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 Betreff des Beitrags: Re: Emma
BeitragVerfasst: Mittwoch 24. September 2008, 09:44 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Lamb und Byron waren Freunde und Mitglieder eines Autorenclubs. :) Abgesehen davon hatten beide eine dramatisches Familienumfeld, wobei das von Lamb sicher dramatischer war.
Interessant bei Lamb war auch, dass ihn seine Schwester Mary Ann, die selbst schrieb, in seiner Arbeit unterstützte, Werke wie "Tales of Shakespeare" sogar in Zusammenarbeit entstanden sein sollen. Sowohl Lamb als auch seine Schwester waren instabil, litten an Schwermut und Depressionen und Mary Ann soll in einem Wutanfall mit dem Messer auf eine Dienerin losgegangen sein und dabei ihre Mutter getötet haben, die dazwischenging. Die Untersuchungskomission erkannte auf Wahnsinn und überliess Mary Ann der Aufsicht ihres Bruders.

Wahnsinn als schöpferischer Moment? Sowohl bei Byron als auch bei den Lambs?
Ich finde es spannend und lustig, dass Jane Austen beide nicht nur kannte, sondern sich auch die Mühe gab über oder um sie Rätsel zu spinnen. :wink:

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Avatar: Amelia Darcy (1754-1784)

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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Mittwoch 24. September 2008, 09:44 


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 Betreff des Beitrags: Re: Emma
BeitragVerfasst: Mittwoch 24. September 2008, 11:07 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Ich hab zwar gerade erst eine Byron-Biographie gelesen, aber Charles Lamb war mir nicht mehr geläufig in diesem Zusammenhang. Er wird auch nur ganz kurz erwähnt (hab gerade nachgeschlagen): Als Angehöriger der "Cockney School", ein Zusammenschluss von einigen Autoren aus weniger etablierten Gesellschaftskreisen. Es sieht nicht so aus, dass die beiden sich persönlich kannten, denn Byron war schon in Italien, als er Kontakt zu seinen Kreisen (über Shelley) bekam - die beiden hatten den gleichen Verleger (wie auch JA: John Murray).

Aber danke für die Info!!


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 Betreff des Beitrags: Re: Emma
BeitragVerfasst: Mittwoch 24. September 2008, 11:43 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Länger und am stärksten befreundet war Lamb mit Samuel Taylor Coleridge, den er bereits vom Studium her kannte. Aber auch Byron soll, wie eben auch Shelley zu seinem "Freundeskreis" gezählt haben.
Zitat:
Lamb became friends in London with a group of young writers who favoured political reform including Percy Bysshe Shelley, William Hazlitt, Henry Brougham, Lord Byron, Thomas Barnes and Leigh Hunt.


Und um den Kreis zu schliessen sollte ich erwähnen, dass die beiden Lambs von William Godwin gefördert wurden, der (wie du weisst) mit Mary Wollstonecraft verheiratet war. 1812 entwickelte sich zwischen Godwin und Shelley ein reger brieflicher Austausch. :wink:

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 Betreff des Beitrags: Re: Emma
BeitragVerfasst: Mittwoch 24. September 2008, 13:38 
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Caro hat geschrieben:
Interessant bei Lamb war auch, dass ihn seine Schwester Mary Ann, die selbst schrieb, in seiner Arbeit unterstützte, Werke wie "Tales of Shakespeare" sogar in Zusammenarbeit entstanden sein sollen.


Ah jetzt weiss ich woher ich den Namen kannte ;D

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 Betreff des Beitrags: Re: Emma
BeitragVerfasst: Mittwoch 24. September 2008, 14:15 
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Miss Hamilton hat geschrieben:
Caro hat geschrieben:
Interessant bei Lamb war auch, dass ihn seine Schwester Mary Ann, die selbst schrieb, in seiner Arbeit unterstützte, Werke wie "Tales of Shakespeare" sogar in Zusammenarbeit entstanden sein sollen.


Ah jetzt weiss ich woher ich den Namen kannte ;D

Interessant wäre noch die Frage, ob die Geschwister Lamb mit Lady Caroline Lamb, die pikanterweise mit Byron und "Prinny" liiert war, irgendwie verwandt waren. :D

@Julia
bezüglich des Anagramms würde ja auch die Wiederholung passen, einmal für Charles Lamb und dann für Mary Ann. :)

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 Betreff des Beitrags: Re: Emma
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. September 2008, 13:59 
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Möglich auch, dass JA hier eigentlich auf Lady Caroline Lamb (die ebenfalls schrieb) anspielte und ihre Affäre mit dem "Wal", also Prinny. :wink:

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 Betreff des Beitrags: Re: Emma
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. September 2008, 20:22 
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Caro hat geschrieben:
Möglich auch, dass JA hier eigentlich auf Lady Caroline Lamb (die ebenfalls schrieb) anspielte und ihre Affäre mit dem "Wal", also Prinny. :wink:

Das würde ich persönlich jetzt noch naheliegender finden, also jetzt ganz ohne viel über die ganze Thematik zu wissen :gnade:

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 Betreff des Beitrags: Re: Emma
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. September 2008, 21:58 
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Lady Caroline Lamb war aber nicht mit Charles Lamb verwandt. (Zumindest habe ich in der Biographie keinen Hinweis darauf gefunden.) Wenn dann höchstens ihr Ehemann - ein späterer Viscount (von dem sie sich ganz schnell wieder hat erfolgreich scheiden lassen) -, aber das ist auch unwahrscheinlich, denn Charles Lamb kam aus ganz kleinen Verhältnissen.
Ihre Affäre mit Byron war eigentlich auch viel skandalöser und aufsehenerregender als die kurze Liebelei mit dem späteren Prinzregenten. Aber wenn ihr wollt ... :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Emma
BeitragVerfasst: Freitag 26. September 2008, 08:26 
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Naja, so würde zumindest die letzte Zeile des Gedichts "And woman, lovely woman, reigns alone." auch besser in die zweite Interpretation reinpassen. Also wenn sich LAMB auf Caroline und das Gedicht selbst sich auf den Prinzen bezieht. Nicht dass die jetzt was zu regieren gehabt hätte, aber wie würde sonst eine Frau in das Gedicht passen? Aber eben, ich kenne ja die Fakten nicht so gut.... wieauchimmer. Im Grunde ist ja das ganze bloss Spekulation und es gibt für alles irgendwelche Argumente, die dafür oder dagegen sprechen, nicht?

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 Betreff des Beitrags: Re: Emma
BeitragVerfasst: Freitag 26. September 2008, 09:24 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Julia hat geschrieben:
Lady Caroline Lamb war aber nicht mit Charles Lamb verwandt.

:gnade: Sorry, hab schlichtweg übersehen, dass Caroline eine geborene Ponsonby war. Aber in sämtlicher Literatur wird sie Lady Lamb genannt :(

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 Betreff des Beitrags: Re: Emma
BeitragVerfasst: Donnerstag 31. März 2011, 21:12 
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Austenbegeistert
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Ich habe jetzt mal wieder "Emma" gelesen, zum Zweiten mal.
Leider kann ich mich den Lobeshymnen hier nicht so anschließen.
Ich fand das Buch so unglaublich "geschwätzig", diese unendlichen Monologe einer Mrs. Bates oder Mrs. Elton und auch von Emmas Vater haben mich nur gelangweilt. Ich habe dann seitenweise vorgeblättert, bis diese dann endlich zu Ende waren. Meist hatten die Monologe ja überhaupt nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun, sie füllen nur die Seiten.

Auch Emma selber kam mir beim zweiten Lesen weitaus unsympatischer rüber, als beim ersten Mal oder bei den Verfilmungen (die ich mir demnächst auch noch mal anschauen werden). Ich verstehe schon den Hintergrund ihrer Überheblichkeit und ihrer Standesvorurteile. Aber letztlich hat sie sich bis zum Schluß des Buches zumindest von ihrem Standesdünkel nicht verabschiedet.

Und es hat mir auch etwas die Leidenschaft gefehlt. Nicht, das diese in JA-Bücher überreichlich vorhanden wäre, nein. Aber meist ist da unterschwellig etwas davon zu spüren, im Emma fehlt mir das, auch Mr. Knightly blieb für meinen Geschmack zu unterkühlt.
Es ist mir einfach zu wenig passiert im Buch, das plätschert so dahin. Außer Spaziergängen, Gesprächen und ein paar Einladungen mit Musik gibt es im Buch nicht mehr viel...

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Gruß
rafael :tach:


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 Betreff des Beitrags: Re: Emma
BeitragVerfasst: Donnerstag 31. März 2011, 22:21 
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Austenexperte

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Beiträge: 917
Deine Kritik finde ich sehr interessant,weil ich das Buch gerade deshalb gut finde. In einem "richtigen" Roman muss es für mich einfach diese Abschweifungen geben, bei den Werken der Weltliteratur wimmelt es nur so davon. :D Und die Monologe sind doch einfach nur klasse. Da lohnt es sich sogar das Buch nur wegen dieser in die Hand zu nehmen. Und ich mag Romane sehr, wo es einfach nur so dahin plätschert. :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Emma
BeitragVerfasst: Freitag 1. April 2011, 13:39 
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Austenbegeistert
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Registriert: Montag 22. September 2008, 22:56
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Ich glaube, das ist vielleicht auch situations- oder stimmungsabhängig.
Zur Zeit lerne ich gerade viel für Prüfungen und vielleicht brauche ich in der Erholungzeit etwas mehr Thrill?!

Grundsätzlich habe ich nichts gegen Abschweifungen, aber irgendwie sollten sie doch mit der Geschichte zu tun haben - wenn auch nur am Rande.

Aber die Monologe einer Mrs. Bates sind mir einfach zu "Klein-Klein", das habe ich hier auf dem Dorf schon genug in Real. Über was sich da manche Leute unterhalten - die, die ihr Leben nicht raus gekommen sind - da kann man nur den Kopf schütteln. Da wird Zeit und Energie verschwendet für die Angelegenheiten der Nachbarn und für die genaue Aufzählung von Krankheiten und für Erlebnisse von vor 20 Jahren (wenn diese wenigstens noch interessant wären....).
Im Buch brauche ich das dann nicht noch.

Es kommt aber sicher drauf an. Z. B. ist Middlemarch auch so ein "plätscherndes" Buch, aber bis auf gewisse Längen, die es sicher hat, fand ich es nicht schlecht. Aber da sind diese ruhigen Phasen immer auf ein bestimmtes Ereignis gerichtet gewesen. Bei Emma empfinde ich das nicht so.
Naja, Geschmäcker sind verschieden - zum Glück.

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rafael :tach:


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 Betreff des Beitrags: Re: Emma
BeitragVerfasst: Sonntag 3. April 2011, 20:34 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Bei Austen generell und auch bei "Emma" empfinde ich die "ruhigen Phasen" (welche denn?) eigentlich gar nicht als Abschweifungen - auch wenn es einem als Leser unwichtig erscheint, es arbeitet doch alles auf einen bestimmten Handlungsstrang hin und dient nicht dem bloßen Selbstzweck.

Ist Dir denn z.B. bewusst, dass Miss Bates' Monologe wichtige Hinweise auf die geheime Beziehung zwischen Jane und Frank liefern? Bis auf Mr Knightley hört ihr ja niemand im Buch so richtig zu, vielleicht ist das ja auch der Grund, warum er als Einziger Verdacht schöpft?!

Die von Dir so empfundene Ereignislosigkeit liegt vielleicht auch mit daran, dass die Handlung im Gegensatz zu den anderen JA-Romanen immer am selben Ort bleibt?


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 Betreff des Beitrags: Re: Emma
BeitragVerfasst: Montag 4. April 2011, 21:43 
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Austenbegeistert
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Julia hat geschrieben:
Ist Dir denn z.B. bewusst, dass Miss Bates' Monologe wichtige Hinweise auf die geheime Beziehung zwischen Jane und Frank liefern? Bis auf Mr Knightley hört ihr ja niemand im Buch so richtig zu, vielleicht ist das ja auch der Grund, warum er als Einziger Verdacht schöpft?!


Du hast schon recht, manchmal sagt Miss Bates auch Wichtiges bzw. gibt Hinweise, aber im dem ganzen Geplappere geht das dann unter. Ich glaube, mir geht es da wie Emma :) , bei ihr rauscht das auch so vorbei.

Julia hat geschrieben:
Die von Dir so empfundene Ereignislosigkeit liegt vielleicht auch mit daran, dass die Handlung im Gegensatz zu den anderen JA-Romanen immer am selben Ort bleibt?


Mit der Vermutung könntest du durchaus recht haben.
In den anderen Büchern gibt es Ortswechsel, es wird auch mal etwas dramatischer, das fehlt mir etwas bei Emma.

Ich finde ja, Emma fehlt eine richtige Beschäftigung. Aus lauter Langeweile kommt sie auf dumme Gedanken - hier eben ehestifterische Gedanken.

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 Betreff des Beitrags: Re: Emma
BeitragVerfasst: Montag 4. April 2011, 22:44 
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Austenexperte
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rafael hat geschrieben:
Ich finde ja, Emma fehlt eine richtige Beschäftigung. Aus lauter Langeweile kommt sie auf dumme Gedanken - hier eben ehestifterische Gedanken.


Da bist du nicht der Einzige, leider hatten junge Damen damals nicht allzu viel Möglichkeiten. Der angestrebte Musikclub, den Mrs Elton vorschlägt, wäre ja was gewesen, aber :thud: einen Vorschlag dieser "Dame" anzunehmen, ich kann Emma verstehen, daß sie daran nicht im Traum dachte :fies_sei:

Elanor

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[During the 1960s] I think there was more sex in those old films than in all that thrashing around today. I'm tired of sex scenes.
Claudette Colbert

sadly enough, this is more than true in our times


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 Betreff des Beitrags: Re: Emma
BeitragVerfasst: Montag 2. Mai 2011, 13:14 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Never ever! Obwohl ich manchmal das Gefühl hatte, Emma sieht sich in ihrer Postion "bedroht" und das von einer Person, die dazu eigentlich so gar kein "Recht" hat. Bei so einer Veranstaltung mitmachen als kleines Lichtchen? Undenkbar!

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Schritte wagen im Vertraun auf einen guten Weg, Schritte wagen im Vertraun das letztlich ER mich trägt, Schritte wagen weil im Aufbruch ich nur sehen kann, für mein Leben gibt es einen Plan.
Clemens Bittlinger


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 Betreff des Beitrags: Re: Emma
BeitragVerfasst: Sonntag 24. Juli 2011, 21:14 
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Administrator und Captain a.D. of HMS Groupread
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Ich bin auf eine, wahrscheinlich nicht ganz ernst gemeinte, Deutung zu einem Detail in Emma gestoßen: Ihr erinnert Euch an Harriets Schätze, die einst Mr. Elton gehörten? Den Bleistiftstummel ohne Mine? Nun, das soll ein Hinweis sein, dass Mr. Elton offenbar impotent war - oder jedenfalls kein großer Liebhaber... Ist das nichts für Dich, Julia? ;D

Zu Überredung gibts auch was. Die Stelle, wo Wentworth den kleinen Charles (oder Walter?) von Annes Rücken nimmt. Anne ist geradezu überwältigt vor Dankbarkeit - die Gefühle durchfluten sie, sie ist sprachlos... Tja, das soll die Beschreibung eines Orgasmus sein. Ich gebs ja nur wieder! Allerdings gebe ich zu, dass ich beim Lesen dieser Stelle auch immer wieder überrascht bin, wie total die Gefühle Anne überwältigen, nur weil der Seemann ihr mal kurz geholfen hat.

Naja, jedenfalls könnte es durchaus sein, darüber hatten wir es ja schon hier und da, dass es bei JA mehr Anspielungen auf Sexuelles gibt, als man im ersten Moment vermuten könnte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Emma
BeitragVerfasst: Montag 25. Juli 2011, 09:11 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Registriert: Mittwoch 19. Oktober 2005, 21:13
Beiträge: 4781
Beide Deutungen sind mir schon bekannt. :wink: Wie/Wo bist Du denn darauf gestoßen, Udo?

Scherze in der Art "Bleistiftstummel" gibt es einige bei JA (wenn man diese Interpretationsperspektive denn einnehmen will) - die Deutung der Episode aus "Persuasion" habe ich, glaube ich, nur mal als Beispiel dafür gelesen, wie absurd sich gewisse LitWissenschaftler in ihr Thema reinsteigern können. Oder wo hast Du das her?


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 Betreff des Beitrags: Re: Emma
BeitragVerfasst: Montag 25. Juli 2011, 11:17 
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Administrator und Captain a.D. of HMS Groupread
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Registriert: Mittwoch 9. April 2008, 16:07
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Julia hat geschrieben:
...die Deutung der Episode aus "Persuasion" habe ich, glaube ich, nur mal als Beispiel dafür gelesen, wie absurd sich gewisse LitWissenschaftler in ihr Thema reinsteigern können.


Ja, so ist das wohl auch gemeint in meiner "Quelle": Ich habs gefunden im dem schon erwähnten Roman "Ortswechsel" von David Lodge, in dem die Jane-Austen-Experten leider nur selten über JA fachsimpeln. In dem Fall geht es um die extreme Deutung, die der amerikanische JA-Experte seinen englischen Studenten um die Ohren haut - die entsprechend fassungslos reagieren. Lodge weiß sicher einiges über Austen - und er kennt sicher auch so manche absurde Theorie über sie. Das hat er hier offenbar verarbeitet.


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 Betreff des Beitrags: Re: Emma
BeitragVerfasst: Dienstag 14. Januar 2020, 11:28 
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Administrator und Captain a.D. of HMS Groupread
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Registriert: Mittwoch 9. April 2008, 16:07
Beiträge: 3077
Es gibt eine neue Emma-Übersetzung von Manfred Allié und Gabriele Kempf-Allié. Falls sie jemand liest und einen Vergleich zu den anderen Übersetzungen, besonders der Grawe-Ausgabe, hat, würde mich das interessieren.


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