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 Betreff des Beitrags: Emma
BeitragVerfasst: Montag 24. Oktober 2005, 11:59 
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Austenbegeistert
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Registriert: Montag 24. Oktober 2005, 11:05
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Hallo zusammen,

ich bin gerade dabei nach "Gefühl und Verstand", "Stolz und Vorurteil" sowie "Mansfiled Park" "Emma" zu lesen. Bisher bin ich erst bis zur Mitte des Romans vorgedrungen. Dazu muss ich allerdings anmerken, dass ich ein "Genussleser" bin der besonders schöne Passagen und Sätze mehrmals liest. Da das bei Jane Austen jeder Satz sein kann bzw. ist, dauert das Lesen nun auch demensprechend länger.
Dieses Buch finde ich bis dato sehr witzig und ironisch. Es lässt sich sehr leicht lesen, vergleichbar mit "Stolz und Vorurteil". Die Titelheldin muss ja unbewußt viel versteckte Ironie ertragen. Es ist einfach köstlich. Der Tipp von Euch mit die Grawe-Übersetzungen zu kaufen, war sehr hilfreich. Besonders toll finde ich die Anmerkungen am Ende des Buches, denn viele Gepflogenheiten dieses Jahrhunderts sind uns heute nicht mehr vertraut und doch wichtig zu wissen, z. B. das der Vormittag bis 17:00 Uhr gehen kann u. ä.
Momentan bin ich bei der Stelle, wo Frank Churchill wieder zu seiner Tante abreisen muss und der geplante Ball leider auszufallen droht. Was bin ich neugierig, wie die Geschichte weitergeht... (obwohl ich die Verfilmung kenne) :)

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Verfasst: Montag 24. Oktober 2005, 11:59 


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BeitragVerfasst: Montag 24. Oktober 2005, 17:09 
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Austenexperte
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Ich habe Emma auch mit viel Vergnügen gelesen. Für mich ist Emma die lebendigste und wahrhaftigste Frauenfigur der bislang von mir bislang durchforsteten Weltliteratur (das männliche Gegenstück ist "Maurice" von E. M. Forster.). Eine junge Frau, die auf Grund gesellschaftlicher Stellung und Verstand glaubt, eigentlich alles besser zu wissen als die anderen und ohne Berücksichtigung des Charakters und Lebenserwartungen anderer - meist schwächerer - Charaktere drauflos organisiert, aber nach Kritik zum Überdenken ihres Verhaltens bereit ist. Bei all dem Chaos und Leid, das sie bei sich und anderen anrichtet, muß man sie irgendwie gern haben. Einen solchen Menschen zu erdenken und quicklebendig zu gestalten, ist schon ein kleines Wunder.


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BeitragVerfasst: Montag 24. Oktober 2005, 18:16 
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Austenbegeistert
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Ulli hat geschrieben:
Ich habe Emma auch mit viel Vergnügen gelesen. Für mich ist Emma die lebendigste und wahrhaftigste Frauenfigur der bislang von mir bislang durchforsteten Weltliteratur (das männliche Gegenstück ist "Maurice" von E. M. Forster.). Eine junge Frau, die auf Grund gesellschaftlicher Stellung und Verstand glaubt, eigentlich alles besser zu wissen als die anderen und ohne Berücksichtigung des Charakters und Lebenserwartungen anderer - meist schwächerer - Charaktere drauflos organisiert, aber nach Kritik zum Überdenken ihres Verhaltens bereit ist. Bei all dem Chaos und Leid, das sie bei sich und anderen anrichtet, muß man sie irgendwie gern haben. Einen solchen Menschen zu erdenken und quicklebendig zu gestalten, ist schon ein kleines Wunder.


Jaaaaaaa und die Figur des Knightley ist ein wunderbares Pendant zu Emmas "gesellschaftlicher Beflissenheit"!

Knightley ist neben der Figur des Darcy sowieso die schönste Männergestalt in Austen Romanen.

Es gibt nur leider viel zu wenig Knightleys ... :wink:


Jeremy Northam war eine geniale Besetzung :schwärm:


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BeitragVerfasst: Montag 24. Oktober 2005, 21:50 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Ich finde "Emma" ganz großartig. Schwierig, einen Austen-Liebling zu wählen, aber wenn ich müsste, dann wohl dieser.
Ich hab das Buch gelesen, als ich noch keine Verfilmung gesehen hatte und bin Jane Austen voll auf den Leim gegangen. Ich war völlig geschockt, als rauskam, dass Frank und Jane heimlich liiert sind. :shock:
Ging es Euch auch so??
Besonders toll ist es dann, wenn man es zum zweiten (dritten, vierten, fünften...) Mal liest, und merkt wie auffällig die Hinweise darauf eigentlich sind.
Man sieht die Geschehnisse fast durchgehend auschließlich durch Emmas Augen und das macht das Buch so interessant und vielschichtig (z.B. wenn man nach und nach alle anderen Perspektiven entdeckt).


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BeitragVerfasst: Dienstag 25. Oktober 2005, 08:28 
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Austenbegeistert
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Jetzt verstehe ich auch den Film besser. K. spricht zu Emma von der Grausamkeit Frank Churchills ihr gegenüber. So recht konnte ich das in der
Filmversion nicht verstehen. Zwar hat Ch. Emma voll in ihren Vermutungen bestärkt und sich königlich über sie amüsiert, aber so deutlich wie im Buch ist nicht zu ersehen, dass er versucht Emma in sich verliebt zu machen um die anderen von seinem Verhältnis zu Jane abzulenken. Oder verstehe ich das schon wieder falsch? :shock:

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BeitragVerfasst: Dienstag 25. Oktober 2005, 08:47 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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naja, im buch schreibt er später noch einen langen brief (weiß nicht, ob du da schon bist?), wo er alles erklärt und es so hinstellt, dass emma ihn durchschaut hätte und ihr lange zeit alles klar war.
er bezieht sich dabei auf den "beinahe-antrag" (der ja eigentlich in wahrheit was anderes war). arme emma... :wink:


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BeitragVerfasst: Dienstag 25. Oktober 2005, 09:06 
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Glückspilz
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Mir geht´s mit Emma ähnlich - jedes Mal, wenn ich eine der Verfilmungen ansehe, bin ich neu gespannt. Und ich entdecke jetzt auch in den Filmen die Hinweise auf Churchill und Jane Fairfax... :)

Und ich finde auch, dass Emma eine der gelungensten Figuren von Jane Austen ist (wobei die Wahl einer "Queen" mir unmöglich ist... :( :o :) ) - sie hat diese Ironie, Wortgewandtheit und Schlagfertigkeit, die ich an JA so schätze...

Tja, schwärm... :D


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BeitragVerfasst: Dienstag 25. Oktober 2005, 14:58 
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Austenbegeistert
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Hatte ich schon erwähnt ( mehr als einmal :wink: ) das Emma mein erklärter Favorit ist.

Meine Lieblingsszenen sind der Ausflug nach Donwell ( Box Hill ) und Mr. Knigthley Antrag.

Allein die Irrungen und Wirrungen rühren mich jedesmal aufs Neue an.


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BeitragVerfasst: Dienstag 25. Oktober 2005, 22:40 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Die große Frage, die bis heute geblieben ist und die mir noch niemand befriedigend beantworten konnte ist:
Was bedeutet Emmas seltsame Äußerung, bzgl. der Schicklichkeit wenn sie und Mr. Knightley zusammen tanzen?

"And after all, we are not so much brother and sister to make it at all improper"

Warum ist/war es unschicklich, mit dem Bruder zu tanzen?
Fanny und William tun es auch, sogar durch Sir Thomas' Plan.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 26. Oktober 2005, 08:58 
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Archivarius

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Auweia,

über diese Frage haben wir im alten Board ganze Seiten gefüllt...

Ich denke, im Archiv, wenn ich es fertig habe, kannst Du darüber massenhaften Stoff finden.

Bruki ;D

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BeitragVerfasst: Mittwoch 26. Oktober 2005, 14:54 
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Austenbegeistert
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Bis zu einem Brief von Churchill an Emma bin ich noch nicht vorgedrungen, wie gesagt: ich bin ein Genussleser und bei Jane Austen ist jeder Satz des wiederholten Lesens wert. Gerade bin ich bei dem Dinner was Emma und ihr Vater für die Eltons geben. Mrs. Elton finde ich in ihrer dreisten Art einfach urkomisch. Was mir allerdings mehr und mehr bewußt wird, ist das Verhalten von Jane Fairfaxe ihren Freunden und Verwandten gegenüber. Ich meine damit, dass alle (außer Emma) sie doch so hoch in den Himmel loben, aber durch ihre Geheimniskrämerei ist sie ja auch nicht grade nett zu den Leuten, die es doch so gut mit ihr meinen. Also doch nicht die perfekte Dame, oder?

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BeitragVerfasst: Samstag 29. Oktober 2005, 20:50 
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Austenbegeistert
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Catalina hat geschrieben:

Knightley ist neben der Figur des Darcy sowieso die schönste Männergestalt in Austen Romanen.

Es gibt nur leider viel zu wenig Knightleys ... :wink:


Jeremy Northam war eine geniale Besetzung :schwärm:


Ja! Der Meinung bin ich auch. Ich fand Mr.Knightley UNGLAUBLICH attraktiv- um nicht zu sagen sexy..... :oops: Deswegen werd ich mir EMMA nochmal zu Herzen nehmen und schön laaang genießen! (den Film sollte ich auch endlich mal anschauen..)


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BeitragVerfasst: Dienstag 1. November 2005, 16:22 
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Austenbegeistert
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Welche Übersetzungen habt ihr von Emma? Ich hab die v H.Henze (Fischer Verlag)


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BeitragVerfasst: Dienstag 1. November 2005, 17:18 
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Austenbegeistert
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Mit wurde von unseren Boardmitgliedern die Grawe-Übersetzungen aus dem Reclam-Verlag Leipzig empfohlen. Übrigens, nochmals danke für den Tipp.
Zwar hätte ich mir lieber Hardcover gewünscht, da man diese Bücher wieder und wieder liest und so ein Taschenbuch dann doch schon mal auseinanderfällt, aber die tolle Übersetzung und die super Anmerkungen machen das mehr als wett. Schließlich kommts ja auch auf den Inhalt und nicht auf die Verpackung an :D

Momentan bin ich gerade beim Erdbeerenessen auf Dunwell. Absoluter Höhepunkt wie Knightley sich gegenüber Mrs. Elton durchzusetzen versteht und doch höflich bleibt. Sinngemäß: "Nur eine verheiratete Frau darf Gäste auf Dunwell einladen und das ist Mrs. Knightley. Bis ich sie gefunden habe, mache ich das selbst" Ob er da schon an Emma als Mrs. Knightley denkt?

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BeitragVerfasst: Dienstag 1. November 2005, 18:15 
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Julia hat geschrieben:
Die große Frage, die bis heute geblieben ist und die mir noch niemand befriedigend beantworten konnte ist:
Was bedeutet Emmas seltsame Äußerung, bzgl. der Schicklichkeit wenn sie und Mr. Knightley zusammen tanzen?

"And after all, we are not so much brother and sister to make it at all improper"

Warum ist/war es unschicklich, mit dem Bruder zu tanzen?
Fanny und William tun es auch, sogar durch Sir Thomas' Plan.


Hallo Julia,

hier im alten Board wurde darüber schon diskutiert: Gesellschaftliche Tabus

Bruki

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BeitragVerfasst: Dienstag 8. November 2005, 10:37 
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Austenbegeistert

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Zitat:
Momentan bin ich gerade beim Erdbeerenessen auf Dunwell. Absoluter Höhepunkt wie Knightley sich gegenüber Mrs. Elton durchzusetzen versteht und doch höflich bleibt. Sinngemäß: "Nur eine verheiratete Frau darf Gäste auf Dunwell einladen und das ist Mrs. Knightley. Bis ich sie gefunden habe, mache ich das selbst" Ob er da schon an Emma als Mrs. Knightley denkt?


Jajaja! Das ist auch ne Szene die mir besonders gut gefällt!!! Irgendwie wartet man ein bißchen darauf, dass Emmas Name fällt! Und es gefällt mir total gut, wie der sonst immer freundliche Mr Knightley so strikt alle Vorstösse der impertinenten Mrs Elton abschmettert. Und es sind nicht wenige. Wunderbarer Dialog!


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BeitragVerfasst: Mittwoch 9. November 2005, 10:47 
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Austenexperte
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Ich lese auch gerade Emma und hab da mal ne Frage an euch: Im Nachwort wird irgendwas davon geschrieben, dass Emma eine reifere Version von Elisabeth Bennet ist oder so.
Hab mich voll darüber aufgeregt, weil ich Lizzie so toll finde und an Emma trotz aller Sympathie wenig gutes finden kann.
Habe mir dann gedacht, dass sie sie nur deshalb als reifer bezeichnet wird, weil das Buch Emma reifer als schriftstellerische Leistung ist als P&P. Oder findet ihr, dass Lizzie und Emma sich so ähnlich sind? Es gibt deutliche Ähnlichkeiten, ich weiß, aber auch große Unterschiede...
Und würdet ihr Emma als reifer bezeichnen als Elisabeth?
Warte auf eure Meinungen dazu.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 9. November 2005, 11:36 
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Austenbegeistert

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Nein keineswegs, steht das so im Nachwort? Was für ne Ausgabe?
Ich finde sogar, dass Emma und Elizabeth sehr wenig miteinander verbindet. Beide sind intelligent auch schlagfertig - Elizabeth mehr als Emma - und beide müssen einen Reifungsprozess durchlaufen, bevor sie erkennen was sie wirklich wollen, aber da hören die Gemeinsamkeiten in meinen Augen auch schon auf.
Das nette an Emma ist ja gerade, dass sie noch sehr unreif ist. Gerade ihre Fehler sind es ja, die sie in meinen Augen sympathisch wirken lassen, Knightley ist denke ich auch gerade davon angezogen.

Sehr deutlich wird ihre "Unreife" (neben ihren unglücklichen und völlig unpassenden Kuppelversuchen) gerade bei dem Ausflug nach Box Hill (heisst das so??). Nicht mal unbedingt ihr Fehlverhalten gegenüber Miss Bates, sondern vor allem wie sie auf die Spielchen von Frank Churchill hereinfällt und sie auch noch mitspielt.

Ich finde es allgemein schwierig über den "Reifegrad" anderer Menschen zu urteilen, aber wenn ich in diesem Fall entscheiden müsste, würde ich bestimmt für Elizabeth stimmen. Sie beobachtet ihre Umwelt genauer, urteilt schärfer und vor allem richtiger, nur ihr eigenes Seelenleben bleibt auch ihr lange verschlossen.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 9. November 2005, 11:51 
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Austenbegeistert
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Auch ich würde sagen, dass wohl eher umgekehrt ein Schuh daraus wird. Lizzy kommt mir im Gegensatz zu Emma bedeutend reifer vor. In meinen Augen wird im Roman "Emma" die Geschichte eines Mädchens erzählt, welches gerade die Entwicklung vom Kind zur Frau durchläuft, wenn auch ziemlich spät. Lizzy ist über diesen Schritt schon hinaus bevor wir sie kennenlernen. Sie lernt, vorsichtiger zu sein und nicht immer dem ersten Anschein zu glauben.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 9. November 2005, 15:49 
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Was steht da genau, kannst du es mal schreiben? Ich kann mir nur vorstellen, dass das Buch an sich gemeint ist. Und das scheint ein Kommentator vom anderen abzuschreiben. :D

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Gruß Sonja
"Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." Albert Einstein

Nach der EM ist vor der WM :aetsch:

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BeitragVerfasst: Mittwoch 9. November 2005, 22:54 
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Austenexperte
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Das ist ein dtv Buch und da steht wörtlich: Emma ist di reifere von Jane Austens Lieblingsheldin elisabeth Bennet in Stolz und Vorurteil"
Ich könnte sicher verstehen, dass ich mich derbe aufgeregt habe.


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BeitragVerfasst: Donnerstag 10. November 2005, 01:29 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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hm, ist das eine übersetzung?? ich würde "reif" ja spontan eher im sinne von "ausgereifterer charakterdarstellung" verstehen.
da würde ich zumindest unumwunden zustimmen.

übrigens finde ich emma bei weitem nicht so naiv und kindlich. oder anders herum gesagt: was ist an lizzy denn so reif? sie glaubt wickhams geschichte sofort, nur weil sie darcy unsympathisch findet (bzw. er unhöflich zu ihr war). weil es in ihr bild passt. ohne sich eine eigene, fundierte meinung zu bilden.
finde ich nicht weniger "verwerflich", als das emma sich von frank churchill um den finger wickeln lässt.


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BeitragVerfasst: Donnerstag 10. November 2005, 10:42 
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Austenbegeistert

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Natürlich sind beide kein Ausbund an Reife, sind ja auch ganz junge Dinger.
;D


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BeitragVerfasst: Donnerstag 10. November 2005, 10:47 
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Austenexperte
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es heißt reifere Reinkarnation. des habe ich irgendwie weggeschnitten.
Das kann sich also nur auf Emma als Person beziehen.


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BeitragVerfasst: Donnerstag 10. November 2005, 12:39 
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Archivarius

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Becci hat geschrieben:
es heißt reifere Reinkarnation. des habe ich irgendwie weggeschnitten.
Das kann sich also nur auf Emma als Person beziehen.


Das soll bedeuten, Emma wäre die reifere Reinkarnation Elizabeth Bennets? Strange!

Aber Emma hat schon einen Zug von Unmündigkeit an sich... Eine verwöhnte Göhre, die keine Sorgen oder echten Probleme hat, und sich deswegen aus Langeweile in das Leben anderer einmischt und dabei ziemlichen Unsinn anrichtet - natürlich immer mit den besten Absichten und in aller Unschuld...

Bruki

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BeitragVerfasst: Donnerstag 10. November 2005, 14:23 
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Austenbegeistert

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Bruki hat geschrieben:
Aber Emma hat schon einen Zug von Unmündigkeit an sich... Eine verwöhnte Göhre, die keine Sorgen oder echten Probleme hat, und sich deswegen aus Langeweile in das Leben anderer einmischt und dabei ziemlichen Unsinn anrichtet - natürlich immer mit den besten Absichten und in aller Unschuld...

Bruki


Hallo, Bruki,

vielleicht habe ich Emma anderes gelesen als du.
Unmündig empfand ich sie nie, sie hat von Anfang an ihre eigenen Entscheidungen getroffen und eigentlich die ganze Zeit für ihren doch etwas verweichlichten Vater mitgedacht. Verwöhnt, ja das ist sie schon und eingemischt hat sie sich auch, ja klar und Jane Austen hat sie auch nicht gerade sympathisch dargestellt. Aber sie ist für mich kein dummes Ding, das von Knightley belehrt werden muss und erzogen wie ein Kind von seinen Vater. Sondern sie ist fähig zu eigener Erkenntnis und zeigt sehr viel Größe, indem sie allem steht und sich auch nicht vor sich selbst irgendwie herausredet. Sie versucht, alles wieder ins Lot zu brungen, und das nicht weil sie vor Knighley gut dastehen will. Sie ist ihm sicherlich ebenbürtig.
Sie ist ein großer und starker Charakter.
Grüße
Beate


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BeitragVerfasst: Donnerstag 10. November 2005, 14:37 
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Archivarius

Registriert: Mittwoch 19. Oktober 2005, 09:04
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Wohnort: Brandenburg
beate hat geschrieben:
...Unmündig empfand ich sie nie, ...


Hallo Beate,

ich hatte das Gefühl, sie benimmt sich wie ein unmündiges Kind, das für die Folgen seiner Taten nicht verantwortlich ist... Sie agiert nicht sehr erwachsen und verantwortungsbewusst, wie es ihrem biologischen Alter eigentlich anstünde... Und ich schob das auf ihre Unausgefülltheit - sie hat keine ihren Scharfsinn fordernde Aufgabe und beginnt Blödsinn zu treiben - etwas infantiles ist an ihr dran... vielleicht so wie Paris Hilton?

Bruki

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BeitragVerfasst: Donnerstag 10. November 2005, 15:34 
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Austenbegeistert
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Bruki hat geschrieben:
Becci hat geschrieben:
es heißt reifere Reinkarnation. des habe ich irgendwie weggeschnitten.
Das kann sich also nur auf Emma als Person beziehen.


Das soll bedeuten, Emma wäre die reifere Reinkarnation Elizabeth Bennets? Strange!

Aber Emma hat schon einen Zug von Unmündigkeit an sich... Eine verwöhnte Göhre, die keine Sorgen oder echten Probleme hat, und sich deswegen aus Langeweile in das Leben anderer einmischt und dabei ziemlichen Unsinn anrichtet - natürlich immer mit den besten Absichten und in aller Unschuld...

Bruki


Emma hat einen Zug von Unmündigkeit an sich?

Ich möchte mal soweit gehen zu sagen das man Elisabeth Bennet nicht mit Emma vergleichen kann und darf. Die eine in eine Welt ohne Sorgen hineingeboren ( die einzige wirkliche Sorge ist der zeitweilig infantile und hypochondrisch veranlagte Vater) , während Lizzy wohl schon sehr früh wußte das es für sie und auch ihre Schwestern von entscheidender Bedeutung ist material abgesichert zu heiraten.
Für Emma ist das Thema Ehe , zumindest was sie selbst betrifft, ohne Belang. Im Gegenteil, sie sieht sich, durchaus zu Recht als previligiert. Eine unverheiratete Frau mit GELD, was könnte besser sein. Unabhängig im besten Sinne des Wortes...in einer Zeit in der Frauen auf den Goodwill ihrer Ehemänner, Väter und Brüder angwiesen waren, ist Emma "unabhängig" , um nicht zu sagen frei. Frei ist eine Frau zu damaliger Zeit nur wenn sie finanziell auf eigenen Beinen zu stehen vermag. Allein dieser Umstand unterscheidet beiden Protagonistinnen maßgeblich voneinander.
Emma, ist auf eine völlig andere Art durch ihre Ratio geprägt als Elisabeth.
Beide Frauen verbindet ein gewisser Pragmatismus, der wohl auch Jane Austen gemein war.

Aber unmündig, war keine der beiden Frauen.


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BeitragVerfasst: Donnerstag 10. November 2005, 15:48 
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Austenbegeistert
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Registriert: Freitag 21. Oktober 2005, 13:20
Beiträge: 225
Bruki hat geschrieben:
beate hat geschrieben:
...Unmündig empfand ich sie nie, ...


Hallo Beate,

ich hatte das Gefühl, sie benimmt sich wie ein unmündiges Kind, das für die Folgen seiner Taten nicht verantwortlich ist... Sie agiert nicht sehr erwachsen und verantwortungsbewusst, wie es ihrem biologischen Alter eigentlich anstünde... Und ich schob das auf ihre Unausgefülltheit - sie hat keine ihren Scharfsinn fordernde Aufgabe und beginnt Blödsinn zu treiben - etwas infantiles ist an ihr dran... vielleicht so wie Paris Hilton?

Bruki



Das scheint mir doch ein typisch männlicher Vergleich. :lach:

Wie Paris Hilton, nein!

Emma ist nicht dumm ( womit jetzt nicht gesagt sein soll, das Miß Hilton dumm ist)

Ein wenig wie Cleopatra würde ich meinen, eine Kindfrau die sich ihren Rahmen selbst baut und die Figuren ihres Puppenhauses frei bewegt.
Sie ist sich der Veranwortung anderen gegenüber wohl bewußt , ihrer Schwester und ihrem Vater gegenüber, ihrer Rolle als mildtätige Gutsherrin ist sich Emma zu jeder Zeit bewußt.
Sicher fehlt es in ihrem Leben an Inhalten, was dazu führt das sie das Leben anderer , in ihrem Sinne, positiv beeinflussen möchte.

Glaub mir Bruki, Frauen sind so, wenn es ihnen gut geht, dann möchten sie das es anderen ebenfalls gut geht und im Zweifelsfall wird gekuppelt, das ist sogar heute noch so, trotz Emanzipation und allem :D

Das ficht keine Frau an sich als Kupplerin zu versuchen. :cool:


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BeitragVerfasst: Donnerstag 10. November 2005, 16:12 
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Austenbegeistert

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Bruki hat geschrieben:
.. sie benimmt sich wie ein unmündiges Kind, das für die Folgen seiner Taten nicht verantwortlich ist... Sie agiert nicht sehr erwachsen und verantwortungsbewusst, wie es ihrem biologischen Alter eigentlich anstünde...

Hmm, was hat sie denn getan? Sie hat ihren Einfluss auf Harriet ausgenutzt, damit diese eine (Emmas Meinung nach) angemessene Ehe eingeht. Und die Verantwortung dafür hätte sie gern übernommen. Und Ehen zu stiften ist ja nicht gerade typischer Blödsinn, den Kinder machen. :/
Zitat:
Und ich schob das auf ihre Unausgefülltheit - sie hat keine ihren Scharfsinn fordernde Aufgabe und beginnt Blödsinn zu treiben - etwas infantiles ist an ihr dran... vielleicht so wie Paris Hilton?

Warum soetwas tut? Eher weil sie glaubt, sie hat das Recht dazu und wüßte besser, was für andere richtig ist als diese selbst. Und weil sie den Einfluss, den sie hat, gern ausnutzt. Den hat sie übrigens nicht nur wegen ihrer Stellung, sondern weil sie auch selbstbewußt auftritt. Ihre Pläne gingen deshalb nicht auf, weil sie andere Beteiligte falsch einschätzte.
Ihre "Sünde" waren also Anmaßung und ihr Fehler Fehleinschätzung, das hat in meinen Augen nichts mit infantil oder erwachsen zu tun.

Grüße
Beate


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