserin :fies_sei:
Und ich frage mich, wieso sie, wenn sie denn schon erkennt, daß die Gouvernante unfähig war, ihrer Tochter die nötige Aufmerksamkeit zukommen zu lassen; wieso sie also jetzt, wo die Aufgabe der Fürsorge für ihren Gatten wegfällt, sie dieses:
Zitat:
... paying her that attention wich duty and affection really dictated...
sie ihr das versagt obwohl sie sich nun wieder selbst um ihre Tochter kümmern könnte, will sie sie in eine
Zitat:
private school in town
stecken.
Und die Schlußsequenz des Briefes ist so wunderbar formuliert, der arme Bruder kann ja gar nicht anders, als zusagen :<
Mit dem zweiten Brief bin ich noch nicht fertig, aber erzeigt schon, daß meine ersten Eindrücke nicht so falsch sein können. Der lieben Freundin gegenüber schreibt sie ja ganz anders und vor allem andere Wahrheiten erscheinen vor des Lesers Auge, aber dazu später mehr.

Elanor

_________________
[During the 1960s] I think there was more sex in those old films than in all that thrashing around today. I'm tired of sex scenes.
Claudette Colbert

sadly enough, this is more than true in our times


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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Sonntag 6. August 2017, 15:56 
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Austenbegeistert
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Die ersten beiden Briefe führen dem Leser schon gleich vor Augen, mit welchen "Waffen" die Titelheldin zu kämpfen in der Lage ist, um ihre Interessen durchzusetzen. Unehrlichkeit ist ein milder Ausdruck dafür. Während im ersten Brief noch so getan wird, als ginge es ihr um einen freundlichen Besuch bei den Verwandten und alles zum Nutzen der Tochter, wird aus dem zweiten Brief deutlich, dass sich die Verfasserin am jetzigen Aufenthaltsort einfach nicht mehr sehen lassen kann und quasi flüchten muss. Ihre Verwandten mag sie in Wirklichkeit gar nicht leiden, weiß aber nicht, wohin sie sonst gehen könnte.

Folgende Personen werden eingeführt:

Lady Susan Vernon, seit 4 Monaten verwitwet
ihre Tochter Frederica,
der Empfänger des ersten Briefes, ihr Schwager (Bruder ihres verstorbenen Mannes) Mr Vernon, verheiratet mit Catherine Vernon, geb. de Courcy,beide in einem Ort namens Churchill lebend,

als Empfängerin des zweiten Briefes ihre engste Freundin, Alicia Johnson, mit der sie alle Geheimnisse und Wahrheiten teilt und austauscht, diese verheiratet mit Mr Johnson

in einem anderen Ort namens Langford die bisherigen Gastgeber der Titelheldin, nämlich
Mr Manwaring und Sir James Martin, denen sie gleichzeitig Avancen macht, obwohl Manwaring verheiratet und Martin wohl für Miss Manwaring (Schwester von Mr Manwaring) vorgesehen war. Lady Susan fädelt es ein, dass Martin sie um die Hand ihrer Tochter Fredericia bittet und bringt so alle gegen sich auf.

Dies ist der Grund, warum sie Schwager und Schwägerin besuchen will.

----------------------------------------------
Die Freundin hat in diesem Briefroman die überaus wichtige Funktion, dass man aus der Korrespondenz mit ihr etwas über die wahren Absichten und Hintergründe der Hauptperson erfährt.

Die beiden ersten Briefes befeuern das Interesse des Leser zu erfahren, wie es weitergeht.


Zuletzt geändert von MiRiBo am Sonntag 6. August 2017, 19:03, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Sonntag 6. August 2017, 16:03 
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Austenfan

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Zitiert habe ich immer (auch in den folge Posts) die Reclam Ausgabe (9783159612072)
Brief 1
Elanor hat geschrieben:
Und die Schlußsequenz des Briefes ist so wunderbar formuliert, der arme Bruder kann ja gar nicht anders, als zusagen

Zumal er sie ja eigentlich bereits eingeladen hatte, trotzdem schließt der Brief eine permanente Absage fast schon aus.
Brief 1 hat geschrieben:
Ich kann mir nicht länger das Vergnügen versagen, von deiner [...] Einladung Gebrauch zu machen

Interessant finde ich zudem ihren Wunsch, eine weitere Schwägerin kennenzulernen, wobei es sich nicht um Mrs. Vernon handeln kann, da sie theoretisch Schwippschwägerinnen sein müssten (kann auch sein, dass ich komplett danebenliege). Es warten in Zukunft also vermutlich noch mehr Charaktere auf uns.
Den gesamten Mittelteil empfinde ich als ziemlich redundant, wenigstens spricht sie nicht schlecht von ihren Freunden in Langford und lässt erkennen, sich um die Kinder bemühen zu wollen.
Brief 1 hat geschrieben:
Ich sehne mich danach, deine lieben Kleinen kennenzulernen, deren Herzen zu gewinnen ich mich sehr bemühen werde.

Inwiefern diesen Worten auch tatsächlich Taten folgen werden, kann man zu diesen Zeitpunkt noch nicht wissen, vorschnell sollte man aber mMn nicht urteilen. Dumm scheint sie jedenfalls nicht zu sein, vllt. etwas eitel, obwohl damals vermutlich die Meisten ähnlich geschrieben haben.
Wie ihre Beziehung zur eigenen Tochter aussieht, vermag ich auch noch nicht zu sagen, grundsätzlich war es ja nicht unüblich seine Töchter einer Gouvernante oder einem Internat anzuvertrauen. Bleibt die Frage nach dem Alter, aller erwähnten Personen und vorallem der Tochter... (vermutlich klärt sich das noch im Laufe der nächsten Briefe)

MiRiBos Beitrag wurde, während ich an meinen geschrieben habe, abgegeben und bezieht sich auf die ersten beiden Briefe, weshalb ich auf diesen noch nicht eingegangen bin bzw. diesen nicht gelesen habe.

_________________
"Ein Leser, ganz gleich, ob männlich oder weiblich, der an guten Romanen kein Vergnügen hat, muss unerträglich dumm sein."


Zuletzt geändert von DaviDmitD am Samstag 16. September 2017, 23:13, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Sonntag 6. August 2017, 22:06 
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Administrator und Captain a.D. of HMS Groupread
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Vielleicht lohnt noch ein kurzer Blick auf die Entstehungsgeschichte des Romans. Austen hat ihn mit 18 oder 19 geschrieben, als Briefroman, wie das damals noch so gerade oder langsam schon nicht mehr üblich war (auch S&S und P&P entstanden in ersten Fassungen ja wohl als Briefroman). Der Text ist noch recht angelehnt an ihr Frühwerk, wo es auch öfter mal rabiat und skrupellos zugeht - aber das wissen wir hier ja noch gar nicht. ;-) Jedenfalls bricht sie den Roman ab, vielleicht weil ihr die Form doch nicht gefällt, vielleicht sorgt sie sich, dass die Heldin nicht gut ankommen könnte bei den Lesern und Leserinnen. Das Manuskript verschwindet in der Schublade, aber Austen hat es durchaus wertgeschätzt, jedenfalls hat sie es viele Jahre später noch mal fein säuberlich abgeschrieben - und auch noch das Ende angefügt (jedenfalls glaube ich mich zu erinnern, dass sie es erst dann angefügt hat). Veröffentlicht wurde Lady Susan erst 50 Jahre nach Austens Tod von ihrem Neffen, der es zusammen mit der Biografie seiner Tante herausbrachte. Er war es auch, der dem Buch den Titel gab.

Zum ersten Brief:
Man erfährt ja irgendwie nicht, warum Lady Susan unbedingt zu ihrem Schwager will - also ob sie wirklich möchte oder muss. Etwa aus finanziellen Gründen. Aber mein Leseeindruck ist schon, dass sie unbedingt hin will. Vielleicht bin ich jetzt davon beeinflusst, dass ich weiß, wie es weiter geht, aber mir kommt der Ton des Briefes doch irgendwie verlogen vor. So liest sich doch der Hinweis, dass sie von ihren jetzigen Gastgebern so inständig gebeten werde, zu bleiben, irgendwie seltsam: Mindestens eitel, aber auch klischeehaft falsch. Wisst ihr, was ich meine? Ebenso der Wunsch, einen Platz im Herzen der Vernon-Kinder zu erobern. Und der Trennungsschmerz von der eigenen Tochter. Das ist sehr dick aufgetragen, theatralisch, finde ich. Wobei es natürlich auch sein kann, dass dieser blumige Stil damals so üblich war. Mir scheint aber, Lady Susan wird hier schon als sehr geschickt, raffiniert, gerissen eingeführt. Aber gut, da bin ich vielleicht wirklich vorbelastet. Deshalb ist der Eindruck der Erstleser hier besonders interessant, finde ich. Obwohl: Der 2. Brief löst das Rätsel ja ziemlich deutlich auf.....


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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Montag 7. August 2017, 07:41 
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Austenbegeistert
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Spontan musste ich bei dem Namen Vernon an den Uncle Vernon von Harry Potter denken. Ich sehe nur nicht, ob und warum die Autorin von HP den Namen (ist ja auch nur der Vorname) in Anlehnung an JA gewählt haben könnte.


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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Montag 7. August 2017, 12:04 
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@Elanor: Die Sache mit der Tochter ist schon mal die erste lustige Stelle im Buch, denke ich. Lady Susan beteuert, wie wichtig es ihr ist, sich jetzt endlich richtig um ihre Tochter kümmern zu können - und steckt sie ins Internat, so schnell wie möglich weg damit. Im nächsten Brief sagt sie ja auch ganz klar, ihre Tochter sei eine "Qual" für sie.

@DaviDmitD: Ich denke, mit Schwägerin ist tatsächlich Mrs. Vernon gemeint. Formal sind sie zwar tatsächlich nur "Schwippschwägerinnen", aber das wurde vermutlich nicht differenziert. Auch Begriffe wie "Vetter" oder "Cousine" wurden nicht immer streng korrekt benutzt.


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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Montag 7. August 2017, 12:37 
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Austenfan

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Udo hat geschrieben:
Wieso meinst Du, dass mit der Schwägerin nicht Mrs. Vernon gemeint sein kann? Ich denke, genau sie ist gemeint.

Ich gehe davon aus, dass es sich bei einem Schwager/ einer Schwägerin entweder um die Ehepartner der eigenen Geschwister oder die Geschwister des eigenen Ehepartners handelt. Mrs. Vernon wäre bloß mit Lady Susans Schwager verheiratet, entspräche also nicht meiner Definition einer Schwägerin, obwohl ich wiegesagt auch volkommen danebenliegen kann. Tatsächlich klingt dein Gedanke ziemlich plausibel, wieso sollte auch noch auf eine andere Person eingegangen werden?

MiRiBo hat geschrieben:
Die Freundin hat in diesem Briefroman die überaus wichtige Funktion, dass man aus der Korrespondenz mit ihr etwas über die wahren Absichten und Hintergründe der Hauptperson erfährt.

Solange wir nicht Lady Susans Gedanken lesen, können wir ihre wahren Absichten und Gedanken nie ganz sicher erkennen. Selbst der eigenen Freundin wird man in einen Brief nie die reinste Wahrheit zukommen lassen, aber trotzdem stellt man eine eindeutige Dissonanz zum ersten Brief fest. Die Briefe an ihre Freundin bieten also einen wilkommenen anderen Blickwinkel.

Brief 2 habe ich zwar schon gelesen, mein Beitrag folgt aber erst im Laufe der nächsten Tage

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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Montag 7. August 2017, 14:04 
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Austenfan
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mmmh... euer Montag (Start) ist mein Sonntag :aetsch: :rofl:

Ist es nicht herrlich, solche Briefe zu lesen? Aber auch schwierig, besonders das Heuchlerische vom Schwulstigen zu unterscheiden.
Solch schwulstige oder blumige :wink: Sprache war nun mal üblich damals, das kennen wir ja aus den Dialogen. Trotzdem klingt die Sprache einfach schöner, respektvoller.

Aber nun zum ersten Brief. Liest man den allein, denkt man doch gleich, wie nett und höflich Lady Susan mit ihren Verwandten korrespondiert.
Dennoch, auch ich habe mich gefragt, warum sie die Tochter nicht schon früher in diese Schule gebracht hatte (wo sie doch mit dieser Erzieherin so unzufrieden war).
Auf jeden Fall musste ich auch über das Ende schmunzeln. Für eine Absage ist da keine Chance mehr. Herrlich.


Udo hat geschrieben:
Man erfährt ja irgendwie nicht, warum Lady Susan unbedingt zu ihrem Schwager will - also ob sie wirklich möchte oder muss. Etwa aus finanziellen Gründen. Aber mein Leseeindruck ist schon, dass sie unbedingt hin will.

Lady Susan war ja nun eine Witwe und demnach auf Hilfe angewiesen. Ein Erbe gab es nicht und scheinbar auch keine klare Lösung, wer diese Frau mit Kind nun aufnimmt. Also lädt sie sich selbst ein. Ich denke, jedem Verwandten ist nun klar, dass er hier in die Pflicht genommen wird. Und dass das wahrscheinlich auch mehr bedeutet als nur ein Besuch. Für einen Verwandten wird hier aus Vergnügen nun eine Pflicht. :fies_sei: Reisen war ja üblich, auch über mehrere Wochen.

Das Beteuern der ach so übergroßen Mutterliebe (mit Bezug auf die Nichten und Neffen) ist ja auch schon ein versteckter Hinweis für den Schwager, welche Kosten noch auf ihn zukommen. Wahrscheinlich muss er nun diese Privatschule bezahlen...
:menno:

Der zweite Brief lässt die Heuchelei schon mal erkennen. Wobei ich noch nicht sicher bin, welches nun die wahren Gedanken von Lady Susan sind. Der andere Ton, der hier angeschlagen wird, lässt darauf schließen. Aber auch hier sind schmeichlerische Worte enthalten.
DaviDmitD hat geschrieben:
Solange wir nicht Lady Susans Gedanken lesen, können wir ihre wahren Absichten und Gedanken nie ganz sicher erkennen. Selbst der eigenen Freundin wird man in einen Brief nie die reinste Wahrheit zukommen lassen, aber trotzdem stellt man eine eindeutige Dissonanz zum ersten Brief fest. Die Briefe an ihre Freundin bieten also einen wilkommenen anderen Blickwinkel.

Es ist anzunehmen, dass sie ihrer Freundin mehr und ehrlicher offenbart, aber sicher können wir da nicht sein, da hast du vollkommen Recht. Immerhin kann der Mann der Freundin (Mr. Johnson) Lady Susan nicht leiden. Wenn man bedenkt wie abhängig die Frauen von den Männern waren, könnte das bedenklich sein. Hier fehlen einfach ein paar Infos zu dieser Freundschaft.

Spannend ist hier zu lesen, dass die ihre Trauerzeit zwar offiziell einhalten will, aber emotional da keine Beziehung mehr hat. Das lässt ja einiges auf ihre Ehe schließen. Der erste Eindruck einer aufopferungsvollen Witwe kommt da ein klein wenig ins Schwanken.
Allerdings, und dass ist auch kein kleiner Einwand, ist der Tod und die Sorge, wie es nun weitergeht (ohne einen Sohn, der erben konnte) auch ein alltägliches Thema in dieser Zeit.

Ihre Äußerungen über die Tochter sind erschreckend. Und sie weiß es, sie weiß, dass sie dafür als kaltherzig gehalten wird. Aber es macht ihr nichts aus.

Noch zu den eingeführten Personen:
Ich lese heraus, dass Mr. Johnson sich bei der Hochzeit von Mrs. Manwaring lossagte... dass bedeutet doch, 1. dass hier eine Verbindung bestand (vllt. eine Schwester) und 2. dass er mit Mr. Manwaring nicht einverstanden war... oder?


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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Montag 7. August 2017, 18:25 
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imchma hat geschrieben:
Ich lese heraus, dass Mr. Johnson sich bei der Hochzeit von Mrs. Manwaring lossagte... dass bedeutet doch, 1. dass hier eine Verbindung bestand (vllt. eine Schwester) und 2. dass er mit Mr. Manwaring nicht einverstanden war... oder?


Ich verstehe es so, dass Mr Johnson der Vormund von Mrs Manwaring war


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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Montag 7. August 2017, 19:21 
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MiRiBo hat geschrieben:
imchma hat geschrieben:
Ich lese heraus, dass Mr. Johnson sich bei der Hochzeit von Mrs. Manwaring lossagte... dass bedeutet doch, 1. dass hier eine Verbindung bestand (vllt. eine Schwester) und 2. dass er mit Mr. Manwaring nicht einverstanden war... oder?


Ich verstehe es so, dass Mr Johnson der Vormund von Mrs Manwaring war


Ich bin dem nochmal nachgegangen: Elisabeth Gilbert (Insel Verlag) übersetzt die Passage komplett mit anderem Sinn als Christian Grawe (Reclam). Im Originaltext steht "guardian" und Gilbert übersetzt dies mit Diener, Grawe mit Vormund. "his throwing her off for ever on her marriage" wird einerseits zu " und verwies sie ... für immer auf ihre Ehe " und andererseits zu "sich der Vormundschaft dadurch zu entledigen, dass er sie verheiratet hat"

Ich neige eher dem Verständnis von Grawe zu, aber ich verstehe jetzt auch imchma sehr gut.


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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Montag 7. August 2017, 21:28 
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imchma hat geschrieben:
Allerdings, und dass ist auch kein kleiner Einwand, ist der Tod und die Sorge, wie es nun weitergeht (ohne einen Sohn, der erben konnte) auch ein alltägliches Thema in dieser Zeit.


Aus dem nächsten Brief geht ja hervor, dass Lady Susan finanziell eher in Nöten ist. Unklar ist (und bleibt, glaube ich), warum: Vielleicht gab es einen männlichen Verwandten, der geerbt hat, vielleicht hat Mr. Vernon seiner Lady aber auch einfach nichts vermacht. Auf jeden Fall würde sie nie und nimmer nach Churchill fahren, wenn sie nicht unbedingt müsste.

MiRiBos Beispiel zeigt mal wieder, wie wichtig eine gute Übersetzung ist, wenn man nicht das Original liest. Grawe liegt sicher richtig. "Diener" ist ja irgendwie sinnlos. Und "auf die Ehe verweisen" passt ja nicht mal im Deutschen. Also ich denke auch, dass Mr. Johnson der Vormund war, der diese Aufgabe los war, als die Frau geheiratet hat - da hat der Ehemann den Job übernommen....

Genau so wird das übrigens auch in der aktuellen Verfilmung dargestellt. Hat jemand hier den Film schon gesehen? Ich fand ihn sehr gelungen!


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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Montag 7. August 2017, 23:17 
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MiRiBo hat geschrieben:
Ich verstehe es so, dass Mr Johnson der Vormund von Mrs Manwaring war

Danke MiRiBo. Und du hast vollkommen Recht... jetzt passt auch der Satz mit dem Vormund (hier in der Übersetzung von Ilse Leisi, weil ich den Grawe noch nicht habe :wink: ) "... und Mrs Manwaring unausstehlich eifersüchtig; so eifersüchtig, kurz gesagt, und so wütend auf mich, dass ich gar nicht erstaunt wäre, wenn sie sich in der Maßlosigkeit ihres Tempera­ments bei ihrem Vormund beklagen würde, stün­de es ihr frei, sich an ihn zu wenden."
Und die Gilbert-Übersetzung finde ich doof :aetsch:


Udo hat geschrieben:
Genau so wird das übrigens auch in der aktuellen Verfilmung dargestellt. Hat jemand hier den Film schon gesehen? Ich fand ihn sehr gelungen!

Ich habe den Film gesehen und ich fand ihn auch sehr gelungen. Aber hier versuche ich das auszublenden (was natürlich suuper leicht funktioniert :isklar: ), weil ich gern Austens Bild erkennen möchte.
Ach, und an die Verwandschaftsverhältnisse zwischen diesen beiden konnte ich mich nicht mehr erinnern. Ich weiß auch nicht mehr, ob erklärt wurde, wie Lady Susan und Lady Alicia Freundinnen geworden waren.

Im ersten Brief war noch nicht zu erkennen, dass sie in Geldnöten war... so war ja dein Ansatz. Im zweiten Brief gab sie es dann ganz klar zu. Mehr sogar - sie gibt bewusst schon mehr Geld aus, als sie hat (für die Privatschule) das scheint ihr jedenfalls noch keine Sorgen zu bereiten.


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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Dienstag 8. August 2017, 07:24 
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Austenbegeistert
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Udo hat geschrieben:
Hat jemand hier den Film schon gesehen? Ich fand ihn sehr gelungen!


Hab ihn im Kino gesehen und war - ich traue es mich bei all den positiven Stimmen hier kaum zu sagen - sehr wenig überzeugt. Ist aber schon länger her und ich weiß nicht mehr genau warum. Ich erinnere mich noch, dass ich am Anfang Mühe hatte, zu begreifen, wer wer ist und in welcher Beziehung die Figuren zueinander stehen. Möglicherweise hab ich nur einen schlechten Tag gehabt. Werde mir jetzt anlässlich unseres groupreads die DVD besorgen und etwas genauer schauen. Ich lese alles jetzt auch intensiver als vor ein paar Jahren, als ich Lady Susan mal gelesen habe.

Noch ein Vorschlag dafür, wenn wir weitermachen: Brief 3 und 4 passen inhaltlich gut zusammen und mein Vorschlag ist, dass wir die zusammen behandeln, wenn wir mit 1 und später 2 durch sind.


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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Dienstag 8. August 2017, 09:26 
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Administrator und Captain a.D. of HMS Groupread
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Am Anfang fand ich den Film auch unübersichtlich, da hilft es sicher, die Geschichte noch einigermaßen im Kopf zu haben. Aber er betont die lustige Seite des Buchs, das fand ich gut.

Brief 3+4 in einem Rutsch zu lesen finde ich auch gut. Im Grunde sollten wir locker 4 Briefe pro Woche schaffen, denke ich jetzt: Sie sind ja teilweise sehr kurz.


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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Dienstag 8. August 2017, 21:44 
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Endlich komme ich mal dazu, weiter was zu schreiben, obwohl ja viel von dem, was ich über den zweiten Brief dachte, schon hier formuliert wurde. Lady Susan scheint ja doch wirklich nicht besonders nett zu sein, zumindest denkt das der Großteil der weiblichen Personen, denen sie in Langford begegnet. Während man im ersten Brief ja noch den Eindruck bekommen könnte, das sie wenigstens etwas Positives für ihre Tochter empfindet, scheint dieser Eindruck im zweiten Brief total zu verblassen. Ist sie wirklich so "dull and dump" really that great "simpleton"
" als welche sie ihre Mutter sie im zweiten Brief beschreibt. Ich bin gespannt, wie sich das noch entwickeln wird.

Habe übrigens in meinem Bücherregal tatsächlich eine deutsche Ausgabe gefunden (Inseltaschenbuch) so daß ich jetzt zweisprachig lese, aber diese Übersetzung ist ja teilweise so :wall: :tot: daß ich wohl lieber beim Original auf dem Ebookreader bleibe und die nur ab und an heranziehe.

Elanor

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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Dienstag 8. August 2017, 22:53 
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Austenfan
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Beiträge: 42
:hallo: ich melden mich mal um euch wissen zu lassen das ich mitlese. Ich möchte mich aber nicht verpflichten mitzureden. Ich versuche auf den gleichen Stand zu bleiben wie das Forum. Aber wenn ich länger brauche, werden ich ganz entspannt hinterher latschen.

Ich habe Lady Susan vor Jahren gelesen und erinnere mich nur daran das es mir nicht so gut gefiel :tomate:. Doch ein Groupread ist eine schöne Gelegenheit es noch mal zu versuchen. (Habe aber noch nicht angefangen). Im Moment hab ich die Ausgabe vom Insel Verlag mit Elisabeth Gilbert als Übersetzerin. Ich werde mir aber die Grawe Übersetzung holen.
Bei früheren Diskussionen war Grawe häufig besser und hier fangen die Missverständnisse aufgrund von Übersetzungen ja früh an. Für das englische Original fehlt mir die Ruhe. (Sollte ich die mir mal nehmen werde ich aber Emma oder Verstand und Gefühl lesen).

Wenn es gut läuft, werde ich mich beteiligen. Ansonsten still mitlesen.

Georg


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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Mittwoch 9. August 2017, 13:58 
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Austenfan

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Beiträge: 29
Brief 2
Sich bei Lady Susan an der Präsumtion der Unschuld zu halten, fällt mir zunehmend schwerer.
Die momentane Lage und die Aussicht, einige Zeit auf dem Land verbringen zu müssen, scheint jedenfalls ganz und gar nicht ihren Wünschen zu entsprechen.

Brief 2 hat geschrieben:
Augenblicklich geht allerdings nichts nach Wunsch.

Sie schreibt außerdem, dass man sie loben würde, wenn man ihre wahren Absichten kennt. Angeblich ist sie um das Wohlergehen der Tochter bemüht, obwohl sie wenig Gutes über sie zu schreiben hat, jedoch würde eine Mrs. Bennet in einer solchen Situation ähnlich hart über ihre Tochter urteilen. Ob das Mädchen bei Miss Summers tatsächlich zu "Vernunft" kommen wird oder "gute Verbindungen" knüpfen kann, bleibt fragwürdig, da Mädchen aus besten Hause nicht zwangsläufig beste Verbindungen abgeben müssen, was eine Lady Susan aber nicht wissen muss, ich ihr auch nicht negativ anrechnen würde.

Brief 2 hat geschrieben:
Der Preis ist unerhört und übersteigt alles, was ich mir leisten kann.

Inwiefern diese Aussage mich an ihren Verstand oder Charakter zweifeln lässt, kann ich noch nicht sagen. Es mag vielfätige Gründe dafür geben, über den eigenen Mitteln zu leben, was auch bei Jane Austen nicht immer von einen schlechten Charakter zeugt.

imchma hat geschrieben:
Ihre Äußerungen über die Tochter sind erschreckend. Und sie weiß es, sie weiß, dass sie dafür als kaltherzig gehalten wird. Aber es macht ihr nichts aus.

Ob sie von ihrer "lieben" Freundin tatsächlich für kaltherzig empfunden wird, kann ich nicht sagen. Ich glaube aber auch, dass sie das Meiste, was sie schreibt und sagt, bewusst tut und sich Gedanken über die Wirkung ihrer Worte macht, auch wenn ihre Pläne nicht aufgehen müssen, wie die eigene Tochter oder die Frauen in Langford beweisen.
Nicht zu viel auf die Meinung Anderer über sich selbst zu geben, ist mMn eigentlich begrüßenswert, aber ich sehe das bei Lady Susan (noch) nicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Mittwoch 9. August 2017, 14:33 
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Administrator und Captain a.D. of HMS Groupread
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Registriert: Mittwoch 9. April 2008, 16:07
Beiträge: 3054
Im 2. Brief zeigt sich Lady Susan von ihrer wahren Seite, denke ich: Auf jeden Fall ist sie absolut intrigant und berechnend. Ich mag sie trotzdem, weil ich denke, dass Austen ihren Spaß daran hatte, eine so vermeintlich verworfene Figur zu entwerfen. Und lustig ist das, weil es total überzogen ist. Z.B. sagt sie, dass sie erst Miss Manwaring den ihr versprochenen Sir James Martin ausgespannt hat, damit er dann ihre Tochter Frederica heiraten soll, die das dummerweise nicht will. Also sie flirtet mit ihm, damit er ihre Tochter heiratet?! Schräg. Oder es zeigt, wie genial sie Männer manipulieren kann.... Was übrigens auch sehr heiter wäre.

Dann merkt sie an, dass sie ihn gern selbst geheiratet hätte, wäre er nur eine "Idee weniger verächtlich" - aber für ihre Tochter ist er offenbar gut genug. Entweder will sie ihre Tochter unter die Haube bringen, damit sie sie endlich ganz los ist. Oder sie will sie reich verheiraten, um auf ihre Kosten leben zu können. Vermutlich beides. Dass sie zugleich beteuert, romantisch zu sein, ist auch lustig, weil es so total allem widerspricht, was sie tut.

Ich glaube, man wird das Buch vor allem dann weniger gut oder sogar schwach finden, wenn man dem Humor oder der Ironie nicht auf der Spur bleibt. Nimmt man das alles ernst, ist es - das zeichnet sich jetzt nach Brief 2 ab - ein Buch über eine ziemlich böse Frau, die sehr böse und gemeine Dinge tut. Das passt aber gar nicht zu Austens anderen Frühwerken, in denen auch ständig schlimme Dinge getan werden - dort aber ganz offensichtlich völlig überdreht und albern.

Vielleicht hat Austen mit Lady Susan auch versucht, jetzt mal eine ernsthaft böse Figur zu schreiben, aber ich glaube das eigentlich nicht.


Willkommen zurück, George!


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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Mittwoch 9. August 2017, 17:13 
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Austenfan
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Beiträge: 33
Wohnort: Mainz
Offtopic
:offtopic:
Wisst ihr was? Ich bin grad etwas verwirrt. Habe nun endlich mein Buch, die Reclam-Ausgabe, gekauft und die bisherigen Briefe nochmals gelesen und bin grad enttäuscht und verwirrt...
Darf ich mich hier ein klein wenig ausheulen :heulboje: aber ich hoffe, ihr erdet mich wieder

Damit ich nicht hinter euch zurück bleibe, habe ich bisher mich mit der Leseprobe von der Manesse-Ausgabe gerettet :fies_sei: die hatte ich noch von der Recherche, weil doch MiRoBo danach gefragt hatte. Und ich muss sagen, mir gefällt die Übersetzung. Sie klingt ein klein wenig vornehmer... und altertümlicher...

Aber das Allerschlimmste ist, dass im Reclam in den ersten 4 Briefen schon (min.) 2 Fehler sind. Wahrscheinlich haben sie am Lektorat gespart, aber das macht irgendwie alles kaputt... zum Beispiel wurde aus Mr. Manwaring - Mrs. Manwaring, was in diesem Fall ja schon eine wichtige Rolle spielt. Ich hab im Englischen nachgeschaut... es muss Mr. Manwaring heißen... :gruebel:
Ich darf nicht vergleichen, dann merke ich das nicht :wink:

:empoerung:


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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Mittwoch 9. August 2017, 17:20 
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Austenfan
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Aber gut, komme ich nun zum Wesentlichen ;D

DaviDmitD hat geschrieben:
Ob das Mädchen bei Miss Summers tatsächlich zu "Vernunft" kommen wird oder "gute Verbindungen" knüpfen kann, bleibt fragwürdig, da Mädchen aus besten Hause nicht zwangsläufig beste Verbindungen abgeben müssen

momentan ist ja hier die Frage, wie das helfen soll... Ich denke mal, dass Lady Susan hofft, durch Freundschaften mit Mädchen aus gutem Hause entwickeln sich neue Verbindungen, wenn sie sich gegenseitig einladen, z. B. auf Bälle, zu denen diese Mädchen gehen oder potentielle Brüder o.ä.... der Formulierung Lady Susans nach hat das wenig mit der Erziehung durch Miss Summer zu tun, was normalerweise das Auswahlkriterium einer Schule ist.


Udo hat geschrieben:
Also sie flirtet mit ihm, damit er ihre Tochter heiratet?! Schräg.

„schräg“ ist eigentlich noch eine harmlose Formulierung. Wenn ich die Tochter wäre, hätte ich das auch komplett abgelehnt.
Und wie sich ein angeflirteter Mann fühlt, der dann auf die Tochter verwiesen wird... :was: :nixweiss:

Udo hat geschrieben:
Oder es zeigt, wie genial sie Männer manipulieren kann.... Was übrigens auch sehr heiter wäre.

naaa jaaaa... :loldev: (das denkt Mr. de Courcy im 4. Brief auch)

Udo hat geschrieben:
Entweder will sie ihre Tochter unter die Haube bringen, damit sie sie endlich ganz los ist. Oder sie will sie reich verheiraten, um auf ihre Kosten leben zu können. Vermutlich beides.

auf jeden Fall beides... ich glaube schon, dass sie ihre (neu gewonnene) Freiheit behalten will. Irgendjemand hatte hier im Forum mal geschrieben, dass man als Witwe frei von allen Konventionen ist. Wenn man dann noch einen finanziellen Hinterhalt hat... ich glaube schon, das wäre ihr Traumleben

Udo hat geschrieben:
Ich glaube, man wird das Buch vor allem dann weniger gut oder sogar schwach finden, wenn man dem Humor oder der Ironie nicht auf der Spur bleibt. Nimmt man das alles ernst, ist es - das zeichnet sich jetzt nach Brief 2 ab - ein Buch über eine ziemlich böse Frau, die sehr böse und gemeine Dinge tut.
(...)
Vielleicht hat Austen mit Lady Susan auch versucht, jetzt mal eine ernsthaft böse Figur zu schreiben, aber ich glaube das eigentlich nicht.

Doch, ich glaube das... nicht aus Spaß, auch mal eine böse Figur zu zeichnen, sondern aus Erfahrung. Und man darf es durchaus ernst nehmen. Ihre Werke zeichnen sich durch die sehr gute Beobachtung der Menschen, besonders durch eine weitgehend objektive Beschreibung und einer kleinen subjektiven sarkastischen Bewertung. Und genauso lese ich diese Briefe auch... es gibt solche Menschen wie Lady Susan und es wird sie auch damals schon gegeben haben... und Jane hat das notiert. Es war nur nicht die richtige Zeit, um so was öffentlich aufzudecken.

Udo hat geschrieben:
Das passt aber gar nicht zu Austens anderen Frühwerken

Das sehe ich genauso. Und ich glaube, dass es kein Frühwerk ist.

-----------------------------------
PS. Können wir jetzt die nächsten Briefe besprechen, ich kann es kaum erwarten :ja:


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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Donnerstag 10. August 2017, 19:01 
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imchma hat geschrieben:
Das sehe ich genauso. Und ich glaube, dass es kein Frühwerk ist.


Also rein zeitlich liegt es so auf der Kante, wie gesagt: Austen war 18 oder 19, als sie es geschrieben hat. Manche werten das Buch als "Fingerübung" für die späteren Romane. Schwer zu sagen: Mir scheint, dass noch sehr viel von der frühen Austen zu erkennen ist. Wir können das ja mal weiter verfolgen, ob das Buch eher ins Lustige oder ins Ernste schlägt. Der erste Eindruck ist auf jeden Fall ernst und böse, finde ich, aber das passt eigentlich nicht zu allen anderen Austen-Büchern - auch nicht zu den späten, die fast immer irgendwie auch lustig/humorvoll/ironisch/sarkastisch sind. Vielleicht ist ein Problem dieses Romans, dass man das wegen der Briefform nicht so gut rüberbringen kann. Aber ich kann da auch ganz falsch liegen, am Ende deutet man sich ein Buch ja doch so, wie man es gerne hätte, bzw. wie es einen anspricht.

imchma hat geschrieben:
PS. Können wir jetzt die nächsten Briefe besprechen, ich kann es kaum erwarten :ja:


Na klar, mach einfach weiter! :)


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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Donnerstag 10. August 2017, 19:41 
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Brief 3 und 4 zeigen dem Leser die Perspektive aus der Sicht der Mrs Vernon (Ehefrau des Schwagers von Lady Susan), die sich nun notgedrungen auf deren Besuch vorbereitet und sehr ungehalten darüber ist, und ihres Bruders Reginald.

Wir erfahren, dass Lady Susan ein ganz schlechter Ruf vorausgeht, nämlich als Kokotte, die die Familie Manwaring in Aufruhr versetzt hat. Während Mrs Vernon sich offen ablehnend äußert, scheint es so, als würde ihren Bruder die Situation nur amüsieren. Er sagt, dass er sehr gespannt auf die Frau sei, von der er schon so viel gehört hat. Mir scheint, hier kommt sowas wie typisch männliches Imponiergehabe durch bzw. es kündigt sich an. Er ist sehr gespannt auf Susans Äußeres, glaubt aber, ihm würde das nicht imponieren. Und so ist er schon "eingefangen", ohne es zu merken.


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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Donnerstag 10. August 2017, 22:48 
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Brief 3
Die Frage nach dem Alter einer Person hat sich mittlerweile auch geklärt, die Tochter ist sechzehn Jahre alt, was weder außergewöhnlich jung oder alt wäre.
In diesen Brief erkennt man jedenfalls, dass Mr Vernon tatsächlich eine "dringende Einladung" ausgesprochen hat, wodurch Lady Susans vermeitliches Selbsteinladen etwas an Gewicht verliert.
Mrs. Vernon scheint jedenfalls skeptisch zu sein und macht sich auch berechtigt um ihre Kinder Sorgen, obwohl sie sich noch ein endgültiges Urteil aufspart.

Brief 3 hat geschrieben:
ich bleibe unentschieden, bis ich besser verstehe, was sie mit ihrem Aufenthalt bei uns wirklich beabsichtigt.

An anderer Stelle spart sie widerrum nicht mit Kritik, merkwürdig.

Zu Mr Vernon lässt sich, abseits von den üblichen Schmeicheleien und versteckter Kritik, nicht allzu viel finden.
MiRiBo hat geschrieben:
Er sagt, dass er sehr gespannt auf die Frau sei[...]. Mir scheint, hier kommt sowas wie typisch männliches Imponiergehabe durch bzw. es kündigt sich an.

Tatsächlich kann dieses gespannt Sein, auch für Mr. Vernon sprechen, obwohl man noch keinen Mr Palmer oder Mr Bennet in ihm erkennen kann, möglicherweise ist ihm seine Frau auch intellektuell überlegen und er blind vor der Gefahr, die von seiner Schwägerin ausgeht. Die folgenden Briefe werden es uns hoffentlich zeigen.

Udo hat geschrieben:
Ich glaube, man wird das Buch vor allem dann weniger gut oder sogar schwach finden, wenn man dem Humor oder der Ironie nicht auf der Spur bleibt. Nimmt man das alles ernst, ist es - das zeichnet sich jetzt nach Brief 2 ab - ein Buch über eine ziemlich böse Frau, die sehr böse und gemeine Dinge tut. Das passt aber gar nicht zu Austens anderen Frühwerken, in denen auch ständig schlimme Dinge getan werden - dort aber ganz offensichtlich völlig überdreht und albern.

Man vermag bereits einige ironische Momente zu erkennen, die mich aber nicht daran hindern, die eigentliche Geschichte und ihre Charaktere ernsthaft zu betrachten. Der Witz besteht ja darin, dass sich die Meisten Personen in der Geschichte dessen nicht bewusst sind. Ziemlich böse Charaktere wirken auf mich in jedem Fall surreal und überspitzt, was ja zum Ironischen passen würde. Ich bin jedenfalls erst bei Brief 3 angelangt und kann noch nichts dazu sagen, ob nun das Komödienhafte überwiegen wird.

Edit:
Elanor hat geschrieben:
So dringlich habe ich das mit der Einladung eigentlich nicht verstanden, eher die übliche höfliche Einladung, doch bei Gelegenheit mal vorbeizukommen.

In meiner Fassung des dritten Briefes war von einer dringenden Einladung die Rede, was, wie du richtig anmerkst, vermutlich eher einer gewöhnlichen Einladung entsprach und von Mrs. Vernon entweder anders wahrgenommen oder etwas überspitzt dargestellt wurde.

_________________
"Ein Leser, ganz gleich, ob männlich oder weiblich, der an guten Romanen kein Vergnügen hat, muss unerträglich dumm sein."


Zuletzt geändert von DaviDmitD am Samstag 12. August 2017, 16:54, insgesamt 3-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Donnerstag 10. August 2017, 23:12 
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Da Briefromane heutzutage ja nicht mehr so üblich sind finde ich es ganz spannend, die Charaktere durch ihre schriftlichen Äußerungen kennen zulernen. Mrs. Vernon scheint ja zumindest entschlossen, sich nicht zu sehr von Vorurteilen leiten zulassen.
Ihren Bruder finde ich spannend, mal sehen wo das noch hinführt. Wenn man denkt, man steht über einer Sache, dann ist es ja meist so, daß man sich total irrt. Der wird wohl auch ihren Reizen erliegen, würde mich jedenfalls nicht wundern, so sicher wie er ist, immun zu sein :fies_sei:
DaviDmitD hat geschrieben:
In diesen Brief erkennt man jedenfalls, dass Mr Vernon tatsächlich eine "dringende Einladung" ausgesprochen hat, wodurch Lady Susans vermeitliches Selbsteinladen etwas an Gewicht verliert.

So dringlich habe ich das mit der Einladung eigentlich nicht verstanden, eher die übliche höfliche Einladung, doch bei Gelegenheit mal vorbeizukommen.
Übrigens finde ich den Aspekt auch interessant, dass Mrs Vernon es eher positiv sieht, das Lady Susans Tochter vom Einfluss ihrer Mutter verschont bleibt durch ihren Schulbesuch. Wieder eine ganz neue Sichtweise.
Ich finde die unterschiedlichen Blickwinkel auf die einzelnen Personen gut gelungen. Aber so richtig weiß ich als Leserin noch nicht, wo ich mit meiner Sympathie hinsoll :?:

Elanor

_________________
[During the 1960s] I think there was more sex in those old films than in all that thrashing around today. I'm tired of sex scenes.
Claudette Colbert

sadly enough, this is more than true in our times


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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Freitag 11. August 2017, 00:26 
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@Elanor
Ich finde es auch spannend, die Charaktere über ihre Briefe kennenzulernen. Und ich finde es eine Kunst, einen Roman so zu schreiben, weil die Autorin sich in jedem Briefeschreiber hineinversetzen musste, dabei aber die Persönlichkeiten nicht vertauschen durfte. Mal sehen, wie ihr das gelungen ist. Goethe hatte es sich in seinem Werther leichter gemacht: er hatte einfach die Antwortbriefe verloren gehen lassen :wink:


In Brief 3 erfahren wir, dass diese Mrs. Vernon sehr gut alle geheuchelten Stellen (Grund des Besuches, Kinderliebe) herauslas und sie zurecht in Alarmbereitschaft versetzte. Theoretisch ist es aber auch nicht verwunderlich. Lady Susan muss ja noch niemals dort zu Besuch gewesen sein, selbst auf der Hochzeit war sie nicht dabei – die Brüder werden sich doch eingeladen haben, oder? Und inzwischen gibt es mind. zwei Kinder in dieser Familie, das heißt, so „neu“ kann die Schwägerin auch nicht mehr ein. Das Alter der Kinder ist unbekannt, aber Minimum 3 Jahre müssten seit der Hochzeit vergangen sein (wenn die Kinder noch sehr jung sind und dicht aufeinander folgten). Und auf einmal ist es ihr ach so wichtig.
Das einzige, was dagegen spräche, wäre die Krankheit des Verstorbenen... darüber wissen wir ja nun auch nichts weiter.

Aber vielleicht wurde Lady Susan auch nicht zur Hochzeit eingeladen, denn Mrs. Vernon schreibt ja "Ganz abgesehen von ihrem allgemeinen Charakter war ihr Benehmen ihm gegenüber, als von unserer Heirat die Rede war, so unentschuldbar heuchlerisch und engherzig,..."

Es kommen keine bösen Worte darüber, dass sie finanzielle Hilfe geben müssen... da haben andere Protagonisten Austens schon anders reagiert. Aber vor dem Besuch fürchtet sie sich regelrecht.


@DaviDmitD @Udo
Ich finde, hier klingt es doch so, als wäre die (zweite) Schwägerin eben diese Schwippschwägerin. Zumindest fühlt sich Mrs. Vernon angesprochen. Vielleicht zählte man früher oder in England die Verwandtschaftsgrade nicht so tief.


Ich finde es erstaunlich, welchen Ruf Lady Susan haben muss... über Entfernungen und ohne die technischen Möglichkeiten von heute... aber Mrs. Vernon wusste, wo sie sich aufhält, von der Verbindung zu Mr. Manwaring usw.
Welche Beziehung besteht eigentlich zur Familie Manwaring? Bin gespannt, ob wir das noch erfahren.

Der schlechte Ruf wird dann ja noch einmal von Reginald, dem Bruder Mrs. Vernons, bestätigt. Sie hat ihn ja regelrecht erwartet, also war das demnach schon Thema: diese faszinierende, schöne, aber nicht mehr junge Frau, "die erfahrenste Kokette Englands"
Vielleicht ist Mrs. Vernon auch um jede Person froh, die ihr den Umgang mit Lady Susan und deren Unterhaltung erleichtert. Als Dame des Hauses ist das ja ihre große Aufgabe.


Ganz furchtbar finde ich, wie die Frederica ver(vor)urteilt wird. Mrs. Vernon scheint vielleicht noch positive Absichten in ihrem Gedankengang gehabt zu haben, so nach dem Motto: es ist das Beste für das Kind. Aber gleichzeitig hatte sie Angst um ihre Kinder...
Reginald dagegen verachtet sie grenzenlos, weil sie langweilig und stolz ist... also das Gegenteil von ihrer Mutter. :flop:
Das ist doch bestimmt ein Verweis auf seinen Charakter... erst der Übermut und nun noch Dummheit :?: Bin gespannt, wie der sich entpuppt


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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Freitag 11. August 2017, 19:55 
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Die Aussagen Reginalds zu Susans Tochter Frederica sind außerordentlich hart und ungerecht, vor allem, wenn man bedenkt, dass er sie nur "vom Hörensagen" tätigt, weil er die Tochter von Lady Susan gar nicht kennt und alles nur von einem Mr Smith zugetragen bekommen hat. JA hat hier bei den Formulierungen aus dem Vollen gegriffen, vielleicht auch, um den Leser irre zu führen?

Nun, das gibt es ja häufiger in Romanen, dass sich aus anfänglicher Abneigung etwas ganz anderes entwickelt....


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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Samstag 12. August 2017, 17:26 
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Mir scheint auch, dass Reginalds Kritik an Frederika völlig überzogen ist - so drastisch, dass es schon fast albern ist. Also lustig. :wink:

Dass Reginald gerne Lady Susan, "die erfahrenste Kokotte Englands" kennenlernen möchte, kann man(n) sicher gut verstehen. Er schreibt dies aus einer Warte sehr großer (eingebildeter) moralischer Überlegenheit. Er bildet sich offenbar viel ein auf seine Vernunft und sein Urteilsvermögen. Auch das scheint mir interessant mit Blick auf seine künftigen Erlebnisse mit der Lady - er wird eingeführt als ziemlich unbestechlicher Mann.

Ansonsten können wir jetzt von mir aus gerne weitermachen mit Brief 5-8.


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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Sonntag 13. August 2017, 12:35 
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Austenbegeistert
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In Kurzform zunächst einmal der Inhalt:

Brief 5: Lady Susan an ihre Freundin. Sie schreibt von ihren ersten Eindrücken von ihren Gastgebern, im Ton eher zurückhaltend. Der Leser erfährt nun den Hintergrund der Abneigung der Schwägerin ihr ggü. Denn Lady Susan hat wohl seinerzeit die Hochzeit ihres Schwager mit der Schwägerin zu hintertreiben versucht. Und es ging um Eifersüchteleien wegen des Familiensitzes.

Brief 6: die Schwägerin, Mrs Vernon, schreibt ausführlich ihrem Bruder von ihren ersten Eindrücken von Lady Susan. Es erstaunt, wie ausgesprochen fair sie sich über deren Äußeres und ihre Umgangsformen äußert. Aber sie erkennt die Verstellung und Scheinheiligkeit.

Brief 7: wie B 5 Susan an Freundin, Mrs Johnson. Themen sind ihre Schwägerin, ihre Tochter, vor allem aber der jetzt wohl eingetroffene Bruder von Mrs Vernon, Reginald. Sie schildert klar und eindeutig, wie sie ihm sein Überlegenheitsgefühl austreiben wird.

Brief 8: Mrs Vernon an ihre Mutter. Hier vollzieht sich eine erste Wendung, wir erfahren nämlich, dass Reginald sich offenbar von Lady Susan schwer hat beeindrucken lassen und seinen Aufenthalt ungeplant verlängert.

All dies sollten wir jetzt noch eingehender betrachten....


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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Groupread Lady Susan
BeitragVerfasst: Sonntag 13. August 2017, 22:28 
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Brief 5 und 6 beschreiben ja zT dieselben Ereignisse aus 2 Perspektiven: Man erfährt, wie durchtrieben und raffiniert Lady Susan ans Werk geht, um vor allem Mrs Vernon für sich einzunehmen. Und dann, wie Mrs Vernon zwar beeindruckt ist, sich aber nicht täuschen lässt. Nur, wie skrupellos Lady Susan bei den Manwarings war, mag sie noch nicht glauben.

Also Lady Susan wollte die Ehe ihres Schwagers verhindern - und als das nicht gelang, hat sie dafür gesorgt, dass er jedenfalls nicht das Familienschloss kauft, weil sie davon keinen Vorteil gehabt hätte. Und dann beklagt sie sich, dass Mrs Vernon so kleinlich ist, sie nicht zu mögen?! Das ist so absurd, dass es schon wieder lustig ist... :-) Gibt es sowas nicht auch öfter mal bei Monty Pythons?


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