Hallo,
es soll ein paar Leute geben, die gerne über Colins Auftritt in Three Days of Rain hören würden, und man sagte mir, daß der allgemeine Schwärmerthread der beste Platz dafür sei.
Also:
Theater: Donmar Warehouse, Earl Street, im Londoner Westend
Das Stück: Three Days of Rain - by Richard Greenberg
first run: 1.-13. März 1999,
second run: 9.Nov. 1999 bis 22. Januar 2000.
Cast:
Walker/Ned - Colin Firth
Nan/Lina - Elizabeth McGovern
Pip/Theo - David Morrissey
Die Darsteller spielten Doppelrollen, im ersten Akt Walker, Nan, Pip, und im zweiten Akt die Eltern dieser Kinder, in einer Art Rückblende
Daß ich Colin Firth jemals in Person würde erleben können, habe ich mir damals auch nicht vorgestellt.
Zu jener Zeit gab es noch nicht so Material von ihm, es war alles noch recht übersichtlich, aber die Fangemeinde hatte sich straff organisiert, in internationalen Mailinglisten, Foren etc..(in Deutschland gab es gerade mal eine Handvoll Fans, von denen wir wußten, wir waren zu Viert). Daher ging die Nachricht, daß er auf der Bühne zu sehen sein würde, auch herum wie ein Lauffeuer. Schnelles Handeln war angesagt, denn es war klar, daß die guten Plätze schnell wegsein würden.
Wir verloren keine Zeit, unsere Tickets, Flug und Hotel zu buchen - ich glaube es ging innerhalb von 2 Tagen über die Bühne, und es war keine Minute zu
spät [edit:
früh, natürlich!]. Denn sehr schnell waren alle Vorstellungen ausverkauft - Laufzeit ca 14 Tage, je 2x pro Tag, wenn ich mich recht erinnere. Natürlich haben wir uns auch nicht mit einem Ticket zufrieden gegeben, sondern es mußten schon zwei oder mehr Vorstellungen sein. Wie man sich denken kann, habe wir in den 2,3 Tagen einen Haufen Geld verpulvert... dabei konnten wir aus Deutschland noch in Sparversion reisen. Etliche Fans waren aus den USA und Australien angereist, und eine sogar aus Japan, für eine einzige Übernachtung... das muß man erstmal nachmachen. Dafür hat sich Colin mit ihr fotografieren lassen, und ist extra in die Knie gegangen, weil sie so klein war, damit sie beide mit aufs Bild kamen.
Das Donmar Warehouse ist ein kleines Theater. Man muß sich das so vorstellen, daß die etwa kniehohe Bühne etwa 1/3 des relativ quadratischen Raumes einnimmt, und es gibt Sitzreihen nicht nur gegenüber der Bühne, sondern auch rechts und links davon, so daß man schon seehr nahe am Geschehen dran ist, wenn man dort einen Platz ergattert - was bei uns der Fall war. Es gibt auch Balkonsitze, ebenfalls rundherum, die sich aber als nicht so gut herausstellten. Bei der ersten Vorstellung saßen wir auf dem Balkon, aber bei der zweiten direkt am Geschehen, direkt vor dem Bett.
Die Eröffnungsszene:
Das Theater ist stockdunkel (sowas wie Vorhang gibt es nicht). Dann CFs Stimme vom Bett (in unserem Falle sozusagen fast greifbar, wir stießen mit den Knien fast an die Bühne, die in etwa auch kniehoch war. CF auf dem Bett lag dann also etwa auf Augenhöhe ... . Also, näher als das wäre kaum gegangen, ohne tatsächlich zu ihm auf das Bett zu kriechen, aber so tief sind wir dann doch nicht gesunken, obwohl wir unsere Witze darüber gerissen haben. Nachdem wir aus der Benommenheit aufgewacht waren.
Walker: (CFs character)
Meanwhile, back in the city.... Two nights of insomnia. In this room, in the dark...listening... soaking up the Stravinsky of it... No end to the sounds in a city... Something happens somewhere, makes a noise, the sound travels, charts the distance: The Story of a Moment. God, I need to sleep! Yes. All right. Begin.
Dann ging das Licht an, und das Stück begann. Wovon es handelt, auch Diskussionen darüber, und viele Bilder lassen sich mit Tante Gugel leicht finden, daher spare ich mir das hier.
Nur soviel: es war toll, Colin hat eine großartige Bühnenpräsenz, das Stück war ein voller Erfolg, beim Publikum und bei der Kritik. Es war täglich ausverkauft, daher wurde es später im Jahr darauf wieder aufgenommen. Und da rückten wir natürlich wieder an...
Ich muß sagen, bis heute fällt es mir schwer, eine vernünftige Kritik der Vorstellung zusammenzubekommen. Ich war irgendwie die ganze Zeit wie benommen, Vieles rauschte an mir vorbei, ich habe es wahrgenommen und registriert, aber neben mir gestanden.
Das Theatererlebnis an sich war schon toll, aber zu diesem üppigen Hauptgericht gab es nach der Vorstellung noch das Dessert mit Sahnehäubchen und Kirschen in Form der Autogrammstunde in der Lobby.
Fortsetzung folgt.
Renate