Aktuelle Zeit: Sonntag 21. März 2010, 16:40

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Forumsregeln


Die Forumsregeln lesen



Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 745 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1 ... 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 ... 25  Nächste
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Sonntag 23. September 2007, 09:49 
Offline
Emsige Missionarin für Jane Austen
Benutzeravatar

Registriert: Sonntag 15. Oktober 2006, 16:01
Beiträge: 1068
Ich finde es erwähnenswert, dass Anne unter den gegebenen Umständen (bei dieser Behandlung durch ihren Vater und ihre Schwestern) so geworden ist, wie sie ist. Im 6. Kapitel wird einem mit dem Satz "...außer für eine sehr kurze Zeit ( :wink: ) hatte sie seit ihrem vierzehnten Lebensjahr nie, nie seit dem Verlust ihrer lieben Mutter das Glück empfunden, dass man ihr zuhörte oder sie mit ehrlicher Dankbarkeit oder wirklichem Geschmack ermutigte." noch mal so richtig vor Augen geführt, dass ihr Alltag doch recht freudlos ist.
Da ist es bewunderungswürdig, dass Anne unter diesen Umständen so verständnisvoll und nachsichtig geworden ist, anstatt Bitterkeit zu empfinden. Sie hätte eigentlich eher als Mary einen Grund, sich benachteiligt zu fühlen.

_________________
"Here I am once more in this scene of dissipation and vice, and I begin already to find my morals corrupted."
(letter from August 1796 upon arriving in London)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Sonntag 23. September 2007, 14:30 
Offline
Austenbegeistert
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 25. April 2007, 13:03
Beiträge: 234
Wohnort: Berlin
Ich habe leider den Anfang versäumt, weil ich krank war.
Versuche aber jetzt noch einzusteigen, o.k.?
Habe schon mal eure postings nachgelesen - schon enorm, wie man dann bei einigen Dingen denkt "hmhm, achja, so habe ich das noch gar nicht gesehen".
Grüße, Inke


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Sonntag 23. September 2007, 14:47 
Offline
Austenkenner
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 4. April 2007, 15:36
Beiträge: 295
@Amadea: Ja, das ist mir auch genausos aufgefallen. Da sieht man mal wieder, dass ein noch so grausiges Umfeld die Besten nicht kleinkriegen kann. ;)
Offensichtlich hatte Anne auch bis zum Tod ihrer Mutter in ihr ein gutes Vorbild und wohl auch eine verständnisvolle Vertraute (und 13 ist ja besonders für damals, schon relativ erwachsen, also die Grundlagen für ihren Charakter sind bestimmt vor dieser Zeit gelegt worden).
Ich finde aber auch, dass es gerade dazu passt, dass Anne anscheinend soviel von sich hält. Also ich finde das ja keinen negativen Charakterzug in ihrem Fall, aber sie sieht sich deutlich auf einer anderen Ebene als ihre Familie. Das ist wohl die andere Möglichkeit, um nicht, wie gesagt, total verbittert zu werden.


Nach oben
 Profil E-Mail senden  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Sonntag 23. September 2007, 15:52 
Offline
Emsige Missionarin für Jane Austen
Benutzeravatar

Registriert: Sonntag 15. Oktober 2006, 16:01
Beiträge: 1068
Inke hat geschrieben:
- schon enorm, wie man dann bei einigen Dingen denkt "hmhm, achja, so habe ich das noch gar nicht gesehen".

:ja: Ich bin jedenfalls immer dankbar für Denkanstöße. :lupe:


Charlaya hat geschrieben:
@Amadea: Ja, das ist mir auch genausos aufgefallen. Da sieht man mal wieder, dass ein noch so grausiges Umfeld die Besten nicht kleinkriegen kann. ;)

Und es zeigt, wie unterschiedlich sich die Charaktere der 3 Schwestern im gleichen Umfeld entwickelt haben.

_________________
"Here I am once more in this scene of dissipation and vice, and I begin already to find my morals corrupted."
(letter from August 1796 upon arriving in London)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Sonntag 23. September 2007, 17:48 
Offline
Administratorin im Ruhestand und Tom-Lefroy-Expertin
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 14. Juni 2006, 20:11
Beiträge: 3003
noch zu Kapitel 5

Bezüglich der Übersetzung von Marys Charakterisierung

Ich bin zwar zeitlich noch nicht mal dazu gekommen, das erste Kapitel zu lesen, habe aber trotzdem mal im 5. Kapitel in meiner deutschen Übersetzung vom Manesse Verlag (Titel: "Anne Elliot") nachgeschaut:

Dort heißt es:

Obschon begabter als die ältere Schwester, besaß Mary nicht Annes Einsicht oder inneres Gleichmaß. War sie gesund, zufrieden und richtig umsorgt, dann strahlte sie vor froher Laune und Lebenslust; doch das kleinste körperliche Unbehagen drückte ihr aufs Gemüt. . . . In ihrer äußeren Erscheinung reichte sie an keine der beiden Schwestern heran, und selbst in ihrer Jugendblüte hatte sie nur den Rang eines "frischen jungen Mädchens" erreicht.

Julia hat geschrieben:
Also ich finde - wie Amadea - diese Übersetzung auch nicht logischer. Inwiefern ist Mary begabter als Anne???


Warum eigentlich? :gruebel: Ist doch möglich, dass sie, nach dem damaligen Geschmack, in den typischen Beschäftigungen, mit denen eine junge Dame die Gesellschaft zu erfreuen hatte, einfach begabter war --- dass sie vielleicht ein bisschen besser zeichnen, besser singen, besser Klavierspielen konnte... (Was ja nicht gleich bedeutet, dass Anne darin schlecht war!)

[Allerdings bin ich nicht im Buch drin, also kann ich momentan nur mein Gefühl widergeben, dass sich das für mich nicht unlogisch anhört --- ohne nun zu wissen, ob es im Buch diesbezüglich auch Passagen gibt, wo Marys Klavierspielkünste etc. als mäßig beschrieben werden etc. Erinnern kann ich mich daran nicht!)]

_________________
Es ist besser den Mund zu halten und dumm zu erscheinen, als ihn zu öffnen und jeden Zweifel zu zerstreuen.
(Verfasser (mir) unbekannt --- Angelika meint, es sei Mark Twain... :biggrin: )


Nach oben
 Profil E-Mail senden  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Sonntag 23. September 2007, 19:22 
Offline
Austenkenner
Benutzeravatar

Registriert: Dienstag 20. Dezember 2005, 20:47
Beiträge: 265
Wohnort: Aus Berlin nach Bayern verschlagen
Ich habe in meinem Brockhaus eine bessere und meiner Meinung nach die richtige Bedeutung des Begriffes endowed gefunden. Dort steht nämlich - u.a.
to endow- give permanent income to, mit Geld ausstatten
She was endowed hieße demnach mit Geld ausgestattet sein.
Das würde auch besser passen, als alle bisher zitierten Übersetzungen

_________________
One Ring To Find Them...


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Sonntag 23. September 2007, 20:04 
Offline
Begeistertes Missionierungsopfer
Benutzeravatar

Registriert: Samstag 27. Januar 2007, 02:03
Beiträge: 1257
Bin etwas hinten dran, daher nur kurz:

Noch zu Kapitel 5:
Ich frage mich manchmal, wie man solche Bonmots übersetzt:

The Baronet will never set the Thames on fire, but there seems to be no harm in him." reciprocal compliments, which would have been esteemed about equal.

und habe mich gefreut, dass Pixie genau diese Redewendung zitierenswert fand:

Pixie hat geschrieben:
Admiral Croft: "Der Baronet hat zwar das Pulver nicht erfunden, aber er schein kein schlechter Kerl zu sein."
Das sind doch wirklich nette Komplimente, die - finde ich zumindest - auch sehr JA-typisch sind, genau wie der abschließende Satz: "Sicher hätte jeder diese Schmeichelei aus dem Mund des anderen entsprechend zu schätzen gewusst, wenn er sie nur gehört hätte." Eine herrliche Spitze!


Zu :
that if his own man might have had the arranging of his hair,
he should not be ashamed of being seen with him any where
ist schon viel gesagt worden :ja:
Da ich nur die englische Version kenne, war es für mich erstaunlich, die unterschiedlichen deutschen Fassungen zu lesen! ;D

Wer kontrolliert oder entscheidet eigentlich, welche Endfassung gedruckt wird? Sicher kein leichter Job! :wink:

Though better endowed (through her marriage)... - wie Hazel schon sagt!

"endowed"
- das war für ich beim Lesen klar - Mary hat zwar eine gesellschaftlich bessere Stellung erreicht , ABER.. oder OBWOHL..

Ich hab das so verstanden, dass Mary es trotz der Vorteile der Schwestern ( Elizabeth ist schöner, Anne ist intelligenter etc. )es zu "mehr" gebracht hat. :wink: - nach Ansicht der damaligen Gesellschaft !

Zu Kapitel 6

Der von Amadea zitierte Abschnitt ging mir beim Lesen so richtig nah - denn es sagt doch viel darüber aus, wie einsam Anne ist!
Außerdem wird von Anne ( von anderen und von ihr selber !) erwartet, dass sie "die Dinge" gerade biegen kann, wenn etwas schief läuft :wink: :

How was Anne to set all these matters to rights? She could do little more than listen patiently, soften every grievance, and excuse each
to the other;


Und das hat mir besonders gefallen: als Mrs Croft plötzlich erwähnt:

"It was you, and not your sister, I find, that my brother had the pleasure of being acquainted with, when he was in this country."
und Anne so reagiert:

Anne hoped she had outlived the age of blushing; but the age of emotion she certainly had not.:smilingplanet:

Und wie sich Anne vornimmt:

she must teach herself to be insensible on such points. :flower:

_________________
Bild Bild ~ Lyme Park 2009 ~

__________________________________________________________________________________________


For what do we live, but to make sport for our neighbors and laugh at them in our turn?
* Jane Austen


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Sonntag 23. September 2007, 21:50 
Offline
Administratorin im Ruhestand
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 19. Oktober 2005, 20:13
Beiträge: 3974
Alethea hat geschrieben:
[Ist doch möglich, dass (Mary), nach dem damaligen Geschmack, in den typischen Beschäftigungen, mit denen eine junge Dame die Gesellschaft zu erfreuen hatte, einfach begabter war --- dass sie vielleicht ein bisschen besser zeichnen, besser singen, besser Klavierspielen konnte... (Was ja nicht gleich bedeutet, dass Anne darin schlecht war!)


Würde man in so einem Zusammenhang nicht "acomplished" sagen?

Naja, aber Conceala's Übersetzungsquelle klingt doch noch sehr viel konkreter und eindeutiger. Anscheinend bezieht es sich wirklich auf wirtschaftliche und "äußere" Umstände.

Amadea hat geschrieben:
Da ist es bewunderungswürdig, dass Anne unter diesen Umständen so verständnisvoll und nachsichtig geworden ist, anstatt Bitterkeit zu empfinden. Sie hätte eigentlich eher als Mary einen Grund, sich benachteiligt zu fühlen.


Charlaya hat geschrieben:
Ich finde aber auch, dass es gerade dazu passt, dass Anne anscheinend soviel von sich hält. Also ich finde das ja keinen negativen Charakterzug in ihrem Fall, aber sie sieht sich deutlich auf einer anderen Ebene als ihre Familie. Das ist wohl die andere Möglichkeit, um nicht, wie gesagt, total verbittert zu werden.


Das finde ich eine sehr gute Schlussfolgerung! ... Anne wirkt auf mich teilweise nämlich schon fast übermenschlich gut - aber das ist eine Erklärung, die sie mir auch sympathisch macht.

_________________
"For the Snark was a Boojum, you see."
(Lewis Carroll, "The Hunting of the Snark")

verlesen, gelesen, auserlesen


Nach oben
 Profil E-Mail senden  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Montag 24. September 2007, 09:10 
Offline
Administratorin im Ruhestand
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 19. Oktober 2005, 20:13
Beiträge: 3974
Kapitel 7

Anne und Wentworth treffen aufeinander, allerdings erst nach einigen Umwegen: Mary's Sohn verrenkt sich das Schlüsselbein und bietet Anne (nachdem seine Mutter sich diese Möglichkeit schöngeredet hat) den Vorwand, einem Dinner mit ihm bei den Musgroves zu entgehen. Am nächsten Tag allerdings treffen sie sich für ein paar Minuten.


__________________________________________
__________________________________________

Zwei Passagen sind mir dieses Mal beim Lesen besonders aufgefallen:

In diesem Kapitel wird schon angedeutet, was später im Buch auch nochmal zur Sprache kommt:

Had he wished ever to see her again, he need not have waited till this time; he would have done what she could not but believe that in his place she should have done long ago, when events had been early giving him the independence which alone had been wanting.

Wentworth äußert sich (im vorletzten Kapitel dann, glaube ich) genau darüber: Warum er nicht ein paar Jahre nach ihrer Trennung erneut auf Anne zugekommen ist, als er genügend Geld zum Heiraten hatte, denn nur das hat ja gefehlt.
Später wird diese Frage explizit von ihm selbst beantwortet, aber auch hier erfahren wir ja schon seine Einstellung aus seiner eigenen Perspektive, nicht durch Anne's Vermutungen (die Erzählperspektive wechselt am Ende des Kapitels von Anne auf ihn, ich glaube, das einzige mal im Buch): Sein Stolz ist verletzt. Er hat sich Anne "ausgeredet", aber sie ist immernoch da, steht ihm immernoch vor Augen als Maßstab an dem sich alle messen müssen - will das aber nicht zulassen.

Sehr schön beschrieben finde ich auch die Stelle, an der sie sich zum ersten mal wiedertreffen: Ich finde, man spürt richtig, wie betäubt und verschleiert Anne diese Situation erlebt, wie ein Rauschen. Sehr treffend und viel eindrücklicher als tausend dramatische Adjektive.

Der Dialog zwischen Mary und Anne über die Schicklichkeit des Zuhausebleibens (bzgl. dem kranken Kind) ist auch sehr charakteristisch. Mary redet sich alles so hin, wie sie es braucht und merkt gar nicht, wie sie sich innerhalb von wenigen Sätzen komplett widerspricht.

_________________
"For the Snark was a Boojum, you see."
(Lewis Carroll, "The Hunting of the Snark")

verlesen, gelesen, auserlesen


Nach oben
 Profil E-Mail senden  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Montag 24. September 2007, 09:17 
Offline
Austenbegeistert
Benutzeravatar

Registriert: Donnerstag 12. Juli 2007, 12:00
Beiträge: 154
Wohnort: Lübeck
Hallo, da bin ich wieder! Ihr seid ja ein Stück weitergekommen.

Ich hätte da noch ein paar Anmerkungen zur Musgrove`schen Sippe. Im Buch kommt die Familie ja ganz gut weg, Anne fühlt sich in ihrem Kreis doch recht wohl und freut sich sie zu sehen. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich wohl, daß es sich um eine freundliche und fröhliche Gesellschaft handelt, die aber doch sehr selbstbezogen ist ( ich wollte erst egoistisch schreiben, aber dasscheint nicht das richtige Wort zu sein). Sie interessieren sich eigentlich nicht für Anne und ihre Kümmernisse: Sie fragen kaum nach dem Umzug, wissen ihr Klavierspiel kaum zu schätzen und jeder benutzt sie als seelischen Mülleimer und hofft, daß sie ihren Einfluß bei dem jeweils anderen geltend machen kann.
Da Anne sich aber trotzdem wohl fühlt, zeigt meiner Meinung nach wie elend es bei Elizabeth und ihrem Vater ist. Bei den Musgroves wird sie gebraucht und wird zumindest freundlich behandelt. Bezeichend finde ich in dem Zusammenhang auch das folgende: Mary war nicht so abweisend und unschwesterlich wie Elizabeth... Was mich wieder zu einer Frage veranlaßt: Warum glaubt ihr war das so?


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Montag 24. September 2007, 09:23 
Offline
Administratorin im Ruhestand
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 19. Oktober 2005, 20:13
Beiträge: 3974
Maria hat geschrieben:
Bezeichend finde ich in dem Zusammenhang auch das folgende: Mary war nicht so abweisend und unschwesterlich wie Elizabeth... Was mich wieder zu einer Frage veranlaßt: Warum glaubt ihr war das so?


Ich denke, es liegt daran, dass Elisabeth so eine hohe Stellung bei ihrem Vater hat/hatte und die anderen gar keine. Das schweißt die beiden jüngeren vielleicht unbewusst zusammen.

_________________
"For the Snark was a Boojum, you see."
(Lewis Carroll, "The Hunting of the Snark")

verlesen, gelesen, auserlesen


Nach oben
 Profil E-Mail senden  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Montag 24. September 2007, 09:26 
Offline
Austenexperte
Benutzeravatar

Registriert: Dienstag 10. Januar 2006, 14:00
Beiträge: 1081
Wohnort: Cuxhaven
Au Backe seid Ihr schon weit! Asche auf mein Haupt, aber mein Zeitmanagment ist mal wieder völlig aus den Fugen.

Mach jetzt auch sofort den PC aus und fang an zu lesen! Ciao

_________________
... uns hilft kein Gott, uns're Welt zu erhalten...( Karat in "Der blaue Planet")


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Montag 24. September 2007, 09:29 
Offline
D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 28. Juni 2006, 11:57
Beiträge: 6453
Wohnort: Bayern
Maria hat geschrieben:
Bezeichend finde ich in dem Zusammenhang auch das folgende: Mary war nicht so abweisend und unschwesterlich wie Elizabeth... Was mich wieder zu einer Frage veranlaßt: Warum glaubt ihr war das so?

Ich denke, die Antwort erschliesst sich aus den Charakteren. Elizabeth denkt und agiert wie der Vater, sie kommt zumindest ihm am ähnlichsten. Sie ist die kühlste und ichbezogenste der Schwestern. Mary braucht die anderen, um sich wohlzufühlen, benötigt deren Aufmerksamkeit und wird sich also auch der Schwester eher zuwenden. Sieht sie in Anne auch eine Art "Mutterersatz"? Möglich wär es.

_________________
:blume: Grüsse, Caro

Avatar: Amelia Darcy (1754-1784)

Jemand der Schmetterlinge lachen hört, weiß auch wie Wolken schmecken. Verfasser unbekannt


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Montag 24. September 2007, 09:30 
Offline
Emsige Missionarin für Jane Austen
Benutzeravatar

Registriert: Sonntag 15. Oktober 2006, 16:01
Beiträge: 1068
Julia hat geschrieben:
Had he wished ever to see her again, he need not have waited till this time; he would have done what she could not but believe that in his place she should have done long ago, when events had been early giving him the independence which alone had been wanting.

Beim ersten Lesen des Romans hatte ich diesen Satz hier anscheinend glatt übersehen, sonst hätte ich mich in Kapitel 4 nicht gefragt, was an Annes Zurückweisung im Interesse von Frederick gelegen haben könnte. Diese Stelle belegt ja sehr schön, dass auf jeden Fall (auch) finanzielle Aspekte für Anne den Ausschlag gaben, Frederick Wentworth abzuweisen. Das kapitelweise Lesen hilft mir scheinbar, genauer hinzusehen.

"...und er hat gesagt, du hättest dich so verändert, er hätte dich nicht wiedererkannt." Als ich Annes Wortwahl "Bis zur Unkenntlichkeit verändert!"/"Altered beyond his knowledge." las, empfand ich das gleich als sehr viel negativer. Bestimmt hat Frederick es im Sinne von Sie sah so niedergeschlagen aus; das war früher gar nicht ihre Art." gemeint und ist betrübt darüber, wie schlecht es ihr geht, wie traurig sie wirkt. Und Anne denkt nun, er findet sie jetzt hässlich und verachtet sie.

Edit: Oh wie peinlich. Ich hatte die letzte Seite von Kapitel 7 noch nicht gelesen und war dem Irrtum aufgesessen, dass das, was Julia zum Ende von Kap. 7 beschrieb (die Gedanken von Wentworth), stünde am Ende des vorletzten Kapitels. Gnade! Ich werde nie wieder zu einem Kapitel was posten, bevor ich es nicht zu Ende gelesen habe. :steinigung:

_________________
"Here I am once more in this scene of dissipation and vice, and I begin already to find my morals corrupted."
(letter from August 1796 upon arriving in London)


Zuletzt geändert von Amadea am Montag 24. September 2007, 09:38, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Montag 24. September 2007, 09:37 
Offline
Austenbegeistert
Benutzeravatar

Registriert: Donnerstag 12. Juli 2007, 12:00
Beiträge: 154
Wohnort: Lübeck
Julia hat geschrieben:

Had he wished ever to see her again, he need not have waited till this time; he would have done what she could not but believe that in his place she should have done long ago, when events had been early giving him the independence which alone had been wanting.



Bezeichnend an dieser Stelle find ich auch, daß sie ganz klar sagt, daß sie schon längst zu ihm gegangen wäre!!!

Ich finde am Ende des Kapitels erfährt man einiges über Wentwoth und seine Beweggründe. Es scheint aus seiner Perspektive geschrieben zu sein, man liest auch über ein Gespräch mit seiner Schwester, bei dem es über das Heiraten geht.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Montag 24. September 2007, 09:39 
Offline
Amüsantes Boardmitglied und Reisetrulla
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 17. Mai 2006, 21:35
Beiträge: 2058
Wohnort: NRW
Mir fällt beim 7. Kapitel Folgendes auf: Captain Wentworth bittet Charles, zum Cottage vorzugehen und seinen Besuch anzukündigen. Ich interpretiere das so, dass er Anne die Entscheidung überlässt, ob es ein Wiedersehen gibt oder nicht.
Was mich ein wenig wundert, ist seine Bemerkung zu Henrietta, Anne habe sich so verändert, dass er sie kaum wiedererkannt hätte. Ist er in diesem Moment so erschüttert über ihre Veränderung, dass ihm diese Bemerkung herausrutscht? Denn er muss ja damit rechnen, dass ihr das zugetragen wird. Oder MÖCHTE er sie kränken?

*edit: Jetzt habe ich den gleichen Fehler gemacht und zu früh gepostet. Weil ich befürchtet hatte, den Gedanken zu verlieren, habe ich geschrieben, bevor ich die letzte Seite des Kapitels gelesen habe. 'tschuldigung!

_________________
Welch triste Epoche, in der es leichter ist, ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil!
Albert Einstein


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Montag 24. September 2007, 09:47 
Offline
Emsige Missionarin für Jane Austen
Benutzeravatar

Registriert: Sonntag 15. Oktober 2006, 16:01
Beiträge: 1068
Pixie hat geschrieben:
Was mich ein wenig wundert, ist seine Bemerkung zu Henrietta, Anne habe sich so verändert, dass er sie kaum wiedererkannt hätte. Ist er in diesem Moment so erschüttert über ihre Veränderung, dass ihm diese Bemerkung herausrutscht? Denn er muss ja damit rechnen, dass ihr das zugetragen wird. Oder MÖCHTE er sie kränken?

Nein, das glaube ich auf keinen Fall! Vielleicht erhofft er von Henrietta zu erfahren, weshalb Anne so schlecht/niedergeschlagen aussieht?
Kränkend finde ich da eher seinen Satz "Jede zwischen 15 und 30 kann mich ohne weiteres haben. Ein hübsches Gesicht, ein gelegentliches Lächeln, ein paar Komplimente an die Marine, und ich bin verloren." Da kommt für mich sein gekränkter Stolz durch Annes Abweisung durch.

_________________
"Here I am once more in this scene of dissipation and vice, and I begin already to find my morals corrupted."
(letter from August 1796 upon arriving in London)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Montag 24. September 2007, 09:49 
Offline
Emsige Missionarin für Jane Austen
Benutzeravatar

Registriert: Sonntag 15. Oktober 2006, 16:01
Beiträge: 1068
Pixie hat geschrieben:
*edit: Jetzt habe ich den gleichen Fehler gemacht und zu früh gepostet. Weil ich befürchtet hatte, den Gedanken zu verlieren, habe ich geschrieben, bevor ich die letzte Seite des Kapitels gelesen habe. 'tschuldigung!

:wink: Und ich bin viel zu langsam, deshalb hatte ich Dein Editieren zu spät gesehen. Sorry.

_________________
"Here I am once more in this scene of dissipation and vice, and I begin already to find my morals corrupted."
(letter from August 1796 upon arriving in London)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Montag 24. September 2007, 09:50 
Offline
Austenbegeistert
Benutzeravatar

Registriert: Donnerstag 12. Juli 2007, 12:00
Beiträge: 154
Wohnort: Lübeck
Ich finde Ihr habt die Schwestern sehr gut und einleuchtend charakterisiert. Im Grunde sind sich Elizabeth und Mary auch ein wenig ähnlich, bei sind ich-bezogen und haben Standesdünkel, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung. Elizabeth bekommt die Aufmerksamkeit von Sir Walter und durch ihre Stellung als Dame des Hauses. Mary versucht sich bewußt oder unbewußt die Aufmerksamkeit zu erzwingen. Bei Elizabeth hätte sie damit sicher keine Chance und Anne ist so herzensgut, daß sie auf sie einzugehen versteht. Es ist wahrscheinlich besser gebraucht zu werden als gar keine Zuwendung zu bekommen.
Allerdings frage ich mich auch warum Elizabeth so ätzend zu Anne ist. Aber vielleicht gibt es dafür gar keinen Grund, außer daß sie einfach so ist.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Montag 24. September 2007, 09:51 
Offline
D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 28. Juni 2006, 11:57
Beiträge: 6453
Wohnort: Bayern
@Pixie
Es war üblich den Besuch anzukündigen, bzw. vorher eine Karte mit der voraussichtlichen Besuchszeit abgeben zu lassen. Auch um sicher zugehen, dass "jemand" zuhause ist. Andererseits ergab sich dadurch natürlich die Gelegenheit für den Gastgeber sich rechtzeitig eine Ausrede einfallen zu lassen. :)

@Maria
manchmal ist es wirklich einfach so, dass sich Geschwister nicht ausstehen können, man kann den Grund nicht benennen, aber oft ist es die Position, die die verschiedenen Geschwister in der Familie haben. Man könnte es auch eine "Hackordnung" nennen. :wink: Vielleicht kommt Anne nach der Mutter und war deren Lieblingskind, so daß Elizabeth versuchte durch ihre Art die Zuneigung des Vaters zu gewinnen? Vielleicht ist es Eifersucht und Neid auf Anne, aber auch auf Mary, die Elizabeth so reagieren lässt, weil jede der Schwestern etwas hatte oder war, was sie sich wünschte und nicht haben konnte?

_________________
:blume: Grüsse, Caro

Avatar: Amelia Darcy (1754-1784)

Jemand der Schmetterlinge lachen hört, weiß auch wie Wolken schmecken. Verfasser unbekannt


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Montag 24. September 2007, 10:12 
Offline
Matthews spezielle Weinlieferantin
Benutzeravatar

Registriert: Donnerstag 29. Juni 2006, 18:47
Beiträge: 6125
Ich hatte das beim Lesen so verstanden, dass die Mutter ihre Kinder gleich behandelt hat und alle Mädchen ihre Mutter sehr gerne hatten. Und als die Mutter starb, war es an Elisabeth, bei Gesellschaften usw. die Mutter zu "ersetzen". Sie war jetzt die 1. Frau im Haus und stand dem Haushalt vor. Das schafft sicher auch Abstand zwischen den Schwestern.

_________________
Bild
Schritte wagen im Vertraun auf einen guten Weg, Schritte wagen im Vertraun das letztlich ER mich trägt, Schritte wagen weil im Aufbruch ich nur sehen kann, für mein Leben gibt es einen Plan.
Clemens Bittlinger


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Montag 24. September 2007, 11:56 
Offline
D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 28. Juni 2006, 11:57
Beiträge: 6453
Wohnort: Bayern
@Tina
Ich glaube, Maria wollte wissen, warum Elizabeth so fies zu ihren Schwestern, speziell zu Anne war ... Das hatte mit ihrer eigenen Position als "Dame des Hauses" wohl nicht so viel zu tun. Hätte sie die "Mutterrolle" übernommen, hätte sie eher versucht der Mutter nachzueifern, oder nicht? Sie aber hat versucht, es ihrem Vater "recht" zu machen ... :wink:

_________________
:blume: Grüsse, Caro

Avatar: Amelia Darcy (1754-1784)

Jemand der Schmetterlinge lachen hört, weiß auch wie Wolken schmecken. Verfasser unbekannt


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Montag 24. September 2007, 12:08 
Offline
Matthews spezielle Weinlieferantin
Benutzeravatar

Registriert: Donnerstag 29. Juni 2006, 18:47
Beiträge: 6125
Ich finde eigentlich nicht, dass Elisabeth im Roman fies zu ihren Schwestern gewesen ist. Ich hatte eher das Gefühl, das Anne für sich alleine lebte. Die Werte und Vorstellungen ihres Vaters waren nicht so sehr die ihren, wie es die von Elisabeth waren. Ich sehe Elisabeth und ihren Vater eher als ein Gespann an. Aber Eifersucht sehe ich nicht. Dadurch, dass Anne auch so gut wie gar nicht erwähnt wird im Roman, habe ich sie zu Beginn sogar fast vergessen gehabt!

_________________
Bild
Schritte wagen im Vertraun auf einen guten Weg, Schritte wagen im Vertraun das letztlich ER mich trägt, Schritte wagen weil im Aufbruch ich nur sehen kann, für mein Leben gibt es einen Plan.
Clemens Bittlinger


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Montag 24. September 2007, 12:11 
Offline
D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 28. Juni 2006, 11:57
Beiträge: 6453
Wohnort: Bayern
Nun ja, eine Schwester links liegen zu lassen, ihr kaum zuzuhören und sie herablassend und geringschätzig behandeln ... ist alles andere als nett ... :)

Und ein Syndrom ist ja, dass Anne bzw. deren Meinung für die anderen (Vater und Elizabeth) kaum existiert ...

_________________
:blume: Grüsse, Caro

Avatar: Amelia Darcy (1754-1784)

Jemand der Schmetterlinge lachen hört, weiß auch wie Wolken schmecken. Verfasser unbekannt


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Montag 24. September 2007, 12:28 
Offline
Begeistertes Missionierungsopfer
Benutzeravatar

Registriert: Samstag 27. Januar 2007, 02:03
Beiträge: 1257
Beim Lesen hatte ich den Eindruck, dass Wentworth nahezu alles, was er sagt, aus verletztem Stolz heraus tut. Er ist noch immer "sauer auf Anne", dass sie damals die Beziehung beendet hat.

He had not forgiven Anne Elliot.
She had used him ill, deserted and disappointed him; and worse,she had shewn a feebleness of character in doing so, which his own decided, confident temper could not endure. She had given him up to oblige others.


Es trifft Anne zutiefst, als Mary ihr Wentworths Bemerkungen weitergibt, sie denkt sogar, dass er recht hat, während er hingegen noch besser aussieht:

the years which had destroyed her youth
and bloom had only given him a more glowing, manly, open look, in no respect lessening his personal advantages.



Wentworth redet sich ein, dass er kein Interesse mehr an Anne hat, und seine Bemerkungen darüber, wie er sich nun eine Ehefrau vorstellt, sind recht sarkastisch:

quite ready to make a foolish match.
Anybody between fifteen and thirty may have me for asking.
A little beauty, and a few smiles, and a few compliments to the navy,
and I am a lost man.


Anne weiß, dass er es nicht ernst meint!
He said it, she knew, to be contradicted.


Eine Bemerkung ganz anderer Art war mir noch aufgefallen:

Husbands and wives generally understand when opposition will be vain.

Jane Austen muss wohl so einige Ehepaare beobachtet haben! :biggthumpup:

_________________
Bild Bild ~ Lyme Park 2009 ~

__________________________________________________________________________________________


For what do we live, but to make sport for our neighbors and laugh at them in our turn?
* Jane Austen


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Montag 24. September 2007, 12:46 
Offline
D'Arcy-Expertin mit Adelsaffinität
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 28. Juni 2006, 11:57
Beiträge: 6453
Wohnort: Bayern
Miranda hat geschrieben:
Eine Bemerkung ganz anderer Art war mir noch aufgefallen:

Husbands and wives generally understand when opposition will be vain.

Jane Austen muss wohl so einige Ehepaare beobachtet haben! :biggthumpup:


Es war wohl das einzige Mittel, in einer Ehe, die meist nicht von Liebe und Zuneigung erfüllt war, sich einen angemessenen Frieden zu behalten ... :wink:

_________________
:blume: Grüsse, Caro

Avatar: Amelia Darcy (1754-1784)

Jemand der Schmetterlinge lachen hört, weiß auch wie Wolken schmecken. Verfasser unbekannt


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Montag 24. September 2007, 13:44 
Offline
Matthews spezielle Weinlieferantin
Benutzeravatar

Registriert: Donnerstag 29. Juni 2006, 18:47
Beiträge: 6125
Ja, Wentworth ist noch immer verletzt von Anne und sicher war seine Bemerkung zu Mary eine Spitze gegen Anne. Und evtl. eine Rache dafür, dass sie vor dem ersten Treffen "gekniffen" hat?

_________________
Bild
Schritte wagen im Vertraun auf einen guten Weg, Schritte wagen im Vertraun das letztlich ER mich trägt, Schritte wagen weil im Aufbruch ich nur sehen kann, für mein Leben gibt es einen Plan.
Clemens Bittlinger


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Montag 24. September 2007, 14:12 
Offline
Administratorin im Ruhestand und Tom-Lefroy-Expertin
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 14. Juni 2006, 20:11
Beiträge: 3003
Julia hat geschrieben:
Alethea hat geschrieben:
[Ist doch möglich, dass (Mary), nach dem damaligen Geschmack, in den typischen Beschäftigungen, mit denen eine junge Dame die Gesellschaft zu erfreuen hatte, einfach begabter war --- dass sie vielleicht ein bisschen besser zeichnen, besser singen, besser Klavierspielen konnte... (Was ja nicht gleich bedeutet, dass Anne darin schlecht war!)


Würde man in so einem Zusammenhang nicht "acomplished" sagen?

Naja, aber Conceala's Übersetzungsquelle klingt doch noch sehr viel konkreter und eindeutiger. Anscheinend bezieht es sich wirklich auf wirtschaftliche und "äußere" Umstände.


Ja, du hast Recht, "accomplished" wäre da wohl wirklich der bessere Ausdruck...

Conceala's Übersetzung klingt für mich inzwischen ebenfalls am einleuchtendsten.

Allerdings muss ich sagen, dass ich bei "endowed" spontan an "beschenkt" im Sinne von "mit Talenten, gutem Aussehen etc. gesegnet" denken muss --- doch bei Mary passt es einfach irgendwie nicht!

_________________
Es ist besser den Mund zu halten und dumm zu erscheinen, als ihn zu öffnen und jeden Zweifel zu zerstreuen.
(Verfasser (mir) unbekannt --- Angelika meint, es sei Mark Twain... :biggrin: )


Nach oben
 Profil E-Mail senden  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Montag 24. September 2007, 14:13 
Offline
Austenbegeistert
Benutzeravatar

Registriert: Donnerstag 12. Juli 2007, 12:00
Beiträge: 154
Wohnort: Lübeck
Tina hat geschrieben:
Ja, Wentworth ist noch immer verletzt von Anne und sicher war seine Bemerkung zu Mary eine Spitze gegen Anne. Und evtl. eine Rache dafür, dass sie vor dem ersten Treffen "gekniffen" hat?


Ja, das habe ich, genau wie Pixie, auch im ersten Augenblick gedacht, aber später heißt es:" Frederick Wentworth hatte diese Worte, oder jedenfalls ähnliche benutzt, aber ohne zu ahnen, daß sie ihr hinterbracht würden. Er hatte sie kläglich verändert gefunden und, darauf angesprochen, seinen Gefühlen freien Lauf gelassen..."

Also stand wohl keine böse Absicht dahinter, wohl aber spontanes Erschrecken.

Interessant auch wie er seine Traumfrau beschreibt:"Ein selbstständiger Geist gepaart mit einem liebenswürdigen Wesen." und was über Anne gesagt wird:" Er hatte sie ernsthaft geliebt und hatte seitdem keine gefunden, die er ihr ebenbürtig fand."

Ich finde, daß läßt doch tief blicken. Außerdem merkt er an, daß er sich über die Wahl der richtigen Partnerin mehr Gedanken gemacht hat als die meisten Männer. Davon abgesehen ist wundervoll und gefühlvoll geschrieben...


Zuletzt geändert von Maria am Montag 24. September 2007, 14:16, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Montag 24. September 2007, 14:16 
Offline
Administratorin im Ruhestand und Tom-Lefroy-Expertin
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 14. Juni 2006, 20:11
Beiträge: 3003
Caro hat geschrieben:
@Pixie
Es war üblich den Besuch anzukündigen, bzw. vorher eine Karte mit der voraussichtlichen Besuchszeit abgeben zu lassen. Auch um sicher zugehen, dass "jemand" zuhause ist. Andererseits ergab sich dadurch natürlich die Gelegenheit für den Gastgeber sich rechtzeitig eine Ausrede einfallen zu lassen. :)


Du hast Recht, das war üblich. Aber ich frage mich, ob das auch dann gemacht wurde, wenn der Gastgeber mit dem Gast gemeinsam unterwegs war und zuhause einkehrte?

Pixies Vermutung hört sich für mich nämlich auch plausibel an:
Zitat:
Captain Wentworth bittet Charles, zum Cottage vorzugehen und seinen Besuch anzukündigen. Ich interpretiere das so, dass er Anne die Entscheidung überlässt, ob es ein Wiedersehen gibt oder nicht.

_________________
Es ist besser den Mund zu halten und dumm zu erscheinen, als ihn zu öffnen und jeden Zweifel zu zerstreuen.
(Verfasser (mir) unbekannt --- Angelika meint, es sei Mark Twain... :biggrin: )


Nach oben
 Profil E-Mail senden  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 745 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1 ... 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 ... 25  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

0 Mitglieder


Ähnliche Beiträge

Kauf von Büchern über "Amazon marketplace"
Forum: Ebay, Amazon & Co.
Autor: Louise
Antworten: 13
Group Read "Verstand und Gefühl"
Forum: Groupreads
Autor: Julia
Antworten: 225
Suche einen Songtitel aus dem Film "Streetstyle"
Forum: Musik
Autor: infogeil
Antworten: 3
Neues Unterforum: "Filmversionen"!
Forum: Ankündigungen
Autor: Alethea
Antworten: 1
P&P in der "älteren" Übersetzung bei Manesse
Forum: Ebay, Amazon & Co.
Autor: esbat
Antworten: 0

Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group

Hosted by iphpbb3.com
Beliebteste Themen: Uni, Liebe, USA

Impressum