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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 07:48 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Melody Joy hat geschrieben:
Ich muss sagen, diesbezüglich darf man glaube ich die Schweizer (ich hoffe man verzeiht mir hier die Eigenwerbung :rolleyes: :lach: ) und die Briten durchaus in denselben Topf werfen. :cool: Ich erlebe es als Selbstverständlichkeit, dass in der Strassenbahn jüngere Leute diskussionslos aufstehen und den eigenen Sitzplatz anbieten wenn jemand älteres den Wagon betritt . Ebenso selbstverständlich entschuldigt man sich dafür, wenn man sich an jemanden stösst, selbst dann, wenn eigentlich der andere einem auf die Pelle gerückt ist. Schliesslich könnte man ja auch dem anderen im Weg gestanden sein. :wink:


Dieses Verhalten ist auch in Deutschland nicht unbekannt und diese Werte sind uns in der Kindheit ebenso nahgelegt worden. Die Schweizer haben's dieses Mal nicht erfunden, die Briten aber auch nicht.

Aber der Spruch von Sir Peter Ustinov ist klasse! :top:

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Verfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 07:48 


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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 08:39 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Udo hat geschrieben:
@ Caro: Meinst Du, Willoughby hätte auch noch als Gentleman gegolten, wenn öffentlich bekannt gewesen wäre, was er Eliza angetan hat? Sah man über sowas so großzügig hinweg? Und wenn ja, was musste man tun, um nicht mehr als Gentleman zu gelten? Jemanden ermorden? Das zeigt doch eigentlich nur die Doppelmoral der Wertvorstellungen jener Zeit. Und Sir Walter: Seine Maßstäbe würde ich mit äußerster Vorsicht genießen, immerhin ist er einer der lächerlichsten Figuren in Persuasion... Will sagen: Er ist ein gutes Indiz dafür, dass JA vermutlich wirklich meinte, man solle sich den Status "Gentleman" lieber verdienen als erben.

Ja, genau so. Natürlich ist die Außenwelt der Dashwood-Damen nicht amused über sein Verhalten, spätestens jedoch versöhnt als Marianne und Colonel Brandon sich finden.
Ich kann es nur noch einmal betonen, Willoughby wie auch Bennet gelten aufgrund des Familienbesitzes als Gentleman, weil sie von Pacht-, Zinsen- und Rentenerträgen leben und nicht "arbeiten". Naturgemäß setzt das voraus, daß jeman der soviel Besitz, Geld etc. erworben hat eben auch eine entsprechende Erziehung durchlief und seine Manieren geschliffen hat.

Da wird nicht gefragt, wieviel uneheliche Kinder (das war damals ja nun auch wieder anders) er rumlaufen hat und ob er sich schäbig aus dem Staub gemacht hat. Die Sache hätte sich vielleicht anders verhalten, hätte er ein Heiratsvertrag bzw. eine Verlobung offensichtlich gebrochen. Aber das tat er nicht. Und selbst wenn, hättees bestenfalls bedeutetd, dass er eine zeitlang von der gesellschaft geschnitten worden wäre, bis Gras darüber gewachsen wäre. Ein Gentleman wäre er immer geblieben. An den äusseren Formen hat sich ja nichts geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 08:49 
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Caro hat geschrieben:
Ich kann es nur noch einmal betonen, Willoughby wie auch Bennet gelten aufgrund des Familienbesitzes als Gentleman, weil sie von Pacht-, Zinsen- und Rentenerträgen leben und nicht "arbeiten". Naturgemäß setzt das voraus, daß jeman der soviel Besitz, Geld etc. erworben hat eben auch eine entsprechende Erziehung durchlief und seine Manieren geschliffen hat.


Ja, aber das kann nicht alles sein, sonst würde man einen Pfarrer ja nicht als Gentleman bezeichnen, wie zB Mr Elton (Emma sagt doch sowas?) oder Wentworths Bruder, der von Mr Shepherd als Gentleman betitelt wird. Die arbeiten ja auch für ihr Geld und nicht umgekehrt.

Tina hat geschrieben:
Dieses Verhalten ist auch in Deutschland nicht unbekannt und diese Werte sind uns in der Kindheit ebenso nahgelegt worden. Die Schweizer haben's dieses Mal nicht erfunden, die Briten aber auch nicht.


Hehe, niemand behauptet das Gegenteil, ich war bloss erstaunt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 09:04 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Caro hat das etwas weiter oben wunderbar erläutert. Pfarrer z. B. war ein Beruf dem ein Gentleman nachgehen konnte. Den Titel erbt der Erstgeborene und die danach geborenen Söhne müssen "arbeiten". Und da Seefahrt, Armee (glaube ich?), Kirche. Caro kann das sicher besser erklären.
Gentleman war eine Gesellschaftsschicht, aber zeichnete keine Charaktereigenschaften aus.
Aus unserer heutigen Sicht und der völlig veränderten Situation der Frau, die veränderten Lebensumstände, dass wir heutzutage aus Liebe heiraten, was früher nicht so unbedingt gefragt wurde. Da ging es um Geld, Besitz, Wohlstand.
Dass ein Colonel Brandon eine wesentlich jüngere Frau geheiratet hat, war nicht so unüblich und schockierend, im Gegenteil! Es war eher normal als heutztage.
Charlotte Lucas und ihre Ängste bekommen dadurch ein völlig anderes Gesicht. Oder das Verhalten von Lydia und wie sehr Darcy den Ruf und das Ansehen der Familie gerettet hat, wie sehr Mr. Bennet in seiner Schuld stand.
Das wird heute nur zu leicht übersehen, weil wir es gar nicht mehr gewöhnt sind, so zu denken. Vieles, was für uns selbstverständlich ist, war es zu Zeiten von JA eben nicht!

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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 09:16 
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Tina hat geschrieben:
Caro hat das etwas weiter oben wunderbar erläutert. Pfarrer z. B. war ein Beruf dem ein Gentleman nachgehen konnte. Den Titel erbt der Erstgeborene und die danach geborenen Söhne müssen "arbeiten".

Ja, das ist mir schon klar. Ich meinte nur, dass man es nicht darauf reduzieren kann, dass wenn man von den Zinsen leben kann, man nur dann ein Gentleman. ist. Oder ist es so, dass ein Pfarrer, der ein Zweitgeborenenr ist, ein G. ist und einer, der ohne "bessere" Abstammung predigt, ist keiner? Kann ein Sohn eines Non-G. nicht Pfarrer werden und ist dann ein G.? Oder muss man das wirklich wir Sir Walter betrachten: wessen Familie kein Vermögen und keinen Besitz hat, kann kein G. werden. Naja, sicher muss man auch sehen, dass das sich-hoch-arbeiten, vom Tellewäscher zu Millionär etc war damals sicher schwerer (unmöglich?) als heute, oder?

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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 11:49 
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@Caro: Wenn das damals so war, frage ich mich, ob der Begriff Gentleman nicht allzuoft idealisierend benutzt wird. Mit der Realität, wie wir sie kennen, hatte das ja offenbar nichts zu tun. Ein Willoughby wäre doch wohl für jeden ein Schuft, wenn auch ein charmanter, oder? Ich will damit nicht sagen, dass nicht auch heute ein "Gentleman" einen One-Night-Stand haben könnte, aber wenn man bedenkt, welche Folgen das damals für die Frau hatte, kann man das wohl nicht vergleichen. Vielleicht war ein Gentleman nie, was wir uns darunter gerne vorstellen? :wink:
Melody Joy hat geschrieben:
Ich definiere einen Gentleman in der heutigen Zeit als jemand, dessen ganze Lebenshaltung von "gentleness" also Freundlichkeit, Liebenswürdigkeit und Sanftmut durchwoben ist. Man ist nicht zwingend ein Gentleman, weil man sich zu benehmen weiss, aber kein wahrer Gentleman lässt es in dieser Beziehung an Etikette fehlen. Ein Gentleman, wie ich das Wort in der heutigen Zeit definiere, ist jemand der grundsätzlich Menschen mit Achtung und Respekt begegnet, egal welchen Hintergrund die Person aufweist, denn er macht seinen Lebensstil nicht davon abhängig, ob seine Umgebung ihm mit derselben Achtung und Anstand entgegen kommt, er tut es, weil er sich sonst selbst nicht mehr im Spiegel ansehen könnte.

Das finde ich ehrlich gesagt auch ein wenig optimistisch. Wo doch gerade Du sehr richtig darauf hinweist, dass zum Gentleman auch die Dame gehört: Es ist leicht, sehr höflich und zuvorkommend zu sein, wenn mein Gegenüber es auch ist. Wer sich mir gegenüber unverschämt benimmt oder durch sein Verhalten auch sonst zeigt, dass er Höflichkeit nicht verdient, kann keine übermäßige Freundlichkeit erwarten. Auch Mr. Darcy hatte allergrößte Mühe, Wickham gentlemanlike zu behandeln - ohne Lizzy (bzw. Lydia) hätte er ihn wohl am liebsten zum Teufel gejagt. Du hast aber einen Begriff benutzt, den ich auch für ziemlich zentral halte: Anständigkeit. Wenn man einen Menschen trifft, der sich trotz immerhin nicht selten widriger Umstände halbwegs anständig verhält, ist das vielleicht kein Prinz oder keine Prinzessin, aber allemal besser als so mancher Frosch oder manches Froschweibchen.
Ansonsten habe ich zunehmend das Gefühl, ich sollte mich aus dieser Debatte raushalten... Aber eine Anmerkung noch: Ich hab noch niemals erlebt, dass ich mit ein paar Kumpels am Tresen sitze und nach dem fünften Bier einer tief ins Glas blickt und mit einem langen Seufzer sagt: "Warum nur gibt es keine richtigen Damen mehr?" Sollte uns das nicht zu denken geben? Ich glaube, nein. :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 11:49 
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Miss Hamilton hat geschrieben:
Tina hat geschrieben:
Caro hat das etwas weiter oben wunderbar erläutert. Pfarrer z. B. war ein Beruf dem ein Gentleman nachgehen konnte. Den Titel erbt der Erstgeborene und die danach geborenen Söhne müssen "arbeiten".

Ja, das ist mir schon klar. Ich meinte nur, dass man es nicht darauf reduzieren kann, dass wenn man von den Zinsen leben kann, man nur dann ein Gentleman. ist. Oder ist es so, dass ein Pfarrer, der ein Zweitgeborenenr ist, ein G. ist und einer, der ohne "bessere" Abstammung predigt, ist keiner? Kann ein Sohn eines Non-G. nicht Pfarrer werden und ist dann ein G.? Oder muss man das wirklich wir Sir Walter betrachten: wessen Familie kein Vermögen und keinen Besitz hat, kann kein G. werden. Naja, sicher muss man auch sehen, dass das sich-hoch-arbeiten, vom Tellewäscher zu Millionär etc war damals sicher schwerer (unmöglich?) als heute, oder?

Auch das hab ich weiter oben erläutert. :wink: Wenn man einem Aristokraten die Möglichkeit einräumte bestimmte "Berufszweige" auszuüben, ohne Ansehen und Status einzubüssen, konnte man das den Anderen nicht verweigern. Wobei hier, Julia hat das an anderer Stelle bereits geschrieben, ein Umdenken einsetzte. Sir walter ist halt einer vom sogenannten "alten Schlag", ein ewig Gestriger.

Wentworth ist zudem ein Gentleman, weil er Besitz erworben hat. Es ist davon auszugehen, dass er nun auch Pachterträge hat. :wink:

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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 12:24 
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udo hat geschrieben:
Wo doch gerade Du sehr richtig darauf hinweist, dass zum Gentleman auch die Dame gehört: Es ist leicht, sehr höflich und zuvorkommend zu sein, wenn mein Gegenüber es auch ist. Wer sich mir gegenüber unverschämt benimmt oder durch sein Verhalten auch sonst zeigt, dass er Höflichkeit nicht verdient, kann keine übermäßige Freundlichkeit erwarten.

Genau da zeigt sich aber der Gentleman. Eine patzige Dame wird dann gnadenlos niedergelächelt. ;D

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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 12:29 
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Kerstin hat geschrieben:
udo hat geschrieben:
Wo doch gerade Du sehr richtig darauf hinweist, dass zum Gentleman auch die Dame gehört: Es ist leicht, sehr höflich und zuvorkommend zu sein, wenn mein Gegenüber es auch ist. Wer sich mir gegenüber unverschämt benimmt oder durch sein Verhalten auch sonst zeigt, dass er Höflichkeit nicht verdient, kann keine übermäßige Freundlichkeit erwarten.

Genau da zeigt sich aber der Gentleman. Eine patzige Dame wird dann gnadenlos niedergelächelt. ;D

Bzw. aufsässiges Verhalten ignoriert ... :D

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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 12:42 
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@ Caro

Eben. Ich hatte bloss den Eindruck, dass deine und Tinas Aussage ist "Ein Gentleman kann Pfarrer werden, aber nicht umgekehrt". Meine Fragen waren eher sowas wie rethorischer Art :wink: und von welchem Wentworth reden wir eigentlich? Vom Pfarrer oder von Frederick? Weil Pfarrer Wentworth hat keinen Besitz, oder? Er ist ein G. wegen seinem Beruf, dachte ich.

Udo hat geschrieben:
Wer sich mir gegenüber unverschämt benimmt oder durch sein Verhalten auch sonst zeigt, dass er Höflichkeit nicht verdient, kann keine übermäßige Freundlichkeit erwarten.


Auf die Gefahr hin spitzfindig zu sein, aber Freundlichkeit und Höflichkeit ist nicht das gleiche. Ein Gentleman ist imho immer höflich, aber er muss dazu nicht freundlich sein. Jedenfalls, wenn man höflich und freundlich wie Wikipedia definiert:

Wikipedia hat geschrieben:
Im Gegensatz zur Freundlichkeit, mit der man vertraute Menschen behandelt, ist die Höflichkeit stark durch gesellschaftliche Normen und Umgangsformen geprägt und drückt sich oft durch respektvolle Distanz aus.

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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 12:58 
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@Miss Hamilton
Keiner hat gesagt daß Wentworth Pfarrer ist. Aber Pfarrer, nautische und militärische Offiziere gehörten in die Berufs-Bereiche, die für einen Gentleman akzeptabel waren ... :wink:
Wentworth hat nur noch eins draufgelegt, indem er inzwischen reich genug war Besitz zu erwerben ... :D

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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 13:11 
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Caro hat geschrieben:
Keiner hat gesagt daß Wentworth Pfarrer ist.


Doch klar! Pfarrer Wentworth ist schliesslich ein Paradebeispiel hier im Thread: er ist (wegen seines Berufes?) ein Gentleman (Jedenfalls sehe ich das so, aber da er im Buch nicht wirklich auftaucht, verlass ich mich auf Mr Shepherds Aussage) aber Sir Walter würde ihn nicht als solchen bezeichnen etc. Aber du meinst mit
Caro hat geschrieben:
Wentworth ist zudem ein Gentleman, weil er Besitz erworben hat. Es ist davon auszugehen, dass er nun auch Pachterträge hat. :wink:

wohl eher Frederick, und nicht seinen Bruder? Denn der hatte doch keinen Beitz. Deswegen hab ich gefragt :wink:

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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 13:30 
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Ja, das ist ein Mißverständnis. Die Frage wäre ob Shephard und Sir Walter von Frederick oder seinem Bruder sprechen. Aber auch ein Pfarrer wäre, wie Collins, Elton oder Edmund Bertram ein Gentleman.

*Nachtrag:*
Jetzt hätt ich doch Edward Ferrars fast vergessen!

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BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 13:59 
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Caro hat geschrieben:
Die Frage wäre ob Shephard und Sir Walter von Frederick oder seinem Bruder sprechen.

Sie sprechen vom Bruder:
Zitat:
Wentworth? Oh! ay,--Mr Wentworth, the curate of Monkford. You misled me by the term gentleman. I thought you were speaking of some man of property: Mr Wentworth was nobody, I remember; quite unconnected; nothing to do with the Strafford family. One wonders how the names of many of our nobility become so common.

Frederick war nie ein Kirchenmann ;D

Offtopic
Waren Collins und Elton eigentlich jübgere Brüder? Weiss man darüber etwas?

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Zuletzt geändert von Miss Hamilton am Donnerstag 25. Juni 2009, 14:06, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 14:05 
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@Miss Hamilton
da hast du eigentlich die Antwort. Ein curate ist ein Hilfspfarrer, ohne Kirche und ohne Pfründe ... :wink:

Er ist einem Pfarrer unterstellt, eine untergeordnete Tätigkeit ...

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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 14:18 
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Willst du damit sagen, dass Sir Walter mit seinem Einwand doch nicht ganz Unrecht hat? Immerhin bezeichnet Shepherd ihn als Gentleman und das dürfte doch sicher seine Gründe haben... Natürlich ist es auch möglich, dass er mittlerweile ein höheres Kirchenamt inne hat?

Sind wir damit eigentlich noch ONtopic oder schon :offtopic: ?

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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 14:23 
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Tina hat geschrieben:
Dieses Verhalten ist auch in Deutschland nicht unbekannt und diese Werte sind uns in der Kindheit ebenso nahgelegt worden. Die Schweizer haben's dieses Mal nicht erfunden, die Briten aber auch nicht.

Richtig Tina. Wir haben das alle beigebracht bekommen. Die (zumindest meine erlebte) Realität sieht aber ganz anders aus. Und ich habe den Eindruck, es wird immer schlimmer. (Aber das haben die Leute ja immer, wenn sie älter werden ;))

@ Miss Hamilton: nein, das wissen wir nicht, ob sie jüngere Brüder waren. Aber mein Bauch sagt: nein, sie waren Einzelkinder. Sie hatten wohl beide das Pech, dass über die Generationen die Schere des eigenen Anspruches an die eigene gesellschaftliche Bedeutung und das tatsächlichen Vermögens, um diesen Anspruch zu erfüllen, immer weiter auseinanderging. Das erklärt in gewisser Weise auch ihren Charakter, jedenfalls für mich.

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Gruß Sonja
"Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." Albert Einstein

Nach der EM ist vor der WM :aetsch:

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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 14:28 
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Miss Hamilton hat geschrieben:
Willst du damit sagen, dass Sir Walter mit seinem Einwand doch nicht ganz Unrecht hat? Immerhin bezeichnet Shepherd ihn als Gentleman und das dürfte doch sicher seine Gründe haben... Natürlich ist es auch möglich, dass er mittlerweile ein höheres Kirchenamt inne hat?


Mag sein, dass der Anwalt das aus seiner Warte anders sieht. :wink:
Es ist ja die Zeit des erstarkenden Bürgertums, siehe Frankreich. Vielleicht ist er im Herzen ein Revolutionär. :D

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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 20:41 
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Also ich muss mal kurz denjenigen widersprechen die so hartnäckig behaupten, heutzutage gäbe es keine Gentlemen mehr!
Ich habe meinen gefunden..Er hält mir die Türen auf, schreibt mir jeden Tag ein Gedicht in einer E-Mail,lässt mich nicht bezahlen wenn wir essen gehen und versucht, mir jeden Wunsch von den Lippen abzulesen.
Und dabei ist er erst 21..Vielleicht hat das jetzt jemandem Mut gemacht..?

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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 21:32 
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Maurynna hat geschrieben:
Also ich muss mal kurz denjenigen widersprechen die so hartnäckig behaupten, heutzutage gäbe es keine Gentlemen mehr!
Ich habe meinen gefunden..Er hält mir die Türen auf, schreibt mir jeden Tag ein Gedicht in einer E-Mail,lässt mich nicht bezahlen wenn wir essen gehen und versucht, mir jeden Wunsch von den Lippen abzulesen.
Und dabei ist er erst 21..Vielleicht hat das jetzt jemandem Mut gemacht..?


ich bin mal sehr böse: "Hattet ihr schon Sex?"

Nein ich gratuliere dir! Meine Cousine hatte auch so ein Glück und ist mit ihrem Gentleman verheiratet. Und mein Cousin ist selber so einer. Aber beide sind sehr unterschiedlich. Mein Cousin sieht gut aus, hat den besten Humor der mir je unter gekommen ist und ist echt ein Typ, der seine Frau auf Händen trägt. Er heiratet im August. Es stimmt, es gibt diese Männer! Aber die sind alle verheiratet oder wollen es bald ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. Juni 2009, 22:08 
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Maurynna hat geschrieben:
Ich habe meinen gefunden..Er hält mir die Türen auf, schreibt mir jeden Tag ein Gedicht in einer E-Mail,lässt mich nicht bezahlen wenn wir essen gehen und versucht, mir jeden Wunsch von den Lippen abzulesen.

Wie lange hält das denn schon an? Oder viel wichtiger: wie lange noch? Denn mein "Gentleman" half mir vor... Jahren zuletzt in den Mantel und was das Wünsche-von-den-Lippen-ablesen betrifft, da ist er (mittlerweile) Analphabet :lach: Aber ich hab ja auch aufgehört, ihn am Morgen mit einem Kuss zu wecken (Ich bin zu Tritten übergegangen, viel effektiver :ja: ) But still: :hearts:
Wieauchimmer. Mag ja sein, dass es viele Männer gibt, die ihre Partnerin auf Händen tragen und von ihr als der perfekte Gentleman empfunden werden. Aber es ist ja klar, dass sie sich mit der Frau, die sie lieben, (mehr?) Mühe geben! Wer zu seiner Liebsten nett ist, tut doch nur seine Pflicht :grinsevil: Ich finde es aber auch wichtig, dass man Freunden oder sogar Fremden gegenüber auch höflich, zuvorkommend etc ist. Schliesslich kanns sein, dass der Typ, der sich vor mir in den Zug drängt, seiner Frau stets den Vortritt gibt und ihr jeden Tag Blumen mitbringt, aber deswegen bleibt er dennoch ein Rüpel, wenn er zur Arbeit fährt. Der ist beim Gentleman-Test sowas von durchgefallen, egal was seine Frau dazu sagen würde.

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Ich finde es aber auch wichtig, dass man Freunden oder sogar Fremden gegenüber auch höflich, zuvorkommend etc ist. Schliesslich kanns sein, dass der Typ, der sich vor mir in den Zug drängt, seiner Frau stets den Vortritt gibt und ihr jeden Tag Blumen mitbringt, aber deswegen bleibt er dennoch ein Rüpel, wenn er zur Arbeit fährt. Der ist beim Gentleman-Test sowas von durchgefallen, egal was seine Frau dazu sagen würde.

Danke! Genau das trifft es! Natürlich ist es wunderbar im ersten Überschwang der Gefühle (und manche stecken halt länger drin!) symbolisch auf Händen getragen zu werden, aber ein echter Gentleman pflegt gute Manieren in jeder Beziehung, so wie mein Abteilungsleiter, so ätzend er sein kann, der Mädels die noch länger (ca. 20 Uhr) im Büro sind nach Hause fährt.

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Naa, das sind ungerechtfertigte Beurteilungen weil ihr ihn nicht kennt.
Und ich stimme definitiv zu, es gibt diese Männer die in den ersten Wochen alles daran legen, nur eben um zum Ziel zu kommen. Wir sind jetzt zwei Jahre zusammen, und ich war seine erste Freundin damals.
Er war damals so wie heute, und ist es auch im Umgang mit anderen Menschen..Es geschieht oft dass ich ihn in den Hintern treten muss dass er sich nicht immer alles gefallen lässt, beispielsweise in der Uni nicht jedesmal die ganze Arbeit für die komplette Gruppe macht eben aus Pflichtgefühl.
Das könnte man dann fast auch als Weichei abstempeln, aber dazu ist er mir doch noch etwas zu..mhm, wie sagt man..vernünftig?
Wir haben uns in der Zeit nicht ein mal wirklich gestritten (es sei denn es geht darum wer die braunen M&M´s essen darf [ich natürlich!]) und das liegt mitunter auch an seiner ruhigen, besonnene Art.
Ich gehe mal so weit, ihn als Gentleman zu bezeichnen, und bin froh dass er, wie bei dir Caro, nicht vor hat eine andere zu heiraten ^^ (beziehungsweise hoffe ich das natürlich xD )

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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Freitag 26. Juni 2009, 13:17 
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Austenfrischling

Registriert: Freitag 19. Juni 2009, 18:29
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Was ich unter einem Gentleman (heute) verstehe, ist einer, der allen gegenüber höflich ist, nicht nur den Frauen gegenüber, von denen er was will.

Ich hab mal einen jungen Mann getroffen, der war sehr lieb zu seiner Exfreundin, hat sie rührend umsorgt wenns ihr schlecht ging, etc...aber wenn jemand anders ihn auch nur schief anschaute wurde der mit den übelsten Ausdrücken bedacht.
Das war kein Gentleman, beim besten Willen nicht. Nicht nach heutigen Begriffen, und ich schätze, auch die englische Gentry zu Jane Austens Zeiten hätte solche Umgangsformen nicht in ihrer Mitte geduldet.


Dass sich Männer nicht über das fehlende Vorhandensein von Damen aufregen, mag unter anderem daran liegen, dass Frauen früher auch nicht schneller bereit waren, mit Männern ins Bett zu gehen als heute.
Mit einer Dame auszugehen würde bedeuten, ihr in den Mantel helfen zu müssen und dergleichen, und nicht einmal darauf hoffen zu können, dass sich das Ganze im sexuellen Sinne lohnt, weil "leicht zu haben sein" nun einmal nicht sehr damenhaft ist.
So etwas kann nur für einen wahren Gentleman erstrebenswert sein. :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Freitag 26. Juni 2009, 19:07 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Themrys hat geschrieben:
Dass sich Männer nicht über das fehlende Vorhandensein von Damen aufregen, mag unter anderem daran liegen, dass Frauen früher auch nicht schneller bereit waren, mit Männern ins Bett zu gehen als heute.


Dem kann ich nicht zustimmen. Männer und Frauen sind zu Zeiten von JA ganz anders miteinander umgegangen als heutzutage. Die Werte waren völlig anders, die Sitten und Gebräuche. Manche Frau war unglücklich verheiratet und die Gesellschaft hat drüber weggesehen.
Es war, da es noch keine Pille gab, auch sehr viel wahrscheinlicher, ungewollt schwanger zu werden. Auch nicht gerade erstrebenswert. Und gerade die jungen Damen aus dem Umfeld von our lady werden mit Sicherheit nicht gewusst haben, wie sie trotzdem verhüten können.
Und die Rechte einer Frau waren sehr beschnitten.

Das können wir uns heute kaum noch vorstellen, war aber traurige Realität.
Damals sind die Frauen bestimmt nicht so leicht bereit gewesen, mit einem Mann ins Bett zu gehen.

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Schritte wagen im Vertraun auf einen guten Weg, Schritte wagen im Vertraun das letztlich ER mich trägt, Schritte wagen weil im Aufbruch ich nur sehen kann, für mein Leben gibt es einen Plan.
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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Freitag 26. Juni 2009, 20:46 
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Austenfrischling

Registriert: Freitag 19. Juni 2009, 18:29
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Das habe ich ja auch gar nicht bestritten.
Dass die Damen früher nicht schneller mit einem Mann ins Bett gingen als die Frauen von heute, schließt ja nicht aus, dass der Unterschied in die andere Richtung geht. :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Samstag 27. Juni 2009, 11:09 
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Matthews spezielle Weinlieferantin
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Wenn heutzutage die Kiddies gegeneinander in einen abstrusen Wettstreit treten, mit Listen hin und her, wer mit wer Jungs oder Mädchen im Bett war??? Wo One night stands für viel völlig normal geworden sind und etliche Mädels teilweise zwischen 3 (!) Jungs rätseln, wer nun der Erzeuger des Kindes ist, da denke ich doch, dass sich hier eindeutig zum Negativen hin verändert hat.
Und von daher kann man die Mädels von heute und damals auch, was ihr Sexualverhalten betrifft, nicht vergleichen. Und so hatte ich deinen Post verstanden, dass du das gleich betrachtest.

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Clemens Bittlinger


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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Samstag 27. Juni 2009, 23:44 
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Master of Science in Physics, headbanging Austen Fan und etwas ganz Besonderes!
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Maurynna hat geschrieben:
Wir haben uns in der Zeit nicht ein mal wirklich gestritten

Hehe, besser du als ich! Ohne ginge bei uns nicht... Aber jeder wie ihm beliebt ;D

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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Sonntag 28. Juni 2009, 23:00 
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Austenbegeistert
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Beiträge: 142
Wohnort: Hannover
richtiger Name: Svenja
Miss Hamilton hat geschrieben:
Maurynna hat geschrieben:
Wir haben uns in der Zeit nicht ein mal wirklich gestritten

Hehe, besser du als ich! Ohne ginge bei uns nicht... Aber jeder wie ihm beliebt ;D


Natürlich, und es soll ja schließlich auch Menschen geben die das brauchen :D

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 Betreff des Beitrags: Re: Gentlemen damals und heute
BeitragVerfasst: Montag 29. Juni 2009, 07:29 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Registriert: Mittwoch 28. Juni 2006, 11:57
Beiträge: 6713
Wohnort: Bayern
Themrys hat geschrieben:
Das habe ich ja auch gar nicht bestritten.
Dass die Damen früher nicht schneller mit einem Mann ins Bett gingen als die Frauen von heute, schließt ja nicht aus, dass der Unterschied in die andere Richtung geht. :wink:


Zumal ich mich frage, warum FRAU bedauert, dass es keine Gentlemen mehr gibt, nachdem es ja auch kaum noch wahre Damen gibt. Nein, richtig müsste es heißen "vollendete Damen". Die sind spätestens seit dem dritten Reich auch ausgestorben.

Ich kenne noch einige, die inzwischen jenseits der siebzig sind und über achzig, die, egal wie sehr sie sich innerlich aufregen immer ihre Contenance behalten, nie auf die Idee kämen mit ihren Freundinnen Intimitäten der Gatten, Brüder oder Väter zu diskutieren oder jemanden öffentlich zurechtzuweisen, zu mäkeln oder mit einem spitzen "IIieehh!" ihren Ekel vor bestimmten Speisen zu äussern. Dergleichen gibt es noch mehr ...

Dazu hier eine kleine Betrachtung Klick

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:blume: Grüsse, Caro

Avatar: Amelia Darcy (1754-1784)

Für 1 Jahr säe einen Samen, für 10 Jahre pflanze einen Baum, für 100 Jahre erziehe einen Menschen. chin. Weisheit


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