Ich habe Dir
in die Augen gesehen
und mich blenden lassen
von diesem strahlenden Blau
Klar waren sie
wie der junge Morgen
und ich hätte nie gedacht
daß sie soo lügen können
Und auch dein Mund
so sanft schien er
und jedes Wort
so überaus ehrlich
Oh, wie süß
waren die Märchen verpackt
jedes Lächeln, jedes Wort
eine einzige Lüge
Und eines für Katzenliebhaber:
Katzenliebe
Wohl hatte sie einmal gekannt der Liebe Glut,
als Kätzchen voller Unschuld sich ihr hingegeben,
denn richtig schien sie ihr und gut,
das Größte halt in einem Katzen-Leben.
Sein süßes Schmeicheln, liebevolle Augen,
wie bald schon waren sie verschwunden
und schönen Worten wird sie nicht mehr glauben
die alte Katze leckt noch an den Wunden.
Kommt mal ein Kater ihrer Brut zu nah,
wie eine Löwin kämpft sie um ihr Recht,
was ihrer Unschuld einst geschah
mein lieber Kater, wird gerächt!
Der Nacht gerade näher als dem Tag, den Träumen näher als der Wirklichkeit, mich also in einer Art Trance-Zustand befindend, seht es mir nach, dass ich hier einfach ein paar Zeilen zitiere. Mir war grad' so danach.
"Dies ist deine Stunde, o Seele, dein freier Flug in das Wortlose. Fort von Büchern, fort von der Kunst, der Tag ausgelöscht, die Arbeit getan. Du, ganz emportauchend, lautlos, schauend, den Dingen nachsinnend, die du am meisten liebst Nacht, Schlaf, Tod und die Sterne."
(Walt Whitmann)
***
"Melancholie, du stille Freundin, besuchst uns, wenn es Nacht wird, und Illusionen schwinden im dumpfen Neonlicht."
(unbekannter Verfasser)
***
"Früh morgens an kalten Mauern des Schweigens vorübergehen; kein Gefühl von Geborgenheit, nichts, das Heimat verheißt."
(unbekannter Verfasser)
***
"Unsere Kissen sind nass von den Tränen zerstörter Träume.
Aber wieder steigt aus unseren leeren hilflosen Händen die Taube auf."
(Hilde Domin)
***
"Die Nacht ist mein Freund, da ist die Stille, die zu nichts drängt.
Ruhe, die mich umarmt und meiner Seele Flügel gibt - nein, ich fürchte sie nicht."
(Norbert Stumpf)
***
"Es ist gut denkbar, dass die Herrlichkeit des Lebens um jeden und immer in ihrer ganzen Fülle bereitliegt, aber verhängt, in der Tiefe, unsichtbar, sehr weit. Aber sie liegt dort, nicht feindselig, nicht widerwillig, nicht taub. Ruft man sie mit dem richtigen Wort, beim richtigen Namen, dann kommt sie."
(Franz Kafka)
Ich hoffe, Ihr beteiligt Euch rege an diesem Thread, damit ich viele Sprüche und Gedichte, die mir noch unbekannt sind, in meine Sammlung aufnehmen kann.
Kerstin hat geschrieben:Und jetzt ist wieder zusammen, was zusammen gehört.
Danke, Kerstin! Das ist lieb von Dir.
Ich hatte den anderen Thread nicht vergessen, nur eine leichte Abneigung dagegen, unbesinnliche Sprüche, die erst recht nichts mit Engeln zu tun haben, dort hineinzuschreiben. Am meisten hatte mich aber noch der Zusatz "nicht nur für die Weihnachtszeit" davon abgehalten. Denn auch wenn somit ein Posten rund ums Jahr möglich ist, muss ich nun mal unweigerlich an Weihnachten denken, sobald ich das Wort lese.
Caro, ich vermute mal die beiden Gedichte "Lügner" und "Katzenliebe" sind von Dir, weil Du keinen Autor benennst?
Und nun noch ein paar Aphorismen:
"Ein Pessimist ist ein Optimist, der nachgedacht hat." (Charles Laughton)
"Was wir bei uns Stolz nennen, nennen wir bei anderen Aufgeblasenheit."(Heinz Hilpert)
"Nur wenn man das Unerreichbare anstrebt, gelingt das Erreichbare." (Miguel de Unamuno)
"Hoffen heißt: die Möglichkeit des Guten erwarten."(Sören Kierkegaard)
"Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis: vielleicht ist keines da." (Franz Kafka)
"Unter Politik verstehen manche Leute die Kunst, Brände zu löschen, die sie selbst gelegt haben."(Lawrence Durrell)
"Kleine Schurkereien nennt man kriminell – große historische Taten." (Herbert Reinecker)
"Wenn zwei Menschen immer wieder die gleichen Ansichten haben, ist einer von ihnen überflüssig."(Winston Churchill)
"Wenn die Klügeren nachgeben, regieren die Dummköpfe die Welt." (Jean Claude Riber)
"Der Mensch bringt sogar Wüsten zum Blühen. Die einzige Wüste, die ihm noch Widerstand leistet, befindet sich in seinem Kopf!"(Ephraim Kishon)
"Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen Sie sich in zehn Jahren zurücksehnen werden." (Peter Ustinov)
"Legt man eine Zitrone neben eine Orange, so hören sie auf, Zitrone und Orange zu sein. Sie werden Früchte."(Georges Braque)
"Wenn ein Mensch ein Loch sieht, hat er das Bestreben, es auszufüllen. Dabei fällt er meist hinein." (Kurt Tucholsky)
Caro hat geschrieben:@Amadea oh, da sind ein paar wunderschöne Aphorismen dabei. Ich könnt gar nicht sagen, welches mir am besten gefällt.
Dabei interessiert mich ja gerade das so sehr.
Amadea hat geschrieben: Caro, ich vermute mal die beiden Gedichte "Lügner" und "Katzenliebe" sind von Dir, weil Du keinen Autor benennst?
Caro hat geschrieben:Und ja, ich wollte mal das Echo testen ...
"Lügner" gefällt mir sehr gut! Auf jeden Fall besser als die "Katzenliebe", wobei auch das natürlich nicht schlecht ist. Doch "Lügner" finde ich besser. Vielleicht gerade, weil es sich nicht reimt?
Außerdem erinnert es mich vom Stil her an die von mir sehr geschätzte Kristiane Allert-Wybranietz. Hier zwei Kostproben von ihr:
"Last Dance
Vergiss all deine Ausflüchte, all deine Erklärungen und Entschuldigungen.
Du warst für mich ein Raum mit verschlossener Tür, und ich wollte zu dir hinein.
Nun bist du durchsichtig geworden, ich kenne den Raum und bin enttäuscht:
Es ist leer in dir.
Diese Leere versuchst du zu tarnen mit schönen Worten, großen Gesten und buntschillerndem Äußeren:
Aber die Leere bleibt spürbar.
Spar dir also die Ausflüchte, die Entschuldigungen, die Erklärungen...
sie klingen hohl."
(Kristiane Allert-Wybranietz)
"Ohne Lüge leben"
Sag nicht,
du willst
immer bei mir bleiben;
sag lieber,
du willst heute noch nicht gehen.
Vielleicht ist "immer"
morgen schon vorbei."
Die gefallen mir sehr gut. Sind nicht ganz so trist, wie die vorherigen ...
ein klein wenig Hoffnung muß bleiben ...
Zu den Aphorismen: Okay, Tucholsky mag ich immer. Persönlicher Tipp von mir ist Curt Goetz. Ulli hat momentan eine in seinem Profil, der echt stark ist.
Caro hat geschrieben:...Sind nicht ganz so trist, wie die vorherigen ... ein klein wenig Hoffnung muß bleiben ...
Also Dein "Lügner" und Deine "Katzenliebe" finde ich aber auch ganz schön trübselig, wenn ich mir vorstelle, was vorher abgelaufen ist, um in dieses Stadium zu gelangen. Und wo ist da die Hoffnung?
Wenn Du also lieber was "Federleichtes" haben möchtest:
"Einsamkeit positiv Die Sonne fällt am Himmel, buntes Himmelslicht, Abendvogelgesang allein im Gras." K. Allert-Wybranietz
Caro hat geschrieben:Zu den Aphorismen: Okay, Tucholsky mag ich immer. Persönlicher Tipp von mir ist Curt Goetz. Ulli hat momentan eine in seinem Profil, der echt stark ist.
Oh ja. Curt Goetz ist gut. Habe mir auch bereits zwei Goetz-Aphorismen aus Ullis Signatur "gemopst". Ich hoffe, er sieht's mir nach.
Von Tucholsky hätte ich jetzt ja einen klasse Spruch anzubieten, aber da der ganz bitterböse klingt und so gar nichts Hoffnungsvolles an sich hat, will ich Dir den heute lieber ersparen.
Och, warum mein Lügner hatte die Lügen doch wunderbar verpackt!
War immer so, wie bei einem Knallbonbon! Daß ich im glaubte, glauben wollte, lag auch an mir ... die Hoffung, es könnte ja mal ein Funken Wahrheit dabei sein ...
Und wußtest du, daß ein Kater, der seine "Geliebte" besuchen will tatsächlich seine eigenen Jungen tötet, wenn er Gelegenheit dazu kriegt? Nur damit er nochmal drüber kann? Da mußte ich einfach dieses Gedicht schreiben!
Nein, nur raus damit. Ich vertrage Tucholsky schon, versprochen!
Caro hat geschrieben:...Und wußtest du, daß ein Kater, der seine "Geliebte" besuchen will tatsächlich seine eigenen Jungen tötet, wenn er Gelegenheit dazu kriegt? Nur damit er nochmal drüber kann? ...
Nee, das wusste ich noch nicht. Je mehr ich hier lese, desto deutlicher wird mir, wie wenig ich weiß! Hätte ich nicht gedacht, von den Katern. Ein starkes Stück!
Caro hat geschrieben:Nein, nur raus damit. Ich vertrage Tucholsky schon, versprochen!
Also gut, aber beklag' Dich ja nicht über den fehlenden Hoffnungsaspekt! Ich hatte Dich ja gewarnt.
Hier ist er, der bitterböse Spruch von Herrn Tucholsky:
[Der]"Mensch: ein Lebewesen, das klopft, schlechte Musik macht und seinen Hund bellen lässt. Manchmal gibt er auch Ruhe, aber dann ist er tot."
Ja, du hattest Recht. Ganz schön heavy. Aber Tucholsky hat damit auch nicht ganz unrecht. Erinnert mich an so manchen, der sich über die ganz normale Lautstärke der Kiddies als "Krach" aufregt. Vermutlich innerlich bereits abgestorben ...
Hast Du Dich noch nie über Krach von Kindern aufgeregt? Ich versteh manchesmal wirklich nicht, warum die sich immer anschreien müssen, obwohl sie alle auf einem Haufen stehen.
Katja hat geschrieben:Hast Du Dich noch nie über Krach von Kindern aufgeregt? Ich versteh manchesmal wirklich nicht, warum die sich immer anschreien müssen, obwohl sie alle auf einem Haufen stehen.
Ich meinte gerade normale Lautstärke, die manche schon als Krach empfinden, z.B. wenn die Mädels draußen Ringelrein-Spiele machen oder ähnliches, lachen und kichern. Jungs Fußballspielen ...
Das hat wenig damit zu tun, wenn eine Horde Kinder nach Schulschluß in der S-Bahn einbrechen und man das Gefühl hat, man würde von dem Gschrei taub werden ... Das kenn ich auch gut, und natürlich bin ich dann auch genervt.
Aber anderes Beispiel: Chantal hat einen Jungen, der ab und an plärrt. Zur Ruhe bringt ihn eigentlich nur "pucken". Gestern in der U-Bahn hatte der Kleine halt gequäkt und geplärrt, was Chauntal durchaus peinlich war, vor allem weil sie von den übrigen Fahrgästen wie eine Verbrecherin angestarrt wurde, so nach dem Motto "Was hat die Rabenmutter dem Kind nur getan, daß es so schreit" oder"Kann mal jemand das Kind abschalten". Manche haben eben durchaus gebrummelt und kluge Bemerkungen abgegeben ...
Na, dann greife ich mal das von Euch angesprochene Thema "Kinder" auf. Danke für die Vorlage.
"Ohne viel Verständnis, aber mit dem stärkenden Gefühl der Überlegene zu sein, steht der Erwachsene dem Kind gegenüber. Bis sich zeigt, dass dieses Gefühl der Überlegenheit nur auf tiefem Nichtkennen beruht.
(Hermann Hesse)
***
"Das Kind kam strahlend zu mir gelaufen. Es hat mir einen schönen Kieselstein mitgebracht, um mir Freude zu machen. Ich habe mich herzlich bei ihm bedankt. Acht Tage später kam das Kind zurück und fragte: „Was hast Du mit meinem Kieselstein gemacht?“ Ich wagte nicht, ihm zu sagen, dass ich ihn weggeworfen hatte. Ich habe das Kind belogen."
(Michel Quoist)
***
"Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch."
Nili hat geschrieben:mh...das gefällt mir jetzt nicht sooo...... sorry... kann auch nicht wirklich beschreiben warum nicht...
Das ist ja das Spannende an der Poesie: dass man meist nicht sagen kann, warum einem etwas gefällt oder weshalb nicht.
Ich mag das von Rose Ausländer auch um einiges lieber. Lediglich der Ausdruck "der Frühling in dir" hat was, finde ich.
Nili hat geschrieben:mh...das gefällt mir jetzt nicht sooo...... sorry... kann auch nicht wirklich beschreiben warum nicht...
Das ist ja das Spannende an der Poesie: dass man meist nicht sagen kann, warum einem etwas gefällt oder weshalb nicht. Ich mag das von Rose Ausländer auch um einiges lieber. Lediglich der Ausdruck "der Frühling in dir" hat was, finde ich.
joah... erinnert mich aber zu sehr an: es ist liebe in dir
oder so.....
Nili hat geschrieben:mh...das gefällt mir jetzt nicht sooo...... sorry... kann auch nicht wirklich beschreiben warum nicht...
Das ist ja das Spannende an der Poesie: dass man meist nicht sagen kann, warum einem etwas gefällt oder weshalb nicht. Ich mag das von Rose Ausländer auch um einiges lieber. Lediglich der Ausdruck "der Frühling in dir" hat was, finde ich.
Mir gefällt auch der Schinkel ganz gut. Wundebar! Wo du die nur immer ausgräbst ...
"Natur ist glücklich. Doch in uns begegnen sich zuviel Kräfte, die sich wirr bestreiten: wer hat ein Frühjahr ihnen zu bereiten? Wer weiß zu scheinen? Wer vermag zu regnen?
Wem geht ein Wind durchs Herz, unwidersprechlich? Wer fasst in sich der Vogelflüge Raum? Wer ist zugleich so biegsam und gebrechlich wie jeder Zweig an einem jeden Baum?
Wer stürzt wie Wasser über seine Neigung ins unbekannte Glück so rein, so reg? Und wer nimmt still und ohne Stolz die Steigung und hält sich oben wie ein Wiesenweg?"