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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Montag 8. Dezember 2008, 14:51 
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Prüde Zimperliese

Registriert: Sonntag 18. Juni 2006, 12:32
Beiträge: 2072
Ich wollte ja gar nix mehr dazu schreiben weil das ganze leider in eine falsche Richtung zu laufen droht. :rolleyes: Ich hatte einfach nur Doris persönlich angesprochen wegen einer Sache, die mir ein bisschen "querliegt" - sie hat vorgezogen, mich entweder gar nicht oder falsch zu verstehen, ich nehm das so hin, denk mir meinen Teil und gut ist. Sorry, aber ich kann nicht nachvollziehen, wie man von meinem Beitrag auf einen Vergleich P&P95 vs. P&P05 kommen kann, denn darum ging es mir gar nicht. Aber egal, so wichtig ist es mir auch nicht.

Erstaunt und hochgradig überrascht bin ich jedenfalls, dass man sich an diesem harmlosen, einfach nur flapsig hingeworfenen Wort "schlafmützig" so hochziehen kann. Weia! :eek: Mir liegt es wirklich fern, damit jemanden ärgern zu wollen und ja, ich werde sicher auch noch lernen, dass die Humor- und Toleranzgrenzen hier wirklich sehr verschiedene Höhen haben und Goldwaagen leider auch immer noch reißenden Absatz finden... :D

Und unter diesen Umständen willst Du mich mit Deiner Frage was ich als "schlafmützig" empfinde wirklich rauslocken, meli? Wo ich mir doch ziemlich sicher sein kann, dass die Antwort wieder als "rumhacken" gewertet wird und einige Mitglieder hier garantiert hochgradig beleidigt sein werden ob des Frevels - selbst wenn ich mich bemühe, noch so objektiv zu schreiben? :D :cool:

Puh, ich glaube, ich brauche jetzt jemanden, der sein Fish-Supper mit mir teilen will. :fg:

_________________
Viele Grüße
Bezzy


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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Montag 8. Dezember 2008, 15:53 
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Austenexperte

Registriert: Samstag 22. Oktober 2005, 22:38
Beiträge: 916
Zitat:
Und unter diesen Umständen willst Du mich mit Deiner Frage was ich als "schlafmützig" empfinde wirklich rauslocken, meli? Wo ich mir doch ziemlich sicher sein kann, dass die Antwort wieder als "rumhacken" gewertet wird und einige Mitglieder hier garantiert hochgradig beleidigt sein werden ob des Frevels - selbst wenn ich mich bemühe, noch so objektiv zu schreiben? :D :cool:


Es wäre doch bestimmt interessant darüber zu diskutieren. :D

Zitat:
Mir liegt es wirklich fern, damit jemanden ärgern zu wollen und ja, ich werde sicher auch noch lernen, dass die Humor- und Toleranzgrenzen hier wirklich sehr verschiedene Höhen haben und Goldwaagen leider auch immer noch reißenden Absatz finden... :D

Ich glaube gar nicht mal das die Humor- und Toleranzgrenzen hier höher sind als anderswo. Manchmal muss man sich einfach entscheiden, ob man freie Meinungsäußerung auch seinem Gegenüber eingesteht. Selbstverständlich kannst du die Verfilmung als schlafmützig bezeichnen, aber du kannst doch nicht gleichzeitig verlangen, dass Doris dazu schweigt. Sie hat dann doch genau das gleiche Recht sich zu äußern. Und selbst wenn sie keine negative Kritik zu MM leiden kann (was ich persönlich bezweifle), dann kann sie sich dazu äußern soviel wie sie mag. Das würden die CF-Anhänger nicht anders machen. :lach: Und die einfachste Methode Ärger zu vermeiden ist, manchmal einfach mal die Tasten in Ruhe zu lassen (sollte ich wohl auch ab und zu mal lassen) Es ärgert mich einfach, wenn der eine sich alle Freiheiten erlaubt und vielleicht sogar noch für freie Meinungsäußerung ist und beim nächsten Mitglied, welches ihm nicht passt, rummeckert, weil dieser es genauso sieht. Also,wenn schon jeder seine Meinung sagen darf, dann sollte es auch so gehandhabt werden (natürlich muß man sich an die Regeln halten!). Dann darf man auch sagen dürfen, das einem der Kommentar nicht gefällt, oder das man mit dem Geschriebenen nicht einverstanden ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Montag 8. Dezember 2008, 16:34 
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Austenexperte
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Registriert: Montag 24. Oktober 2005, 13:19
Beiträge: 2088
Wohnort: Fürth
Ein bißchen putzig finde ich schon, daß diese Diskussionen stets und immerdar rund um diese Verfilmung kreisen, ich mich aber partout an keinerlei derartige Diskussion zu P&P 1995 erinnern kann. Was mir das sagen soll, weiß ich im Moment aber auch noch nicht. Vielleicht daß mein Hirn nicht mehr richtig funktioniert?

Wie auch immer: Die "Schlafmützigkeit" von Bezzy kann ich zwar im Moment auch nicht in Verbindung zu dieser Verfilmung bringen, aber den Begriff "schlafmützig" - zumal in Verbindung mit den Wörtchen "etwas" - kann ich nun beim besten Willen nicht als Aufreger nachvollziehen. Das ist ja noch nicht einmal ansatzweise als ernsthafte Kritik an dem Film zu verstehen, sondern geht für mich mehr als Schmunzler durch. Vielleicht wäre etwas mehr Gelassenheit gar nicht so schlecht?

Leider kann ich das reingestellte Bild von Bezzy oder was immer da zu sehen ist, nicht sehen :< .


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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Montag 8. Dezember 2008, 17:35 
Also, es gibt schon Dinge, die mir an PP 05 gut gefallen. Miss Bennet, zum Beispiel, finde ich viel gemäßigter als in der 95er Version, und damit auch erträglicher. Jane ist frisch und fröhlich. Ja, und MM hat auch den Hundeblick. Auch das Haus der Bennets gefällt mir gut, ich würde gerne mal eine Woche Urlaub drin verbringen.


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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Montag 8. Dezember 2008, 17:55 
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Austenexperte
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Registriert: Montag 24. Oktober 2005, 13:19
Beiträge: 2088
Wohnort: Fürth
Hazel hat geschrieben:
Also, es gibt schon Dinge, die mir an PP 05 gut gefallen.


Mir auch. Beide Hauptdarsteller, die Musik, Charlotte Lucas, das Schwein etc. etc.

Aber das war im Moment nicht das Thema.

PS. Bist Du Dir sicher, daß Du eine Ms. Bennet als gemäßigter siehst? Ich kann mir kaum eine gemäßigtere Person vorstellen als Ms. Bennett.


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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Montag 8. Dezember 2008, 20:01 
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Piratensüchtige Administratorin, ebenfalls Seriensuchti mit Mittelalterpräferenz und spätes Girlie
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Wohnort: Wo die Messer und Schwerter herkommen
Zitat:
Zitat:
Und bitte nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.


Ist damit das geschriebene oder/und gelesene Wort gemeint? :gruebel: :gnade: :wink:

Beides. Ist es eigentlich so schwer, mit der Meinung anderer erwachsen umzugehen? Wie macht ihr das denn im realen Leben?

Es geht mir darum, dass nicht jedes Mal, wenn jemand es wagt, Matthew MacFadyen, seine Fans oder die P&P Verfilmung auch nur ansatzweise und mag es noch so scherzhaft sein, kritisiert oder, wie in einem anderen Fall, als Udo einen Scherz bezüglich der Kritiken zu einem Film machte, direkt darauf allergisch reagiert wurde. Es gibt hier Fans dieser Verfilmung, Fans der anderen Verfilmung, Fans von diesem Darcy und Fans von jenem Darcy.. es gibt auch Fans der Verfilmung von 1979. Es muß doch einfach möglich sein, zu ertragen, dass andere den jeweiligen Film nicht so toll finden. Und wenn dann mal jemand "schlafmützig" sagt, ohne noch mal eine ellenlange Begründung zu schreiben, dann muß man das doch auch einfach mal hinnehmen können, ohne direkt wieder allergisch zu reagieren.

Grüße
Kerstin

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"I think that we like those kind of entertainment just to have the opportunity to become a child again during 42 minutes."


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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Montag 8. Dezember 2008, 20:45 
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Begeistertes Missionierungsopfer
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:danke: Bravo, Kerstin! :top: :flower: :angel:

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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Montag 8. Dezember 2008, 22:11 
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Austenexperte

Registriert: Samstag 22. Oktober 2005, 22:38
Beiträge: 916
Zitat:
Beides. Ist es eigentlich so schwer, mit der Meinung anderer erwachsen umzugehen? Wie macht ihr das denn im realen Leben?


Das habe ich mich auch schon häufig gefragt. Im realen Leben würde man nämlich einfach mal schweigen. Oder würde solche Bemerkung nur bei Leuten machen, wo man sicher sein kann, dass diese mit den Worten umgehen können. Wir sind hier doch einfach nur Mitglieder in einem Board, die sich noch nie von Angesicht zu Angesicht gesehen haben. Wir wollen einfach gerne unsere Gedanken über JA und Co austauschen. Manche machen sich mehr Gedanken über die Bücher, andere lesen gerne die Sekundärliteratur, andere mögen lieber die Verfilmungen und die Schauspieler, andere schreiben gerne über die Charaktere oder JA. Und da muß man sich doch nicht immer gegenseitig das Leben schwer machen. Einfach mal die andere Person respektieren so wie sie ist, auch wenn sie mal nicht erwachsen reagieren sollte - jeder hat auch mal einen schlechten Tag. (Übrigens hat wahrscheinlich jeder eine andere Definition von "erwachsen").


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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Freitag 2. Januar 2009, 22:02 
Nun streitet euch mal nicht so... :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:
Themawechsel!

Es gibt eine Sache, die ich nicht ganz verstehe...
Woher wußte Lady Catherine, dass Lizzy eine Verbindung mit Darcy ins Auge fasst?
Bzw. woher kommt das Gerücht?


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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Samstag 3. Januar 2009, 06:32 
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Kunstfertige Wortumdreherin und Meisterin im Freistil-Lesen
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Registriert: Mittwoch 19. Oktober 2005, 21:13
Beiträge: 4776
Laut Buch durch den Lucas/Collins-Haushalt. Zumindest vermutet Lizzy das.


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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Montag 5. Januar 2009, 20:53 
Also hat Charlotte getratscht. Das traue ich ihr eigentlich nicht zu. Das passt doch gar nicht zu ihr.
Von Collins kann es wohl kaum kommen. :niwi:


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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Montag 5. Januar 2009, 21:05 
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Administratorin, die über den großen Teich gegangen ist.
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Registriert: Dienstag 18. Oktober 2005, 21:55
Beiträge: 5724
Wohnort: Großraum Frankfurt/Main
mary hat geschrieben:
Von Collins kann es wohl kaum kommen. :niwi:

Warum nicht? Er schreibt doch auch an Mr. Bennet, dass seine zweite Tochter sich ja wohl bald verloben wird, obwohl er gar keine "Beweise" hat...

Und mary, ich möchte dich darauf hinweisen, dass du eine PN von mir hast...

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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Donnerstag 15. Januar 2009, 21:13 
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Austenfan

Registriert: Freitag 2. Januar 2009, 14:49
Beiträge: 41
Nachdem ich den Film jetzt dann auch mal gesehen habe kann ich nur sagen :n21: CENSORED :n21: . Der ist wirklich schlecht im Vergleich zur 95er Verfilmung. Die Ursachen liegen in der nötigen Verkürzung des Stoffes, wodurch viele interessante Charaktere und Beschreibungen der Zeitumstände komplett wegfallen, an den Fehlern in der Ausstattung (die Kleider sind nicht wirklich Regency Stil) und im Fehlverhalten der Charaktere und unlogische Situationen:
- Frauen sprechen Männer an zum Tanz? :niwi:
- Beim ersten Tanzvergnügen war wohl kaum ein Mangel an Herren zum Tanz, sondern eher ein Mangel an Platz ... abgesehen davon, dass es niemals so viele der "oberen Schicht" in einem kleinen Dorf geben würde. Diese übervollen Tanzvergnügen machen fast einen Kostümfilm daraus.
- Ein Mann (Bingley) betritt das Schlafzimmer einer kranken Frau im Bett die nicht mit ihm verwandt ist? :fechten:
- Darcy ist nur nach Rosings gekommen, um Elizabeth zu fragen, aber woher wusste er dass sie da ist? ... aber vielleicht liegt die Antwort ja bei:
- Wie findet Darcy Elizabeth im nebeligen Morgengrauen irgendwo in der Wildnis? GPS Ortung ihres Handys oder stinkt sie so sehr oder ist er der schwarzen Magie mächtig? (sorry für den Sarkasmus) :pfui:
- Warum erwähnt Lady Catherine die "kleine Wildnis" als sie Elizabeth besucht, wenn die Unterhaltung doch im Haus stattfindet? Und am nächsten Morgen hatte sie schon mit Darcy geredet? Na ok, Handys waren wohl schon erfunden ... (s.o.)
- Giorgiana ist nicht übermäßig schüchtern sondern extrem freundlich und gesprächsbereit? :niwi:
- Gardiners haben keine Kinder? Wie gemein !
- Der Preis für die Verglasung steigt von 600 auf 20.000 Pfund? War das notwendig? :niwi:
- Elizabeth hat viel zu viel "gebrüllt", das dürfte kaum dem Verhalten der Damen damals entsprochen haben. Dieser "Trend" der Verfilmung war ja schon aus dem Trailer zu erraten ... wo eine Frau beschrieben wurde, die ihrer Zeit voraus war. Das stimmt vielleicht auch für Elizabeth, äußert sich aber darin, dass sie nicht primär nach Besitz strebt und eine eigene Meinung hat. Trotzdem ist sie in ihrer Verhaltensweise so wie es alle Damen der Zeit sind.
- Elizabeth spielt Pianoforte schlecht genug, aber warum sollte Darcy ein Spiel in der Art seiner Schwester ausreichend angepriesen habe, dass diese sie hören will?
- Jane Bennet soll so viel schöner sein als alle anderen? :niwi:
- Darcy hätte sich wohl kaum in wenigen Monaten vom zurückhaltenden, vornehmen und stolzen Rechthaber zum "offenes Hemd und Mantel emotionalen Frauenschwarm" verändert wie er bei den beiden Heiratsanträgen erscheint. Das dauert länger! :time:
- Charlotte Lucas ist die Tochter eines "Sirs" und hat relativ kräftigen Dialekt? Da sollte eine gute Bildung mit Hauslehrer drin gewesen sein, oder?
- Die Frauen der Bennets sind "faul" solange niemand zusieht und tun nur so, als ob sie etwas täten wenn Besuch kommt? Das entspricht wohl eher heutigen Frauen, denn dank billiger Chinatextilien entfällt ja heutzutage die Notwendigkeit Nähen und Sticken zu können. Und Bücher lesen ist auch nicht notwendig dank Google ... (Ich denke ich brauch ein Smiley für SARKASMUS) :frown:
Das Ende war meiner Meinung nach besonders lächerlich. :flop: Echter Neuzeit-Schmalzdialog. Gähn!

Endresultat: Warum ein Buch verfilmen, dessen Inhalt man nicht ausreichend darstellen kann? Sollte man vielleicht unterlassen und wenn doch, dann etwas mehr Detailtreue? Insbesondere Wickham und Collins kamen viel zu kurz in ihrer "Ekelhaftigkeit".
:empoerung:

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"Wenn man nicht sagen kann was man meint,
kann man nie meinen was man sagt." - ad hoc Übersetzung Babylon 5


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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Donnerstag 15. Januar 2009, 22:36 
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fußballbegeisterte Administratorin im Ruhestand
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Beiträge: 1591
Wohnort: Berlinerin im tiefsten Sachsenlande
Nun ja, vieles von dem was du sagst, mag so stimmen. Andererseits, wo liegt das Problem, wenn die Verglasung nun 20.000 Pfund kostet? Wird dadurch die Aussage des Romans verfälscht :niwi:? Es war sicher nur ein Mittel des Autors, unserem heutigen Preisempfinden näher zu kommen. Der eine ohne andere hätte vielleicht etwas verwirrt im Kino gesessen, wenn die Verglasung 600 Pfund gekostet hätte. Und Unlogik in Filmen ist doch eher die Regel als die Ausnahme.

Ich denke, beide Verfilmungen haben ein gänzlich unterschiedliches Zielpublikum. Der 05er Film war für ein Mainstream-Kinopublikum gemacht. Und als solcher hat er gut funktioniert. Dass bei jemanden, der das Buch kennt und sich mit der Zeit auseinandergesetzt hat, vielleicht zu viele Details gekürzt oder verändert wurden, ist wohl klar.

Für viele war er aber der Einstieg, um sich mit JA und ihrer Zeit überhaupt auseinander zu setzen. Und einige von denen werden hinterher sagen, eigentlich ist mir der 05er zu kurz. Aber ohne ihn wären sie zu dieser Aussage nie gekommen.

Andere hatten einfach nur einen vergnüglichen Abend und auch das ist i. O.

Muck hat geschrieben:
- Jane Bennet soll so viel schöner sein als alle anderen? :niwi:

Da muss ich dir dann doch widersprechen. Ich finde schon, dass dies der einzige Punkt ist, wo die 05er Version näher am Buch ist. Denn diese Jane ist für mich tatsächlich die schönste der 5 Schwestern. In der 95er bleibt Jane gegenüber Lizzy weit zurück. (obwohl ich mich habe aufklären lassen, dass sich auch das Schönheitsideal im Laufe der Jahrhunderte gewandelt hat).

Noch was zum heißdiskutierten Thema Werktreue. Werktreue ist bei weitem nicht alles. Die sicher am geschriebenen Wort nächste Verfilmung ist die von 1979. Sie ist aber auch die langweiligste, die ich kenne und damit meine ich ALLE jemals entstandenen Verfilmungen. Weil eine wortwörtliche Verfilmung nun einmal nicht garantiert, dass auch der Geist eines Buches werkgetreu umgesetzt wird.

Sei nicht so streng. Alles hat seine Zeit. Mal ist die Zeit richtig für die 95er Verfilmung und mal für die 05er. Und ich sage es ja auch ganz ehrlich, ich habe die 05er auch nur zweimal gesehen, weil ich eben dann doch die 95er vorziehe. Aber das müssen ja nicht alle so sehen ;).

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Gruß Sonja
"Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." Albert Einstein

Nach der EM ist vor der WM :aetsch:

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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Freitag 16. Januar 2009, 00:01 
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Austenexperte

Registriert: Samstag 22. Oktober 2005, 22:38
Beiträge: 916
Zitat:
- Charlotte Lucas ist die Tochter eines "Sirs" und hat relativ kräftigen Dialekt? Da sollte eine gute Bildung mit Hauslehrer drin gewesen sein, oder?


Nein, sollte nicht mit drin gewesen sein. (Ist das soll ein kann oder muß?)


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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Freitag 16. Januar 2009, 10:53 
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Austenfan

Registriert: Freitag 2. Januar 2009, 14:49
Beiträge: 41
Thema Verglasungspreis: Warum sollte man den Preis anpassen und hält sich nicht an das Original? In Rosings redet dann Collins auch noch über einen Teppich von 300 Pfund, was bei "Stangenware" (= keine besondere Qualität, sondern einfacher normaler Fußbodenbelag) und einem Vergleich zu den 20.000 nichts bedeutendes für ein schmückendes Ornament aber viel zu wenig ist. Warum sollte Collins aber über "Stangenware" reden? Damit erhebt er sich selber nicht. Besondere Teppiche haben manchmal Jahre gebraucht bevor sie fertig wurden.
Beispiel: Die Dame mit dem Einhorn ist ein Wandteppich in 6 Teilen, hergestellt etwa 1480-1500 und das hat ein paar Jahre gedauert. (Interessanterweise ist genau dieser Teppich bei den Harry Potter Verfilmungen für den Wandschmuck des Gemeinschaftsraumes der Gryffindors verwendet worden ... ich hoffe mal nicht das Original, sondern eine Kopie!)

Thema Detailgetreue: Wenn man ein historisches Werk verfilmt, warum sollte man dann die beschriebenen Details verändern? Verstehen das die Menschen heute nicht mehr? Bringt eine "Verfälschung der Details" nicht vielleicht falsches Wissen in das Denken der Menschen ein? Bei den Extras zur Serie Robin of Sherwood erzählt der Regisseur Richard Carpenter, dass ihn Menschen darauf angesprochen haben "an die Geschichte erinnerte ich mich noch aus meiner Kindheit" ... dabei war alles von ihm erfunden worden. Eine solche Verfälschung ist also sehr leicht möglich. In gewisser Weise hängt dies auch wieder mit dem Thema oben zusammen und jede Verfälschung muss dann mit anderen Situationen abgeglichen werden und dadurch können unlogische Situationen entstehen. Ich finde nicht dass man Unlogik in Filmen einfach so als "Gottgegeben" hinnehmen sollte ... nur weil der Hauptdarteller schnieke aussieht.

Thema Werktreue: Also für mich ist es ein entscheidendes Manko, dass in der 05er Version die Bösartigkeit von Wickham und die Freundschaft Elizabeth-Wickham nicht wirklich herauskommt. Elizabeth hat ja vielleicht drei Minuten mit ihm verbracht, aber das reicht, um sie so sehr gegen Darcy aufzubringen, dass sie ihn ablehnt? Da würde ich es für logischer halten, wenn sie "Du bist ein arroganter und steifer Schnösel" gesagt hätte ... Im Zeitrahmen eines Kinofilmes ist die Handlung eben nicht wirklich ausreichend darzustellen und weshalb sollte man es dann versuchen? Abgesehen davon ist der Schwerpunkt auf "Emotion" gelegt worden durch den Stil der Verfilmung und genau das ist das letzte was Jane Austen in den Büchern ausgedrückt hat: offen ausgebreitete Emotionen von Elizabeth. Dass es dadurch zu enttäuschungen kommt, wenn man beginnt sich mit dem Buch zu beschäftigen ist irgendwie vorprogrammiert ... s. hier. Wenn man eine emotionale Geschichte erzählen will, dann sollte man das auch dürfen, nur muss sie auch "Hand und Fuß" haben und in sich stimmig sein. Wenn die Vorlage dafür ungeeignet ist muss man eben selber eine ausdenken.
In gewisser Weise gehört auch die schauspielerische Leistung zu diesem Thema und die Version von 1979/80 ist da doch etwas "zu steif", weshalb sie sicherlich nicht so interessant / galubwürdig erscheint. Ausserdem sieht sie so aus, als ob die Innenaufnahmen in einem Studio stattfinden (Kameratechnik usw. war nicht so weit und deshalb ist mehr Beleuchtung notwendig gewesen). Bei mir ist diese Version die Das Haus am Eaton Place-Version, da das eine sehr bekannte Fernsehserie dieser Zeit gewesen ist und den gleichen Stil der Schauspielerei und der Ausstattung hatte. Die 1940er-Version ist die "Südstaaten-Version" aufgrund der Kleider ... Die 95er Version ist für mich genau das richtige Gleichgewicht zwischen Zurückhaltung in den Emotionen, eigenem Willen von Elizabeth, Steifheit von Darcy und Lebendigkeit der Charaktere.

Thema Schönheit: Irgendwie sehen alle Janes immer nur "etwas anders" aus als die anderen Frauen in den Verfilmungen. Die Jane von 95 hat allerdings die Möglichkeit of genug in die Kamera zu lächeln und das sanfte Gemüt herauszulassen, so dass hier ein Unterschied zu erkennen ist. Die Verfilmung von 1980 kenne ich nur in Ausschnitten, so dass ich dazu nichts sagen kann, aber bei 2005 ist einfach nicht genug Zeit für Jane da und da hätte man etwas mehr die Optik bemühen sollen. Ausserdem wäre es sicher leichter gewesen die Schönheit von Jane herauszustellen, wenn auf den Tanzvergnügen nicht so viele Menschen gewesen wären ... das ist dann das "Fischschwarm-Problem". Charlotte Lucas haben sie ja in 2005 "hinreichend unattraktiv" besetzt, nur leider hat es für Jane eben nicht gereicht, weil sie Elizabeth ja zu sehr gut aussehen ließen. Wenn der Unterschied der Schönheit nicht offensichtlich ist, dann wird der Satz hinfällig, dass Jane als schönste der Bennets gut heiraten muss. Eine der Schlüsselaussagen meiner Meinung nach.

Thema Charlotte Lucas: Sie ist eine Dame der oberen Mittelschicht mit nichts zu tun, kein Beruf und keine Hausarbeiten die sie zu erledigen hat. Die einzige "Aufgabe" ist es für sie einen gut situierten Mann zu heiraten für ihren eigenen Komfort und für die Vermehrung des Reichtums der Familie. Dazu ist aber sicherlich notwendig, dass sie "sozial vorzeigbar" ist und nicht als "Proletenschlampe" oder etwas ähnliches erscheint und eine gute / vornehme Aussprache erscheint da doch als sinnvoll, oder? Immerhin war ja auch das "Vorlesen" eine der Tätigkeiten, mit denen man sich bei abendlichem Beisammensein unterhalten hat (s. Sense and Sensibility und Mansfield Park). Die genauen Fertigkeiten von Charlotte Lucas sind nicht beschrieben worden, ausser dass sie wohl auch eine gute "Managerin" ist für einen Haushalt. Mir erscheint es aber als nicht logisch, dass dies dann erklärt, warum sie nicht gut ausgebildet sein sollte.
Das Thema der guten Aussprache wurde später dann im Musical "My Fair Lady" recht anschaulich beschrieben, wo ein Blumenmädchen nur durch Sprach- und Verhaltensunterricht und eine gewisse Ausstattung zur "Herzogin" hochgeschwindelt wird. Sprache war ja schon immer ein Mittel, um diverse Schichten auseinanderhalten zu können und abzugrenzen.
"Sollte drin gewesen sein" bezieht sich auf das Geld, was für einen Sprachunterricht notwendig ist. Bei einem wohlhabenden Händler, der dann in den Adelsstand aufgenommen wurde ist Geldknappheit sicher unwahrscheinlich und die "Jagd nach mehr Geld" (also ein wohlhabender Mann für Charlotte) ein Teil des Denkens.
Und noch ein Grund für eine "ordentliche Aussprache" bei Charlotte Lucas: Ich glaube kaum, dass Mr. Collins seiner Lady Catherine de Burgh eine Frau mit schlechter Aussprache zugemutet hätte.

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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Freitag 16. Januar 2009, 11:43 
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Na, das nenne ich doch mal alles einen glatten Totalverriß!

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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Freitag 16. Januar 2009, 13:54 
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fußballbegeisterte Administratorin im Ruhestand
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Also über das Thema Schönheit brauchen wir nicht streiten - das wäre nutzlos, da Schönheit nun einmal im Auge des Betrachters liegt. Und in der Beziehung passt diese Verfilmung für mich.

Zum Thema Charlotte Lucas: auch da kann ich dir überhaupt nicht zustimmen. Charlottes Vater ist mehr oder weniger zufällig in den Adelsstand erhoben worden. Und wenn ich mich recht erinnere (wir hatten das schon mal recherchiert) ist sie durch die Erhebung ihres Vaters mitnichten adlig geworden. Das war in England anders, als auf dem Festland. Ihr Vater war Kaufmann vor der Erhebung in den Adelsstand. Eigentlich gehört sie damit zum unteren Rand der Gentry. Ihre Familie ist auch eher arm, denn es geht ihr bei ihrer Ehe nicht darum, das Vermögen der Familie zu bereichern. Es geht um die pure Existenzsicherung ihrer eigenen Person. Mrs. Bennet bemerkt einmal abschätzig, dass ihre Töchter, im Gegensatz zu Charlotte Lucas, nicht im Haushalt helfen müssen. Wie prekär muss dann wohl die finanzielle Lage der Lucasens gewesen sein? Und zu ihrem Dialekt: ich habe den Film nicht im Original gesehen. Allerdings erwarte auch ich von Charlotte eine gepflegte Sprache. Aber nur aus einem einzigen Grund: sonst wäre sie wohl kaum als Lizzys Freundin in Betracht gekommen.
Edit:
Kannst du eigentlich überhaupt ins Kino gehen, ohne dich über die eine oder andere Unlogik zu ärgern? Ich kenne keine Kinoproduktion der letzten Jahren, bei der ich mich nicht über die eine oder andere Ungereimtheit gewundert hätte. Das ist Hollywood, nicht die BBC. Der Anspruch ist ein ganz anderer. Und ja, ich finde schon, dass man den Versuch wagen dürfen muss, auch für ein Mainstream-Publikum und in Spielfilmlänge Jane Austen zu verfilmen. Das ist noch kein Verbrechen. Und das Ergebnis dieses Versuches ist auch kein Verbrechen, auch wenn es bei dir fast so klingt.

Hast du schon beide Emmas gesehen? Oder was meinst du zu S&S mit ET? MP? Aber das gehört nicht hierher.

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Gruß Sonja
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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Freitag 16. Januar 2009, 14:13 
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D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
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Registriert: Mittwoch 28. Juni 2006, 12:57
Beiträge: 6713
Wohnort: Bayern
Muck hat geschrieben:
..."Sollte drin gewesen sein" bezieht sich auf das Geld, was für einen Sprachunterricht notwendig ist. Bei einem wohlhabenden Händler, der dann in den Adelsstand aufgenommen wurde ist Geldknappheit sicher unwahrscheinlich und die "Jagd nach mehr Geld" (also ein wohlhabender Mann für Charlotte) ein Teil des Denkens.
Und noch ein Grund für eine "ordentliche Aussprache" bei Charlotte Lucas: Ich glaube kaum, dass Mr. Collins seiner Lady Catherine de Burgh eine Frau mit schlechter Aussprache zugemutet hätte.

Da siehst Du was falsch:
1.
Es war bei Sir Lucas nicht die Rede davon, dass er ein wohlhabender Händler war. Das waren Mr. Gardiner und der alte Mr. Bingley, der seine Töchter tatsächlich auf das beste Mädchenpensionat/Schule des Landes schickte.
Sir Lucas hatte sich allerdings verdient gemacht, was dem König zugetragen wurde, worauf er ihm in Anerkennung der Dienste einen Ritterschlag gab.
2.
hatte Sir Lucas Geld, ging es beim Kauf, Umbau usw. von Lucas Lodge drauf.
3.
hatte Sir Lucas einen Stall voll Kinder, die alle irgendwie zu versorgen waren, weshalb für Charlotte nicht mehr genug Mitgift drin war, sie für einen Heiratskandidaten bzw. dessen Familie attraktiv erscheinen zu lassen. Das war doch mit ein Grund, warum sie in Collins die letzte und einzige Möglichkeit sah sich zu verheiraten!
4.
Ein Rittertitel war unterste Charge des englisch Adels, noch unter dem Baronet und dieser Titel war nicht mit Geldzuwendungen und/oder Landbesitz verbunden. Solch ein Ritterschlag war auch nicht an die Kinder vererbbar, ausser jahrhundertealte Rittertitel in Familienbesitz. Zudem hatten die Töchter nicht einmal das Recht als Ehrentitel ein "Lady" zu tragen, wie es beim gehobenen Adel der Fall gewesen wäre. Anne de Bourgh heisst übrigens auch nicht "Lady Anne", weil ihr Vater auch nur ein "Sir" also Ritter oder Baronet war und ihre Mutter gewissermassen unter Stand geheiratet hat. Arme Ladyschaft de Bourgh! :fies_sei:
5.
Ob Sir Lucas ein Amt innehatte mit dem er weitere Gelder bezog, wissen wir nicht, wohl aber, dass er mit seiner bisherigen Tätigkeit und seinem alten Umfeld nichts mehr zu tun haben wollte
6. Sprachbildung hat nicht ursächlich mit dem Geldbeutel zu tun, sondern mit dem Tun, sprich mit dem Lesen und Abschauen gehobener Literatur. Nicht jeder der sich gut auszudrücken vermag ist Professor der Germanistik. Lizzy sagt ähnliches zu Lady de Burgh, als sie bemerkt, sie und ihre Schwestern hätten jede Möglichkeit gehabt sich weiterzubilden, wenn sie denn wollten.

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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Samstag 17. Januar 2009, 19:23 
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Muck hat geschrieben:
- Der Preis für die Verglasung steigt von 600 auf 20.000 Pfund? War das notwendig? :niwi:

Muck hat geschrieben:
Thema Verglasungspreis: Warum sollte man den Preis anpassen und hält sich nicht an das Original? In Rosings redet dann Collins auch noch über einen Teppich von 300 Pfund, was bei "Stangenware" (= keine besondere Qualität, sondern einfacher normaler Fußbodenbelag) und einem Vergleich zu den 20.000 nichts bedeutendes für ein schmückendes Ornament aber viel zu wenig ist. Warum sollte Collins aber über "Stangenware" reden? Damit erhebt er sich selber nicht. Besondere Teppiche haben manchmal Jahre gebraucht bevor sie fertig wurden.


Wenn du vom Original redest und dich über die Änderungen beschwerst, wäre es immer nett, wenn du dann auch das Buch zitieren würdest. Im Fall der Verglasung haben sie nichts vom Original verändert, der Preis wird nämlich nicht genannt. Ich zitiere P&P, Kapitel 29
As the weather was fine they had a pleasant walk of about half a mile across the park. Every park has its beauty and its prospects; and Elizabeth saw much to be pleased with, though she could not be in such raptures as Mr. Collins expected the scene to inspire, and was but slightly affected by his enumeration of the windows in front of the house, and his relation of what the glazing altogether had originally cost Sir Lewis De Bourgh.
Sprich, Mr. Collins sagt den Besuchern zwar, was es gekostet hat, über den genauen Wert lässt Jane Austen uns aber im Unklaren - und da können es 20.000 Pfund gewesen sein oder nicht - schon mal was von dramaturgischer Freiheit gehört?
Ich weiß nicht, wie du vom Original auf 600 Prund für die Verglasung oder 300 Pfund für den Teppich kommst :gruebel: Es wäre nett, wenn du in der Lage wärst, P&P dann zu zitieren, dann haben wir alle etwas von der "Diskussion". Die einzige Zahl, die Mr. Collins wirklich erwähnt, sind die der Kamine auf Rosings, die nämlich 800 Pfund gekostet haben. (but when Mrs. Philips understood from him what Rosings was, and who was its proprietor -- when she had listened to the description of only one of Lady Catherine's drawing-rooms, and found that the chimney-piece alone had cost eight hundred pounds - P&P, Kapitel 16)

Im Film sagt Mr. Collins nichts, und wirklich nichts (ich habe mir das Drehbuch durchgelesen - oder es wäre nett, wenn du mir genau die Szene nennen würdest) über irgendwelche Teppiche. Deshalb ist deine ganze Argumentation über die Teppiche vollkommen daneben. Außerdem ist es ziemlich daneben, Teppiche aus dem 15. Jahrhundert als Argument anzubringen, die Bennets leben ja nicht mehr im tiefsten Mittelalter. 1800 gilt je nach Definition als Teil der späten neueren Geschichte oder Frühzeit der neuesten Geschichte, deshalb wäre das Heranziehen von etwas zeitnaheren Quellen sehr nett.

Im Allgemeinen habe ich mich bei deinem ersten Verriss auch gefragt, welchen Film du gesehen hast.
Muck hat geschrieben:
- Warum erwähnt Lady Catherine die "kleine Wildnis" als sie Elizabeth besucht, wenn die Unterhaltung doch im Haus stattfindet?

Die kleine Wildnis z.B. wird nämlich auch nicht erwähnt, ich zitiere mal wieder aus dem Drehbuch:

135 INT. DOWNSTAIRS - LONGBOURN - NIGHT.
LADY CATHERINE: The rest of your offspring, I presume.
MRS BENNET: All but one, the youngest has been lately married your ladyship. And my eldest was only proposed to yesterday afternoon.
LADY CATHERINE: You have a very small garden, madam.
MR BENNET: (tentatively) Could I offer you a cup of tea perhaps, your Ladyship?
LADY CATHERINE: Absolutely not! I must speak to Miss Elizabeth alone, as a matter of urgency.


Im Übrigen sage ich es immer wieder gerne, dass man, wenn man die Verfilmungen von 95 und 05 vergleicht, Äpfel mit Birnen vergleicht. Seriendramaturgie ist immer anders als Kinofilmdramaturgie, genau wie Buchdramaturgie anders ist als Film- und Fernsehdramaturgie. Außerdem hatte der Film es schwer, weil von so vielen Fans die 95er-Serie als das höchste der Gefühle gesehen wird (und es sei ihnen um Gottes Willen gegönnt, es ja auch allgemein bekannt, dass ich beide Versionen mag). Hätte der Film gewisse Ähnlichkeiten mit der Serie gezeigt, hätte alle Welt ihn wohl als billigen Abklatsch bezeichnet. Aber der Kinofilm ist nun einmal so, weil er die Szenen in 1-2 Stunden unterbringen muss und nicht den Luxus hat, eine sechsteilige Miniserie zu sein. Da sind Kürzungen und Veränderungen unumgänglich und wenn man den Film sieht, sollte man das immer im Hinterkopf haben und sich nicht am Ende beschweren, was denn alles weg gefallen ist.

Muck hat geschrieben:
Darcy ist nur nach Rosings gekommen, um Elizabeth zu fragen, aber woher wusste er dass sie da ist

Das ist übrigens eine Sache, die uns auch das Buch nie erklärt - wir wissen nicht von Jane Austen, warum Mr. Darcy auf Rosings ist. Er kann es sein, weil Lizzy da ist, schließlich nehme ich mal an, dass auch im Hintergrund Korrespondenz mit seiner Tante läuft, die vllt. Mr. Collins impertinente Verwandte namentlich erwähnt oder es ist einfach nur Zufall, dass ihr Besuch in die gleiche Zeit fällt wie sein Besuch - aber es sind alles nur Spekulationen. Wir wissen ja nur (aus dem Buch), dass er seinen Besuch verlängert - mehr nicht. Deshalb ist die Szene im Film wo er das sagt, wieder einmal dramaturgische Freiheit.

Muck hat geschrieben:
Giorgiana

Ach ja, zum Schluß noch - sorry, aber da bin ich pendantisch - Mr. Darcys Schwester heißt Georgiana.

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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Samstag 17. Januar 2009, 20:31 
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Wie, ihr vergleicht immer noch die Verfilmungen??? Hier hat sich, wie mir scheint, kaum etwas geändert! :wink:

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BeitragVerfasst: Samstag 17. Januar 2009, 23:45 
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Angelika hat geschrieben:
Ich weiß nicht, wie du vom Original auf 600 Prund für die Verglasung oder 300 Pfund für den Teppich kommst :gruebel:

Im Film sagt Mr. Collins nichts, und wirklich nichts (ich habe mir das Drehbuch durchgelesen - oder es wäre nett, wenn du mir genau die Szene nennen würdest) über irgendwelche Teppiche. Deshalb ist deine ganze Argumentation über die Teppiche vollkommen daneben. Außerdem ist es ziemlich daneben, Teppiche aus dem 15. Jahrhundert als Argument anzubringen, die Bennets leben ja nicht mehr im tiefsten Mittelalter. 1800 gilt je nach Definition als Teil der späten neueren Geschichte oder Frühzeit der neuesten Geschichte, deshalb wäre das Heranziehen von etwas zeitnaheren Quellen sehr nett.


Ich muss Muck da Recht geben, es gibt diesen "Teppichsatz" im Film (jedoch steht dieser so nicht im Drehbuch!), und zwar genau zwischen dem Satz Von Lady Catherine: "This is my daughter" und dem Eintreten von Mr. Darcy raunt Collins Elizabeth zu: "The rug alone cost upwards of 300 Pounds."

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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Samstag 17. Januar 2009, 23:52 
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Huch, und ich dachte immer, er sagt "Chimneypiece" - so kann man sich verhören ;D

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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Samstag 17. Januar 2009, 23:59 
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Angelika hat geschrieben:
Huch, und ich dachte immer, er sagt "Chimneypiece" - so kann man sich verhören ;D


Laut Drehbuch sollte er ja eigentlich auch sagen: "The chimney piece alone cost 400 pounds." Warum es dann der Teppich wurde, null Ahnung (und im Preis sind sie auch runtergegangen! ;D )

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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Montag 19. Januar 2009, 09:43 
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@Tina
Willkommen zurück! Ich habe dich vermisst. :knuddel:

@Muck
Nachtrag: Collins hat zwar die Aussicht Longbourn irgendwann zu erben, ansonsten ist er finanziell keine gute Partie, zumindest nicht für jemanden, der nach Geld aus ist, wie Du es bei Charlotte vermutest. Soo viel verdient ein Pfarrer auch nicht, siehe Edward Ferrars. Die Austens waren ja auch nicht reich. :)

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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Freitag 30. Januar 2009, 10:25 
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Austenfan

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Caro hat geschrieben:
@Muck
Nachtrag: Collins hat zwar die Aussicht Longbourn irgendwann zu erben, ansonsten ist er finanziell keine gute Partie, zumindest nicht für jemanden, der nach Geld aus ist, wie Du es bei Charlotte vermutest. Soo viel verdient ein Pfarrer auch nicht, siehe Edward Ferrars. Die Austens waren ja auch nicht reich. :)

Nun ja, die Gemeinde Hunsford ist eine wohlhabende Gemeinde und Lady Catherine hat viel Einfluss, deshalb ist diese Stellung sicherlich schon eine Pfarrei des oberen Drittels. Zum reich werden wird das nicht genug sein, da hast Du recht.

Thema Fenster ... die 20.000 Pfund:
Das ist nach meinen Überlegungen ein echter Fehler, denn die "Gehälter" von Darcy und Bingley, sowie die 100 Pfund für Wickham wurden beibehalten. Haben die Fenster also zwei "Jahresgehälter" von einem Mann gekostet, dem halb Derbyshire gehört und der stinkreich ist? Ich glaube nicht dass das logisch ist.

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kann man nie meinen was man sagt." - ad hoc Übersetzung Babylon 5


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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Freitag 29. Mai 2009, 12:11 
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Da ich nicht weiß, wo ich das sonst hinschreiben soll, mach ich das mal hier:
Gestern hatte ich ein merkwürdiges Erlebnis. Ich war bei einer Infoveranstaltung, einer der Referenten kam rein, begrüßte mich - und ich dachte, Mr. Bingley aus P&P 05 steht vor mir... Rötliche etwas längere Haare, eher blasser Typ, Gesichtsform und vor allem die Augen waren echt verdammt nah dran. Ich hatte nachher Mühe, ihm aufmerksam zuzuhören... Die Überlegung, ihn darauf anzusprechen, hab ich dann aber doch verworfen. :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Freitag 29. Mai 2009, 14:37 
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Registriert: Freitag 3. März 2006, 11:10
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Udo hat geschrieben:
Da ich nicht weiß, wo ich das sonst hinschreiben soll, mach ich das mal hier:
Gestern hatte ich ein merkwürdiges Erlebnis. Ich war bei einer Infoveranstaltung, einer der Referenten kam rein, begrüßte mich - und ich dachte, Mr. Bingley aus P&P 05 steht vor mir... Rötliche etwas längere Haare, eher blasser Typ, Gesichtsform und vor allem die Augen waren echt verdammt nah dran. Ich hatte nachher Mühe, ihm aufmerksam zuzuhören... Die Überlegung, ihn darauf anzusprechen, hab ich dann aber doch verworfen. :wink:


Vielleicht ein Verwandter??? :wink:

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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Freitag 29. Mai 2009, 15:24 
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Udo hat geschrieben:
Ich hatte nachher Mühe, ihm aufmerksam zuzuhören... Die Überlegung, ihn darauf anzusprechen, hab ich dann aber doch verworfen. :wink:

Kann ich gar nicht verstehen - ich wette, er wird auf Infoveranstaltungen ständig von wildfremden Männern auf so etwas angesprochen :aetsch:

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 Betreff des Beitrags: Re: P&P 2005
BeitragVerfasst: Donnerstag 16. Juli 2009, 22:14 
Schaut mal hier: Fotos!

Wow ! :lechz: tausende Bilder aus dem Film...


Zuletzt geändert von Kerstin am Donnerstag 16. Juli 2009, 23:13, insgesamt 1-mal geändert.
Link verbessert!


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