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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Montag 8. Dezember 2008, 01:16 
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Begeistertes Missionierungsopfer
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Registriert: Samstag 27. Januar 2007, 03:03
Beiträge: 1749
Das ist wirklich sehr schön, Amadea! :danke:

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~ Der Weg ist das Ziel ~


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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Montag 8. Dezember 2008, 01:16 


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 Betreff des Beitrags: Wet Snow
BeitragVerfasst: Montag 5. Januar 2009, 22:23 
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Emsige Missionarin für Jane Austen
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Registriert: Sonntag 15. Oktober 2006, 17:01
Beiträge: 1156
Heute hat es endlich noch mal so richtig geschneit. Besonders schön finde ich dabei die schneebedeckten Bäume - vor allem, wenn sie seitlich angeschneit wurden. Der schottische Dichter Norman MacCaig (1910-1996) hat dazu ein sehr anschauliches Gedicht verfasst, welches mich seit meiner Teenagerzeit fasziniert. Immer, wenn ich im Winter vor solch einem schneebedeckten Baum stehe, kommt mir dieses Gedicht in den Sinn.


Wet snow

White tree on black tree
Ghostly appearance fastened on another,
Called up by harsh spells of this wintry weather.
You stand in the night as though to speak to me.

I could almost
Say what you do not fail to say; that‘s why
I turn away, in terror, not to see
A tree stand there hugged by its own ghost.

(Norman MacCaig)

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"To read ist to translate, for no two person's experiences are the same."
(W. H. Auden)

"Lesen heißt übersetzen, denn keine zwei Menschen teilen die gleichen Erfahrungen."


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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Mittwoch 21. Januar 2009, 23:54 
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Emsige Missionarin für Jane Austen
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Registriert: Sonntag 15. Oktober 2006, 17:01
Beiträge: 1156
Hat denn nicht irgendwer von Euch noch mal ein Gedicht oder einen Spruch für mich? Ich würde so gerne meine Sammlung erweitern :schnapp: , aber darauf hoffe ich scheinbar vergeblich. :heul:
Habt doch ein wenig Mitleid! :menno: :/

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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Donnerstag 22. Januar 2009, 00:52 
Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott um den uralten Turm
und ich kreise jahrtausendelang,
und ich weiß noch nicht,
bin ich ein Falke, ein Sturm,
oder ein großer Gesang.

Rilke

Dateianhang:
jahresringe.jpg
jahresringe.jpg [ 36.83 KiB | 884-mal betrachtet ]


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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Sonntag 25. Januar 2009, 23:28 
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Emsige Missionarin für Jane Austen
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Registriert: Sonntag 15. Oktober 2006, 17:01
Beiträge: 1156
Danke, Hazel. Auch für das hübsche Foto - es macht das Gedicht noch anschaulicher.
Falls Dir noch mal ein Gedicht oder Spruch in die Hände fallen sollte, nur her damit. :vielposten:

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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Montag 26. Januar 2009, 00:05 
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Administrator und Captain a.D. of HMS Groupread
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Registriert: Mittwoch 9. April 2008, 16:07
Beiträge: 3077
@Amadea: Suchst Du denn ganz bestimmte Gedichte/Sprüche? Die "normalen" gibt es ja in Gedicht- oder Aphorismensammlungen, die Du sicher haben wirst, oder?
Lyrik ist nicht meine Stärke, aber das hier war vor langer Zeit einer meiner Lieblingsverse:

Anfangs wollt ich fast verzagen,
Und ich glaubt, ich trüg es nie;
Und ich hab es doch getragen -
Aber fragt mich nur nicht, wie?

:D


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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Montag 26. Januar 2009, 08:02 
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Emsige Missionarin für Jane Austen
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Registriert: Sonntag 15. Oktober 2006, 17:01
Beiträge: 1156
Udo hat geschrieben:
@Amadea: Suchst Du denn ganz bestimmte Gedichte/Sprüche? Die "normalen" gibt es ja in Gedicht- oder Aphorismensammlungen, die Du sicher haben wirst, oder?
Klar gibt es Tausende Sprüche und Gedichte im Internet zu finden. Die Überzahl finde ich "ganz nett", aber nicht unbedingt sammlungswürdig. Und nein, ich suche keine "bestimmten" Gedichte und Aphorismen. Ich sammle einfach die, die mich anrühren oder solche, die eine Erinnerung oder ein Gefühl in mir auslösen. :wink:

Bei dem von Dir zitierten Vierzeiler (Du weißt nicht zufällig, wer die die Zeilen geschrieben hat?) erinnerte ich mich beispielsweise an eine Brieffreundin, die mir im Alter von 13/14/15 Jahren von ihrem ersten Liebeskummer schrieb und dabei ein paar Zeilen aus einem Ulla Meinicke-Lied zitierte:

"Verliebt, verloren, verbrannt.
Gelacht, geweint und weggerannt.
Und dann im Regen steh'n, das Herz in der Hand.
Nie wieder!"

Ulla Meinicke

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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Montag 26. Januar 2009, 12:09 
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Administrator und Captain a.D. of HMS Groupread
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Registriert: Mittwoch 9. April 2008, 16:07
Beiträge: 3077
Ok, verstehe.
Der herrlich bittere Vierzeiler stammt von Heine.
Und an die Ulla erinnere ich mich auch noch. Das hat damals meine ältere Schwester viel gehört, Lichter ausschießen und so...

Einen Spruch hab ich noch:

Ich weiß nicht was ich bin.
Ich schreibe das gleich hin.
Da hab'n wir den Salat:
Ich bin ein Literat.

Von dem viel, viel zu früh gestorbenen Robert Gernhardt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Montag 26. Januar 2009, 18:53 
Udo hat geschrieben:
Anfangs wollt ich fast verzagen,
Und ich glaubt, ich trüg es nie;
Und ich hab es doch getragen -
Aber fragt mich nur nicht, wie?

Daran erinnere ich mich auch, Udo. Vor allem kann man es sich leicht auswendig merken. :)

Genau wie dies Gedicht von Hans Thoma, der eigentlich Maler war.

Ich bin, weiß nicht wer
Ich komm, weiß nicht woher
Ich geh, weiß nicht wohin
Mich wundert, dass ich so fröhlich bin.

Es gibt mehrere ähnliche Sprüche, in verschiedenen Varianten, von verschiedenen Autoren, aus verschiedenen Zeiten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Dienstag 27. Januar 2009, 10:49 
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Romantikversessene Satiriopsychosophin
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Registriert: Freitag 13. April 2007, 21:37
Beiträge: 1064
Wohnort: Schweiz
Darf ich hier mal eines meiner mit Abstand liebsten Gedichte von W.H. Auden deponieren?


Funeral Blues

Stop all the clocks, cut off the telephone,
Prevent the dog from barking with a juicy bone,
Silence the pianos and with muffled drum
Bring out the coffin, let the mourners come.

Let aeroplanes circle moaning overhead
Scribbling on the sky the message He is Dead.
Put crepe bows round the white necks of the public doves,
Let the traffic policemen wear black cotton gloves.

He was my North, my South, my East and West,
My working week and my Sunday rest,
My noon, my midnight, my talk, my song;
I thought that love would last forever: I was wrong.

The stars are not wanted now; put out every one,
Pack up the moon and dismantle the sun,
Pour away the ocean and sweep up the woods;
For nothing now can ever come to any good.


Wer Lust hat dieses Gedicht mal richtig in Szene gesetzt zu sehen und zu hören klicke hier!

_________________
Grüsschen, MJ


„Wenn Frauen unergründlich erscheinen, dann liegt es am fehlenden Tiefgang der Männer.“

Katharine Hepburn


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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Dienstag 27. Januar 2009, 18:57 
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Emsige Missionarin für Jane Austen
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Registriert: Sonntag 15. Oktober 2006, 17:01
Beiträge: 1156
Melody Joy, danke für den Link. :danke: Ich liebe dieses Gedicht von W. H. Auden. :ja: Und doch graust es mir schon jetzt vor dem Tag, da ich es einmal still im Geiste aufsagen werde beim Tod eines besonders geliebten Menschen.

Da ist dieses Gedicht hier zum gleichen Thema nicht mal halb so gut, aber ich stelle es trotzdem ein, weil es thematisch gerade passt.


Noch immer ist es unbegreiflich


"Blick in den Strom.
Sahst du ein Glück vorübergeh'n,
das nie sich wiederfindet,
ist's gut, in einen Strom zu seh'n,
wo alles wogt und schwindet.

O, starre nur hinein, hinein;
du wirst es leichter missen,
was dir, und soll's dein Liebstes sein,
vom Herzen ward gerissen.

Blick unverwandt hinab zum Fluss,
bis deine Tränen fallen,
und sieh durch ihren warmen Guss
die Flut hinunterwallen.

Hinträumend wird Vergessenheit
des Herzens Wunde schließen;
die Seele sieht mit ihrem Leid
sich selbst vorüberfließen."

(Nikolaus Lenau)


Oft mag ich ja lieber die Gedichte, die sich nicht reimen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Mittwoch 28. Januar 2009, 13:16 
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Administrator und Captain a.D. of HMS Groupread
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Registriert: Mittwoch 9. April 2008, 16:07
Beiträge: 3077
Wenn ich sagte, Lyrik sei nicht meine Stärke, dann war das kein Understatement, sondern der größte Euphemismus ever. :D
Aber he, ist das nicht ein wenig traurig, was Ihr hier so austauscht? Da muss ich doch gleich mein drittliebstes Gedicht dagegen halten, schön heiter-morbide.... Kennt hier wahrscheinlich jede/r, trotzdem:

Palmström, etwas schon an Jahren,
wird an einer Straßenbeuge
und von einem Kraftfahrzeuge
überfahren.

»Wie war« (spricht er, sich erhebend
und entschlossen weiterlebend)
»möglich, wie dies Unglück, ja-:
daß es überhaupt geschah?

Ist die Staatskunst anzuklagen
in bezug auf Kraftfahrwagen?
Gab die Polizeivorschrift
hier dem Fahrer freie Trift?
Oder war vielmehr verboten,
hier Lebendige zu Toten
umzuwandeln, - kurz und schlicht:
Durfte hier der Kutscher nicht -?«

Eingehüllt in feuchte Tücher,
prüft er die Gesetzesbücher
und ist alsobald im klaren:
Wagen durften dort nicht fahren!

Und er kommt zu dem Ergebnis:
»Nur ein Traum war das Erlebnis.
Weil«, so schließt er messerscharf,
»nicht sein kann, was nicht sein darf!«

Mir rätselhaft, warum nur die letzten Zeilen berühmt geworden sind. Meine Lieblingsstelle ist: "... sich erhebend und entschlossen weiterlebend".


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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Mittwoch 28. Januar 2009, 20:35 
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Piratensüchtige Administratorin, ebenfalls Seriensuchti mit Mittelalterpräferenz und spätes Girlie
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Beiträge: 6885
Wohnort: Wo die Messer und Schwerter herkommen
Ich mag ja die Gedichte von Eugen Roth. ;)

Kleine Ursachen
Ein Mensch - und das geschieht nicht oft -
Bekommt Besuch, ganz unverhofft,
Von einem jungen Frauenzimmer,
Das grad, aus was für Gründen immer -
Vielleicht aus ziemlich hintergründigen -
Bereit ist, diese Nacht zu sündigen.
Der Mensch müßt nur die Arme breiten,
Dann würde sie in diese gleiten.
Der Mensch jedoch den Mut verliert,
Denn leider ist er unrasiert.
Ein Mann mit schlechtgeschabtem Kinn
Verfehlt der Stunde Glücksgewinn,
Und wird er schließlich doch noch zärtlich,
Wird er's zu schwach und auch zu bärtlich.
Infolge schwacher Reizentfaltung
Gewinnt die Dame wieder Haltung
Und läßt den Menschen, rauh von Stoppeln,
Vergebens seine Müh verdoppeln.
Des Menschen Kinn ist seitdem glatt -
Doch findet kein Besuch mehr statt.

;D

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"I think that we like those kind of entertainment just to have the opportunity to become a child again during 42 minutes."


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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Donnerstag 29. Januar 2009, 22:32 
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Piratensüchtige Administratorin, ebenfalls Seriensuchti mit Mittelalterpräferenz und spätes Girlie
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Registriert: Dienstag 18. Oktober 2005, 22:38
Beiträge: 6885
Wohnort: Wo die Messer und Schwerter herkommen
Jetzt habe ich ewig herumgesucht.. da ist noch ein schönes Gedicht von Eugen Roth. ;)

Das Schaf

Ein Mensch, der einen Anderen traf,

geriet in Streit und sagte "Schaf"!!!

Der Andere sprach "es wär' Ihr Glück, Sie nähmen dieses Schaf zurück !"

Der Mensch jedoch erwidert "Nein!" Er säh dazu den Grund nicht ein.

Das Schaf-vom einen nicht willkommen, vom andern nicht zurückgenommen-

steht seitdem herrenlos und dumm, unglücklich in der Welt herum.
:schaf:

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"I think that we like those kind of entertainment just to have the opportunity to become a child again during 42 minutes."


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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Freitag 30. Januar 2009, 02:11 
Die Verse von Eugen Roth sind witzig.
Ich hatte mal die Verssammlung "Ein Mensch" und erinnere mich an das:

Ein Mensch erblickt das Licht der Welt,
doch bald schon hat er festgestellt,
nach manchem trüb verbrachten Jahr,
dass dies der einz'ge Lichtblick war.

LOL. Ich finde es witzig.
Das mit dem Schaf ist auch schön.
:schoen


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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Sonntag 1. Februar 2009, 16:19 
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Emsige Missionarin für Jane Austen
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Beiträge: 1156
Na, seht Ihr Leute - es geht doch. :fies_sei: Warum nicht gleich so? :aetsch:


Und es war in diesem Alter....Da nahte auf
der Suche nach mir die Poesie.
Ich weiß nicht, woher sie kam,
vom Winter oder vom Fluß.
Ich weiß nicht wie noch wann,
nein, da waren keine Stimmen,
war nicht Wort noch Schweigen,
doch von der Straße her rief es mich,
aus dem Gezweig der Nacht,
plötzlich unter anderen,
zwischen heftigen Flammen
oder allein bei der Rückkehr,
dort war sie, gesichtslos,
und sie rührte mich an.

(Pablo Neruda)

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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Mittwoch 15. Juli 2009, 09:32 
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Master of Science in Physics, headbanging Austen Fan und etwas ganz Besonderes!
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richtiger Name: Nina
Habe letztens auf einer Karte was schönes gelesen und dachte erst, es sei ein Gedicht, darum wollt ich es hier posten. Aber wie ich nun weiss, ist es eine Strophe eines Liedes von Novalis (nicht dem Dichter ;D sondern der Band), genauer gesagt, stammt der Text von Bandmitglied Carlo Karges. Ich denke, es passt trotzdem hier her, oder? Wer mitsingen möchte: Hier findet sich das Lied zwischen einigen schrecklichen Gitarren- und Keyboardsoli.

Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß, wie Wolken schmecken,
der wird im Mondschein
ungestört von Furcht,
die Nacht entdecken.

Der wird zur Pflanze, wenn er will,
zum Tier, zum Narr, zum Weisen,
und kann in einer Stunde
durchs ganze Weltall reisen.

Er weiß, dass er nichts weiß,
wie alle andern auch nichts wissen,
nur weiß er was die anderen
und er noch lernen müssen.

Wer in sich fremde Ufer spürt,
und Mut hat sich zu recken,
der wird allmählich ungestört,
von Furcht sich selbst entdecken.

Abwärts zu den Gipfeln
seiner selbst blickt er hinauf,
den Kampf mit seiner Unterwelt,
nimmt er gelassen auf.

Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß wie Wolken schmecken,
der wird im Mondschein,
ungestört von Furcht,
die Nacht entdecken.

Der mit sich selbst in Frieden lebt,
der wird genauso sterben,
und ist selbst dann lebendiger,
als alle seine Erben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Donnerstag 16. Juli 2009, 19:17 
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Austenfan

Registriert: Sonntag 30. Dezember 2007, 21:01
Beiträge: 30
Wohnort: Österreich
Ich weiß nicht ob das hier reinpasst. Ich habe heute ein wenig aufgeräumt und habe "Gedichte" gefunden , die ich vor ca 4 Jahren geschrieben habe ( als 14-jährig)e . Reimen sich nicht immer, aber mir gefallen sie. So hier sind die Zwei, die mir am Besten gefallen:

Die Nacht
Die Nacht es ist wunderbar,
so dunkel aber nicht finster
Die ganze Welt verschleiert
so ruhig aber nicht leise
Menschen schlafen, Tiere wachen
Die Welt scheint in einem silbernen Licht
Nicht hell, nicht dunkel


Angst
Angst ist eine Pain
Jeder besitzt es,
keine Medizin gibt es
Was soll man tun,
wenn es einen befällt?
Weg laufen, sich stellen?

Wie findet ihr sie ?Ich hoffe nicht zu schlecht. :|

_________________
For the world, your are somebody, but for somebody you are the world.

Englisches Sprichwort


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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Donnerstag 16. Juli 2009, 23:41 
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Emsige Missionarin für Jane Austen
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Registriert: Sonntag 15. Oktober 2006, 17:01
Beiträge: 1156
char hat geschrieben:
Reimen sich nicht immer, aber mir gefallen sie. So hier sind die Zwei, die mir am Besten gefallen:
...
Wie findet ihr sie ?

char, Dein Nacht-Gedicht gefällt mir richtig gut. :top: Übrigens mag ich oft die Gedichte, die sich nicht reimen lieber. Das andere Gedicht ist auch ganz nett, (sorry für die Formulierung, aber ich bin da halt ehrlich) aber "Die Nacht" ist eindeutig besser. Bei dem Angst-Gedicht stolpere ich beim Lesen immer über den Klang/die Melodie der Zeile "keine Medizin gibt es". Irgendwas stört mich daran. Aber Gedichte schreiben ist auch sooo schwierig - und Du warst erst 14.

*****


Miss Hamilton hat geschrieben:
Ich denke, es passt trotzdem hier her, oder?
Song-Texte passen ganz wunderbar in diesen Thread, weil sie fast immer poetisch sind. :ja:

Übrigens hast Du Caro nun zum Verfasser ihres zweiten Signatur-Spruchs verholfen. Sie hat dort ja stehen:
Jemand der Schmetterlinge lachen hört, weiß auch wie Wolken schmecken. Verfasser unbekannt
Es hatte mich schon länger interessiert, wer diesen hübschen Satz geschaffen hat. Hast Du toll gemacht. :gut:

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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Freitag 17. Juli 2009, 16:06 
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Amadea hat geschrieben:
Übrigens hast Du Caro nun zum Verfasser ihres zweiten Signatur-Spruchs verholfen. Sie hat dort ja stehen:
Jemand der Schmetterlinge lachen hört, weiß auch wie Wolken schmecken. Verfasser unbekannt
Es hatte mich schon länger interessiert, wer diesen hübschen Satz geschaffen hat. Hast Du toll gemacht. :gut:

Ja, irgendwie kam mir der Liedtext tatsächlich bekannt vor! Aber ich habs erst nicht zuordnen können :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Freitag 17. Juli 2009, 16:07 
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Miss Hamilton hat geschrieben:
Amadea hat geschrieben:
Übrigens hast Du Caro nun zum Verfasser ihres zweiten Signatur-Spruchs verholfen. Sie hat dort ja stehen:
Jemand der Schmetterlinge lachen hört, weiß auch wie Wolken schmecken. Verfasser unbekannt
Es hatte mich schon länger interessiert, wer diesen hübschen Satz geschaffen hat. Hast Du toll gemacht. :gut:

Ja, irgendwie kam mir der Liedtext tatsächlich bekannt vor! Aber ich habs erst nicht zuordnen können :mrgreen:

Ja, nö. :D Danke dafür! :knuffel

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:blume: Grüsse, Caro

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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Freitag 17. Juli 2009, 16:14 
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Ja, es war so wie, wenn man die Frau, die einen jeden Tag am Kiosk bedient, plötzlich im Zug sieht und man weiss genau, dass man sie kennt, aber man kommt nicht darauf, woher, weil es nicht die gewohnte Umgebung des Zusammentreffens ist!

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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Freitag 17. Juli 2009, 18:51 
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Prüde Zimperliese

Registriert: Sonntag 18. Juni 2006, 12:32
Beiträge: 2072
Bin zwar kein Admin und wahrscheinlich sehr ihr mich als :brems:, aber ihr begebt euch hier mit dem Veröffentlichen von Liedtexten (und Gedichten, deren Verfasser nicht mindestens seit 70 Jahren tot ist) auf recht gefährliches Terrain - da kann es sehr schnell Ärger geben wg. Urheberrechten, denn es ist schlicht und einfach nicht erlaubt ohne Zustimmung des Rechteinhabers. Zu allem Überfluss lauern eine ganze Horde an Anwälten, die ratzfatz dabei sind mit Abmahnungen, also bevor es unangenehm wird, lieber solche Sachen wieder rausnehmen. :wink:

_________________
Viele Grüße
Bezzy


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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Freitag 17. Juli 2009, 19:46 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Registriert: Mittwoch 19. Oktober 2005, 21:13
Beiträge: 4781
Kurze Texte mit Angabe des Autors und/oder der Quelle hier zu posten, ist weit weg von "Copyrightverletzung". :wink: Zumal hier niemand seitenweise Texte abtippt, sondern lediglich kopiert, was man legal im Netz finden kann.


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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Sonntag 19. Juli 2009, 14:31 
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Master of Science in Physics, headbanging Austen Fan und etwas ganz Besonderes!
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Registriert: Freitag 21. Juli 2006, 18:16
Beiträge: 1430
Wohnort: Schweiz
richtiger Name: Nina
Hm, ich hab den Text von einer privaten "Sammel-Seite" für Gedichte über Schmetterlinge kopiert und die besteht jetzt schon seit 2002. Unverklagt, wie ich meine. Bevor ich also zwischen die Räder der Justiz gerate, würde es wohl erst diese Seite erwischen, wirft Google sie doch an dritter Stelle aus. Aber wenn ich den Beitrag wirklich besser löschen soll, einfach sagen, ja?

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 Betreff des Beitrags: Re: Poesie und Aphorismen
BeitragVerfasst: Sonntag 19. Juli 2009, 14:44 
Offline
Austenbegeistert
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Registriert: Dienstag 26. Mai 2009, 19:31
Beiträge: 148
Wohnort: wien
richtiger Name: marion
@Char: Ich finde auch das erste Gedicht besser und mich freut das sich ausser mir noch eine Österreicherin hier her verirrt hat habe sonst noch keine Österreicher hier endeckt.

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" Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen."
Don Bosco


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