Aaaalso. Amadea hat mich mal (sanft) vors Schienbein getreten, wo denn eigentlich das vor langer Zeit angekündigte Dessert bleibt.
[Sorry, ich habe mich schwer verlaufen in Sherwood Forest, und warte immer noch, daß Sir Guy mich rettet.
(Ja, ich weiß, da kann ich lange warten *g*) ]
Tut mir leid, daß es so lange gedauert hat, bis nun endlich das Dessert kommt. Es ist gar nicht so leicht, sich nach so langer Zeit zu erinnern, und vor allem, es in eine Form zu bringen, die für andere lesbar ist, denn ich war wie in Trance. ;-P Und die Tastatur hat sich auch wieder erholt, wie es scheint.
Für diejenigen, die Teil 1 nochmal nachlesen wollen, er ist
hier
Es ist ziemlich lang geworden, aber da könnt Ihr ja die 2. Hälfte überspringen, da berichte ich eher über mich und meine Beobachtungen und Erfahrungen.
Hier ist es nun:
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Theater: Donmar Warehouse, Earl Street, im Londoner Westend
Das Stück: Three Days of Rain - by Richard Greenberg
first run: 1.-13. März 1999,
second run: 9.Nov. 1999 bis 22. Januar 2000.
Ich war bei beiden "runs" dort, und habe das Stück insgesamt wohl 4-oder 5x gesehen.
Nach den jeweiligen Vorstellungen haben wir (Massen von Fans) uns in der Lobby des Donmar versammelt. Vorsichtshalber hatten wir gefragt, ob CF Autogramme geben würde, und das wurde bejaht. Und dann kam er auch irgendwann die Treppe herab. Natürlich bekommt man da Pudding-Knie. *ggg*
Er wirkte inmitten der aufgeregten Schar von Fans sehr ruhig und konzentriert, das fiel mir besonders auf. Er gab sehr bereitwillig Autogramme - schaute sich die Bilder, die man ihm zum signieren hinhielt, oft sehr interessiert an, fragte auch mal nach, wo man herkommt, oder woher man das eine oder andere Bild hat. Er ließ sich sehr bereitwillig und geduldig fotografieren, posierte je nach Wunsch mit oder ohne Mädels etc..
Anfangs eher zurückhaltend, taute er auf, und auch an den folgenden Tagen wurde es lockerer, teils wohl richtig ausgelassen, wie ich dann von anderen Fans hörte. Bei diesen ganzen 2x~14 Tagen war er wohl nur ein einziges Mal nicht in der Lobby, und ließ sich entschuldigen, sonst hat er sich immer seinen Fans gezeigt, obwohl er sich schon durch den Hintereingang hätte verdrücken können. Bis heute frage ich mich, ob er das macht, weil er glaubt, es seinem Job und den Fans schuldig zu sein, oder ob er selbst das Bad in der Menge nicht auch ein bißchen genießt. Wahrscheinlich lautet die Antwort: sowohl als auch, je nach Tagesform. Wir erlebten ihn auch an einem Tag, an dem er sich offensichtlich gerade eine böse Erkältung geholt hatte, er hat sich gut gehalten, aber man merkte die Anstrengung, natürlich vor allem an der Stimme. Aber der Profi zieht das durch... notfalls mit Hustenbonbon im Mund.

And dem Tag war die Autogrammstunde auch nur kurz.
Wie schon irgendwo hier mal angesprochen wurde, finde ich auch, daß er im wirklichen Leben eigentlich noch besser (wenn auch anders) aussieht, als auf der Leinwand oder Fotos, und nicht zuletzt jünger. Es ist jetzt nicht so, daß einen das gute Aussehen sofort anspringt, man würde sich auf der Straße vermutlich nicht nach im umdrehen. Aber auch ohne den Promibonus bemerkt man beim zweiten Blick, daß Mutter Natur es schon gut gemeint hat mit ihm. Groß, sehr schlank, gelassen, und dann dieses Lächeln.... Simply devastating! Ja, er hat es wirklich, das Lächeln, mit Grübchen, leuchtenden Augen und Allem, er gibt es Dir sozusagen als Geschenk: es kommt aus dem Nichts und haut Dich um. *dingdong*
Ich kannte ja hunderte von Bildern, auf denen er sehr unterschiedlich aussah, ebenso in den Filmen. Aber der Mann, der da Autogramme gab, sah wieder anders aus, und nebenbei auch anders als der auf der Bühne, wo er eine ja eine Doppelrolle spielte:
Aus all den Masken konnte ich nun endlich, endlich das richtige Gesicht rausfiltern. Von allen seinen Rollen, die ich bis dato kannte, fand ich ihn Paul Ashworth am ähnlichsten, abgesehen von den Haaren, die er normal geschnitten trug, weder lang noch kurz; dunkel, mutmaßlich etwas getönt. Ich hatte den Eindruck, daß die natürliche Farbe heller ist. Seine Haut war ziemlich hell, wenig bis gar nicht gebräunt (english halt ;-P, im Winter 2000), leicht rötlich überhauchte Wangen, was mit dem Bühnen-makeup zusammenhängen mochte. (ich habe auch einige Fotos gemacht, muß ich erst scannen) Natürlich entschlüsselt das Wissen um das "wirkliche Aussehen" für einen selbst auch ein wenig seine Rollen und sein Handwerk, wenn man besser zwischen dem Darsteller und der Maske unterscheiden kann. Man sieht, was Natur und was Kunst ist.
Was mich selbst angeht: "Ich habe eine Wassermelone getragen".

Ich bekam mein Autogramm (er fragte, wo ich herkomme), aber ich war die ganze Zeit mit den Nerven so fertig, daß ich eigentlich nur wie in Trance wandelte, übernächtigt und so gestresst, daß das Gedächtnis fast aufgab. Mir fiel keine vernünftge Frage ein, und ich verpaßte somit meine historische Chance, ihm eine kluge Frage zu stellen, oder gar durch Witz und Geist einen unauslöschlichen Eindruck zu hinterlassen. ;-P Bei den nachfolgenden Gelegenheiten war ich etwas cooler, aber eigentlich ist sowas zuviel für meine Nerven. Von daheim vom PC aus läßt es sich besser "schmachten". Das vielleicht als Trost für diejenigen, die bedauern, ihren Star nicht live sehen zu können - es hat auch was für sich.
Diese Live-Begegnung hatte für mich auch noch einen weiteren Effekt. Aus der - ich nenne es mal so: Colin-Hysterie ging ein bißchen die Luft raus. Es ist eine Sache, den Darcy(etc.)darsteller anzuhimmeln, aber ich konnte das nicht fortsetzen gegenüber der Person Colin Firth, einem Mann aus Fleisch und Blut, der sein eigenes Leben hat, das mit meinem nun mal gar nichts zu tun hat. Also, so eine Begegnung tut insofern gut, weil es einen als Fan wieder auf den Boden stellt. Also, mich jedenfalls.
Deswegen schätze ich ihn nicht weniger als Schauspieler (oder als Mensch, soweit ich darüber Kenntnis habe). Und es hindert mich nicht daran, von ihm dargestellte Charaktere für unwiderstehlich zu halten. *g* Aber ich unterscheide klarer zwischen Darsteller und Dargestelltem, das gilt nicht nur für CF, sondern natürlich auch für andere Schauspieler wie z.B. RA.
Man mag spotten, daß Fan-Madness und Schauspielerverehrung nichts mit dem wirklichen Leben zu tun hat, aber durch diese verrückte Zeit habe ich viel gelernt und habe Freunde gewonnen. Denn durch diese gemeinsamen Erlebnisse habe ich andere Fans kennengelernt, und einige Freundschaften haben den Test der Zeit überstanden: noch heute besuche ich fast jedes Jahr eine Freundin in England, und 3 weitere aus Deutschland gehören zu meinem engsten Freundeskreis. Ausserdem hat es meinem Englisch extrem gutgetan: zum einen waren es die englischsprachen Webseiten, Boards und Mailing Lists ( deutsche gab es noch nicht), zum anderen die Filme, die ich im Original sehen wollte. Das eine hat meinen aktiven Wortschatz, das andere meine Aussprache extrem verbessert. Nur manchmal merkt man an meinem Vokabular, daß ich mein Englisch bei Jane Austen gelernt habe... *grins* "I'm quite put out!" "Do you need my blessing?" "Utterly and completely!"
Es gab einen Abend, beim 2. Durchgang, da erschien John Malkovich in der Lobby. Ich stand an einem strategisch günstigen Ort, sah Colin rechts auf der Treppe Autogramme geben, und Malkovich drückte sich so schnell es ging durch die Menge, und ich dachte: "ich glaube es nicht, dies ist ein historischer Moment, und keiner ausser mir scheint es zu merken - ich bin mit den beiden Valmonts in einem Raum!!!

) Wie oft passiert einem das schon? Colin - halb erhöht auf der Treppe, Autogramme gebend - beobachtete seinerseits interessiert und prüfend die Szenerie und Malkovich, wie der sich durch die Menge arbeitete.
Es war übrigens eine interessante Beobachtung: der Kontrast von Colins geduldiger Art, seinen Fans gegenüberzutreten, und jeden vernünftigen Wunsch zu erfüllen = meistens Foto mit Anfassen *ggg* und von Malkovich, der sich nicht aufhielt, ablehnend dreinschaute, und signalisierte, daß er in Ruhe gelassen werden wollte. Der Unterschied zu Colins Verbindlichkeit und Freundlichkeit war schon krass.
Es mußte etwas zu tun haben mit einer anderen Art von "Fans", die Malkovich möglicherweise anzog: offensichtlich "professionelle" Autogrammjäger o.ä., jedenfalls war auf einmal statt der gemütlichen Stimmung eine gewisse Spannung da. Als Colin sich später weiter nach vorne durchgearbeitet hatte, wirkte er sehr wachsam gegenüber einem der Autogrammjäger. Bis heute frage ich mich, was es mit dieser Situation auf sich hatte... für mich hatte das etwas von Alarmbereitschaft. Auch später, als CF ging, drehte er sich schließlich nochmal um, und vermutlich nicht, um uns nochmal zu sehen, sondern um festzustellen, ob jemand "stalkt".
Ich glaube, wir haben viel Glück gehabt, und wurden verwöhnt durch die lustig-aufgeregte, aber sehr friedliche Geselligkeit in der Donmar Lobby. Manchmal denke ich, es sagt auch etwas über einen Star aus, welche Fans er um sich scharen kann. Colin jedenfalls scheint keine Starallüren zu haben, und ich mag nicht nur ihn, sondern auch seine Fans.
Ihr kennt das, in seinem Freundeskreis kann man nicht darüber reden. Viele belächeln einen mitleidig, wenn man als erwachsene Frau einen Schauspieler anhimmelt, gar Kosten und Mühen nicht scheut, und hinreist, um ihn Aug in Aug sehen zu können. Aber ich habe mir einen Teeny-Traum erfüllt, den ich mir als Teeny nicht leisten konnte. Und es war einfach eine ganz besondere Erfahrung.
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Mehr fällt mir jetzt nicht ein. Aber vielleicht habt Ihr noch Fragen?
Renate